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e^nArrfarnnienstosrpomerelMcherTruppen mit kougretzpolnifchen Truppen.

Danzig, 5. Sept Wolff) Wie derDan­ziger Zeitung "aus Gvautenz berichtet rtnrb, wur­den gestern morgen gegen 7 Uhr der Bahnhat und sämtlickie öffentlichen Gebäude der Stadt Graudenz von den Po merellr schon Truppen besetzt. Tie Kongreßpolen wurden gewaltsam entfernt. Gegen 10 Uhr wurden die noch sehr schwachen Besetzungen von einer kvngoeß- polmschen Schwadron überrumpelt und enttvoffnet. Etwa 300 bis 400 Mann der pomerellischen Trup­pen wurden von den Kongreftpolen veichaftet. Wie gerüchtweise verlautet, werden aus Posen 800 Munn Truppen erwartet, um Graudenz und sämt­liche ehemals preußischen Gebiete von den Kon­greßpolen zu säubern.

Berlin, 5. Sept. (Wolff > Zu der Meldung über den Zusammenstoß pomerellisrl^er Truppen mit kongreßvolnischen Truppen in Graudenz be­merkt dieBoss. Ztg ": Tie in Pofen maßgebende nationialdem okratische Richtung wirft der Re­gierung Pilsudskis vor, daß sie die Verschärfung der Bezi.hungen zu dem Teutschen Rricte zu ver­meiden wünsche. Tie Autonamiebestrebungen der Posener Polen bedeuten also unter Leinen Umstän­den eine Erleichterung des schweven Druckes, den die Teutschen im abgetretenen Gebiet zu erleiden haben.

Ein französischer TruppentranSport- dampfer gescheitert.

Paris, 5. Sept. (WTB.) Aus London wird gemeldet, daß der französische Dampfer Camrauh" mit 7 00 Soldaten und 6000 Tonnen Ladung an Bord auf der Höhe des LeuckiturTnes von Horsburg gescheitert ist. Man ist jetzt dabei, die Soldaten und dle Ladung auf' den französischen TampferGeneral Gal- lieni" 'hinüber zu schaffen.

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Llohd George in der Schweiz.

Luzern, 5. Sept. (WB.) Lloyd George ist heute nach Zermatt abgereist, wo er sich einige Zeit aufhalten wrrd.

Die russisch-polnischen Friedens» Verhandlungen.

Riga, 5. Sept. (WTB.) Die Eröffnrmg der rnssisch-'volnischen Verhandlungen in Riga ist für den 9. September vorgesehen. Tie Sowjetregierung hat einige Bedingungen ge­stellt, die von der lettischen Regierung angenommen wurden, nämlich freie telegraphische Verbindung in Ehifftetelcgrammen und Immunität für dle russischen Test gierten.

Ein russisches VollSkommissariat für den auswärtigen Handel.

Moskau, 4. Sept. (WTB.) Durch Funk- spcuch. Hier wurde ein Volkskommissariat für derr auswärtigen Handel gebildet. Es soll nach einer amtlichen Kundgebung bei Er­füllung feiner Aufgaben das Alte mit dem Reuen, das kommunistisch- mit dem kapitalistischen System auSgleichen Und ist Aufsichtsorgan für die Ein- und Ausfuhr. Das neue Volkskommissariat ist auch das einzige verteilende Organ. Mle aus dem Ausland eintreffenden Waren werden von ihm an das zuständige Wirtschaftszentrum weiter­geleitet. Es kauft die verschiedenen Waren auf und verkauft sie weiter. Außerdem tritt es mit Handrisgesellschaften in Verbindung, welche aus­schließlich kapitalistische Ziele verfolgen und knüpft mit ihnen Beziehungen an.

Rußland und Rumänien.

Moskau, 4. Sept. (WTB.) Durch Funk- svruch. Tschitscherin machte die rumänische Regierung, die die Friedensverhandlun­gen mit Rußland auf einer Londoner Konferenz verbinden wollte, darauf aufmerksam, daß die Verhandlungen zwischen Rußland und Polen sowie Rußland und Finnland ohne die Teilnahme' anderer Staaten stattfänden und auf der Londoner Konferenz nicht stattfinten werden. Infolgedessen bleibe, wenn Rumänien sich nicht weigere, Frieden mit Rußland zu schließen, nur der Weg direkter Verhandlungen offen.

