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fcrtge bannt, daß nach her Zurückziehung des Strafantrages Erzbergers gegen den Redak­teur Dr. Bülck und nach seiner Erklärung, daß er sich auf den Weg der Privatklage nicht locken lassen werde, eine gerichtliche Klärung der Steuerangelcgenheit Erzberger auf an­derem Wege nicht möglich fei. Weiter ersucht die Anzeige die Staatsantoaltscl-aft, ihre Er­mittelungen ' auch auf die Auslandskonten Erzbergers auszudehnen.

Eine Organisation für die französische Frem­denlegion.

Wie derBerl. Lokalanz." aus München irretbet, ha! die Münchener Polizei dne ausge­dehnte Organisation zur Anwerbung- für die Fremdenlegion crusg'deckt. Die Werbetätigkeit in Deuffchland wird von Paris aus gelei­tet. Die Werler Monrmeu 20 Fran^m 100 Mark Tage geller und 5 Franks Kopfgeld für jeden Angeax'rbencn. Die Ang.nwrbenen erhol en 150 Franks Hand- und Reilly ld, 250 Franks bei. der Einstellung und eb>mso vrcl bei der Ein.-eihung in den Truppenteil, bann aber nur 75 Centimes Tage­löhnung

Kein Straferlaß für politische Vergehen in Banern.

München, 5. Nov (WTB.) Im Versassungs- ausschuß des Bayerischen Landtages wurde der von ben U. S. P. beantragte Gesetzentwurs bett. Amnestie für politische Vergehen mit den Stim­men der Bürgerlichen gegen die Stimmen der sozialistischen Parteien abgelehnt.

Reid)$min1tcr Gröner über die Lage der Eisenbahner.

Berlin, 5. Nov. (WTB.) lieber die Lage der Eisenbahnen mach'e Rcichsminister G r ö n e r im demokratischen Klub Mitteilungen, denen zufolge der tatsäc^iche Verkehr -ntheblich hinter der Vorkriegszeit zurückgeblieben ist, ob­gleich der Betrieb, was Personenzahl und Kosten anbelangt, gegenülvr 1913 bedeutend um­fangreicher wurde. Der Personalbestand (Beamt: und Arbeiter^ erhöhte sich gegenüber 1913 um fast 50 Proz. Obivohl die Arbeitsleistungen sia gegenüber dem Vorjahre bereits -wheblich steigerten, bleiben sie doch gegenüber der Vorkriegszeit weit zurück. Dies ist einer der Gründe für das Defizit von 14 37 Milliarden. Der Bcamtengedalt betrug 1913 int Durch­schnitt 2325 Mk, 1920 14 027 Mk., der Arbeiter- beitcrlohn 1913 1331 Mk., 1920 11212 Mk., also int Gesamtdurchschnitt trat eine Steigerung der Gehälter und Löhne um etwa das Sieben­fache ein. Demgegenüber sind die Warmpreise viel mehr gestiegen. Infolge der schlechten Quali­tät der Kohle steigerte" sich der auantüatibe Mehr­verbrauch um 30 Proz., so daß dem Kohlenver­brauch xum Gesamtprris von 219 Millionen Mk. in 1913 heute für 1920 ein solcher von 4358 Millionen gvgeirübersteht. Das Defizit wird durch Einschränkung des Personalbestandes, soweit es möglich ist. zu verringern versucht außerdem durch Materialersparnis sowie durch die Steigerung des Verkehrs. Man wird versuchen müssen, die Ein- nahnren zu vermehren durch Steigerung der Frachtraten unter Schonung der Per­sonentarife, für deren ReuMrsbau man einen Staffeltarif in Erwägung ziehen wird. Die Un­terausschüsse des 38er Ausschusses werden sich mit den Gütertarifen befaffen.

3ns dem besetzten Gebiet.

Mannheim, 5. Nov. (Priv.-Tel.) Entgegen den Bestimmungen des Friä>ensvertrages halten die Franzosen die Ausgänge zu den Mann­heimer und Karlsruher Häfen besetzt. Es befinden sich dort je dreißig Schwarze mit einem Offizier. Jetzt verlangen die Franzosen, wie demMannheimer Volksblatt" berichtet wird, anstelle der Holzbaracken für die Schwarzen Steinbaracken auf Kosten des Reichs. Demnach kosten die Kasernen in Ludwigshafen nicht 8 Millionen, wie im Haushalt veranschlagt, sondern 42 Millionen. Tie stutstigen Bauvorhaben für die Besatzung erhöhen sich auf 120 Millionen Mark, nachdem die Kosten für das erste halbe Jahr bereits 60 Millionen Mark betragen haben.

