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Erster Blatt

(70. Jahrgang

vor'?'

einlaufenden Schiff«:

Zahl der

Hamburg Antwerpen Rotterdam Amsterdam

Hamburg Antwerpen Rotterdam Amsterdam

1920

3 901

5 244

3 429

1 241

1913

8 528 000

2 331 000

4 554 000

663 000

1913

12 675

4 681

7 038

1632

1919

1 598

2 952

2 713

636

1913

11891 000

9 393 000

8710 0'00

2 141 000

Das sich

1913

- 8 774

4- 563 - 3609

391

um mit der Türkei fertig zu werden. Königsfrage ist nur ein Vorwand.

Paris, 6. Dez. (Wolff.) Nach einer Matin"-Melvung aus Athen ist dieVolks " abstimmung in Griechenland vollständig

griechenlan- unter der Entente- Zuchtel.

J Von einem in Berlin lebenden griechv- ichen Politiker wird uns geschrieben:

Die endgültigen Zahlen der Volksabstim- itmtg für König Konstantin liegen aus Athen tjd) nicht vor. Aber man darf trotz des Druckes, den die Entente ausgeübt hat, an- nehmen, daß die überwiegende Mehrheit der ronarchisch gesinnten Bevölkerung sich für die sitckkehr des rechtmäßigen Regenten entschie- yn hat. König Konstantin wird allerdings trir wenige Stunden oder Tage den Thron nnnehmen und dann zugunsten des Kronp­rinzen verzichten. Er hat diese Absicht schon uehrmals in Luzern ausgesprochen und sie Knnit begründet, daß er der letzte wäre, der jrät Volk unglücklich machen und nach so Heien traurigen Erfahrungen während des Weltkrieges jetzt auch noch in neue Wirren - Hinzen wolle. Für ihn bedeutet die Abstim­mung nur eine Genugtuung, daß der Wille dcS Volkes zum Ausdruck kommt. Andrerseits O die Abstimmung ja nur sozusagen eine platonische Kraftprobe. In Wahrheit ist der Ville der Entente der stärkere, und daß dieser

tric&cnen Parlamentarismus, wir wünschen, festere Stangen in das Staute gefügt* einzuzlehen, alS sic der Parlamentarismus gibt. Wir sind indessen teme Illusionisten. Das Reich bedeutet ^nii<4S, tvcim niä>t bic Macht und die Gctoalt des Startes dahinter steht. Wir haben Vertrauen zu dem Ge­neral von Scctt, eine Mnfolidtcrung unterer Wohr- macht findet statt. Tas Wchrgcsetz ivirb uns eine genügende Wehrmacht in die £xmb geben, die un- ruhen im Zügel zu ballen.. Die imzähligen Strat» verordnungen des Krieges müsien allmählich ab­gebaut werden, der Respekt vor dem Recht im eigenen Volke mutz 'erweckt werden.

Bei der Besprechung der Wirtsckafts- politil legte Abg. Dr. £> u g o die Grundlage dar, auf der sich unsere ZukunstSwirt-cl?a't aut- bauen müsse. Ter Dehelfssozia ns m u s der Sozialdemokraten, der sich auf der ZwmgSwirt- schast aus der Knegszeit aufbant, habe abgewirt- schastet. Seme Partei richte sich nid>t nach Schlag­worten, sondern frage, welckres System ist pro­duktiv? Wenn der Staat das Risiko der Wirt­schaft übernehme, bann mübten alle die Köpfe auvfdxiben, die trüber für unsere Wirtsdia t gc- tadst hätten. Beamte körmtcn btf wlrksd»fllid)c Voranllvortung nickt übernehmen, um so weniger, -als die einzelnen Persönlichkeiten durch ihre Ao- hängigleit von parlamentarisdren 2lusichätzen und Instanzen das Gefühl der Verantwortlichkeit zu wicht verlieren. Unsere Del» und Fettwirtidiaft gebe mit ihrem Valubaverlust van l1/» Milliarden eine Vorstellung davon, welchen Sdtabcn d>e Zwangsbewirtsdtaflung bringen müße; und diesen Schaden trage der Verbraucher. Dre Gewinne, die das Brmintweimnonopoi erziele, reichten nicht einmal hin, um teme Turchführung l>e ahlt zu ntad>cn. Turch die Einrichtung der Selbltverwal- tungskörper sei eine weitergehende Vertrustung ein» getreten. Tiefe zeirtralen Körpersdxrften führten zu einer Solidarität zwischen Unternehmertum und Arbeitersdtafr in der Erzielung holler Preise: un- serfWirtschaft stche und falle aber mit dem Preis­abbau. Berücksichtigen müsse man die Tatsack»e, datz die J-.rdustric heute den llcbergang von der Gold- b-.isis ?>ur Papierbasis vollziehe; deshalb ser dre Einziehung aller Tividenden über 67 Prozent gefährlich *

