Fortsetzung 24
(Nachdruck verboten.)
Banken der immer so gleichmütig und froh gewesen, der war aus allen Fugen
Da konnte einem wirklich bie Lust für die Freierei vergehen. Sie wollte auch gewißlich lebet Teern und jedem Jung abreten^
„Halte doch endlich Ruhe, Akke," gebot der Kapitän, „ich brauche wirklich nichts mehr und du kannst schlafen gehen."
Betreten humpelte die Alte hinaus. So hatte der Jung, der immer ihr besonderer Liebling gewesen, noch nie zu ihr geredet , ....
Und alles um die Frau, die gar keine echte Friesensrau war, die einfach aus dem Hause gelaufen und vielleicht überhaupt nicht wieder kam.
„Tas wäre das Beste," dachte Akke, aber sie saß beute abend ohne Andacht vor ihrer Bibel
Das kam wohl von den eigenen sündhaften Gedanken.
ganz anders fördern formte, als We etn- seinen Vereine und Schulen. — Der Lichtbilder- Bortrag wird sicher tnde Besucher anzicten.
** Zauber abende mer.e.i von San.s'.ag bis Montag im Hotel Einhorn von teil vrictaliidxai Gauklern H a b u e t I l ta und des „einzigen unb alten", tote er sich bei uns auswics, Bella - chini veranstaltet. Näheres siete Anzeigenteil.
Landkreis Gietzen.
Seegespenster.
Roman von AnnyWothe.
Amerfrwifcchee Copyright 1918 by Aany Wotbe-Mrim. Ldprig
Ruhr—Gießen—Frankfurt.
Die Verbindung von Ruhr, Wupper, Frank- frrrt a. M. mid Süddeutschland wird jetzt m der Hauptsackie über Gießen mit Umgehung des besetzten Gebietes am Rhein bedient. Das einzige ^--Zuqpaar auf diesem Wege reicht aber für den . überaus lebhaften Verkehr nicht mehr aus. Wir hatten berichtet, daß deStelb die Einlegung eines zweiten O-Zugpaares genelnnigt ist, sobald die nötigen Kohlen und Lokomotiven vorhanden sind und der Güterverkehr darunter nicht leidet. Dies? Voraussetzungen treffen jetzt zu. Die beiden Züg: können deshalb vom Mittwoch den 7. Januar an verkehren. Die 1^-Züge laufen zwischen Duisburg iniD Frankfurt. Sie gehen von Duisburg etwa 4.00 nochm., von Essen 4.31, an Gießen 10 05, an Frankfurt 11.57; ab Frankfurt 7.20 vorm., ab Giessen 9.01, an Bochum 1.31, an Duisburg nach 2 Uhr.
Beranstallrtnqen.
Freitag: Stadttl-eater, 6 Uhr, Theaterverein Cavalleria rusticana und Bajazzo. — Hotel Großherzog, 728 Uhr, Mitgliederversammlung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes, Ortsgruppe Gießen. — Gasthaus zum Löwen, 8 Uhr, DiskussionLabend der temokratiichen Frauengrupp?. — Lichts oielteus, „Eine tolle Kiste" und „Die Lkleine Stasiewska". — Lichtspiele, Seltersweg. Die Tochter des Mehemed" und „Der Dolch des Malayen . *
♦♦ Hilfswerk für die Wiener Kinder. Der Gastwirteverein Gießen und Umgebung veranstaltete bei seinem Stiftungsfest am 6. Januar 1920 eine Sammlung zugunsten der notleidenden Wiener Kinder. Die Sammlung ergab 432 Mk., die dem Oberbürgermeister ausgeyändigt wurden._____________
wurden.