Aus Reiche.

Eine Konferenz der Finanzminifter.

T arm stad t, 5. Sept. Am 3. und 4. Sep­tember fand in Tarmstadt unter dem Vorsitz des Reichsfinanzministers Tr. Wirth eine Kon­ferenz der Finanzminister der größeren Länder statt, in der über den Referentenentwurf einer Abänderung des Reichsbesoldungs- aesetzes sowie über die aus dem lieber gang der Steuerverwaltung auf das Reich sich ergebenden

Fragen verhcachelt wurde. Gegen den Entwurf wurden wegen der Rückwirkung auf die Desoldungs- ordnungen der Länder erheolÄ-e Betenden geltend gemacht; der Reichsrat wird in den nächsten Tagen ans Anlaß der Frage der Vorschußzahluny Stel­lung hierzu nehmen. Ter EÄaß eines Sperr- gcsetzes, das die Länder bindet, mit chren Bewl- dungsgesetzen nicht über die Reichsgesetzgebimg hiuauszugchen, fand allseitige Zustimmring. Zm Zusammenhang mit diesen Fragen wurde auch bie allgemeine Finanzlage des Reiches besprochen. Tiefe Aussprache stützte die allseitig ausgesprochene Nvtwendigkett, an die Besoldungssvagen mit äußer­ster Vorsicht und Zuruckl>altung heranzutreten, wenn die Finanzen des Reiriics vor einem völligen Zusammenbruch bewahrt werden sollen.

Die Technische Nothilfe in Alwna.

A l to n a , 6. Sept. (WTB.» Aul Anforderung des Magistrats wurde in Altona gestern abend die TechnischeRot Hilfe zum Entladen von Fisch­dampfern eingesetzt.

aus dem besetzten Gebiet.

Die Forderungen der Freien Bauernschaft der Pfalz.

Speyer, 4. Sept. (Wolff.) Amtlich. Der Reichsernährungsmini st er hat heute mit Wirkung vom 1. September 1920, also vor Einlauf der bekannten neuesten Er­klärung der Freien Bauernschaft der Pfalz, sich damit einverstanden erklärt, daß für das besetzte Gebiet der Preis für 'Roggen, Gerste und Hafer um 110 Mark, für Weizen um 125 Mark für die Tonne erhöht wird. Darnach er­gibt sich für das besetzte Gebiet ein Preis von 1710 Mark für die Tonne Roggen, 1765 Mk. für die Tonne Weizern und 1660 Mk. für die Tonne Hafer und Gerste. Dieser Preis gilt auch für die bereits abgelieferten Mengen.

Französische Justiz.

Ludwigshafen, 4. Sept (Wolff.) Wegen des Auftretens der Mannheimer Kom­munistin, Frau Dr. Stern, am 13. August in einer Versammlung in Ludwigshafen, wo­bei die Genannte beleidigende Aeußerungen gegenüber der Entente ausgesprochen haben soll, wurde der Versammlungsleiter Wil­li e l m y und der unabhängige Vorsitzende Sommer vor das französische Polizeigericht zitiert. Obwohl Wilhelmy der Rednerin sofort ins Wort gefallen war und daher für die Ent­gleisungen der Frau Stern nicht verantwort­lich gemacht werden kann, verurteilte das französische Polizeigericht Wilhelmy und Sommer zu je 2000MarkGeldstrafe. Das Gericht vertrat die Auffassung, daß der Rednerin nicht das Wort hätte erteilt werden dürfen. Vor dem gleichen Polizeigericht wurde der Kommunist G a s ch o, der nach dec Versammlung die Verhaftung der Frau Dr. Stern verhindert haben soll, zu sechs Mo­naten Gefängnis verurteilt. Frau Dr. Stern wurde in Abwesenheit zu der glei­chen Strafe verurteilt.^

Mainz, 6. 9. (WTB.) Das seit 1V3 Jahren hier in Deutscher und französischer Sprache erscheinende WochenblattLe Rhin Illustre" kündigt sein vorläufiges Ein­gehen an, um demnächst in einer neuen Form zu erscheinen, die angeblich besser geeignet sein soll, dem gesteckten Ziele zu dienen, das nach seinem Programm u. a. in einer Annäherung zwischen Rheinländern und Franzosen besteht und wirtschaftlichen Interessen dienen soll

An» Stadt und Land.

