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Dienstag, 7. Dezemver 1920

droeites Blatt

Ht. 288

Giehener Hnjeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Sleibtr^attHK

Fünfte

haben.

(Fortsetzung folgt)

,3ih nahm an, datz Ste geneigt fein roüifcen, sich dem Anträge anzuschtteßen. Es wäre mir aus verschiedenen Gründen recht unerwünscht."

,,Gedulden Sie sich, bitte, einen Augenblick. Ich werde versuchen, mich mit dem Herrn Kol­legen Barenthin telephonisch m Verbindung w letzen/'

Tie Verbindung war rasch hergestellt. .Kurz und frostig klang es, nachdem Germering fernen Nmnen genannt hatte, aus dem Apparat:

Guten Tag: Womit kann ich dienen, Herr Kollege?" _

Ich leie weben Ihr Gutachten über den Tod der Frau Falkner--"

Verzeihung, wenn ich Sie unterbreche. Es handelt sich keineswegs um ein Gutachten. Dazu whlt eben jebe Unterlage."

Vielleicht hätte eine Besprechung mit mir da- hm geführt, eine wiche Unterlage festzustellen. So lehr ick von der Plötzlichkeit der Katastrophe über- rascht bin, glaube ich doch fest an einen natür­lichen Tod der jungen Frau."

Tas ist natürlich Ansichtsfache. Sie begreifen. Herr Kollege, datz ich mich einzig durch mein ärzt­liches Pflichtgefühl bestimmen lassen durste/'

Gewiß. Nur kann ich nicht einsehen, datz dies Pflichtgefühl Ihnen verboten haben lallte, sich zu­nächst mit mir ins Vernehmen zu letzen. Tas ist meines Wissens bei dem Vorhanden,ein eines be» handelnden Arztes der übliche Weg."

Wenn ich ihn nickt emgeschlagen habe, io ge­schah es am den Wunsch der Angehörigen, die volle Ausklärung über die Todesursache zu erhalten wün-- scken Ihre Ueberzeugung von einem natürlichen Verlaus der Dinge würde ihnen schwerlich genüg!

Tie Annahme eines gewaltsamen Todes erscheint danach nicht ausgeschlossen." _

Germering hatte sich gefaßt. Sein GeiicA war tiefernst: aber er schien äußerlich wieder vollkom­men ruhig.

/3rf> ocnmite, datz sie cm er Herzlahmung zum Omer gefallen ist. Sie war ziemlich hochgradig hysterisch. Ta sind Todesfälle bieder Art, wenn aud) nicht gerade häufig, so doch immerhin denkbar. Ich bin erstaunt, datz sich Tr. Barenthin, bevor er feinen Antrag stellte, nicht mit mir, dem behan­delnden Arzte, in Verbindung gefetzt hat, und datz ich überhaupt erst jetzt befragt werde "

Ter Herr Sanitätsrat war vor einer Stunde selbst" bet mir, um mir seinen Antrag mit dem Ersuchen um möglichste Beschleunigung des Ver- ''ahrens zu überreichen. Da er mir sagte, datz ,ich die Verstorbene zuletzt in Ihrer Behandlung be­funden habe, befragte ich ihn natürlich um Ihre Meinung über die Todesursache. Er erwiderte, datz es ihm an Gelegenheit gefehlt habe, sich mit Ihnen zu beraten: aber er stellte mir anheim. Ihnen von dem Wortlaut der Begründung Kennt­nis zu geben. Ich habe sie deshalb rnitgebracht."

Ich war allerdings während der Nacht über Land'und konnte deshalb einem telephonischen Rufe (ms dem Falknerhause, der, wie ich erst eben erfuhr während meiner Abwesenheit an mich er­gangen ist, nickt Folge leisten. Mein Befremden über das Verhalten des Herrn Tr. Barenthm ist darum nicht geringer. Tan ich Sre imt das Schrift­stück bitten, Herr Amtsrichter?"

Er durchlas aufmerksam die ziemlich ausführ­liche Darlegung und reichte sie zurück.

Tart ich fragen, was Sie jetzt von mir er» wartens"

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die Falkner aufLinüenhöhe

Roman von Re inhold Ortmann.

Nachdruck verboten.) Fortsetzung 53.

