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Erster Blatt

170. Jahrgang

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reicht wird.

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Iick)erheit für die durch englische......,

geleisteten Darlehen gedacht. Das Gold solle nur im Falle der Nichteinlieferung der Waren mährend des lause irden Finanzjahre-'»

ihre Bereitwilligkeit und Nützlichkeit bcnxnfcn müssen. In der noch immer durch Mangel und Knappheit jeglicher Art wichtiger Lebensbedürfnisse gekennzeichneten Lage unserer Wirtschaft und Volksernährrmg dürfen auch die kleinsten nrirt schastlichen Werte nicht verloren gehen. Bei der

Zur Präsidentenwahl in Amerika.

Paris, 7. Ott. (WB.) DasJournal des Debats" veröffentlicht eine Meldung aus Neuyork, nach der sich Hov ver von Wil­son abgewandt habe und nunmehr den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Hardinge unterstütze. Die Wetten für Har­bin ge stünden gegenwärtig 6:1.

London, 8. Okt. (WTB.) Reuter ver­nimmt, daß die Antwort der Sowjet- regierung auf die Rote Lord Curzons über die britischen Gefangenen und die bolsche­wistische Propaganda nicht vollkom­men zufriedenstellend ist, da von der Sowjet­regierung keine Zusicherungen gegeben wov- dcn sind. Allem Anschein nach wird eine neue Rote nach Moskau gesandt werden.

London, 7. Okt. (Wolff.) Krassin sandte einen langen Brief an Lloyd George, worin er im einzelnen die Be­dürfnisse Rußlands an Rohstoffen und Fa­brikaten darlegt. Krassin besteht auf dem

benutzt werden. Die englischen Finanzkreisc stehen diesem Vorschläge nicht günstig gegen über.

2fiis dem Reich*.

Der Zusammentritt des Reichstags.

Berlin,?. Okt. (Wolff.) Der Reichs- t a g tritt am 19. Oktober, nachmittags 3 Uhr, wieder zusammen.

Der Reichskanzler an die Technische Rochilse.

Zum einjahrigenBestehenderTech- n ischen Nothilfe har der Reichskanzler dieser freiwilligen Arbeitsgemeinschaft sär eine anläßlich dieses Tages herausgegebene Sonder­nummer der ZeitschriftDie Räder" folgenden Ausspruch gewidmet:

Am 30. September 1920 blickt die in der Technisckten Nothilfe vereinigte freiwillige Arbeits­gemeinschaft deutscher Männer und Frauen auf ein Jahr ihres Bestehens zurück. In der Zeit schwerster Not des Vaterlandes als ein Behelf zpr Milderung drohender Schäden für das Ge­meinwohl entstanden, Hal sie seitdem in zahl- rrich'n Fällen allerorten immer wieder* erneut

MMvst I , iS.0kt.de'. | npir« |

Mitwiickung und Zustimmung neue Ausgaben nicht übernommen werden dürfen, ist eine Finanzgeda- rung möglich, wie sie die Lage der Reichsftnanzen zur unabweisbaren Pflicht macht. An die Reichs- v^giernng richtet der Reichsr<u daher dl. Bitte, chre Entschließung so zu gestalten, daß das Ziel, den Finanzmlnister mit den zur Durchführung ftrengiter Sparsamkeit bei den Reichsausgaben entbehrlichen Machtbefugnissen auszustatten.

'"inun Oktober m» en, l33), ^ten (ij. i'fet 5* a«» k j

Der waffenftillftand zwischen Rußland und polen.

