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morde von 215 auf 246.

** Das Lichtspielhau

Uanen.

** D ie Zahl der Todesfälle in Hessen ist lt. Mitteilungen der Hessischen Zen­tralstelle für die Lcrntesstotistik von 22139 im Jahve 1918 auf 18 549 im Jahre 1919 zurück­gegangen. Dabei stieg jedoch die Zahl der ge­storbenen Kinder unter 1 Jahr von 1740 auf 2142. Dagegen zeigt das Alter von 14 Jahren bereits eine Abnahme der Todesfälle von 1432 auf 884 und ebenso ist die Verminderung in den folgenden Altersklassen ziemlich bedeutend. Die Zahl der durch Lungenentzündung hervorgeru­fenen Todesfälle ging von 2056 auf 1442 zurück und noch größer ist die Abnahme der an In­fluenz« Gestorbenen von 3712 auf 799, weil das Jahr 1919 von einer derartigen Epidemie Der» schont blieb. Dagegen stieg die Zahl der Selbst-

Das Verzeichnis ist so anzubringen, daß die darin angegebenen Preise auch von außen sichtbar sind. Die angekündigten Preise dürfen nicht über­schritten werden und werden behördlich überwacht. Bei Zuwiderhandlungen ist neben Bestrafung ' Entziehung der Erlaubnis zum Handel zu wattigen.

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Arr» rrird Land.

Greßen, den 8. £)tt. 1920.

Fleischpreise.

Nach § 16 der Verordnung über Maßnahmen zur Sicherung der Fleischversvrgung in der lieber» gangszeit nach Aufhebung der Zwangswirtschaft vom 19 September hat nach einer Bekanntmachung des Oberbürgermei sters jeder, der Frischfleisch im Kleinhandel feilhält, ein Verzeichnis in seinem Ver­kaufsraum oder an seinem Betrrebsstano anzubrin­gen, aus dem die Verkaufspreise der einzelnen Fleischatten und -Sorten usw. ersichtlich sind.

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zeigt Ottginal -Stierkämpfe in Spanien in einem höchst interessanten Film, der kein Drama mit seelischen Konflikten, sondern eine Illustration der Wirklichkeit ist. Ein Nachmittag in der Arena zu Madrid. Eine Reche Kampfstiere messen sich mit den Menschen, jeder Stier ein anderes Tempe­rament. Zum Schluß fieat immer der Matador. Die Bilder sind groß und in nächster Nähe aus­genommen, man sieht nicht, wie sonst, nur einige dunkle Pünktchen auf dem gelben Sand, sondern die Kämpfe in . allen Einzelheiten. Besonders die Sportsleute werden ihre Helle Freude an der Kraft und Gewandtheit haben, die dabei zutage treten.

Landkreis Gießen.

u. Heuchelheim, 6. Okt. Gestern abend gegen V°8 Uhr drängen Die be in die Wohnung des Landwirts K>a l Bvlkmiann. V., Brau Hausstr. 24, ein, und entwendeten in der Wohnstube eine wahr­scheinlich größere Geldsumme. Es geschah dves während der Zeit, in 'welcher die Familie in der nctenanlietrenten .Küche ihr Abendbrot verzehrte. Von dem Dieb fehlt bis jetzt iebe Spur.

Kreis Schotten.

§ Aus dem ober. Vogelsberg, 5. Okt Der Oktober ist ins Land gezogen. Feld und Wald zeigen das Bild des Herbstes. Ueberall sucht ine sterbende Natur durch Farben von gelb und rot den Menschen für die schwindende Sommerschönheit zu entschädigen. Gleicht auch der diesjährige Herbst mehr einer liebergangszeit als der vorjährige, tjt er doch lange nicht mit solcher Schönheit um­rahmt wie im Jahre 1911. Damals standen b.i herrlichem Wetter jeden Dag Sonnenschein und völlige Windstille die Bäume bis zum No­vember in ihrem Prachtkleid. Im vorigen Jahr trat schon Anfang Oktober Frost und wenige Tage darauf Schneefall ein. Tie Bäume standen noch in vollem Blätterschmuck ein höchst seltenes Vorkommnis.

