Einzelbild herunterladen

die Str atzen durchzogen. Die unmittelbare drohung der Hauptstadt durch den Feind wurde durch die Bildung einer Bürgerwehr und die Einsetzung eines Militärgouverneurs mit außerordentlichen Vollmachten zur allge­meinen Kenntnis gebracht. Die beiden noch rn- takten Weichselbrücken wurden zur Spreng­ung vorbereitet. Aller Schiffsverkehr aus der Weichsel wurde bei Todesstrafe verboten. Nach denn Urteil polnischer Militärs galt Warschau schon seit Donnerstag schwer gefährdet, doch galt es als Ehrensache, es bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen. Infolge der trü­ben Lage an der Front bemächtigte sich im Lause des Donnerstags der Warschauer Be­völkerung eine Panikstimmung. Dre Banken wurden um t Uhr mittags geschlossen, die Börse um IIV2 llhr vorzeitig abgebrochen. Die Lebensmittelgeschäfte wurden gestürmt, die jüdischen Läden im Ghettoviertel wegen der Pogromstimmung mit Eisenstangen und Rolladen verschanzt. Die Regierung begann die Stadt zu verlassen, zuerst das Finanz­ministerium. Als Fluchtort galt Czensto- chau, möglicherweise Krakau oder Ka­li s ch , keinesfalls Posen. Bon einer einheitlichen polnischen Regierung kann somit nicht mehr die Rede sein. Ministerpräsident Witos befindet sich mit einem Stabe höherer Beamter in Lemberg, die übrigen Ministerien vermutlich in Czenstvchau. Der Stabschef, der gleichzeitig als Oberkommandierender gilt, und die militärischen Zentralbehörden bleiben in Warschau. Pilsudski sagt man in Ofsizierskreisen nach, er wolle lieber den Tod auf dem Schlachtfelde suchen, als Polens Elend überleben. Noch zerbrochener ist die in­nerpolitische Lage. Man rechnete in den letzten Tagen mehr und mehr mir der Wahrscheinlicht- keir, daß die Räterepublik in War­schau ausgerufen würde. Die bolschewikische Propaganda hat sich seit Wochen in den Vor­städten Warschaus eingenistet, ohne daß man ihrer habhaft werden konnte. Zu einer fortschreitend wachsenden Gefahr wurden die bewaffneten D e s e r t e u r e als Kern der mili­tärischen Demoralisation. Alle Züge waren bis auf die Dächer mit bewaffneten Fahnen­flüchtigen angefüllt. Auch von desertierten Offizieren wimmelt es in Warschau. Am Mitt­woch wurde gegen 300 fahnenflüch­tige Offiziere ein Kriegsgerichts­verfahren eingeleitet. Am gleichen Tage wurden 25 Mann wegen Fahnenflucht in der Zitadelle erschossen. Ein Flugblatt revo­lutionärer Soldaten.Soldatenrat Warschau" unterzeichnet, fordert das Proletariat auf, den russischen Brüdern im gemeinsamen Kampf gegen die Bürger die Hand zu reichen.

Ein Uebergriff desinteralliierten UeberwachungSauSfchusscs".

Berlin, 7. Ang. (Wolff.) Zu der seitens des interalliierten Uoberwachnngsausschnsses üot* genommenen Durchsuchung iwsl Haus-s des Juwe­liers Werner in Dahlem nach angeblich turt versteckten Waffen, erfahren wir von zuständiger Seite folgendes:

Das Auswärtige Amt legte wegen des eiwälmten Zolles sowie wegen des Versuchs einer ähnlichen Durchsackung in .Königsberg Unter Dar­legung fernes Rechtsstandpunktes umgehend bei dem Vorsitzenden der interalliierten Ueberwachungsaus- fcfw'ire Verwahrung ein. Nach beit einschlä­gigen klaren Bestimmungen des« Friedensvertrages, an denen durch die Abmachungen in Spaa nichts geändert wurde, ist die Verpflichtung der Aus­lieferung der in Deutschland über die zugelassene Menge hinaus vorhandeneit Waffen <m die Alliier­ten zwecks Zerstörung oder Unbrauchbarmachung von der deutschen Regierung zu erfüllen und von ihr gegenüber ihren eigenen Staatsangehörigen nötigenfalls urii Zwangsmitteln duvchguführen. Tic Aiiffabe der UUerchltiertmUeberwachungsausschüsse besteht lediglich darin, die regelrechte Durchführung, Auslieferung mw Zerstörung der Waffen zu über» wachen, ivic sie durch den Fru-densvertrag zu Lüsten der deutschen ))b?gierung vorgesehen sind. Die lieber» ivachungsausschäise sind somit nicht berechtigt, in Fällen, ivo Reickrsangehörigc es unterlassen, ihren diesbezüglichen Verpflichtungen gegen die deutsche Regierung nackMlkommen, unmittelbar grgen solckre ReickiLingchörige varzng'.'hm. In solck-en Fällen, in denen die Möglicher der interalliierten lieber» wackmngsausschüfse auf Gründ besonderer Nach- riditen, ui- sie etwa erhalten, eine Durchsuchung der Privalwohnungebm scher 'Rttchsangohö reger für erforderlich leiten, bleibt es ihnen unbenommen, sich mit entwcoclumden Anträgen an die zuständigen deutschen Behörden M w-mden, deren Zahl übrigens durch das in allernächster Zeit in Kraft tretende Gesetz znr Entwaffnung der Bevölkerung bekanntlich um den mit weites!,gehenden Befugnissen ausge- rüpeten ReichsÄmmissar für die Eittwaffuung und seine Organe noch erheblich vermehrt iöeroen wird.

Eine neue deutsche WarnuugSnote.

Paris, 8. Aug. (WTB.) Wie Havas mit- talt, hat der Vorsitzende 'dar d-riR scheu 'Früedens- delegation, Minlstarialdirektvr G ö p f e r t, im Mi- nisterium des Aeußern heut- vormittag eine N 0 t e überreicht, um die Aufmerksamkeit der Alliiertet aus 'Die Unruhe zu lenken, die unter der Bevölk?-, rung 'Dort Ostpreußen die von den interalliierten Behörden durchgeführte Zerstörung von Waffen imo Munition hervorgerufen hat.

Rcichswehrministcr Getzler in Ostpreußen.

Königsberg, 7. Aug. (Wolfs.) Reichs- wehrrmnillrr Getzler befafotigte cm Donnerstag und Freitag die Reichsw^lwtruppen in Barten stein, Rastenburg, Goldap und Gumbinneit anb unter­richtete sich dabei über die Lage, Wünsche und täc Verpflegung der Truppen, die auf den Minister durchweg einen vortrefflichen Eindruck machten. Am Freitag abend und am Samstag 'hielten dcr tam Freitag ein getroffene ReichSininisttr des Innern Koch und Reichswährminister Getzler anläßlich des Aus nähme Mstondes Verhanolungcn über die innerpolitische Lage Ostpr^mtzeus ab. Bor einem größeren Teile der aus- allen Kreiselt der Bevöl- ferung, namentlich der führenden Persönlichkeiten des politisck-en und ivirtschrfllichen Lebens äusc fen fid« rm Samstag die l>eiden Miitister sowi? Oberpuäsident Tr. Sie'hr übech-ie grundlegende Be­deutung und die unb&tiigbe Mtwendtgte. > Cer inneren Geschlchsertheit der Provinz, deren conerne-.

Förderung sich die Reichsregierung stets bewwers angelegen sein lassen 'irerix. Tie Aufrochüm ralrmlg, der von der ReichSoegierung verkünDeten.NeutraU- tät, die auch die Notwendigkfft des Äbusnayn«^ zusiandes für Ostpreußen i-erbcigefuhrt habe, Jet eitie Lebcnsiro.gc für die Provinz. Besonders wurde beruorgeljoben, daß alle Arbeit, die auf dem Ge­biete des .Selbstschutzes der Provinz -mtter Be­teiligung aller mir dem Boden her Berfassimg stehenden Teile der Bevölkerung zu leisten sein würde, nur unter der Aussicht des Oberprästdenten erfolgen könne. ,Tie Rückreise der Mmtster nach Berlin findet 'beute abend statt.

