Amtsverlündigungsblatt
für die provinzlaidireltion Gberhessen und für da§ Kreisamt Eietzen.
Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich.
Nr. 78 10. Juni 1‘MÖ
Jnhalts-Uebersicht: Baustoffbeschaffung. - Darlehnskassenscheine. - Ausschluß vom Handel. - Statistik über Streiks. - Gewährung einer Beihilfe an ehemalige Kriegsteilnehmer von 1870/71. - Bekleidung für russische Kriegsgefangene. - Maul- und Klauenseuche: Quarantäne für ein- geführtes Nutz- und Zuchtvieh. - Feldderemigung Heuchelheim.
Bekanntmachung
betreffend Baustoffbeschasfung.
Auf Grund der §§ 1, 4 und 6 der Reichsbevordnung vom 7. November 1918 werden bis auf weiteres für
Ziegeleierzeugnisse folgende Richtpreise für je 1000 Stück festgesetzt: Backsteine (Hinter- und Vormauersteine) . . . Klinker bis zu 300 Kg. Druckfestigkeit ... Lehmsteine Hohlsteine (Normalformat) Hohlsteine 10/12/25 Hohlsteine 12/14/25 BibersclMän-e 15/31 .....
Biberschwänze (Reichsformat) ...... Biberschwänze 18/35 I. Sorte . . . . . .
II. Sorte
Falzziegel I. Sorte ....
II. Sorte....
(Bei Aufträgen unter 1000 Stück 10% Zusch
Für Mauersteine und Dachsteine, die aus M brach gewonnen sind, wird ein Richtpreis von 60—70% der vorangegebenen Preise festgesetzt.
400 Mk.
470 Mk.
190 Mk.
480 Mk.
570 Mk.
680 Mk.
480 Mk.
720 Mk.
780 Mk.
720 Mk.
1130 Mk.
1000 Mk. ag.)
Tie übrigen Bedingungen sind entsprechend wie oben.
mm mm mm mm mm
Durchmesser . Durchmesser . Durchmesser . Durchmesser . Durchmesser .
535
585
680
810
830
920
. 1040
re Richtpreise: . 500 Mk.
Trainageröhren mit 60
Trainageröhren mit 70
Trainageröhren mit 72
Trainageröhren mit 80
Trainageröhren mit 90
Mk.
Mk.
Mk. Mt. Mk. Mk. Mk.
Trainageröhren mit 40 mm Durchmesser .
Trainageröljren mit 50 mm Durchmesser .
Tie Preise verstehen sich „aufgeladen auf Waggon oder Wagen ab Ziegelei" für unverpackte Ware. Für Verpackungsmaterial sind für 10 Tonnen 3 Mk. Preiszuschlag zulässig, ausgenommen für Hintermauersteine. — Soweit die Veräußerung von Ziegeleierzeugnissen in Friedenszeiten durch den Händler üblich war, darf ein Händlerzuschlag für Backsteine von höchstens 5°/o und für Dachziegel von höchstens 10% der obigen Richtpreise berechnet werden. Vermittlern und Agenten steht der Händler;uschlag nicht
zu. Verkaufsvereinigungen von Ziegeleien u. a. sind nicht berechtigt, den Händlerzuschlag zu erleben; sie dürfen eine Vergütung ihrer tatsächlich entstandenen Unkosten, sofern Sonderaufwendungen diese rechtfertigen können, für Backsteine bis zu 4% und für Dachziegel bis zu 8% des Rechnungsbetrages verlangen.
Für Trainageröhren gelten für 1OOO Stück folgend Trainageröhren mit 36 mm Durchmesser . .
Zement.
Nach Mitteilung der Süddeutschen Zementverkaufsstelle Heidelberg stellt sich ab 1. Llpril 1920 der Zement für Händler frei Doppelwagen der entsprechenden Empfangsstation wie folgt:
56,10 Mk. die 100 Kg. einschließlich Hinterlegungsgebühr für Stosfsäcke,
54,10 Mk. die 100 Kg. einschließlich Papiergewebesäcke,
52,10 Mk. die 100 Kg. einschließlich Papiersäcke.