Ten Geschäftsbericht erstattete der Abg. Gar- n i ch. Nach dem Schlußwort des Abg. Tr.v. Krause schloß die Tagung mit dem gemeinsamen Ge­sänge:Tattsckchmd, Deutschland über alles".

Der Rfldgang der europäischen

1919 1920

1 115 000 3 363 000

2 985 000 7 062 000

3 608 0 00 4 156 000

897 000 1508 000

Tie Jreupolrtik.

London, 6. Tez. (Wolff.) Der stellvertre­tende Präsiden/ der irischen Republik, Key Fian- lenoe m 2lo0b George fotgen-

,Sie erklären, datz Sie bereu

45 Pf.; für Reklame. Anrcigen von 70 mm Dreiie 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20° 0 Aufschlag. Hauptschnftleiter. Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3«nz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Die sind, sofort Frieden zu schließen. Irland ist ebenfalls bereit. Welchen Sdjritt schlagen Sic

Vie üölferbunöspolitit.

Genf, 7. Dez. (WTB) Die Konrrnis- ron, die sich mit der Aufnahme der balti- chen Staaten sowie Georgiens zu br­assen hat, beschloß, den Antrag Vvrzulegen, daß diese Staaten zur Zeit mit Rücksicht auf ihre rnsichcre Lage nickt in den Völkerbund ausge­nommen roertem sollen. Gleich-ntig beschloß aber die Kommisiion, daß diese Staaten zur Teilnahme an den tkxtmischen Organisationen des Völker­bundes (Arbeitsamt usw.) aufgefordert werden ollen, so daß dann zu einem späteren Termin ihre Zulassung neuerdings geprüft werden könne.

Berlin, 6. Dez. (WTB.) Zur Haltung Argentiniens läßt sich dieDeutsche Tages­zeitung" vernehmen: Argentinien ist eines der wenigen Länder gewesen, das, aud) dank der klugen Politik seines Präsidenten, neutral bleiben tonnte, ohne dabei im geringsten in seiner Selbständigkeit gefährdet zu werden oder gar, wie das leider bei manchen europäischen Staaten geschehen ist, an 'einem Prestige Einbuße zu erleiden. Es hat sich trotz der verzweifelten Pressearbeit der Entente von der Umnebelung durch die Greuelberichte von englischer und französischer Seite fern gehalten. Es konnte sich nach der Zurückhaltung der Ber­einigten Staaten, infolge seiner neutralen Stel­lung und darüber hinaus als tommende Großmacht besonders als dazu bestimmt betvach'en, in der Richtung eines wirklichen Weltfriedens entschei­dende Schritte zu tun. Es hat diese Mission zu erfüllen versucht.