Die Frau, die am Fernsprecher noch halb tm 5cM<rf gewesen war, erinnerte sich nicht genau an die Worte desjenigen, der un ^^rhause ge­sprochen hatte. Aber es nrüsse doch wohl. md# ehr dringend gewesen sein, da die Herrschaften wft jedenfalls inzwischen noch einmal «^germen hätten. Germering gmg sofort an den Apparot iher er erhielt keinen Dnschtutz mit bei -inden- S ba rite ihm der vermittelnde Postbeamte agte, die Leitung besetzt war. So entscklotz, er stch. chne Verzug hinaufzugehen, und er war ichon m Hut und Ueberrock, als an die Tür lenies Ur^tt. ummers geklopft wurde. In feiner Uebervckckun? rrfannte er in dem Eintretenden den ^terenhrujtner Amtsrichter Eberth, einen liebenswürdigen Derrn mittleren Alters, zu dem er m E>nehmen, w^m rnch ziemlich oberflächttck?en

Eichungen stand. Er hatte eine ^e Akten- nappe unter dem Arm und schtm ctwa. v $ (Die icmanb, der genötigt ist, sich ctne- ime liehen Auftrages zu enlledigen _ ._ h

Guten Morgen, lieber »err Towr W tut mir leid, wenn ich Sie aufhalte, denn ick ^be, d Sie im Begriffe sind auszugehen.Aber es Hande t sich da um eine eilige Sack^, die ich der W*11'1 halber am liebsten mündlich erledigt hatte, xa wir hier, wie Sie wissen, keinen beamteten vp? rühtsarzt haben, muß ich den Auftrag an den Kreisphysikus in Neustadt uni) die Mitteilung an die Staatsanwaltschaft noch um Ärufe des Bor­mittags abgeHen lassen."

Hand nehmen. Wenn wir 8 Milliarden für Tünge­rn rttel ausgeben und die Düngemittel billig oder sogar umsonst abgeben, sparen wir 38 Milliarden für einzuführende Düngemittel. Eine Stabilisie­rung der Düngemittel wäre falsch, denn damit würde die derzeitige ungenügende Verwendung der Düngemttlel stabilisiert, die zu erner Botternte nicht ausreichen. Redner bespricht fobann den ^all Augustin-RaMm und verlangt eine Unter­suchung seitens des Ernäbrungsminißers, besonders einen Brief Ramms, in dem vermutlich nachträg­lich Fälschungen »orgenommen worden seien. Dem Minister hatte die ganze sXn gelegen beit längst be­kannt sein müssen. Die Gegnerschaft gegen denBor- schlag der Sozialisierung geht aus von den Produ­zenten, die um ihren Profit bangen.

Reichsministxr Tr. Hermes: Ter betreffende Brief des Staatssekretärs Ramm an mich ist vom 7. Mai datiert, aber offenbar irrtümlich. Der Brief steht behufs Einsichtnahme zur Verfügung. Ich bin darauf zu Ramm gegangen. Dieser hat mir Mit­teilung gemacht, wonach Lieber die Bestechung Augustins zugegeben hat, aber binjugefügt, bei Hermes habe er ähnliches gar nicht erst versucht. Gegen die Sozialisierung der Düngemittelindustrie habe ick schwere Bedenken. Die Ausfuhr von Stickstoff ist sehr wichtig, um beizeiten Fäden anzu spinnen für den Welthandel. Der eigene Bedarf und die Aus uhr muß auf vernünftige Weise ver­bunden wer »en.

Abg. Braun (als preuß. Landwirtschaft^ Minister) erklärt, die meisten Landwirtschafts­minister, besonders die von Bayern und Mecklen­burg, seien für seine Vorschläge gewesen, lieber den Täglichen Bries könnte leicht ein Schreibsachver- täntnger entscheiden. Er habe keinen Grund, an den Aussagen feines Staatssekretärs zu zweifeln.

Reichsminister Tr. Hermes: Er wolle den Minister Braun auf feinen Glauben lassen un£>

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Dieter 18.75 i?j|

~ 3 Tie Frage, über die gestritten wurde, war die, ob die Versammlung das Vorgehen gegen die Regierung billige oder nickst. Zu einer Abstim­mung hierüber ließ es der Vorstand mcht kommen und stellte statt dessen die einfache Vertrauensfrage^ So kam es, daß gar mancher, der das Verhalten des Vorstaickes in dem vorliegenden Fall nicht billigte, trotzdem für baä V^auensvotum stimmte, weil er, um eine fchwere Krtsis^dcs^Ver-

Germering stch ihn verwundert mt.