Für Sbofssäcke, welche in gutem Zustande aus Sendungen ab 1. März ds. Js. zurückgeliefert werden, wird die Hinterlegungsgebühr abzüglich Abnutzmrgsgebühr mit 4 Mk. pro Sack zurückvergütet. Papier- und Papiergewebesäcke werden nicht zurückgenommen. Als Händlerverdienst können obigen Einkaufspreisen folgende Sätze zugeschlagen werden; andere Vereinbarungen sind bis jetzt behördlich nicht genehmigt:
bei Abgabe von 1— 50 Sack 30%,
bei Abgabe von 51—100 Sack 20%,
bei Abgabe von über 100 Sack 10%.
Kalk.
Nach Mitteilung des Deutschen Kalkbundes Nebenstelle Diez a. d. L. gelten zur Zeit für Kalk pro 10 Tonnen folgende Preise:
Ab Lahnwerken
2400 Ml. für 1 Waggon Grau- und Weißstückkalk (10 Tonnen!, 2800 Mk. für 1 Waggon Sackkalk löhne Säcke (10 Tannen).
Ab Rheingauwerke
2900 Ml. für 1 Waggon Grau- und Weißstückkalk (10 Tonnen), 3400 Mk. für 1 Waggon Sackkalk ohne Säcke (10 Tonnen).
875 Mk. je
insbesondere
800 Mk.
1000 Mk.
je je je
Kubikmtr. Kubikmtr. Kubikmtr. Kubikmtr. Kubikmtr. Kubikmtr.
Kantholz durchschnittlich Bretter 18/24 mm stark unsortierte Latten 1—2,75 m lang . scharfkantige Latten 3—4,5 m lang .
Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der Baustvsfbewirtschaftung,
Kantl)olz nach Listen geschnitten .
Kantholz aus Vorrat 8/8—15/15 cm
915 Mk. je
990 Ä :
Ab Kalkwerke R Hein Hessens
3600 Mk. für 1 Waggon Grau- und Weißstückkalk (10 Donnen), 600 Mk. für 1 Waggon Kalkabfälle (10 Tonnen), nur für
Tüngerzwecke.
Tie Säcke werden mit 4 Mk. je Sack berechnet und von den Kalkwerlen nicht mehr zurückgenommen. — Ms Händlerzuschlag kann ein Aufschlag von 10% unter besonderer Berücksichtigung der gesamten Spesen berechnet werden.
Ueberschreitung obiger Preise können mit Gefängnisstrafe bis zu 5 Zähren und Geldstrafe bis zu 50 000 Mk. bestraft werden. Außerdem wird das betreffende Baustoffwerk von weiterer Kohlen- zuführ bzw. der in Betracht kommende Händler von der weiteren Bmistofszuteilung ausgeschlossen. — Baukostenzuschüsse und andere Reichs- oder staatliche Beihilfen können natürlich nur für Beschaffung von Baustoffen auf Grund obiger Preise gewährt werden und müssen Zuwiderhandelnde gewärtig sein, daß bei der Nachprüfung der Verwendung obiger Zuschüsse 'entsprechende Abzüge gemacht werden.
Darmstadt, den 22. Mai 1920
Ter Staatskommissar für die wirtschaftliche Demobilmachung
Holz. t
Turch Vermittelung der zuständigen Kreisbauinspekttonen oder städt. Baupolizeiämtern kann Bauholz zu nachfolgenden Preisen sofort frei Waggon Versandstation bezogen werden:
Kantholz nach Listen geschnitten . . 925 Mk. je
in Hessen. I. B.: Dr. B ernheim.
B e t r.: Darlehnskassenscheine.
All die Gcmeindcrcchner des Kreises Gieße».
