Lifte a verzeichnet sknd, unter den dorr angv- führten Sebmgintgen, wonach es allen Anforderungen der alliierten entsprick-t: b) innerhalb der Frist Lan fechs Monaten |oü TeutsclKmd die in der anliegenden Liste b cru^geführten Rinder, Pferde mrd Sä-ase unter den dort angegebenen Bedingungen liefern. Der Wiü>ergutniachungsaus- schuß beschließt ferner, daß er vor Ablauf der ge- inmnten Frist von fecl-s Monaten eine neue teilte scheidung treffen wird über die weiteren M e n- gen an Rindern, Pferden und Schafen, die später von Deutschland zu liefern sind. Note 1. Die in den Listen a und b angegebenen Biehmen gen lassen die im § 6, Anlage 4 des Tests 8 des Vertrages von Versailles vorgesehenen Lieferungen, soweit diese noch nicht beendet sind, unberührt. Note 2. Zu den in Liste b aufgeführten Tieren: Tne deutsche Regierung erklärt, daß sie -war bereit sei, ihr Möglichstes zu tun, uni die borget ebenen Lieferungen in der Frist von sechs Mon.-aten zu erfüllen, daß sie jedoch die Jnne- ^haltung dieser Frist nur für möglich erachtet, wenn bei 'Auswahl der zu liefernden Tiere Alter, Gewicht, Leistungsfähigkeit und Durchschnittsqualität des jetzigen beutfcben Viel)bestandes berücksichtigt wird und ferner dem Vorkommen der einzelnen Gattungen in Deutschland Rechnung getragen tvirb. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, gesunde Tiere von normaler Beschaffenheit zu liefern. Liste a. Geflügel: Hähne und Hühner 1 600 000, Enten 100 000, Gänse 40 000, Gesamtzahl 1740000 Köpfe, welche nach Möglichkeit tn drei Jahren oder spätestens in toter Jahren zu liefern sind, grundsätzlich zu gleichen jährlichen Teilen von beim Tage an, welcher durch die alliierten Sachverständigen festzusetzen sein wird, und zwar unter dem Vorbehalt der Unterbrechung der Lieferungen, die durch eventuelle Epidemien verursacht werden könnten. Ziegen 165, Böcke 25 000, zusammen 25165 Stück, in drei Jahren zu liefern, und zwar in gleichen Mengen. Die Lieferungsfrist beginnt mit dem Tage, welcher durch Vereinbarung der beiderseitigen Sachverständigen unter Berücksichtigung des Seuchenstandes sestzusetzen ist. Falls keine Einigung zwischen den Sachverständigen zustande kommt, wird der Wiodergutmachungsausschuß den Termin festsetzen. Schweine: Zuchteber 250, Mutterschweine 15 000, Gesamtzahl 15 250 Köpfe, zu liefern in der in den Listen vorgesehenen Frist. Der Liefer- beginn wird festgesetzt wie bei Ziegen. Liste b, Pferde: 30 000 Stück, zu liefern in einer Frist von sechs Monaten, beginnend, sobald die Trans- portabnahmebestimmungen festgesetzt sind. Schafe: 125 000 Stück, ztu liefern in der Frist von seckB Monaten. Der Lieferbeginn wird festgesetzt wie bei Ziegen (siehe Liste a, Rüster). 60 000 Stück Stiere, Zugochsen und Jungrinder männlichen und weiblichen Geschlechts, sowie 30 000 tragende Kühe und Färsen, in Summa 90 000 Stück, zu liefern innerhalb der Frist von sechs Monaten. Lieferbeginn wird festgesetzt wie bei den Ziegen (siehe Liste a). Dabei gab die Reparationskommissron folgende Erklärung ab: der Wiedergutmachungsansschuß prüfte die Listen, welche ihm durch die alliierten Regierungen übergeben wurde. Er ist der Ansicht, daß sich die Anfockerungen der Alliierten in vernünftigen Grenzen halten und behält sich das volle Recht vor, von Deutst^and die Lieferung der gesamten Mengen von Vieh M, verlangen, welche von den Alliierten gefordert worden sind.
Deutsch-amerikanische Viehspeude.
Berlin, 4. Dez. (Priv.-Telegr.) Bei der Ausländsabteilung des Deutschen Roten Kreuzes ist die Nachricht eingetroffen, daß 124 Kühe, 2 Bullen und 2 Kälber von Friedericksburg in Texas die Reise nach Deutschland angetreten haben. Die Spende geht von 100 Deutsch-Amerikanern in Frie- dericksburg unter der fLeitung von Holnil- Oftrow aus.
