170. Jahrgang
Donnerstag, 7. Gttober 1920
Anzeigenteil: H. sämtlich in (Bi
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als äußeres rein inneres Eigentum tierbieibm ihr als wettere Wegweiser bienen können.
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Volkes festzustellen und dem Völker- Unterlagen für die Bildung seines Ur- zu liefern.--
Der vrtriebrrätekongreb
^«deutsche H-otcls und Pensionen ge- ut Einigen beutf-'en Hotelbesttzern nxtr eS ge- Italgen, durch freundschast^iche Beziehungen ihren
B'trteb nxihrenb des Krieges ouiredrt zu erholte t, tar sie fionben unter italienisckrer Vornimrdschost <i | mußten oft genug drei gerade sein lassen, be- > < sie eilt Dort riskierten. Tobet war ihre Wirt- l <1 «ft derart nerönbert morden, daß sie sich nur noch
Der Neichrral und Mo Kotten für Sefahuirgstruppen.
Ter rnsftsch-finnifche Friede.
Kopenhagen, 7. Okt. (WTB.) In der Sitzung der Friedenskonferenz vom Dienstag in Dorpat wurde der Friedensvertrag zwischen Rußland unb Finnland definitiv angenommen. Das Abkommen wiro in einer Woche unterzeichnet.
Rußland und England.
Rotterdam, 6. Okt. (WTB.) Rach einer Londoner Meldung Dorfen »je die englische Regierung binnen einer noch sest-usetzenden Frist angemessene Bürgschof/en von der Somjetregierung wegen der englischen Gefangenen der bolschewistischen Propaganda und anderen Fragen. Die englische Regierung weigert sich bestimmt, dem diiKo- matischcn Vertreter der Evening Standard zufolge, die Verhandlungen über die Handelsbeziehungen und andere Fragen fortzujetzen, wenn die Burg-
der schon von Scheffel besungen itmrbe und nach ihm D911 vielen andern. Ter deuds<i)e Rtalerwald, der iitmitten der fremden Bergnatur als Wahrzeichen deutscher Liebe zur Natur und Kunst prangte und van dem während des Krieges verstorbenen Senior der deutschen Künstlerfckaft in Rom, Prof. Gerhard, bis zur letzten Stunoe mic ein Augapfel behütet wurde. Gleich nach Ausbruch dos Krieges tarnen die Bauern von Vellegra herbeigcz»og2n, um diesen uralten Eick-enhaü: abzn- holzen. Tar- UiigiikE wurde verhütet. Ta sein ho'h r Wert indessen weniger in. Geld als tn dem Schatz? deulfchter Erinnerungen besteht, so dürste es uns nun wieder vergönnt sein, unser Auge beim Glase Wein Vuat Olevano aus ungetrübt an seinem Anblick zu nx-iben. „Alles tehrt rvicder," sagt der Pvophet. So wollen wir hoffen, das; auch d« kulturfreudigen Schöpstmgen jener, bi? vor uns in der Fremde lebten und fühlten, der Zukunft
schäften nicht zu einem bestimmten Termin gegeben werden. Die Sowjetregierung hat Krassin alle Befugnisse in politischen und Handelsfragen über« tragen, die Kamenew besessen hat.
gegangen und ihre Kleider die Glieder des ita- lienischen Rack>wuchjes zieren. Tober lag durchaus nicht immer böse Absicht vor. Denn wer Mutzte, mic lange der Stieg noch) dauern würde? Außerdem war die Meinung im Volke Verbreitet, daß Deutschland bis auf den letzten Mann ausgcvottet werden würde. Tas schmerzte manchen i alimischen Freund sicher tief — aber warum deshalb die kostbaren Kleider und Gegenstände unbemitzt umkommm bissen? Tenn alles das war auch in Jttlien uner- fch'Minglich teuer geworden und die Weniger begüterten wußten nickst, woher sie es auf bessere Art nehmen sollten. Auch mir war ein Teil meiner ficinen Habe in biefer Weise abhanden gekommen, darunter ein Schmuckstück, das ich als An- benten besonders hoclchielt. Bei meiner Rückkehr forschte ich danach und ich mutz sagen, daß mir metne ehemaligen Wirtsleute, brave italtmische Bauern, eifrig dabei behilflich warm. Tie Schwre- rigfcit lag jedoch darin: man konnte nicht ermitteln, welches Mitglied der weit verzweigten und zerstreuten Familie im Augmblick damit seine Kta- vatte zierte.