W.M. Dortrag. Anr Mittnwch den 14. Januar, abends 8‘A Uhr, wird in der großen Aula der Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Herr C. Diem, hier über Turnen und Sport spreckfen. Alle Behörden, alle turnenden und sporttrci^n- ben Körperschaften, alle Freunde der Sache werden dazu vom AVademiichen Ausschuß für Leibesübungen und dem Gießener Turn-, Sport- unb Svielverband ein geladen. — Ter Reichsausschuß ist ein freier Verband aller Leibesübungen treibenden Vereine in Deutschland. Er ist Herons- gewähren aus dem 1904 aeg ünde.en Deutschen Ausschuß für Olympische Spille, ter wesentlich bie großen internationalen Wettkämpfe vorbereitete und dazu das Stadion im Grünewald bei Berlin schuf. In ihm sind Reichs- und Landcsbchör- ten, Städte und Hochschulen vertreten. Er sucht die Leibesübungen, deren ungeheure Bedeutung für unser Stark^cin niemand verkennen darf, auf rete Weise zu fördern. So will er z. B. ein Reichs- gesetz Vorschlägen, daß jede Staotgemeinde verpflichtet sein soll, Spielplätze in bestimmter Größe herzustellen. So gründet er jetzt eine Hochschule für Leibesübungen, an der das ganze Gebiet der Körperkultur wissenschaftlich durchforscht und» geleint werden soll. Es ist Har, daß die Anregungm, die sein Ser.reter uns hier geben kann, für uns von größter Bedeutung smd. Hoffentlich gelingt es auch in Gießen, alle Behörden, Vereine und Freunde der Sache zu einem großen Stadtverband ziftammemMchließen, der bann die körperliche Kräftigung des Volkes
*» Schnhdiebstahl. In her vergangenen Rächt wurden aus einem Schuhgeschäft nachfolgende Schuhwaren gestohlen: 1 em Baar schwarze Herrenstiefel Nr. 42, 2. ein Paar braune Herren halbschuhe 9h:. 42, 3 ein Paar schwarze oohe Damenschnürstiesel Nr. 39 und 4. «ein Paar chwarze Kinderschute mit Lackrappe Nr. 2ft tm Werte von 785 Mk. Vor Ankauf wird geroamt.
Acht Tage waren vergangen Peter Banken ging mit einem undurchdringlichen Gesicht tm Hause herum und Bent versuchte oft um.onst, mit ihm in irgend ein Gespräch zu kommen. 9kter war nicht unfreundlich zu dem Bruder. Nur weilten seine Gedanken augenscheinlich ganz wo anders Bent, der viel auf dem Wasser war, sah ihn zuweilen, wenn er heimkehrte, von einem Stall in den anderen wandern, oder tn Haus. Hof und Garten hcrumgehen. ohne je im geringsten Hand anzulegen. Das war gar mcht Peter Bonkens Art. Oft wurde es Bent bange Um Der Kapitän wußte, daß die Nachricht zu Peter gedrungen, die junge Frau Banken wäre bei Gelegenheit eines Besuchs ihrer Mutter schwer erkrankt, läge nun in Keitum und fönnte vorläufig
nicht in den Gotteskoog zurück. Peter hatte mit dem Bruder kein Wort darüber gesprochen. Bent war voll Unruhe. Gern wäre er nach Keitum gefahren, Erkundigungen über EstridS Ergelen cviaubolen. Aber er lieft davon ab, weil er nM wußte, tote Peter eS aufnehmen würde, uitb yeinntch wollte er es nicht tun.
Bent war voller Unruhe über Sölve, von der et nichts gehört hatte. Jeden Tag dachte er daran, nach List hinüber zu segeln, doch er wußte auch nicht, was Peter sagen würde, wenn er m 3ngemärt FerkS Haus ging. MU Peter wat nicht zu rrd-n sonst hätte er dem Bruder frei und offen K^VorLben mitgeteilt. Peter das ftchlte Bent wälzte schwere Gedanken rn sn.nem Hirn,. und Bent, der toirtlid) kein Schwächung war, zitterte vor dem, was wohl Peter eigentlich ausgrübelte. Etwas Schlimmes mußte, es fern jetgte bte finstere Entschlossenheit, bte auf seinen Zügen lag.