Tie amerikanischen BesatzungStrnppen.
Neuyork, 4. Dez. (WTB.) Der Chicago Tribüne aus Washington zufolge ev- ftärte das Mitglied des Ausschusses für militärische Angelegenheiten des RepräsentationA- hauses, Fuller, es werde nicht möglich sein, ^ie amerikanischen Besatzungs- truppen int Rheinlande in absehbarer Zeit zurückzuziehen.
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Eine Forderung Frankreich» an Amerika.
P a r i s, 4. Dez. (Wolff.) Wie die in Paris erscheinenden „Neueft. Russischen Nachricht." melden, hat die französische Regierung an dielamerikanische Regierung eine Note gerichtet, in der darauf hin- gewiesen wird, daß die russischen Bodenschätze eine gewisse Garantie für die russischen Schuld den an Frankreich seien. Frankreich könne daher nicht untätig zusehen, wie sich fremde Staaten Konzessionen in Sibirien erwerben.
Parteitag der Kommunisten.
Berlin, 4. Dez. (Wolff.' Heute vormittag wurde der Vereinigungsparteitag des linken Flügels der Unabhängigen und der kommu- nislisckien Partei eröffnet, lieber dem Vorstandtisch schwebte, wie der „Vorwärts" berichtet, der fünf- zackige rote Sowjetstern in riesigem Format. Als erster Referent sprach der Reichstagsabgeordnetq Levi über das Aktionsprogramm. Dann sprach D ä u m i g. In einer der beiden Resolutionen, die darauf einstimmig angenommen wurden, beglück- wünscht der Parteitag die Rote Armee zu ihrem Siege überWrangel. Der Parteitag gelobe Rußland zu unterstützen, in der Erkenntnis, daß das Schicksal der Welt mit dem Rußlands verknüpft ist. Die andere Resolution spricht beninUngarn unter Anklage stehenden politischen Kommissaren der ehemaligen revolutionären Regierung seine volle Sympathie aus. Der Parteitag nahm nach dem Referat Däumig einstimmig etne Entschließung an, 'n der die Verschmelzung der neuen kom- mirnistisch-'n Organisation mit der K. P. D. gebilligt und der „V e r e i n i g t e n k o m m u n i st i - s ch e n Parte i" alle Rechtsansprüche aegtn die alte unabhängige' Partei übertragen wurden.
Arr» desn Reiche.
Tcuerungszuschlägc.
Berlin, 4. Dez. (Wolff.) Der Hauptausschuß des Reichstags hat einstimmig einen Antrag der Regierungsparteien angenommen, daß in Ortsklasse A 150 Prozent Teuerungszuschläge zu den Kinderzuschlägen gezahlt werden sollen, tn Ortsklasse B 12 Prozent, in Ortsklasse C 100 Prozent und in den Ortsklassen D und E 75 Proz.
Uus Stabt tmfc Catib.
Gießen, den 4. Tez. 1920.
Die Zahlung des Reichsnotopfer».
Von amtlicher Seite werbet die Abgabenpflich^ tigen auf folgendes hingewiesen: .
Kriegsanleihe wird auf das Reichsnotopfer nur noch bis zum Aublaus dieses Jahres ang>> nommen. Eine allgemeine Verlängerung dieser Frist ist nicht zu erwarten. Die Kriegsanleibe>tücke sind bei den bekanntgemachten Annahmestellen, die auch beim Finanzamt erfragt werden können, hinzu- geben, Anträge auf Uebertragung von Reich- Schuldbuchforderimgen dagegen bei der Reichsschuldenverwaltung (SckMldbuchangÄogenheit) in Berlin zu stellen. In bei beit Fällen ftnb von dem Einlieserer besondere Vordrucke auszufüllen, die bei den Bezirkskassen erhältlich sind. Bet der Jnzahlunggabe von Kriegsanleihen auf das Reick)snotopfer und die Kriegsabgabrn werden fällige Zinsscheine nicht angenommen.
