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Erster Blatt

170. Jahrgang

Samstag, 10. Januar 1920

fönen reg-An svll.

für

toirb der

LerDvrttand.

Der endgültige griedensschlvtz.

Berlin, 9. Ian. (WTB.) Mit dem

Nr. 8

Ter Steuer Lnzei-er erscheint täfl(id), auüer Sonn und Feiertags.

vezugrpretr:

Monatlich Mk. 2.30, yiei tfljährtidi Mk. 6 90 einichliebltch des Bestell­gelds; cmcb die Post viert. ljädrlich 'Dtf. 6. auefd)lieB(irf) ^Bestellgeld. Fernsprcch - Anschlüsse: für die Schnsileituna 112 l'eiiap,(kefd)Gfi'öftell<51 Anschrift für Tratunach- Ttd)ten: Avzeigrr Sietzea.

Postscheckkonto:

Stanffurt a. «. 11686

morgen nad>nti:tog in Paris anbcraumten Aus­tausch der Ratifikattonsurkunbe und der darauf folgenden Errichtung des Poo tzo Volts über die Nie­derlegung der Ratifikationsurkunde tritt der Friede in Kraft. Zugl ich verden, wie in einer Note der Alliierten miitgetrilt wird, die irr­te ralliierte 7>jl)e Stntnriffiion für die besetzten rhei-i nischen Gelnee, die Wiedergutmaä)ungsi!ommiffiiorr irtti) die inievalliierten Ueberioachuirgsausschüsse ihre Tätigkeit aufnehmen. lieber den Tätigkeits­beginn der übrigen im Friedensvertrag trorge» sehenen Ko-mnrisiivnen werden seitens der Alliier­ten noch weitere Mitteilungen erfolgen.

rücksichtiat werden. Als Aufwendungen für den ordentlicl>eu Verbrauch gelten: Der Betrag ton 15 000 Mk., der sich für die erste zur Hausl/lütmtg zählende Person um 5303, für jede wei eiv um 2500 Mk. erhöht, ferner 10 v. H. des veranlagten Einkommens und ferner die Beträge, die zur

gönnen. Im Dortmunder Hauptlnhnlvs Verkehr nur Iwtdürftig aufrechterhalten

Vie Lisenbahnerbewegung.

Frankfurt a. M., 9. Ian. Die mittleren und unteren Post- und Telegraphenbeam- t e n haben den Eisenbahnern ihre Sympathie zu ihrem Existenzkampf ausspcechen lassen und er­klären, daß die Forderungen der Eisenbahner auch die der Postbeamten finb.

Frankfurt a. M., 9. Ian. Einer bei der Eifenbahndirektion eingelaufenen telephonischen Mitteilung aus Berlin zufolge 'bat der Minister den Eisenbahn Handwerkern einen Stundenlohn von 3,50 Mk. zugebilligt. Die Handwerk- r lehnen es aber trotzdem ab, die regelmäßige Arbeit löiebcr aufzunehmen, eh? nicht auch den Handarbeitern und Hilfsarbeitern a le Fordcrungen be^r-illigt sind. Fer-

heimgefallen sind. Wenigstens in einzelnen Bezirken, besonders in denen, wo gegenwärtig gestreikt wird, ist dies der Fall. Die Neucege- lpng der Lohn- und Gehallsfragen ist gegen­wärtig im Gange; wir hoffen, daß sie gb- lingt und die Verhandlungsausschüsse sich einigen werden, denn ein Generalstreik der Eisenbahner muß in unserer trübseligen Wirt­schaftslage durchaus vermieden werden. Aber es wird nicht nur bei Tarifvechandlungen bleiben dürfen. Darüber hinaus muß eine Neuregelung des gesamten Eisenbahndienstes so schnell wie möglich in die Wege geleitet werden. Es läßt sich nicht leugnen, daß im Betrieb der Eisenbahn Schlamperei und Korruption in mancherlei Gestalt eingerissen sind. Wo ist der Eisenbahn-Noske?

hnuiupne von Anzeigen s. die Lageoiniinmer vis zum Nacdmiuoq vorder ohne sedePerdindlichkeit. Dreis für V mm höhe für An<eiaenv.34mm Ureite Srtli l) 25 bi, auSwärtS 30 Pi.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 90 Pk. Bei Platz- »orfdirifi20e/,,91nffd)luQ. t>auvtid)ri'tleiter: A»»g. (Aoem Verantwortlich für Politik: Ang. Goey; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzecgenteü: X>. Beck, famtltd) in Gießen.