Gießen, den 6. Sept. 1920

Um die Kartoffel.

JrnMainzer Journal" finden wir folgenden beherzigenswerten Ausruf, der die roeitefte Ver­breitung auch in den beiden Provinzen Oberhessen und Starkenburg verdient.

Billige Kartoffeln für Minderbemittelte!

Ein Wort an die Landwirte Rheinhessens Von Direktor Dr. Rompel.

In Ochsenfurt a. M. haben sich, wie dieFrff. Ztg." meldet, viele Landwirte bereit erklärt, be­stimmte Mengen Kartoffeln (bis zu 1000 Zentner der Einzelne) der Stadt Würzburg zum Preise von 10 Mk. statt 30 Mk. je Zentner zur Ver­teilung an Minderbemittelte zur Verfügung zu stellen. In vielen Gegenden Mitteldeutschlands haben die Landwitte ähnliche Erklärungen ab­gegeben. Könnte nicht ein Gleiches für die Mainzer Minderbemittelten unb Armen geschehen?

Landwirte Rheinhessens! Die Not

Die gelbe Zchmach.

Tie schwarze Schmach, die ständige Bedrohung dec ftauzösischen Besatzungzone am Rhein ist durch Notschrei und Proteste ans Ohr des Welt­gewissens gedrungen, fteilich ohne es zu tat­kräftiger Abhilfe aufrütteln zu können. Wer aber weiß, selbst im unbesetzten Deutschland von der gelben Schmach der amerikanischen Besatzungs- zone.

Es sind nicht etwa afrikanische ober asiatische Horden, die hier ihr Unwesen treiben sondern es macht sich unter den Besatzungstruppen Amerikas Abschaum breit die Rowdies, Indianer, Wild- West oder nach der Farbe der Uniform: die Gelben, wie sie der Rheinländer in seiner Ver­achtung bezeichnet Was die amerikanische Welle bei ihrem vlbfluten als Besatzungstruppen zurück­gelassen hat, besteht zu nicht geringem Prozentsatz aus arbeitsscheuem Gesindel, das auch in Amerika nicht gut tun würde und beim hohen Valutakurse des Tollars viel zu viel Geld in Händen hat. um nicht übermütig zu werden. Zwar die unglaublichen Zeiten sind vorbei, da der Dollar auf 100 stand und der einfache Soldier die Geldscheine bündel­weise in die Taschen pfropfen konnte. Aber das Geld reicht immer noch soweit um deutsche Frauen und Mädchen, die nach den Hungenahren des Krieges von der Erfüllungsmöglichkeil langver­drängter Wünsche fasziniert werden, an sich zu locken sie moralisch und körperlich zu verseuchen.

Wer durch Koblenz geht, wird auch am Sonn­tag kaum einem deutschen Pärchen begegnen. Tie deutschen Mädchen erscheinen den ainerllansscten Herren als selbstverständliche Siegedbeir.c. Die durch Entbehrung gliederte Moral i)t durch Arne rifad Ueberiluß vollends zersetzt woreen. Ein

Pfarrer, der wegen Beleidigung der amerikanischen Armee dafür mit Gefängnis bestraft wurde, kenn­zeichnete diesen Vorgang von der Kanzel berab mit den Worten: Dem Vater wird die Pfeife gestopft, der Mutter Speck in den Kochtopf getan und der Tochter ein neues Kleidchen umgehängt imb die Moral ist zum Teufel.

Manches Mädchen mag sich Hoffnungen auf eine Heirat machen Nicht immer mit Unrecht. So lieft man z. B., gestern ging ein Transport von 6000 Amerikanern nach Amerika zurück, dar­unter 163 verheiratete Frauen und Kinder, meist Deutsche", .aber von wiewelen, die das Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit ihrem Vater­lande vertauscht haben, >veiß man schon, daß sie über die tatsäckilichen Verhältnisse ihres ameri­kanischen Ehemanns gröblich getäuscht waren. Wieviele verlassene Bräute sitzen in Koblenz, die von ihrem Bräutigam überhaupt nichts mehr ge­hört haben. oder in höhnischen Worten erfahren mußten, daß der Bräuttgam drüben längst ver­heiratet ist und das deutsch? BUidchen ihm ge­rade gut genug war, ihm die Zeit totschlagen zu helfen.

