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Erstes Blatt

170. Jahrgang

Der Schmuggel blüht.

Man schreibt uns:

lieber unsere traurigen Finanzverhält- itwfe braucht wohl kein Wort verloren zu wer­ten. Darüber haben ja die verschiedenen Er- flrrungen des Reichsfinanzministcrs in der ätzten Zeit hinreichend Aufklärung gegeben. !Uit so mehr hätten wir allen Grund, von ^matswegen uns keine Mark entgehen zu lassen, die die gewaltige Ebbe in unserem Ltaatssäckel wenigstens etwas auszugleichen in her Lage wäre. Man hat sich bei uns schon k-elfach damit abgefunden, daß es aus ein paar Millionen hin oder her im gegenwärtigen «lugenblick gar nicht mehr ankommt. Trotzdem n't dieser Standpunkt der verkehrteste, den es seien kann: denn irgendwo muß doch einmal mit dem Sparen angesangen werden.

Nicht wenige Millionen sind es, die Deutschland durch die Unterschlagung von iZollbeträgcn an den Grenzen, vor allem an kl holländischen Grenze, entgehen. Dec Lchmuggel hat dort in den letzten Monaten kinen Umfang erreicht, der nicht mehr als -TNöhnlich angesehen werden kann, und der Regierung zu energischem Eingreifen ge-

a!5 cm imentfd'ulbigtes Fernbleiben vom Amte dar und har zur Folge, baß der Beamte für die Zeit des Streiks Wines Ttenstrinkommens verlustig gcht Auch bat er die Einleittmg eines förmlichen Tffzv- plinversahrens mit dem Ziele der Timfteutlaw fur.g zu gewärtigen. Dadurcki werden keine be­rechtigten Interehen der Beamte« verletzt, denn ihnen stehen anbere Mittel zur Verfügung, um ihre Wünsche nachdrücklich zur Geltung zu brin­gen. ,Ta über die DerwalttuJen des Staates die Bötksverttetungen und über die der Gemeinde-- DCibäabe deren Lertretrotgen em duvchoreilendcs

Seschwerdenoten der (Entente wegen deutscher Minifterreden!

, Berlin, 7. Dez. (Wolff.) Dem Mim­mr des Aeußeren wurden gestern von dem lisch en und französischen B o t-

^Hafter und dem belgischen Ge» 1 bubten die im Wortlaut übereinstimmen-

sind und wie auf diesem Standpunkt der Gewalt- politik Engländer und Fran-osen noch zusammen­halten !

TerFrkf. Ztg." wird aus Berlin noch mit­geteilt: lieber den Vorgang berichtete heute abenb ein deutschnationales Blatt, das als Wortführer der Entente bei der lieber gäbe der Note der englische Botschafter ausgetreten sei. Das ist, nrie wir erfahren, unrichtig: vielmehr erschien der französische Botsckxffter, Derr Laurent als Sprecher der drei Vertreter. Die Amerikaner haben sich, obwohl ebenfalls Besatzungsmacht, an dem auffällig sck>arfen Schritt nicht beteiligt. Die Neichsregierung ist auf die Demonstration nicht ganz unvorbereitet gewesen, da in einer Rede ttcs Ministerpräsidenten Leygues bereits eine An­deutung enthalten war, und ferner der hiesige französische Botschafter bei einem Besuche schon auf derartiges hatte schließen lassen. Ein eigent­liches Radeverbot, wie von deutschnationaler Seite berichtet wird, enthalten die Noten nicht. Aber sie legen dem Kabinett in nicht mißzu- verstehender Form nal-e, künftig von Aeußerungen gegen die Entente innerhalb des besetzten Gebietes abzusehcn, weil solche die Sicherheit imb Ruhe in diesem Gebiet, für welche die Alliierten verant­wortlich seien, gefährden könnten. Die Reichsregie­rung wird die Note in allernächster Zeit beant­worten, natürlich, indem sie gegen ihren Inhalt Stellung nimmt. Die rechtliche Deduktion wird dem Minister des Aeußern überlassen bleiben, dessen Stärke gerade die juristische Beweisführung ist.

Zur Rückberufung König Konstantin».

Athen, 8. Dez. (WTB? Nach offiziösen Mitteilungen haben an der Volksabstimmung über die Rückberufung König Konstantrns 300 000 Männer mehr teil genommen als an den fürilicben Wahlen für die Kammer. Von der ge­samten Wählermasse haben sich nur 2 Proz. gegen Konstantin ausgesprochen.

