Fortsetzung 18.
flkühdruck verboten.)
tourte.
<rud> ir
it.
> nx
fo w
fce ^oOiri in dv^r Mgebrgachett teöu: Schrttte reichlich gute Gründe hat
Berlin, bild. Sei Be drivatMldung^ nmg bti Mark Den Kurien er ienkn, nament, intim Eindruck
Frankfurt a. M., 8. April. yn bett Verkaufs stellen für städtisches Gemüse gab es tn beit letzten Tagen vor Ostern Spinat, da? Pfund für eine Mark. „Tas ist endlich einmal etwas Billiges", sagten die Hausfrauen mit einem Seufzer der Erleichterung, »nenn sie das Wort „billig" auch nicht ganz so ernsthaft betonten. Aber in den Läden und Markthallenständen der Gärtner und Händler kostete Spinat bislier 2,50—3,00 Mk.! Es ist nun bemerkenswert, daß kurz auf den Preisabschlag in den städtischen Genrüseverkaufsstellen, auch die anderen Gemüseläden und Stände mit ihren enormen Spinatpreisen herunter gingen. Das ist also ein Zeichen, daß man heute nicht nur mit guten Leiwen und Ratschlägen „vorangehen" soll, sondern mit — Taten!
mc. Frankfurt a. M-, 7. April. Die Bürger m e i ster w a h 1 soll nach Mitteilungen des Vorstandes der Stadtverordnetenfraktion nunmehr in der letzten Hälfte des Monats Aprll stattfinden. Wie wir hören, hat sich die MehrheÜssozialdemo- kratie erneut auf ihren Kandidaten, UnterftaatS- sekretär Gräf, festgelegt.
Das Verzeichnis, das Sie darüber ausgestellt haben, ist sehr gut, erklärte der Wachtmeister, denn ich habe es gesehen. Das war -nne sehr geseftnte Vorsichtsmaßregel, denn, weiß Gott, vielleicht läßt die Dame schon morgen ihre Sachen Holm. Ich würde mich gar nicht darüber wundern — wenn Ihre Auffassung richtig ist. Ich sehe nicht ein, was wir dabei tun könnten. Es ist uns nur Atel- dung erstattet worden, aber niemand lyit sich in aller Form beklagt, noch um Nachforschungen gebeten. Die Dame hat viell.'icht, wenn sie nnrtlich ein wenig verstört ist, die gonjc Gffchrchte aus lauter Uebermut ausgehectt. Es wär; nicht der erste Fall dieser Art, der mir in mnnec Praxis vorläme. Terher müssen wir sehr borjctttg zu
Habe M 33)
HitäBjdi
3917
Die Gräfin.
Roman von G. W. A p p l e t o n.
Wie formt
Sport»
— Der diesjährige Frühjahrs- Waldlauf des Bezirks Oberhessen im Westdeutschen Spielverband findet am 14. April 1920, vormittags 10 Uhr, unter Leitung des Sportvereins „Merkur" in Gießen statt. Start inth Ziel ist Schützen Haus. Es haben dazu Vereine aus Marburg, Dillenburg, Wetzlar und Gießen ihre besten Läufer gemeldet und es werden wohl schöne Resultate zu erwarten sein. Der Lauf ist in drei Gruppen erngeteitt: Schüler, Jugend und Senioren.
Werke gehen. Mimms sagt, die Törn: schulde ihm keinen Reifet, und wie gesagt, ist es gut möglich, daß sie ihr« Sachen in den nächsten Dag.'n abholen läßt Ich habe ihn angewiesen, alles mit Einschluß Ihres Inventars an einem sicheren Orte aufzubewahrer-.. Mehr fonn ich nickt tun Bevor jemand eine Klage einbringt, mit B'wmen, rab ein «erbrechen tatsächlich begangen ,vo^m ober daß wenigstens starker Verdicht oorchanden
ch mir, daß
tun. Ich dachte, ich wolle rasch bet Ihnen vorsprechen, Derr Doktor, und Ihnen das mitteil'n, denn die Geschichte hat Ihnen g.'wiß eine Men^e Unannehmlichkeiten und Arbeit bevntet.
Ja, gewiß, erwiderte ich, mit ent?m dankbaren Gefühl der Erleichterung. Und Jhnm bin ich sehr verpflichtet, Derr Wachtmeister. Dar, rch Ihnen nicht ein Gläschen „Buchanan" anbieten, bevor Sie gehen?