Tie Leichtsinnigeren versuchen, einmal an amerikanischen Luxus gewöhnt, ihr Glück bei emem anderen Gentleman von drüben und geraten all­mählich in die große Horde derer, die sick) daran gewöhnt haben, in d?m Amerikaner nur einen zahlungsfähigen Kavalier zu sehen. Ihre Zahl ist überhaupt nicht adzuschätzen und rekrutiert sich bei weit?m mcht allein aus den Einheimiscten. Tie Anziehungskraft des Dollars reicht weit über den Brückenkopf hinaus und lockt alleDamen" an, die aus der Liebe ein Geschäft zu machen ver­stehen. Tie Zuzugserlaubnis wird allen allein-

unter der städtischen Bevölkerung ist 'ungeheuer. Fünf Jahre der schlimmsten Entbehrung hat |te schon getragen, ihre Ersparnisse sind längst aui- gezehrt. Dastägliche Brot" ist schon zu teuer und reichlich schlecht. Es gibt Famüien, die selbst das ihnen zustehende Brot nicht mehr kaufen können. Genügend Kartoffeln möchten sie doch wenigstens haben. Aber können sie den hohen Kartoffelpreis (das Zehnfache des Friedenspreises) zahlen? Wie kann ein Kriegsinvalide, eine Krie­gerswitwe den erforderlichen Jahresbedarf z. B. für eine fünfköpfige Familie decken? Bei der sehr bescheidenen Kopfquote von 4 Zenttiern müßten 600 Mari, ohne Transportkosten, gezahlt werden. Die Bevölkerung der Stadt Mainz (rund 110000 Einwohner) muß jetzt rund 13,2 Millionen Mark (stall 1,3 Millionen Mari vor dem Kriege) für Kartoffeln aufbringen. _ Gewiß, die Pvodukttons- kosten sind gewaltig gestiegen, und der Preis von 30 Mark für den Zentner ist Euch amtlich zu- gesichert worden. Die Regierung ging bewußt bei der Preisfestsetzung über die Deckung der Produk­tionskosten hinaus, um einmal mit aller Gewalt der jahrelangen Kartoffelkalamität ein Ende zu machen. Die Ernte ist gut. Jetzt sind genügend Kartoffeln da, aber gerade die, die sie am dringend­sten benötigen, können sic nicht kaufen.

Laßt Euch durch den Schein nicht trügen! Wenn Ihr in die Städte kommt, so seht Ihr vielleicht volle Restaurants, Konditoreien und Kinos, aber das Hungerelend seht Ihr nicht. Tas Hungerdrama des 60jährigen Arbrtters, der sage und schreibe mitTeuerungszulagen" eine Invalidenrente von 160 Mk. pro Monat erhält, oder der 70 Jahre alten Witwe, die von 3000 Mk. Zinsen im ganzen Jahre leben soll, wird still und allein ausgriämpft

Rheinhessische Landwirte! Ihr habt einen goldenen Grund und Boden. Tas Jahr 1920 ist ein gesegnetes Erntejahr. Ter Städter ist von allen Gaben der Natur enterbt. Der Lohn seiner Arbeit und Mühen ist nur Papiergeldscheine, mit stark verminderter Kaufkraft. Wenn der finan­zielle Zusammenbruch kommen sollte, würdet Ihr diese schrecklich Katastrophe am leichtesten über­stehen. Die städttsche Bevölkerung ist heute, mit geringen Ausnahmen, eine große, besitzlose Masse.

Gebt wenigstens den Aermsten das Allernotwendigste zum Leben?

Veranstaltungen.

Montag: Casä Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. Hotel Ein- lyom, 81/? Uhr, Gastspiel Buchwaid. Lichtspiel­theater wie gestern.