Pa ris, 7. Okt. (Wolff.) Havas. Die Blätter kommentieren bereits das Waffen still st ands- abkommcn zwischen Rußland und Polen. Der Petit Parisien" glaubt, daß man Grnno SU der Annahme habe, daß die noch nicht bekann­ten Bestimmungen des Abkommens Polen voll und ganz Genugtuung geben würden, weist aber auf die Gefahr hin, die für die Armee W r a n - gel entstehen könnte, wenn die Sowjets die jetzt gegen Polen frei werdenden Truppen zu einem Schlage gegen Wvangris Arme? zusammen zögen. TasIourna l" rät zu Vorsichtsmaßregeln, um den Bolsck-ewismus zu verhindern, T.inter der Pa­rodie einer Unabhängigkeit der Ukraine und Weiß­rußlands die Rückkehr zur Offen sir« rorznbereitcn. TasEcho de Paris" meint ebens.ffs. doß Moskau seine imperialistischen Ziele hin sittlich der Uf.aine noch nicht aufgegeben habe. TerM -r - tin" verweist auf die seit einiger Zeit durch tue Sowjets versuchte Propaganda, durch Radiotele­gramme, die die Sozialis'.en aler Läud.r gegen einen angeblich von Frankreich drohenden An­griff auf die Hajen des Schooarzen Mewes aut* lulx^en ver'uck/ten. Temgeg-onüber betont das Blatt, Fwanlvcich denke an feine derartige Ope­ration.

Ein bevorstehender Präliminarfrieden.

Kopenhagen, 7. Okt. (WTB.) Einem Tele­gramm airi Riga zufolge wird die Unterzeichnung des Präliminarfriedens zwischen Polen und Rußland am Freitag in einer öffentlichen Sitzung erfolgen. In polnischen Unterhändler­kreisen wird erzählt, daß die Bolschewisten die polnischen Vorschläge in allen wesentlichen Punk­ten angenommen haben. Tie ostgal irische Frage ist in den Verhandlungen ausgeschlossen. Tie Grenze wird westlicher gelegt, als von der Svwjet- delegation vorgesch.agen wurde. Die russisch-ukrai­nischen Unterhändler dagegen behaupten, daß das Abkommen auf der Grundlage der polnischen Mini- malforberungen zustande tarn, die mit der Er­klärung des allrussischen Exekutiv-Zentralkomitees zusammenfallen.

Die englisch-rnffischen Verhandlungen

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3u würdigen.

Brüssel, 7. Okt. (WTB.) Finanzkon- ^erenz. Betreffend des internationalen öandels spricht Sie Konferenz eine Reihe von Täuschen aus An erster Stelle drückt sie ihr Vertrauen ans. daß der Völkerbund keine Ge- ritenfcit vorübcrgc^en lassen wird, die oölftee Wiederherstellung und mrbedingte Aufoechterhal- tung des Friedens zu sichern. Zum yoeiten vw- schert die Konferenz, daß die Besserung der Finanz- äge in hohem Maße von der allgemeinen Wieder- ^crit^ung eines guten Einve.-nehmens ;a ischen »en Völkern abhängt. Drittens scheint es ihr er» vümcht, daß jedes Land danach strebt, die vor

Kriege bestehende Frei

stellen Viertens betont die Konferenz ihre lieber» seugimg, daß der Mangel an Stetigkeit der Wechselkurse geeignet ist, die ordnungs­mäßige Wiederaufnahme des Außenhmt> ls schloer zu becinrrächtigen. Fünfteris .vürb: die .ftOn- fereitg jede Maßregel freudig begrüßen, die geeignet wäre, von dem Völkerbunde ge raffen zu nierbi-n, damit die Länder, die augenblicklich nicht imstande sind, die für.ihre Wiederherstellung nö­tigen Stoffe zu taufen, vorübergehend Hanoelssre- dite auf bewährter und für diesen Zweck geeigneter Grundlage erhalten könnten. (Anm. des WTB.: Die sechste Aeußerung fehlt.) Siebtens drückt die Konferenz die Ueberzeuguwr aus, daß es für die Wiederl)erstellung des Handels zwischen den Völ­kern eine Lebensnotwendigkeil ist, daß diegroßen Verkehrswege der Welt wieder ver­bessert imb beniünftig nutzbar gemacht merben. Was die internationalen Kredite angeht, so schlägt die Konferenz, um es den verarmten Völ fern, die zur (Erlangung von Krediten zu vernünf­tigen Bedinrungeil auf dem internationalen Markt und zur Gewinnung von Vertrauen unfähig sind, zu ermöglichen,' sich die Hilfsmittel für ihre a!levnotivmdigste Eiitfnhr zu schaffen, die Einsetzung eines internationalen Ausschusses unter der Auf­sicht des Völkerbundes vor, deren Mitglieder von dem Völkerbnndrat ernannt werden sollen. Dieser Ausschuß würde nach Prüfung der fachtichen Bürg­schaften, rvelche jene Ernftihrländer zur Sicherheit der Hande lskrerite, die ihnen von den Ausftlhr- länderrr gewährt werden könnten, stellen ivürden, aus. eigener Machtvollkommenheit den Goldwert der Kredite festsetzen, welche er zu gestatten geneigt wäre und auch die Einzelheiten dieser Operation ftst- setzen.