Als ich von der Rückgabe des deutschen Eigm- tums in Italien bis ^ur Höhe von 500000 Lire las, dachte ich sogleich an den Bosco Sa-
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Der »ietzcaer »irzrfa« erschaut täglich, außer Sonn, unb Feiertags.
BejBfliprdft
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Die Wnffrnablieferung.
Berlin, 6. £)Tt. ^WTB.) Zn der heutigen Sitzimg des parlamentarischen Beirats gab der Reichsiommissar für die Entwaffnung. Peters, Auskunft über das bisherige Ergebnis der frei» willigen Waffenabliederung. In den erffen zehn Ablieferung' agm wurden abgcp2ben: 122 000 Gewehre und Karabiner, 913 Maickstnen^nefrre, 239 Mafckstn enpistvlen, 17 Geschütze. 11 Minenwerfer, 13 Flammenwerfer, 3 660000 Schuß Handwaffm- mumtion, 14 931 Hand unb Genrehrgranaten, 111 000 Handgranatenzünder und Sprengkapseln, sowie eine sehr große Anzahl von Waffenteilen, banmter 8 Geschützrohre, 76 GescimvtverscUüsse 151 RichtvorrichNmgen, 3590 Maschincnn ewebr- läufe, 4850 Masclstnengewehrschlössec . 19 900 Gewehr- und .Karabinerläufe und 19 300 Schläfer.
Der Umbildung der Polizei in Preußen.
Berlin, 6. Okt. (Wolff.) Der preußische Minister des Innern Severing hat nunmehr den Erlaß nebst Ausführungsbestimmungen wegen Auflösung der Sicherheitspolizei und der Umbildung der PolizeiinPreußen herausgegeben.Danach wird mit dem 6. Oktober die Sicherheitspolizei einschließlich der Stäbe aufgelöst. Die der Aufrechterhaltung der Ruhe, Sicherheit und Ordnung dienende Polizei ist eine rein örtliche. Ihre Zuständigkeit beschränkt 'lid? auf den Ortspolizeibezirk. Sie untersteht mit sämtlichen Beamten in Orten mit staatlicher Polizeiverwaltung dem Polizeipräsidenten, bzw. Polizeidirektor, an allen anderen Stellen den kommunalen Ortspolizeibehörden. Die Verwendung von Polizeikrästen außerhalb ihres Bezirkes kann nur auf besondere Ar-- ordnung der Landespolizeibehörde stattfinden. Diese hat dann gleichzeitig die Befehlsverhältnisse zu regeln. Die (Verordnung über die Dienstkleidung der Polizei erfolgt demnächst. Bis dahin wird die bisherige Dienstkleidung weitergetragen. "An Bewaffnung stehen der Polizei für jeden Beamten blanke Waffe, Pistole und Handgranate, für je drei Beamte ein Gewehr oder Karabiner,, für je 20 Ba- amte eine Maschinenpistole, für je 1000 Beamte ein Panzerwagen mit zwei schweren Maschinengewehren zu.
Oesterreichischc Volk-abstimmuug über den Anschluß an Deutschland.
