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Rrichrnnmster Simons in Urimi^

Berlin, 6. Aug. (Wolff.) Reichsminrster Simons tritt einen vierzehntägigen Ur­laub an.

B e r l i n, 6. Aug. (WTB.) Reichsminister Dr. Simons gewährte vor der Abreise einem Vertreter der Deutschen Liga für den Völkerbund eine Unterredung, m der er sagte: Ich habe der französischen Regierung in der letzten, ihr in der Flaggen frage übermittelten Note vorgeschlagen, die Er­ledigung des Falles dem Völkerbund tzu übertragen. Eine solche Erledigung ist ja in Artikel 17 der Völkerbundssatzung auch für den Fall vorgesehen, daß einer der an der Streitfrage beteiligten Staaten nicht Mit­glied des Völkerbundes ist. Ich habe der französischen Regierung auch namens der deutschen Regierung erklärt, daß Deutschland bereit ist, die Bestimmungen der Art. 1216 der Völkerbundssatzung anzuerkennen. Ich will nicht untersuchen, ob die französische Re­gierung nicht als Mitglied des Völkerbundes sogar die Pflicht hat, den Streitfall im gegenwärtigen Stadium dem Völkerbund zu unterbreiten. Jedenfalls bietet ihr Art. 11 Absatz 2 auch die formelle Möglichkeit, auf unseren Vorschlag einzugehen. Ich möchte aber betonen, daß die Völkerbundssatzung ein Teil des Friedeitsverttags ist. Sie wissen, daß ich dessen Innehaltung als die Aufgabe meiner Politik betrachte. Der Friedensver- trag ist wesentlich gekennzeichnet dadurch, daß er Deutschland eine Fülle schwerer Ver­pflichtungen einseitig auferlegt. Um so mehr muß die deutsche Politik darauf bedacht sein, daß er auch in den leider sehr wenig zahl­reichen Punkten peinlich beobachtet wird, wo er Deutschland Rechte laßt.

Unterdrückung deutscher Kundgebungen im Memelgebiet.

Berlin, 6. Aug. DerBerliner Lokal- Aiizeiger" meldet, datz der Verwaltungschef des Memelgebietes das A b s in gen d eut sche r pa­triotischer Lieder verboten hat. Ferner darf feine andere Flagge als die des Memel- gebietes gehißt werden.

Italienische Krim cm der Friedens­politik der Entente.

Rom, 6. Aug. (Wolff. ) Stefani. Die Kammer beginnt heute die Besprechung des Vertrages von St. Germain. Der Bericht­erstatter des Ausschusses legte einen Bericht vor mit der Aufforderung, den Vertrag zu ratifi­zieren; denn eine Verzögerung oder gar Nicht­annahme würde die Erfüllung und Anerkennung der gerechten italienischen Bestrebungen noch weiter hinausschieben. Er fügt dem Berichte hinzu, die Kommission glaube nicht, daß der Vertrag von St. Germain, der übrigens das Abbild des Ver­sailler Vertrages sei, Ursachen zukünftiger Zwiste oder Anlaß zukünftiger Kriege beseitige, denn dieser Friede gebe der Welt nicht die Ruhe, die Europa nötig habe, um zu fruchtbarer Arbeit zurückzukehren und die Kriegswunden zu -heilen. Ter Bericht hebt hervor, daß die Bedingungen, die Leuten Strafe auferlegen, die nur dem Gesetz ihrer Nation gehorcht haben, nur dazu dienen könnten, den Haß zu nähren.

Hinsichtlich der Wiedergutmachung und der finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen be­tont der Bericht, daß vor der Aufftellung dieser Bedingungen die Möglichkeit ihrer Ausführung durch Oesterreich geprüft werden sollen. Der Be­richt .fährt fort: ,^Jetzt sind alle einig in her Erkenntnis, daß es Oesterreich unmöglich ist, über­haupt irgend etwas zu bezahlen und Italien müsse sogar mit vorbildlicher, großartiger Hoch­herzigkeit für die Ernährung der österreichischen Bevölkerttng Sorge tragen.