Deutsche Journalisten in England?

London, 10. Jan. (WTB.) Havas. Das Reutcrsche Bureau vernimmt, daß sofort nach dem Austausch der Ratifikations­urkunden die Zulassung von Journalisten aus den feindlichen Säubern in England erwogen werde. Es bestehe keineswegs die Absicht, diese Journalisten aus^uschließen.

Englische Bergarbeiterbcwegung.

London, 10. Jan. (WTB.) Die Blätter erlauben, daß die gestrige Sitzung des Voll'ugsaus- schusses des Bergarbeiterverbands das Vorspiel zu einer neuen Kampagne für die Er­höhung der Löhne ist. Ter vom Kohlensyndikat er­zielte Gewinn war Gegenstand der Diskussion. Tie Bergarbeiter beschößen, einen Teil dieses Gewinnes für sich zu beanspruchen, der im Jahre 191.9 70 Millionen Pfund Sterling überstieg, während er im Jalwe vor dem Kriege 12V, Mill. Pfund Sterling betrug.

Die Srgänjungsftenern und die vefteaerung öes autzeror-eiitlichen Verbrauchs.

Berlin, 9. Jan. (WTB.) TieVvssische Zeitung" neröffentlid)! die Grundzüge bet Gesetz­entwürfe über die Ergänzung s steuern und die Besteuerung des außerordentlichen Verbrauchs. Nach tent erfteren ist steuerbar der Teil des Einkommens, der nicht verbraucht ist

30000 Mk. 9 v. H. unb steigt entsprechend weiter bis für Beträge von 100 000 Mk. auf 30 o. H.

Das Reichseinkommenstcuergesetz soll ergänzt wecken durch das Körperschafts st euerge-» s e tz, das die Ein'övm'mensteuer der juristischen Per-

Ärtragod,e

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Vie Neuordnung de; vermeffungr- we!ens in Hessen.

Man schreibt uns:

Am 22. Dezember v. I. fand in Frankfurt btt Hauptversammlung der hessischen Geometer 1. Kl. statt. Die stark besuchte Versammlung stand im Zeichen der geplantes Neuorganisation des gefax­ten Vermessungswesens. Die beiden Fachvereine der Geometer 1. und 2. Klasse hatten in einer Ver­sammlung am 9. Februar 1919 der Regierung ein Reorganisations-Programm ausgestellt, welches mit fest umrissenen Vorschlägen eine gedeihliche Ent­nickelung des Katasters ermöglichen sollte. In den Kreisen der hessischen Geometer ist man sich schon lange klar über die zwingende Notwendigkeit au Stelle des veralteten, nicht mehr zeitgemäßen Ka­tasters enolich einmal ein die volkswirtschaftlichen Bedürfnisse befriedigendes Kartenwerk zu setzen. Nach bald hundertjährigen Verordnungen unb Mes- sungsmethoben wird beute noch in Hes.en gearbeitet unb die Errungenschaften der Geodäsie finden keine Beachtung. Der bewährte Vorsitzende des Geo^ metervereins hat seit Jahren in Wort und Schrift auf die ungeheuren Vernachlässigungen hingedeutet, der Verein unermüdlich eine Besserung zu erreichen gesucht, aber stets vergebens Auf das erwähnte Reorganisationsprogramm des Der.inS, welches aufgebaut ist auf der Fachkenntnis der berufenbüen Vertretung, liegt nun feit einiger Zeit eine Ant­wort vor in einer Denkschrift des Katasteramts^ welche erst an letzter Stelle auf besonderes Dran­gen hin dem Fachoerein zugestellt nmrbe.