Kreis Friedberg.

Kirchgöns, 9. Okt. Am Sonntag veran­staltet der hiesige Obstbauverein hier eine äutzerft reichhaltige Obstausstellung, die sowohl von hier, als auch aus der ganzen Umgegend sich vor­aussichtlich eines recht starken Besuches erfreuen wird. Am Sonntag vormittag findet die Prämiie­rung der Früchte statt, nachmittags wird sämtliches Obst der einzelnen Sortimente öffentlich meistbie- bietend gegen Barzahlung versteigert.

Starkenburg und Rheinhessen.

mc. Offenbach, 7. Okt. Tie gesamte Bahn- Bahnlinie^nach Hanau und Frankfurt innerhalb der Stadt wird hochgelegt und unter- führt. Tas Uebcrstrhren der Geleise durch Fuhr- toerfe und das Passieren der, Fußgänger hat fick >als überaus lästig erwiesen, ganz abgesehen davon, daß auch große Gefahren damit verbunden sind. Rach Fertigstellung der Brücken, die noch vor Ein­tritt des Winters zu erwarten ist, werden bte Geleise höher gelegt. Man hofft mit den Ar­beiten, die mehrere Millionen erfordern, bis zum kommenden Herbst fertig zu sein.

Kreis Wetzlar.

ra. Waldgirmes (Kreis Biedenkopf), 7. Ott. Für die dem Amtsgerichtsbezirk Wetz- lar zußeteilten Gemeinden Hermannstein, Naunherm und Waldgirmes soll eine neue Miet einig un asspruchkammer mit dem Sitz in Wetzlar errichtet werden.

Hessen-Nassau.

Streik im Frankfurter Neuen Theater.

Frankfurt a. M., 7. Okt. (WTB.) Im Neuen Theater ist das gesamte Soloperso- "^.heute abend bei vollbesetztem Hause plötzlich m den Ausstandgetreten. Die Ur» ache ist die Entlassung des Obmannes des Be- tne56rated, die aus rein persönlichen Gründen erfolgt fern soll. In einer Versammlung des Per­lmutts. der auch der Direktor beiwohnte, wurde ohne das Anhören des Direktors der Streik be­schlossen.

Ein Finanzgenie.

fb. Frankfurt a. M., 7. Okt. Me hiesige Sicherheitspolizei verhaftete in entern hiesigen ersten

«m Bahnhof dEN 21jährigen Bankbeamten Äawb Willi Hetzneraus Kvltenbuch. Der junge M^.K?rte m feinen Ment nicht weniger als 3 009 oOO Mark m deutschem Papiergeld und sieben Kilogramm Feingold bei sich. Außerdem hatte er ch l einem Besch Brillanten von hohem Wett. Er E . dos Geld durch Valutaspekulationen dadurch tientetti haben, daß er im vorigen Jahre von einer Tonte aus Argentinien 40000 Pewns (lx/2 Mil­lionen Mark) erhielt und damit den Grundstein ru lernen Finanzoperationen legte. Bis zur Stunde gelang es dem jungen Manne jedoch noch nicht euie Gewrnne ziffernmäßig noch^uweisen, wie er ^auch wnst über seine Finoinzgebahrungert bt Stillschweigen hüllt Bezeichnend ist, daß er am Morgen seiner Verhaftung bei einer hiesigen Bonk etn anderes großes Guthaben abhob. Es liegt die Bermutung nahe, daß er nach Holland abreisen luollte. Bei einem Freunde Hetzners, der teute morgen verhafttt wurde, fand tri? Polizei 59 000 Matt bares Geld und für mehr als 250000 Mk Brillanten. Selbstverständlich befand sich in Be- meittlm, der beiden jungen Leute zwei jung? Mate Aen. Hetzner hat am Tage seiner Verhaftung ein «ulonroMI für 200 000 Mark g-Lmft u!» Lmjt eme Spritztour natt^ .Hannover unternommen