Der Ausschuß betont dann die im Artikel 88 'bc5 Vertrages liegende llngerechtigfeit, welche Oeiterveich verbietet, sich mit Deutschland zu ver­einigen. Das Verbot sei sogar eine Gefahr und ein Schaden für die italienischen Interessen und eine offenkundige Ungerechtigkeit. Ter Ausschuß weist ferner auf die außerordentliche Tatsache hin, t^ der Vertrag als vertragsabschließende Partei tue aus der Auflösung Oesterreich-Ungarns hervor- geaangewen Staaten betrackste, die so ganz anders behandelt würden Oesterreich, als wenn sie am nicht in demselben Maße teilgenommen hät­ten als jenes, während audeve Staaten, wie Mon­tenegro, gar nicht zur .Konferenz zugelas'eu Mrrden.

Der Bericht erklärt schließlich, der Ausschuß wolle den Vertrag nickst im einzelnen prüfen, denn es fei doch.feine Aeuderung mehr möglich, aber er hoffe, daß die feierlich bekundete Meinung der Regierung m den weiteren Verhandlungen mit den Besiegten bezüglich der Anwendung des Vertrages maßgebend sein möge.

Belohnung für belgische Frontkämpfer.

Brüssel, 7. Aug. (WTB.) Die K am- m e r hat sich nunmehr damit einverstanden erklärt, daß allen Frontkämpfern für leben Monat, den sie zwischen dem 1. August 1914 und dem 11. November 1918 an der Front zugebracht haben, eine Entschädi­gung von 75 Franken pro Monat ausgezahlt wird. Auch den Soldaten, die weiter rück­wärts, also in der Etappe, Dienst taten, wird lur den gleichen Zeitraum eine monatliche Vergütung von 50 Franken gewährt werden Alle Internierten und Kriegsgefangenen wer­den gleich denjenigen behandelt werden, die in der Etappe Dienst taten.

Aus fcem Reiche.

Der Reichskanzler in Freiburg

Berlin, 6. Aug. (T.-U.) Der Reichs­kanzler hat sich zum Besuch seiner Ange­hörigen auf kurze Zeit nach Freiburg be­geben.

Streitigkeiten wegen des Steuerabzuges.

E l b e r f e [ b, 6. Aug. (Wolff.) Seit eini­gen Tagen macht sich auch in der Industrie des bergischen Landes eine starke Mißstim mung unter den Arbeitern gegen ' i Steuerabzug bemerkbar. In den lebten

Aur Stakt und Land.

Gießen, den 7. August 1920.

Veranstaltungen.

_ Samstag, 7. August: Stadtthmter, 7 Uhr, Es lebe das Leben. Fellenkeller, Hauptversamm­lung des Oberhessifchen Obst und Gartenbmwer- erns.^ Lichtspieltheater wie gestern.

S >o n n i a g, 8. August: Obst- und Garten- bauverem ft.,9 Uhr, Besichtigung von Obst, und Gartenanlagen. Hotel Großherzig, 9 Uhr, Ber- sammlung der Mühlenbesitzw des Greises Meßen - Fellenkeller, 10 Uhr, Versammlung der Fcld- schutzen j)e§ .Kreisevrbcrndes. Schöne Aussicht 3 Vereins ehemaliger 116er'

Lichtspieltheater wie gestern.

leituiigen verschiedener großer Unternehmun­gen, unter anderem auch in den Farbwerken Beyer, vorstellig, um die bereits vom Lohn abgezogenen Steuern zurückzuerhal­ten. Gestern nachmittag verlangten die An­gestellten des Warenhauses Tietz in El­berfeld Befreiung vom Steuerabzug und Rück­zahlung der bereits eingehaltenen Gelder. Da eine Einigung zwischen der Firma und dem Personal nicht berbeigeführt werden konnte, wurde das Kaufhaus geschlossen.

zu melden. m

** Ein Wohltätig teils fest zum Be­sten der abstimmungsberechtigten Ober sch le fier findet am Sonntag, den 14. August statt. Das abwechslungsreiche Programm enthält musikalische und Gesangsvvrträge, Solo­stücke, Duette, Theater- und Reigenaufführungen. Ter Ueberschuß kommt den minderbemittelten O^rschlesiern zugute, um evtl, die nötigsten Be­dürfnisse bestreiten zu können, da die Abstim­mung wahrscheinlich in die kältere Jahreszeit fallen witt>. Geldspenden in jeder Höhe werden an die Bezirkssparkasse unter der Nummer 785 heimat- treuer Obcrschlesier erbeten.

