Arbeiter
Fortsetzung 16.
(Nachdruck verboten.)
Herr
ich gk>
♦* L i t er ar i sche Ge se l l s cha f t. Ter für die Mitte vorigen Monats mrgcsetzte Mitg-lieder-
Wie ich ün voraus angenommen hatte, fanden rtnr nichts Ausi-egendes vor unb nur wenig, das unsere Äusn^rk.amlieiL hätte erregen können. Tos Zimmer, das aus die Straße giirg, Mar bewohnt gewesen. Es enthielt eine geringe Anzahl Einrichtungsgegenstände, darunter ein: eiserne Bettstatt mü unordentlrch ausgehäuftem Bettz'ug, einen Tisch, woraus eine Lampe mid 'ine Anzahl leerer (Ääser standen, zw?i ernsache Holzstühlc und einen Waschtisch mit der üblichen Ausstattung. Auf dem Aufsatz stand in einer Reilye rufg'.stellt eine ganze Batterie leerer Branntweinflaschen. Tas war alles. Selbst die Werkzeug:, die zum Durchbruch der Wand benützt worden waren, konnten wir nicht mehr vorfinden, und trotz der peinlichsten Untersuchung gelang es uns nicht, auch nur die unscheinbarliie Spur von der verschwun- benen Gräfin zu entdecken.
Mim ms? fragte ich.
Daß daö noch über das Bohnenlied geht.
Unb die arme Frau Gräfin is dazu noch i Nachtkleid weggeschasft worden, jammerte Fr: Mimms. Das genügte schon, sie vor Scham sterb. $u lassen.
Nim, was halten Sie letzt b
Bereiv
*m. &u dMgertzir imsern ötri „TamstÄie veranstal Mrricken ! iniö em vier ftrflem mit ( befanbtti <W: ihnen fomie b Alnö bilbet whlge/mMne ki svM-ie/le
Att- Stadt und Land.
Gießen, den 7. April 1920.
W
We«,JiuS!i( ffi $e’
ötgtn Dk
3841
M.'s
Öl
K An9iv5te SJ'he
«h
ra Äus )n sämtlichen MMS der ( Mrstrllt, uir M errich.en. lich die Zahl baju waücn den übgettm
Wirtsck-aft mit dem Gelingen der Sanierung unserer Finanz verknüpft ist; denn es besteht mindestens die Hälfte des gesamten Privatvermögens in Schulden öffentlicher Körperschaften. Dv: Berbindung zwischen Finanzpolitik und Wrrt- schaftspstitik, die sich in engster Zusammenarbeit zwischen Finanzministerium und Wirtschaftsmini- sterium auswirken must, kann noch wichtiger werden in dem Augenblick, wo die direkten Steuer-- quellen ausgeschöpft sind und etwa die Frage der „Finan zmono Po le" an uns h-rantreten wllt-e. Ob solche tbnnrteit werden, steht noch nickst fest; ergibt sich aber nach genauer Prüfung, dost auf einigen Gebieten eine gewise Monopolform als das geeigneti'de Mittel ersdfant, unsere Finanzen zu stü'_'.en, dann wird wohl auch dieser Weg beschritten werden müsseii. Allerdings dürfte dies nicht im Sinne der „fiskalischen Monopole" geschehen. Tie neuen Monopole müssten so gestaltet werden, daß ffe alle zur Steigerung des ökonomischen Nutzeffekts dienlichen Fckk oren einbeziel.en und stützen und damit den wirtschaftlichen Fortschritt fördern. Tie Sicherstellung der Verbindung von allgemeinen Interessen unserer Volkswirtschaft und dem Interesse der Reichsftnanzen würde diese Monopole zu sozialen Monopolen machen.
1® Äi i
LMseip
* B»«
gegen, dtß dn 8kW hmteii ha«, bald) den die
langt tnüren, d zulegsh ium ein- Fast habe.
durchsetzen.
Tie PreiSprÜfungsstelle warnt die Bevölkerung vor dem Ankauf von Waren, bei denen eilte Aenderung der Müntvertlaufspreife ersichtlich ist, da diese größtenteils Schleichl-andels- und Schie- berware tft Aüch der Käufer solcher Ware macht sich wegen HutersMtzarng des Schleichhandels strafbar.