Are» Hessen.

rm. Darmftadt, 7. Dez Das hessische Gesamtministerium hat an bte Beamtenschaft mit sofortiger Wirkung einen Erlaß gerietet, worrach fernerhin Dienftreisen nur in der dritten Eisenbahnfahrklasse auszuführen sind utw bei Ausstellung der Tiätenrechnungen nur t-iese Klasse verrechnet bzw. vergütet werden darf. Aus­nahme, d. h. die Denützimg der, zweiten Klasse soll nur in widsti^n Fällen gestattet sein, die besonders nac^uwersen find. So in es z B. gestattet, daß ein Beamter, der eine Tteninxtic in Gesellschaft eines nickst hessischen Kvll.gen auefuhtt,. auch die zweite Fahrftasse benützt, wenn der Kollege sie benützt. Eingehende Begründung ist in jedem Falle bet-ufügen.

ladezu herausfordert. Aber bisher haben allo Nittel versagt, und die Schmuggler wissen iaht wohl, daß die deutsche Regierung nicht in der Lage ist, ihren Machenschaften zu feuern. Das hat eine ganze Reihe von Leu- lm, die bisher dem Schmuggel ferngestanden baten, in die Arme dieses unlauteren Gewer- bej getrieben, und es ist bezeichnend, daß sich n Holland direkte Organisationen für den schmuggel nach Deutschland gebildet haben, das Geschäft geht glänzend. Denn die Kon- iwllorgane der deutschen Zollbehörden, die an > sich schon höchst unzulänglich sind, versagen inis mehrfachen Gründen. Insbesondere gilt bic5 von den Zollhilfsbeamten, die nur die überaus geringe Besoldung von 18 Mk. tag- 16) erhalten und die infolgedessen nicht den »tigen Diensteifer haben, um den zweifellos «schwer lichen und nicht minder gefährlichen [fr en ft an der Grenze zu versehen. Ist es doch h der letzten Zeit verschiedentlich vorgekom- IseTt, daß die Schmugglerbanden von einem lM-en Aufgebot Bewaffneter begleitet wa­ren und regelrechte Feuerüberfälle auf die

I Soenzbeamten eröffneten, bei denen es Tote Imfc Verwundete gab. Zu berücksichtigen ist | nid), daß die Beamten sich vielfach in kleinen Ivctschaften befinden, wo sie wegen der Versor- liung mit Lebensmitteln vielfa^ von ihren I^uartiergebern abhängen und oeshalb genö­ßet sind, nicht bloß ein, sondern zwei Augen I ^zudrücken. Run hat die Regierung seit eini- I |tr Zeit fliegende Radfahrerpatrouillen ein» I > richtet, um dem Treiben der/Schmuggler Itiiligermaßen en!gegenzuwirken/Abec der Er- li-Li dieser Einrichtung bleibt vorläufig doch I rochst problematisch, weil die Organisation Die» Itr Radfahrerpatrouillen erst im Entstehen | ^griffen und die Zahl der^ Kontrollbeamten Ixrhältnismäßig viel zu gering ist. Richt un- Idchentlich zur Steigerung des Schmuggels Iträgt natürlich die ständig fallende und stei- »lmde deutsche Valuta bei. Die Grenzbevölke- IniTB war. t nur auf den Augenblick, wo die |R(r! tief stcht und dazu hatte sie in der |f|ten Zeit allerhand Gelegenheit um Ikßkvde und Rindvieh aller Art, die wir in »Deutschland äußerst notwendig brauchen könn- »>ev, über die Grenze zu schmuggeln. Bei der »Besserung des Markkurses wird dann dieEin- Ihijr umso stärker betrieben, die hauptsächlich Itaffee, Kakao und Tabak uxnfaßt. Die Men- Icmi, die auf diese Weise ohne Zoll aus Deutsch- Waid hinausgehen und hereinkommen, sind Wnueswegs gering, und der Schaden, der dem Iliiich dadurch erwächst, beträgt, wie schon er» |®4mt, viele Millionen.