Der Wunderdoktor.

mc. Frankfurt a. M., 7. Okt. In einer ||)te|tgat großen Fabttk, die chemische Erzeugnisse herstellt, wurden mehrere Angestellte verhaftet, die Patente ch Verbindung mit Angestellten von Patentamvalten gestohlen hatten, um sie an die franzöttsche Besatzungsbehörde zu verkaufen. G handelt sich um chemische Rezepe. Zum Glück fonntf .der Plan noch vereitelt werden.

tnc. Frankfurt a. M., 7. Okt. Jrn SandL weg hat nn Metzger einen Ochsen ausgestellW der das m heutiger Zeit gewiß respektable GewüM Don sechzehn Zentnern aufzuweisen hat.

mc. Frankfurt a. M., 7. Okt Ter i.i Neuhork verstorbene, aus Fnmkfutt a. M. ge­bürtige Sanfier Wrifc Schiss hat dem jübrschea Waisenhaus 2y2 Mill. Tollar vermacht, was einem Geldwett von 16 'Millionen entspricht.

fd. Frankfurt a. M., 7. Okt. Bei emci

-?iltchen Streife wurden Mittwoch abend im Zeiträume von 30 Minuten auf der Kafierstraße nicht weniger als 60 Dirnen und hymliche Pwstttuiette aufgegriffeit. Unter dm Frauenzimmern befanden sich viele verheiratet.- grauen und auswättige Weiber, sogenannte fRetfc Dirnen, hie bie Messe nach Frankfutt gelockt hatte. 5£ie Gesellschaft wurde auf zwei großen Lastautos unter Begleitung enter riesigen Menschenmenge uach idem Polizeigefängnis gebracht. Eine heute bter vor genommene Untersuchung ergab, daß rund o0 Proz. ter Weiber geschlechts kr ank sind.

fd. Idstein, 7. Okt. Der Kreistag für den Untettaunuskreis bewilligte zur Deckung nach­träglicher Kriegsausgaben die Aufnahme eines Dattehns von einer Million Mark. Zur Ein­dämmung der Lustbarkeiten beabsichtigt der Kreis- tag die Einführung einer hohen Kreislustbar- ke ttsst euer, die neben ven öttlichen Gefällen erhoben werden soll.

)( Marburg, 7. Okt. In der Nähe vrn R.- Solzhousen wurden zwei 1'unge Mädchen tm

von 13 und 15 Jahren, die auf der Such' nach Lebensrnitteln waren, von einem Mann?, öer sich als Polizeibearnter ausgab, an- gehalten und schließlich tätlich beleidigt. Nach den. Uebeltater wird eifrig geforscht. Ein Lieber Va«r, ein verheirateter Mann aus Michelbach und ein hier bedvenstetes Mädchen, bte sich in einer D^lanstatt, wo sie beide beschäftigt waren, kennen flennt hatten, wurde seit einigen Tagen vermißt. 3efct ist die Nachricht eingetvosfen, daß sie in öer Fritzlaver Gegend, wo das Mädchen beheimatet rst, Selbstmord verübt hätten

Etn sonniger Oktober soll uns nach de? alten Bauernregeln den baldigen Eintritt hS verktmdm, denn: Ist im Oktober

ba5 fetter bdl.ro, 6nngt bat Winter ftuneu. Ist aber tm Oktober Frost und Wind toTrö Jamrar und Hornung gelind. Weiter Ä gbeickm sich aller-'

rJ^rbIl^,c6ci.. brrngt Kälte ein. Mt das Laub an den Bäumen fest, fick ftrencrer Sinter erwarten läßt Wandert die Feldes nach bem Haus, bleibt ber Frost nicht iSige aus