Beranstaltungen.
Jawohl, fuhr Mimms trrumphierend fort. 3^ das is das richttge Wort: die Hauptsache ® iS die Hauptsache — in einem gewisser Smne und in archerer Hinsicht is sie es nich — denn ins geschieht? Diese Mieterin is entführt nvrdar denn das Loch in der Wand kann sie nich W gemacht habet: — sie is entführt worden, sag' m — inib, wohlgemerkt, wir hoben btt Verantwon tung. Wer hat sie entführt? Ich weist es mch u-v Sie wissen es nich, und in meinem Hause laßt !>ü eine Älenge Wertsachm liegen und Gold und ftlw der imb andere Sachen. Wird nun nich lenww nähere Erklärungen darüber l-aben woll-n? ivirb zum Beispiel die Polizei dazu sagen?
Dies hatte ich erwartet; aber ich wnstt: nur >n erwidern: Ja, was wird sie dazu sagen?
Zu meiner eigenen Sicherheit, führ er fM must ich den Vorfall, benf' ich, bei der Poli« melden unb mich vom Verdacht reinigen. 5>om können sie machen, was sie wollen. Hab' ich niÄ recht, Herr Doktor?
Aus Gründen, die ich dem Maurersehrpimk |l nicht auseinandersetzen mochte, wir ich nicht 9~* rode geneigt, die ssÄlizei zu ti:s in die Geschicw blicken zu lassen, aber von Mimms' ©ta'/btnirlfl <nid musste ich gestehen, dast er völlig vrckst hatiL.
(Fortsetzung folgt.)
we Lech» «usküvitiOr Fe
Warnungen der PreiSprüsungSftclle. >
In neuerer Zeit mehren sich die Fälle, dast ; HänÄerverernisungen, Innungen, Zwangsinnan- > gen ufw. mit P rei sse stsetzungen in die Oeffentlichkeit treten, ohne daß deren wirtschaft- . tidtt Berechtigung durch genaue Kalkulation und , Vorlage um Nachprüfung bei der zuitandi^en Preisprüfungsstelle nachgewiesen worden WUK Preis prüftmgs stelle für die Provinz Ober liessen macht ausdrücklich daraus <iuftnerksam, daß solche Preisfestsetzungen und deren Veröfstntlichung al^> Anreiz zur Preistreiberei und Wucher unter S tro fver so l guna stehen, ^Uid dast diejenigen Geschöf sftchaber, die solchen Preissest- setzungen folgen, sich der Gefahr.aussetzen, wc^en Preistreiberei, Wucher und Anreiz zum Schleichhandel vor Gericht gef ellt zu 'werden. Den Hand.er- verejnigungen, Innungen imb Zwcnigs-mnungeu, befvnders aus dein Gebiete der Ga stwtr t s cha v ten, Schuhmacher und Kohlenhändler usw., sonne dem Hxmdel mit Lebens- und G e- nustmitteln und Gegenständen des t üglichen B edarfs wird brrngerch empfoylen, vor Festlegung und BerösfentlickMig solcher Preise unter Tarlegung einer genauen Kalkulation die Genehmigung der Preisprüfungsslelle ein zu holen und keine Veröffentlichung von Preisen ohne Genehmigung dieser Stelle vorzunehmen. Pretsfesb- setzungen, die ohtre Genehmigung der zustandtgai Preisprüfungsstelle festgesetzt oder verösstnlltcht werten, sind ungültig und werden tun der zuständigen Verwaltungsbehörde als ntch.ig erklärt.
Des ivei'even laufen bei der Preisprüfungs- stelle Oderhessen öfters Klagen ein, datzin verschiedenen Geschäften in der Provinz Oberhessen deutsche Seife zum Verkauf fommt, auf der der vorgeschriebene eingepresttr K.'einvetkaufspreis ausgeftratzt ist, um die Seife dann §u höheren Preisen an das Publikum abzu etzen. Tre gleichen Verhältnisse liegen auf dem Gebiete des Scho ko- laden- und Zigarettenhandels, auch llier werden des öfteren die aufgedruckten Klern- rervaufspreise überschritten, weil es sich größtenteils um Scküeichh.rndels- oder Schieberware handelt Wer solche Ware aufkäuft und in den Handel bringt, unterstützt dieses unreelle Geschäftsgebaren und macht sich der Preistreiberei und des Kettenhandels schuldig und hat swcnge Beswafung zu gewättiigen.