Die Dezem ber versa mm l u ng bet Hess. Geo­meter 1. Kl führte zu einer starken Kritik der katasreramtlichen DenNchrift, da di.se eine Verteidi­gung des veralteten Katasters ist, ein Festhalten an den längst überholten Methoden, weis sie nicht eingeht auf technisch: Verbesserungen, weil sie von einer Perfonalorganisation das erreichen möchte, was doch nur ermöglicht werden kann von einer grundlegenden Umstellung veralteter Vorschriften und Ausführungsmethoden. An die Spitze des Ver­messungswesens gehört ein tüchtiger Fachmann. Die Millionettwerte des Katasters müssen guten Händen anvertraut werden, die diese- Werte nicht ängstlich behüten, sondern der Allgemeinheit dienst­bar machen lmd sie für Industrie, Handel uno Landwirtschaft nutzbringend anleren unb ausbauen. Hierin sind in Hefen fdw.re Unterlassungssünden begangen worden. Es f.-Hte eben der leitende Fach­mann mit dem vorausschauenden Bick, der unab­hängig sich selbst ein Fachurteil bildet und nicht

2Iit# dem Reiche.

Eisenbahnsperre in Bayern.

München, 9. Jan. Wegen vollständiger Stockung der Kohlenzu'uhr infolge Streiks und Hochwasser wird von Dienstag den 13. Januar ab für mehrere Tage bet gesamte Personenver­kehr auf den bai-erischen StaatSeisenbahnen mit Ausnahme des Nahverkehrs und bes Sehen 3mittel» Verkehrs eingestellt. Schon von nttrgen ab werden einzelne Personenrüge ausfallen. Der Güterverkehr wird nur so weit als unbedingt not­wendig, aufrechterhalten. (Frkf. Ztg.)

Die Kinozensur.

Berlin, 9. Jan. (WTB.) Im Reichsrat wurde heute der Gesetzentwurf über die Kino- zensnr beraten. Die Hauptbestimmung der Vor­lage geht dahin, baß nur solche Films vorgeführt werben dürfen, die von einer amtlichen Prüfungs­kommission zugelassen sind. Die Zulas ung soll nur versagt loerben können, wenn die öffentliche Sicher­heit gefährdet wird, wenn Filme religiöse Gefühle verletzen oder durch Erregung ntebriger Triebe verrohend ober entsittlichend wirken. Amtliche Prüfungs st eilen fol en in Berlin unb Mün­chen eingerichtet werden. Sie sehen sich aus Beam­ten unb Sachverständigen zusammen. Gegen den Bescheid der Prüfungsstellen ist Beschwerde bei einer in Berlin zu errichtenden Oberprü migsstelle zulässig. Der Reichsrat nahm die Vorlage nach den Beschlüssen des Ausschusses mit bet von einem preußischen Vertreter beantragten Abänderung an, nach der eine Ausnahme von der Prüfung nicht nur für solche Films zugelassen ist, die wissen­schaftliche Zwecke verfolgen, sondern auch für künst­lerische Films. Mit diesem Abänberungsantrag erklärte sich Minister Koch namens der Regierung einverstanden.

Der Neichs-Bürgerrat unb die Beamten- foibtrungcn.

Berlin, 9. Jan. (WTB.) Der Reichs-Bür­gerrat hat an die Reichsregierung folgendes Tele­gramm gerichtet: Der Reichs-^Vürgerrai unter­stützt auf Grund vorliegender Mitteilungen aus dem Reiche und einmütigen Präsidialbeschlusfes wärmstens die Fvrderimg der deutschen Beamten­schaft hinsichtlich der Teuerungszulage, deren Ge­währung er für eine dringende Staatsno tweubig- keit hält

Lietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oderhessen

ZwiMngrnmdöruck u. Verlag: vrühl'sche Umo.-Vuch- n. Steinbruderei N. Lange. Zchristleitung. Geschäftrstelle il Dmderei: SAulftr. 7.

Deckung unvermeidbarer Mehrausgaben crufgewcn- ixt find. Tie Steuer für den aus-worben!licl>e | Verbrauch beträgt für die ersten 10000 Mk. 3 vH., ür die nächsten 20 000 6 v. H., für die nächsten

VochenrÜckdllck.