Genf, 6. Dez. (Wolfs.) Bei Eröffnung der Völkerbiindsversammlung verlas Präsident Hy­mans den Brief Ptueh rredons an die Völker- bnndsversammlung. Da der Text sck>on bekannt war, hörte man ohne große Aufmerksamkeit zu. Es bd- beten sich Gruppen, die die Lage bejpradxn. Nach der Verlesung des Briefes herrschte allgenrnnes Schweigen. Hymans teilte daraus mit, daß er den Empfang des Briefes bestätigt habe. Unter lebhafter Spannung ergriff Lord Robert Cecil das Wort. Er widmete dem Ausscheiden des argen­tinischen Kollegen liebenswürdige Worte und rühmte die sympathische Persönlichkeit Pueyrvedons, dessen Nachbar er in der Versammlung war. Er wies daraus bin, daß Pueyrredons Brief sich auf gewisse Vorschläge der argentinifefcn Delegation be­ziehe, die bisher noch nickst bidüutiert worden seien. Die aber sicher diskutiert worden wären, wenn die Delegation im Dienste geblieben märe. Er habe, so führte Cecil weiter aus, große Sympathie für die Grundsätze der argentinischen Dele­gation, der Völkerbund müsse wachsen unb er (CecM sei dec letzte, der sich einem solchen Wachsen entgcgenftcllen würden. Wr w.nrn iedes Mitglied eine ähnliche Haltung einnehme wie die argenti nische Delegation, dann könne überhaupt kein Parlament arbeiten. Die skandinavischen Kollegen hätten tieereS Verständnis b.'wiesen, als sie trotz der Ablehnung ihrer Vorschläge weiter mttarbev teten. Trotz der Kritik, die an der Versammlung geübt werde, werde diese weiter ihre Pflicht tun. Sein Vertrauen in die Zukunft sei unerschüttert. Eine Warnung aber müsse er aussprechen: Es lei an der Zeit, mit den Methoden der alten Diplomatie zu brechen, dann werde der Völkerbund sicher eine Zukunft haben. Im Ein­verständnis mit der schweizerischen Delegation wurde in Erledigung der Tagesordnung der Vor­schlag bet, essend Kmdechilie des VSlkerbundeS bis zur nächsten Sitzung vertagt. Die Abänderungs­imträge Argentiniens und Canadas, welch letz­terer die Streichung des ArtiÄs 10 des Paktes verlangt, wurden auf Vorschlag Brantings- Schweden derselben Kommiß ion überwiesen, der bereits die Beratung der skandinavischen Ab­änderungsanträge übertragen wurde. Doherty- Eanada hätte zwar gern eine Diskussion seines Antrages gewünscht, erklärt sich aber mit dem Autcaz Brantrng Schweden einverstanden, um die Einigkeit der Versammlung nicht zu stören.

Die Brüsseler WicdergutmachungS- konferenz.

Berlin, 6. Dez. (Wolff.) Beim Vorsitzen­den der deutschen Friedensdelegation in Van* ging am 5. Dezember folgende Note ein:Ich habe die Ehre, Ew. Erzellen; mitzuterlen daß die technischen Sachverständigen der Verbündeten sich am 13. Dezember vormittag- in Brussel zum Zwecke des vorläufigen stubium5 ber grage der Reparation vereinigen, die Deutschland nach dem Vertrag von Vermilles zu toi-ten ver­pflichtet ist. Die Sachverständigen, bu der Zahl nach zwei für jedes vertane Land betragen werden ihren Regierungen bericht^ und das Pro­tokoll ihrer Sitzung wird der Reparativnstom- mission mitgeteilt. Ta die ter

deutscken Regierung mit denen de zusammen tagen sotten, wareich verpflichtet, wenn Sic mir die Namen der Bevollmächtigten der deutichen Regierung ; mit der größten Beschleunigung Mitteilen wurden.

$eeüerfel)rs.

Neben der Eisenbahn hat bekanntlich das Darnpftchift die ungeheure wirtschaft lickie Entwick­lung der Welt ermöglicht, die sich namentlich seit der'zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzog.' Erft seitdem die Ozeane keine Hindernisse im B>r-, kehr unter den Völkern mehr waren, hat das Wirt- schaftslcb.n jenen Entwicklungsdrang und jene Viel­gestaltigkeit erlangen können, wie sie uns im Welt­krieg so deutlich geworden sind. Aus allen Zonen muß terbeigeschafft werden, was der Mensch un­serer Tage als zum Leben unerläßlich erachtet. Mit tausend Fäden waien die Länder gebend und neh­mend wirtsckmstlick untereinander verknüpft. Teutsckland konnte seinen wirtschaftlick«, Aufstieg nur vollziehen, weil in seinen Häfen die benötigten Itohstoffe und Lebensmittel aller Herren Länder abgelabm wurden, wie auch wiederum die von Mil­lionen arbeitender Hände hergestrllten Warm aus dein gleichen Wege nach Ueherfee absloss'n Tiefes engmaschige, feingegliederte Netz internationalitr Schiffsverbindungen hat der Weltkrieg zerrissen. Teutschland tourb.' eine belagerte Festung, von allen überseeischen Zustihren abgeschnitten. Ter Friedm kam und mit ihm die Hoffnung auf Wiedereinsetziuig Deutschlands in den Weltverkehr. Aber es stellte sich beiaud, daß die Zerstörung schneller erfolgte als der Aufbau. Tas Netz des internationalen Güteraustausches ist erst recht lückenhaft wieder ge­flickt: das lehren die nachstehenden Zahlen über hm Schiffsverkehr in den vier wichtigsten Häfen des europäiscteil Festtandes mit aller Deutlichkeit:

Zu- (+, brate. Ab- nähme - qcgenüb«

Lcstcrrcichifchc Beamte in holländischen Diensten?