Tre Geschäftsiichaber werden darauf aufmeift- sam gemacht, dast sie verpftich^et sind, über die Herkunft aller Waren und der Einkaufspreise ieder- zeit AusLnrst zu geben. Einkcrussrechmmgen sind xm Revi.vven auf Verlangen vvrzulegen. Tas Abändern und Höherzeichnen von Preisen für bereits ausgezcickmete Waren tst verboten und wird bestraft. Tie Preisprüftings- stelle Oberhessen wird, wenn vorslel-ende Warnungen unbeachtet bleiben sollten, bei alben Zu- wideihand-luTigen gegen die bestehenden Beuord- nungen und Gesetze, die ihr zu Gehör ‘fljmnten, und die bei den fortwährend statt filmenden Ge- schästsrevi^Donen 'twyrgcfti den we-vm, unnach- 1 sichtlich imb mit aller Schärfe yreu die Schuldigen vorgHm und deren strenge Bestrafung
scher Hinsicht fruchtbar fern Nnrd. Bedeutungsvoll LstÄ erster Linie der sb stembilden de Charakter der Reform und ihre soziale Aus Wirkung, die darin beftefcn nnrd, datz mit der schiebung der skapitalneublldung nach der Selle des mittleren und Keinen Besitzes unser nnrtschaftticycr , Miederaufbau gefestigt wird. ,
Zu den seiner harrenden Aufgaben übergehend j bemerkte der R-ichssinanzminister u. a.: 1
Mir sind in der Steuergesetzgebung ; noch nicht am Ende angelangt. Die Grund- 1 lagen für die Bedarfsverrechnung ^haben ftch leit dem Sommer wesentlich verschoben, -^en ln unserem Geldwesen und unserem Wrrtschaftskorper erfolgten Umwertungen entsprechend muß dre Be- s-oldungsreform ganz andere Ausinatzc an- nehnien; sie soll den Beamten nicht nur die Mö^ lixf’fcit des TuvckBommens geben, sie soll auch die Berufsfreudigkeit zu heben. geeignet Jem. Neben der Lösung dreier dringlichsten Ausgabe erscheint als nächste die TurchMlwung derbe- scklossenen Steuern. Hier wandte sich Tr. Wrrtt) namentlich gegen alle Versuck^e der Steuer- sabotage, bei bereu Bekämpfung er auf dre tatkräftigste Unterstützung seitens seiner Beamtoi vvckviet Wichtig ist, daß bei der Turch- führung ganz andere Mittel im Gesetz vorgesehen sind als früher. Nachdem die Sanierung der Reichsfinanzen gesetzgeberisch sick>ergel!ellt ist, werd Nunmehr an die Ausweitung der Steuerpolittk zur Finanzpolitik im iveiteren Sinne des Wortes gegangen werden müsen. Zunächst gilt es, dre em- oclettebm Besttebungeu auf Neuordnung des Etats durchzusetzen und weile^uführen. Wir müllen setzt mit allem Nackidruck darauf himmrken, zu emem tüitißcn Friedensetat zu kommen, damll das Parlament jederzeit Kontrolle üben 'kann.
