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Erstes Blatt

170. Jahrgang

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zum 20. ben ktzm- tjiegel dr­um zwecks

ahlen, in ö inixifen iirtschafls- inncn tut gt iverden. xhrotkarte) ür den der in. Bevor -orgeschck-

sprün gliche Plan, die Fnncdensdclegaffon sofort nach Minsk 'M entsenden, ist faKengcIkiifei worden.

Berlin, 6. Ang. (Wolff.) In letzter Zeit haben sich die Nachrichten gemehrt, baß in den an Polen abgetretenen Gebieten von nationalistischer polnischer Seite eine lebhafte Agv- tation gegen die Bewohner deutscher Ab­stammung dieser Gebiete geführt wird. Teil­weise kam es sogar zu Tätlichkeiten gegen Deutsche. Ebenso trugen einzelne amtliche pol­nische Stellen durch ihr Verhalten dazu bei, den Gegensatz zwischm beiden Nationalitäten noch

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wtamtat bcä Mlmschen Staates. 2. Serwli*hme u vnschärlm. Selbst Vertreter des Rote» der &Wta8ienm8, ft* u btc mnetra i£eilstä finb VDn Bcrhastm-.g-n und Öauesuch ÄÄSÄ «fort «-'S-» nicht verschont geblieben, A- dadurch l>er.

vorgenrfene Erregung auf deutscher wie polnischer Seite läßt eine weitere Verschärfung der Gegen­sätze und damit sogar blutige Zusammenstöße be­fürchten, wem: nicht von der polnischen Regie- tirig ixm Treiben hetzerischer Elemente Einhalt getan >vird. Der deutsche Gesandte in Warschau ist daher angewiesen worden, die ernsteste Aufmerksamkeit der polnischen Negierung auf diese Gefahr Hinzulenkeei und sie um Vorkehrungen zu bitten, die eine Verschärfung der Gegensätze zwisck>m beiden Nationalitäten aus- zuschltesten geeignet sind. Bei Uebergabe der Note sind dem Gesandten von dem Ministerium des Aeustern in Warschauenergische Maßnahmen zur Erhalttmg Les friedlichen Einvernehmens zwi- schen den v.-rschiedenen Bevölkerungsteilen" in Aussicht gestellt worden.

London, 6. Aug. (WTB.) Reuter. Ka­menew teilte der Oeffentlichkeit eine lange Note mit, die er gestern Lloyd George über­sandt hat. U. a. teilt Kamenew mit, er habe sich bereit erklärt, die Mitteilung Lloyd Georges, daß die englische Regierung ent­schlossen sei, im Hinblick auf das Einrücken der Sowjettruppen in das ethnographische Polen die Blockade zu erneuern, seiner Regierung zu übermitteln.

London, 6. Aug (WTB.) Am Mittwoch hat die englische Regierung eine Note an die Moskauer Regierung gerichtet, worin gegen die Ermordung eines eng­lischen Untertanen in Nikolajewsk durch die Bolschewisten Protest eingelegt und

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Nr. 184

Dc. vußenei Anzeiaei erschelnr täglich, außer Sonn, und Feiertags.

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London, 6. Aug. (WTB.) Nach einer Mitteilung des Kriegsamtes betrugen die Verluste der Engländer und Ju­de r im Gefechte bei Hilla in Mesopotamien am 24. Juli insgesamt 20 Tote, 60 schwer- verwundete und 318 Leichtverwundete, zu­sammen 398 Mann. Außerdem grngen ver­loren 262 Pferde und Maultiere, em Feld­geschütz, 72 Wagen, 12 Maschinengewehre und

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werden. Aber die Demütigungen, die wir von den Westmächten erlitten haben, waren zu tief und schmählich, als daß wir den dumpfen Schritt des Schicksals von einer anderen Seite her nicht mit gespannter Erwartung und einer gewissen Hoffnung begrüßen sollten. Die SchlägeaufdenpolnischenGrö- ß e n w a h n haben unseren vollen Beifall. Dec Widerwille gegen dieses Schaumgebilde der Entente ist in allen deutschen Schichten leben­dig, er paart sich mit unserem nationalen Stolz auf deutschen Kulturaufbau, der int Osten geleistet worden ist und auch mit einer guten Dosis Spott über dieseWächter", die von den Weltverteilern zur Schmälerung un-