Deutsche Auswanderer nach Rußland.

Moskau, 7. Aug. (Wolff.). Ter VoMom- missar für auÄvä-Nige Angelegenheiten der L?owic1- republik, T sch 1 t sche r in, gibt stilgsiches bekannt: Auf Grund einer Mitteilung des russischen Ber- ireters, Kopp, l'eUiglich ter in Berliner Tages­zeitungen durch unperanyvortliche Personen äus- gestreuten Nachrichten, daß Tausende von deutschen Auswanderern in der nächsten Zeit nach Ruß­land a b r e i sen tonnen, wird hiettxurch bekannt- gegeben, daß Transporte nrit AnÄvanderern, ebenso wie einzelne Personen, die -ohne die vorherige Er­laubnis der russischen Sowjettegwrung und, ohne die erforderlichen Paßso-rmationen bei der russischen Vertretung erfüllt zu 'haben, die Abfahrt rnis Tcutsckiland unternslfmen, bedingungslos von der russischen Grenze z u r ü ck g e s ch i ck t werden müs­sen. Ter am 1. .August von Ste11inf abgegangene Transport ist von den russischen Behörden über» ivommrn icorben nur unter Berücksichtigung der äußerst schwierigen Lage der angeäomnieren Aus­wanderer, die in Unkenntnis der Einveisebedingun- gen sich zur Fährt verleiten ließen, die jedoch hinter den gegebenen Umständen mit Weiteren Schwierig­keiten zu rechnen 'haben tverden.

Aris Vern Reiche.

Der Befchl zur Verminderung des Heeres.

Für die Verminderung des Hee­res ist jetzt der Befehl des Reichs­weh r m i isi st e r i u m s ergangen. In jedem Wehrkreise wird die Division gleicher Num­mer gebildet. Im 3. Wehrkreise werden außer den zwei reitenden Abteilungen als 4. und 5. Abteilung des Artillerieregiments 3, im 5. eine reitende Batterie als 11. Batterie des Artillerieregiments 5, im 6. der Stab einer reitenden Abteilung und zwei reitende Bat­terien als 4. Abteilung und 11. und 12. Bat­terie des Artillerieregiments 6 gebildet. Die schweren Geschütze sind bis zum 10. August an die Reichstreuhandelsgesellschaft abzu­geben. Aus den außerdem bts zum 31. De­zember zugebilligten 50000 Mann bleiben im Wehrkreise 3 die 5. und 8. Reichswehr-Bri­gade, im 4. die 4. Reichswehr-Brigade be­stehen. Sanitätsabteilungen werden bei der 5., 8. und 4. Reichswehr-Brigade nicht ge­bildet. Es werden so mir 28308 Mann in Anspruch genommen. Aus den verbleibenden 19 692 Köpfen können noch eine Reihe von Formationen gebildet Inerben, lieber bie Wahrung der landsmannschaftlichen Zusam­menhänge soll besonders bestimmt werden. Die Umbildung des Heeres ist in den nächsten Wochen vorzubereiten, so baß sie im Laufe des Septembers durchzuführen und mit dem 30. September 1920 vollendet ist. Sie soll die Bereitschaft und Schlagfertigkeit des Heeres bei der Durchführung so wenig wie möglick herabsetzen. Die Lehrörigabe Döberitz wird zum 15. August aufgelöst.

Aufdeckung eines PferdetzchmuggelS an der dänischen Grenze.