Zu einer der wichtigsten Fragen unserer An - leihepolitik und unseren internationalen Kreditbeziehungen führte der Reichsminister etwa aus: Die Steuerreform allein kann die großen Probleme nicht lösen, es bedarf auch des Neuaufbaus unterer Anleil>epolitik, um die schwebenden Schulden zu ver- pninbem. Leicht wird diese Aufgabe mcht seru. insbesondere, well die Konkurrenz zwischen öffentlichem ^Kredllbedarf und pirvatcm Kreditbedarf stärker ist I als ie zuvor. Auf dem Gebiete der internutwnatert : Kreditgewährung liegen die Verhältnisse noch schwieriger. Tie Hoffnung, die sich an die sinkende Tendenz unserer Valuta knüpfte, ist durch den Rechts-Putsch zerfl-ört worden. Der Schaden, den uns die Tat der Kapp-Leute angerichtet hat, läßt sich hier noch gar nicht abschätzen. Wir können mir hoffen, daß es bald gelingt, Ordnung und ruhige Weiterarbeit wiederherzustcllen und zU jicf^crn. Daraus ergibt sich dann doch vielleicht die Gruird- lage zur Anbahnung internationaler Finanzabkommen. Daß mit diesen die Einschließung Teutschlands durch die Valutanot dirrch- Lrvchen wird, liegt auch im Interesse des Auslands, well die Valutanot auf die Dauer die Einfuhr ausländischer Erzeugnisse 'bemmen und das .Ausland eines der wichttgstenMärkie berauben nM. Bon grosser Bedeutung wird fern, d.e Wrchstl- wlr'ktmgen zwischen Finwizpolittk und Wirt.chafts- polittk zu betätigen. Auf die Zusammenhänge zwischen beiden Gebieten wurde schon in der Bvr- «kriegszeit Rücksicht genommen; in der geantwarti- gen Lage wird dies doppelt notwendig sein. Wir müssen alle Kräfte daran setzen, daß unswe Wirtschaft nickll aut ein üLerwundenes Entwickellmgs- stodium zurücksinkt, damit nicht die Basis für den finanztwlittschen Neubau zu schliull wird. Nur wenn wir alle volkswirtschaftlich unnötige Arbeit ausschalten, die Parasiten an unserem Wirtschaftskörper beseitigen und Über Rationalisierung und technischen Fortschritt zur Steigerung d s ößonomifdxn Nutzesfestes gelangen, schassen mir eine sicher: Unterlage für unsere Finan?Mlittk. Auf dem Wege der r c r n e n Freiwirtfchaft werdeii wir kaum in die Loge kommen, diesen Forderungen zu enttprechm. Die Erfahrungen des letzten Jahres lehre,i uns, daß nicht eine cnfeitige Herrschaft des wi 1 chostlickM Individualismus, sondern nur ein wir klichor- ganifcher Neuaufbau unserer Wrrtsckuft ur,s Rettung bringen fknrn. Es muß Klarheit dorüber verbreittt werden, wi.» sehr jede einzelne Privat-
Die Gräfin.
Roman von G. W. A p p l e t o n.
Göns, Bonariuä-Rödgen, Eulier-Allendorf, H, Weber-Allendorf, L. Biehmann-Wlendorf. Du- tenhöfer-Allendorf, Schmolz-, Reitz- unb Faber- Grvßen-Linden u. a.: b) Holländer, 1. Preis: Euler-Allendorf, c) Schwarzloh, Ehrenpreis: Sommerl ad-Großen-Linden ; 1. Preis: Sonneborn- Heuchelheim; 2. Preis: Sommerlad-Großen-Lin- den; 3. Preis: Steinmüller-Heuchelheim, H. und L Müller Allendors, Licher-Trohe, Weber-Allendorf, L. Burck und F. Sack-Heuchelheim, d) Hermelin, Siegerpreis: Zimmermann-Großen-Linden; Ehrenpreis: Philipp-Steinberg, Langsdorf-Leihgestern; 1. Preis: Weber-Allendorf: 2. Preis: Panzer-Trvhe, Philipp-Steinberg, L. Döll-Trohe, Zimmermann-Großen-Linden. 4. Abt., Jungtiere, Siegerpreis: L. Müller-Allendorf: Ehrenpreis und 1. Preis: H. Müller-Allendorf;
1. Preis: Phllipp-Steinberg; 2. Preis: Langsdorf-Leihgestern, O. Bolk-Ällendorf; 3. Preis: Schmelz Großen-Linden, Allendörfer-Lützel.inden, Franz-Lützellinden, Häuser-Steinberg. 5. Abt, Geflügel: Es erhellen Preije': K. und I. Dechert- und L. Wagner-Alten-Buseck, Lein-Leih- gestern.