. , Ur- Plssaal

Paris, 6. Aug. (Wolff.) Nach einer Havas- Meldung aus London meldet dieMorning Pott" unter dem 4. August, daß sich eine volnischc Delegation mit Bvllmachlen jum Abschluß eines Friedensvertra ges mit den Bolscl^visten am 5. ds Mts. nach Miirsk begeben 'habe.

Warschau, 6. Aug. (Wolff.) TerKurier Marzawski" berichtet, das Kabinett gestern teil ganzen Tag über Ue lvlsch w: stint-ew Friedens-, Vorschlag gegenüber einzmuhmende Stellung beriet. Tie Entsendung einer Friedensdelegation iuii6 oon der vorherigen Antwort der Bolschewisten auf die polnischen Bedingungen, welche der Sowjetregte- ntng in einer besonderen Note übermittelt iveroen sollten, ablKngig gemacht. Tie'c Beüingungeii sol­len wie folgt lauten: 1. Anertennung der Sou-

serer natürlichen Grenzen und Ausgänge eingesetzt worden sind. Ueber alle Unter­schiede politischer Verfassung aber erinnern wir uns, daß Deutschland und Ruß­land noch mehr als in der Vergangenheit in künftigen Tagen aufeinander ange­wiesen sein werden. Es ist undenkbar, daß künstliche Hindernisse die großen gemein­samen Interessen der beiden Völker trennen und auseinandertreiben sollten. Daß geheime Abmachungen zwischen Berlin und Moskau bereits beständen worüber die Pariser Presse sich ereifert ist von der doutsck)on Regierung klipp und klar dementiert wor­den, wohl aber ljat der Minister Dr. Simons ebenso deutlich kundgetan, daß Deutschland nicht wüßte, was es hindern oder Bedenken tragen lassen sollte, mit dem großen Nach­barreich des Ostens zu wirtschaftlichen und politischen Verständigungen zu fommen, falls nur Gewähr dafür gegeben ist, daß die Sow­jet-Regierung gewisse Bedingungen, die wir zu stellen haben, auch achtet. Ueber eine strikte Neutralität in dem russisch-polnischen Krieg geht Deutschland bestimmt nicht hin­aus. In allen diesen Ueberlegungen sind alle Deutschen sich wohl einig. Nun aber haben wir mit allerlei Möglichkeiten zu rechnen. Ein Teil der rechts gerichteten Kreise Deutsch­lands, an der Spitze dieDeutsche Tages­zeitung", klagen die deutsche Regierung an, sie habe es unterlassen, wirksame Vorsichts­maßregeln gegen das Eindringen des russi­schen Bolschewismus zu treffen. Sie warne nicht einmal davor, im Gegenteil habe Dr. Simons demaufbauenden" Rußland den Weg gebahnt. Es ist eine kleine Minderheit, die so denkt und diese Bedenken allen anderen Erwägungen vorangehen läßt. Die große Mehrheit des deutschen Volkes schätzt die Ge­fahren, die aus dem Westen uns.ständig bedrohen, höher ein und wendet hier­gegen ihre Sorgen und ihre Vorsicht. Un­sere Interessen gehen mit den russischen gegen die Beseitigung des polnischenKorri­dors". Daß Dr. Simons in der letzten Reicbs- tagssitzung vom Regierungstisch aus dre Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit einer Neu- tralltätsvcrletzung durch die Entente fest­stellte, eine ernste Warnung nach Paris und London richtete und "das deutsche Volk zur Einmütigkeit aufforderte, entsprach den Interessen einer nicht bloß passiven, sondern aktiven deutschen Politik. Deutschland lebt und ist auf der Wacht, nicht im Sinne Chur­chills für einen Kreuzzug gegen östliche Bar­barei, sondern für jede mögliche Durchkreu­zung der Versailler Diktatur. Eine solche Politik übt auf der andern Seite vielleicht auch einen gewissen Einfluß aus auf die Ent- schlüsse und die Taktik von Moskau. ist zu hoffen, daß man dort greifbarere Ziele einer infernalischen Revolutionierung Euro­pas vorziehen wird. Wir dürfen uns teinen Illusionen oder falschen Erwartungen htn- geben. Nicht wie 1813 bricht unshell aus dem Norden der Frecheit Licht". Große Be­freiungskriege wünschen wir nicht, und )ie stehen wohl auch schwerlich bevor. Aber mit sanften Bitten ist vor den Machthaber in Paris und London nichts auszurichten. Eben­sowenig werden internationale Sozialisten«- l'ongresse dieWiedergutmachung" herbeö- führen, die w ir wünschen müssen. Der italie­nische Kammerausschuß hat gegen Öen Ver­sailler Frieden eine viel herzhaftere ^pracye geführt als die Genfer Sozialistenveryamm- lung, die alle liebel der Welt in erster Lime aus deutscher Schuld erklärte. Selbst dem Vorwärts" ging dieses tatsachenscheue Steckenpferd der Ententefreunde gegen oen Strich, das kaum angenehmer wirkte, als man seine wilden Sprünge zu einem mäßi­geren Galopp herabmilderte. Nein, Reden und Beschlüsse fällen keine große Enttcheidung mehr. Wir müssen die Quellen aufsuchen, wo noch Wille und Macht strömt. Rußland ist nicht ganz so wehrlos wie Deutschland, und sein Verzweiflungskampf wäre für die West­mächte nicht ohne Schrecken. Allem Anschein nach will das Rote Heer die Waffen nicht eher niederlegen, als bis Rußlands politische Wünsche in Bezug auf Polen erfüllt sind, , Wünsche, die wir auch zu den unsrigen machen . können. ---------