Wien, 6. Okt. (Wolfs.) Die Blätter fahren fort, den Einspruch der französischen Presse gegen: die beabsichtigte Volksabstimmung über den Anschluß an Deutschland als durch den Friedensver- trag von St. Germain nicht begründet zu- rückzuweisen. Vielmehr gebe gerade der Artikel 88 des Verttages, der die Entscheidung über die Zukunft Oesterreichs dem Völkerbünde Vorbehalt, berechttgten Anlaß zur Vornahine der Volksabstimmung, um, wie das „9teue Wiener Tagblatt" schreibt, den Willen der Mehrheit des deutsch-österrcichi-
Berlin, 7.Okt. (WTB.) In der geftrte gen Sitzung des Betriebsrätewngresses erklärte der Bergarbeiter Kiel, die Arbeiter wollten zur Durchführung des Abkommens von Spaa tun, was sie könnten, aber wollten nicht hungern, um den Ansprüchen des Auslandes zu genügen. Der Betriebsrätekongreß nahm außerdem eine Entschließung gegen drei Stimmen an, worin nicht die Sozialisierung des Kohlenbergbaues, sondern des gesamten Bergbaues gefordert wird.
B erlin, 6. Okt. (WTB.) Der Betriebsrätekongreß nahm heute einstimmig eine Ent- sckließuno an. die dem Proletariat Rußlands die vollste Sympathie des .fdongresses aussprickst und es als Pflicht der deutschen Betriebsräte bezeichnet, jede Herstellung und den Transport von Waffen und Munition, die gegen Rußland verwendet werden könnten, mit allen Mitteln zu unterbinden.
mir einen Teil der tatsächlichen Kosten dar. Es steht noch der übmnicgenbe Teil der von den Be- satzungSmächlen verauslagten Beftärte für Besvl düng und Unterhaltung der Trupven für von ihnen unmitielbch bezahlte Regusi ionen a'.is. Für die Schätzung der Höhe dieser Zahlungen ist das Reichsschatzministerium, da es bisher keinerlei offizielle Erklärung erhalten konnte, ausschließlich auf die Zeitungsnachrichten angewiesen, für deren Zuverlässigkeit keine Gewähr gegeben ioerben kann. Der Bericht des französischen Abgeordneten Lou- cheur, den er namens der französischen Budget^ kommission der französischen Kamm r am 14. 6. 1920 erstattete und dessen authentischer Wortlaut uns erst vor kurzem zuging, schätzt die Kosten der Besatzungsarmee bis zum 1. Mai 1920 auf 4 Milliarden Goldmark, was einem Bist rage von 40 Milliarden Paviermark entspricht. Es ist nicht ersichtlich, ob Loucheur hierbei lediglich die Kosten der französischen BejatzungS- armee oder die Gesamtkösten dec Besatzung im Auge hatte. Geht man von letzterer Auffassung ans, jo ergibt sich eine monatliche Ausgabe von 2,o Milliarden, d. h. eine Jahresausgabe von 27,6 Milliarden Popiermark. Menn Wir demnach nur 15 Milliarden in den Etat ernsetzten, gefchrcht dies in der Erwartung, daß die gante Besatzung s- fvage einer radikalen Aenderung unterzogen ,viro. Ter Reichs rat verlangte hieraus über alle Einzelheiten der Urfad>en der hohen Besatzungskosten eingehenden Auffchlutz und verones den (ttat des Reichsschatzministermms an den Ausschuß zurück.
Italienische Berichte über Zustände in Ruhland.
