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Erstes Blatt

170. Jahrgang

Ur. 235

nehmen.

le ofitf *

»nährend der Z^hori^Lei- Kur Wehrmacht die Aus-

weist, so ist es fraglich, ob die nächsten Wah­len auf die schon hetzt anscheinend langsam vorbereitet werden soll, der Mehrheitssozial- demokratie nennenstverten Zuzug verschaffen werden.

Die Brüsseler Konferenz»

Paris, 5. Ott. (Wolff.) Nach

lögen du

Die irische Frage.

A m st e r d a m, 5. Ott. (Wolff.) DieTi­mes" veröffentlicht einen Brief des vormali­gen Ministerpräsidenten Asquith, worin dieser für die Gewährung der D o m i n i o n - Homerule an Irland eintritt. Nach Asquith sollte Irland das Recht zugestanden werden, selbständig internationale Beziehun­gen anzuknüpfen, die eigene fiskaliscl)e Politik zu regeln und eine Militärmacht für die innere Verteidigung zu bilden.

Zur Abstimmung in Kärnten.

Klagenfurth, 6. Ott. (WTB.) Wie aus Kreisen, die bet Plebiszit kommin'ion nahestehen, verlautet, werden demnächst 4 5 Ententeoffi­zier c in Klagen furch eintreffen. Tie Offiziere sind als Kontrollorgane bei der Volksabstimmung ge-

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ff«: laut ualitäten w a ds.!

Japanische Einwanderer in Australien.

London, 5. Oft. (Reuter.) Das Reuter- sche Bureau erhielt ein Telegramm, wonach Die Zahl der japanischen Einwan­derer im südlichere Australien stetig steige. Sie widmeten sich der Perlcnsischerei, was Beunruhigung Hervorrufe Man erkläre deshalb, daß vom Donnerstag ab die inter­essierten Gesellschaften in dieser Industrie nur malaiische Eingeborene einstellen und die Japaner nach Japan zurückschicken würden.

Aus öem Reiche.

BetriebSrLtekongreb.

Berlin, 5. Okt. (WTB.) .heute trat in der Neuen Welt" in der Hasenheide der erste Kon­greß der Betriebsräte Deutschlands zusammen. Die Reichs- und Staatsbehörden hatten Vertreter entsandt. Die schwedische imd norwegische Regierung waren durch die Sorialattachös Janson und Bonewig, die georgische Republik durch zwei Abgesandte vertreten. Ferner hatten der schwrize- riscl»e Metallarbeiterverband und der österreichische Metallarbeiterverband Vertreter entlaubt Auch eine größere Reihe non Parlamentsmitgliedern war erschienen. Der zweite Vorsitzende des allgemeinen deutschen Gemerkichaftsbnndes, Großmann, er­öffnet« die Versammlung. Der Kongreß beschloß einstimmig, die zur Zeit in Berlin weilende De- gationder russischen Gewerkschaft zur Teilnahme an dem Kongreß einzulaben. Graßmann erregte den größten Unwillen der Opposition, al: er sagte, daß die Dnladung nicht ein Versäumnis sei, daß aber wiederholt die russischen Gewerkschaftsver­treter hier im Lande sich wenig um die Genoßen kümmerten und daß die deutschen Arbeiter es sich abgewöhnen müßten, den Brüdern im Ausland« nachzulaufen. Darauf'berichtete Rudolf Wissel über die wirtschaftliche Lage Deutschlands.

Der Entwurf des preußischen Wahlgesetzes, welcher der LondeSperstrmmlung zur BesÄußsas- lung zuging, sieht wie das Reichs,oahlZeietzi das DerhälMiswablvenahren vor. Als Wchldcoror wird eine Stvnmenzahl von 50000 statt 60 000 im Reiche vorgeschlagen. Bei Unterstellung einer Wahlbeteiligung von 81,6 Prozent würde sich eine Abgeordnerenzahl von 360 ergeben Das alte

9erlag,tö«fchaft-stelle 51. Unschnft für Drahtnach- achten: Xiittaer Siesten. po||d?cdfonlo:

jraeffvd e. M. U686

Hus 6tm besetzten Gebiet.