Kultur- und Volksleben, die unbekümmert um ' unsere elende Finanzlage alle Richtlinien der- 1 wischen und verdunkeln. Der moderne Parla­mentarier muß damit gründlich abrüften und die Öffentlichkeit dazu erzogen werden, an die neuen Maßstäbe der Armut und Vereinfach­ung sich zu gewöhnen. In den Wäldern des Staatshaushalts muß stark gelichtet werden, viel stärker, als es bisher geschehen ist. Die Sparsamkeitsprobleme erscheinen uns gegen­wärtig viel wichtiger und dringlicher als ir­gendwelche Weltverbesserungspläne. Positive Arbeit kann vorzugsweise im Ausjäten von Korruptionserscheinungen geleistet werden.

Der Reichstag hat die allgemeine Wehrpflicht aufgehoben und das von der Negierung vorgelegte Entwaffnungs- gesetz angenommen, und dazu konnten frei­lich allerlei ernste Betrachtungen angestellt uerben.. Unsere Flotte, auf die wir einst so swlz waren und auf die nur am Kriegsende ein finsterer Schatten fiel, ist in alle Welt zer­streut worden, und dazu verschwindet nun noch mehr, was unserem Lande nicht nur ein eigen­artiges Gepräge, sondern auch das Bewußtsein einer starken Hut und Sicherheit gegeben hatte: Der bunte Nock, dasVolk in Waffen", Die Schule der Disziplin, Ordnung und Mann- hastigkeil. Mochte manches vom altenDrill" entbehrlich sein, mochten gewisse For­men soldatischen Bewußtseins reform­bedürftig erscheinen im ganzen war doch das deutsche Volk stolz auf sein Heer, die Quelle feiner Kraft und seines Gedeihens. Jetzt sind wir inmitten tausender­lei Gefahren beinahe schutzlos, fremder Wil5- für, die oen Militarismus um uns keineswegs cbgeschafst hat, schlechthin preisgegeben.. Alte deutsche Ueberlieferung ist in den Staub ge­sunken oder in den Kyffhäuser geflüchtet zum Kaiser Rotbart, der die demokratische Repu­blik durch fein Wiedererwachen wohl nicht so bald erschrecken wird. Ist denn wirklich die schreckliche Tafel des dreißigjährigen Krieges Dieder vor uns erschienen statt des blühenden üulturlandcs, das wir noch vor wenigen Jah­ren unser nannten? Schwere Gefahren von Oft und West bedräuen uns, und es ist wohl möglich, daß auf deutschem Boden fremde Dänbel ausgefochten werden. Wir haben un- lere Neutralität erklärt; aber wird man sie achten? Churchill sprach von demschreck­lichen Deutschland", dem noch große Fähig­keiten innewohnten. Nun, unsere Regierung ist bestrebt, die Abmachungen von Spaa zu erfüllen; sie hat durch den Reichstag jenes Gesetz verabschieden lassen, durch welches alle Waffen ausgesucht und abgeliefert werden sol­len, die sich noch in