Brüssel, 7. Okt. (WTB.) Die Finanz- konserenz hat einstimmig die Entschließungen des Berichts der Kommission für die inter­nationalen Kredite angenommen. Präsi­dent Ador teilte mit, ihm sei ein Vorschlag auf Schaffung ^ines ständigen Organismus zugegan­gen, der die Ausführung der Entscheidungen der Konferenz in die Hand nehmen soll. Uebrigens hätten alle Ausschüsse ähnliche Wünsche geäußert. Es gehöre nicht zur Zuständigkeit der Konferenz, eine solche Einrichtung zu schaffen, aber sie könne sie befürwortend dem Völkerbund überweisen. Der Ausschuß -für die Verteilung der Ausgaben des Völkerbundes hat ebenfalls einen Bericht abgefaßt, der dem obersten Rat übermittelt roerbat wird. Morgen findet die Schlußsitzung statt.

Brüssel, 7. Okt. (Wolff.) (Frn'anzkon- seren z.) Tie van der Kommission für in­ternationalen Kredit unter dem Vorsitz 4on Eellier einstimmig angenommene Reso- lution erklärt, die Kominissian habe anerkemrcn müssen, daß fein System, für sich genommen, den «armicracken Bedürftissen der verschiedenen Läu­ter entsprscliei'. könne. Tie Kommission ernvsrhl tzaher dem V^lkerbundsvat die so genden Ri."i)l- tnicn: Tie interna Zonale Organisation fei "den Staaten zur Verfügung zu stellen, die zur St- «tenmg der Bezahlung wichtiger Einfubren^Kre- tzite in Einspruch zu nehmen wünschten. Die Staa­ten hätten Bürgschaften zu geben, die sie <ls genügend für die Kredite eradyteri. Mit der iiknatijnalen Organisation hätten sie sich üb-t $e Bei)iugung.rn zu verständigen, unter denen die 'Sütgfdbait-n zu verwal en wwen. Sckatzscheine, teren Ausgabe unter diesen Bnrgscka'len zu ec- ftlgen hätte, batten als weitere Sickerung der Kee- ibrte Mir .Deckung der Wareneinkän'e zu dienen. Der Zweck biete* Planes ist, den Staaten die Er- Mgung Den Hand lskrediten für ihre Angehörigen 3u erleicktem. Ter Völkerbundsrat wurde einen 1 us sch von Fi auzinännern und Geschästs- Imten zur Ausarbeitung der Einzelheiten ernen- ten können. Tie Kommission wurde daraus hin- tewjesen, daß man zu besseren Er gekniffen kommen 5nne, wenn die als weitere Sichermig dienenden Sdbai'f eine urt?r internationaler Qxranhe stär- len. Tie Kommission stimmte dem bei. «re hrt ich mit diesem Vorschlag befaßt und ihrer Awicht fad) hätte der in Aussicht genommene Ausschuß ^ie Möglichkeit der Anwendung dieses Vorschlages

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Der »irtzeuer He$d«f eri^eiHt täglich, außer Soen. un6 Feiertags.

Serugrprcise

Monatlich 3.60 ^MK.-.65Trägerlohu, Vierteljährlich Martz 10 80 gxbtmh.l.flSTrägerlohn; durch hi« V»ft mertel. jährlich Martz 12.- au»schü«ßlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: ttr>ie5<f)riftteitungll2; Verlag,Geschäftsstele 51. «eschrfft f*r vruhtnach. richte»: Luvißer Sietzeu.

poftscheckfoato: $reit|*rt a. HI. 11686

Eisetchahwtnaterial, foltne auf Maschinen, Werkzeuge, Lastautos, elektrische Maschinen, chemische Produkte und Arzneimittel von England übernommen werden könnten. Tie Sowjetregierung schlage nicht mehr die Be­zahlung in Gold, sondern in Waren vor. Das