Von verschiedenen Seiten ist darüber geklagt worden, daß die umlaufenden Darlehnskassenscheine im Werte von 1, 2 und 5 Mark sich großenteils in sehr abgenutztem und unsauberem Zustands befinden, so daß schon aus hygienischen Gründen eine häufigere Erneuerung der Scheine geboten sei. Die Wahrnehmung hat dem Reichsbank-Direktorium Anlaß zu einer Anweisung an die Reichs- bankanstalten gegeben, in beschmutztem oder beschädigtem Zustande eingehende Darlehnskassenscheine anzuhalten und aus dem Verkehr zu ziehen. Wie indessen das Reichsbank-Direktorium bemerkt, gelangen die kleinen Werte der Darlehnskassenscheine im Zahlungsverkehr nur in geringem Umfange an die Reichsbankanstalten zurück, so daß die Einziehung und Erneuerung der Scheine nicht in dem wünschenswerten Maße erfolgen kann. Der angestrebte Zweck nird wesentlich gefördert, wenn die Kassen die bei ihnen eingehenden Zahlungsmittel der bezeichneten Art nicht mehr ausgeben, sondern bei sich ansammeln und von Zeit zu Zeit der Hauptverwaltung der Darlehnskassen in Berlin zur Erneuerung einsenden.
Hierbei ist noch auf folgendes hinzuweisen:
In neuerer Zeit wird umlaufendes Papiergeld vielfach zu Zwecken politischer Propaganda mit Aufschriften, Aufdrucken oder aufgeklebten Zetteln versehen, deren Inhalt' in weiten Bevölkerungskreisen Aergernis erregen muß. Das Reichsbank-Direktorium hat hierzu in einer Veröffentlichung darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsbankanstalten solche in ungehöriger Weise für i>cn Umlauf untauglich gemachten Scheine nicht ohne weiteres einlösen. Die Erstattung des Gegenwertes von Banknoten kann erst nach einer nur bei der Reichshauptbank in Berlin ausführbaren und daher mit erheblichem Zeitverlust verknüpften Prüfung der Echtheit der Noten erfolgen. Für Darlehnskassenscheine lehnt die Neichs- bank jede Vermittlung des Einzugs überhaupt ab. Derartige Scheine sind vielmehr von den Eigentümern selbst direkt an die Hauptverwaltung der Darlehnskassen in Berlin zur Prüfung und Umwechselung einzusenden.
Zur Unterstützung der Reichsbank in ihrem Vorgehen ist es geboten, daß die öffentlichen Kassen die Annahme solchen Papiergeldes verweigern und bei Gelegenheit auch auf das Publikunr dahingehend einwirken.
Gießen, den 29. Mai 1920.
Kreisamt Gießen. I. V.: Welcker.
Freitag, V. Juni 1920 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für 1 mm hohe für Anzeigenv. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Neklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz- vorfchrift 20% Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für Öen übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, ei: Schulstrahe 7. sämtlich in Gießen.
misston öes österreichischen Kabinetts.
Wien, 11. Juni. (WTB.) Tie sioziüldemo- iische Korrespondenz veröffentlicht folgende nmunieque: Tie Verhandlungen zwisckten den llttionsparteien über die Vermögensabgtbe la- bislter zu keinem Abschluß geführt. Auch bei Vevhendlungen der R g erir. g über die Der- ungsresorm war es bi^lter nicht möglich, die «offen Meinungsverschiedeiih iten zu überürückew
Organisation von bewaffneten. Heimwchncn ch führende Männer der christlich-sozialen Parin Tirol und Salzburg 'tat die Gegensätze chaus verschärft. Außestlialb der Nationalden-, imhing eicheben die christlich-sozialen Partner gegen die Regierung, an der die chrisllich- ale Partei teilnimmt, die schiversten unsach- en Vorwürfe. Tie aus dieser Ursache ent- thtne Krise der Ko aliti« n rourbe, durch Vorgänge in der gestrigen Nattonalversamm- g wesentlich verschärft. Tie ckMilich-voziale und großdeutsche Koalttion traten grien <eii Sbaats- etär für Heecivefen aus und fleHten die unam- mbare Forderung, da!', der Erlaß über die traue smänner der S l aten zurückge ogen de. Der' chwisrlich-svziale Parteiführer Kunsä)ak -idigte nicht nur den Staatssetvftch' für Heeren gröblich, sondern drohte auch offen mit der kdigung der Koalition. Tie Toöhang wurde
allen Parteien mit de Monstra! iv^m Beifall genommen. Angesichts dieser Umstände ersuchte akskanzler Nenner und die sostald?m.vtva- >en Staa.ssekreläre und Unterstaatsselretäre den band der soziatc>emokratisck)en Abg.ordnrten um Ermächtigung, zu demissionieren. Ter band nahm diese Absicht zur Kemttnis.