Ich verstehe nicht, Herr Amtsrichter Hat 'sich denn hier in Tiefenbrunn ein Rnrntnal- all zugelragen?"

Wohl kaum. Aber da fowohl der -sanitatsrat Barenchin wie die Angehörigen der Verstorbenen behufs einwandfreier Feststellung der ^odesuttache die gerichtliche Leichenöffnung wünschet, ist es meine Pflicht, ihrem Verlangen Rechnung zu ^^Welcher Verstorbenen? Mir ist von einem Todesfall aus den letzten Tagen überhaupt mcht- ^^Sie willen es noch gar nickst / Aber studS, e denn nicht Hausarzt auf Lindenbohe.-Und haben Sie nicht speziell die funge Frau Falkner ärztlich

umklammerte mit Wien _S>M>en die Lehne des vor ihm stehenden Stuhles, sein

funge Ar»t griff fu» »»« Sttm. Dmm liefe er sich schwer in den sesiei vor 1 ent em Schreibtisch nieder. . «c-...

Entschuldigen Sie --aber das da über- roälhgt mich tn der T-t. darauf nmr rch nicht vorbereitet. Sie war ja gar nickt tränt

Bon dieser Annahme ist auch -tr. Barenthin m der schriftlichen Begründung ausgeEgen. Tn Urfache ihres vlotzlichen Ab- lebens scheint ihm völlig unaufgeklärt Auch aus einn eingehenden Besichttgung der Leiche haben nck Aichaltschrnkte von zuverlässiger Mt nicht ergeben.

die gerichtlichen Verhandlungen abwarten.

Reichsbmrzler Fehrenbach: Die Vorgänge der letzten Stunde sind tief bedauerlich. (Sehr richtig rechts und in der Mitte.) Ohne auf den sachlichen Inhalt der Tebatte einzugehen, mutz ick sagen, wie ist eine einhettliche Reichspolitt'k möglich, wenn ein Abgeordneter, der zugleich Mi­nister eines Landes ist, feine Angriffe provoziert. lAichaltender Beifall rechts und im Zentrum.)

Preußischer Minister Braun: Er müsse sich sein Recht wahren, als Slbgeorbneter die Meinung ferner Partei zum Ausdruck zu bringen. Im übrigen habe er nur Angriffe aus dem Haupt- ausschus? abgewehrt. Er bedauere, daß gewissen Kreisen daran zu liegen scheine, einen Gegensatz zwischen ihm und dem Reichsminister herzustellen.

Präsident Löbe schlägt vor, die Beratung abzubrechen.

Abg. Henkel (llSP.- (zur Geschästsordnung) bedauert die Stellungnahme des Reichskanzlers m dieser Frage.

Präsident Löbe: Das war nicht zur Ge­schäftsordnung.

Nächste Sitzung Dienstag, 12 Uhr: Anfragen, Rayonsteuer usw.

Schluß nach 6 Uhr

Deutscher Reichstag.

42. Sitzung.

Berlin, den 6 Tez. 1920.

Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 120 llhr

Lor Eintritt m die Tagesordnung erklärt Abg. ir. Hugc (D. Vpt.), er habe keinerlei persön. icke Zuwendungen erhalten. Die Beiträge, die ihm u Verfügung ge,teilt worden seien, so vom Ver-- <nd Teutscher LeSergrvßhändler, habe er an die ^rieileitimg abgeführt. Uebrigens habe er vier "irvzell'e eingeleitet, wodurch seinen polittschen Geg-- ,tn die Möglichkeit gegeben sei, vor dem Richter -'ch mit ihm über die tatsächlichen Unterlagen fcret Beschuldigungen ausemanderzusetzen. Emer :eser Prozesse habe bereits in erster Instanz zur Verurteilung semes Gegners geführt.

Abg. D i m o n - Franken IlSP - bemerkt da- t der Vorredner habe alles betätigt, was er Redner) beleuchtet habe. Das genüge

Die 'zweite Beratung des Reichshaushalts imrd ottgesetzt beim Haushalt des ReichSmimsteriumS fit Ernährung und Landwirtschaft.