Schließlich peinigte Bent die Unruhe so, daß er eines Morgens bei Tagesanbruch hinüber nach List segelte, um Sölve roieber zu sehen.
Bents Herz llopfte stürmisch, als et durch ben tiefen Smid schritt, auf Inge wart Ferks Haus ,u Die FüÜe waren dem Kapitän schwer. Wie würde er Sölve finden? Er wußte eigenttid) selbst nicht, was er von ihr erhoffte ober erwartete. Er hatte nur das Gefühl, die blonde Deern müsse fort aus Jngewart Ferks Nähe. Eigentlich ging es ihn ja nichts an, wo sich Sölve aufhielt. Ihre seltsamen Reden damals, als sie Jngewart Ferks nach List brachten, lasteten wie eine dunkle Wolke auf Bents Seele.
(Forsetzung folgt.)
Politik der NeckrEarversomnlnng Irr dem Sozialisierungs- und dem Betriebsräteaesetz zugrunde liegenden Idee stehe die Deutsche Bolks- partei an und für sich nicht ablehnend gegenüuerr, sie habe auch mitgearbeitet, aber die Gesetze in ihren zuweitgehenden Forderungen im Interesse einer gesunden Wirtschastsentwicklung abgelehnt. Im Zusammenhang damit legt her Redner noch die Stellung seiner Partei zum Siedlungsgesetz unb zur Zwangswirtschaft klar, die Zwangswtr^ schift müsse sobald als möglich aus sachlichen und moralh"d>en Gründen beseitigt werden Der erfahrene Fachmann sprach aus den Ausführungen über die Finanzpolitik der Nationalversammlung. Der oberste Grundsatz einer ve nünfLigen Steuerpolitik mülle der fern, daß durch sie das Wl..scl>aftsleben nicht erdrückt roetbe. Durch die Auswüchse der Steuergesetzgebung fei aber unser Wirlscl)alts!eben bedroht. Die von Dr. Becker geübte Kritik an den einzelnen Steuergeseyen deckle sich in manchen Punkten mft derjenigen, die vor kurzem in einer temo.r ttischrn Versammlung Finanzminister Henrich ausüote. Mit einem Ausblick in bie Zukunft, bie für uns nur erträglich werben könne, wenn wir in Einigkeit alle zurück- kehren würben zur Arbeit, fchloß->Dr. Becker seine mein als ziveistündigen Ausiührungen, bie mit langanhaltendem stürmischen Bei^ fall auigenommen wurden.
-x Bad-Nauheim, 7. Ja«. Zum Bestem der Wiener Kinder hielt ter beige frt.oL Kirck^enchor gestern im Kurhausialle eine Wohl- tä iite..d erani-altung ab, die dem gu'e ySiwd ei ie anselMliche Summe zuiührte.^Dv Dr- mro F.iedberger Damen und Herren fütetow ban oa- ma „Die heilige Elisabeth" auf unb trntetewe xtt den ri ichen Tank des Publikums, das den Th^ r- saal bis zum letzten Platz füllte. Durch cas Hi 8* [omitec für die Wiener Kinder wird gegemv^ g eine Haussammlung veranstaltet.
in meiner Gewalt ist, bis eS mir behagt, fte aus dem Lwuse zu weisen."
„Du bist grausam, Peter, du nimmst deinem Kinde schon sein Bestes, ehe es noch da ist."
„Grausam? Wer hat denn danach gefragt, ob man grausam gegen mich ist? Ich habe dieses Weib geliebt tote nichts auf der Erde, und sie hat mich lächelnd voll Hohn ins Gesicht geschlagen, titbent ie mir Liebe log, bie sie nie empfand. Jlftr H^rz hat keinen Teil an dem Kinde und darum darf unb muß ich doppelt hart zu ihr sein, damit sie nicht noch weitere Schande über mich unb mein Haus bringt."