Ans Statt und Land.

Gießen, den 6. Nov. 1920.

Quäkerspeisung.

Die amerikanischen Quaker werden, wie nun feststeht, ihr hohes, menschenfreundliches Werk der Kinderspeisung im Lause des Win­ters auf'Gießen ausdehnen. Zunächst wer­den etwa 10 Prozent der Schulkin­der zwischen 6 bis 14 Jahren und die dessen am meisten bedürftigen, die werdenden und stillenden Mütter und Kleinkinder, gespeist werpen. Tie Quäker hoffen, daß es ihnen mög­lich sein wird, den Umfang ihrer Liebestätig­keit noch auszudehnen, ohne dies jedoch schon jetzt verbindlich zusagen zu können. Die bis­herigen Aufnahmen in den Schulen sollten vorläufige Unterlagen schaffen. Die jetzt noch nicht untersuchten Kinder haben darum nicht weniger Aussicht auf Beteiligung, als die an­deren. Uebrigens ist nicht, wie es in der Zei­tung hieß, dieArmenverwaltung" als solche an der Vorbereitung beteiligt. Das wäre nicht tm Sinne der Quäker, die ihr Werk nicht als Almosen bewertet wissen wollen. Auch wird kaum daran zu denken fein, die Mahlzeiten de? Kindern in der Schule zu verabreichen. Dre Speisen von einer einheitlichen Küche ous so »nach den einzelnen Schulen zu bringen, daß sie heiß und genußfertig bleiben, wurde über­aus kostspielige Vorkehrungen erfordern.

Das teure Sibwein.

Wie uns ein hiesiger Metzgermeister erzählt, kostet heutzutage ein Schwein die schöne Summe von 4976 Mk. Der Meister hat m Vor­kriegszeiten, zum Beispiel in den Monaten Mai und Juni des Jahves 1911, für 4814 Mk. nicht weniger als fünfzig Schweine geschlachtet. Bei diesem Preisunterschied ist es nich weiter verwunderlich, daß man für ein Pfund Schweine­fleisch heute 20 ober neuerlich gar 22 Mk. be­zahlen muß. Wundern muß man sich aber über die Mengen dieses Lurusfleisches, bie das ver­armte Deutschland von 1920 verzehrt. Unser Ge währsrnann sagte nämlich, daß im vergangenen Monat in Gießen insgesamt 40 Schw nr ge schlachtet wurden, die einen Wert von rund 160 000

Mark repräsentierten. Für dieselbe Dumme konnte ] man früher den gesamtm Jahr es be daN Greßens an Schwänen au;bringen. Wenn man also dir obigen Zähen zugrunde legt, verbrauchte man in Gießen früher etwa 133 Schweine im Monat Erinnert man sich, welch" Fleischmengen, ins- oeloniere an Schw inesteisch, früher von alen Be- !kerungskteisen verbraucht wurden, und weiß auf der an bereit S ite, wieviel Familien hm h ute Schw inesteisch leisten können, erscheint tatj'äch.ich ba:' Verhüt Imis 133:40 überraschend. Allerdings erfahren wir auch, daß der Schweine slcischlonsum in den letzten Tagen bereits mertlid) nack^gelassen habe, nachdem amdzcinenb der erftx Seltne i ncsleischhnnger nach langen Jahnen der Ent- lehnmg gestillt ist.

Kleidet diebftähle.

Nach dem heutigen Polizeibericht wurde gestnm aus einem hiesigen Unit>ersi.ätsgebände ein schwar­zer Wintermantel mit, schwarzem Samt- k agcn entirenbet. Der Stoff entlstilt schvarze Karos und ist mit dicken schwarzen Fäden durch­zogen. Die Taschen bestehen im Innern aus gel­bem Samt. Vor Ankauf wird gewarnt.

Im Wartezimmer eines hiesigen Zahnarztes wurde gestern ein amerikanischer Nerzpllz ge­stohlen. Bor Ankauf des Pelzes, der ans vier Fellen besteht, wird ebenfalls gewarnt.