Abg. Döbnch (D. Vpt.) berichtet über die 'Ze Handlungen des Ausschusses. Ein Abstrick wird art bei der Biologischen Reichsan statt für Land- -nb Forstwirtschaft beantragt (44 000 statt 50 000

Reichsminister Dr. Hermes:

Aus Stadt und Land.

@ i e fee n , den 7. Tez. 1920.

** Maschinenbauabteilung de r staatlichenGewerbeschuleGießen. a,as Bestteben der Schulleitung, den Schülern den Lehrstoff durch Besichttgung mbuftrieUer Betnebe finnfälliger zu machen, wird unterstützt durch das Entgegenkommen der betreffenden F-irmen Gie^ feenS. So begab sich gestern eine Klasse der Ma­schinenbauabteilung unter Führung des Klassen Vorstandes nach der Firma Heyligenstaedt, um dort für den technologischen Unterricht durch Besich­ttgung der Modellschreinerei, der Formerei und der Gießerei die notwendige prakttsche Ergänzung mx finden. Die Schüler bekundeten durch Fragen sehr großes Interesse. Bleiben die Schüler auf diese Weise einerseits immer mit der Pra^s in Fühlung, so wird andererseits auch die Liebe und das Interesse für ihr Fach wackgebalten und sie werden dadurch zu brauchbaren Menschen in Gewerbe und Industrie erzogen.

Abg. Braun- Düsseldon.(Soz.): Werin sich die landwirtt'chaftliche Produktion weiter in der Dichtung bewegt, wie fetzt, nützen alle Be)Musse und Gesetze nichts. Das führt zur Hungersnot. Noch immer sinkt die Kurve unserer Produktion. Die Hauptursache dafür ist die Verornumg unserer Bevölkerung. Darum müisen die künstlichen Dünge- mittel vermehrt produziert werden. Bor allem Aber genügt noch lange nicht die Nachfrage "ach ti-ktt Düngemitteln. E-. t-K der W-lle der Lmd- virte zum intensiven Betrieb. Das Neich uiufe die Herstellung der künstlichen Düngemittel in die

** Reichstagsabgeordneter von Graefe sprach am Sonntag abend im überfüllten ' Saale des Katholischen Vereinshauses. Herr Graefe , ist anerkannter Führer der Deutschnatio- n al en Volkspartei und er enttäuschte auch nicht die hochgespannten Erwartungen, die wohl die . meisten seiner Hörer mitbrachten. Schon cutfeerlich ; stand ein Führer auf der Bühne: eine schlanke, . übergroße und sugenülich gestraffte Gestalt, deren Rede bei gedanklicher Klarheit und Konsequenz von einem oft übersprudelnden Temperament ge­tragen wurde. Drei volle Stunden sprach der Redner, ohne daß sich die Hörer dieser verhÄtttis- mäfeig langen Zeit bewußt wurden. Herr Graefe zeichnete zunächst ein Bild dec gegenwärtigen Lage Deuttchlands, die vom Friedensvettrag beherrscht werde. Elemenceaus zimisc^ Offenheit habe recht, bafe dieser Friede nur die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln sei. Tie Entente wolle und werde uns restlos vernichten, wenn der Versailler Friede bestehen bleibe. Der Glaube, daß die Entente ein Interesse an unserem wirtschaftlichen Wteder- hochkommett habe, sei eine trügerische Illusion. Tas erpreßte und verlogene Geständnis, bafe wer als frivole Angreifer veranttoorttich für alle Schäden aus dem Kriege seien, bilde die Grundlage des Vertrages. Danach scheine es Gerechtigkeit, bafe wir als die Frevler, die das unsagbare Elend über die Welt gebracht, bestraft würden. Ungeheuerlich sei es ferner, daß wir mit dem Vertrag ernen Blankowechsel unterschrieben hätten. Die Summe, die später ohne unser Einspruchs- und Nachprü- fungsrecht von der Entente emaefat werde, fei jedenfalls unendlich und werde daher muh durch unsere bisherigen Abzahlungsleistungen, so unge^ heuer groß sie auch seien, nicht wesentlich er­niedrigt. Wir wüßten zum Beispi^ noch nicht einmal, welche V i ehmen gen wir abzultesern hätten. Zunächst seien uns 200 000 Stück gefordert ivorden, nun sind es 800 000 und im nächsten Jahre werden es vielleicht VA Millionen sein. Dies alles, ttotzdem Belgien Ueberfluß an Vieh habe und Frankreich der Weltmarkt offen stehe. Aber darum handle es sich gar nicht. Das Vieh werde uns genommen, weil unsere nächste Gene­ration verelenden soll, well wir nicht so stark werden sotten, bafe wir eventuell unsere Fessekn sprengen könnten. Aus demselben Grunde würden uns die Kohlenlieferungen erpreßt, ob­wohl die ftanzösischen Kohlenlager beute gefüllter seien als je. Die Entente wolle, daß eine Fabrik nach der a^nhem stillgelegt, datz die deutlche Ar­beiterschaft zu Hunderttausenden brotlos werde, gesamten privaten Anslandsbesitz der Beschlag^ nähme preisgeben. Und rote dringend nötig wären diese Auslandswerte zum Waren- und Roh- , stoffeinkcrus und vor allem als Bücgstzitt für die ebenfalls so bitter nöttgen Auslandskredite. Die Haltung eines eigenen Heeres habe man uns verboten, dafür dürften wir die fremden Heere m den besetzten Gebieten nicht allein unterbringen und verköstigen, fanbern gar besolden und wie be­solden! Deutschland sei den Ententestaaten einfach versklavt, was am deutlichsten darin zum Ausdruck : komme, daß die deutt'chen Ströme m>n einer i Ententekommission verwaltet werden. Die Entente - habe sogar verboten, daß unsere Iugendorganiia-