„Du spannst das Sell zu straff, Bruder. Vielleicht aber liebt sie wirklich Jngewart Ferks noch. Was willst du tun, wenn sie sich zu ihm bekennt?'
„Nicht-, nachdem sie hier int Golleskoog mein Kind geboren, mag sie gehen, wohin ihr Herz sie treibt — ich habe keinen Teil mdyr an dreier Frau. Und nun laß uns abbrechen. Ich bin wie zerschlagen und will versuchen, ein wenig zu ruhen."
Mit innigem Druck reichten sich die Brüder die Hand.
Stumm und allein nahm Bent sein Nachtmahl in der Wohnstube. Nur bie alte Akke frfXuTfte ab und zu herein, um noch irgend etwas zu bringen.
Sie hätte gar zu gern nach der „Fru" ge- tooi ab?» Bents verschossenes Gesicht schüchterte sie ein unb mit Peter Bonken war ja überhaupt nicht mehr zu reden.
Die Alte seufzte tief auf.
Wie verhelft war das ganze Haus, seitdem bte Frau auf dem Gotteskoog einzog, unb Peter
„Das wird sich zeigen. Deut. Mein Kind soll hier geboren werden, hier in diesem Pesel soll der Priester den Segen über die Kinderstirn spre- chen, wie eS Brauch ist bei den Bonkens, unb daran soll die Frau, die mich betrogen hat, nichts ändern."
.versuche es doch m Güte, Peter. Du hast nickt die richtige Art, mit Estrid umzuaehen. Viel- leirfyt kannst du ihr Herz gewinnen, schon um des Kftches willen mußt du es versuchen."
Peter lachte höhnend auf.
„Nein, die Frau ist auSgeschaltet für mich. Nur mein Kind will ich, dann mag sie gehen und den Fluch mit sich nehmen, den Jngewart Ferks aut ste und ihr Haus geschleudert hat."
Bent schüttelte ernst seinen braunen See- mmtnskopt.
„Du ziehst dir mit Gewalt die Gespenster inS Haus, anstatt sie aus dem Gotteskoog hinauszu- jagen Denkst du denn nur an dich? Meinst bu nicht, daß eine Mutter auch Ansprüche an ihr atnb hat, das sie mit Schmerzen zur Welt bringt ? Meinst bu, daß dir das Recht zuslftht, es ihr zu nehmen?" _ , ..
„Nein, gewiß nicht, tornn ftc ohne Schuld gegen den Vater des Kindes ist. Meine. Liebe bat sie verschmäht, meine Güte und Nachucht gewiss braucht, mein Vertrauen getäuscht. Jetzt rotfie ich dieser Hochmütigen zeigen, daß ich ihr Herr und s«
Starkenburg und Rheinhessen. Kth cmnangel.
rm. D a r m st a d t, 7. Jan. Infolge Kohlenmangel stellt die Straßenbahn vom 9. d. M. ab abends um acht Uhr ihren Betrieb etn. Auch in der e.ektrifchen Beleuchtung sollen Beschränkungen eintreten.
vessen-Rassau.
Streik der Vcrsichrrungsangrstellten.
-- F r a n k s u r t a. M., 8. Jan. Für bte in den Versicherungsgesellschaften und Generalagenturen Frankfurts angcstellten Beamten ist vom Freitag den 9. Januar ab der Generalstreik proklamiert worden. Die Arbeitgeber haben jede Verhandlung mit den Streikenden abgelehnt. In Betracht kommen etwa 3000 Streikende.
Ein Werber für die Fremdenlegion verhaftet.