X Londorf, 5. April. Schon oft hotte sich bei Herrn Tr. Hiller in Londorf ein Dieb bemerkbar gemacht, der den Keller und Küch: besuchte unb verschiedene Gegenstäiide mitgehen hieß. Endlich, am 31. März, als der Dieb süh in bet Speisekammer beschäftigte, wurde er während des Abschneidens von Spea erwischt. Als die Polizei kam, warf er den abgeschnittenen Sp:ck ins Feuer. Ter Dieb, etn Lo.adorfier Fräulein, stahl nicht aus Not.
Kreis Friedberg.
bz. B a d - N a u h e i m, 6. April. Trotz zweifelhafter Witterung war die am ersten Feiertag auf dem Johannisberg abgehaltene Osterfeier besser als je besucht. Scharenweise zogen Einwohner unb Kurgäste auf den Berg hinauf, um an altehrwüv, diger Stätte nach jahrhundertelangem Brauch bat Geist des Osterfestes auf sich wirken zu lassen. Kirchenrat Wissig erinnerte in seiner Ansprache an die Zeiten, wo man daS deutsche Volk in seinen! stolzen Willen und in ferner Einigkeit, mit Granit verglichen habe. Die ganze Feier mit
abend (Balladen unserer Dichter), der damals infolge äußerer BepMtnisie leider ver- fdißbrn werden mußte, soll am Samstag den 10. Ap.ftl, abends 8 llhr, im großen Hörsaal der Universität nochgehvlt werden. Als gute Vorttags- kraft ist Herr Spielleiter K. Volck vorn Stadt- t'tieater gewonnen worden. Es kommen zum Vortrag Balladen von Fel. Dahn, Rich. DelMel, Th.Dd. Fontane, Tellckv- v. Lüienevvn, Gottfr. Keller, C. F. Meyer, Börrres, Fahr. v. Münchhausen u. a. In Hinsicht auf dieses reichhaltig zusammengesteNte Programm scheint der Abeiw den Mi g iebern geimßreiche Swnden z-u bringen. Währe, b dieser Meub nur Thtgtieynm der Lit. Ges. mit engerer Famllie zugüngig ist, mackst der Verein noch einnral die hiesigen Literatur- freunde auf den am Mittwoch den 14. April stattfiudenden öffentlidM Waltea-Bloem-Abcnb aufmerksam. KarteNvvrverkauf ba Chlllier. (Siehe
Der fliegende Hollander. — Hotel Govstherzog, 8 Uhr, Versammlung der Liga zum Schutze der deutschen ftultur. — Aquarium, 8 Uhr. Haupt- versammliing der EllaßssLothringer. — Lichtspieltheater wie gestern.
** Von der Universität. Dem Vernehmen noch hat Pnos. Tr. Karl Feist in Gießen den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der pharmazeutischen Ch'mie an der Universität Göttingen als Nachfolger Karl Mannichs angenommen.
** Die Ged en kmünzefürunsere Gefallenen, mit beten Verkauf die Mittel ge- tommen werden sollen, um das unvollendete Werk der Aillage unb Sicherung unserer Kriegergräber zu Ende zu führen, ist eine Schöpfung von der Hand des bekannten Berliner Blldhauers Professor Hermmm Hofaeus. Einfach und volkstümlich wie die Stimmung eines Soldatenliedes wirkt bi: Art der Darstellung, die der Künstler wählte. Auf der lVorderselle ein Soldat, der sich Zweige für ein Kränzlein pflückt zum Schnrnck des Kameradengrabes und darüber bm Aufschrift: „Ich halt' einen Kameraden". A f d r Rücksmtt' di? Jn'chrift: „Am Schmuck der Ruhestätl.u unjever Tapferen half, wer dieses Ehrenzeicl)en -nahm". Das flehte volkstümliche Kunstwerk ist vom Künstler in der Originalgröße geschaffen, unter Umgehung der maschinellen Berk.eiwrung, mit der meist folche Münzen utsadstich und unkünstlerisch nach einem größeren Modell des Blldhau rs her- qestellt werden. Das Werklein, das bei seiner Bescheidenheit einen kleinen künstlerischen Wert
Starkenburg und Nyeinhessen.