** P aul Buchwalds Gastspielthea- ter gab gestern abend, wie man uns schreibt, zum erstenmal die Saftige OperetteDie Kö­nigin der 2uft" Inhaltlich bietet sie gleich meisten Operetten em lustiges Hin und Her voll Liebesverwicklungen, Täilschungen und Enttäu­schungen. Sämtliche Darsteller zeigten sich ihren Rollen gewachsen: es sei nur erwähnt Frl. Wally Talero als Laura (die Königin der Luft). Auch die kleinen Rollen wurden verhältnismäßig recht gut wiedergegeben. Lebhafter Beifall forderte mehrmals Wiederholungen.

** Eine bayerischeOriginal- Bauerntruppe" tritt seit einigm Tagen im Caft Leib auf imb findet reichlich Zuspruch. Weil am vergangenen Sonntag der vordere Saal sich als zu Nein erwies, wird die Bauerntruppe am Lammenden Sonntag im großen Saal auftret m. Ein reichhaltiges Programm ist vvrgeseym. Neben einem guten Solotril werden zwei heitere Einakter aufgefsthrt:Tas vierte Gebot" undDer erste Preis".

Landkreis Gießen.

O Lich, 5. Aug. Nachdem Bürgermeister F u h r nach kaum mehr als einjähriger Amtsdauer sein Amt freiwillig niebergelegt hat, ist vom Kreisamt die Neuwahl bereits ange­ordnet: sie soll nach im Laufe dieses' Monats «er­folgen. Tie Wählerlisten liegen bereits offen. Für die Neuwahl werden die verschiedensten Kandidaten genannt.

O Nieder - Bess ingen, 5. 2big. Kürzlich wurde bei dem Schuhmacher Steuernagel ein Ein­bruch verübt, wobei Leder im Werte von mehreren Tausend Mark gestvhlen wurde. Der SSertxufrt fällt auf einenHandwerWburschen, der-tags zuvor bei dem Schuhmackter cintehrte, sich seine Stiefel flicken ließ und dabei sich jedenfalls die Oertlichkeiten näher betrachtet hat.

Kreis Büdingen.

rr. Schlitz, 5. Aug. Gestern beschlagnahmte unsere Gendarmerie bei einem hiesigen Arbeiter, der schon lange im Verdacht dos Schleichhan­dels steht, ein frisch geschlachtetes Kalb und außer­dem im Zuge nach Bad-Salzsckstirs einen schweren Schließtrb, in dem wobl verpack:, üb.n einen Zent­ner Fleisch von einem gleichfalls schivarzgeschlach­teten Stück Vieh, in die Badestadt geschafft werden sollte. Im nahen Pfordt starb im 73. Le­bensjahr der Beigeordnete uitb Veteran von 1870/71 Kaspar R i tz. Im Kriege hatte er den rechten Arm verloren. Er war im ganzen Schlitzer- land wohlbekannt und erfreute sich eines größere Ansri-eris und Einflusses.

Kreis Alsfeld.

up. R u p p e r t e n r o d, 6. Aug. Gegenwärtig findet der Abtransport des Brennholzes aus den Freiherrlich Riedesel'scheu Waldungen statt, das nrnf) der Rhein- und Maingegend geht. Der Raummeter lostet ab Wald 60 Mark, dazu flommen die erheblichen Wegfahrtlöhne und die Frachtkosten, so daß wohl der Raummeter auf 100 Mark!ziu ste'hen fommen wird.

Kreis Lauterbach.