ttonen auf ihren Ausflügen im Gleichschritt mar­schieren. Der Souverän, der Deutschland beb.-rrimr, o dittatorisch und willkürlich wie nie ein M oimrck. sei die Wiedergutmackungskommis'ion. xire Kont- Mission bestimme selbstherrlich die deutfckc Jet* stungsiLhigkcit und danach unsere Leistungen, «te fei befugt, jede Untersuchung, jede Iwangsvolte ftredung anzuordnen, selbst wenn sre dabei gegen deutsches Reckt und ötefep verstoße sie habe das Reckt, weitere deutsch? Gebiete besetzen iu lasten. Sic habe das Vorrecht auf alle -steuern und könne sogar die Abänderung unserer Steuerge-ehe ver langen. Wir seien nichts anders als eine Entente' kolonie und schlimmer daran als irgendeine eng­lische Kolonie. Der Redner ging bann auf inner* politische Verhältnisse über. Der 4. August fei her verhängnisvollste Tag Deiftscküant^s geroeien, rocu sich die Regierung an diesem Tag? durch alle möglichen Versprechungen in die 'JlblMngigfrit bet Kriegsgegner begeben habe, um das tellcke Bill» einer Einigkeit bei der Bewilligung der Kriegs kredite zu erzielen. Der zweite schwarze Tag und der erste Revolutionstag fei die Annahme des Dienstpflichtgesetzes gewesen, dessen ursprünglich guter itzedanke auigegeben und das zu einem Sckutzgesetz der Drückeberger wurde. DieRevottttion sei insofern vielleicht eine Folge der benage des Heeres, als die Niederlage eine Folg? der Ver- l>etzimg des Heeres war. Herr Graefe wandte fick dann gegen die Politik aller deutschen fRcaieninodt der Nachkriegszeit, die nur die Geschäfte bet Entente besorgt hätten. Etwas positives sei nur zu erreichen durch entgegengekfeteo Handeln als das der Regierung. Was ein enttchloslenes Nein des ganzen Volkes vermöge, das dalv die Aus- lieserungssrage gezeigt. Auch die deutsckeil Worte von Stinnes und Hue in Spaa hätten ihre Wir hing bei den Ententemänneru nicht verfehlt, die erst wieder ihren brutalen Diktatoren ton fanden, als die Diplomaten Simons und Fehrenbach er klärten, daß StinneS und Hue nur als Privatleute gesprochen hätten. Selbstverständlich könnten wtt nicht allein durch bloßes Neim'agm vom ^rfm'ler Vertrag loskommen. Unser Ziel müfie fein, durch Bündnisse wieder stark zu werden, aber beileibe nickt, um mit sHvarz-weife-roten Fahnen übern Rhein zu ziehen. Dazu müßten wir aber vor altem wieder bündnisfähig werden durch nationale Ge-