rmk. Tarmstadt,5. Aprll. Ein Millionen« Projekt. D e der Stadt Da.msdüt gehörend? Braun- kohlengrube Prinz von Hessen, die jahrelang wegen angeblicher Unrentabilität stille gelegen hatte und vor wenigen Monaten, der Not ge- l)orchend, aufgeschlossen wurde, soll jetzt unter Aufwand ganz bedeutender Mittel zunächst für die notwendige Braunkohlenbeschaffung, sodann aber unter Ausnutzung der technischen uno wissensck-aftlichen Hllfsmlltel, ähnlich wie andeoe gleichgeartete Betriebe, ausgebnitet werden. Schwierigkeiten bietet zunächst der mächtige Abraum, für welchen eine Baggereinrichtung beschaffen wurde, eine Ketten- bahn soll die bisher sehr schwierige Förderung aus die fahrbare Sttaße erleichtern. Dann soll mit der Herstellung von Gas, Teer usw. begonnen werden, wodurch man das Unternehmen rentabel zu machen hofft. Nach der Mittellung der sachverständigen Beigeordneten Dr.-Jng. Ritzert wird er demnächst mit einer ausgearbeiteten Vorlage an bie Stadtverordneten herawiv ten.
Kreis Wetzlar.
Gleiberg, 7. April. Ein Beispiel sittü'cher Verrohung lieferten einige hiesige Burschen. Gestern abend 3/410 Uhr kamen sie in verschiwene Häuser, einer von ihnen als Wachtmeister verkleidet, und erklärten, sie müßten Haussuchung halten. Einige Burschen hielten sich mit schweren Knüppeln bewasfnet im Dunkeln. Nachdem man dem Pseudo-Wachtmeister im ersten Hause erklärt hatte, daß er erkannt sei, zog er das Seitengewehr, und seine Kumpane schlugen mit ihren Knüppeln an das Küchensenfter. Im zweiten Hause wurde der Pseudo-Wachtmeister, namens Otto S) i 11/ gärtner, äußerst zudringlich. Da ihm aber dir Haustür vor der Nase zugeschlossen wurde, konnte er nicht eindringen. Aus Wut schlugen und roarfai bie sauberen Bürschchen mit allerhand öfegen* ständen gegen das Haus und schlugen die Scheib« an der Haustür entzwei. Es wird nun Sache bd Gerichts sein, den Rohlingen die ganze Schwere ihrer Tat eindrnrglich zu Gemüte zu führen.
Hessen-Nassau.
Dir Bewegung oer Bankangestellten in Frankfutt.
f. Frankfurt, 6. April. Ter Verband I» Danlleitungen veröffentlicht ein: Mil teil ungv bie Bankangestellte, bie bie Beamten au,fordert, es nicht zum Streik kommen zu lassen. Die seien bereit, den Angestellten entweder ben Tom des Reichs Verbandes lückenlos ernzuräumen oder w Meliraufwmdung, die ihnen dieser Taris veow sacht, für die in Beckhanblimgen zu vereinbare« Erhöhung der Tcucrungs ulagen zu verwes Tie Banllcitung<m hätten sich gegenüber bei W stand des Gewerkschafts«rtells zur, sofortigen W lung der vom Frankfurter Sästedsipruch auMlttU'' teil prvvisorisdjen Vorschüsse (1300 Mk ftir a?t- verheirateten Banöangest?llten, 1000 Mk. für bei lebigen über 22 Jahre, 950 Mk. für den lanflKH unter 22 Jahre, 90 Mk. für jedes Sflnb, 21M bis 300 Mk. für Lehrlrnge) bereit erklärt.
barfidlt, steht weit über dem seelenlosen, meist maschinell hergeslellten Massenkitsch. Es rst ui Eisen gegossen unb nicht geprägt, ern Verfahren, dilrch das sein Besitzer ein Original erhält, Weil für jedes Stück eine eigene Form gemacht werden mutz. Da bte Münze auch als Schmuck verwertet werden kann, fio ist der Preis von 5 Mark auch ohne tzm- blick auf den edlen Zweck mäßig. Die Münze ist von der Staatlichen Beratungsstelle für Stieg er ° errungen, Abteilung Teükmünze, Berlin NW. b, Luisensttaße 30, zu beziehen.