011 n Cflf vis St. Simonstage zerstört ber Raupenmsterplage Trägt ber .Hase lang stin der Winter auch noch weit __

E der erste «chme in n Treck, bleibt der ganze iv^ tra s,Aetn V ,?uf den Tan 5t Gillus

)( Marburg, 7. Okt. Die Maul- uni> Klauen seuche gewinnt in den Dörfern der Umgebung immer weitere Verbreitung. So wir- <rus R.-Holzhausen gemeldet, baß dort 26 Gelw'tt verseucht sind

fd. Siegen, 5. Okt. Die von der Maschinen bon-A.-G. angestellten Versuche, aus Buchenfäge- mehl durch Mischung mit Koks ein neue? ^Brennmaterial herzustellen, zeitigten recht günstige Erfolge. Die Fabrik wendet das neue Ma tertal bereits in umfassender Weise an.

solisten Verhandlungen schnieben. Am 24. Oktober folgt als zweites Koirzert ein Sonaten-Abend mit Professor Schumann und dem jungen Geiger Tho- mann (Bach, E-Dur: Georg Schumann Op. 55, D-Moll: Beethoven. C-Moll). Ihm schließt sich am 14. November ein Bach-Schumatm-Avenb des Ehe­paars Walter an. Für die O r che ste r - Kon­zerte, die, wie immer, im Stadttheater stattsin- ben und unter der Leitung Prof. Trautmanns stehen, ist das Darmstädter Landesorchester in Aus­fickt genommen. Angaben der Daten erfolgt später. Voraussichtlich wird das erste Orchesterkonzett aus­schließlich Beethoven anläßlich seines 150. Ge­burtstages gewidmet sein. Gegen den Schluß der Konzerte gelangt Bachs Johannes-Passion unter Mitwirkung des Akademischen Gesangvereins mit Orchester und Solisten hier erstmalig zur Ausfüh­rung. Die Konzerte fntben außer der Kirchenmusik und den Orchcster-?tbenden sämtlich an Sonntagen, ^nachmittags um 5 Uhr, in der Neuen Aula ber Universität statt. Eintrittskarten sinb in ber Mu- sikalienhanblung von Emst Challier, bie auch Abon- nenteneinzcickmungen annimmt, ober abenbs an ber Kasse zu haben Das ausgestellte Programm ver­heißt reiche Abwechslung imb einen hohen Kunst­genuß, zumal wenn in diesem Winter wiederum Verlangen nach eingelegten Extra ton zetten vorhan­den sein sollte, dem zu willfahren der Vorstand nicht veriäumen wird.

** Entwaffnung der Zivilbevöl­kerung. Zur Behebung von Zweifeln wird noch milgeteilt, daß Gewehre und Karabiner 88 als ablieferungspflichtige Militärwaffen anzusehen ftnb, dagegen sind nicht ablieferungspflichtig Ge­wehre 71 und 71/84.

** Der Kreisarzt Medizinalrat Walger ist von dreiwöchiger Urlaubsreise zurückgekehrt.

** Silberne Hochzeit feiern am Sonn­tag Schreinermeister Georg Haubach und Frau, Käthe, geb. Büttner.

** Milchbelieferung. Die Milchemv- faTtger, beren Katte auf Vs Liter lautet, können in dieser Woche nicht beliefert werben. Gegen Abgabe ber Milchmarken, bie auf Vs Liter (42. Marke vom 11. unb 15. Oktober 1920) lauten, kann vom 9 bis einschließlich 14. Okt. je eine Dose kondensierte zuckerte Vollmilch, die Dose zu 9.75 Mk., in Empfang genommen werden.

i Freibank. Morgen mittag von bts 3 Uhr werden die Nummern 2501 bis 2600 beliefert.