Zrettag, 8. Moder 1920 Annahme von Anzeigen fir die Tagesnummer bis jum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Srtis für [ mm höh« für »zeigen o. 34 mm Breite örtlich Pf., auswärts

der Kranken wird Schwachen, mit sich bringen. Es ist außerordentlich erfreulich, daß sich in dieser schweren Zeit eine stattliche Anzahl deutscher Männer und Frauen bereitfinden, um unter Zu' rückstellung der eigenen Person und durch lieber- nähme persönlicher Mühen und Gefahren das Wohl der Allgemeinheit sichern zu helfen. Wenn dieser in der Tätigkeit der Technischen Nothilft sich Wiederswiegelnde tiefere Geocmfe:Einer für alle, alle für einen", der zugleich das Kernstück unserer charitativen Nächstenliebe ist, von der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes ritfyiig erfaßt ß-in wird, dann kann die technische Nothilft ihre übernommene Aufgabe als erfüllt anfthen zurücktreten. Dann wird auch das deutsche Volk an der Schwelle eine, besseren Zukunft stehen."

Rtichswirtschliftsministcr Scholz in München.

München , 8. Okt. (WTB.) Reichswirt- fthaftsminister Scholz ist heute zur Be­sprechung über wirtschaftspolitische Fragen hier eingetroffen.

Der Gesetzentwurf über Groß-Berlin.

Berlin, 8. Okt. (Wolff.) Die preußi­sche Landesversommlung nahm in dritter Le­sung die Novelle zum Gesetzentwurf über Groß-Berlin mit 161 gegen 123 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen unter Ablehnung der Abänderungsanträge der Un­abhängigen in der Ausschußfassung an.

Der Streik in der Berliner Presse.

Berlin, 7. Oft. (Wolff.). Die Ber­liner Presse ist heute früh zum großen Teil erschienen. Nicht erschienen sind die Blät­ter der Verlage Scherl, Ullstein, Mosse, ferner die ^,Post", dieTägliche Rundschau" und dieDeutsche Tageszeitung"

Berlin, 7. Ott. (Wolff.) Der Be­triebsrätekongreß hat eine Ent­schließung angenommen, worin er angesichts der Aussperrung im Berliner Zei- tun gs ge werbe die Solidarität der Ar­beiterschaft betont und die Sache der Ar­beiter im Berliner Zeitungsgewerbe für die Sache der Arbeiterschaft von ganz Deutsch­land erklärt.

Ein Gewaltftreich im Märkischen Elektrizitätswerk.

Berlin, 7. Okt. lWolff.) Von der Direktion des Märkischen Elektrizr- t ätswerkes wird mitgeteilt: Nachdem am Montag im Kraftwerk Heegermühle des Mär­kischen Elektrizitätswerkes die Belegschaft itt einen wilden Streik getreten war, der von einer Minderheit durch Terror erzwun­gen worden war, gelang es durch Vermitte­lung der Gewerkschaftsführer die Belegschaft zu einer geheimen Abstimmung zu bewegen, die mit überwältigender Mehrheit die sofor­tige Aufnahme der Arbeit beschloß. Die Ar­beit wurde darauf am gleichen Abend wieder ausgenommen. Die Rädelsführer der Bewe­gung, die unter dem NamenRevolutionäre Betriebsorganisation" marschiert, holten dar­aus aus den umliegenden Industriebetrieben ihre Anhänger heraus, eroberten in Stärfe von tausend Mann das Kraftwerk, zwangen die Belegschaft zum Verlassen des Betriebes, bildeten einen Aktionsausschuß und legten die Stromlieferung an die gesamte von diesem Kraftwerk versorgte Industrie und Landwirtschaft still. Nachdem durch ein star­kes Aufgebot von Sicherheitspolizei die auf­rührerischen Elemente vertrieben und das Kraftwerk der Betriebsleitung des Märkischen Elektrizitätswerkes wieder übergeben war, wurde zunächst zur Aufrechterhaltung der le­benswichtigen Betriebe der Notbetrieb durch die technische Nothilfe ausgenommen. Nach­dem jetzt genügender Schutz für die arbeits­willige Belegschaft bereitsteht, ist mit der Wie­deraufnahme des vollen Betriebs zu rechnen.