Wie alles, so hat auch hie Zunft der Paletot­marder ihreSaison" und diese beginnt mit der falten Jahreszeit. Das beste Mittel, sich gegm diese Herrschaf en zu schützen, besteht in w höht er Wachsamteit. In den Lokalen möge man seine Ueberzieher nicht aus den Augen lassen und vor allem bifjerriyeit Gäste umruf fällig beobachten, di' ohne Ueberzieher einireten. Dies, ist wohl der häufigste Trick der Köeiderdiäbe, ohne Ueberzieher zu erscheinen und beim Weggehen , air§ Versehen" in des Nachbars Mantel zu schlüpfen. . Ob er genau paßt, ist Nebensache, denn das Diebesgut wird meist so schitell als möglich verkauft.

Steuerliche Einwendungen gegen die Veranlagung zum Reichsnotopfer. Lluf Einladung der Ortsgruptre Gießen des Hansa-Bundes für Gewerbe, Hande! imt> Industrie sprach gestern abend im Hotel GroßherKig Rellcks- anwalt Tr. Eisner aus Frankfurt a. M. über: Steuerliche Einwendungen gegen btc Veranlagung zum Rcrllrsnwlopfer". Die Zuhörerschaft war nickp allzu zahlvrich, was feljr zu beixntem ist, beim der Redner gab in klaren, anderthalbstündigen Ausführungen ein erschöpferrdes Bild über btc Ge­sichtspunkte, die bet der Erklärung und in Kürze zu erwartenden Veranlagung zu dieser unser ge­samtes Wir ftlza tsleb m so fdxroer belastend, n Steuer zu beachten sind. Es ivä e zu leirütz.n gewesen, wenn diese sockn>?rständigen Ausfüh un- gen schon vor einigen Monaten den Steurrpslich-- tigen hätten geboten werden können. Der Vor- tra^ntix brockte zum Ausdruck, daß es ihm na» türlich gänzlich sernlvLge, irgeirdwelcke Fingerzeige zur Steiverhinterziehu::g zu geben, er halte es aber für unbedingt erford^clich int Jnle<se tedes Einzlliren Ivie der Albanernh-it. baß bei den Vertretern irrfe es Wi tscka ts etens Klarheit herrsche über die Vorteile.' Ertei uterungen und Vergünstigungen, die das N.>t^pergeetz zum Schutze unseres wirtsckafNichen Gedeihens vorlle'ot, damit es unmöglich sei, daß durch dre Willkür einzelner 31*00313 ämter dem Wi-dcr er starken oon Handel, Industrie und Gewerbe unermeßlicher Schaden zu gefügt w.wde. ©eget die Veranlagung, die, iverat sie abweichend von der Steuererklärung erfolgt, vom Finanzamt begründet fein muß, kann innerhalb 30 Tagen nach der Zustellung Anfech­tung erheben werben unter eingehender Begrün­dung. G gen die Ueberweisimg diesesEinspruchs" kann Berufimg wieber imterbalb et es Monats bll dem Finanzgerickft, das den Aemtern m:g-- gliedert ist, eingelegt werden. Dte Ablehnung dieser Berufung ist durch Rechtsbeschwe d? binnen 30 Tagen beim Reichsfinrmzhos tn München an» fed-teor. Tteser Rechtsweg steht jedem Steuer» pflichtigen loht e Begrenzung des Vermögens zu, damit er seine Inte essen uiti> die der deut'cheii Wirtschaft wahtxm kann. Ter Reichsftn-ar^bos a 3 letzte Instanz I>at bei den bis jetzt getroffenen Entscheidungen größtes Verständnis und Ent- gcglenk^mmen gezeigt. Ter Redner geht d.rnn dazu über, an $xmi) des bekannten ErklärungsoardimckS die einzenlen Punkte zu besprechen und führt dabei au3, daß namentlich ter bitte Hauptpunkt, die Einsetzung des Betriebsvermögens größte Aufmcrksamteil und genaues Beacksten der durch das Gesetz gewahrten Erleichterungm erheische, wähvend die Angabe des Grund- und Kapital- vermögens ia keinen großen Raum für verschi.- öere Äusfassungen lasse. Tie Einsetzung des Er- tuagswerts beim Grundvermör-en d. h. des 20sacken Wertes > des Durchschnitts«, ttugs b*r Jahve 1914 bis 1919 ersch int dem Vortra­genden unbedingt als de günftigfte Bewertung, Die der Angabe des gemeinen Werts vorzuztehen sei. Bei der Bereckmung des Kapitalvermögens seien vielleicht Einwände zu machen gegen dte Bewertung der vorn Reich besclllagu-ahm en aus­ländischen Wertpapiere, auf die noch Line Ab­schlagszahlung geleistet sei, die wohl mit 9hril ern- gesetzt w-wden könnten. Nachdem er auf eine Ab­weichung des W.'tellcmtes des Vordruckes mit dem des Gesetzes wegen des fjg. Treimonatsabzugs hingewiesen, ging Herr Eisner Mts führ/ich auf die namentlich für die Kreise des Hansabundes wichtigen Ueberlemmgen und Bedenken bei der Berechnung des Betriebsre rnögrns ein und gab Wahl zu b achtende Anhaltspunkte über die B - rechnung des Grund und Bodsts, des Inventars, der Vorräte und etwa zu mache-tder Abzüge, die in der allgemeinen Lage dec Wirtschaft zu vecht- fcrtigen sind. Ten mit großem Be.sall ausgenom­menen Ausführungen des Redners schloß sich ein,.' kurze Tislufsion mi, an der sich die Herren Löber, Prof. Leutert, Vaubel und Becker beteiligtrn. ligten.