* Nachnahmen und Po ftanwei- sunaen bis 5000 M k. Nachnahmen sind letzt durch eine Aenderung der Postordnung bis zu 5000 Mk. zugelassen worden. Der ein- g^zogene Betrag kann durch eine Postanwei­sung in dieser Höhe zurückgeschickt werden. Dre Gebühr dafür beträgt soviel wie für einzelne Anweisungen zu je 1000 Mk. Gleich­zeitig werden die Absender verpflichtet, nicht mir Nachnahmekarten, sondern auch jeder an­deren Nachnahmesendung eine Postanweisung ober Nachnahmezahlrarte haltbar befestigt beizufügen. Private Vordrucke müssen mit den amtlichen genau überetnstimmen. Die Vordrucke sind vom Absender vor der Auf­lieferung auszufülken. Der Absender wird jetzt dafür verantwortlich gemacht, daß darin ter Empfangsberechtigte richtig bezeichnet ist Abgesehen von Wertbriefen kann die An­weisung oder Zählkarte in besonderen, an der Sendung angebrachten Taschen beigefügt werden. Lose bergefügte Vordrucke sind durch Klebeleiste, Klammern oder Umschnürung an ter Nachnahmesendung haltbar zu be- feftigm Stecknadeln sind nicht zulässig. Die Poft ist nicht verpflichtet, im Landbestell- bezrrk Sendungen mit einer größeren Nach­nahme als 1000 Mk. dem Empfänger ins Haus zu bringen.

sämtlichen Zöglinge wären in Homburg gewesen unbrair zwei hätten ganz unbestimmte Aussagen über eine zeitweise kleine Besserung ihres &iSn- gemacht. Gesehen hätten sie aber fernen Augenblick Wasmarm versuchte den Redner am Weitersprechen öu hindern, verwickelte sick auch in einige ljanb» oreiffiche Auseinandersetzungeii mit Gegnern feiner tiebre und mußte sich schließlich vor der Shit öa Zuhörer, die sich teilweise um ihr Eintrittsgeld qe- tncllt sahen Wasmann ließ sick seine Weis bei, mit. 4 brs 6 Mk. bezahl n in fist verschlos en ytebenräume zurückzeyen. Die Versammvung verfiel dami der Auflösung.

Der Magistmtskonflitt in Hannu.

X Hanau, 8. Okt. Die gestrige Stadtver- ordn et en sitzung war einberufen worden zm Beschlußfafiung über eine Vorlage, für bie vor­läufige Fortführung ber Straßmbalm die bis Güte November erforderlichen- Drittel zu. bäoüli> gen, ba man hoffe, daß in bet Zwischenzeit über bte Uebernahme ber Straßenbahn auf bie Stabt endgültig Beschluß gefaßt werden wird. Dic StraßeTibahn-Aktiengesellfchaft hat im abgelaufenen Grschaflsiahre mit einem Verluste von 379 272 Aart! -abgeschlossen. Die Stadt Hanau besitzt bi- Mehrzahl des Aktienkapitals und hat zur Fottfüh- run$ des Getriebes im abgelaufenen Geschäftsjahre bereits einen Vorschuß von 290 000 Mark ge. lecket In der Stabtverortmetensitzung kam c? rrmächst über bte Frage, ob bie Sitzung ösfentliä ober nichtöffentlich abzuhalten fei, zu einer er. regten Geschäfts orbnungsbebatte.