I Niemand, der die Verhältnisse an der 1 ^tenje kennt, ist sich Der Schwierigkeiten der

hterbinoung des Schmuggels bewußt. Mer i$öa§ es in der bisherigen Art nicht weiter scheu kann, darüber ist man sich vollkommen tntg. Es wird der Reichs reg ierung nichts an» tee5 übrig bleiben, als eine erhebliche Ver­wirkung Der Gcenzzollbeamten bei der Eu- tite Durchzusetzen. Diese macht ja hier lewer H überall Schwierigkeiten. Es ist aber Mießlich nicht einzusehen, warum Deutsch- u>id immer und überall indirekte Kriegsent- Wdigungen zahlen soll, die der Oeffentlichkeik Mr im einzelnen nicht so voll zum Bewußt ^n kommen, in ihrer Gesamtheit aber Doch Nillionensummen auswachen.

Cr. 289

rer tiefcceet Nnzelaer r*beint täglich, außer <5^01, und Feiertags.

Btwgsprtif?

^»nat lid) Mari 3.60 ^VNl.- 65Trägerlohn, »-«rteljährlichMark 10 80 ir.bTlb.l.OSlrägetlobn; -nrch die Post viertel. .Mrkch Mark 12.- AchKehIich Bestellgeld, ^ern sprech-Anschluss«: iflrbie5d)riftlehungll2; 2rrlag,iSeschäftsstelle51. LÜchrift für Drahtaach. .iüten: Initiier Kietzen.

postsche-Üants:

ieawfhiri e. M. H68S

tenRoten übergeben, in denen über die R e - den des Reichskanzlers und des Mi­nisters des Aeußeren im besetzten Ge­biet Beschwerde erhoben wird. Die Roten werden dem Reichskabinett zur Stellung­nahme vorgelegt.

Man sieht aus dem Fall wieder einmal, wie ungeheuerlich die Anmaßungen der Entente geaen- über dem von ihr rechtlos gemachten Deutschland

Eine Wendung der bolschewistischen Politik?

Stockholm, 7. Dez Am 20. Dezember tritt der allrussische Rötel ongreß in Moskau zusammen. Die Frage des tritt chaftlichen Wieder­aufbaues wird im Vorbernrunb der Erörterung stehen. Die lebhafte Diskussion, die zur Zeit in der Sowptpresse und den Verjammlungen ürir die Kon e sfron en vo l i tik geführt wird, läßt barauf schließen, daß diese Frage eine große Rolle spielen wird. Man gewinnt den Eindruck, daß die Sotoictrcgiming ihre Anhänger butd) eine umfangreiche Propaganda für ihre Kompromiß- Politik, welche bnrd> die Gewährung von Kon­zessionen an Ausländer gekennzeichnet wird, nach' brücklich bearbeiten lässt Finnisck^ Meldungen, die aus Aeußermrgen der Sowjetpresie Bezug nehmen, Nolle auch davon wissen, dast die gemäßigtere Richtung in der Sowietregierung stark an Ein- sluß gewonnen habe. Das ist vielleicht nicht ganz richtig.' Doch gibt die völlige Niebcrringung der Gegenrevolution und die sehr große Wittschastsnot des Latrdes ftaglos der Sowjettegierung allen Anlaß, auf Mittel zu sinnen, durch die sie Ruß­land besseren Zeiten entgegenführen kann. Sic cheint ein-usehcn, baß sie mit itycem koinmunisti- chen Latem tatsächlich am Ende ist unb iiriliigt ein, vorerst einmal den ausländischen Kapitalis­mus durch die Sintert üre der Konzessionen wieder nach Rußland herein zu lassen. (F. Z.)

Ein politisch gefährlicher Steinwnrs.

Wien, 7. Der. (Wolff.) Ausständige Metallarbeiter, die gestern abend auf dem Schwarzenbergplatz eine Versammlung abhiellen, zertrümmerten durch S t e i n w ü r f e cäc Fenster- djeiben mehrerer Kaffeehäuser. Ein Steinwurf traf, wie dasNette Wiener (Tagblatt" meldet, das gerade vorvcifahrende Automobil des franzö­sischen Generals Hallier, der mit seiner Ge­mahlin von der französischen Gesandtschaft kam, und verletzte Frau Hallier. Der Gtaicral ftchr zur GesRndtschaft zurück, wo Frau Hollier är^ttidT $>ilfc erhielt. Laut einer amalxben Mel­dung drückte die Reg-erun«, sobald sie von dem Vorfall erfuhr, ihr Bedauern aus.

Wien, 7. Dez. (Wolff.) Zw Verletzun»^ ferner Gemahlin erklärte der franko-,t;d?c General Hol­lier der .^.len Freien Presse" zufolge, daß aus dem Vorfall keine Konseanenzen sieben werd», da es sich amgenscheinlich um eine unüberlegte Tat von aufgeregten Menschen lxrndle und ein unglück­licher Arfall eine Rolle dabei spielte.