Veranstaltungen.

Samstag: Postkeller, 8 Uhr, Hauptver­sammlung des Turnvereins von 1846. Kathol. Vereinshaus, '/»Uhr, öffentliche Versammlung des Deuffchen Beamtenbundes. (Safe Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der MedicbMeidinger. Lichtspieltl>eater wie gestern.

Sonntag: Stadttheater, 3Vr.Uhr,Ter ersten Liebe goldenen Zett": 7 Uhr, ,Liiewtt von der Pfalz". Teutschvölktscher Sc^ttz- und Trutz, Hund, Vortrag des Reichstagsabg. Wulle- Tie latsche Front". Neue Aula, 8 Uhr. Literarische Ge.cllschaN, Vortragsabend: Emst Zahn. Cafe Leib. 10 Uhr vorm, Hauvtversammlung des Ober» hentschen Schajzüchterv-weins. - Kattfmännis<l)es Vereinshmts, Uhr. 9Nonatsversammlung des I Deutsch .' Werkmeisteckundes Lichtspieltheater

1 tote öomstag,

Personalnachrichten. AnttsgeMke Karl Haupt am Amtsgerich: Greß^t blickt am 6. Niwenrber auf eine SOjjäbrigc TäüStett im Staatsdienst Mrück.

** Wiederholte Angriffe gegen den Leiter des Gießener Elektri­zitätswerkes, foerru Direktor Sto lte, haben zu einer Beletdigungsklage gegen den lüionteur Münnich geführt. Im Verlauf des Verfahrens erwiesen sich dte gegen Herrn Stolle erhrbenen Vorwürfe als u nb e g rün- D e t und unwahr. Eine diesbezügliche Er­klärung des Angeschuldigten Münnich ist im Attzeigenteil unseres heutigen Blattes ent­halten.

** Oberhessischer Kunstverein. Die Ausstellung, roeklte heute wie. er eine kleine Aende- rung erfahren, bieibt nur noch morgen Sonntag ausgestellt. Am Montag wird dre Kpltecköm tierbrant und andere W^rke roeitewenrxmbt. Er- fwullcherwetse Hot sich die erste Ausstellung des Winterhalbjahrs eines ganz außergewöhnlich regen Besuches zu erfreuen. Schüler auswärtiger und hiesiger Lehranstalten besuchten sie unter Führung 5er Lehrer. Auch der Stamm regelmäßiger Be­sucher hat sich um das Doppelte und die Mitglieder- zahl allein in diesem Jahre um 150 vermehrt, was wohl als Beweis geftm darf, daß die w7chteln- ben Ausstellmtgen ällf itiges Jnterese fanbat. Oteöffnet ist die Ausstellung morgen Sonntag nur Oon ll bis 1 Uhr. Von 9Jtontag an lagen Wechsels ter Gemälbe vier Tage gesch offen. Neuem tretende Mitglieder für bas Jahr 1921 haben schon von morgen an mit ihren Familienangehörigen freien Eintritt zu den diesjährigen Ausstellungen. Der Jahresbeitrag beträgt 10 Mk.; au&.T dem freien Ei-rtritt zu tpn Ausstellungen nimmt jedes Mit­glied ohne besmlderen Beitrag noch an der -u Weihnachten statt findenden Verlosung teil. D e Liste zum Einzeichien als Mitglied liegt im Aus­stellungssaale offen.