die Oesfintlichreit hergestellt worben war erklärte bet Vertreter ber kommunistischen Pattei, leine Fraktion erblicke in bem erneuten Vorgehen des mit bem Mißtrauensvotum belasteten Mo. gistrats, an die StadtverorbnetenversammlungVor- lagen gelangen zu lassen, eine Provokation. Zn der Angelegenheit der Straßenbahn wurde die Frage, ob der Konkurs zu beantragen fei oder nicht mehrfach erörtert. Stadtv. Rechtsanwalt Tr Nuß­baum erklärte, eine Notwendigkeit, so sott ben Konkurs zu erklären, liege nicht vor. Bei ber werteren Aussprache erklärte ein Wortführer btt kommunistischen Fraktion, baß von bem zweite«. Bürgermeister Dr. Müller unb bem Stobtverord- netenvorstcher Deines bie Verhandlungen einseitig geführt würben. Et beantragte, daß bas Miß- trauens Votum, das gegen ben Magistrat wisgesprochen worben sei, auch auf den zweiten Bürgermeister Müller imb ben Stadtverordnetem Vorsteher Deines ausgedehnt werbe. Hebet biefai Antrag wirrte sofort abgestimmt. Die Mehrheit sozialrsten unb die Kommunisten stimmten für den Anttag, ter angenommen tourte. Ztoeiter Bürger­meister Müller und Stadtverordnetenvorsteher Demes verließen sofott den Sitzungssaal. Dir £>tbung tourte geschlossen, ohne daß ein Beschluß über einen. Beratmigsgegenstanb gefaßt toorben war. Die Sitzung verlief außerortentlich erregt.

§ Aus bem oberen Vogelsberg. Die Kar tof felern te geht ihrem Ente zu. Der E>- trag ftrnn als ergiebig betrachtet werten Die Ab licferungen werden gern geschehen. Der Preis ist auch annehmbar. 9htr darf nichts versäumt rvec- ten, damit aller Wttanspott schnellstens erfolgt ^md fwtt vmMtten geht damit nicht erst wieder Frost die Erdapfel zunichte macht. Dies war in vorigen Jahre em Hauptgrund, warum man nicht liefern wollte, denn ter Erzeuger sah voraus, daß ^-r^Kuf-er.nnitber?eytt3 Semacht wurden und der^tadtbcvölkerung doch nicht als vollwertig ge- flebat werden konnten. Es ist ja wohl richtig, daß her Fr^st Ku früh ein setzte, doch wüst auch de- Wahr- r1lt. V?.r. R/'ust verbleiben. Der Transport wirrte zu feine1 ,x>at begonnen.

** Konzertverein. Der Kvnzettverein er­öffnet die Reihe feiner Konzerte, etwas früher als sonst, am Sonntag, bien 10. Oktober, mit einem Kammermufik - Abend des vortrefflichen Schörg-Quartetts aus Würzburg. Im gan­zen sind 10 Konzerte, in der Verteilung auf So- liftenatente, Kammer-, Kirchen- unbOrchesdermufik vorgesehen. Ste werten alle von erftflanigen Künst­lern bestritten, die unter den heutigen Verhältnissen zu gewinnen feine leichte Aufgabe war; es sei in dieser Beziehung an die sehr erhebliche Steigerung aller Honorare, an ben Zeit- uüb Kostenmifwanb tes Reisens imb andere Hemmnisse erinnert. Trotz­dem sind bis jetzt außer dem schon genannten Schörg-Quattett verpflichtet Worten: Georg A. Walter (Tenor) und Frau Elsa Walter (Kla­vier) aus Berlin, Prof. Georg Schumann (Kla­vier) aus Berlin und .Konzertmeister K. Tho- mann (Geige) aus Düsseldorf, ter jugendliche, schon im Glanze höchster Meisterschaft stehende Ber­liner Pianist Paul S chra m m, Prof. Szigeti aus Genf mit Prof. Josef Pembauer (Klavier) u. a., während mit dem Wendling-Quar­tett und mit mehreren bedeutenden.Gesangs-

Mitwirkung ber Polizei bei der Umsatzsteuer.