Rom, 6. Okt. (Steswri.) Zn bet Presse wird ein ausführlicher Bericht veröffentlicht, den der allgemeine Arbeiterrat auf Grund der Ergebnisse der Studienreise der italienischen Sozialisten nach Rußland über die russischen Verhältnisse crftaltet. Der Be richt hebt hervor, daß an der tdarmer: Aufnahme der italienischen ALvrcmung durch oie amtlidym ruffischen Kreise das russische Volk selbst steh kemcs- wegs beteiligte, da bte Wechselfälle der polüisch.m Schicksale Rußlands sich völlig abiciid der russisäxm Lwlksfeele vollziehen. Die physische ßtw der Massen ist in den Städten sehr gerückt, ,vas malir- scheinlich von der ungenügenden Ernährung berrührt. Das wirtsch'aftliche Lebet: wird durch materielles und moralisches Elend gekenn-eichner. Der Bericht bespricht das Versorgungssystem unb die Entwertung des Rubels unb ihre Fügen. Den Versuch, dir wirtschaftliche Verwaltung in die Hände der Ar'oriterfck-aft selbst zu legen, bezeichnet er als unheilvoll In den Händen der Arbeiter wurde der Gesellschaf-skörver und die Produktion fast ganz untätig. Mit geringen Ausnahme-: fei es dem Lande noch nicht gelungen, sich von dieser Lähmung zu erholen. Der Krieg nahm Die Kräfte der lnlsckst- wistischen Regierung gröfiten feite in Anspruch. Prüfe nun: aber das Wenige, bas sie zur tvirtschaft- lick en Wiederau fiichtung zu tun vernichte, müsse man stark zweifeln, ob Rußland in feiner jetzigen verlassenen Lag-: gj» sich selbst heraus zu erträglichen Bedingungen des bürgerlichen Lebens kommen könne. D:e in bei: kommunistischen Programmen rurgefdariebene soziale Gleickcheit |ei em- fach zu einer Gleichstellung aller Klaffen in einem einzigen großen Elend g-nvorben. Die Trmtsfort- inrttel seien völlig ruiniert. Die gegenwärtige russische flicgierung sei ihrer Auflösung nahe. Tie Revolution hätte auf dem fteul-en Laiüx die Wirkung gehabt, praktisch den Klein besitz zu begründen, der vom Vater auf den Sohn vererbe. Die Ver wirllickung des Kommunismus auf bem Laube sei nichts als eine dolscheivistische Phantasie.
Der Bericht schließt: Unter den Bauern seien die einflußoeichsten die Sozialrevolutionäre, welche den Kleingrundbesitz zufließen. Die Verfassung bewillige einen Abgeordneten auf 25 Arbeiter und einen auf 125 000 Bauern: andere Parteien würden kaum geduldet. Ihnen sei die Betrutzung jeder Propaganda und der Presst untersagt. Die Syndikate feien nicht obligatorisch, aber allmählich gehe die Organisation der Produktion unb ihre Verteilung vom Staat auf die Sr/ndikate über. Die bolsche- nnstische Revolution neige zum praktischen Syndikalismus, aber vor einem idealen Programm stehe eine davon sehr verschiedene Wirklichkeit. Mit der Erwartung einer vollständigen Verwirklichung des Snndikalismus verfalle Rußland bei: kommunistischen Experimenten, dessen Theorien oanz und gar nicht den prak.ischm Resultaten entsprächen. Das kapitalistische Regime sei zerstört, aber die Revolution hätte es durch nichts ersetzt, was auch nur den elementarsten Bedürfnissen eines zivilisierten Volkes entspräche. Die Absicht, die kommunistischen Grundsätze ohne Dorbeverrung und AbÜunmg zu verwirklichen, hätte sich nicht erfüllt.