verstecktem Besitz befinden. Fast alle Parteien waren dazu willig; nur die Unabhängigen widerstrebten und demonstrier­ten dagegen, weil ihnen ja nicht friedliche Aus- »värtsentwicklung, sondern Umsturz mit Waf­fengewalt vorschwebt. Sie verlangen die Be­waffnung der Arbeiter, obwohl von diesen nur der radikalste Teil ihrer Parole folgt Von den Deutschnationalen steht nur eine kleine Mu^ derheit dem Entwaffnungsgesetz mißtrauisch rnd ablehnend gegenüber; es sind wohl die­jenigen, die an ein festes Zugreifen der Re­gierung der radikalen Linken gegenüber nicht recht glauben, und etwaigen Linksputschen ge- senüber nicht wehrlos gemacht werden wollen. .Air wollen mit der Mehrheit des Reichstags herauf Der trauen, daß das unbefugte Waffeir- ttagen restlos unntöglich gemacht werde und damit die Gefahren gewaltmäßiger Zwifchen- iälle, die aus inneren und äußeren Anläßen drohen könnten, zurücktreten. .

Die Einigkeit und nationale (Stmgung ,allein bleibt es, mit der wir Deutsche unser '^echt uns wahren wollen. Sind wir einig, geht das starke Gesühl nationaler Abwehr ge­genüber fremden, in unsere Rechte eingreifen­den Anmaßungen durch alle unsere Reihen, bann ist an Churchills Wort etwas Wahre», bann sind wir noch ein sähiges, schwer zu verwindendes Volk, das zu

Trutze brüderlich zusammenhält. Eine tröst­liche Wahrnehmung war in den letzten Tagen ?u machen. Wir alle wissen es, daß aus dem Osten schwere Wetterereignisse heranziehen, -ton denen wir noch nicht wissen, wie sie stch m unseren Gunsten oder Ungunften wenden

Der polnische Heeresbericht.

Warschau, 6. Aug. (Wolsf.j General stabsbcricht vom 5. August: Nördlich Cfiu'- lento sind Kämpfe im Bereiche von Miszyner im Gange Zwischen Ostrolento und dem Bug Hullen unsere Abteilungen im Bereiche von Crernin und Ostrow heftige Angriffe des Feindes auf. Nord lid) Trohicyn und Brest-Liwwsc führten uniere gestern begonnenen Gegenangri'>e mr Zuruck- nerfung des Feindes auf das nördliche Bugufer. Die Kämpfe waren außerordentlich erbittert, «hc Abteilungen der 14. großpvlnijchen Trvi,wn taten sich dabei besonders hervor. Heftige Angriffe des Feindes im Raume von Brest-Lito'.vsk und weiter nördlich zwangen unsere Abteffnngcn zum lassen wm ?Nvra.oice und Terespff xic Mamtne um den Besitz dieser Ortschaften dauern noch an Die Kämpfe westlich Brodh dauern iort. Brody wurde von den Bolschewilten völlig au-- geraubt Am Sereth wurden bolsch-ewMilche an griffe abgewiesen. Tie weiteren Gegenangriffe der ukrainischen Abteilungen entwickeln nd) günllrg.