Eiwe Sitzung des parlamentarischen Beirats des Reichslommisfars.

Koblenz, 5. Okt. (Wolff.) Eine Sit­zung des parlamentarischen Bei­ratesoes Reichskommissars für die besetzten rheinischen Gebiete fand heule unter Teilnahme von Vertretern der Reichs- und Länderregierungen, namentlich des Staats­sekretärs Walter «als Vertreter des Reichs­schatzministeriums, des Oberpräsidenten der Rheinprovinz und der übrigen Leiter der obersten Verwaltungsbehörden aus den preußischen, hessischen, bayerischen badisck)en und birken feldischen Gebiets­teilen des besetzten Gebietes in Koblenz statt. Von den Mitgliedern des Beirates wurden zahlreiche Anfragen über allgemeine Fragen und einzelne Vorgänge gestellt und erörtert; so besprach man die Stellung der Beamten zu den ^Behörden der Alliierten, die Stärke der Besatzungen, die Ouartierlasten, die Unter­bringung von Unteroffizieren und Mannschaf­ten mit ihren Angehörigen und der auslänt- dischen Zivilpersonen, die Inanspruchnahme von Ackerland.für militärische Zwecke, die Ent schädigung für Requisitionen und Personen- Schäden und die Ausweisung von Beamten und Zivilpersonen aus den besetzten Gebieten.

Man betonte, daß die zahlreichen Aus­weisungen ausdem Saatgebiet auf das rechte Rheinufer sich nur auf das Saar­land, nicht aber auf das besetzte Gebiet be­ziehen können, da dieses Gebiet der Zuständig­keit der Saarregierung entzogen nei. Einen weiten Raum nahm die Frage der Besat­zungszulagen und der Erhöhung des Preises

für des aus dem besetzten Gebiete bezogenen Mehles entsprechend der den dortigen Land­wirten zugestandenen höheren Getreidepreise ein. T-er anwesende Vertreter des Reichs­ernährungsamtes sagte eine nochmalige Prü­fung der vorgebrachten Wünsche zu-Der Bei-

2lus Cberschlesien

Kattowitz, 5. Okt. (Wolff.) Tie Besat­zungsbehörden lösen setzt bir fogrmrrmten Ortswehren und festigen wilden Poli- zeifvrmativnen energisch auf Die Polen in ben Gvenzlrezirken leisten aber dem Wiederein zug der blauen Polizei besonderen Widerstand. In M y s l o w i tz strm es in einer gemeinsamen Srt- S\ der S abwervrdnetcn und des Magistrats mit französischen Kreiskommandonten, der den Be­fehl überbcackste, daß die Haie Polizei ihren Dienst sofort wieder aufnehmen, die einstweilige polnische Polizei ucrücktreten oder sich, soweit sie dazu ge­eignet sei, her ordnungsgemäßen Polizei zur Ver- fürmtg stellen solle, zu wüsten Auftritten. Tic polnische Fvakion lehnte unter großem Lärm die blaue Polizei für MyÄowitz ab und drohte mit dem Auß'tand. Vergeblich gebot der französische Kommandant Rühe. Als ein polnischer S:adtver- mtneter durch den Saal schrie: Unb roenn ich meine Familie unglücklich mache, ich schieße den ersten Blauen, bat ich auf der Strane treffe, über ben Laufen!, verließ der franzö icbe KvmmandaM un­ter dem Toben bec Polen ben Saal Die wüsten 9hrftrtttr setzten sich barm auf der Straße snü und riefen dort Zusammenrnttunqen hervor^ Gestern erschien die blaue PoliA?i für Mnslowitz. Sie wurde non den französischen Abstimmungsoffizieren cmp- sangen und rad1 tern Pol zeigebaude geleitet, das von der polnischen Ortswehr, die aus lauter halb­wüchsigen Burschen beftanb. sofort geräumt wurde. Zusammenrottungen auf der Strane wurden von dem französischen Militär MlseinanDergetricben. In Mnslowitz ist die Lage wieder sehr gespannt. Dich in Bogutschütz lehnen die Polen tne Rückkehr der blocken Polizei schroff ab und fordern beten Auf­lösung in ganz O berichteten.