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GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
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Berlin, 6. Oft. (WB.) Der R ech s r a t Ixitbe auf 'heilte zur Erstattung des Berichts des Ausschuslos über den Haushaltsp(<v: des Reichs- fchatzminist.r.ums eine Vollsitzung anknaumt. tu lkt der Berichterstatter sich casts-er Stande erklärte, das Mstvat zu erstatten, weil in der Zwisck)enzei: betaimt geworden sei, daß riesige Erhöhungen der Aufwendungen für die Besatz.ungs- truppen erforderlich seien. Ter Berichterstatter stellte intalgeixffsen die Anfvage an ben Minister, welche Bewmstmis es mit dieser Erhöhung habe mta wie hack) sich nach Ansicht des Ministers der Ge- famtanfiuanb stellen würde. Ter v)m Reichs- IdMuüniftcr gegebenen Begründung ist folgendes zu entnehmen: Bei der Aufstellung des Etats im F.bruar 1920 fehlte jede sichere Unterlage. Eine Anfrage bei der Rheinland Immission über bte Stärke der Beatzung, über ihre Ostbühruifte an Geld, Verpflegung, Wohnung, Verbrauckisgegeu- ft anbei: usw. blieb bis heute un beantworte t. Marsck>all Fach hatte im Okteber 1919 auf eine Anfvage der deutschen Wassenstillstands- tarnMission gca.ititrjrtet, die deutsche Regunung habe feine Kontrolle zu üben über die Verwendung der an geforderten Markvorsck-Üsse, die ihr auf die Desetzungstaslei: (frais b'occuwtimi) gutgeschrie- ben würben. Der einzige Anl-alt füc die Aufstellung des Etats für 1920 ergab sich für das Neichssckiatzminiftermm aus der Erklärung des B. ritzenden der mtecallher cn .^Kommission, Lou cheu r, bei bei Verhandlungen in VeriailleH im Auwist 1919. Loucheur erwiderte damals auf die Feststellung des Staatssekretärs Le- nald, daß im besetzten Gebiet Kastrnemeirts für 70000 Mann vorhanden feto:, unb auf feine Forderung, baß die Besatzungstruppe:: diese Zahl nicht überschreiten sollten, die Zahl würde wohl um etwas (tegexement) höher fein. Das Reichsschatzminifte- rium mußte demgemäß annelimen, daß nur mit einer mäßigen lieber)ebreihing dieser Ziffer zu rechnen fern würbe. Es veranschlagte die Gesamlde- satzungsstärke auf 80 000 Mann unter Zugrundelegung der für de deutschen ReickBwehrsoldatei: er» ivackff< nden Khstcm, die Kosten für bat lumrwten Unterhalt der Bejatzung auf 1,92 Milliardei: Mark Unter Zurechnung der Ausgaben für Requisitionen kam das Reichsschatzministerrum, auf Grund roher Schätzung auf ben im E.at crngefteHten Betrag von 3 Milliarden Mark Aus dm stets wachsenden Anforderungen an Ge.d unb Sachleistungen mußte bereits in den folgenden Monaten der Schluß gezogen werden, daß dieser Voranschlag hinter den tatsächlichen Kosten zurückblieb.
Die nur indirekt möglichen Feststellungen über die Betatzu:u;sstärke ergaben eine Ziffer vvn eroa 130 000 Mann. Die von den Besatzungsmächten geforderten Barzahlungen für ben Unterhalt der Beo tzungsrruppen, die iogenannten Marf^'rfcktüs fe. erreichten vom Tezember 1918 bis Ende August 1920 die Sumn:e von 2 313 097 603 Mark; für die Lieferung von Verpflegung unb Futtermitteln bis zum gleichen Z ei: punkt wurden etwa 110000000 Mark verausgabt. Außerdem ergab sich aitf Grund der in: September abgeschlossenen Erhebungen, daß die bis Ende März 1920 ausgelaufenen £.uar ier^ und Regui ironsentschädi- gimgcn auf ben Gesamtbetrag von über 5 Milliarden Mark veranschlagt werden mußten, der zum überwiegenden Teil erst im Rechnmtasfbar 1920 zur Anzahlung tommt. Dtese Beträge stelle» aber
Holländische Vorschüsse.
Haag, 7. Okt. (WTB.) Das Korreffwn- denzbureau melbet: Der Zweiten Kammer ging ein Gesetzentwurf zu über bie Gewährung von zinstragenden Vorschüssen an einige mittel -und osteuropäische Staaten. Rach dem Artikel 1 M Gesetzentwurfes wird der Finanzminister er- ntächtigt, Oesterreich-Unaarn, Polen, der Tschecho-Slowakei, Rumänien, ben Ostsee- staaten, Armenien unb Georgien zinsttagende Vorschüsse zu gewähren im Gesamtbettage von 12,5 Millionen Gulden zur Bezahlung von Lieferungen durch Holland und die hol- ländischen Kolonien.