-- Frnnrfurt a. M., 8. Jan. In bet Per- flon des 24jälxigcn Gärtners W.lli Leucky.cms Auerbach i B. nahm die Kriminalpolizei einen WerberfürdiesranzösischeFrcmben- legion fest. Der Bunftte kmb»u, seine Dienste freiwillig dem hieftgen franzöftichm AchchnMsfom- mando angeboten zu haben. Das Kommando habe bie Dienste angenommen.
me. Frankfurt a. M., 7. Jan Die gestrige Stabtver ordneten Versammlung, bie erste im neuen Jahre, erklärte sich mit der W«ber- walfl des vorjährigen Prandmms unb bet Ausschüsse einverstanden. D^e Versammlung stimmte einem Anträge der Unabhängigen ju, bafc die Melirkosten, die durch die Aumahme von Kassenpatienten m die Krankenhäuser entstehen, vom Staate getragen werden sotten. Eine langeÄtebatte gab es über die Einstellung des Betriebes ^städtischen Straßenbahn, doch mußten ,ich ebenfalls alle Stadtverordnete mit der Tatsache zufrieden geben, daß keine Kohlen vorhanden sind, man infolgedessen auch keinen Strom erzeugen kann.
-- Höchst a. M., 8. Jan Die Matn- Kraft werke haben wegen SlWenmangetd d« Strvmlieserung von Licht und Kraft nach den Orten des Obertaunuskreises eingestellt, infolgedessen mußte der Lokalbahnvirckehr von fcomburg unb Oberursel nach Heddernheim bzw. Frankfurt eingestellt werden.
I Aus dem AmtsverkündigungSblatt.
♦♦ Tas AmtSverkünbigungSblatt Nr 4 vom 8. Januar enthält: Verordnung über Zahlung von Ablieferungsprämien für Brotgetreide, Gerste unb Kartoffeln. Vom 18. Dezember 1919 — Bekanntmachung, die Pflegegelder in der Anstalt für Schwach- und Blödsinnige „Alice- stift" bei Darmstadt betreffend. •— Kadavervev- Wertung: hier: Aenderung des Tarifs für bie Krcisabdeckerei des Kreises Gießen " GnverbS- losenfürsorge: hier: Nachweiluny für den Monat Dezember 1919. — Feldbereinigung Rabertshausen. - Fcldbereinigun^ Bergheim: hier Wunschtermm. — Felbbereinigung Ober-Dessiw gen — Felbbereinigung Stcinhcim.
Hus Statt tmt CattO, Gießen, ben 9. Jan. 1920. Die Zahl der im Kriege gefattencn und gestorbenen Militürperfoncn Hcfse»4 Leläust sich nach Dorläufincr Feststellung au' 30 492. ES ist dies bie Zahl derjenigen Todesfälle, die bis zum 33. April 1919 von den Standes- amten, in die Sterbeiallsregisb-r eingct.agen wurden Die Zahl erhöht sich noch, denn fortgesetzt werden noch Todesfälle von Militärpersonen ge> meldet Die in Gefangenschaft Gestvrveiien sind nur sehr lückenhaft in die Sterberegistec emgetro gen, weil vie.iach die vorgeschne^enen Meldungen fehlen. Die Vermißten werden standesamtlich überhaupt nicht beurhinbet, da ja ihr Tod ntai sestgeslellt werden konnte. Ihre Zahl w.rd von den Zentraliiack/weisbuwau in Ber.in ermittelt we. den Somit sind die Angaben über bie Kriegsopie'. bis' jetzt nur als Mindestzahlen aniUietKn. Fu, Hessen wird man mit etwa 3 5 0 0 0 Tote >< rechnen müssen. Von den 30 492 Tobesiäl en bei Militärpersoiien kommen aui das Jahr 1914 o4dd auf 1915 7217, aus 1916 6235, au, 1917 50 -3 und auf 1918 6304. Aus bie Kreise verteilen sich die Fälle wie folgt: .