** Personalnachrichten. Ernannt wurde am 30. August 1920 der Gouvernements­sekretär Karl Wagner, zurzeit in Alsfeld, zum Amtsgerichtssekretär bei dem Amtsgericht Alsfeld. Ernannt wurden am 28. August 1920 die Ge­fangenwärter an der Zellenstrafanstalt in Butzbach Heinrich Birkenfeld von Rockenberg, Wilhelm Keil von Bleidenrod und Josef S ch i n d l i n g von Höchst a. M. zu Strafanstaltswachtmeistern bei obiger Anstalt mit Wirkung trom 20 Sep­tember 1920 an.

** Milchbelieferung. Infolge unge­nügender Belieferung der Stadt Gießen mit Milch können Dienstag den 7. und Donnerstag den 9. September die auf V» Liter lautenden Milchmarfan nicht beliefert werden.

** Straßensperre. Wegen Vornahme von Walzarbeiten toirb die Frankfurter Straße von dem Wetzlarer Weg bis zur Klinik­straße von Montag dm 6. d. M. ab auf einige Tage für dm Fuhrwerks- und Radfahrver'ehr gesperrt Tie Sperre des Wetzlarer Weges ist wie­der aufgehoben.

** Freibank. Dienstag den 7. Sept, werdm von 13 Uhr die Nrn. 20012100 beliefert.

** Maul- und Klauenseuche in Gießen. Tie Maul- und Klaumseuche ist in Gie ßen werter in folgenden Gehöften amtlich festgestellt wvrdm: 1. Riegelpfad Nr. 30, 2. FranL- flurter <5traf$e Nr. 49, 3. Neustadt Nr. 78. Die Sperrmaßregeln sind angeordnet.

** Ter Hausbesitzer-Verein veran­staltet morgen ckbmd 8 Uhr im Hotel Großherzog eine Mitgliederversammlung. Tie Tagesordnung enthält u. a. Bericht des Vorsitzenden über den Verbandstag in Magdeburg und Stellungnahme ge­gen die Anträge des Mieterveveins.

** D ie Deutschnat ionale Volks­partei veranstaltete am Samstag im Einhorn- Saale einen vaterl ändischen Abend. Die Feier solle, wie Herr Kohlhaase in seiner Be­grüßungsansprache betonte, Zeugnis davon ab- legen, daß der nationale Gedanke, von dem die Wiedergeburt unseres darnieder liegenden Vater­landes zu ephofftn sei, noch immer lebe. Im Mittel­punkt des Abends stand die Festrede von Professor Dr. Werner-Butzbach. Der Redner beschäftigte sich mit all dm Fragen, die die Not der Zett gebiert, denn der Tag von Sedan sei heute nicht nur ein Tag schmerzlichen Erinnerns, sondern auch ein Tag des inneren und äußeren Erkennens, und deshalb dürfe er nicht in der Nacht des Vergessens untertauchm. Was wir beute bvauck)-

stehenten Frauen und Mädchen versagt, die nicht eine einwandfreie Beschäftigung nachweisen können. Und doch befinden sich Tausende dieser Geschöpfe in Koblmz. Ein Unterkommen finden sie trotz der Strafe von 6 Monatm Gefängnis, die auf Kuppelei steht, dmn sie können, ohne mit der Wimper zu zucken, 3500 Mk. monatlich für ein möbliertes Zimmer auf den Tisch legen. Wenn ein solches Mädchen auf ihrem Paß ein festes Verhältnis mit einem Amerikaner nach­weisen kann, ist es geschützt. Auf die fogenannten Wilden" aber veranstaltet die M. P., die ame- rikanischc Militärpolizei, allnächtliche Treib­jagden, und morgend liest man in der Zeitung: . . .ferner wurden vergangene Nacht 18 Frauen­zimmer, vier ans Koblenz, zwei aus Neuwied, zwei aus Köln, drei aus Berlin usw. auf» gegriffen, die der gemerb lieben Unzucht drin­gend verdächtig sind." Die Notiz erscheint jeden Tag, nur die Zahlen ändern sich, manchmal sind es weniger als ein Dutzend, meist aber mehr. Aufgegriffene werdm ärztlich untersucht und sind fast alle krank. Dmn unter dm Amerikanern, die äußerlich sehr auf Hygiene halten und aus Furcht vor Ansteckung vor die Türm und Fmster der von ihnen beschlagnahmten Hotels überall Fliegendraht gespannt haben, find die Geschlechts­krankheiten in hohem Maße verbreitet. Jche Woche iverden deshalb Hunderte nach Amerika zurück- geschickt. Die ärztliche Behandlung ist ein Massen­betrieb, wie alles bei den Amerikanern. Die deut­schen Aerzte halten nichts von der Kurpfuscherei, die dabei betrieben wird, die Krankheitssymptome mit Radikalmitteln unterdrückt, die Krankheit iclbft aber weiter bestehen läßt Kein Wunder, daß die Geschlechtskrankheiten daher auch unter