Das deutsche Eigentum in Italien.
Rom, 5. Oktober.
Dor einigen Tagen tarn dir wichtige Notiz, daß deutsche Eigentum in Italien, fotoeit cs sich rn kleineren Besitz bis zum Werte von .500 000 :Zrve handelt, rrrfnegeben rojrbei: ist. Diese Maß- «bmc der italienischen Regrcrung ist für die pn- •«fltm Beziehtmgei: Deutschlands yi Italien vsn Mßter Bedeutung Zwar ter deutsche Kwismmm i*rb nicht ernstlich an großzügige Ihrterrebnuin» | <n in Italien denken, bevor nicht bte Ei'gen- | tMisfrag - völlig geregelt ist. Mer wteoielc Lairds- B inrtc, die heute noch ober schon wieoer in Jta- ■ l«n leben und andere, die als Privatleute dorthin ■ ,arückf<hiten wollen, werden von einem Trucke unb • ojn schwerer Sorge befreit aupatmen.
Tas Villenviertel Roms, in dem sich o:ele M wohlhabende Teutsck-c an gekauft hatbrn, lag außer- M talb Porta Pta, neben der Nomentana, die sich K imposant n Zügen gegen bie Sabinerberge er* Wstreckt. Ihre erhöhte Lage mit waldiger Um» ■qdbung läßt diese Gegend befortaers hygienisch er» Wjchnnen. Bon den Terrasjen bet Läufer und Villen ■ tränt der Blick über Pinien, Zypressen und bte | irrste römis<l)e Camragna hrnneg bis zu den Sa- | b-ttcr- unb den Albaner-Bergen mit ihren zauber- I tast schönen Castellen. Eine frerrfief'.-re Lage, oer- ■ Pinben mit ruhiger 2lbgrfck-l.>s:cnheit ge ten i?a3 | ?olksvirrfel hin, koimte sich wohl ntemand znrn ■i Avhnsitz erträumen. Ter Verlust mußte den beut» r rfm Eigentümern, ganz abgesehen vor: ben n:a» I träcHen Werten, bitter sein. Stander von ihnen I lehrte zwar bald itach Fnedensschluß harflnu zurück I intb cs mochte ihm gelingen, gegen Mietszählung ■ m feinem ehemaligen Eigentum eine Wohin,ng I |ur Verfügung gestellt zu erhalten. Er fühlte sich K natürlich b brfltft, in seinen erg.mcn Räumen uno WNöbcln als Mieter wohnen zu mü.'sen unb zal)
■mit Bangen der Lösung der Eigcittnmsfrug^ in ■ entgegen. Richt anders erging es den ■teutfdxm Dillcnbefitzem in Florenz u. a Ich n krm mir vorftcllen, daß nach dieier Regelung ■ mxmrfK Billen an der Via Non«ntana sich reü» MKch ei lmchten norden und der Beckrer erst i'?tzt feine Mriqentliche 9turfBebr nach Italien feiert. Ein erstes ■tufatmen dürfte durch das d.'utsck e Ge'elligknts- tz iwm in Rom gel)en, da sich nun biete Famstien »eber sicher am eigenen Herde fühlen unb fbr teim von neuem lieb genrämen können. Schvir- U nyr liegt die Frage für btefenigen, deren Häuser tn bet römischn: Seaueftnr ganz vermietet worden H«vm. Dreist sind es tiWbabcnbe 9htffen, die sich WvrchLm, in ihre Heimat zurückzutelwen, und nickst ns den gemieteten Räunten weichen wollen. Be- Uicht doch auch in Italien ein Otefetz, nach dem bte ■Sieter vor 1921 nickst exmittiert werden dürfet:. V Alerdings ist zu erwarten, daß die Wohnungs- -7 lot in Rom allmählich behoben werden wird, denn ■fc Fülle des vorha.chenen Baumaterials an Stet- :! th gestattet es schoi: fnt Jahresfrist, mit Neu- stuten zu (vgiimen. Ganze neue Stadtviertel sieht U non bereits aus den: Boden toachse::, lauter kleine M vjusck>m, auf die vor allem das Heer der Italienv= W sten Bsanstet: reflettiert. Findet jedoch der beutfdje M Hvtsl-esitzer in Rom viel>ack> noch feilt Untertan:» 1 n>nt im eigene:: Heim, so gewinnt er wenigstens H W) d n Mietzins, der. in deutslches Geld verrech» 1 Tt, nickst zu untersckMen ist.