Der Oietzen« »rschemt täglich, aufei Sonn- und feiertags.

Mugspreife.

Non atlich Mark 3.60 ,ndMt - 65Trügerlohn, lietteljährlichMark 10 80 indMk.I.S5Trägerlohn; -urch die Poll viertel, jhrlich Mark 12.- nisfd)üe&Iid) Bestellgeld. >ernsprech'Anschlüsse: ürbieScf)riftkitunqll2;

(Ein Uongreh in INostau.

Kopenhagen, 5. Okt. (Wolff.) ß3ie der ZeitungPolitiken" aus Helsingfors tele­graphiert wird, erstattete Lenin auf dem allrussischen Kongreß in Moskau Be­richt über die Lage an den Fronten. Er er­klärte, es sei unzweifelhaft, daß die Entente Polen und den General Wrangel im Kampfe gegen Sowjetrußland unterstützt hätten. Ein Winterfeldzug werde kaum zu vermeiden sein. Die militärische Macht und die wirtschaftliche Lage Sowjetrußlands böten jedoch genügend Gewähr für den endgültigen Sieg.

Moskau, 5. Okt. (Wolff.) EinFunkspruch an Alle" meldet: Das allrussische Zentral- Vollzugskomitee faßte folgenden Beschluß: 1. Von allen arbeitenden Bauern Rußlands wird die vollständige und unweigerliche Ausführung der Lebensmittelablieferung verlangt. 2. Die Arbeiten zur Beveitstellung von Nah­rungsmitteln sind in kürzester Frist zu beenden. 3. Zu den Versorgungsarbriten sind die besten Kräfte heranzuziehen. 4. Den Bersorgungsarbeiten ist dieselbe Bedeutung zuzumessen wie ben Trans­portarbeiten. Der Funkspruch fordert zum Schluß die russischen Arbeiter auf, dem Rufe des höchsten Organes Folge zu leisten und alle Kräfte zum Kampfe gegen ben Dünger anzuspornen.

Eine Matrofenrevslte in Petersburg.

Paris, 5. Okt. (WTB.) Nach Blätterrnel- bimgen soll es am 12. September in Peters­burg zu einer Matrosenrevolte gekommen sein. 1400 Matrosen aus Kronstadt hätten einen Teil der Stadt besetzt. Die Arbeiter hätten sich ihnen angeschlossen. Bei den Kämpfen, wobei sich auf feiten bec Regierung auch Chinesen beteiligten, seien einige hundert Personen getötet ober verwun- b>l worden 54 Matrosen, seien wegen der Teil­nahme an dem Aufstand zum Tode verurteilt worben.

Der russische Heeresbericht

Moskau, 5. Okt. Operationsbe­richt ber russischen Sowje trep ublik vom 4. Oktober. Durch, Funkspruch. Westfront: In der Richtung von Nowogrodek östlich des Njemen, setzen unsere Truppen ihren plan­mäßigen Rückzug fort. Nördlich von Nieswesh kämpfen wir mit feindlichen Abteilungen. Im Abschnitt der Station von Luniniez sind hart­näckige Kämpfe im Gange. Unsere Abteilun­gen unternehmen Angriffe auf Nvwograd und Wolhynsk. Die Kämpfe um den Besitz der Stadt Letitschew werden fortgesetzt., Süd- svont: Im Abschnitt von Jekäterinoslaw kämpfen unsere Abteilungen an der Bahn­strecke JekaterinoslawSinelnikowo. Im Ab­schnitt Jusowka erlitt der Feind sehr schwere Verluste. Unsere Abteilungen erreichten die Linie nordwestlich der Station Dolja.

einer

Brüsseler Meldung derAgenee.Davas" wird die Finanzzkonferenz nicht vor dem Donnerstag ihre Beratungen wieder auf-

Ver Kurs im Sozialismus.