Ein Erfolg WrangclS?

Paris, 6. Aug. (WTB.) .Havas meldet aus Konstantinopel: Der zweite Versuch der Roten Armee, die Erfolge General Wrangels zu verhindern, ist gescheitert. Die Rote Armee ist voNständig geschlagen und wird von den Truppen Wrangels ver­folgt, die große Beute gemacht haben, dar­unter mehr als 1000 Gefangene, mehrere Panzerzüge und Panzerautos, 150 Maschinen­gewehre usw.

Die euglisch-rusfischen Verhandlungen.

Polnische Ve, tehrserschwerung.

Berlin, 6. Aug Priv. Tel) Ten ?lbenb- blä'tern zufolge ridret? die polnische Regierung an die deutsche Regierung das Verlangen, caß der Patetverk.hr nach Ostpreußen durch die polnisck>e Post beföv.'.rt werden solle Tie Anz>ähl der Postsendungen solle genau mitgetcrlt ioerden. Eine iveiterc Forderung ging dahin, daß zu diesem Zweck denisckie Bahnwagen zur Verfügung gesollt werden Sollten die Polen an ihrer Forderung seichalten, so werde fünftifl bet Postverkehr auf dem Seewege erfolgen müssen.

Eine deutsche Eisenbahnkommisfion in florono.

Kowno, 6. Ang. (WTB.) Litauische Teto» grapl-enagentur. Eine aus fünf Mitglieoern be­stellend: deutsche Eisenbahn ko m Mission ist in Kowno eingetviffen. Sie bat einige noch ini* erledigte Eisenbahnmgelegen'heitrn rttü ta litaui­schen Regierung zu regeln Gestern ist.^r Vor­sitzende des Kriegsausschusses der 4. ruffff wen Ar­mee abermals in Kowiw eingetofren, um die 35er- handlungen über die Räumung Wilnas zum Ab­schluß zu bringen.

Die Verluste der Engländer in Mcsopotanien.

Die Lage im Gfte».

Amsterdam, 6. August. (Wolff.) Ter Times" zufolge wird in russischen Kreisen Londons behauptet, daß das Telegramm, welches Kamenew von Moskau erhalten habe und von dem Lloyd George im Unter- Hause gesprochen hat, besagt, daß, selbst wenn man den Befehl g/ben würde, den Bormarsch ün Polen einzustellen, das Rote Heer nicht gehorchen würde. Senin er» klärte in dem Telegramm, er könne keinen Auftrag geben, die Feindseligkeiten einzu- stellen, da sonst der Ausbruch einer Gegen­revolution in dem russischen Heere zu be­fürchten sei, das nicht zufrieden wäre, bevor Warschau nicht genommen sei.

Paris, 6. Aug. (WTB.) Ueber die La g e in Polen, schreibt derTemps", man habe den Eindruck, daß m den militärischen Operationen ein vielleicht nur augenblick­licher Stillstand eingetreten sei. Die roten Truppen schienen nach dem ungeheuren Vormarsch der letzten Tage Ruhebedürfnis zu haben. Ihrer Artillerie schiene es an Munition zu fehlen, uiid il.re Infanterie be­sitze ungleichmäßige Bewassimng. Ihre aus­gezeichnete Kavallerie scheine ermüdet zu sein. Aus Warschau seien heute keine militärischen Nachrichten eingetroffen. Es sei wahrschein­lich, daß die polnisck-e Regierung, um Zeit zu gewinnen, von der Sowjetregienmg die Mitteilung der Friedensbedingungen durch Funkspruch zu erlangen suchen werde. Trotz­dem würden die Delegierten nach Minsk abreisen.

Eine polnische Delegation nach Minsk unterwegs?

Samstag, 7. August 1920 Anuahmc von Anzemti, für b.e Tagesnummcr bis zum Nachmlitag vorher ohne jede Verbindlichkeit.