Was ab?r jedem Reistmd«: besonders will» » baimcn sein dürste: es wirb nun wieder tn Jta-
i9ov Dir TmHil eretn für Raid leit 1900 eJ mnhgJtOkll linii l'/i Dir imNmii'i tm „Haudrium*..
Im vollzählige- ■ »inen bittet J »vj der CorßtJ
tetig von einer italienischen unterschied. Ten fiteren wurde das Inventar, oft ihre einzige ftistmzgrundlage, besckstagnalmrt. So trat ich in tau bL* ehemaligen Iirhaber einer der größten : ^httfdKit Penjtaneit als Hotelan gell elfte wieder. Hl« unb da mochte sich auch ein Dtttttscher. als es zur ■SSitfcritienmg kam, dazu entsckchoffen haben, fein und Jnv-mtar formell einem italienrsck)en Munde zu „sckrenfen", um es vor der Beschlag-- vknung zu ivtten. Mir ist nur ein solck-er Zoll >knnt gemordet:, in bem es sich eben'alls uni große deutsche Pet:sion handelt. Zur Etzre ^fes italienische!: Freundes muß es getagt fern, er alles aufs Gewisfenhisteste weitergeführt tü> auf H. ller uitb_ Pfennig dem Eigentümer zu- i tideritatret bar. L-ol<hc Fälle djrcn die ganje utimi. Zw.ifellos war her Aufenthalt für Teutsck^ ||r. guten italienischen Pensionen bisher noch reckt twrquitfitd). Mcht daß man sich über bte Mißtaft dec Inhaber zu beklagen hatte. -’lb.T bet der Äerschwemmung Roms durch Englckcker, Fvon- fVn, Belgier usw., die dort die mebnge it> «jscke Valuta ausnutzen, war es nicht möglich, r-tf Pension zu treffen, in der sie nicht den Ton 'f’gab.'n. Tiefer Don icdoch ma*te, namentUd) fefit er von den ritterlick-en Fnarrzosen angv- Ülagm wurde, den Teutschei: ben Aufenthalt prfn- genug.
Kaum b. troffen von der neuen Regelung wird «s ki inere Eigentum beutfdter Familien, bie ftül ta Miete wohnten und genötigt waren, ihre ge- •urje XMbe an Mobilien und Kleidern ben Haus- M-iEem »oder Bebten susten anzurernauen. Tie Re- rmntg kümmerte sich meistens nicht um diese pemigfeiten, bereit Fragen sich daher „von selbst" d .h. ;c nach bem Anstöndigkcitsgrad der ^tsbcsttzrr wurden diese Gegensätze geschont, ver- oufgetragen Einige zurückkrhrende T und ihre Zahl ist nicht gering — ^ycucn ihre kleine Habe, also Stück für Stück ^der, wenn auch von, Zahl: der Zeit und den -^ften ^freiten Andere tahen sie ganz oder teil» 31Cl*c m cken Besitz ihrer ,^üertrauensleute" über»
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