Könnte nichts schaden, Sxrr Tvktor, einen Fingerhut voll, sagte er schmunzelnd.
Fünf Minuten später war ich wieder allein.
Beim Abendessen w.r mir's verhältnismäßig leichter ums Herz, als bei den vorherget)enixm Mahlzeiten an diesem Tage, denn, wie ich bereits gesagt habe, eine polizeiliche Untersuchung ist eine Sache, der sich die meisten Leut:, wenn irgend möglich am liebsten entziehen. U'.berdres fühlte ich instinktiv, d,ß eine solch Untersuchung für den Augenblick nicht sehr angebracht war. Jenes kl'ine versiegelte Paket bü meinem Bankier bildete den Schlü.sel zu dem Geheimnis, wenn man >'s noch länger als Gel-eimnis bezeichne konnte. Außer allem Zweifel befand sich die Grä.in, wrnn ste
ÄS l BQchrah, 69inn, Sn M« fische
5 v
bz. Butzbach, 7. April. Vor einigen Tagen (teilte der Wünschelrutengänger Steinemamt von Bad Dornburg hier, um tm Auftrag verschiedener Industriell'^ und der Gemeinde Butzbach das Gelände nach Wasservorfommen zu erforschen. Die Bohrungen an den angagdkntm Stellen wurden sofort in Angrift genommen und zeigten bis jetzt geradezu glän-mde Resultate. An einer Stelle, wo Courn Wasser zu vermuten war, das für 120 Llubikmeter im Tage nad) den bisherigen Feststellungen zu liefern vermag, erschossen, und an einer anderen Stelle dürfte die Ergtebtg- teit noch viel größer fein. Früher: Bohrungen in der Pähe dieser beiden Stellen, die ohne du: Angaben des Röajor Heinemann gemacht wurden, hatten überhaupt keinen Erfolg, trotzdem di' eine bis auf eine Tiefe von ungefähr 120 Meter ging. Tas jetzt erbohrte, äuk<erst reichhalttge Borkom- men liegt nicht sehr weit von dieser Stelle, dabei aber nur etwa 23 Meter tief. Interessant ist, bJB Major Heinemann auch die ungefähre Ti:fe der Wasser führenden Schicht angibt und hat dies bet dem einen Bohrloch genau und bet d'M zweiten nur mit geringer Wweichung zugetroffen. Wi: weit die Stadt Butzbach die Feststellung'n benutzen wird, läßt sich jetzt noch nicht bestimmen, da vorher noch weitere vorliegend: Projekte geprüft werden müssen auch Butzbach mit wenigen 100 Kubikmetern Wasser nicht genug hat. Die bnden Industrien sind aber auf alle Fälle für immer von allen Wassersvrgen befreit. ,
sw. Friedberg, 8. April. 50 Kisten Speck sind den Verwaltungsbehörden als amerikanisch Liebesgaben überwiesen worden.
* Aus der Wetterau, 8. April. . Die Wintersaaten zeigen einen vorzüglichen Stano, ebenso der Klee, der durch den Winter gar nicht gelitten hat und schon gatt gewachsen ist. We- ftiger gut gerät indessen der Winterraps. Apfel - und Birnbäume scheinen wieder ®rträge, wenn auch nicht so viel wie im Vorjahre, zu bringen. In der Blüte steht gegenwärtig das Steinobst, welches durch das kalte Wetter und den Regen der letzten Tage im Blühen stark beeinträchtigt wurde.
Die tage im Ruhrgebiet.
Berlin, 9. April. Der „Voss. Ztg." atfbfae sind nn Ruhrgebiet bereits Abgesandte der Entente eingetroffen, um die Räumung der neutralen Zone zu überwachen. Wie das Blatt weiter hört, haben die B ü r g e r m e i st e r d e r g r ö h er e n Städte, mit Essen an der Spitze, beschlossen, eine Abordnung nach Paris zu entsenden, ntm dort die trostlose Lage zu schildern, die eintreten würde, wenn das Ruhrgebiet geräumt wüwe, ehe eine ausreichende Sicherheitswehr organisiert sei.