OCrainfeld, 4. Aug. Am Sonntag feierte das Kirchspiel und der Ort Crainfeld das 9 0 0jährige Jubiläum seiner Grün- l.mng. Oberpfarrer Knott (Schliß'frrte dabei in einem intev.'ssanten Vortrag in die Geschichte der Orte des Kivchspftls ein. Tie Kirche tourte im Jähre 1020 auf dem Creginfeld lKvähenfeld), einer waldfreien 5>ochebeue inmitten des von Kaiser Heinrich II. dem Klosterstift Felda gffchenklen großen Forstes Zunterhart, erbaut imb oon Eoz- bifckiof Erkanbald von Mainz geweiht. Ter erste bekannte Pfarrer ist Berthold Werner von Geln­hausen, Pastor zu Kreyenfelt 1361. Die Refor­mation wurde 1527 durch den hessischen Super- intenbenten und Reformator Adam Kraft ringe- fübrt Im 30,'lährigen und 7jahrigen Krieg hat das Kirck/spiel viel gelitten. Ti' Erinnerung an den schweren Hagelfchlag 1.769 wird 'fr-ute 'noch durch einen Gottesdienst alljährlich begangen

0 Lauterbach, 5. Aug. Die Schlußrech­nung des während des Krieges in der Turnhalle eingerichteten Vereinslazaretts weist einen Uebersckuß von 9500 Mark auf. Dieser Betrag wurde dem Turnverein als Entschädigung ftir die Abnutzung des Gebäudes überwiesen.

Kreis Schotten.

Up, Ulrichstein, 6. Aug. Gestern fand wer eine Versammlung statt zur Erbauung einer Halle für die R e i ch s po st a u to s vrevan Rahmen teil die Herren Geheimer Ober- postrat Stamm, Staatsrat Rode, $eh Oberbau rat

Tarmshrdt, Kttisdirektir Dr. Stamm- Ier-AlSseld, Oberregrerungsrat Schäfer-Schatten, der tn Frage Kommenden Ge- un$ mehrer^ andere Herren. Von der i Erwerbung uno Umbauung des sog. FuhrwerS, |

c«-Persvnalnachrrchten Otto Reichwein ans Alsfeld

ist mit Wlrkimg vom 1. April 1920 zum Ober- rechnungsrevisor bei der zwriten Justtfikatur- abteilung der OberrechnungsÄmmer ernannt worden.

rc. Zwangsbewirtschaftung für Erer r,l bekanntlrch aufgebobm. Eine Versorgung Nwti1-audes-Ererstelle Offenbach findet nickst Ä btc tm Umlauf befindlichen ärzt-

fern Kuliäcmmt, Zimmer 2, Sirimuialabt Üung h Empfang nehmen ut

sm * ^^^^.bEnsmitteltabelle für die ®o4£ 9; 15. Suraft ist im SnÄte

bc ^utrgcn Nummer enthalten

* Gewerbliche Betriebe, die ihr, Lälsn 6eio nicht abgehvlt haben halten diese im Laufe der nächsten Wocw Näheres fiefre Anzeigenteil.

** dost sch eck und Postkreditbrief Gegen die Benutzung des Postscheckverkehrs zu Mitteilungen unter Vermeidung der über- maß,g holten Portosätze wendet sich eine A e n- dcrung oer Kostscheckordnung durch

Tagen wurden die Arbeiter bei den Werks- den Reichspostmrnister, die auch tn die Post- ..............j-jr.-.».. r.... ----1----- scheckordnung für Bayern und Württemberg ausgenommen wird. Es werden darin Zahl­karten für unzulässig erklärt, die unter Aus­nutzung des Postscheckverkehrs zwecks Um­gehung der Postgebühren zur Uebermittlung von Nachrichten oder geschäftlichen Anpretsun- gen verwendet werden sollen. Derselbe Vorbe­halt gilt auch für Ueberweisungen und Schecke. Den Postkreditbrief betreffen Aende- rungen der Postordnung, die ebenfalls tn Bayern und Württemberg eingesührt werden. Die Briefe können jetzt wie alle durch 100 teil­bare Summen bis 10000 Mk. ausgestellt wer­den und gelten 6 Monate vom Tage der Aus­stellung an, während sie bisher nur bts 3000 Mark auf 4 Monate ausgestellt wurden und auch durch 50 teilbar sein konnten. Der In­haber erhält jetzt eine besondere Answetskarte, die er von der Postanstalt abholen muß. Statt 1000 Mk. dürfen jetzt 3000 Mk. an einem Tage abgehoben werden. Jeder Brief enthält künftig 20 statt 10 Vordrucke. Nachteile, die aus Verlust oder Mißbrauch des Briefes, ooer der Ausweiskarte entstehen, trägt der In­haber. Ein Verlust ist unverzüglich der Post

Der Reichskommissar für Entwaffnung.