Die Kundgebung der Deutschen Volks­partei, ihr Bekenntnis zur bisherigen Regie- Imaskoalition und zum Verzicht auf die Mik- , J titfuna der Sozialdemokratie in der Regio- 1 sing, falls sie sich dazu nicht bereit erklärt, jiben Derrn Scheidemann auf den Plan ge- -ufen, der imVorwärts" in Ermangelung mes auf wirklichen Parteibeschlüssen be- j ^henden, sorgfältig durchgearbeiteten Ak- ilmsprogramms einige hochtönende Forde- | -imgen für die Politik der Gegenwart auf-- stellt. Der Wiedereintritt der Sozialdemokra- | ie in die Reichsregierung, so verkündet er, Ä iei zur Zeit ganz indiskutabel. Den Parteien, 1 bk vor der Wahl dem deutschen Volke so viel Versprochen hätten, rufe er zu:Kurbelt un- iere Wirtschaft an? Schafft der Regierung Autorität! Schafft Wohnungen? Schafft Ar- feit! Ihr wollt es doch!" Hand in Hand mit tiefer Auspeitschung der Massen (geben die »kritischen Einwendungen, die der sozialdemo- I statische Führer gegenüber den heutigen p.uftänbcn macht. Es ist ihm wieder einmal iu viel Reaktion am Werk. Sie sitze in allen Vilichs- und Staatsbehörden, und Ls müsse « radikal damit aufgeräumt werden. Daß dies zu viel Geld koste, wenn zahil- I reiche Beamte entfernt und I andere I ILrsAnlichkeiten, natürlich vorwiegend Par- I teiaenvssen, eingesetzt würden, bezeichnet I Scheidemann als einesubalterne Auffas- |: fitng". Wörtlich fährt er fort:Eine gründ- 1 liche Ausräucherung würde gewiß erhebliche Summen verschlingen, aber immerhin ganz W erheblich billiger sein als jeglicher Kapp- ober ULrgesch-Putsch." Auch dem Auslande müsse enblich die Ueberzeugung verschafft werden, Idaß wir ein neues Deutschland haben. lln- ferc Vertreter im Ausland« dürften nur Mcin- ner fein, die ehrlich überzeugte Republikaner |inb. Also auch hier eine Gesinnungsriecherei übelster Art, die nicht Talent und Eignung, ionbern eben nur erprobte Gesinnungstüch- D ngkeit in den Vordergrund stellt.

Zur selben Zeit waren der Reichspräsi- l )ent, das Reichsernährungsministerium und P vas Reichsarbeitsministerium in einer Kvn- W ferenz mit dem Vorstand des Allgemeinen M deutschen Gewerkschaftsbundes bemüht, zur «Nilderunq der Besorgnisse und zur Verhinbe- rung wachsender Unzufriedenheit in der Ar- beiterschaft Richtlinien für die praktisck)en ! unb aktuellen Fragen der Politik festzulegen. F danach geht in Den nächsten Tagen dem i Reichstag eine Verordnung zu betreffend Ab- | bau unb Stillegung von Betrieben, ferner mirb für produktive Erwerbslosenfürsorge I allenthalben Arbeitsgelegenheit geschaffen. U die Richtlinien h udeln ferner vom Abbau der W Preise unb von Der Preispolitik in der Kar- r lasfelversorgung. Die Demagogie Sck>eide- I imnns bietet den Massen zur Linderung der L allgemeinen Not nicht das geringste. Der ge- j gentrartig in der Reichshauptstadt tagende a Äetriebsrätekongreß wird allem Anschein - noch auch keine Heilmittel zur Besserung un­serer Wirtschaft verkündigen können. Man hat bei Beginn des Kongresses einem russischen Bolschewisten, nämlich einem Vertreter der Zurzeit in Berlin anwesenden russischen Ge­werkschaften, das Wort erteilt, und dieser $ Herr Losowsky hielt eine Propagandaredc für Zowjetrußland und sprach den epoche- nachenden Satz:Mit glühendem Eisen Nüssen wir aus den Köpfen der Arbeiter Opportunismus aus brennen, dessen " öruptstützen die Gewerkschaften sind." Lach einem Berichte derFrkf. Ztg." fand dieser Redner nur mäßigen Beifall. Danach yttioideltc der bekannte Dr. Hilferding das Brog ramm des rechten Flügels der Unabhän- ftgen. Er setzt sich lein für die sozialistische Äirtschast, für die Vollsozialisierung, die von btr großen Masse der Kopf- und Handarbeiter tnter Ausschaltung Der Kapitalisten durchge- lihrt werden müsse. Allerdings will er diese Bollsozialisierung den besonderen Verhältnis- ett in Deutt'chland entsprechend schritt- oeise durchgeführt wissen: und zu allererst handele es sich um die Vollsozialisierung der «ohle. Die Betriebsräte aber hätten die Auf­gabe, die Arbeiterschaft weiterhin zur wirk­lichen Kontrolle der Produktion fähig zu nachen.