Berlin, 9. Aprll. Der „Lokalanz." meldet wls Duisburg: Durch die im Industriegebiet gebildeten Standgerichte tourben bisher zehn Rotgardisten, die sick an den Kämpfen gegen die Regierungstruvpen nach Ablauf der in Münster beschlossenen Amnestie beteiligten, jum Tobe verurteilt. Es wurden jedoch mir zwei Todesurteile vollstreckt, da ein Telegramm der Regierung eüttras, weitere Todesurteile nicht zu vollstrecken — Das grrße Militärlager in Fnedrichs- jeld ist von den Rotgardisten völlig ausgeplündert und zerstört worden.
Mimms auf. Sein breites, ehrliches Gesicht strahlte vor Befriedigung.
Ich dachte, es wäre gut, noch einmal vvrzv sprechen, Herr Doktor, sagte er; und Jhnm m t* zuteilen, was vor gefallen ist, fett wtr uns zun letztenmal gesehen habm.
Ich sagte mir, es set ganz uratötig, meint: Unterredung mit dem Wachtmeister Davis zu wähnen, und so bezeigte ich sofort das grätete Interesse für seine Mitteilungen.
Gewiß,, Derr Mimms, sagte ich. Ich Alt für selbstverständlich, daß. Sie kommen wücvete Ich habe Sie sogar schon früher erwartet. brauche ich wohl kaum zu sagen, tute es eine l-te unangenehme Geschickte für mich ist — m b'rul" licher Hinsickst, verstehen Sie. Ich g^. 1° »u, dm Sie ganz recht hatten, aus die Pcützei zu Aber ich hoffe lebest, daß ich nicht in dw gelcgcnheit verwickelt werde.
Das werden Sie nich, Derr Doktor. Dartel gebe ich Ihnen mein Wart, als ehrliche Arbeit-* mann. Rein, sicher nich. Ich hab's d:n Leutecr auf der Station auch klipp und klar gesagt. T§- Tokwr Perigord, sag' ich, darf nich in die Geschichte hmeinsezogen werden.
(Fortsetzung folgt.)
««"st
Prost
Mr SÄ nMIltat
V W?- “ TrNindMw sS t-ntg eine pV ^©runimB«’ gugffbem tob -es Elsers''N
Thwchlg UogtumN; Mund straft ei bat erften N Mitarbeit am M Lal- Lciler l Sftöen N-chtsc kadienft emuti
t
*Amerik ■ Sn einer WJete bas Altöl . |jare. hierzu n \ Mrieten: Du ,Ii alles, was über > ji^sqesetzesvon ^rd, vollkomim ; Michtigen, das kituosen unb so «dizinen" auf rommen hat, n Mensch sich nid alkoholfreie Leb dem ist der Bei Mitteln, wie A gerobou beang ber einen Seite mfocimrngene ©enuBmittdn durch den Lvn vollen hünbv
Der Betchstoi5ler über Beforgnifie wegen einer Nebenregierung.
Berlin, 9. April. (WTB.) Ern RedaLtirms- Mitglied der „Germania" hatte gestern eine Unterredung mit dem Reichskanzler. Tas Rcdakti-onsmitÄted brachte dem Kanzler zum Ausdruck, daß mnephaD der Koalitivnspcrrte«n, im besonderen beim Zentrum, nicht geringe Sorge bestände über die am Mittwoch geführten Verhandlungen zwisckzen der Reichsregierung und den Gewerkschaften, die sich mit den Vorgängen tm Industriegebiet beschäftigten. Ter Reichskanzler äußerte, daß chm diese aufgetäuchte Beiorgnis nicht entgangen sei, daß aber ein Grund für sie nicht vorliege. Tie Besprechungen hätten in erster Linie informatorischen Charakter,gehabt. Es sei v ö l l t g falsch, anzunehmen, daß die Reichsregte- r u n g a u f den Vortrag der Gewerkschaften hin Entschlüsse gefaßt oder Konzessionen gemacht habe. Es verstehe sich von st'lbst, daß die svzialdemvkratischen Mini- jter ebenso energisch wie die bürgerlichen jede Art von Nebenregierung ablehnen würden. Bei den bisherigen Verhandlungen mit den Gewerkschaften sei aber ein solcher Anspruch nicht zutage getreten. Auch die sozialdemokratischen Minister wüß en, daß selbst der kleinste Schritt abseits der Demokratie ins bodenlose führen müßte. Wenn nun 'hie und da im Zusammenhang mit (ber zwischen der Regierung und den Gewerkschaften gepflogenen Aussprache von einer Berliner Diktatur ge- coedet ivorden sei, so müsse darauf verwiesen werden, daß erstens, die Berliner Gewerkschastsfom- missten ausgenommen, die in Frage kommenden gewerkschaftlichen Organisationen nicht auf Berlin beschränkt sind, 'vielmehc ganz Deutschland um» Soffen, und daß zweitens die Reichsregterung sehr genau wisse, daß in Süddeutschland auch nur der geringste Versuch einer Berliner Diktatur die tzef- ' tigfte Gegenbewegmig Hervorrufen würde. Die Reuhsregierung vergesse in keinem Augenblick,, daß ste nicht mir für Berlin, sondern für die Gesamtheit des Reiches da zu sein habe und daß ste nicht den Interessen einer einzelnen Klasse, vielmehr denen aller Klassen und Parteien dienen müjse.