Warum bedarf Deutschland Der Kolonien?

Stuttgart, 7. Ott. (WB.) Ter frühere Gouverneur von Deutschostafrika, Schnee, hielt am 6. Oktober im hiesigen Verein für Landelsgeogravhie und Förde­rung der deutschen Interessen im Auslande vor einem großen Auditorium einen Bor- trag über das Thema:Warum bedarf Deutschland der Kolonien?" Schnee, der als einer der bedeutendsten deutsch^ Kolonial­politiker wie fein Zweiter berufen ift über diese wirtschaftliche Lebensfrage Deutschlands zu urteilen, legte dar, daß Deutschland in der jetzigen traurigen Wirtschaftslage mehr denn je auf Kolonialbesitz angewiesen sei, den es zur Gewinnung billiger Rohstoffe, als Absatzgebiet, sowie zur Aufnahme seiner überschüssigen Votkskraft benötige.

Ergebnisse der Brüsseler Konferenz.

Die von der Finanzkonferenz eingesetzten Kommissionen haben ihre schriftlichen Be­ruhte zur Beschlußfassung vorgelegt. In der Veffentlichkeit werden in erster Linie die Re­solutionen der Immissionen für Staats- iinanzen und für das internationale Kredit­wesen von Interesse sein. Es sei hier be­sonders auf den Bericht der dritten Kom- uission, die über den internationalen Han­delsverkehr zu berichten hatte, hingewiesen, velche als einzige Voraussetzung für einen ordnungsmäßigen Handelsverkehr den Frie­den im Aeußeren und Inneren for­dert In dem Bericht der ersten Kommission über die Staatsfinanzen werden die Grund­sätze aufgestellt, die für jede ordnungsmäßige Budgetwirischast Geltung haben. Zur ordent­lichen Finanz wirtschaft gehöre die Ansvan- mmg aller (Steuerquellen und die Pflicht, die Ausgaben zu beschränken, sowohl von feiten des Staates als der Privaten. Es wird 'besonders eine strenge Einschränkung der Ausgaben für Rüstungszwecke gefordert. Die Kommission schlägt der Konferenz vor, den Völkerbund zu bitten, daß er sobald als möglich mit den Regierungen unterhandeln möge, daß eine allgemeine Beschränkung der Rüstungen erfolge. Die Pflicht gebiete, den verarmten Völkern der Welt keine Lasten in dieser Hinsicht aufzuerlegen. Weiter spricht sich die Kommission gegen die Anwendung künstlicher Mittel, um die Preise der Lebensmittel und andere Bedarfsgegen­stände herabzusetzen, aus. Eine Stabilität in der Finanzwirtschaft würde nur gewonnen werden können, sobald das Wirtschaftsleben) gut im Gange sei und sobald gearbeitet und gespart würde. Auch der Bericht der 5. Kom­mission über das internationale Kreditwesen betont, daß der ordnungsmäßige Kreditvec- kchr sich .nur entwickeln könne, sobald unten kn Völkern wahrer Friede herrsche. Jede llnterftützuna mit Krediten dürfe daher auch nur in den Ländern gewährt werden, die mit ihren Nachbarn in Frieden leben und im In­nern der Wirtschaft und der Arbeit in Ruhe nach gingen. Im übrigen hat diese Kommis­sion ein umfangreiches Projekt ausgearbei- trt, wonach ein besonderer internationaler Or­ganismus für die Regelung der Kreditbezieh­ungen unter den Staaten geschaffen werden soll. Das Projekt deckt sich im wesentlichen mit dem Gedanken, der im Vorschlag des hollän- ländischen Bankiers ter Meulen entwickelt Nmrde. Die Kommissionen haben ihre Berichte am Donnerstag der Vollversammlung vor­legen können. Die Berichte wurden einftinw ntig angenommen. Es ist anzunehmen, daß die Konferenz am Freitag nachmittag ihre Schlußsitzung abhalten wird.

45 Vf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20°,, Aufschlag. Hauptschristletter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Äug. Goetz; für den übrigen Teil . Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: fi. Deck, sämtlich in Gießen.