** Der Gießener Konzertverein veranstaltet als 3. Konzert Sonntag, 14. Nov., einen Lieder- und Klavierabend von Elsa und Georg A. Walter aus Beclür. Siehe Anzeige.

** Konzert der Gustav B o ck - M u s i k st i f t u n g. Wie aus dem Anzeigen­teil ersichtlich, findet das Konzert der Gustav- Bock-Musikstiftung am Donnerstag, 11. d. M., abends 7l/s Uhr, im Stadltheater statt. Der Zutritt ist unentgeltlich. Die Ausgabe der Eintrittskarten erfolgt am Dienstag, den 9. d. M., nachmittags von 14 Uhr, nur an der Kasse in der Vorhalle des Stadttheaters. ES wird darauf hingewiesen, daß die Ausgabe der Karten in abwechselnder Reihenfolge der Plätze «erfolgt, so daß es vollständig zwecklos ist, sich bei der Ausgabe vorzudrängen, um möglichst gute Plätze zu erlangen. Mehr wie zwei Karten werden gleichzeitig nicht abge­geben.

* * 2ieberabenb *nr Saute. Hermann Engel, der durch seine Kompvsi'imren ton Ge­dichten Hermann Löns' 'weiteren Kreisen befamtte gewordene £iebmanyr zur Laute, wird am Diens­tag abend tm Eirrhormsaale fine Auswahl heiterer und ernster Lieder, zum Teil mit eigenen Ver­tonungen, zum Vortrag bringen. Der jugendliche Künstler hat jmWandert» gels Smgckmch" an 500 VolkÄicker und Balladen aus allen Gauen unseres Vaterlandes gesammelt, und sv dem Ver­ständnis wieder näher gebracht: feinLönsliedn:- buch zur Laute" eMhält die bekanntesten Krmrpv- fitionen der RDsengartenlieder des Haidedichters Hermann Löns. Er vermi telt seinen Zuhörern die Lieder in den Orisinaffassungrn, bei künstle- ri'cher Vollendung des Vortrag'. Karten zu dem Abend sind im Musikhaus Busch zu haben.

* * Das Fest der silbernen Hochzeit begehen heute Heinrich Etzelmüller und Frau Anna geb. Lehmann.

* * Aus fünfjähriger russiicher

Ktnderkirche und dem Kleinkinderschulkapim zugute kommen.

XWiefeck, 4. Nov. Das Winterfem^ ster unserer Volkshochschule imrti an 15. November beginnen. Zur Besprechung v»m Einzelh.llten wird der Volkshochschuwerem am einem Abend der nächsten Woche im Anschluß an eine Sitzung des Vorstandes sich 6er, sammeln.

Kreis Schotten.

X Ulrichstein, 4. Nov. Heute mittag weil­ten Minister Henrich und Landessvrb. meister Weber aus Darmitadt hier zur Besiltz. tigung der Domäne Selgenhof. Wie vrv. lautet, soll der Selgenhof, der von 187241 preußisches Remontedenot war und f'eit'tem bmrt Privatpächter bewirtschaftet wurde, im kommenten Jahr von der Hessischen L a n b toi r t f d} a f t«« kammer übernommen werden, die etn Muster» uni» Lehrgut darauf einzurichten. beabsichtigt. Besonderes Augewneck soll der Zuh' reinrassigen Vogelsberger Rindviehs hier gewandt werden. Zur Vergrößerung der Wohn- und Wirtschaftsgebäude soll vom hefsiichen Staat eine namhafte Summe bercitgeftellt weroen.

B. Burkhards, 5. Nov. Die anhvl- tende Trockenheit hat einen solchen W assei' mangel im oberen Nrdderta! herbeigejuhtt daß die Müller in chrer Tätigkeit fast lahift gelegt sind. Die hiesige Buchwaldsmühle mahlt mit einer bisher zum Dreschen benutzten Dampfmaschine.