Kreis Darmstadt 3263, Bensheim 1534, Dieburg 1384, Erbach 1121, Grotz-Gerau 1329, Heppenheim 1282, Offenbach 3843, G > e ß e n 2196, Alsfeld 962, Büdingen 899, Fr teb» berg 193/, Lauterbach 862, Schotten 712, Mainz 3832. Al;en 925, Bingen 935, Oppenheim 1108 und Worms 2363.
Auf die Provinzen: Starkenburg 13 /bl, Oberhcssen 7568 und Winbeiien 9163^
Auf die Stadt Mainz entfallen 2890 Todesfälle, auf Darmstadt 2931, auf Oftenbach 1842, Worms 1174 unb aus Gießen 691, zu.ammen 8628 Todesfälle. ., _ ...
Für das Deutsche Reich sind nach der kürzlich erschienenen Nr. 49 der „B^-röftentlichungen des Reickisgesundheitsamts" bis jetzt an ge allenen und gestorbenen Militärper.vnen für, das Jahr 1914 201 650, für 1915 404 566 unb Tür 1916 315 669 Fälle (für dieses Jaln ohne Elsaß-LothringeM standesarnllich eingetragen. Für bte ^altre 191 / und 1918 sind Reichs^ihlen noch nich! veröffentlicht. Tie Gesamtveriuste lohne vermißte) werden von zuständiger Stelle dis jetzt mit 1677 000 Toten angegeben. Die Zahl der Vermißten wird iauf 374 000 geschätzt.
Spart mit Gas!
Die Kohlenbeüeferupg der städtischen Betriebswerke nrirt» in io ge Strei'.s und Ablie e.nng an die Entente vollkommen unzu.e.ck-e.ch mer en unb ss wird, wenn der Fl eine norbanLe.e Vorrat aut» gebraucht ist, eine Einschränkung desGasverbrauck)s durch toeitere Sperrstunden oder die Still- leg un g des Gaswerks erfolgen. Jeder V-r- btaud>er muß sich daher auf die notwendigste Gas- abnahme beschränken. Der Riftchswmmissar für bte Wlenverteilung hat angeordnet, daß bei lieber* sch'teitu -g der zugeteiften Gasmenge das Aufgeld von 50 Pf für das Kubikmeter der überschnt- tenen Menge Gas unter allen Umständen zu er- gelten und daß im Wiederholungsfälle ohne vorherige Warnung der Gasmesser zu entfemen ist.
O Grünberg, 7. Jan. In einer gut besuchten Versammlung im Gasthaus »um Rappen sprach der Präsident des Landesamtes für das Bil- dungswesen, Dr. Strecker. Ein! iteno beiüh-te er die Ursaclen der R vol ition, die U.isich rh it per früheren Regierung in ihr-n Zielln und nne ia» durch das Vertrauen zu ihr ins Wanken geraten sei. Die jetzig-.n drll Mehrh itspartEt, Limit der Ucbernahme brr Reg erung baS E be der Revolution antraten, hat len ein n schive^n -staub könnten daher nicht in kurzer Frist eine weamtliche Aenderung zum B ss.ren h r.-e fülwen. eie hätten aber besonders in unfitm engen Heimatlande Hessen schon pofttive Arbit gcl istet: die heisischc Deisassung, das Landssedlung.g setz und etwa im Februar käme die Schulz .etznov lle iur Beratung Er betonte, daß die Regierung an der Zimullanschiile gegenüber b r nam n'lich von kallwlischer Seite g-ford. rten Konfes ions ch lle feit» l-allen werde, v r.ua forte sich aber ent sch e e.i gegen oeit Borwurf brr Religionsf indlichk it, intern er den koiifesiionell n R lsgionsunterricht in ter Schule beibehalt n wissen will, ba gerade in der iebigtn mateeialistisch n Z it mehr denn je he sitt- licheti unb religiösen Kräfte zu einer Gesundung unseres Volkslebeiis nötig seien. Wciterlnn wies er noch auf bte Opposition, smvohl von links als auch von rechts hin. Eine Mehrh it der äußersten Linken würde zur Räteherrschast nach rusiischnn Muster füfomt, roäforcnb eine ausschließlich Herr- sckwft der Rechtspartei n die Massen der Arbeiterschaft zum Widerstände entfach n würde. Unsen Vaterland würde bei b rartig n polit scheu Expert-
** Ausstellung der Wandergewerbe s che in e und Legitimatlons- ['arten. Do von ter R i t-stetzörde Fvnnulare ,is letzt nicht geliefert »oorven sind, lieht sich, ivie nnr erfahren haoen, das Kreisamt genötigt, 3itiid^itbeichtinigungen aus^u,.ellen.