Arr» Stadt uttfc Land.
Gießen, den 9. April 1920.
Mindestpreise für Getreide und ziartoffeln.
Nach den Mitteilungen des Reichöwirtschffts- mrnisteriums sind durch die „Bervriarung über die Preise für landwirrschastliche Erzeugnisse aus bn Ernte 1920 vorn 13. März 1920" für Weizen, Roggen, Gerste, Dafer und Kartoffeln b*r Ernte 1920, die auf Grund gesetzlicher Vorschrift rn abzuliefern sind, folgende Mindeslprnse festgesetzt worden: _ ,
1. für die Tonne Weizen, Spelz (Drnöel, Fesen), Emer, Einkorn 1100 Mk.:
2 für die Tonne Roggen, Gerste oder Hafer 1000 Mk.: cme
3. für die Tonne Kcvftoffoln 500 Mk.
Diese Preisfestsetzung ist 'nicht >mdgülttg, vielmehr wird bis zum Beginn her Ernte geprüft werden, inwieweit bis dahm btc ProdukttonsfostMi der Landwirtschaft weiter gestiegen |tru>. Die-e Feststellung wird dann der endgülttgen Festsetzung der entsprechend erhöhten Preise zugrmide gelegt werden. _
Um feste Anhaltspunkte sur t»e Prüfung des -Anwachsens der PnÄ>nkttenskosten zu gewinnen, sollen sogenannte Jndxzffsern aufge, e.lt wervcn, über baxm Aufwertung x>t geg bater Zett noch Näheres bekanntgegebrn wrden wird.
Veranstaltungen.
Freitag, 9. April: Zirkus Rudolfo, 8Uhr, Eröffnungsvorstellung. — Neue Aula, 8 Uhr, Kammermusikabend des Drumm^Quartttts. — Lichtspielhaus, „Die weißen Roien von Ravensberg". — Lichtspiele, Seltersweg, tote gestern.
darüber entscheiden? Um mir ein: Ansicht zu bilden, hatte ich als einzige Grundlage rhv' ungenügende und einigermah'n sensationelle Aussgge, und diese tonnte sich ja im weitevm Verlaus der Tinge als absichtliche Unwahrheit oder als das Spiel einer entgeistert Einbi.dungskraft erpetien. In meiner k itijchcn Stimmung brachte mrch wet- teres Nachdenken zu ber Überzeugung, daß ihre Belsauptung, der Gras sei ber Mörder metnes Vaters, mit Vorsicht ausgenommen werden muss:. Auf alle Fälle wollte ich mit meinem midgülligen Urteil nxirten, bis ich meine Nkutter übw bte Angelegenheit gesprochen halte. Je ftüher das geschah, desto besser. Mit den nackten Tatsachm vertraut, würde ich imstande sein, allen w'iteren Schiviertgkeiten, die vtellftcht noch aus meiner Verbindung mit der Angelegenheit ^mtspringen ,vür- ben, mit Ruhe entgegeirzus.'hen.
Daher schrieb ich nach dem Abendessm meiner Mutter, ich wünsche sie dringend am nächsten Tage zu sprechen: ich würde zu dres:m Zwecke nach Tunbrid^te Wclls hinausfahven in der Doffnung, daß sie sich wohl besinde und mir eure Untn- retnmg gewähren könne.
Dievauf begab ich mich in mein Sprechzimmer, wo ich Mei Stunden angestrengt zu tun hatte.