Berlin, 7. Aug. (WTB.) Den Beamten des Reichs beauftragten für die Ueberwachung der Em- und Ausfuhr an der dänischen Grenze war bereits seit einiger Zeit aufgefallen, daß inständig zunehmendem Umfange dänische Pferde ohne Einfuhrbewilligung nach Deutschland einge­schmuggelt tourben. Trotz aller Bemühungen gelang es zunächst nicht, derartige Pferdetrans- borte zu fassen, weil die beteiligten Schieber mit außerordentlicher Vorsicht imd Geschicklichkeit zu Werke gingen. Als kürzlich ein Kontrolleur des Reichsbecmftragten durch ein ihm gemachtes un­lauteres Angebot von einem neuen Schmuggel Kenntnis erhielt, sah er sich veranlaßt, scheinbar aus bas Angebot emzugchen, um endlich diesem Treiben ein Enbe zu machen. Er teilte sein Vor­haben bent zuständigen Landrat mit mid traf die erforderlichen Maßnahmen. Es gelang ihm, die Beschlagnahme eines größeren Transportes mit insgesamt 109 Pferden herbeizuführen. Wenn auch bedauerlicherweise für den Kontrolleur des Reichsbeauftragten dieses verdienstvolle Eingreifen unangenehme Folgen hatte, da er auf der Zoll- ftetion in Tondern auf Veranlassung der betroffe­nen Schieber verhaftet und erst nach eingehender Vernehmung durch die dänischen Richter frei- gelassen wurde, so ist doch durch sein tatkräftiges Erngveifern bat Schiebern ein fühlbarer Denk­zettel erteilt worden, der seine abschreckende Wir­kung hoffentlich nicht verfehlt.

Hu$ dem besetzten Gehret.

Proteststreik gegen französische Uebergriffe.

sd. Frankfurt a. M., 8. Aug: Das Per­sonal der Biebrich-Wiesbadener Stra­ßenbahn ist in den Streik getreten, der sich nach einer öffentlichen Erklärung der Aus­ständigen gegen das ungehörige Ver- haltenfranzösischerZivil-undMili- tärpersonen auf der Straßenbahn gegenüber dem Personal richtet. Durch das Verhalten der französischen Fahrgäste kommt es fortgesetzt zu Zusammenstößen mit dem Personal und zu schwe­ren, Bestrafungen der Schaffner, von denen sogar verschiedene in Haft genommen worden sind. Ihre Freilassung bezweckt der Ausstand ebenfalls. Bec- haftimgen wurden, wie behauptet wird, u. a deswegen vorgenvmmen, weil ein Schaffner bei einem plötzlichen Ruck des Wagens gegen einen französischen Offizier getaumelt war.

Französische Justiz.

fd. Höchst a.M., 8. Aug. Ein hiesiger Gastwirt, der dem Verbot zuwider an Truppen der Besatzungsarmee Alkohol verkauft hatte, wurde vom Militärpolttei- gericht in Wiesbaden zu einem JahrGe- s ä n g n i s und 3000 Mark Geldstrafe ver­urteilt.

Aus HeFen»

Die Druschprämie.

rm. Darmstadt, 8. August. Einen dringlichen Antrag betr. die Drujch- prämien hat der Abg. Dorsch der Volts- Kammer zugehen lassen, in welchem er bean­tragt, das hessische Staatsministerium möge beim Reichsernährungsministecium dahin wirken, daß die Fristen, die zur Gewährung der Frühdruschprämien vorgesehen luw, brs zum 1. Januar verlängert werden, damit einesteils die kleinen Landwirte, anderntetT, die spät erntenden Gebiete, wie ber Vogels­berg und der Odenwald, auch in den Genuß der Druschprämie kommen können.

Zum Schutze des Landtags hat die Regierung des Volksstaates Helsen rm Einvernehmen mit dem Präsidenten des yeffi- schen Landtags gegen revolutionäre Angriffe einen genau befriedeten Bannkreis desLand- lagsgebäubes in ber Rheinstraße festgelegt. Innerhalb dieses Bannkreises dürfen nach reichsgesetzlicher Vorschrift Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge ohne Er­laubnis des Landtagspräsidenten nicht statt- finden. Den, der an hiernach verbotenen Ver­sammlungen ober Umzügen teilmmmt, treffen bie Strafen bes Auflaufs unb des Landfriebensbruchs. Wer zur. Veranstaltung solcher Versammlungen ober Umzüge auffor- bert, wirb mit Gefängnis bestraft. Wer vor­sätzlich Anorbnungen übertritt, bie ber Prä- sibent bes Lanbtagsgebäudes über bas Verhal­ten in dem Gebäude erläßt, wird mit.Gefäng­nis bestraft.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. August 1920.