Die Reid)$regitrung gegen veamtenftreik.

Berlin, 7. De-. (WTB.) Amtlich. Gegeru- über der in den letzten Tagen eingetretenen pas­siven Residenz einiger Gruppen von Beam ten nimmt die Reichsregierung Veranlosnmg zu betonen, daß sie in der Frage des Beamtenstrerks nach wie vor auf dem Boden der von der preußischen Staatsregierung iiy Einver- ftänbni5 mit der damaligen Reick)sregierung am 20. Februar 1920 abgegebenen Erklärung steht. Tie Erklärung hatte svlgenden Wortlaut:

Tie am 10. November 1918 gebildete preußische Regierung Hal in ihrem Aufruf an das preußische Volk vom 13. November 1918 die Durchführung der uneingeschräitkteu Koalitions- fteiheil für alle Staatsarbeiter unb Beamte als eine ihrer Aufgaben bezeichnet. Auck; die gegen­wärtige preußische Staatsregicrung erkennt das Koalitionsrecht der Beamten an. Mit bem Begriff des Koaliftonsrechts ist aber das sogenannte Streik- recht nicht untrennbar berfnmben Der Streik ist nur eines der Mittel, bte Erlangung besserer wirt schaftlicher Bedingungen durchzusetzcn und nickst das einzige zu diesem Zweck. Dafür, ob biefd5 Mittel angewendet werden darf, finb die aus dem Dienstverhältnis sich wechselseftig ergebenden Rechte und Pflichten entscheidend. Ist Damit eine allge­meine Arbeftsniederlegung nicht vereinbar, s» ist das sogenannte Stterkrecht nicht verlielstu. 3n ihrer Anwendung auf das Beamtenverhältnis füh ren diese Grundsätze oazu, daß der Beamte nicht streiken darf. Das Beamtenverhälmis rft ein Treu­verhältnis.

Da ber Staat ohne Beatttten cviigcortetet^ Leben nickst führen und üb'rhaupt seinen Willen nicht äußern kann, muß er mit den Beamten ein Ver­hältnis cingeben, das diese zur völligen Hingabe an den Staat verpflichtet. Die'es Treuverhälttris tritt auch dadurch tu die Erscheinung, daß der Beamte den Diensteid leistet. Die Gi-ienart d's Be­amten Verhältnisses kommt in wesen tlickvn Beftim- ntunren des Beamtenrechts zum Ausdruck. Mft > Rückfickst auf di- ihm der Alftiememheft gcgenülrr obliegende Pflicht ist dem Beamten das Recht V:v lagt, fein Amt willkürlich y.t v. rlassen. Demgemäß ist auch die Mehrzahl der Beamten aut Lebenszeit angestellt und kann ran im Wege des gesetzlich go regelten TisziÄinarverstch-rens cndaiSen werden.

Ferner sind die Rechte der Beamten auf ein b> stimmtes Gehall, aut Ruhe«ebalt und Snuterbtie» benenfün'orae gesetzlich geregelt uitb durch die Reichsverfaftung beonders gewährleistet Bei die- . fern besonders gearteten Verhältnis von Rechten imb Pflichten bricht ein Beamter, der streikt, , feinen Eid unb verletzt bie Amtsvflichi. oie er übernommen hat. Tas Streiten stellt ftch

45 Vf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Dreue 150 Pf Platz» vorfchrift 20°, flufJAlag. L)ouptfchriftletter- Aug. tzoetz 'jJerüntnwtM) für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: h. SMA, sämtlich in Dietzen.

Mittwoch, 8. Dezember 1920 Annahme von Anzeige« für d.« Tagesnummei oi» yk zum Nachmittag vorher

ohne jede iieetnndtzchkmt.

; T jgXÄ jtlr fk|an Wtfte

Li B jr M Anzeigen v. tz4mn> Breit«

H örtlich 35 Pf., aufwärts

Kvntrollreckst au5tibcn, fo Txrt bet föcnmte em bc* fonbers wirksames Mittel, um mit Sxlfc dreier Berttetungen feine Klagen abstellen yi laiien.