Demission des polnischen Kabinetts.
Warschau, 10. Juni. (Wolff.) Deutsch-Poller Prrs edienst. Die Regierung hat ihr R ü ck- t t s g e s u ch ein gereicht. Ter Stea.schef nahm an und bat die Regierung, die Geschäfte vor- fig weiterzuführen.
In dem polnischen Heeresbericht vom 9. heißt Im Norden schreitet unsere Gegenoffen- e trotz sestgestellter Heranziehung neuer bolsche- ischer Kräfte und trotz erbitterten Widerstandes . Unsere Abteilungen erreichten nach blutigen npfen die Linie des Flusses Socz. Bei Gorwal :ben Kindliche Durchbruchsversuche zurückge- sen. In dec Ukraine kämpften unsere Truppen <nhaft und ausdauernd gegen überlegene feind- : Kräfte, die um jeden Preis versuchen, unsere mt zu durchbrechen.
luflösung der italienischen Kammer.
Rom, 10. Juni. (WTB.) Die Zeitungen den, daß der von bieten Senatoren gestellte rag gegen die Politik Nittis auch von dem eraliisimus Tiaz unterzeichn t war. Das Mi- erium war schon vor Beginn der Sitzung infolge Absal es der liberalen Demokraten zum Rück- : verurteilt. Man versich rt, daß irgendeine sönlichkeit mit dec Neubildung des Kabinetts istragt wird und vom König ein Dekret zur flösung der Kammer und zur Anbe- nung von Neuwahlen erhalten wird.
Rom, 10. Juni. (WB.) Ter K'-mg besprach am Tonne' s ag morgen über die Minister- se mit Titboni und Orl-ndo. Nachmrttags fing der König Gioliltt und darauf Luzzattt, audra und Meda.
_ .. »• *v• - v**«. yv vivlifv 4v Mittelparteien zugeschoben. Die sozialdetnvkratische Fraktion werde die Bedingungen annehmrgr. Beide sozialdemokratischen Parteien würden dann ihre Bedingungen als gemeinsames Programm den bürgerlichen Mittelparteien unterbreiten. Lehnten diese ab, so sei es an ihnen, eine Regierüttg ohne Sozialdemokratie zu bilden.
Karlsruhe, 10. Juni. Der Parteiaus- s.chuß der badischen Sozialdemokra- t i e war gestern hier versammelt, um zu der neuen politischen Lage Stellung zu nehmen. Es wurde beschlossen, dem Parteivorstand in Berlin und der Reichstagsfraktivn die Auffassung der badischen Sozialdemokratie dahin zu präzisieren:
1. Für eine Weiterführung der bisherigen Koalitionspolitik besteht nach dem Ausfall der Wahlen eine tragfähige Mehrheit nicht mehr.
2. Eine Verbreiterung der Kvalftiousdasis nach rechts durch Beizug der Deutschen Volkspartei kommt für die Sozialdemokratie nicht in Frage.
3. Zu erstreben ist die Bildung einer Koalitionsregierung aus den bisherigen Regterungs- parteieu unter Beizug der Unabhängigen.
4. Weigern sich die Unabhängigen, an einer Regierung-sbildung teilzunehmen, so ist eine Beteiligung in der neuen Regierung für die Sozialdemokratie ausgeschlossen.
Lodge Vorsitzender des republikanischen Staatskonvents.