Beranstaltungen.

Montag, 9. Juli: Hotel Einhorn, 8V2Uhr, Gastspiel Buchwaw. Lichtspieltheater wie gestern.

** Amtliche Perjonalnachrichten. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzenbe Schulstelle zu Stumpertcnrvd, Kreis Schotten. Mit der Stelle ist Orgamsdenbienst verbunden.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Tas nächste Sommergastspiel sieht eine Wieder­holung des mit so großem Beifall aufgawmmeuen SchwankesZwangsein q uartier ung" vor. vor. Am gleichen Tage, nämlich Dienstag, den 17. August, kommt auch für bie Kinderwelt eine Neueinstud-ierung des Kindermärcl?ensHänsel und Gretel" um 3Vs Uhr nachmittags bei klei­nen Preisen zur Aufführung.

** Ober hessischer Kunstverein. Nachbem die Ausstellung ^hessischer Mnstler ge­schlossen ist, soll in nächster Zeit noch eine Au s- stellung.graphischer Werte ^»lgrn. Für die Eröfffiungs-Ausslelliung iml Herbst tif.gcn bereits zahlreiche Anmeldungen bekannter Künstler vor, so auch der Münchener Ahuavellisten mit einer Son- bevausstelllmg.

** Gestohlen wuroe am letzten Freitag in einer außerhalb der Stadt gelegenen Wirtschaft ein fekrgrüner Gummimantel, der unter dem Aushän­ger die FirmaSweby London" trägt. Bor Ankauf wind gewarnt.

**Der Gattenmörde.r Rein begna­digt. Der Ofsizierstellvertreter Rem, der seine Frau bei Büdingen ermordet und die Tat unum­wunden zugestcmdcn hatte, wurde bekanntlich durch Urteil des Schwurgerichts Gießen zum Tode ver­urteilt. Nachdem ine Revision verworfen war, hatte der Verteidiger ein Gnadengesich) emgercicht. Das Gericht, die Staatsanwaltschaft hatte sich gegen bie Begnadigung ausgesprochen. Das Gefamt- mini'stecium hat nunmehr laut Beschluß vom 23. Juli dem Gesuch stattgegeben Und den Verur- ieAcn zu le benslänglechem Zuchthaus begn abigt.

** Oeffentliche Bücherhalle. Im Juli wurden 1999 Bande ausgegeben. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1298, Zeit­schriften 66, Jugendschristen 184.Literaturgeschichte 10, Gedicbte unb Dramen 50, Länder- unb Völker­kunde 24, Kulturgeschichte 28, Geschichte und Bio­graphien 100, Kimstgeschichbe 24, Naturwissenschaft und Technologie 91, Haus- und Landwirtschaft 18, GesundheitSlckhre 15, Religion und Philosophie 40, Staatswissensch-fft 17, Sprachwissensclxaft 17, Fremdsprachliches 17 Bände. Nach auswärts kamen 18 Bände.

** Bei ber stabt. Obst- und Ge­müse st elle, Marktlauben, ist heute wieder ein Waggon Weißkraut, Karotten unb Awie- beln eingetrvffen. Ebenso trifft täglich frisches Obst ein, wie Aepfel, Birnen, Mira­bellen unb Fallobst. Verkauf täglich bis nach­mittags 5 Uhr.

** Sämtliche Getreibe-Selbst- versor ger ber Gemeinbe Gießen werben aufgeforbert, sich am 9. unb 10. August auf bem Stabt. Lebensmittelamt, Zimmer 8, währenb ber Dienststunben anzumelben.