A Preis für l mm höhe für

ü Jr H Anzeigen v. 34mm Breite H örtlich 35 Pf., auswärts jfk BS 45 Pf.! für Reklame.

Anzeigen von 70 mm DreUe 150 Pf Bei Platz.

Vorschrift 20*. Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. ®ed<, sämtlich in Bietzen.

wochenrückdlick.

So gespannt die politische Lage ist, so zahlreich und rätselvoll die Probleme vor uns liegen die Parlamentsberichte sind, abgesehen von gewissen Regierungskundgebun­gen, beinahe langweilig zu lesen. Es wird viel gcsinnungStüchtiges Zeug geredet, sowohl im Reichstag als auch in der hessischen Volkskam- iner, manch hölzerne Lanze wird an dem poli- | tischen Gegner zersplittert, aber es fehlt dabei L gänzlich die Grundstimmung des Heroischen. | Längst gehörte Tagesstreitigkeiten gewinnen k nicht an Interesse, wenn sie noch einmal in | buntem Durcheinander auf dem parlamentari- s .chen Markt feilgeboten werden. Auch gibt es l rwch allzuviel effektvolle Parteiwünsche um)

ilschewisten Protest eingelegt und geschutz, 7- magern Schadenersatz für die Hinterbllebenen^89 Transportkarren, verlangt wird.

Erregung in der früheren Provinz Pofen.

Berlin, 6. Aug. DieDeutsche Allge­meine Zeitung" gibt eine Meldung desOber« chlesischen Wanderers" wieder, wonach die Erregung der Bevölkerung in der früheren deutschen Provinz Posen bis zur Erhebung sich v e r s ch ä r f 1 habe. Nicht nur Deutsche, sondern auch Natio- nalpolen hätten sich der Bewegung ange­schlossen, die auf eine Rückkehr zum deut­sch en Reiche hinziele.

Tie englische Arbeiterpartei gegen eine Fttlcrvenlion in Polen.

London, 6. s?tug. ! Wolff.) Tcr Sekretär der englischen Arbüterpartet Henderson sandte an alle Orlsgruppen Englunds ein Telegramin, worin es heiß::Wegen der sehr drehenden'Mög- (Weit der Ausbreitung des rvlnifcb-ru'sisck)en Krie­ges, ersuche ich alle Ortsgruppen brinß'iiO, Kund­gebungen zu organisierm, um gegen eine In­tervention und das Aus senden von Soldaten und Munition für Polen zu protestieren und fol­gende Forderung'n anszustrl en: Fr^even^eriiand- lungen, sofortige Auslobung der Bloclade imd Wie­derherstellung der Handelsbeziehungen. Tie Rcso- hitioncn in diesem Sinne sind au den Premier- ininistrr und die Presse zu senden."

Eine ungarifch polnische Militürtonvcution'?

Berlin, ß. Aug. Nach einer Meldung des B. T." aus Wien ist in Owdöllö zwischen dem ungarischen iiieichsverweser Horthy und der fron* zösffchen Militärmission der Enttvurs einer M i- 111ärko nventioii vereinliatt worden, nach der sich Ungarn verpflichtete, eine Armee von 140000 Mann anfzuste'len, um den Krieg gegen S o w j e t r u ß 1 a n i> zu eroffneiL Frank­reich verpflichtet sich dagegen, bei der Botschaster- ko n seren z dahin zu wirken, daß Ungarn^ ein Teil ZLestungarns sowie Gebietsteile bei Kaschau und Pveßburg zugesprvchen werden. Die Kvnventimr' sei in Paris von der sranzöfischm Regierung be­reits genehmigt worden.

Eine deutsche Waruuug au Pole«.

General-Anzeiger für Oberheffen

vnlü und Verlag: vröhl'fchc Unw.-Vuch- und 5teindr«ckerei B. Lange. 8chriftleitnng, Sefchäftrstelle und Druckerei: Schulstratze 7.