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Der Kampf um alle einsHlä-gigen Fragen hat i ich xugespittt um einen Kampf für und gegen die i Wangswirftchaft. Das Ernährmigsministerium hat tat Abbau d?r letzteren, wie vom MrtschaftsmiNt- iirtum eingeleitet war, fortgesetzt. Wir waren be- I iaebt vor allem das Angebot an Nahrungsmitteln i ;U vermehren. Bei der ?lufhebung der Zwangswirt­staft für Fleisch und Kartoffeln waren Uebergnfie iLvermeidlich. Jedenfalls kann der Verbraucher fick 1 niantitatio jetzt besser versorgen und auch billiger, e$ bei Dem Schleichhandel und der Lcktwarz- iÄachtung möglich war. (Widerspruch links.) Ter f3tei3abbau kann nicht willkürlich bei der Landwirt­schaft begonnen werden, denn diese Preise sind mäst tum Zustand im Inland allein abhängig. Wir müs- t-n an der Zwangsbewittschafttmg festhalten für Jliltfi, Brot und Zucker. Die beutfdje Sanbroirt- jchaft durchlebt feine Krisis ethischer Art Höchstes Verantwortungsgefühl und sittlicher Ernst müssen lei ihren Vertretern lebendig werden. Das Mini­sterium roill durch eine großzügige Propaganda die (Heroinen in diesem Sinne schürfen. Dre 'preis- müftmgsstellen sind weiter im Abbau. Die Brot- «treideernte des laufenden MrZchaftsjatzes ist >«gen das Vorjahr itm fast 25 Prozent zurückgegan- gm Die Abliesevung, besonders in den letzten Pochen, ist schlecht. Die schrankenlose Freigabe der teöutate hat den Schleichhandel begünsttgt. Erne DÜtgehende AufNürung über die ungünstige Lage unserer Drotgetteideversorgung und bte schlechte Ablieferung sott einsetzen unter Zuhilfenahme der «ÄMichcn Und Lehrer. Tie Regierung ist entschloi- en, die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. Die inertere Einfuhr von Brotgetreide wird mög­lich sein, wenn wir weiter die Vorschüsse aus dem Spaabkommen erhalten. Eine weitere Erhöhung der 'Nehlpreise ist jetzt nicht angängig. Demnächst wer- rrn Besprechungen statt finden darüber, welche neuen Maßnahmen für das Wirtschaftsjahr 1921/22 zu treffen sind. Die günstige Ftttterernte h<tt -war den Gesundheitszustand des Viehs gehoben, doch Mnrr» ien wir noch nach wie vor der Einsatz: von Kraft­futter und von Milch. Ick danke kerbet den hoch­herzigen Spendern und Gebern im Auslarcke, bte tmseren armen Kindern geholfen haben. ^Beifall.! Tie Schweinemast nm ßgefördett werden. Du Aus- Xbimg der Zwangswirtschaft für Margarine hat «msttg gewirkt. Der Abbau der Krtegsgelellichaften st soweit durchgeführt, bafe über den 1. Januar 1921 hinaus nur noch fünf Kriegsorgamsattonen unter arbeiten wer bett. Der Penonalbestand wird überall nad} M^lichkeit verringert. Tte Emmhr- '.Lttgkeit b?s Reiches bezüglich der Letznsmtttel laßt eine Senkung der Prelle in der Zukunft erhoffen. Tem Schmuggel mit Lebensmttteln an der holläm gischen Grenze wird energisch entgegengetr?ten. In her Tüngcmfttelfrage liegt kein Anlatz bor, allzu sckfwarz zu sehen. .Hier muß eme Slatzüfteru^ btt Preise und die Erhöhung der Prvduktton der Kunst­düngemittel erstrebt roerben. An etne Berbilllgung ist allerdings nicht zu denken.

" ^as Landwehr-Infanterie-Re- giment 116, das beka^ttlich in unserer stabt eine freie Berernigung besitzt, versammelt am Donnerstag Abend seine Mllgtteder im Postkeller (5nte Iatmar findet eine weitere Benammlung statt, in der Regimontskamerad Prof. Eger ein-n Vortrag leiten wird. Nächsten Sommer sott em Sommersest stattsinden, um auch den zahlreichen auswärtigen Regimentskameraden Gelegenheit zu einer großen Zusamnienkimft zu geben.