** Der Vorteil des Postscheckkontos Wie bekannt, berechnen die Banken neuerdings bei jeder Mitteilmrg einer Buchung auf ünd vom Guthaben Porw. Um diese Kosten zu vermeiden, überweist man am einfachsten einen Zahlungsempfänger, der kein Postscheckkonto bat, ben Bettag vom eigenen Postscheckkonto auf das der iBank mit der Notiz: für daS Guthaben des Herrn X. Davon wird bann nur der Empfänger benachrichtigt und muß natürlich zahlen. Aber das geschieht ihm schon recht. Warum hat er kein Poft- scheckkonto. Kr.
** Was jetzt bem ZaVat beigefügt werden da r f. Heber die Ersatzstoffe, die dem Tabak beigefügt werden dürfen, trifft eine .besondere Tobakersatzstoffordnung eingehende Bestimmungen. Zur Mitverwendung bei der Herstellung von Tabarerzeugnissen und zur .Herstellung tabak- älwlicher Waren sind folgende Stoffe zugelassen: Blätter der gewöhnlichen Kirsche ober Süßkirsche und Blätter der W^ichftlArsche ober Sauerkirsche, Stemllee, eingesalzene Rosenblätter, Veilchen- wurxelpulbcr, Banlllerciots, gereckueter Wa o- meiftcr, Wegebveitblätter, Altteeblätter, Huftattich- blätter, Baldrianwurzel, getrocknete Brenne nein, Krauseminze, Zitronenschalen, Saoenbel und Thymian. Tabakmischwaren müssen ober auf der S^acfirna in einer für den Käufer leicht erkennbaren Weise und in deutscher Sprache ben Hersteller, die Bezeichnung „Tabakmischware", das Verhältnis des reinen Tabaks zum Ersatz im Gennclststeile sowie ben Inhalt nach beutschem GewiÄ oder Stückzahl enthalten. Tabakähnliche Waren müssen als solche bezeichnet werben.
'(faltige Anzeige.)
** Kapitän Schmebl, ein geborenes Gießener Kind, in der Nautischen Abteilung des Reick^verkehrsminisberiums tätig, der seiner Zeit als erster Offizier die Fahrt des Hilfskreuzers Wolf mitmachte, ist zum Korvettenkapitän d. R. (Major) befördert worden.
** Zirkus Rudvlfv, der nur 5 Tage auf dem Oswaldsgarten bleibt, gibt seine Gala- Eröffnungsvorstellung am Freitag abends 8 Uhr.
♦♦(Eie ,& ansa"-Privat-Handels- Schule Güßen, Seltersweg 73, veröffentlicht in unserem Anzeigmiteil ein Inserat, auf das wir auch an dieser Stelle Hinweisen.
Landkreis Gießen.
J_ Allendors a. d. L., 6. April. Die 14. Verbandsausstellung des mitteldeutschen Kaninchen- und Geflügelzuchtvereins nahm an den Oslertagen einen günsttgen Verlauf. Es waren rund 200 Nummern ausgestellt. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. AVtt. große Kaninchenrassen: a) Belgische Riesen, 1. Preis: Wilh. Westsal-Büdesl)eim; b) Weiße Mesen, Siegerpreis : Ludwig Müller-Allendorf; Ehrenpreis: H. Müller-Allendorf; 2. Preis: Fi-ickel-Alten- Duseck; 3. Preise: W. Bruukhardt-Büdesheim, H. Ded-ert-Alten-Buseck, O. Volk-Allendorf. 2. A b t., mittlere Ka nin chenrassen: Germania- Silber, 3 Preis: G. Häuser-Steinberg; Französische Silber, 3. Preis: L. Ariwld-Hcuchelheim; Angora, 3. Preis: K. Amend-Allcndorf; Japaner, 3. Preise: H. Dechert-Allen-Buseck; Blaue Wiener, Siegerpreis: Wallhäuser-Allendorf; Ehrenpreis: derselbe; 1. Pveis: Kell-Klein-Linden; 2. Preis: I. Ded?crt-Alten-Buseck, Langsdorf-Leibiestern und Wallhäuser-Allendorf; 3. Preis: K. Häuser- Steinberg. Hasenkaninchen, 3. Preise:: L. Arnold-Heuchelheim, Plstlipp-Steinberg, Steitz- BudeSheim. 3. A bt., le i ch te R a s sen: a) Silber, Siegerpreis: Zimmermann-Großen-Linden; Ehrenpreis: PlftliPP-Steinberg, Wardega-Leihgestern ; 1. Preise: PH. Bccker-Alten-Buseck, F. Sack Heuchelheim, Zimmermann-Großen-Linden; 2. Preis: Becker-Altrn-Buseck, Lnh-, Müller-Allendorf; 3. Preis: Amend-Allendorf, G. Wenzel- Lützellinden, I. Jechert-Alten-Buseck, Merz-Lang-
ihren Gerneindegesängen, unterstützt vorn Posamnnq chor, wirkte außerordenttich erhebend.