Berlin, 7. Dez. Wie demBerl. Lokal-An - zeiger" aus Wien gemeldet wird, hat sich die hol­ländische Regierung bereit erklärt, 300 0 österreichische Staatsbeamte für E i- enbahn zwecke zu.übernehmen. Zahlreiche Be­amte haben sich bereits gemeldet.

Rille sich durchsetzen wird, darüber haben die Beschlüsse oer Londoner Konferenz keinen Zweifel gelassen. Wie ein Hohn auf Völker- Selbstbestimmungsrecht und Friedens- Erträge nimmt sich Die Drohung aus, daß Griechenland finanziell boykottiert urden soll, falls Konstantion König bleibt. Iber auch die geplante Neuregelung des klein- tfialischen Problems, derzufolge Smyrna bei griechischen Herrschaft entzogen werden soll, um unter alliierter Kontrolle an Die Türkei zurückzufallen, ist glatter Bruch aller bisherigen Versprechungen und ein tückischer 6chlag gegen die 1 Million Griechen, die in jlcmafien leben. Griechenland hat sich bereits - * sür dasAbenteuer von Smyrna", wie die En- 11 leirleprefse bereits spöttisch schreibt, finanziell!

iemahe ruiniert. Um Die Truppen Kemals ab- iuwchren, muß Die Athener Regierung allein in jener Gegend 80 000 Mann in voller triegsausrüstung halten. Den Mann zu 14 Drachmen am Tage gerechnet, ohne das Offi- iierkorps unD die anderen Spesen. Freilich ichen Dabei hinter der griechischen Finauzl- ^rwaltung LonDoner Großbankiers, aber Die chlicßliche Rechnung muß Das griechische Volk Wahlen. Alle Seioen, Hoffnungen uno Losten sollen, ob nun König Konstan­tin bleibt oder wieder geht, umsonst ge­wesen fein? Bekanntlich muß das griechische i'ter auch in Mazedonien, Thrazien und Flo- ! riita fortwährend auf Kriegsfuß stehen. Veni- ttlos hat es so gewollt oder vielmehr die Mierten haben es so befohlen. Nun da sie nerken, daß sich der Vertrag von Sevres mgefichts des türkischen Widerstandes nicht "urchführeu lassen wird, muß die griechische * söiligsfrage herhalten, um eine anderwei­tige Einzeichnung der Balkan-Landkarte her- ustellen. Griechenland soll jetzt das Opfer H iein, aus dessen Haut Riemen geschnitten wer­den. Nicht nur Smyrna, nein auch Thrazien oCl zugunsten der Türkei wieder von Grie- henland abgehalten werden. Tie thrazische frage ist in London, wie aus sicherer Quelle - iclannt wird, angeschnitten und mit anderen wirtschaftlichen und diplomatischen Repres- afien als Druckmittel gegen das konstanti- vsche Griechenland in Aussicht genommen worden. Gras Sforza hat als Vertreter ?sta» iend zwar noch das Schlimmste abgewendet, ndem er zum Abwarten riet, aber im übn- jen ist es doch die italienische Regierung, he in London die drohende Haltung gegen Griechenland zuwege brachte. Sonst immer iit| Seiten Englands im Balkan, Adria- und Crientfrageu, hat sich Italien diesmal der französischen Politik angeschlossen, Die in item Hatz gegen dendeutschen" Konstantin lic Rückkehr des Venizelos betreiben mochte. öQ, es ist nicht zuviel gesagt, wenn man be­impfet, Italien sähe es am liebsten, wenn Griechenland wider den Londoner Stachel Lkte und den König Konstantin auf dem throne behielte. Denn dann wäre der Grund gegeben, Smyrna und Thrazien zu befchlag- "afjmen und das allzubreit gewordene,/vrotz- Mechenland" abzubauen. In 10'-O^agen, iffo noch in diesem Monat Dezember, will bet neuerstandene Oberste Rat, der die Wrnt irith Völkerbund und Selbstbestimmungsrecht nach wie vor verteilt, abermals zusammen- konmen, um über das Schicksal Griechen­lands zu beschließen. Sowohl König Konftan- tir als auch der Ministerrat in Athen haben bet alliierten Diplomatie versichert, sie dach­ten nicht daran, eine ententefeindliche Politik in treiben. Wie sollten sie auch angesichts des unerhörtes Druckes, der von den Sie­gern des Weltkrieges ausgeübt wird? Aber Me Loyalitätsbezeigungen werden nichts nangan nLtzen. Man braucht das griechische Opfer, des Telegramm.