** Bei der städt. Obst- und Gemüse stelle (Marktlaube.i) kommen morgen und fol- .ende Tage Gelberüten, Kohlraden, Weißkraut, Zwiebeln und Taseiäpfel biunb» und zentnerwerie um Verlauf. r ,
♦* Oberhessischer Kunstverein. Die an gemeldeten Werke der Künstlervc^inigung, ..Der Stur m" sind eingetroflen. Xie Au- .rellung ist von S o n n t a g an geöiinet.
*• Der Verein Gießener Kunst freunde, ter sich erst vor ku »er Zeit gebildet hat, trat gesteni abend zum ersten Male an Du Oesfentlichkeit mto zwar mit cunm Vortrag über deutsche Porzcllankunst i m a ch t zehnten Jahrhundert. Die B^techttgung des neugegrünbeten Vereins ernnes ter ubcrair. starke Besuch des Vortrag, ter ben grofcen öoriaa, als zu klein erscheinen li.'ß. Einleitend teFcrll) .etc Geheimerat Behagbil ben Berem Gietzeuei Kimstfremide als die längere Sch.oester ter Hock? schulgesellsck-ast und legte seine besonderen Ziele dar Hierauf führte Prvsesor Schmidt vom KunsV gewerbe-Museum in Frankfurt a M. in die Ent nncklung der deutschen Porzlllankunst ein. Er te* rührte erst die verschiedetien Versuche, dem ost- asiatischen Geheimnis auf die Spur zu kommen, um die teure Jmportivave im emenen Lande Erstellen zu können. Die Lösung des Gel)cimnis.es nmrbe zu Anfang des 18. Jahrhunterts von dem Apothekerlehrling unb alch.mi.b flis.euen >)oh. Friedr. Böttcher in Sachsen g.funten. Die Fabn- tation entwickelte sich bann sehr schn.ll 1713 famen die erste.! Waren auf dteL-llpzigeiMesse undSachien verdiente ternts 1714 an ter neuen Industrie 38 600 Taler. Die weitern Manusaktuten entftan» den treniger aus Fürstcneifersüchtelei, als aus Gc- nnnnsucht. In rafdyer Folge erblühten Wien 1<18, Höchst 1746, Berlin, Nymph.nburg, Fran kentHal usw. Die meisten Gründungen waren unsolide, aber als bie rein geschäftliche Entwicklung in Thüringen einsetzte, entet. die Ent.mcklung ter Pvr ellanftmst. Die Vorzüge des Materials verlockten bie Künstler zu gewagten Ausgaben, wie sie vornehmlich durch den Stil des Rokoko nahes legt wurden. Im Laufe ter Entwicklung wurde auch die farbige Behandlung durch Unter» unb UcberglafurmaLTd reitet. Das bildsame Material folgte allen Wandlungen des Zeitgeschmackes. Die Lichtbilder gaben davon überzeugende B.ispiele und führten bte schönsten Stücke der Taftl^chmucks.ri^n und Service vor. Der Redner erbrachte aus den Stiftungen der besten Meister wie Kirchw.-r, Kendler usiv. den Be- weis, daß die Neinplasttstem Schöpfungen bte Lücke großer plastischer Werke im 18. Jahrhundert völlig aussüllen. Die Wertschätzung, bie man nach einer Periode völligen Unverstehens heute wieder tem Porzellan entgegenbringt, illustrtertzn die Preite von 51—65 000 Mk., die kürzlich auf einer Berliner Auttion für Stücke von Kendler erhielt
menten, wie sie wohl von manch n Seiten gern ge- seh.n würden, nicht olpve n-eue ®ri'd>ütkTimgen und ganz sicherlich nicht ohne eine viel bluti tere Re- rolution als bie erste durchkommen. Hoffentlich Coerde uns die gefunbe Sinn des Volkes davor bc» wahren. Die Zuhörer spenteten den anderthalb- stündigen Ausführungen reichen Beifall. Eine Aussprache fand nicht statt.