Bei ter Erh-bung ber Umsatzsteuer soll auch bte Polizer mitwirken. Insbesondere gilt dies für Den Straßen Hantel. Schon die Ausführungsbestim- rnungen zum Umsatzsteuergesetz sehen ein Zu­sammenarbeiten mit den Landesbehörten, ins­besondere den Polizeibehörden und den Behörten vor, die sich mit der Bekämpfirng tes Wuchers und ter Preistreiberei befassen. Die Ortspolizei soll dem Umsatzsteueramt alle Personen mitteilen, die von Gasthöfen, Pensionen usw. als Neuankömm- Imgr gemeldet werden und von denen sie weiß ober vermutet, daß es sich um Kaufleute ohne inländische Betriebsstätte hantelt, die sich zum Absch" von Geschäften im Orte aufhalten. Auch dte Astermieter sotten gemeldet werten. Diese Mit­wirkung ter Polizei ist aber nicht bindend an- geoebnet, ba sie besonters in ben Großstädten kaum durchyeführt werten könnte. Die Ausfüh­rung soll vielmehr zwischen den Leitern ter Umsatz­steuerämter und den Polizeibehörden vereinbart werden. Der Reichsminister der Finanzen hat die Umsatzsteuerämter angewiesen, Besprechungen her­beizuführen und mit der Polizei dauernd zusammen- zuwirken. Die Ueberzeugung von ter Notwendig­keit eines engen Zusammenarteitens müsse Ge­meingut ter Umsatzsteuer- und Polizeibehörden werden.

Westeuropäische Zeit im besetzten Gebiet.

Die Eiseubahndirektion erläßt folgende Be­kanntmachung :

Zum 24. Oktober 1920 wird für die Eisen- bahuen im brietzten Gebitt die westeuropäische Zeit mietet ringe führt. In der Nacht vom 23. zum 24. Oktober wird daher dort die Gfenbahnuhr von 12 auf 11 Uhr zurückgestellt. Die Stunde von 11 bis 12 Uhr nachts erscheint demnach doppelt. Für das bürgerliche Leben soll die mitteleuropäische Zeit beibehalten werten.

Die Wiedereinführung ter westeuropäischen Zeit für die Eisenbahnen ist somit eine betriebs­technische Maßnahme, die zwar in den zu veröffent­lichenden Fahrplänen äußerlich zum Ausdruck kommt, durch bie aber das Verkehrs leben int Nah­verkehr im allgemeinen nicht berührt wirb. Für Hantel unb Industrie liegt demnach fern Anlaß wr, eine Aenderung in der Festsetzung der bis- erignt Arbeitszeiten eintreten zu lassen. Vielmehr rst es zur Vermeidung von Zugverlegungen unb ' Zugvermehrungen imb bannt Mr Einschränkung tes Koh len Verbrauchs dringenb geboten, an ter mit­teleuropäischen Zeit im bürgerlichen Leben festzu- halten. Die gvaewvättige Lag« ter Personenzüge spricht, soweit dies in ter jetzigen Zett betrieblich zu erreichen ist, den Bedürfnissen tes Berufs- perkehrs: sie soll auch im Winterfahrplan mög­lichst aufrecht erhalten werden. Zugänterungen ge­ringen Umfangs werten nur tert vor genommen, roo die Wahrung wichtiger AmsckLusse dies erfordert.

Bei Beibehalttmg ter gegenwärtigen Arbeits- emtetlung nach mitteleuropäischer Zeit auch im Winter werten die im besetzten (Miet wohnenden und auf die Eisenbahn anamriefenen Berufsreisen- ten deshalb nicht benachtettigt, weil die Personen­züge tm besetzten Gebiet im allgemeinen nach west­europäischer Zeit 1 Stunde früher als in ter Som- merfahrplanzeit verkehren sollen, und daher die sie benutzenden Personen an ihrem Zielorte nach mit­teleuropäischer Zeit ankommen und abfahren wie bisher. Dir Eisenbahnuhven werten, solange die westeuropäische Zeit angeordnet bleibt, gegenüber den übrigen Uhren, die aller Voraussicht nach und auch zweckmäßigerwrife die mitteleuropäische Zeit zeigen, eine Stunde nachgehen. Hiernach wird man sich bei einiger Aufmerksamkeit in den ersten Tagen nach dem Uebergcmg leicht gewöhnen.

Die schwarze Schmach.