O Schlitz, 4. Nov. Unsere B 0 l k s h0$ schule hat zu den populärwissenschaftlicher^ Vortragsreihen nun nock) als weitere Ei», richtung Leseabende eingeführt. Tie erpt derartige V-eransdalturrp fand gestern bi guter Beteiligung statt.Einführung In ti gemischte Götter lehre nach Möbius" Ivar dal oankvare Thema des Aberrds.

Hessen-Nassau.

Der Raub am Sarge der h'isigen ElsiaveK

( ) Marburg, 5. Nov. Zur Berau­bung des Sarges der heiligen Elisabeth in btt Elisabethkirche hat die Polizei noch folgende Feststellungen gemacht: Entwendet tourbet zirka 193 wertvolle Steine und 12 Perlen. Die Steine sind nicht geschliffm, die Perlen erbsengroß und durchbohrt. Be^ Losbrechen der Steine haben die Täter mit roher Gewalt die kunstvollen Filigr«. arbeiten beschädigt und abgerissen, iw> durch ein unersetzlicher Schaden an dem hisi» rischen Kunstwerk verursacht wurde. Unter ben ( Steinen befinden sich viele hellblaue uns violette Saphire, welche durchbohrt finl' und vermutlich von einer Kette hcrrühnR Ferner sind darunter: 2 Achate und 2 Bz- rockperlen in Größe eines Taubei«-

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eies, 1 Goldtopas in Größe einti Hühnereies, 1 Smaragdguarz, kleine Ka-iv- binen, Karneolen und Pcrlmottsteine. Es wird um sachdienliche Mitteilungen erfüll, falls irgendwo etwas zum Angebot gelangt oder sonst ein Verdacht au staucht.

Marburg ohne W-asser.

Marburg, 5. Nov. Fast drei tev- lang war Marburg ohne Wasser inc) an den wenigen Brunnen in der Stabt umb der näljeren Umgebung bilbetim sich genta tote bei den Lebensmittelabgabestellen iväh rend des Kriegs und jetzt noch bei der Milch- ausgabe die bekannten und vielverwünschten Polonaisen. Die Ursache des Wassermangkli war in einer Störung des Betriebes to städtischen Wasserwerk in Wehrda durch Ver­sagen der Pumpen zu suchen.

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X Wieseck, 4. Nov. Auf vielfachen Wunsch wird das Erntefest spiel von Elisabeth Malo nächsten Sonntag im Saale von Braun wiederholt werden, und zwar nach­mittags 4 Uhr, vorzugsweise für Kinder, abends V28 Uhr für Erwachsene. Der Rein­ertrag beider.ÄuffLhrmrgen wird wieder bei

Schlichtrrngsausschust der Provinz Oberhesfen.

Verhandlung vom 23. Oktober.

Die Wll e beschäftigun 'ssache Fwmmv« gegen F. Seebvld fa tb durch Verständigung bc Parteien ihre Erledigung.

In der Lolmstreitsache des Transportarbeitek- Verbandes gegen die Mo l kereig mossenschaft 9b' chelsheim (Wetterau) toirrtx-n die Parliien auf zunächst anzarrufende tarifliche Schiedsstelle irr- wiesen.

In der Antragsache des TabaTarbeiterhcrfcrv des, Ortsverwaltung Gießen, gegen die ßigarrn» fabrif C. Ehr. Weber, Schotten, hat diese Arbeitern ab 16. August 1920 25 Proza« Teuerungszulage auf die bcstehendm Löhne iP zahlen und ttrgen nicht entspreckfenb angvPüntn^ Arbeitsstreckung für die ersten beiden Wov>> 12 Halde Ardntstage itnb wege.i der einen späier ohne Ankündigung vvrgenommenen gäM lieben Stillegung gemäß der gestreckten ArbutÄ« 12 halbe Arbeitstage d. h. für 2 Wochen schädigung M leisten. ,

Im Anschluß hieran wrrrden mll den M btgen Arteitgel-er- unb Arbeitnehmerb'isitzern ganisatorische Sragm des Sch ichmngsansscmi -- besprochen und hlerM verscknedene Anregung» gegeben. Gs wurde u. a. als wünschenswert »F net, mit Rücksicht auf die in Vorbereitung w fmdliche neue Schlichtungsordnung Kreis der als Beisitzer be5 Schlichtun TsausM^- Heranzuziel/enden weent ich zu erm.lltern. . hoher ten Organisationen zu emvfehlen fflt'j? rechtzeitig auf die zu enoartenden grögev« gaben einzustellen.