- w ? llnterernäljnnig und Entkräftung unserer Ve--

Reval deponierte Gold sei lediglich als I Mkerung würde das Ausfttzeu gemcinnöliger ferijeit für die durch englische Banken | lebenswichtiger Betriebe ganz besondere Gefahren für die Geiundheit der Bevölkerung, namentlich

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

thrud und Dtrlag; vrühl'schc Uni». vuch und Sttinöriiderei H. £«m<- Sd>riftkitaue, K<sch«ftrfteüe ne» Binderei: Lch»I<tt-de 7.

Der Reichsrat über dar deutsche Zinanzelend.

Berlin, 7. OK. (WTB.) Der Reichsrat nahm am 7. O Kober talgenbe Entschließung an die Reichsregierung an: Der dem Reick^rat oor- gelogte Reichshaushackserrlwurs für 1920 weist eine Gesamtcrusgabe doil 79.5 Milliarden Mark gegen 3,4 Milliarden Mark 1914 aus. Die Ausgabe ver­mehrt sich, wie erst jetzt ftstzustellen möglich ge­wesen ist, durch die Stevrnmg der lausenden Auf­wendungen zur Unterhaltung des Besatz ungs> Heeres in den RhrinKurden von trm' an sich schon hohen Etatsansatz von 3 auf die ungeheuer!i-ck-e Summe von 15 Milliarden. Miark auf 91,5 Milliar­den. Ungedeckt hiervon irnd 49,7 Milliarden. Hier­zu tritt ein weiterer Fehlbetrag bei der Eisenbahn und Poswerwaltung von zusanmieii 18 Milliarden. Der Gesamtfthlbetraq beträgt somit 67,7 Milliar den Mark. Die Finanzlage ist hiernach so ern st, daß das Gelvt strengster und rück sichtslosester Einschränkungdcr A n s- gaben nicht aufs neue betont zu werden braucht. Diesem Gebote durch scharfe Nachprüfung der Haushaltsentwürfe Geltung zu ver­schaffen, war der ReichSvat stets bestrebt. Gegenüber einem auf so breiter Grundlage auf ge­bauten Haushalt sind auf die ft Weise zwar ersprieß­liche Mindenmgen zu erzielen, die Ziurücksührung der Ausgaben auf ein mit der Finanzkraft des Reiches noch vereinbares Maß ist aber durch Ab­striche allein nicht zu erreichen. Der Eingriff muß schon bei der Ausstellung des Hanshal splaneS ge­schehen und daff heute selbst vor anerkannten Not­wen digkrilen nicht mehr halt machen. Die finan­zielle und damit die politische Zuümst des Reiches steht auf dem Spiel. Es soll nicht verkannt wer­den, oaß das Rcichssrnanzministerium bestrebt war, zu seinem Teile Einschränkungen herbeiznftihren, gegenüber dem Dräng er: der RessortS nach Erwei­terung ihres Wirkungskreises und nach Uebernahme neuer Aufgaben müssen ihm jedoch verstärkte Handhaben gegeben iverben, um erfolgreich durchzngreifon. Je mehr zudem die Gestaltung der Haushalte von den in ihrem Ausmaß ungeheuren, aus den Bestimmungen des Frickensvertrages hergeleiteten Forderungen unserer Vectragsgegner abhängig ist, um so zwingender erhebt sich die Notwendigkeit, auf allen anderen Gebieten eine starke Minderung der Ausgaben eintreten zu lassen, die für ein verarmtes Staatswffen unerläßlich ist. Dazu bedarf es eines wirksamen Ein­flusses des Reichsfinanzmini fters auf bie Gestaltung derjenigen Ausgaben, deren Bemessung in unserer Hand liegt. Der Iftichsrat begrüßt daher das im Reichskabinett hervorgetre­tene Bestreben, die Vollmachten der Finanzverwal­tung zu erweitern, auf das lebhafteste. Nur wenn ihr Gebot befolgt werben muß, wenn sie in bv Lage versetzt wird, das Maß der Ausgaben in un- nachsichtlicher Strenge mit den verfügbaren Mit­teln im Einklang zu halten und wenn ohne ihre

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