Erneut wird auf die Vorteile der baren Vorauszahlung des Reichsnodopfers aufmerksam ge macht. Auf Zalstungen dieser Art bis zum Ende dieses Jahres wird eine Vergütung von vier vom Hundert gewährt; für 100 Mark Steuer sind mithin nur 96 Mark zu zahlen. Mit dem Tage der Zahlung erlischt die Verpflichtung zur Verzinsung des durch die Zahlung getilgten Betrages. Je früher die Zahlung erfolgt, um so weniger Zinsen sind mithin zu entrichten. Die Zahlungen, die 96 Mark ober ein Vielfaches hiervon betragen müssen, können bei den Finanzkassen ober den mit ber Wahrnehmung der Geschäfte einer solchen beauftragten Kasse, den Reich-bankanstalten sowie den als Annahmestellen für bare Vorauszahlungen bestimmten öffentlichen Sparkassen und öffentlich rechtlichen Kreditanstalten erfolgen. Einzahlungen bei den Reic^bankanstalten, Sparkassen ober Kreditanstalten sind nur unter Ausfüllung eines Vordrucks zulässig, der bei diesen Stellen erhältlich ist. Die Zahlung gilt nur bann als vor dem Ablauf dieses Jahres erfolgt, wenn das Geld den genannten Kassen spätestens am 31. Dezember zu- gegangen ist. Für Beträge, die — gleichgültig aus welchen Ursachen ober Gründen — erst nach diesem Tage bei den genannten Kassen ringeln, wird die Vergütung nicht mehr gewährt. Es warte daher niemand bis zum letzten Augenblick.
Abgabepflichtige, die nicht imstande sind, den ungefähren Betrag ihrer Abgabenschuld zu berechnen, erhalten vom zuständigen Finanzamt Auskunft. Wer mehr einbezahlt, als seine Schuld beträgt, läuft teilte Gefahr. Die Zuvielzahlungen werden nach Feststellung der Abgabe erstattet, und zwar die baren in bar, die in Kriegsanleihe in Kriegsanleihestücken; Ueberzahlungen von mehr als 300 Mk. weichen mit 5 vom Hundert vom Tag der Zahlung an verzinst (§ 132 AO.).
Nach einem Gesetzentwurf, dem der Reichsrat zugestimmt hat, haben die Notopferpflichtigen ein Zehntel ihres abgabepflichtigen Vermögens, mindestens aber em Drittel ber Abgabe bereits im nächsten Jahre in zwei Raten zu entrichteit. Nur in besttmmt bezeichneten Fällen wird der zu zahlende Bettag vom Finanzamt ermäßigt ober ganz ober teilweise gefhntbet werden. Dies möge jeder bedenken, der noch schwankt, ob er das Reichs- notöpfer alsbald bezahlen soll.
Griechische Papyri in Gießen.
Professor Dr. O. teger hielt am 30 Novbr. auf Veranlassung der Gießener Hochs chul- gefelts'chaft einen Vortrag über die griechischen Papyri in Gießen. Es handelt sich bei diesen Papyn um «Schriftstücke, bei welchen die Schreib- unterbage hergestellt ist aus dem Stengel der Pa- pyrusstaude, einer Wasserpflanze, die in früheren Zeiten namentlid) tm Nildelta an den Ufern des Flusses in großen Mengen wuchs. Infolge der trockenen Luft Aegyptens sind sehr viele dieser Papyri bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben. Sie werden gefunden teils in großen Kchrickfthaufen, Seltener in verfallenen Häusern, namentlich auch auf Friedhöfen, da man beschriebene Makulatur zur Herstellung von Munneii- tartonage bet der Bestattung von Menschen und von heiligen Tieren (ft'rolobifen, Ibissen usw.) benutzte. Heute werden in vielen europäischen und außereuropäischen Sammlungen Papyri aiifbc* wahrt, in ägyptischer, aramäischer, hebräischer, persischer — vor allem aber auch in griechischer Sprache geschrieben. Darunter nehmen die beiden in Gießen befindlichen Sammlungen, die tn dem Museum des Obevhesfifchen Geschichtsverems als Teil ber Gailschen Sammlung und die In ber Universitätsbibliothek einen ehren vollen Platz ein. Beide besitzen Stücke von hervorragendem Wert.