** Stäbtischer Schuhverkauf. Tie Anmcldeftift für bie sogenanntenBolVwMstiefel" läuft morgen ab.

** Die Gießener freiw. Fcu erwehr, die während der Kricgsjckhre ihr 60jährigos G r ü n- bungsja'hr nicht feiern konnte, beabsichtigt in diesem Jahre das 65jährige Jublläum in größerem Rahmen zu begehen. Von einer größeren Feier soll abgesehen werden. Doch linrb an einem der nächsten Sonntage eine große Uebung mit sämtliche 1 Lösch­geräten stattfin0'2N. Dieser Uebimg gdht eine Fami­lienfeier für die Feuierwe'hrleute voraus. Für das nächste Ja'hr ist aber aus Anlaß des O b e rhe s s i- schen Feuerwehrtages eine größere Veran­staltung, verbunden mit einer Ausstellung von Feuer wchrgeräten und sonstigen neuzeitlichen Feuerwe'hrausrüstungen geplant.

Kreis Büdingen.

fd. Hirzenhain, 8. Aug. Durch De­monstrationen unb Drohungen er­zwangen bie Arbeiter der hiesigen Bude- r u s s ch e n Werke von dec Direktion Lohn- zugeständnisse unb bie Wiedereinführmrg ber vollen Arbeitszeit Wegen Mangel an Auf­trägen sollte vom 1. August ab nur an vier Tqgen ber Woche gearbeitet toerbeiu

Kreis Friedberg.

** Bad-Nau heim, 9. Aug. In Bad- Nauheim findet am 27. August und folgendm Tagen ein großes allgemeines Lawntennis- Turnier statt. Wertvolle Preise werden auch dieses Jahr wieder zur Verfügung stehen,.

xkl. Nieder-Mörlen, 7. Aug. Ein 12= jähriger Junge von hici' warf gestern Nachmittag einen Trahi auf die Starkstromleitung der Ueberlandaul'age in der Nähe des Ortes und wurde dabei auf ber Stelle von dem Starkstwm getötet.

Starkenburg und Rheinhessen.

dz. Darmstadt, 9. Aug. Die Verwaltungs- Abteilung der Hess. Lau des-Gemüsestelle wird mit Wirkung vom 10. August aufgelöst Ihr Vorsitzender ist mit der Abwicklung ber noch laufenden Geschäfte beauftragt.

Hessen-9tassan.

fd. Frankfurt a. M-, 8. Aug. Nach einer Mitteilung des Oberarztes Dr. Samson am Stäbtischen' Krankenhause tritt in letzter Zeit eine vorher n0 ch nicht b.e 0 b achte te Krankheit, Knochenerweichung, bei jungen Leuten von 2022 Jahren auf. Sie trifft hauptsächlich junge Leute mit zurück­gebliebenen körperlichen Anlagen, ist äußerst schmerzhaft unb erfaßt bei Jünglingen bie Rippen, bei Mädchen bie Beckenknochen. Lebertrankuren unb reichliche Nahrung sind die Heilmittel.

fd. Oberursel, 8. Aug. Die Arbeiter der Oberurseler Motorenfabrik verlangten von der Direktion eine Lohn­erhöhung zur Deckung des zehnprozenttgeu Steuerabzugs unb traten, als ihnen diese Forderung nicht sofort bewilligt wurde, am letzten Dienstag in Streik. Als der Ausstand auch nicht zum Ziele führte, Aog Donnerstag mittag die gesamte Arbeiterschaft vor die Direktton und erzwang für bie Akkord- arbeiter eine Lohnerhöhung von 10 Prozent unb für bie Lohnarbeiter eine solche von 15 Prozent. Anßerbem erwirkte sie bie Aus­zahlung einer entsprechenben Ausgleichs­summe für bie burch bie verkürzte Arbeits­zeit entstandenen Ausfälle.

Die vewirtschaflnng der Lebenrmittel.