Das neue Jahr, bas in seinen ersten Ta­gen uns den Frieden endgültig einläuten soll, W* uns zunächst noch einmal mit schrillen Mmglocken erschreckt. Groß-Berlin klagt eine drohende Hungersnot, und 6 Reichsgetreibevorräte sollen nur noch Ute sehr kurze Frist reichen. Es h»tt sich Mgestellt, baß die ersten Meldungen dar- 3 übertrieben waren, aber die Ge- bafe Ifcmindestens" mich bis Ende r Brotgetreide haben, bedeutet wahr- Iichts Erfreuliches. Und der Brotpreis t unb wird in Mpgen Wochen wohl wei- «porklettern. Unsdr Wirtschaftsleben liegt Jtoiuer darnieder. Nun warten manche «.. die befreienden Friedensklänge. Indessen, WDWtaube ja nicht, daß sich da mit einem WWW das Bild ändern würde! Vage Ge- ridja^foerben kolportiert. Da wollen kluge Leute griffen, beispielsweise in Holland lager­ten kvlossu/e Bestände von Lebensmitteln, Unb piit dem GlockensHlag der endgültigen UMLNsratisikatiow Helen alle Schranken, routbe der deutsche Markt mit Lebensmitteln «MNömt werden. Wie wir diese gesteigerte Einfuhr bezah'.en sollten, das wird dabei nicht blAacht. Tröstlicher ist es schon, daß ame- r i k a n i s ch e G e s e l l s ch a s t e n es sich zur menschenfreundlichen Aufgabe machen wollen, Mitteleuropa zu verprosiantieren. Ob es sich da um Idealismus in Reinkultur oder auch ein bißchen um Geschäft handelt, das ist bei der Audienz der Herren Quäker beim Reichs­präsidenten nicht völlig entschieden worden, wenn auch die Reden freundlich und wohl­meinend waren. Selbst, der grimme Feind von ehemals, der englische Minister Churchill, ritt jetzt in öffentlichen Reden dafür ein, daß man Deutschland, das im letzten Jahre red­lich sich angestrengt habe, seine Verpflichtun­gen zu erfüllen, gestatten solle, sick wieder zu erholen. Frankreich aber bleibt übelwollend. Es beeinflußte den Obersten Rat in Paris, daß dieser alle deutschen Wünsche betreffs der Grenzregelungen im Osten und der Befugnisse der internationalen Kommission rundweg ab- lehnte und sich wieder auf den berüchtigten Schein Shylocks berief. In der Behandlung und Maßregelung unserer deutschen Beamten in den besetzten Gebieten entfalten die Fran­zosen eine solche Herausforderung und ver­tragswidrige Willkür, daß die wahrlich nicht sehr tatkräftige deutsche Regierung sich ge- .w.igt sah, kurz vor dem Austausch der Ratijikationsurkunden, der nun end­lich am 10. Januar, also heute, be­stimmt stattfinden soll, eine scharfe Verwahrungsnote nach Paris zu richten, lieber die Haltung Amerikas ver­lautet noch nichts Entscheidendes. Der kranke Wilson hat, wie gestern gemeldet wurde, sich anscheinend noch einmal aufgerafft, um seinen.kerbundsgedanken unter Berücksich­tigung einiger Senatsvorbehalte zu rechtfer­tigen und zu empfehlen. Wie weit er in diesem Rückzugsgefecht noch gehen wird, welche- 'ungen sonst noch in Aussicht stehen, darüber könnte man höchstens Vermutungen anstellen. Ter oberste Rat in Paris, zu welchem «die Delegationen aus England und Italien be­reits eingetroffen sind, prüfte mittlerweile Die delikate Frage, ob zur Feier des Austausches der Ratifikationsurkunden auch Amerikaner geladen weroen sollen oder nicht. Es heißt in etner neuesten Meldung, beim feierlichen 2lu3tQU)d) Der Dokumente werde Amerika fehlen. Vielleicht handelt es sich bei dreien Erörterungen nur um müßiges Zeitungsgerede, ähnlich wie bei Den in der ausländischen Presse sich oft wieder­holenden Feststellungen, wann und wo der Prozeß gegen den früheren Kaiser geführt wer­ben solle. Es ist wohl besser, wenn die deutsche Presse von diesenNeuigkeiten" mög­lichst wenig Notiz nimmt . . .

Die Kaiserbriefe an den Zaren, die gegenwärtig die Runde durch die Oeffent- lichkeit machen, sind zwar sehr interessant und setzen manche Ereignisse der Vergangenheit in ein neues Licht, aber im großen und ganzen verraten sie doch nicht viel Neues. Sie bezeu­gen den schwankendenneuen Kurs", der un­ter Verhängnis war, und rufen tiefste Abnei­gung gegen die Art hervor, wie Wilhelm II. den ihm und seinem Dilettantismus weit überlegenen eisernen Kanzler schmähte und ab­schüttelte. Diese kaiserlichen Handschreiben sind Plauderbriefe, denen die Gedankentiefe eines Bismarck ganz und gar fehlten. Eines kann man dem Kaiser nicht abstreiten: Daß er für des Reiches Wohl und Förderung redlich ar­beiten wollte .Das deutsche Volk hätte nur die Kraft und Einsicht finoen können und sollen, gegen ein solches persönliches Regiment bei­zeiten entsch eben aufzustehen. Der Gedanke