I Als der l etzte meiner Pa ti mten abgefertigt war. ! und ich bereits das Gas ausdrehen uns mich nach i Hause begeben wollte, tauchte plötzlich der Maurer
!»!
,Ohr- Schont
180
** Wiederum neue Dö chstpreise für Marmelade. Die Reichsgesettschaft für Obsttonserven und Marmeladen m. b. H. veröffentlicht im Reichsanzeiger neue Höchstpreise für unge- streckte Inlandsmarmelade. Infolge der Ertwbung aller Produktionskosten war eine erhebliche Preis- steigemmg notwendig, insbesondere aber deshalb, well nur noch verhältnismäßig wenig Inlands- zucker zur Verfügung stand und große Mengen des teueaen Auslandszuckers zur Herstellung der Marmelade vernEndet werden mußten. Der neue Prers für 1 Pfund Marmelade beträgt bei Abgabe der Kleinhändler an die Verbraucher 6,20 Mk. Die treuen Preise treten für alle Lieferungen in Kraft, die ab 1. April durch den Hersteller erfolgen. — Ob ein solcher Preis dem Wert der Marmelade für den Konsumenten noch enffpricht?
*♦ Freibank. Samstag. 10. Aprll, werden von 1—3 Nhr die Nm. 1851—1950 beliefert.
Au» dem Reiche.
Die Einberufung der Natioualvcrfammlung.
Be r li n, 8. April. (Wolff.) Infolge der durch die Besetzung Frankfurts usw. eingetretenen Verhältnisse ist die N a t i o n a l v e r - savtmlung auf Montag 3Uhr nachmittags zusammenberufen worden.
Erzbergrr.
Wie aus Stuttgart gemeldet wird, hat E r z b e r g e r; der sich zurzeit in Jordansbad bei Biberach befindet, seine Erinnerungen aus den Jahren 1914 bis 1920 niedergeschrieben, die demnächst veröffentlicht werden. Erzbergec wird von der Zentrumspartei des württembergischen Oberlandes als Reichstagskandidat aufgestellt werden.
Der Räuberhauptmann Max Hölz.
Berlin, 9. April. Das „Berl. Tageblatt" meldet aus Plauen im Vogtland: Die Führer des hiesigen Vollzugsrates wollten an Hölz die Forderung stellen, seine Tätigkeit in Plauen cinzuftellen. Die weiteren Maßnahmen sollten dem Vollzugsrat überlassen bleiben. Da ober die Mehrheit des Vollzugsrates sich mit den Handlungen Hölz' einverstanden erklärte, löste sich der Vollzugsrat auf mnb legte sein Mandat in die Hände der Arbeiterschaft nieoer.
Eichener TheaterverekNe
Fidelio.
Große Oper in 2Auszügen von Beethoven.
Kr. Es mag ausgefallen sein, daß in unserer Besprechung des „Holländers" vom Orchester mir mit kurzem Wort die Rede war. Aber einmal kann man auf knapp bemessenem Raum nicht alles sagen, was man sagen möchte, und oamt sind bei Wagner alle Sinne so aus die szenischen Vorgänge eingestellt, daß es für ben, ber das Spiel mit voller Tellnahme in suh aufnehmen will, schwer ist, gleichzeittg den orchestralen Leistungen bis in die Einzelheiten zu folgen Das ist bei Beethoven anders. Er ist nicht umsonst der Meister der absoluten Musik, seine innersten Offenbarungen vertraut er den Instrumenten bis zur menschlichen Stimme an, und wer diese Offenbarungen ihm nacherleben nrill, der mag rWff einmal die Augen schließen, um ganz nach innen gekehrt die wunderbaren Töne in sich ein ström« zu lassen, die wie aus einer andern Welt zu starn^ men scheinen. Und er darf es umsomehr, wenn er sich einer so erlesenen Führung anvertraut weiß, wie es uns gestern beschieden war. Bon dem langsam ansteigenden Kresceudo im Adagio ber Ouvertüre an durch die unzähligen Fein-Hellen der Be- gfeitimg in Arien, Duetten, Terzetten unb Quartetten hindurch bis hin zu dem jubelnden Schlliß mit feinem schier atemlosen Tempo, ob Geiger, Holzbläser, Hörner oder Trompete: alle- war durchdrungen von dem göttlichen Geist der hehcsten aller Künste, und jeder Einzelne mag ben Dank, der sich für uns in dem Namen Ball i n g yi- sammendrängt, auf «sich beziehen. Diesmal Hot man uns auch die große C-Dur-Ouvettüre beschert. Ich weiß, welche Gründe dagegen sprechen, dieses herrliche Gebllde in die Oper einzuschieben, unb halte sie für zwingend. Dennoch alaubc ich m aller Namen zu sprechen, wenn ich gerate für diese, uns nt Vollendung gebotene Gabe imieren besonderen Dank sage. Die Ausführung der Oper stand unter dem gleichen guten Stern wre die im Februar, auf deren Besprechung aus anderer Feder ich mich beziehen darf. Sänger und Orchester waren wie zu einem Klangkörper verwachsen. Es ist schwer, das im einzelnen zu belegen. Technisch meisterhaft durchgearbeitet ivar die Vorbereitung von Pizarros letztem Auftreten im Finale des ersten Aktes, war die ergreifend Steigerung vor dem ersten Eintritt des Trom- tetensignals, ein Musterstück innigen Zusammenklangs das überirdisch schöne Quartett: Mir »N sv wunderbar. Unter ben Mitwirtenden möchte ich Fräulein Hesse als Leonore die Pmme reichen, aber das ist ein subjektives Urteil, und es mag sein, daß andere dem Pi-arw des Herrn Bischoff oder dem Florestan des Herrn Jonssen den Preis ^sprechen würden. Dm Beifall, mit dem das Publikum diesmal nvV kargte, haben alle redlich verdient: Fraulem Meyer alsMarzelline, Herr Schlembachms Rocco, Herr Elschner als Jaquinv und - zum Schluß, doch nicht »uW, Herr Kuhn als Minister. Auch dic Chore Wurden ihrer Aufgabe, dve nicht so dankbar iN, wie die,m „Holländer", völlig gerecht. DttMte neneinrichttrng brachte uns wieder zum Bemurn- sein, wie gut wir es doch 'm Gießen haben, Mio daß wir nicht immer von imjever „kleinen Buhne reden sollten. Vielleicht haben das die verwoynten Gäste aus der Residenz — wollte sagen Hauptstadt — auch empfunden, und so wiro es ihnen nicht schwer fallen, den Weg zu wuä bd£ wi-ederzufinden. Eines guten Empfanges smd I» im voraus gewiß. _______
** 25jähriges Jubiläum. Wilhelm Luft, Ebelstraße, war am 1. April seit 25 Jahmen Korpsdiener des Wrps ©tarCcnburgta. Ter Jubilar hat stets mit großer Treue für das Korps gwirft unb ferne Gestatt bildet für manchen ehemaligen Gießener Museniohn ein unzerstörbares Stück Erinnerung an die Studenteniahre.
** Brsitzwechsel. Lokomotivführer Noll verkaufte fein Haus in der Bleichstraße Nr. 9 an Schreinermeister Heinrich Haas für 36 000 Mk. Kaufmann Hubert Heinz erwarb das Anwesen Seltersweg Nr. 59 für 92 000 Mk. Dte Dr. Klemsche Villa, Ost-Anlage 37 kaufte für 120 000 Mk. In«. Otto Göbel.
** Das Universitats-Reitinstitut Brandplatz 5 ist wieder eröffnet. S. Anzeigentell.
** Der Evans. Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag im Saale des Einhorn einen Famllienabend, bestehend in musikalischen Darbietungen, Gesangs vor trägen, Theater usw. (Siche Anzeige.)
Landkreis Gießen.
*♦ Bersrod, 8. April. In einer außerordentlich zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung am Mittwoch, geleitet von Lehrer Wal f, sprach Parteisekretär Dr. Lutsch aus Gießen Über die gegenwärtige wirtschaftliche und politische Lage sowie über das Programm unb die Bestrebungen der Deutschen Bolkspartei. In seinen ausführlichen Darlegungen zeigte er, was die Deutsche Volkspartei insonderheit für die Hebung und Förderung der Heineren und mittleren Landwirtschaft geleistet hat. In der nachfolgenden Diskussion, in welcher von keinem Gegner Einwendungen erleben wurden, gab Dr. Lutsch noch manche lehrreiche Aufklärung über einzelne wirtschaftliche Fragen.
Kreis Büdingen.
# Leidhecken, 8. April. Gänzlich ausgeraubt wurde der Schäferkarren des Schof- herdenbesitzers Kraudhahn, welcher mit feiner Herde auch im Winter draußen bleibt.