Unter den griechischen Papyri kann man scheiden zwisckien literarischen Stücken, auf welchen Reste der griechischen Literatur erhalten sind, und nicht- literarischen. Mtt den letzteren, die einen außerordentlich vielgestaltigen Inhalt hoben (Gesetze, Amtsbagebücher, Urteile, Steuerbücher, Klagen, Steuerdeklarationen, Gebutts- unb Todesanzeigen, Kaufverträge, Heivats- und Ghescheidungsurlwi- den, Lchrlrngsverttäge, Testamente, Privatbriefe, Gebete usw.) und damit ein Bild des Kulturlebens im weitesten Sinn des hellenistisch-römischen Aegyptens geben, beschäftigte sich der Vottrageiide, inbeNr er einige Fragen heraus griff, über welche zum Teil auch weziell Gießener Papyri Licht verbreitet haben. So haben die Papyri erst Stunbe gebracht von dem durch Augustus m Aegypten eingeführten Provinzialzensus, bei welchem in einem vierzehnjährigen Zyklus eine Personenstanbs- aufnahme stattfand. Haus für Haus mußten Te- klarationen eingereickü und alle Bewohner angegeben werden. Dabei nllißten die Deklarationen am Heimatsort erfolgen; vgl. dazu den Beriäft im Lukasevangelium über die Geburt Christi und den babei erwähnten Zensus. — Die im Museum des Oberhessischen Geschichtsvereins befindliche griechische Uebersetzung der temiftitutio Antonmdania, eines Edikts des Kaisers Caraealla von 212 über die Verleihung des römischen Bürgerrechts an die Provinzvälen ist für den Historiker von größter Bedeutung, da uns feitber nur Unzulängliche Nach- richten über deren Inhalt bekannt ivaren.
Namentlich sind es auch wirtschaftlich Fragen, für welch die Papyri Material bieten. Läßt sich einerseits das Bestehen eines Arbritgeberschutzver- bandes wahrscheinlich machen, so begegnet andererseits auch der Stteik. Das Bankwesen war so hoch entwickelt, daß wohl jeber einigermaßen Begüterte em Bankdepot besaß und Zahlungen durch Anweisung an die Bank bewirkte. Ein Giroverkehr ist nicht nur für Geld bet den Banken, sondern auch für Getreide bei den öffentlichen Speichern nachweisbar.
In den Haushaltungsbüchrn begegnet man tn früheren Zeiten sehr niedrigen Sätzen bet den Preisen für SebenSlrrittel und dem Lohn für Handwerkevarbeiten. Nachdem aber schn vocher Ibie Kaufkraft des Geldes gesunken nxir, trat plök--
cm, und man kann auch für Aegypten wahr- nebnten, daß auch der Versuch Diokletias, der allgemeinen Teuerung durch gesetzliche Festsetzung
Kreis Wetzlar.
X Dutenhofen, 5. Tez. Im Jagdschlößchen wurde verflossene Nacht ein Einbruch verübt. Die Diebe drangen durchs Kellerloch in den Keller und stahlen eine Kiste Steinhäger um andere Spirituosen. Die Diebe sind anscheinend in einem Auto geflohen. Auch bei der Teustls mühle bei Allendors versuchten sie einzubmiM wurden aber durch die Wachsamkeit der Hunoi vertrieben.
Hessen-Nassau.
Die Neuwahlen in Hanau.
X Hanau, 4. Dez. Zu der am 9. Januar' 1921 stattfindenden Neuwahl der Stadtverord1 netenversammlung haben die Deutsche Volkspatte die Demokratische Partei,' die Deutschnatwnals Volkspattei und das Zentrum beschlossen, von bei.1 Aufstellung eigener Kandidatenlisten abzusehen um ■ ihre Stimmen auf eine gemein same Liste zr vereinigen. Dieser Zusammenschluß richtet ft« gegen die bisherige Mehrheit her Stadtverordneten- • Versammlung, die aus Sozialdemotvatcn und Kvm- immiften besteht.
mc. Frankfurt a. M., 5. Dez. Ter Magb. ftrat hat bekanntlich für Christb äum c Richt* preise Von 3—6 Mark festgesetzt. .Als das dv7- Härstler erfuhren, haben sie teilweise ihre WayL
Beschlagnahmte Hamsterwore Im Monat November 1920 wurden durch die Wuckxrabtrilung des Polizeiamts Gießen rn Verein mit der Sichorheitspolizcr 124ZentnerMehl und Frucht beschlagnahmt und dem Kommunal« verband überwiesen.