♦* Klein-Linden, 8. Jan. Am 10. Ja- moar sind es 25 Jahre, daß die Frei w. Feuer - mehr Klein-Linden b steht. Mit den bescheidensten Mitteln, die damals ter Wehr zur Verfügung standen, hat sie sich im Laufe ter Jahre zu einer Wehr von etwa 80 Mitgliedern zum Wohl? ter Gemeinde entwickelt. Als Grünoer fand hmte ter 1. Komman- turnt Karl Jung II., Vorstandsmitglied Ludwig Sommer, Dereinsvechner Heinrich Uftr L, Spritzenmeister Fredrich Spft.r und 2 Spfttzeiimaster Ludwig Steum II. noch mit voller Rüstigkeit tätig.
Klein-Linden, 7. I n Am Samstag, 10. Jannar, abends 8 Uhr wird in imfcrer Kirche ter ehemalige Burenkommanbant Koos Jvoste einen Vortrag halten, der sehr interessant zu werden verspricht.
StrdS Friedbera.
Vortrag Dr. Brcker.
4 Bad-Nauheim, 7. Jan. Nachdem die hiesige Ortsgruppe ter Deutschen Volkspartei vor kurzem erst sich in einer Versammlung, in ter der Abg. Dr. Osann gesprochen, einen starken Erfolg verschaffte, steigerte sich dieser heute noch in erheblichem Maße in einer von Dr. Langsdorf geleiteten öffentlichen Versammlung, in ter Abg. Dr. Becker in ter überfüllten Turnhalle vor nahezu 500 Personen über „DieArbeitenderNationalversamm- lung und die politische Sage" sprach Der Redner führte aus, daß bie Deutsche Volks- Partei, obwohl sie in ter Opposition stände, in ter Nationalversammlung stets das Bestreben ge- foabt habe, positiv mitzuarbeiten am Wiederaufbau des Vaterlandes, intern sie durch die Macht b e r Gründe zu erreichen suchte, was ihr bu ch die geringe Zahl der Abgeordneten versagt war. Eingehend begründete ter Redner die Stellung der Partei, die sie zur Ablehnung des Friedens- Vertrags veranlaßte. Die Bestimmungen seien so entehrend und würden unS politisch und wirtschaftlich so hart treffen, daß es gar nicht möglich sei, sie zu befolgen. Was man aber nicht halten: könne, das dürfe man auch nicht unterschreiben. Auf dem Gebiete ter inneren Politik habe bte Nationalversammlultg dem deutschen Volke die neue Verfassung gegeben. Die Deuftäre Dolks- partei habe im einzelnen mitgearbeitet, wenn fte bie Verfassung nachter auch im ganzen ablehnen mußte. Aus Gefühls- unb Verstantesgrünten habe bie Partei sestgehalten an dem
deutschen Kaisertums, bas eine geschichtliche Lebensnotwendigkeit und in ter Form eines Bolks- kaisertums die beste Gewähr für bie Reichsernheit mw ben Einheitsstaat Koten die Partei erstrebe Ebenso habe die Partei bte Beibehaltung , der alten ReichSsarten gefordert Dann erörterte ter Redner eingehend bte Wlrtschaf tS-