Rotterdam, 10. Juni. (WTB.) Wie der „Nieuwe Rvtterdamsche Courant" aus Chicago meldet, wurde Lodge zum endgültigen Vorsitzenden des republikanisäien Staats ivnDents gaväUt.
Die Truppenstärke in der neutralen Zone.
Berlin, 10. Juni. (Wolff.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, liegen vom 10. Juni san in der 5 O K i l o m etc r - Z o ne, wie von der Entente bestimmt, nur noch zehn Bataillone, fünf Schwadronen und eine Batterie. Diese Verbände bilden einen Teil des Uebergangsheeres, dessen Herabminderung auf 200 000 Mann durchgeführt worden ist.
Folgen französischer Nebergriffe.
Oppeln, 10. Juni. (Wolff.) In dec Nacht zum Mittwoch versuchten vier Franzosen ein. Hochzeitsges-ellschaft auf dec Bol oinjft zu stören, wurden ater daran gehindert. Auf ter Rückfalirt über die Oder entstand im Boot zwischen den Franzosen, dem Fährmann und seinen zw. i Söhnen ein Handgemenge, das angeblich bucd) Gewehcfeuer von am Ufer stel;enden Franzosen verursacht worden war. Dabei wurden die drei Franzosen ins Wasser geworfen; einer ist ertrunken.
Paris 10. Juni. (W-olfsst Es wird bestätigt, daß der Vollzugsrat des Völkerbundrates am 14. Juli in London zusammentritt, um das Ersuchen um Intervention des Völkerbundes bezüglich des Eindringens der Bolschewisten in Persien zu prüfen. Lloyd George werde wahrscheinlick) Großbritannien, B o u r g e o i's Frankreich vertreten.
Amsterdam, 10. Juni. (Wolffst Im englischen Unterbanse erklärte auf eine Anfrage Bo - n a r L a w, oie Besatzung von Rescht sei zurückgezogen worden, enftpreche:id dem Bestreben, Englands Verantwortlichkeft im Osten möglichst einzuschränken.
Tas armenische Mandat.
Amsterdam, 10. Juni. (Wolff.) Jin eng- lifrftcn Uute^teus so(Pe Bvnar Law ans eine Anfrage, falls der Präsident der Vereinigten Staaten das armenische Mandat able.ftie, glaube er nicht, daß England bereit sei, es zu übern e'hmen.
oder noch geschuldet wird.
Für das Einkommen aus Gewerbe ist folgendes zu teachten. Fällt Kalender- und Geschäftsjahr des Gewertetreitenden zusammen, so sind die Ge- schästkergcbnisse des Kalenderjahres 1920 maßgebend, wie sie sich beim Bilanzabfchlnß am 31. Dezember 1920 terausstel ten. Weicht Geschäftsjahr vom Kalenderjahr ab, läuft a so ersteres^ z. B. vom 1. Oktober 1919 bis 30. September 1920, so ist dgs Ergebnis dieses Geschäftsjahres als bezogenes Einkomm n zugrimde zu legen.
Auf keinen Fall ist es ater notwendig, daß das Geschäftsergebnis bei der im Januar 1921 abzugebenden ©teucnerttärung festgestellt ist, es genügt vielmehr, daß es bei der Vornahme der Veranlagung feststellbar ist. Liegt auch im.Zett- Punkt der Veranlaglmg noch kein BilanMbschluß vor, so kann diese entweder noch ausge.etzt werden, bis der Abschluß erfolgt ist, oder das Ergebnis kann im Wege dec Schatzung ermittelt werden. In letzterem Falte wird wiederum ein vorläufiger Steuerteschftd erteilt, der berichtigt wird, sobald dec Abschluß vorhanden ist. Das bei dieser Berichtigung sestgestellte Einkommen regelt mmmehr bie Veranlagung für die Rechnungsjahre 1920 und 1921 endgültig.