Hr. 288

Der -ietzever Lnzeian .Tichemt täglich, außer 50XH« und Feiertags

Seiugspreife

MonatlichDiarh 3.60 rdMh.-.65Tr2gcrlohn, «rieljährlichMark 1080 ^,dMh.lL5Trägerlohn; »rch die Pasi viertel, ihrlitb Mark 12.- »sfchliehlich Bestellgett. ^ern sprech-Anfchlüffe: "Zrdte Schriftleitung 112; .1« lag,Geschäftsstelle 51. '.lischt f^r vrahtnach. ritzten: Linel-er Lietzen.

psktfchecttsllta:

. tairfftirt a. M. UM.

Dienstag, 7. Dezember 1920 rumahme von Anzeigen für d.e Tagesnummer bi» zum Rachmiltag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts

Nettogehalt der einlaufenden Schiffe: ^gÄber:

Während also der Bedarf an fremdländische Waren hcutc um ein Vielfaches größer ist als 1913, zeigt der Schiffsverkehr trotz einer merk­lichen Wendung zum Besseren doch noch ein ge­waltiges Minus gegenüber dem Vorkciegsruuand. Ter Grund ist nicht etwa NLangel an Schüfen. Tie Welthcmdeisftotte ist vielmehr heute größer als vor dem Kriege. Der Verkehrsrückgang kann nur so erklärt werden, daß weniger Nachfrage nach Schiffsraum besteht, weil weniger Nachfrage nach zu befördernden Waren herrscht. Die ge­nannten'en dienen vornehmlich der Versor­gung Deutschlands Init ausländischen Rohronen, Lebensmitteln und Waren. Deutschland bat aber viel von seiner früheren Kaufkra't crngebützü Es hat größeren Warenhunger denn je, seiene Men­schen verlangen nach Nahrungsmrtteln _um> feiiw Faöriton nach Rohstoffen. Schiffe zum ^.ransrvrt gibt es genug in der Welt, aber ite sind jur Deutschland unerreichbar. Unendlich viel mutz ge­schehen, um Mittel zu erarbeiten, Die uns den Aufbau einer neuen eigenen Flotte oder den Kaur fertiger Schiffe ermöglichen.

ruhig verlaufen. Die Liberalen ind die Anhänger Venizelos haben an der Abstimmung nicht beteiligt.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrvik nnb veriag: vrübl'sche Univ.-Vuch- und Steinöruderd R. Lange. 5chriftleitnna, Geschäftsstelle und Oruderei: 5chulstratze 7.

An» dem Ueiche.

Die Deamtcnbesoldungsfrage.

Berlin, 6. Dez. (Wolfs.) Tie Vorlage über die Erhöhung des Teuerungszuschlages zu den Kinderzulagen für die Beamten liegt dem Reichstage zur Beschlußfassung vor, mit besten Zustimmung zu rechnen ist. Die Fertigstellung der neuen Ortsklasfeneinteilung wird mit größter Beschleunigung betrieben. Weiterhin sotten, soweit als möglich, noch vor Weihnachten auf Grund der neuen Besoldungsorimung Nachzahlungen ausgeführt werden. Von der Regierung geschieht alles zur schleunigen Regelung der Frage Wenn trotzdem unter den Postbeamten in einzelnen Ge­bieten eine Bewegung für Ausübung der passi ven Resistenz und Streiks entgegen dem Witten der maßgebenden Führerschatt der Be­amten einsetzte, die geeignet ist. die d.ittsche Wirt- chaft schwer zu schädigen, so muß demgegenüber mit gesetzlichen Mitteln eingeschritten werden. Der Reichspostminister verfügte deshalb auf Grund des Kabinettsbeschlusses vom 3. Dezember an die Ober Postdirektionen, daß bei Dienstverweigerung, gleick>- gültig, ob damit Fernbleiben vom Amte verbunden ist oder nicht, gegen Beamte gemäß §§10 und 14 des Reichsbeamtengesetzes e i nzu sch reit en fei und Lohndienstbeschäfttgte bei gleidier Veranlassung risllos zu entlassen. Die Anordnung entspricht übrigens der in der Sitzung der preußischen Lan­desversammlung am 20. Februar namens der preu­ßischen Regierung im Einverständnis mit der Reichsregierung abgegebenen Erklärung.

