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grettag, 6. August 1920

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger sürGberhessen)

Zweiter Blatt

1.183

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. M £ A n nationalen lehne das Gesetz ab, weil sie gegen Caiwl ton Entwurf feien, ber ihnen keine Gewähr dafür

iiete, daß die Ausführung des Gesetzes auch ge-

ird)t durchgeführt werde.

der

weitere zum la.

weit beonfprudyc werben, als die Ernährung der Selbstversorger für

!M in über 'erkauften dewlecti 6 Akte.

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Heute! rfolg

Nach Beendigung der Einzelberatungeii er- kärt Abg. i>. Gallwitz (D-Natl.), daß die Mehrzahl seiner Freunde für die Vorlage stim- ren werde, weil sie im Sinne der Abmachungen -vn Spaa seien und zur Ruhe und Drbmmg :nt Inneren beitragen. Ein Teil der Deutsch'

ist bezüglich der Arteitsfasenunterstützung nicht er folgt, ii-eil siatistisch nachgeiviesen ist, ran dar Er irährr:ugsl>e^ürinis der Fvaum im Turchsckmitt ge ringer ist, ats ood der ALL cner. Ten Wn.isch?n der Linken bezüglich der rtur-arb-.i-er u»l>.n mir turch anteilige ^umes torg nur Arbeitslosachür orgc knlgegenwmmen. Tie deutsch.« Kohlenw^tchait fall planmäßig geneigert m.TXen. Bezugl'M der S^ia lisierung liehen -vir aus tem Boden, des Beschlusies ae5 ReichSwirt schaftsral es twm 24. Juli.

Ächg Mvldenhauer<T. B.)i In, Anträge der Un-obfa.igig« find viele G:si-chtsrpanckte, über die sich diskutier« läßt. Jedenfalls sins wir aber dagegen, daß Arteitsstsrtiunt, rgütznng planlos ge­währt wird. Tie Arbeitslosenuntcritützung darf nicht zu einer Ausbeutung durch) die Arbeiter selbst werden.

Abg. Erkelenz (Tem.): Bei der Artest S losenunterslützung 'würde zu erwägen sein, inwie­weit dieselbe unmittelbar in Naturalien geleistet iverben kann. In den Ausbau des Arteftsnach N'eises dars man nicht allzu große öoffniuijtii setzen. Wir hoffen, falber sozial polilischc Ausschuil Tür die Ernerdslosenfürsorge brauchbare Richt­linien aufftellen wird.

Abg. Traub (Bahr. Vp.) tritt bewnders für das Handwerk ein, dem aus den Reichsbetrieben ein immerhin nicht unwesentlicher Konkurrent er­wächst. Der Arbeitslosigkeit müsse man Herr zu werden versuchen, sonst sei die wirtschaftliche Kota strophe unabwendbar.

Abg. Kaiser (Soz.): Die Zuncherung« des Ministers haben nicht die Tragweite, um Millio­nen von Menschen zu beruhigen. Der Redner wen­det sich dann gegen die Angriffe aus den Acht­stundentag. Die verkürzte Arbcitszett gewahre die Steigerung der Arbeitsintensität. Durch dtc Ver­längerung der Arbeitszeit würde nur das Heer der Arbeitslosen vermehrt. Die Hauptsache ist die Bezahlung der Arbeit, denn jede Mark, die der Arbeitslosen Unterstützung bient, rst unlmterbring-

Arm «'verbänden zu zählenden Psleggeldsätze in den Landes-Heil- und Pflegean- sta lten v.mi 1. Juli 1920 aus 2500 Mk jährlich erhöht wirden seien. Die Nachricht sei yi spät ein- tiegangen, und hab: bei Aufstellung des Voran- sckstags keine B.rücksichtigung mehr finden können. Die Erhöhung des Pflegegelter bedeute für den Kreis eine Mehrbelastung von 180 000 Mk. Nach kurzer Aussprache würd' beschlossen, de en Mehr­betrag zunächst durch Erhöhung der Kreis- u in t a g en zu decken. Nachdem der Kreisbauinspeb- tur Banvat Eel lari us noch eingeftenb über die Verhandlungen über die Lohnverhältnis'e der Kreisstraßen- und Obstbrumwärt-r berichtet bitte, winde der durchberaienc Voranschlag. der mm in Einnahme und Ausgabe mit 3 2")0 583 Ml', ib- chließt, wobei druck Umlagen 2 240 600 Mk. zu decken sind, genehmigt.

volle Monate (b. i. jeweils vom 15.