ner machte Präsident Dr. Stapf f^mle gelegent­lich einer Besprechung davon Mitteilung, daß die Regierung die ursprüngliche Teuenrngszu'agcner- khömmg von 50 Prozent um nx-itax 100 Prozntt steigern nerbe. Die militärische Besetzung der Eisenbckhnbirektivn ist aufgehoben ivorden.

Infolge des Ei se n ba hne r stre iks in Siegen ist der Reiseverkehr über Gießen, Dil­lenburg, Siegen nach dem rheinisch-westfälischen ^nhuftriegebiet nahezu lahmtzelegt worden. Ter am Donnerstag nach Siegen abgelassene 0--Zug blieb in Dillenburg liegen.

Düsseldorf, 9. Januar. (Wolff.) Der S ch n e 11 z u g s v e r kehr Berlin Köln wirb bisher durch Umleitung der Züge durch bas besetzte Gebiet teilweise autrechterhalten, so daß noch Verbindung zwischen Berlin und Westdeutsch­land besteht. Jede Verbindung Düsseldorfs, wo der Eisenbahnverkehr völlig ruht, mit dem In­dustriegebiet war gestern unterbrochen. Die Lebens­mittelversorgung Düsseldorfs ist bei längerem An­halten des Streiks bckroht.

Essen, 9. Jan. (WB.) Der Streik der Eisenbahner bebnt sich weiter aus. Duis­burg nimmt keine Züge mehr an. Die O-Züge müssen in Spegeldorf umgclc'tet norden. In Oster­feld, Dipserdreh unb Kettung hat bet Streik be­

samte veranlagte Einkommen und alles, was aus .em Vermögen verbraucht oder zu Schenkungen unb sonßi^en unentgeltlich Bermvg.nsüdcrgalxn oder zur Anschaffung von Gegenständen entr.om* men ist, die für die Ergänzungssteuer nicht be-

Fordrrnngen des Reichsbundes deutscher Techniker.

Berlin, 7. Jan. (WTB.) Der Reichs bunb deutscher Techniker stellt als Hailpt- punkt in seiner vom 9. bis 11. Januar in Hmr- nover stattfindcnden Reichstagung den Antrag auf Schaffung eines technischer Reichsminrsteriums auf die Tagesordnung. Weiterhin wird g. fordert, daß der Lehrplan der deutschen Schule mit dem für unsere Volksbildung so notwendigen technischen Geiste durchsetzt trerbe.

Ter Streik im Versicherutta4gewerbe.

Berlin, 9. Jan. (WTB.) Der Arbeit­geberverband für die deutschen Ver­sicherungsunternehmungen teilt mit, daß er den heute verkündeten Schicksspruch als eine ungeheuerliche Rechtsbeugung betrachte intb sich ihm nicht unterwerfe. Nach der Verord­nung vom 23. Dezember 1918 beredjtigt den Schlichtnngsausschuß keine ges.tzlichie Bestimmmrg, Iben Abschluß eines neuen Tarifvertrags zu er­zwingen. Ferner hätten beim Schiedsspruch ent­gegen den gesetzlichen Bestirnncungen zwec Orgmrr- sativnsbeamte des Zentral Verbandes der Angestell­ten als Mitglieder des Schlichttmgsaus'chusses mit» gewirkt, obgleich sie wegen BFangenl^eit abgelehnt worden waren. Geradezu unerhört sei es, daß die Unternehmer gezwungen werden sollten, noch vor Wiederaufnahme der Arbeit in B.^Handlungen über den künftigen Tarifvertrag einzutreten, unb baß bereits Präventivstraf n für mögliche künftige Handlungen festgesetzt seien.