Die Auffassung der preußisckten StaalSregte- rung in dieser Frage deckt sich'mit der der Rnd>s- regienmg Tie Staatsregierung betäubtet es all ihre scllstlverstänblickte Aufgabe, pflidiltreue xk* amte vor bem Terror Streikender »u schützen, und wirb alle hieran notwendigen Maßnahmen er­greifen. Tie Reichsregienmg Tenn r-imi: Unter- fdieb anerfemieit zwischen bem Fernbleiben von ber Arbeitsstätte unb einer Vergingerruig der Ar­beit auf ber Arbeitsstätte, zwisckeir bem Strmk mtb logenanntcr passiver Ressisteir». Fn allen birfen Fällen verletzt der Beamte die, ihm obl«ktende Dienstpflicht. Infolgebes en hat er auch in allen biesen Fallen die Einleitung eines Des»iplmav^ versahrens mit bem Ziele der Dienstentlaffung mtb dem Verlust des Diensrernkommens zu ge­wärtigen.

Berlin, 8. Dez. Wie dasB. T." meldet, haben bie Postbeamten in Heidelberg erklätt, baß sie wegen Nichterfüllung ihrer firoti*- niugcn nur das allentotwendigfte Maß von Arbeft leisten würden.

Dic Fotvkrungen der Eisenbuhner.

Berlin, 7. Dez. (Wolfs - Tie Vettudie des Deutschen EisenbahnerDerbandes, tcictte Verhand­lungen über die Erhöhung berlcucrungv- zutage herbeizuführeti, erreichten, daß morgen nadmittag im Reickistag sehen beu einzelnen Verdänben unb Veeteetem ber beteiligten Rnd>5- miiiifterien über bie Forderungen der Eisenbahner verhandelt w.rd. Der Vorstand des deutsthen Eise-n- bahneroerbandes tritt morgen vormittag zu cuwr Sitzmtg zusammen, in ber bie Mrnimalforderunsar festgesetzt werden sollen.

Die Teuerungszulage.

Berlin,?. Dez. (Wolff.) DieMehrheitü- sozialistische Fraktion des Reiche-aas be- sckstoß gestern, zu bei Debatte über bte Erhöhung der Teuerungszulage für die Beamten einen Abänderungsantrag zu stellen, der auch eine (Er­höhung ber Zuschläge zum Grundgehalt und Ort»- zuichlag bis zur Grenze von 8700 Maft örunb» gehall vorsieht. Wie berVorwärts" hört, woll­ten bie Regierungsparteien ihrerseits eine mäßige Erhöhung des Zuschlags zum Grundgehalt und Ortszuschlag beantragen. Dabei sollten allerdings, nne das Matt sagt, die unutr btt rötete* Beamte* leer aus gehen.

Aus dem Reiche.

Parlamentarischer Abend beim Reichskanzler.

Berlin, 7. Dez. (WB.) Der Reichs^,zler Fehrenbach hatte zu heute abend Einladungen zu einem parlamentarischen Abend er­gehen lasten, bie ab V»9 Uhr eine Fülle von Gästen in den unteren Räumen des Kanriechauses ver­einigten. Reidispräsibent Ebert, tnc ReühSmttn- fier L>einzc, Kvch, Giesbetts, Gröner, Hermes, Scholz, Geßler, -ahlreiche Abgeordnete aller Par­teien des Reichslags, bte Mitgtieder des preußi- l'dm Staatsministeriums sowie Vertreter bes Han­dels und der Zndustrte waren erfdntnrn. An- kleinen runden Tisckten wurde ein 5*mbih gereicht,, und es entwickelte sich eine lebhafte Unterhaltung, die bis in bie späten Abendstunden Hinern wckhrle. Ein neuer Staatssekretär des Reichswehramts.

Berlin, 7. Dez. lWTB.) Wie derReichs- anzeigcr" mitteilt, ist ber Generalmajor v. ye l d- mann vom Reichspräsidenten zum Staats­sekretär bes Reichswehrministeriums ernannt worden.

Gegen Den Schleichhandel.

Berlin, 7. Dez iWolff.) Der Rechts­ausschuß des Reichstags nahm von dem Gcsetz- entivurf über bie Verschärfung Der Strgien gegen den Schleichhandel den Paragraph 1 an, ber besonders schwere Fälle mit Zuchthaus bis zu 15 Zahcen unb Geldstrase von mindestens 20 0Ö0 Mark bedroht. Ebenso nniroe Paragraph 2 ange­nommen, ber Schleichhanbel, Preistreiberei aus Habsucht, Ausbeutung wirtschaftlicher Notlage unb Verschiebung ins Ausland als besonders fchweve Falle, bezeichnete.

Die RegierungSbiDung in Sachfen.