Berlin, 6. Aug. (Wolff.) Staatssekre­tär Dr. Peters.ttmrbc vom Reichspräsiden­ten zum Reichskommifsar für Entwaffnung ernannt.

Generalfeldmarschall von Woyrfch^.

Breslau, 6. Aug. (Wolff.) Generalfeld- marschall v. Wahr sch ist heute auf feinem Gute Pilanitz gestorben.

Hiis dem besetzten Gebiet.

Mainz, 6. Aug. (WTB.) Der Delegierte der Provinz Rheinhessen zur interalliierten Rheinlandskommission, General C l a u d o n, hat auf Grund des Art. 30, Ord-onanznum- mer 3, der Rheinlandskommission die Frankfurter Zeitung" auf drei Tage, vom 7. August ab für das Gebiet Rheinhessen verboten wegen des Artikels Vergewaltigung im besetzten Gebiet" im ersten Morgenblatt vom 6. August.

Der internationale Sergarbeiterkongretz.

Genf, 6. Aug. (Wolff.) Der internatio­nale Bergarbeiterkongreß hielt heute vormittag feine letzte Sitzung ab. Aus Vorschlag der englischen Delegation wurde die Errichtung eines permanenten internationalen General­sekretär iats beschlossen. Hue (Deutschland) begründete eine Resolution, die dieVertei l u n g der Kohlen und anderer Rohstoffe auf inter­nationalem Wege regelt, und zwar soll mit dieser Ausgabe das internationale Arbeitsamt betraut werden, dessen Direktor, Thomas, den Verhäng langen des Kongresses brigewvhnt ifratte. Huö begründet die Resolution damit, daß die interna­ttonale Kohlennot nicht nur eine Folge der ver­ringerten Kohlenförderung sei, sondern noch viel mehr eine Schuld der schlechten Verteilung. So müsse z. B. die Bevölkerung der Stadt Gens den Doppelzentner amerikanischer Kohle mit 27 bis 30 Franken bezahlen gegenüber 4 ois 6 Fran­ken vor dem Kriege, und zwar für eine Kohle, die an den deutschen und bttgischen Kohlenberg­werken vorbeigehe. Ties treffe aber nicht nur auf die Kohle, sondern auch auf andere wichtige Rohstoffe zu. Eine gerechte internationale Re­gelung könne da viel ausgleichen. Thomas als Leiter des internationalen Arbeitsamtes dankt für das Vertrauen des Bergarbriterkongresses durch Uebertragung dieser Ausgabe und spricht die Zu­versicht aus, daß die in Frage kommenden Re­gierungen sich diesem Vorschlag nicht verstießen werden. Die Resolution Huö (Teutfchlano' auf Einrichtung eines internationalen Kohlenbureaus wurde dem internationalen Komitee zur Weiter­gabe überwiesen.

Als Enü-iel bekannte sich der Kongreß zum internationalen Gen e ra l str - i k, besten Grundlagen vor srin r V rkündung durch den ft ter- nationalen Bergarbeiterausichutz zu p.^.^n seien. Zur Kriegsfrage äußert? der Kongreß die gleiche Ansicht, wie der ftdernattonale Sozia- listenkongreß, nämlich daß die Wi.derkckfrr eines Verbreck)ens, wie des großen Weltkrieges, der eine schwach der Menschheit darstelle mit allen Mitteln zu verhindern sei, vornehmlich durch den inter­nationalen Streik. Tie Annahme dieser letzten Entschließung erfolgte einstimmig unter langan- dauerndem Beifall. Tie Versammlung erlab sich mit dem Rufe:Nieder mit dem Krieg!" und stimmte die Internationale an. Nachdem ein neuer Exetutisausschuß bestellt worden mar, dem zwei Franzosen, vier Engländer, drei Dutschc !.Hu6 Wißmann und Jmbusch., zwei Belgier, ft ein Oesterreicher, Ungar, Pole und Suremburgcr, ftwie z'vei ^sckiechen und vier Amerikaner angehören schloß Präsident Smillie den 5bongreß