Au» ficffeit.

rm. Darmstadt, 9. Jan. Der Vorstand der Beamten- uno Lehrervereine in Hessen schreibt uns: Die Notlage der Beamten und Lehrerschaft, die auch in Hessen schon eine große Beunruhigung unter die Beamtenschaft ge­bracht hat, und je unerträglicher sie wird, um so mehr den wirtschaftlichen und sittlichen Verfall des ganzen Standes der Festbesoldeten nach sich ziehen muß, hat den Landesverband der hessischen Beamten- und Lehrer- vereine als die Vertretung der Interessen der Beamten veranlaßt, von der Regierung energische unb tatkräftige Hilfe zu verlangen. Schon unterm 20. November 1919 wurden in einer ausführlichen Eingabe Maßnahmen gegen die zunehmende Teuerung, unter dem 22. Dezember im Anschluß an die Forderung des Deutschen Heamtenbunbes eine 150prozeitige Erhöhung bet Teuerungs­zulagen geforbert. Am 24. Dezember ging eine Eingabe bezugnehmend auf eine vorn 16. Juli betreffenb bas Existenzminimum ab, bas unter den jetzigen Verhältnissen für einen ledigen Be­amten nicht unter 400, für Verheiratete nicht unter 500, für Versorgung eines Kindes nicht unter 100 Mk. monatlich berechnet werden kann. Am 27. Dezember wurde die Regierung darauf hingewiescn, daß eine 50prozentige Erhöhung (Vor­lage der Reichsregierung) auch von der hexischen Beamtenschaft als vollkommen unzureichend emp­funden werden wird. In Anbetracht der unver­schuldet trostlosen Notlage und der dringlichen Vorstellungen muß erwartet werden, daß bald hinreichende Hilfsmaßnahmen auch von der hessi­schen Regierung einsetzen.

unb der Teil bre Einkünfte ober des Vermögens, der dem aus-,w)ckentlrrhen Verbrauch zugeführt ist. Steuerpfliick)li.r ist der den Betrag non 1030 Mark übersteig.-n^e Teil des Einbvmmens, dernicht ver­braucht ist. Ter steuerfreie Tel erhöht sich für die erste zur HauslrckOmt bei Steuerpflichtigen zäh­lenden Perion um 503, für jede weitere Person um 300 Mark. Tie Ergänzungsstcuer be­trägt für vie ersten 10003 1 v. H., für die nächsten ang-firngenen ober vollen 20000 Mk. 2 v. H., für 30000 Mk. 3 v. H. und stqigt ertt- . r., sprechend bis für Beträge von 103000 Mk. ab einer konstitutionellen Monarchte kann mtt auf 10 v. H.

der Veröffentlichung der Kaiserbriefe nicht Als auferordentlichcr Verbraarch für die Be- entwertet werden. Wenn Der Kaiser im Rah- flcucrung gilt der Untersch.ck zwichen dem Ge­

men einer vernünftigen unb verantwortungs- l sarnwerbrauch und der Summe der Beträge, bk vollen Kanzlerpolitik den Zaren zu beein- °ls Aufwendungen zum ordentlicl-en Verbrauch flussen versucht hätte, wäre dagegen nichts ein- anzusehen sind. Ge'.amroerovauch unb: Das ge- zuwenden. Aber dieses eigentümliche Gottes- gnadentum tappte im Dunkeln und Un­sicheren. EineNarrenkomödie", wie der Vorwärts" es nannte, ist, dies darf wieder­holt werden, der Ausgang des Hohenzollern- schicksals nicht.

Die Männer, die j e tz t an der Spitze der Regierung sitzen, sind auch keine AusbünDe von staatspoli.ischer Weisheit. Das zeigt das gefährliche Aufflammen der Eisenbah­nerbewegung. Wenn der Reichspräsident Ebert etwas einseitig die Notwendigkeit be­tont hat, den Arbeitnehmern zur Föroerung der gesunkenen Arbeitslust weitgeheno ent- gegenzukommen, so muß man sagen, daß un­sere Regierung den Eisenbahnern gegenüber in dieser Beziehung nicht geraoe großes Ge­schick gezeigt hat. Es fehlt hier der Noske, der für seine Leute sorgt, aber dann auch entschie­den durchgreift. Die Regierung hätte in den Lohnfragen der Eisenbahner schneller han­deln müssen. Diese waren in Friedenszeiten allzu schlecht behandelt und entlohnt worden; der alte Stamm ist empfindlich und ungedul­dig geworden, während die neuen, jungen Ele­mente, die während des Krieges eingestellt wurden, vielfach verwöhnt, undiszipliniert und dem Einfluß politisch radikaler Treiber an-

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