Farbige Franzosen am Rhein, em Notschrei deutscher Formen, sv nennt sich eine BarschÜre, die irunmehr in zweiter Auflage (Ver­lag H<ws Robert Engelmann, Berlin) üoriiogt unb mm ter Rheinischen Focruenttga, Vereinigung aller grdfceren rheinischen Frm-enverbänte jeder Pottei- rtdmrnfl unb jeten Glaubensbekenntnisses hn Rhemlanbe herauSgegeben Worten ist. Das Heft Ahälr in vvvdokottarischer Form 15 Falle von NvlMcht 19 Falle von NvtMchtsversuch. 20 Fälle . von Ueberfall unb 7 Fälle von Sittlichkeitsver- geben an Knaben. In ban Vvrwott heißt es ua :

Hme Auslese aus ben Fallen unerhörter Bergewaltig>.mgm, welche bie schwarzen 1 Präckrianer bos fvanEchen Imperialismus an un8 verübt haben, und denen roir jederhrit ousae- 1 letzt sind. Jung« Mädchen sind von der Strafe ' roeggeschteppt Nwrbeu, unt der bestialischen Wollust asttkamscher Wüten zu dienen. Töchter unb Ehe- Tmuaijüuroen m ihren Wohnungen von Farbigen überfallen unb geschändet, rntf bem Felde arbeitende . Kamen bet ihrer Arbeit em Opfer tierischer In- ! ftmTte, unb selbst hvchbetagte Greisinnen waren vor ihnen nicht sicher.

. Die Fälle, die wir cmhählen, sind nur ein - kleiner Teil tever, d« sich wirklich erei^-tt haben: ater sie find olle einwandfrei beglaubigt. Wir - haben bte Namen unserer Schwestern, bie tri« trellte Schmach getroffen hat, die eine weiße Frou treffen kann, nicht voll zu neunen gewagt, um dic Unglücklichen zu sckvnen, wir hoben ntandie Namen und Ottsangaben ireggelmfen, um bie Zeug:« un­serer Schande nick ter Racke des fran^incten , Mitttarismu - preiszugeten. Wer aber nackprüfin will, der toenbe sich an uns, und lotr werten ihm die Dokumente vorlegm. in te '»'n die irauri-ie Wahrheit uit!c*rc3 Uneckückes bckviesen (teilt.'

Gegen di- schwärte Schmach wurde allerorten 1 nickt nur in Deutschland, scl-on vie bewro .</ :r geschrieben. Auch in Gießen beabsich. ig u süm ll v-v!

, Frauenmreine bi? Bevöll'erung zu einer M ' .

v'lten Nundteüimg aufzurufen. Nähe ces über 0.. c l

mc. Frankfurt a M., 7. Okt. Zu einem -1» ' ^bTShef,CTOr fagt- nttwickeltr

-1(6 äm gestiegen Mittwoch bie von Taufinten be- ucfite Verkammluna tes Nalurapostels Karl Was- t.-irnann tm Zoolomicken Gatten, ter über Sviri- f'smus -gw den Wundcrbokwr von Bad Hvm^rg ollen wiack. schon als Wasmann einen Lehrling vor- >ncT Mir1 Wundermmm seinen Buckel weg-

- ' jhabe, gab cs entrüstete Zwischenrufe imb ° Tumittr steigerte, als

oei ^Jirertor oct BItndenirnstalt bekundete.

$wte|itoeriammbmg, bie wohrschernsich am 14. Ok­tober stattfmdeu wird, Itrid) noch rechtzeitig bekamt t- gegLben.

Veranstaltungen.

_ , Freitag: Stadttheater, 7 Uhr, Menagerie. Cas4 Leib, 8 Uhr, .Kouzett unb Vorstellung ber Medick-Meidinger. Hotel Einhorn, 8 Uhr, Variete unb Mngkämpfe. Lichtspielhaus,Ori- ginal-Stiettämpfe in Spanien" unbDie Peru­anerin". Lichtspiele, Seltersweg,Luftpiraten" unbRusernanns Brautfahtt".