ten, sei völkisches Bewußtsein, starke sittliche Kräfte, starkes Sozralgefühl, an dem es bie be­sitzenden Kreise leider heute noch häufig fehlen ließm. Wir müßten weiter erkennen lernen, daß die Menschheit unterschiedlich _ fei, daß es eine Gleichheit nicht gebe und daß es daher gelte, Persönlichkeiten sich herausarbeitm zu laNewAul- stiegmöglichkeiten seien zu schaffen: dec Menich müsse durch eigene Kraft und süchtig kett etwas erreichen und erhoffen können. Vor allem mäste der nationale Gedanke hochgehaltm und gepflegt toerten. Das dmtsche Volk, das den trotzigen Willen zum Sehen habe, dürfe und könne nicht untergehm. Aber es mülje nach innen ein Ivztal befriedetes Volk, nach außen ein Volk mit starker nationaler Macht werdm. In biejem Sinne mit Wort und Tat zu arbeiten, )e; unsere und unterer Kinder Pflicht, und man möge doch nach dem deutschen Osten blickm, wo die große nationale Not alle Standes- und Parteigegmsätze über­brücke und alle Deutschen in dem harten Kampfe um das Deictschttim eine. Das reichhaltige Pro­gramm des Abends bot des weiteren musikalische, Gesangs- und Gedichtvorträge, um deren Aus­führung sich mit gutem Erfolg besonders Fräulein Marie Grisee und Fräulein Aenne Schüttler sowie die Herren Julius Hahn, Alfred Kohlhaase und Kruse mühtm.

Kreis Alsfeld.

M. Merlau, 30. Aug. Mit großer Freude wird es hier begrüßt, daß jetzt bei Beginn der langen Abende auch unser Dors in elektrischem Licht erstrahlt, das in der vor dem Dorf gelegenen Herrenmühle durch Wasserkraft erzeugt wird Unser Liessest" am Sonntag vor 8 Tagen wurde tes- balb zu einem Freudenfest für jung und alt. Von besonderer Anziehungskraft warm für bie Kinder die farbigen Birnen. Bei genügender Stromerzeugung ist es vorgesehen, dm Stoorn auch an das benachbarte Flensungm abgegeben.

gegenul . _______ _ , , .

500 Fälle geschätzt. Wieviel blühmdes Volksgut auf diese Weise zugrunde geht, ist unübersehbar.

Genau so wie ht der Stadt sieht es auf dem

der einheimischen Bevölkerung rapide um sich greifen. Im Bereiche der Landesberatungsstri^ Koblenz wird eine jährliche Progression der LueS < -nc {ten wit

Lande aus. Ein Landstädtchen in der Nähe von Koblenz soll noch verseuchter sein als die frühere Residenzstadt. Der Dollar untergräbt überall die Moral. Die Unzucht, die in ter Stadt keinen Unterschlupf findet, flüchtet aufs Land. Nach ein­wandfreier Feststellung find vor kurzem in einem Bauernhof allein 6 Amerikanerpärchen aus geboten Worten, die für die Unterkunft in einer Nacht 50 Mk. zahlen mußten. Und trotz ter rrichllchen Gelegenheiten, die amerikanischer Cant durch rne Kaufkraft des Dollars ter Unmoral zu verichmm weiß, sind dennoch unsittliche Uebersälle auf grauen und Mädchm keine Seltenheit.