X Hanau, 8. Aug. In einer Pr eis- abbaubefvrechung,bie unter bem Vor­sitze bes Lanorats Dr. Voigt stattsanb, er­klärten sich bie Landwirte für eine Senkung bes Preises für bie Herbstkartoffeln auf 20 Mark für ben Zentner. Diese Er­mäßigung soll auch auf die schon abgeschlosse­nen Kartossellieserungsverträge ausgedehnt werden.

Spotrt.

** F u ß b a l l s p 0 r t. Anr Sonntag spielte bie 3. Mannschaft bes Vereins f. Rasenspiele 19(X gegen 2. Mannschaft des Fußballklub Wallau. Da Spiel endete mit 5:3 Toren zu Gunsten Gießens Anschließend spielte die 2. Mannschaft des V. r. R. gegen bie 1. Mannschaft von Wallau. Auch hier war die Gießener Mannschaft mit 1:0 Toren siegreich.

Gerichtssaal.

ga. Grünberg, 7. Aug. SCm vergangenen Mittwoch 'batten sich vor dem hiesigen Schöffm- gettcht 6 Milchfälscheriunen und 1 Milch falscher aus verschiedenen umliegenden Dörfern zu verantworten, denen je nach ber Schwere ihrer Ver­gehen bedeutende Strafen zuerkannt wurden. L>ie betrugen außer ben Kosten der Verfahren 600 Mk., 500 Mk., in drei Fällen 400 Mk., 100 !Mk. und 50 Mk. Tas Geriäst 'wies in ben Uttellsbegrün- dungen auf die Gemeinheit der Gesinnung hin, die der Handlungsweise der Verurtellten zugrunde liege.

Hochschnlnachrichten.

Hk. Frankfurt a. M., 7. Aug. Wie ttür erführen, hat Pvof. Dr. jur. Franz Beyerle in Basel einen Ruf an die Universttät Fran kfurt a. M. >als Nachfolger von Prof H. Planitz auf den Lehrstuhl für deutsche Nechtsgeschickste, deutsches Privatrecht, deutsches bürgerliches stiecht unb Han­delsrecht erhalten. Wie wir 'hören, ist das Ordi­nariat der Geographie an der Frank­furter Universität (anstelle von Professor N. 'Krebs) oem Würzburger Geogratchieprv- fessor T r. Karl Tlieodor S a p p e r angeboten wor­den. Der bekannte Geographie- und Forschnngs- reisende ist ein geborener Bayer (geb. 1866 zu Wittislingen bei Tillingen).

vermidchtes.

* Dortmund, 8. Aug. (Wolfs.) Heute vormittag riß auf ber ZecheKaiserstuhl" in Schacht 2 ern Förb ers eil unb ber För- berkorb stürzte 350 Mitev in bie Ttese. Fünfunbzwanzig Bergleute sind to t.

* Rom, 8. Aug. (WTB.) Stefani. Der,Er» preßzugWien Udine Triest ist inder Nähe der Station Rcana del Rojale entgleist. Die Wagen stürzten fast sämllich um. Es gab fünf Tote unb zahlreiche Verletzte. Lokomotiv­führer imb Heizer des Zuges befinben sich unter den Schwerverletzten.

.... Äjwnmm» "

hessische Volkskammer.

Darmstadt, 7. Aug.

Die heutige Beratung nnrb kurz nach 10 Uhr durch Präsident Adelung eröffnet. Zunächst be­richtet Abg. Eiigelmaim über eine Negiecungsvor- lage, betr. den Bauarbeiterschutz, die ohne Aus­sprache Annahme findet. Dann wird die Regre- rungsvorlage, betr. die Dienstverhältnisse ter Schreibgehilfen, nach Bericht durch Abg. Dr. Büch­ner angenommen. Es folgt dann die Beratung der Regierungsvorlage, betr. Entwurf eines Ge­setzes zur

AusMrung des Landfteuergesetzes und oes Gemeindeumlagengesetzes.

Abg. Reiber (Deni.) bedauert als Benchter- statter, daß es mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit nicht möglich mar, einen schriftlichen Bericht zu erstatten Im Ausschuß haben sich von vorn­herein grundsätzliche Bedenken gegen das Gesetz