Blinder Hah.

Roman von Alfred Sassen.

(Nachdruck verbot«.)

I.

water.

® Rolle.

[8377 äau des Hotels nnMIgunr

Szenen Reiz verlieh.

Mitten in bar Wiesen überholte der Spaziwi- länger einen älteren &crm, der in seinem schlich- ta: dunklen Rock, mit den gütig klug« Zugen, bi« von langjähriger Geistesarbeit sprach«, em östlicher ober Lehrer sein mochte.

Der timge Mann blieb stehen und griff gru» 3eitb an den Hut.

Mit der ander« Hand beutete er über Wöll- njl fort bin zu einer etwas höher gelegenen ^tschaft, über der« btmkelbramtes Dächergew'.rr . ecie nabclfdjarfe Turmspike emporstach in die . rtiienblaue^ von warm« Goldtönm durchzittertc ; ^*it tc: spätnachmittags. Seitwärts von der

Stemgattler. lognü [M<

(ieitbt

sorgung mit Brotgetreide wirb allen landwin- schastucken Bctri-.ben ein geräumt, deren Vorräte und Ernährung der gemäß § 8 ber R.G.O. für eine Selbstversorgung in Betracht kommenden Per­son« ober eines Teiles derselben bis 15 No­vember 1920 ausreich-m lieber dies« Zeitpunkt kcum das Recht ber Selbstversorgung nur inlo

über den Jahr«, die ihm bas Leb« noch sch«kt, soll die Heimatsonne leucht«!"

Lehrer Reinsdorfs Antlitz war von andäch­tiger Rührung verklärt.Wie mich das freut wie mich das freut!" stammelte er.So rst fein Herz der Heimat doch nicht untreu gewor- ben, wie ich nach seinem lang-, langjährig«, hartnäckig« Schweig« vermut« mußte."

Der junge Deutschamerikaner erwiderte ernst: Bis vor einem Jahre muhte auch ick> gl-auten, in der Seele meines Vaters sei die Liebe znm Vaterland und zu feiner «gerat Heimat erstarrt. Vor einem Jahre aber starb meine gute Mutter. Und von diesem Zeitpunkt an ging eine Wand­lung in dem ernst«, sttmg« Geschäftsmann vor, vielleicht hervorgeruf« durch die Vereinsanmng, die ihm ber Heimgang ber trat« Lebensgefährtin brachte. Ich bemerkte oft eine weiche, träumen,che Stimmung an ihm und auf einmal war du Sehnsucht da in seinem Herz«, die Sehnsucht nach ten Statt« seiner Jugend und nach oer deutsch« Luft und bald darauf gebar diese Sehnsucht ten EntsÄuß m ihm, für ten Rest seines Lebens sich wieder ber Heimat zuzu schwor«. Sie hatte ihn wieder emgtfang«."

Zu meiner groß« Freude," setzte der junge Mann nach kurzem Schweig« hinzu. .'D^ft.wenn ich auch stets gern an Amerika, mem Geburtsland, zurücktenk« werde, ba3 zarte Pflanzlein ter mir angeboren« Vorliebe Tür ,2>eutid>.cmb hat sich im Laufe der Jahre in "itt ausgemrchien zu einem großen, stark« Baum. In,tem tehütmten und befrucht«ten Schatt« dieses Baumes soll sich mein ferneres Leb« absprel«.

(Fortsetzung folgt.)

ßm-A

Monats fammluq

Set Forint

Re ich? nn nister K o ch erklärt, daß eine Orga- i'atbn Escherick) nicht im Einklänge mit tem Ab- mm« ütrA Spaa stehe und von der Regierung anerkannt werte.