Die Notlage Der Künstler.

Berlin, 6. Dez. (Wolff.> In der gestrigen Dersannnlima der Künstler, dre sich mitiber N o t - läge der Künstler befaßte, wurde eine Kund­gebung beschossen, in der es heißt, die deutsche Künstlerschast nrüsse aus eigener Kraft die Not der Zeit zur Grundlage der Gesundung machen. Fhr schöp^rischcr Wille vermöge die Berarmimg zunr Segen zu wandeln. Daher müsse der Künstler verlangen, daß er bei allen produlttven Aufgaben als entscheidender Faktor eingesetzt werde. Die Gesimdung des Unterrichts müsse auf handwerk­licher Gvundlcupe erfolgen. Er müsse verlangen, daß Gesetz und Verwaltungsmaßnahmen, die ful- turelle Fragen berühren, nicht ohne ilyrt bearbeitet werden. Dre Erfüllung dieser Forderungen löse die lebendigen Kräfte der Künstlerschaft aus und lege die Grundlage «zur Veredelung aller Arbeit.

Kongreß der Auslandsventschen.

Hamburg, 6. Dez. (WTB.) Heute und morgen tagt hier der er st e Kongreß der Ausländsdeutschen. Das Auswärtige Amt, der Reichskommissar für Auslands­schäden und der hamburgische Senat haben Vertreter entsandt. Der Vorsitzende des Landesverbandes von Nordwestdeutschland, Direktor Kühl-Hamburg, begrüßte die Versammlung. Er führte aus, datz dieser Kon­greß dazu beitragen solle, daß sich die deutsche Reichsreaierung und das deutsche Volk in höherem Maße mit dem Problem des Auslandsdeutschtums befassen. Das Aus­landsdeutschtum habe die deutsche Kultur in der Welt hochgehalten, und der deutsche Kauf­mann habe fick durch die Eindringlichkeit seiner Arbeit und die Güte der Ware seinen Platz in der Welt 'geschaffen. Heute gelte es, im Ausland ein neues Deutschtum zu Ehren zu bringen. Unsere Exporiwirtschaft könne in erster Linie nur durch unsere alten deutschen Pioniere wieder zum Blühen ge­bracht werden. Das deutsche Volk müsse aber auch die Sünden erkennen, die es in der Behandlung des Auslandsdeutschtums wäh­rend der letzten Jahrzehnte begangen hat.

Die Regierungsbildung in Sachsen.

Berlin, 7. Dcz. Wie dieFreihett" aus Dresden meldet, wurde das A b k o m m e n zwischen ten beiden sozialistischen Parteien über die Regierungsbildung abgeschlossen. Tanach werden die Unabhängigen das Ministerium des Innern, des Kultus und das Ardeitsnnniste- rium besetzen unb die Sozialdemokraten die übrigen Ministerien.

Parteitag der Deutschen Doltspartd.

Nürnberg, 4. Dez Nach der Eröffnung der heutigen Sitzung durch Geheimrat Cachs führt. Vizebanzler Dr. Heinze mit Bezugnahme aur tue Rede Dr. Strefemamis u a. aus: Die Ereig- ntfie in Deutschland sind fdttnerig und können gefahrdrohend werden. Die Wünsche der Beamten­schaft enordem forgfälttgste Envägwig: m dieser befinden wir uns tm Stabinetr. Unter Zuziehung von Fraktionsmitgliedern wird heute in Berlin verhandelt, um diese Frage weiter zu erörtern. Hoftenttich können bis Werhnackchen bte Wünicke der Beamtenschaft zusriedengestellt werdm. (Leb­hafter Bei-all.) In den Kabinettsberatungen ban- 1 beit es sich immer um wichtige Fragen na­tionaler Art. Wir sind Gegner eines über-