das früher dem Laudesgestüt gedient, wurde wegen seiner intgünfhgen Lage abgesehen. Es lvurde die Erbauung einer neuen Halle mit Reparatnrioerk- ftärte am östlichen Ausgang oes Ottes beschlossen. Für die Barlsumme tourde der Bettag auf 200 000 Mart fest gestellt, für die das Reich, der Hessische Staat, die Äreisverwalkung Msftld und Schotten unb die einzelnen Gemeinden der Fährlinie auf- fcmmen. Alle Gemeinden voran Ulrich stein, sind bereit, zur Förderung des Verkehrs die erforder­lichen Opfer zu bringen.

Starkenburg und Rheinhessen.

fd .Offenbach, 6. Aug. Die Stadtver­ordnetenversammlung bewilligte die Mittel zur Eindeichung der bei Hochwasser stets gefähr­deten Otte Bürgel, Rumpenheim und Mühlheim. Die Baukosten belaufen sich bei den heutigen Löhnen auf rund 12 Millionen Mk.

Kreis Wetzlar.

wa. DutenHofen, 6. Aug. Die seit eini­gen Tagen vermitzte schulpflichttge Anna Weber ist am Donnerstag abend in der Lahn oberhalb der Brücke tut auf gefunden worden. ...

Hessen-Nassau.

Die neuen Leiter der Frankfurter städtischen Bühnen.

mc. Frankfurt a. M., 6. Aug. Zum' Direktor des Schauspielhauses wurde der bisherige Oberregisseur Richard Weichert ernannt, während die Leitung des Opernh auf es Direktor H. Lertvom Stadttheater in Basel übernimmt.

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me. Frankfurt a. M., 6. Aug. Dieser Tage iveilte eine Kommission Schweizer Heils­armee-Offiziere in Frankfurt a. M., um den Ge­sundheitszustand der Bevölkerung, namentlich der Kinder zu studieren. Die Schweizer Heils­armee plant eine großzügige Hilfs­aktion für deutsche Kinder, die in Ge­währung von Nahrungsmitteln und Unterbringung in der Schtveiz in eigens zu gründenden Heimen bestehen soll. Die Offiziere sprachen sich über die Frankfutter Kinderhilfseinrrchtungen sehr lo-i benb aus, vas Berlin längst auf sozialem Gebiet überflügelt habe.

mc. F r a n k f u r t a. M., 6. Aug. Als ein sel­tenes Zeichen von Einsicht muß es gebucht werden, daß die Frankfurter Kraftdroschkenbesitzer beim Polizeipräsidium die Herabsetzung der Fahrtaxe beantragt haben. Sie erklärten, mit dem siebenfachen der Friedenstaxe auskommen zu können, während sie bisher das neunfache der­selben genommen haben.

0 Marburg, 6. 9hlg. Tie Bauarb ei­ter verbände haben seit gestern wegen der gc« scheiterten Tarifverhandlungen den Ausstand angcjrtmct. Tie Bautätigkeit liegt söwie'-o gan^ darnieder, wenigstens in der Stadt. Aus den Dör­fern wird schon me'frr gebaut. '

[] Marburg, 6. Aug. Vergangene Nacht tobten stundenlang schwere Gewitter über dem Lahntal. Strichweise gingen gewaltige Regen­güsse nieder. Bei dem unbestimmten Wetter stößt die Heimbringung der Ernte auf große Schwierig­keiten.

st». Aus dem Westerwald, 6. Älug. Tie Polizei verhaftete in Höhr eine große Falsch- münzerbande. Ter Haupffälscher ist der Buch­drucker Roos, der mit verschiedenen Genossen aus Neuwied und Höhr falsckie Füiffzigmarkscheine in großer Zähl her gestellt fratte. Zur Herstellung der Scheine hatten die Falschmünzer amerikanische «Briefbogen mit fern WasserzeiMm des Sternen­banners verwandt. Bei der Festnahme des Roos kam es zwischen diesem und den Beamten zu einem Feuergeftcht, bei oein niemand verletzt wurde. Bis­her würben sechs Personen verhaftet.