Kreis Friedberg.
sw. Bad-Nauheim, 8. Apoll. Der Streik der Hotel- und Gasthausangestellten ist beendet. Die Trinkgelder sind abgeschafft unb eine feste Entlohnung eingeführt worben.
# Beienheim, 8. April. Einein hiesigen Landwirte verschwand vor einigen Monaten eine H a u 2> e n t e. Man nahm an, sie fei gestohlen. Vor einigen Tagen entdeckte man das Tier in einem Gange unseres Kanalnetzes. __________
Starkenburg und Rheinhessen.
sw. Auerbach, 6. April. Für eine ameri- fanis che Millionenerbschaft werden tetzt in Deutschland Erben gesucht. Die Voc- qeschickte bieier Erbschaft liegt runter zurück. Der Scchn bes Bäckermeisters Christian Hensel -aus Auerbach in Hessen, dec in Newyork 1861 g:boveu ward, verlor früh seine Eltern und wurde bis zu seinem 19. Lebens ahre im Brudfthaus in Reutlingen erzogen. Nach einem b»wagten Leben gelang es ihm, sich in Mexiko eine Exipenz zu gründen unb es dort zu großem Wolststand zu bringen Im Jahre 1914 ist Hensel im Alter von 53 Jahren als Junggeselle, ohne Hinbftlossm,g eines Testaments, gestorben. Für die amentomsche Millionenerbschaft sucht nun schon seit Fahren d.is deutsche Konsulat in Mexiko Erben unb ist jetzt ein letzter Termin von 75 Tagen zur Geldmdmachung der Rechte ausgesetzt.
mt. Darmstadt, 7. Aprll. Dr. Rem hart, dahier, hat mit Rücksicht auf die widersprechenden Gerüchte, die ferne Ruhestands Versetzung verdunkeln, das Disziptinarverfahven gegen sich beantragt.
rm. Darmstadt, 8. Aprll. Aus dem Ried wird ein enormer Preisabschlag von Ziegenböcken gemeldet, die jetzt statt bisher 120—150 Ml. noch 60—70 Mk. tosten. Als Ursache wird der starke Preisabschlag für die jungen Ziegenselle zurückgefübrt, die bisher 65—70 Mk., fotzt aber nut noch 20—25 Mk. kosten. Hoffentlich wirkt bet Preisabschlag auch auf andere Gebiete weitet. . „ _
ba Eschollbrücken, 6. Aprll. Bei günstiger Witterung wird in nächster Zett wievn mitdetTorfausbeutung begomren, nachdem sich die Verhandlungen mit ter Stabt Darmstadt zerschlagen haben. Es liegen hin: etwa 15 Parzellen von je 140 Klafter, deren man jeder 6000 Zentner Torf zuiechnet. An die Stadt Darmsttdt wurden 25 000 Mark pro Parztlle, ieren p’be xrehteve Besitzer hat, bezahlt. Auch ein vor geschlagener Tausch gegen stattliches Gelände nahe dein Landgraben scheiterte. Für and-re umliegende Orte unb Städte kann dies ja nur gut sein, denn Darmstadt gewinnt ja nun große Mengen Braunkvt)len und steigert bt: Förderung an seiner Grube immer mehr. Wmn alle hiesigen Parzellen durch ihve Besitzer nach Tors auSg> beutet werden, so techwtt man mit 80 000 Zentner Torf.
Hessen-Nassau.
Die Bpennstoffversorgung Frankfurts.
mc. Frankfurt a. M., 8. Aprll. Die Braunkohlengrabungen an den alten Stollen ckt den Toren Frankfurts bei Obet- eschbach und Dortelwell sollen wieder ausgenommen werden, ba sich die Ausbeute voraussichtlich bei ben heutigen hohen Kohlenpreisen rentiert. Weiter beabsichtigt die Stadt noch außer dec Grube Friedrich in Hungen ein großes 1 Bergwerk im Westerwald anzukausen, um den Kohlenbedarf Frankfurts im kommenden Winter unbedingt sicherzustellen.^
mc. Frankfurt a. M., 8. April. Oberregierungsrat Drohnke hat als Nachfolger des Oberlandesgerichtspcäsidenten Schwarz die Geschäfte des Präsidenten am Oberlandesgericht Frankfurt übernommen._______________________