** Die Hauptversammlung des Vereins städtischer Beamten beginnt toute abend nicht um 8 Uhr, sondern schon um 7 Uhr, damit ein Besuch der Versammlung des Ortskartells noch möglich ist.

** Der Deutschvöl kische Schutz - unb Trutzbund rcranfta tet morgen abend 8 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Versammlung, in der Reichstagsabg. Wulle, Berlin, Direktor derDeutschen Zeitung" über Die falsche Front" spricht. Näheres siehe An­zeigenteil.

**DieFreieVereinigungselb- stätidigerSpengler - und Jnstalla- tionsmeister von Gießen und Um­gegend hielt gestern im Gewerbehaus eine außerordentliche Generalversammlung ab, um die Stelle eines 1. Vorsitzenden neu zu be­setzen. Zum 1. Vorsitzenden wurde einstimmig der Kollege Rudolf Rödiger gewählt, an den alle Zuschriften sowie Anfragen erbeten wer­den. Die Geschäftsstelle der Vereinigung be­findet sich von heute ab Walltorstraße 35, Fernsprecher 397.

** Vnn der Feuerwehr. Moraen vor­mittag 10 Uhr findet tm Säfipkapad erte Ver­sammlung der frcinxllfgcn Feuerwehren aus der Umgegend statt zur Grüubung eines Vorbautos ber Feuerwehren des Kreises Gießen.

** Ter Wartburg-Verein veran­staltet am Tonnerstag, 25. i>. M., in der neuen Universitätsaula einen musikalischen Abend, ber durch Mitwirkung guter Kräfte, bie Herren Hahn, Gießen (Klavier), Konzertmeister V 0 l l b r e ch t, Köln, z. Zt. Gießen (Violine) und Kavellmeistev Wigger (Harfe) .sehr genußreich zu werden ver­spricht. 11. a. kommen Oelschlegels Op. 107, Trio für Violine, Cello unb Harfe sowie Harsen-Sere» nabe und Mozarts Violinenkonzerl Nr. 4 in D-dur zum Vortrag. Herr Bollbrecht, ein Schüler des Professors Bram Elbering, bestand sein Violinen-- lehrereramen in Köln und gilt als eine äußerst tüchtige pädagogische Kraft. Herr Wigger genießt einen vorzüglichen Ruf als Kapellmeister uni» ganz besonders als Harfenist. Der Reinertrag! des Abenhs ist für die JugendfüLsvrge bestimmt. Näheres siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

Girßener Wochenmarrt. __

Gießen, 6 Nov Aut dem l-eutigm VoE markt tofh'te: Butter.Marg , P und 1 Mk, W S ück 85 Ps., Slatmete Pfund 3,50 Mk., S« S.ück 1421 Mk., .Halmen Stück 1421 »J- Enten Stuck 25 Mk., Ganse Pfund 810-,/ , Ocksenffeisch Pfund 12 Mk., Kuh und RindkM , Pfuicd 12 Mk., Sck^neineflcisch Pfimd lv " Kalbfleisch Pfund 12 Mk., Hammel st nsch P^, 12 Mk., Milch Liter 2 Mk., Kart.-ffck > 100.»» 30 Mk., Weiffkraul Serrtner 1.520 Mk. WW Zentner 30 Mk., Rotkraut Zentner 39 Mk Kv rai>en Pfund 20 Pf, Sell icke M 50 V-LA S ück 25 Pf., Spinat Pfund 1 Mk., gelb? Pfund 40 Pf., rote Ruben Pfund 40 M bcln Zentner 110 Mk., Aepsel 3<n'nrT 80-« Mrrk, Birnen Zentner 8010 Mk., N'Nst > ' Stück 2,50 Mk., Tomaten Pfund 1 Mk. Bud kohl Pfund GO Pf., J-eldsalat Teller 40 JJL

-y- !- v>nvuu^ivm.. avx-l UM.MV Minen Slldck 6080 Pf., Blumenkohl 1^0 .Aufführungen wird wieder der 13^0. M,