Berlin, 7. Dez. (WTB.) Bei den Beratun­gen über bie Regierungsbildung in Sachsen erklärten lautBerl. Tagebl." die Un­abhängigen, daß sie mit drei Ministe­rien (Älltus, Arbcft und Finanzen, nicht zu» friedengeftellt seien unb unbedingt darauf 1 bestehen müßten, daß das Innenmrnistermm von einem ihrer Kandidaten besetzt werde. Diese Fordo- rung rief lange, erregt? Debatten hervor, weil die Mehrzahl der Mehrheitssozialisten mit ebensolcher 1 Bestimmtheit crflärte, auf das Jmvuminifterüim nicht verzichten zu können. Schließlich mußten bie ' Mehrheitssozialisten bem Druck ber Unab­hängigen nachgeben und ihnen bas wichige 1 Innenministerium zubilligen. Es würbe von Lipinski übernommen.

Die neue Entente-Konferenz.

London, 7. Dez. (Wolff.) DieTimes" meldet, daß für die nächste Woche eine neue Zu­sammenkunft zwischen LloydGeorge und Leygues und zwar diesmal in Frankreich be­absichtigt ist. Es soll bie Frage der Wiedergut­machung besprockren werden, lieber den Zeitpunkt und den Ott der Zusammenkunft wurde noch keine offizielle Erlläamg abgegeben, jedoch verlautet, daß als Ott Nizza in Frage steht. Es imrb er­klärt, baß die Zufammenkunst ber beiden Minister­präsidenten in Deinem Zusammenhang mit der Kon­ferenz von Brüssel stehe und sich auch in keiner Weise in bas schon biftierte Programm für bte Diskussion ber 2Btebcrgutmad)ungen Deutschlands einmische.

Die Frage der deutschen Kabel.

A m st e r b a m, 7. Dez. (WTB.) DemTele- graaf" zufolge schlug I a pan vor, bie Fva-te der deutschen Kabel in ber Südfee dem Völker­bunde zu unterbreiten.

Amerikas Protest gegen dieSchwarze Schmacht.

Neu York, 18. Dez. Auf Grund von Be- ttchten, wonach audj im Gebiete des früheren Großherzvgtums Hessen- aus dem sich die Mft» glieder des Vereins rekrutieren, die Zahl der Untaten ber schwarzen Franzosen eine sehr große ist, hat der Hessen-Darm stäbter Volks­fest v e r e i n in einer Sitzung auf Antrag von Wm. E. Sttauß einstimmig beschlossen, ein Spe-- sialtomitee einzusetzen. Das Komitee soll feinen und seiner großen Anhängerschaft Einfluß^ bei ber Bundesregierung dahin geltend machen, daß sie sich für die Entfernung ber schwarzen Truppen aus dem besetzten Gebitt Deutfchlanbs und die Be- schützung weißer Frauen und Mädchen vor den sckMarzen Unholden verwenden soll. Das Komitee wirb )ich mit den Vereinigten Deutschen Gesell­schaften sofort in Verbindung setzen, um bte ein» geleiteten Protestversammlungen tatkräftig zu un­terstützen, um die Wahrheit vor bas amettkanische Volk zu bringen. , w .

Der Beschluß crwlgte nadi Aufklärung uno eindringlichste Fürsprache des Mitgliedes Dr. Lud­wig Oberndorf, eines geborenen Heppenheimers. Dam Protrstausschuß gehören ferner an: Präsident Christ, C. Gerhardt, Vizepräsident |Dtto Rres ,Wm. Strauß, Val. Mann, Jos. Dickescheid und Henry Köppler.

Die Handelspolitik Amerikas.

Washington, 7. Tez. (WB.) Staate- jefretär Colby begründete bte Bermehrw'g ber Voranschläge für das Staatsdepartement um nahe­zu drei Millionen Dollar mit dem starken Han- delswettbewerb anderer Nattonen, bie ihre Anstrengungen, bte ausländischen Märkte zu er­obern und bie früher von den feindlichen Machten kontrollierten Märkte zu gewinnen, verstärken. Um einen höheren Grad wirtschaftlicher Erzeugung zu erreichen, sei daher ein größerer Stob von Sach­verständigen notwendig.xer für bie Unter« fudmng der Etnwanderungsfrage einge- letzte Ausschuß des Repräientontenlxruie^ beschloß, über die vom Vorsitzenden unterbreitete Einwon- derungsbill zu berichten.

General-Anzeiger für Gberhefsen

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