Die vewirtschastung Ser Lebensmittel.

oz. Alsfeld, 6. Aug. Im Kreisamtsgebäude fand gestern eine Besprechung zwischen Berttetern der Verbraucher- und Erzeugerk'reise sowie der (Händlerschast über den Kart osfelpreisder be­vorstehenden Ernte statt. Von den Arbeilervertve- tem wurde betont, wenn man in anderen Städten zu Preisfestsetzungen gelangt sei (z. B. bei guter Ernte 15 Mark, bei mittlerer 16 Mttrk und bei schlechter 17 Mart), fo sei das auch hier ganz gut vnöglich. Bon den Bertoctern der Landwittschaft wurde zunächst daraus hingewiesen, daß der viel­genannte 30-Mark-Preis oairchaus nicht auf Forde­rungen der Landwirte, sondern auf das Angebot der großen Städte beim Abschluß der LiescrungS- verttäge zurückzufül)ren fei. Tie Landwirte seien im übrigen durchaus bereit, beim Preisabbau mit» zuwirken. Ganz und gar nicht im Einklang mit dem an sie 'frerantretenben Ansinnen des Preisab­baues stehe es indessen, wenn man im gleichen Au­genblick das Land bereise und die Arbe.ter zur Fov- berung einer 25prozentigen Lohnerhöhung auf» stachele, wie es gegenwärtig wieder geschel-e: nenn der Schlichtungsausschuß solch uni innig hohe Löhne ftir das Land, wie es geWfren (60, 70 imb 80 Mk. Wochen löhn nebst freier Kost und Wohnung, festsetze. Obschon ferner die Kosten des landw. Betriebs und der Maschinen, Geräte usw. noch immer auf Über­mäßiger Höhe ständen und obschon unlängst Drusch- löhne und Druschpreise angesordert worben seien, die dem Heinen Landwirt von vornherein jeoen Verdienst wegnähmen, wolle man sich mit einem wesentlich billigeren Preis als 30 Mk.. den man ebenfalls für zu hoch halte, begnügen. Bestimmte Preise für die Landwirtschaft des Kreises heute sestzusetzen, sei indessen nicht möglich, ein mal weil die anwesenden Landwirte von ihrer Organisation nicht ermächtigt seien, das andere- mal weil das Verfahren der KartoffelVersorgung nocki nicht festgelegt sei und die mit den Stäoten abgeschlossenen Lieierungsverträge mit dem 30- Markpreis noch Geltung hätten Wenn, wie die Landwirlschaft fordere, die Zwangswirtschaft falle, werde der 51artoffelprris sich auf durchaus mäßiger Höhe bewegen: dafür werde das starke Angebot schon sorgen. Die Vertreter der Arbeiterschaft er hoben den Vorwurf gegen die Regierung, daß sie zugelassen habe, daß .Lieferungsverträge mit einem Preis von 30 Mk. abgeschlossen wurden, rin Preis, der jedes Sachverständnis vermissen lasse. Dre landwirtschaftlichen Vertreter erklärten, die Festsetzung des KartoffelprriseS hänge von der unmittelbar bevorstehenden minifterie'ten Ditschei- bung über das Verfahren der Kartosfelversorgung, ferner den Beschlüssen der ebenfalls bevor- stehenben allgemeinen _ Vertreter-Versammlung in Fvanklurt unb der Verständigung mit den Nachbar- bcjirfen, die schnellstens berbeigeführt 'werden solle, ab ftre Veriländigung mit den Nachbarbezirfen fei eriorberlich, um die btt Preisunterschieden un­ausbleiblichen Sdjicbimg.m mit ifrrm ebenso un­ausbleiblichen Preistveibereien au vermeiden. Aus