Betrachten wir zum Abschluß dieser Tat­bestände des heutigen Sozialismus noch ben Meinungsstreit in der U. S. P., so steht bis­her nur fest, daß diese Linksgrupve sich in Dei annähernd gleich starke Abteilungen !^En wird. Die Urabfrimmungen in Berlin inir eine_ ganj geringfügige Mehrheit iir Den Anschluß an die Dritte Internationale ^Qeben, und dasselbe Verhältnis wird wvh- Lich im übrigen Reiche eintreten. Herr Schei- Mmann. scheint die Hoffnung nicht aufzugeben, alte Gksolgschaft- unter dem sozialdemlX- natt1d>cn Banner wieder zu sammeln. Aber

Aelteücnvcrt der Landesoerianmilung festgesetzt. Mit Rücksicht auf die iTxxfi außenslrbenben 9lbfiintmun« geu in einigen Landestcilen, kann t- S:a»Usmini- frerium für diese einen befonömen Wahltag be­stimmen.

Der Waldbesitz der Bundesstaaten.

M ü n che n , 6. Eft. (WrlffL Unter der Urber» schristErne bebenklichc Msichtt" hrnbet sich bte Bovrische Staatszeitung" g gen die Mögltchveckz eines Eingriffes in den Waldbef itz der Bun­desstaaten ton Sei dm des RcikbeS, wie sie im V.>lk?wirtsckastsausschuß des Reichstages ton Staatssekretär Hirsch an gebeutet wurde. Tas Blatt schreibt u. a.:

Tie Reichsregierung türmte kaum emen nn- glücklich?ren BesÄuß fafien als ben, in das Recht her Länder, ihre Waldungen selbst zu bcnrirtMMp b.'n, einzngrei'en. Hier würbe sie auf den ent* schiebensten Wibersland aller einzelstaat'i^en Re­gierungen und Landtage sdaßsn. Die Wälder sind -ohnehin fast bas Einzige, was der ,,Zentralrs- mus" den Ländern gelassen hat. Jeder lk<erluch de- Reiches, auf ihre Erttägnisfe irgendwelchen Ein­fluß zu gewinnen ober sie unter eine Art finan­zielle Kontrolle #u bringen, wäre gleichbedeutend mit einer weiteren Verstärkung der Bewegung, die die Abkehr von Berlin für dringend notwendig halt. Wenn der Reichsgedanke wieder gesunden und wieder erstarken fall, möge man das innerhalb der Reichsregierung reiflich erwägen. Jrn übrigen ner ixm sich die Länder der Notwendig kett gewiß nicht verschließen, billiges Holz für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung zu stellen, wenn die ausschließliche Bcrwenbung für solche Zwecke gewährleistet ist."

Tic Befürchtungen derBayrisch n Staats« zeitung" sind, wie uns hierzu milgcteüt wird, nicht 5irtrcffenb. Weitergchendeö als im letzten Satz gesagt, ist nie beabsichttgt gewesen. Tee Frage der ftmanziellen Kontvolle oder eines sonstigen Ein­griffes ist nicht einmal erwogen worden.

Das Verfahren gegen Lettow-Vorbeck eingestellt.

Berlin, 5. Okt. (WTB.) Einer hiesigen Gerichtskorrespondenz zufolge ist das Verfahren gegen den General von Lettow-Boroeck wegen Beteiligung am Kapputsch auf Antrag des Rechtsannnüts Alsberg vom Reichsgericht ein­gestellt worden. Dieses schloß sich den Aus­führungen des Verteidigers an, daß, weil Lettow- Vordeck nur an der Leitung eines provinziellen Unternehmens beteiligt war, der Amnestioerlaß auf ihn Mwendung finde.