** Die Anordnung, betr. Frei« machung von Arbeitsstellen wird nicht immer genau beachtet, besonders erfolgt nicht die nach § 10 der Anordnung von den Arbeitgebern zu erstattende Anzeige für die zur Entlassung kommenden Personen. Der Vorsitzende des Dem», bilmachungsausschusses weist in einer heutigen kanntmachung auf diese Bestimmung nochmals hin und macht besonders darauf aufmerksam, daß diese Anzeigepfticht in allen Fällen besteht, auch dann, wenn Ausnahme-Anträge für die in Betracht kommenden Personen gestellt werden. Die Meldimg hat nach vorgeschriebenem Muster, das beim Arbeitsamt erhältlich ist, zu erfolgen. Die Frist zu: Anmeldung ist bis zum 10. ds. Mts. verlängert. Eine Kündigung braucht dann vorerst nicht ausgesprochen zu werden, wenn ein Ausnahmeanttag vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer gestellt wird. Wird kein solcher Anttag gestellt, so ist sosott zum nächsten, nach § 2 zulässigen Termin zu kündigen und diese Kündigung binnen 24 Stunden dem Arbeitsamt zu meldm. Zweckmäßig ist es, vor der Kündigung beim Arbeitsamt nachzufragen, ob Ersatz gestellt werden kann, und vemeinerrdeitt falls von Kündigung abzusehen und gemäß § 4 Ausnahmeantrag zu stellen.
** Eine Versammlung der Provinzial- und Kreis- Beamten und Angestellten zur Gründung einer Vereinigung fand am Samstag den 4. Dezember in Gießen statt. Direktor Tr. Gart H--Darmstadt, Vorsitzender deA Gewerkschaftsbundes Hess. Gemeindebeamlen, gafl einen Ueberblick über Zweck und Ziele dieses Verbandes. In der sich daran anschließenden Aus- sprache wurde eine Interessengemeinschaft der Provinzial- und Kreis-Beamten unb Angestellten unter Anschluß an den Gewerkschaftsbund hessischer Gemeindebeamten vvn allenAnwesenden für notwendig erachtet und der Anschluß vollzogen.
** Der Wartburg-Verein hielt Astern im Markussaal einen Familienabend, der sehr gut besucht war. Die feinsinnigen — ernsten und heiteren — Rezitationen durch Frau Mendelssohn- Bartholdy gewähtten einen tiefen Blick in beit Reichtum deutschen Geistes und Gemütes. Ebenso erfreuten die schönen Zithervorträge, welch? Herr Schmalz darbot. Einen passenden Rahmen für ixü Ganze gaben die Stücke, welche von dem Jugenb- stteichchor mit viel Geschick unb Frische gespielt wurden. Wohlverdienter, herzlicher Dank wurde allen Mitwirkenden zuteil.
** Berichtigung. Bei der am Samstag veröffentlichten Notiz betr. ,LeimstättenauSschllß der Deutschen Gewerkschaften" ist ein Fehler unterlaufen. Es muß heißen: Feri>. Joh. Mohr, Labw st raße 9 a, nicht Bahnhofstraße.
Landkreis Gießen.
^Steinbach, 5. Dez. Ter in der Giestentt Fabrik tödlich verurglückte ältere Arbeiter Bender wurde unter sehr starker Beteiligung beerdigt
Kreis Friedberg.
Zl Bad-Nauheim, 4. Dez. Heute wurde hier der Lehrer t. R. August Wagner, ein geborener Friedberger, zur letzten Ruhe geleitet. Nahezu ein halbes Jahrhundert hat er im hessischen Schuldienst gestanden, davon nach kurzer Tätigkeit in Rtürlos, Ranstadt und Bodcnrod über 40 Jahre allein hier in Bad-Nauheim. Unsen Stadtschule hat sich während seiner Wirksamkeit mrs einer 4klassigen in eine 19klassigc Schule umgewandelt. Mit dem Verstorbenen, der feit 10 Jahren im Ruhestand lebte, ist ein 3tüd ,,Mt"-Nauheim dahin gegangen. Tie Entwicklung unseres Bades hat er nicht nur mit erlebt, er Hal selbst große Sßerbienire um dieses Emporblühen gehabt. Dem öffentlichen Leben hat er in uneigennützigster Weise ferne ganze Kraft gewidmet.