Für Arbeitnehmer jeder Art (Staats-, oder Privatteamte bis zu den höchsten Stellen hrnauf, für Arbeiter, Dienstmädchen, Handwerksgeiellen kaufmännische Angestellt n) erfolgt mit Wirkung vom 25. Juni dieses Jahres ab bekannt rch die Steuerentrichtung durch Derwerttmg von Steuermarten in Höhe von 10 Proz. des bei der Lohnzahlung zufließenden Arbeitslohnes. Soweit hrer- nach der Wert der perwendeten Steuermarken den durch Ste.uerbefch id festgeseften Steumbetrag übersteigt, hat das Finanzamt den überschüs igen Betrag dem Steuerpflichtigen sofort nach der endgültigen Veranlagung in bar zu erstatten: er- reicten die Steuermarken den cndgülttg feftge,ef>_ten Steuerbetrug nicht, so hat Nachzahlung der Difse- venz durch den Steuerpflichtigen zu erfolgen. Die Anrechnung der eingeklebten Steuermarken erfolgt jedoch bereits früher, wenn der Arbeitnehmer eine besondere Aufforderung zur vor'äusigen Zahlung der Reichseinkommensteuer erhalten hat. Die Verwendung dec Steuermarken bedeutet also nur einen
Eine verniinftiae englische Stimme.
A m st e r d a m, 10. Juni. (Wolff.) Die „Daily News" schreibt zu dem Ergebnis der deutschen Reich:tagSwahlen: „Die wirtschaftliche Lage Deutschlands war ein Mühlstein am Halse der bisherigen Regierung. Für diese tragen tatsächlich die Alliierten eine größere Verantwortung als die deutsche Regierung. Selbst wenn sich in Deutschland hervorragende Staatsmänner fänden, würde dies doch wenig helfen, w nn die Alliieften die in den letzten Monat n verfolgte Politik fortsetzen. In diesem Falle wäre die Auflösung Deutschlands unvermeidlich. Ein Aufschirb der Konfer nz von Spaa kann dem neuen deutschen Ministerium, falls ein solches zustande kommt, ermöglichen, die Lage zu Hären, verlängert aber auch die Zeit lähmender Ungewißheit, die an der Hofsnungs-.
Die Wahlen in Rumänien.
Amsterdam, 10. Juni. (Wolff.) T < „Times" meldet aus Bukarest: Durch die allgemeinen Wahlen in Rumänien hat General Averescu eine große Mehrheit erhalten. 215 Abgeordnete gehören zu der Volkspartei unter Geireral Averescu, während die Oppositton 127 Mitglieder zählt.
Die Wirtschaftsvcrhandlungen mit Rußland.
Haag, 10. Juni. (Wolff.) Der „Nieuwe Courant" meldet ans London: Der ständige Ausschuß des Obersten W i r t s ch a f t s r a t e s, der ge- ftern erstmalig mit Krassin zusammenkommen sollte, hielt eine Sitzung ab, an der Krassin nicht teiluahm, da Lloyd George ferne Absicht geändert hatte.
Haag, 10. Juni. (WTB.) Einem Londoner Bericht des „Nierlwe Courant" zufolge wird ftilb- amtlich gemeldet, daß die Schivierig'.'eiten, die der fr?fertigen Wiederaufnahme des Han.els z?msckxnr Eirgland und Rußland im Wege stehen, letzt beseitigt sind. Offenbar sollen Gold uid Platin bei der ersten Mreck/nung als Zälftmrgsmittcl dienen.
Aus Sowjet-Rußluud.
Amsterdam, 10. Juni. (WolffO „Telo- graaf" meldet aus Lo. dvn: Tie Te e gatron der englischen Arbeiterpartei, die Rußland leucht hat, ist/gestern abeud nach London zarückgek^lwt. Der Plorsitze.:de der ?lbe>tt>nung. Ben Turner, sagt /■Li einem Interview, in Rußland he rsche viel U-nc i ig eit zwt'chen dem slackicn Land.' und den -Städten, weil tetztere den Bauern für die Lelesttziur tel lvi e D-ni'chmitiel bieten Eöiruten. Turgter gab zu, bi|3 in Rußland ter rote Terror herrsche, aber I? ig i b als BergAmug mcd als Folge des weißelt Teruors,