Ein Streik in Berlin.

B e rlin, 5.Okt. WTB.) Dirrch den Streik imftädtifchenElektrizitätSwerkMoa- b i t hörte im Hansckoieriri auch die elektrische Be­leuchtung auf, so daß ganze Stras-enzüge im Dmckel lind. In der Telephonzeittrale des Amtes Zentrum arbeiten die Telephonisten bei Talylich'ern, oa auch hier der Strom abgeschnitten i|L Wie wir weiter erfahren, kam es an einigen Stcllen der Stadt zwischen allem Anschein nach streist-nden Ar- [eitern und Straßenbahnern zu Ausrinaicherfetzun- gen. Die ersirren forderten die Straßenbahnfahrer

B. au der Ude der Bcllealliance- unb Gneisenau- straße auf in den Streik einzutreten. Die Fahr­gäste wurden zum Verlassen der Wagen genötigt. In allen Fällen griff die Sicherheilspvlczei ein, so daß die Ruhe wieder hergestellt wurde.

45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mir Vrcu« 150 Pf Bei Platz' Vorschrift 20°. Aufschlag. Hauptfchriftletter: Aug. Goetz. Deranttoortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr Reinhold Zenz; für den Anzecgenterl. fi. Deck, sämtlich in Bietzen

Übuw des Wahlrechts rnhech. Im Reiche be'chnmt Mn«i Der vorgevracyten

ber Reick^präsidem den Tag der Hauowahl. Nach rat be'chlotz lerner, durch neue Mrlg eder dem preußischen Emwurf wird der Wahllag vom zu verstärken, so daß die Zahl der JJcitglieDer Ltaatsmrnisterium im Eiirverstäütmis mit Dem > des Beirates in Zukunft 27 betragen wirv

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

t>ni trnö Derloj: vrihl'schc U«i».-»»ch> und Stei*4rn4trei H. £aiy. Sdiriftkihtne, »<IchSstrft«IIe uiö Drvderti: Sibulfhafit T.

Die in Frage gestellte Konferenz in Genf.

Brüssel, 6. Okt. (WTB.) Reuter verbreitet folgende Meldung: lieber die nächste Zusammen­kunft zwischen Delacroix und Lloyd Geo r ge erfahren wir, baß Lloyd George dem Vorschlag, die Deutschen durch die Wiebergutmachimgskom- mission zu Höven unb auf diese Weise ein neues Verfahren an Stelle der Konferenz in Gens Leckan z ul affen, nicht günstig gegen» ü be rste he.

Diese Meldung wird auch aus französischer Quelle bestätigt:

Paris, 6. Okt. (WTB.) Wie basJour­nal" meldet, hat Lloyd George ben Vorschlag, deutsche Delegierte durch die Wiedergutmachungs- kommission hören zu lassen, nicht günstig ausgenom­men. Er wolle also keine neuen Verhandlungen der in Aussicht genommenen Konferenz in Genf voraus­gehen lassen.

Frankreichs Politik.

Paris, 5. Okt. (WTB.) Kammerpräsi­dent P e r e t wurde wiederum zum Vorsitzen­den Generalrats des Departemeirts Vienne gewählt. In einer Ansprache sagte er, man befinde sich in einer schweren Stunde ange­sichts der beunruhigenden Bewegung in allen Ländern. Frankreich sei bis jetzt gesund und stark geblieben. Es müsse so bleiben, um Des­organisierungsversuche gegenüber einem Deutschland, das eine Allianz mit Rußland suche (!), zu vereiteln. Frankreich müsse eine starke Armee behalten. Die Wahl des Präsidenten der Republik war eine große Krmdgebung nationaler Einheit.

Mittwoch, 6. Gvover 1920 Annahme von Zinjeiucs für öit Tagesnummer bi» zum Rachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für l mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breil» örtlich 35 Pf., auswärt»

da er mir dürre ^Agitation, hohle Phrasen, I dacht und werden sich sofort nach ihrer Ankunft aber kein richtiges, positives Programm_auf» in bie für sie bestimmten Orte begeben.

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