O Nieder-Weisel, 3. Dez. Hier wurden kürzlrchi 7 Morgen Land für zufamwen 105 000 Mark versteigert. Einzelne Morgen kamen aui 19 000 Mark zu stehen. Demgegenüber ist der Pachtpreis, der ber der Neuvervachtung des Solm- fischen Gutes erhielt wurde, nicht als zu hoch41t bezeichnen. Es wurde für den Morgen 400—600 Mark Pacht bezahlt.
Starkenburg und Rheinhessen.
Gattenmord.
rm. Worms, 5. Dez. Der bei oer Hafenbahn beschäftigte, 23 Jahre alte Rangierer I. Maier hat in der Nacht zum Samstag seine Frau, geb. Fischer, die 27 Jahre alt ifi und aus Barmen stammt, ermordet. Et hat bei seiner freiwilligen Meldung bei der Polizei angegeben, daß er ihr im Streit naa der Kehle gegriffen habe und dann eingeschla- fen sei, als er aufgewacht fei, sei sie tot 9» wesen.
von Höchstpreisen Einhalt zu tun, nichts aefrudjitet hat. — Vom vierten Jahrhundert nach Ehristt läßt sich auch eine Rückkehr von der Geld- zur Naturalwirtschaft aus den Urkunden feststellen.
Aus dem Gebiet des Rechtslebens l)ob der Vortragende die überraschende Kunde hervor, die uns die Papyri hinsichtlich der Existenz emes Grundbuchs in römisck-er Zeit nt Aegypten gebracht haben. Es l-andelt sich habet um eine getrennt vvn betrt ©teuerfatafter Leftiebcnte Einrichtung, welche den klar ausgesprochenen Zweck hatte, die Nechtsverhältnisfe an Grund unb Boden namentlich auch int Intereste der Sicherheit des privaten Verkehrs mit Grundstücken durch öffentliche Verbuchung von Eigentum und Belastungen evident zu erhalten.
Der fesselnde Vottvag wurde erläutert durch etne fleme Ausstellung Gießener Papyri.
St. Nikolaustag.
St. Mkolaus ist der Vorbote des Christkinds und ihm zu Ehren hat das Voll seit langen Zeiten seinen Tag, den 6. Dezember, als einen Tag allseitigen Schenkens hockigehalten. Hat auch gegenwärtig der Christbailm und die Chrislbescherung den Nikolaus von ehedem mehr und mehr verdrängt, ganz ist er doch nicht tn den Hintergrund getreten, er ist auch jetzt noch ein hochwillkommener Gast, wo er sich blicken läßt, mag er, je nach Landes-- unb Ortssitte. „St. Niclas, Santiklaus, Sumiklaus, Nikolo, Niklo, der heilige Mann" usw. geheißen werden, und mag er allein kommen ober tn Agleitung des Knechtes Rupreclst, mit dem Diener Krampus oder dem Schreckens mann Runt- panz! Brmgt doch er oder sein Begleiter alles, was ent Kinderherz und einen Kindermagen erfreut: Obst und Naschwerk, Spielzeug und hoch manches andere; allerdings auch, als Droh- und Schreckmittel, eine Rute. An manchem Ort erscheint er bereits am Vorabend, im Bischofskleid, mtt seinem Stabe in der Hand, die Kiiider ermahnend, lobend, tadelnd. Und ihnen für den nächsten Tag Gesck)«iSe oder die Rute in Aussicht stellend: ober er reitet aus dem Lande als ein Greis mit langem Batte, bewaffnet mit einem mächtigen Korb und mächtigen Rutenbündel auf einem Sclftmmel oder Esel umher burtb die Dunkelheit, Um Schrecken mehr noch als Gabeii zu Verbreiten. Ehebem pflegte der Mkolaus auch seine milde Hand bis auf die Dienstboten zu ersttecken, eine Sitte, die in deutschen Gegenden zuweilen noch insofern porkvmmt, als die Leute der Herrschaft Teller und Schüsseln vor die Tür stellen, damit der „nobele Kloos" sie mit Aepfeln und Nüssen fülle.
Wettervoraussage
für Dienstag:
Wolkig und ttocken, dunstig, wieder abnehmende Temperatur, Twrdöstliche bis östliche Winde.
Der über die Alpen nach Süden abgezogenen Depression ist von Nordwesten her wieder hoher Druck gefolgt. Es "ist daher für die nächste Zeit wieder mit trockenem Frostwetter zu rechnen.