scheinlich eine Geldsache. Daraus folgere ich, daß der alten Dame Dein Leid geschieht. Das wollte ich vorhin sagen, weiter nichts.
Mimms rieb sich einen Augenblick tn sprachlosem Erstaunen das Kinn. Dann sagte er:
Das üerftebe ich schon, Herr Doktor. Sie müssen mich entlchuldigen, daß ich so frei von der Leber iveg geredet habe. Aber eine derarttge Geschichte kommt am Pontifex Square nich alle Tage vor.
Wcchrhaftig nich, stimmte Frau Mimms eifrig bei.
Sä>weig still, Matlnlde! bemerkte ihr Minn. Ich und der Herr Doktor bcspredien di>'. Sachlage. Tie Sachlage — verstehst du? Und was ich sagen wollte, is d-aS: etwas jehr Ungewöhnliches iS vor- gefallen; und in meinem H-ans is eingebrvchen worden. Und jetzt, was soll ich tun? Tas frage ich Sie, Herr Doktor, und ich bin der Ansicht, um's ehrlich zu sagen, daß etwas gesdrehen muß. Wie zum Beispiel sollen ich und meine Frau uns zu der Sache stellen?
Gerade das möchve ich auch wissen, Wllhelm, letzte sie hinzu.
Sei still, Mathilde! Tie Lage, Herr Dokwr, is folgende: wir, meine Frau irrtb ich, nehmm uns eine Mieterin, die uns gut b?zahlt.
Ja, bas is es, gevade bas, fügte Frau Mimms fpitzig hinzu, ist ine Hauptsache.
Heber diesen Punkt hatte ich meine eigene Ansicht. — Ich glaube eher, sagte ich, daß sie recht wann in Pelze eingeyullt und s-o höslich behandelt worden ist, als cs die Umftänb? erlaubten.
Frau Mimms starrte mich überrascht an.
Wie? Was meinen Sie damit, Herr Doktor? Sie glauben doch nid), daß ihr Dein Leid geschehen is?
Tod- gennß, wenigstens bis jetzt nicht. Kein Haar wird ihr geErünimt werden, und auch feine Behaglichkeit, bie man mit Gelb erkaufen kann, wirb ihr abgehen. Das weiß ich ganz befrimmt.
Tann, jagte Mimms, wissen Sie mehr von ber Gesdnchte als wir. Vielleicht v?rheunlicl)en Sie uns etwas. Is das recht, wo in mein eigenes Haus eingebrochen und das ganze Gebäude sozusagen aus bm Kopf gestellt worden is? Is das recht an uns gehcriidelt, Herr Doktor?
Na, seien Sic vernünftig, beschwichtigt? ich ilyn. Sie müssen cs nicht so auffasseii. Ich vermute daS ja nur. Ich weiß uidyt mehr als Sie, was aus ihr geworden ist. Sie selber wisf'n genau, was geftern cibeiib gesdrehon ist. Tw? Erllärung, die kie mir gab, habe ich Fhnen ja wiederIwlt. Sie l>at sich vor ihren Vecnxwdöen veriteckt g.chalten — soviel ist ziemlich llar, wse mir schemt. Dies: Leutr haben sie mm in ihre G"walt bekommen,
ren Sve auch et amdtenanarteaa