Landkreis Gießen.

k Allen dort a. d. Lda , 6. Dez. Nachdem erst kürzlich hier Mr die notleidenden Ausländs­deutschen «sammelt und viel gegeben worben war. fand in Der vergangenen Woche eine HauL sammlung für bte Anstalten der Inneren Mission statt. Die Sammlung ergab die Summe von 2211 Mik. Eine Kollekte in der Kirche braute 132 Mk. ein, so daß aus unterer Gemeinde für die Innere Missmn 2343 Mk. abgeftchrt werden können.

Kreis Schotten.

Freienseen, 5 Dez. Die Mauf- und Klauenseuche, die numneor tn unterem Dorfe erloschen ist, hat, wie sich letzt berechnot läfet, bedeutenden Schaden gebracht. Ste trat test' neisc hier recht gefährlick auf, wenngtetck bte Krankheit in diesem Jahre einen tm allgemeinen gutartigen Charakter hat. So hatten tn unsermt Dorfe nicht wenige Landwirte m mittleren Ber- mögensverhälttllssen einen Schaden von 15 000 bis 20 000 Mark durch die Seucke. Leider batte unnseue Gemeindeverttettmg sich erst spät zur Anlage der elektrischen Beleuchtung ent- schlossen. Die Schwierigkeiten der Anlage aber verzögern die Ausführung fortgesetzt So sind wir denn immer noch auf den ungenügenden Erfatz durch schlechtes, noch dazu teueres Pettolemn und auf Karbid angewiesen, was bei der jetzigen düste­ren nebligen Jahreszeit in unserer Gebirgsgeaenb kein Vergnügen ist. Ein ganzes Jahr lang war in unserer Gemeinde, die fetzt etwas über 700 Einwohner zählt, in früheren Iahr^ehntett aber schon gegen 900 Einwohner hatte, niemand verstorben, nämlich von Anfang November 1919 bis Mllte November 1920 (abgesehen vom Selbst­mord einer 90jährigen Frau) oeit wir stirchew- bücher haben, feit 1680, ist dies noch nutz da- gewesen, also seit mindestens 21/2 Jahrhundert«. Wer also recht alt werden hnll, der mutz letzt in unseren Marktflecken ziehen.

Kreis Friedberg.

Hessische LanLes-Wanderbüftne.

* Butzbach, 7. Dez. In ver heute abend ftattfinbenben VorstellungJugend-

eins zu vechüten, den Vorstand nicht fallen lassen mochte. m

4. Wenn die Minderheit, die gegen das Der- trauensvotum ftimmte, sich twtzdem zu weiterer Mitarbeit bereit erklärte in der Erwartung, bafe der unterbrochene Verkehr mit der Regierung wie- derhergestellt und unter der Voraussetzung, daß für die Blldung des Vorstandes bic Verhältnis­wahl cingefübrt werde, so bedeutete das keinen Verzicht aufselbstbewusste, kraftvolle Lppvsition", sondern gerade das Gegenteü, wie die Zukunft lehren wird, falls der Vorstand sich wieder einmal auf das politische Gebiet begeben sollte

An» Hessen.

Die Abstimmung im bcssischen Oderlchrer- oevem.

Die vier hiesigen Oberlehrer, deren Zu­schrift wir in Nr. 284 unseres Blattes veü- öffenttichten, bitten uns um Aufnahme folgen­der Erwiderung:

Die in Nr. 286 desGieß. Anz." ellchiet^en Ausführomgen nöttgen uns zu folgender Richttg- ftdlimgN^h^ipttmg, daß die (^gner des.Vor- starckes zur Hauptoellammlung fast vollzähng er­schienen, seine Anhänger dagegen zum größten,^etl lemgebfieben seien, ist aus tzr Luft gegriffen, wäre erst noch zu beweisen und kann deshtzb für die Beurteilung des Absttmmungsergebm! ses mcht in Betracht kommen. # v

2 Die Darstellung, als ob außer denetwa 50 Herren", die sich zu einer Sonderberatung zurückzogen, nur noch eintge . Vorstandsgegner vorhanden gewesen seien, enllprtcht mcht dem nnn- lieben Sachvechalt. Tenn von denen, ine gegen das Bettrauensvotum stimmten, haben sehr viele an jener Beratung nicht tellgemnnmen und rogar bic Hessische Landeszeitung" schätzt bte Mtnderhett auf ein Tttttel der ®erfammlung, mir auf zwet