In den letzten acht Tagen betrüg die N i e b e r- schlagsmenge in Gießen 14 Millimeter, in T ar mstadt 9 Millimeter intb in Lauterbach 8 Millimeter.
Beranstaltuuge«.
Montag: Aula, Hörsaal 44, 8 Uhr, Bor trog ber Hess. Bereinigung für Volksfirnde über ober- hessische Glocken. — Stabt Kassel, 8 Uhr, Monatsversammlung ber freiwilligen Feuerwehr. — Gasthof Hindenburg, 8V4 Uhr, DrskufsionSabend der Dttutschen Volkspartei. — Casä Sdb, 8 Uhr, Konzert fimb Vorstellung der Chiemseer. — Lichtspielhaus wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, ,L)om -Schicksal erdrosselt", „Nachtemle G. m. h. H." und „Jägerliust und Jägerleib".
*• Amtliche Personalnachrichten. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Heuchelheim, Krris Gießen.
•• Mitteilung aus dem Stadttheaterbureau. „Am Tage des GerMs" ist die einzige dramatische Arbeit Roseggers, die durch- gebüungcn ist. Er betitelt das Werk ein Volksschauspiel Und hat zmn Teil ganz prächtige Typen darin geschaffen, die an die Marotten Gestalten aus seinen Schriften eines Waldsclrnlmeisters erinnern. Von besonderer Wirkung dürfte ber zweite Akt im Arrest- lokal sein. Der größte Dell des Personals ist in ber Aufführung tätig. Die Spielleitung liegt in ben Händen des Herrn -Oskar Feigel.
** Kleinverkauf von Kartoffeln frnbet von heute bis Ende dieser Woche in der Nahrungsmittelbaracke des Gefangenenlagers (neben der Lstbigshöhe) statt. Der Preis beträgt 35.50Mk. für den Zentner und ist vorher beim Lebensmittelamt, Zimmer 13, zu bezahlen. Lebensmittelausweiskarte ist vorzulegen. Siehe Bekannttnachimg.
** Der Amtsgerichtsneubau, dessen Zwmtgseinguarlienmg (Finanzamt, Lebensmtttel- amt, Kvmmunalverband' anderweit unter gebracht werden kann, wird nunmehr int Innern fertiggestellt. Die Kosten hierfür sind bereits int Staatsvoranschlay 1913 genehmigt Die durch Erhöhtmg der Materialpreise und ArMtslöhne entstehenden Mehrkosten von 40500 Mark sotten nach einer Regierungsvorlage in den Staatsvoranschlag 1921 eingestellt werden.
** Feftgenommen wurde ein Schwindler, der darauf ausging, hiesige Geschäftsleute hineinzulegen, indem er ihnen vorschwindelte, hier am Bahnhof einen Waggon mit Kartoffeln, Zucker und Auslandsmehl zu haben, zu dessen Einlösung er 1600 Mk. benötigte. Er hatte kein Glück unb wurde ihm sein Handwerk durch die Festnahme gelegt.
**BilligeFahrraoschläuche besorgte ein Arbeiter oer Gummifabvik einemhiesigen Geschäftsmann .Er betrieb sein einträgliches Geschäft in solchem Umfange, daß ein ganzes Lager gestohlener Sachen in seiner Wohnung gefunden und durch die Kriminalpolizei beschlagnahmt wurde. Dieb und Hehler werden sich nächstens zu verantworten haben.
** Eine seltsame ^Liebhaberei. In letzter Zeit macht sich ein eigentümlicher Liebhaber für Fenster bemerkbar. Er hebt sie aus und heißt sie mitgehen. Dem Publikum wird empfohlen, die Fenster der unteren Stockwerke so zu verwahren, daß eine Mitnahme nicht ohne weiteres möglich ist. — Auch treten wieder Kellerdiebe auf, die es hauptsächlich auf Wein, eingelegte Eier und Konserven
imj zur Zett DwUetärns etn ungeheurer Sturz I usw. abgesehen haben. So wmden in der Nacki rrn „nh formt mtA Krr STpnhfrten loavr- vom 4. zum 5. Dezember aus einem Kelle, in der Goethestraße eine Anzahl Eier, Buttei und Fett entwendet.
Wäschediebstahl. In der Nacht zum 4. Dezember 1920 wurde eine gelbe Kaffeedecke mit roten «Streifen, ein Herrenhenü) unb ein Damen Hemd von zum Trocknen ausgehängte, Wäsche entwendet.
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