Der rheinische Jüngling und junge Mann ter noch Ehrgefühl besitzt ist ein Frauen Verächter geworden, und wenn man die Berhältnpse nut eigenen Augen betrachtet, kann man es ihm mcht Derbenfen. Er meidet jede Geselllgkect, lebt als Einsiedler und schließt sich höchstens nut Gleichgesinnten zu Wanderhorten zusammen, tum angesichts der ewig schönen Rheintäler und -höhm die Liebe zur Heimat ivieterzusinten, die ihm durch die gelbe Schmach verekelt wird. Der eine Wunsch brennt immer heißer in seiner Seele, daß der Rhein wieder frei werde von ter Invasion pharisäischer Kulturbringer, temrt teutiche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wem und deutscher Sang" ihren alten guten Klang juirüderbalten können, der vorn Siegesllang des Dollars übertäubt und verfälscht ist.

Kreis Friedberg.

Fr iedbera, 2. Sept. Die hiesige Orts­gruppe ter Deutschen Bolkspartei wollte ten 2 September nicht vorübergehen lassen, ohne des Taaes vor fünfzig Jahren, wenn auch nur tn einfacher Weise, zu gedenken Und so versammelten sich denn eine größere Anzahl männlicher und weiblicher Mitglieder im Ratskeller, wo der Vor­sitzende, Oekonomierat Spieß, die Grfcbtenenen nut einer ter Bedeutung des Tages enffprecheichm Aw spräche empfing und einen Vergleich zwischen ernst und jetzt anstellte. Nach dem meisterhaften Vor­trage des Gedichtes von Paul WarnckeVer­gessen" durch Frau Stadw. Kloos ergriff Herr Dr. med. Gwß, früherer Marine-Stabsarzt, das Wort, um in frischer, anschaulicher Weise über seine Erlebnisse auf einem Flußkanonenboote in China zu berichten Was an diesem Vortrage be­sonders interessiert, war die Feststellung, datz die eigentliche Ursache des fürchterlichen Welt­krieges in nichts anderem zu suchen sei, als in ter wachsenden Bedeutung des deutschen Handels tm Auslaute, welche ten britischen zu überflügeln drohte

Starkenburg und Rheinhessen.

dt. Ar heil gen, 3. Sept. Unsere Metzger sind nun wieder mit edlem, was das Herz begehrt, versehen. Allenthalben ist markenfreies Fleisch, sowohl Rindfleisch als auch Schweinefleisch zu haben. Die Preise sind aller­dings auf ter Höhe. Schweinefleisch zu 20 Mk. und Rindfleisch zu 14 Mk. das Pfund ist doch für die meisten Sterblichen, besonders für ten Mittel­stand, etwas unerreichbares.

Hessen-Nassau.

Städtische Steuern.

mc. Frankfurt a. M., 5. Sept. Die Pferde- steuer wurde auf 500 Mk. pro Pferd erhöht., Tte Genehmigung haben ferner erhalten die Mintestein- kommensteuer, die Besteuerung ter Dienstboten, die Vergnügungssteuer und die lOprozenttge Frem- tensteuer. In Vorbereitung befinden sich Steuer­vorlagen über die Erhöhung ter Konzessionsgebüh- ren und eine Besteuerung der Lurnsgärten.

Krieg tzbeschädigten-Demonstralion.

fd. Frankfurt a. M., 5. Sept. In einer wn Tausenden besuchten Versammlung auf dem Börsenplatz forderten die Kriegsbeschädigten nach einem Referat des Vorsitzenden Sauer vom Reichs- bimb ter Kriegsbeschädigten in einer längeren Re­solution die Beseitigung ter nachteiligen Bestim­mungen des Reichsvewrdnun gsgese tzes. Ein Tele­gramm in diesem Sinne wurde an die Reichsregie­rung gesandt. An die Versammlung schloß sich ein TemvnstrationAug muh Römer, wo eine Ab­ordnung mit dem Diagistrat eine Besprechung über örtliche Wünsche hatte. Störungsversuche von kommunistischen Demonstranten schetterten an der Besonnenheit ter Mehrheit. Der Magistrat bewilligte ten Kriegsbeschädigten die gewünschten Lieferungen von Holz und .Kartoffeln und stellte außerdem 450 000 Mk. für Unterstüt- jungen bereit. Tuberkulose Kriegsbeschädigte sol­len in weitestem Maße als Anlagen-Aufseher Ver­wendung finden, und Kriegsbesck>ädigte im Wohl­fahrtsamt zugezogen werten. Die Versammluns löste sich ixntn in ttotfBommener Ordnung auf.