Zu 8 l wird ein Zusatzantrag angenommen, nach von ter Waffenablieferung nur die Reicks- hr und die bei der Ausübung ihres Berufes it Waffen verseh«« Personen befreit sind. Der 13, wonach ter Reichskommissar sestsetzt, tvelch^ »llitärischen und politisch« Organisation« von

Ablieferungspflicht befreit sind, wird abge- t. Gemäß 8 6 bekommt ber Reichskommissar ntn vom Reichstag gewählt« Beirat von 15 non«. Der § 9 über bie Befugnisse des Reichs- anniffars wird in ter Fassung angenommen, h er Bestimmung« über Quartierleistung« und \a turalienlciftung« für die Sicherheitspolizei und entere von ihm heran gezogene Hilfskräfte zu er- lifFen hat

Das Recht des Reichskommissar, daß er die -gäbe von eidesstattlichen Versicherung« vec- i kann, wird etenfalls wieder hergestellt.

Abg. Lambach (D.-Ntl.): Ter Mangel an krrnn- und ausländisch« Rohstoff« ist ter Grund *i Arbeitslosigkeit. Die Schwankungen ber Valuta | fri^en al'e wirtschaftlich« Grund lag« rrbbdxni» artig erschüttert. Wir sind zu einem Hlrbeitnehmer- w-T geworden, gegenüber ten Arbeitgebervölkern br Entente. Um die deutsche Arbeit nicht zu "ftidigen, mitt) man mit der Einfuhrbewilligung

ausländische Fertigfabrikate sehr vorsichtig sein Triften. X

Reichsarbeitsminister Braun: Tas Rcaliin- '-.«m« des ganzen teutsch« Volkes ist gesunken. >3 ändert aber nichts an der Tatsache, daß ft ich tit Arbeiter relativ besser stehen, als viele andere NSteile, z. B. Geistige Arbeiter und Watemiker. aue Gleichstellung ter Frauen mit ten Männern

Ortschaft hob« sich in lieblichem Lanbschfftsblld auf halber Bergeshöhe die grau« Uebcnefte einer Burg in ten klar« Himmel.

Bitte das dort ist doch Lobeda?" erklang in fremdländischem Tonfall eine Frage aus tem jungen, von blondem Schnurrbart ütert chattet« Mund.Ich bin doch auf dem richtig« Wege zu dem Städtchen?"

Auf tem recht« Wege," bestätigte ter alte Herr int schlicht« Rock freundlich.Lobeda ist auch mein Ziel, und trenn es Ihnen recht ist'

Der andere fiel ein:Aber gern schließ ich mich Ihn« an, wenn Sie geihatten. Ich faN Sie dann vielleicht auch mit einer oder der ande­ren Frage tehellig«. Das heißt um mir bic rechte Antwort darauf geb« zu fönn«. _ mußten Sie nicht nur wissen, wie es geg«roärttg in Lobeda aussieht, fonbern auch die Bergangente" einiger Bewohner vielleicht ehemaliger Be­wohner des Ortes dürfte Ihn« nicht unbe­kannt sein" . _ ,

Der alte Herr nickte gemütlich mrt tem Kopfe. Sie haben es da gut getroffen. Ich bin in Lobeda geboren und mein Schicksal hat es gewollt, daß mich das Städtchen bis teute nt fernen Maue« feftgehalt« hat. Frag« Sie also mir

Sie sind in Lobeda geboren?" wiederholtt ter junge Mann lebhaft.Dann hat es freilich ter Zufall gut mit mir gemeint. Vor allem möchte ich mir erlaub«, Ihn« mein« Namen iu nenn«. Wahrscheinlicher weise klingt er Ihn« nicht ganz unbekannt. Ich heiße Hermann ^ü^Ter alte Herr blieb wie angewurzelt stehen. Eine leichte Blässe hatte sich über sein Antlitz

Vorräte zur

ter nächstfolgend« Monate) ausreicl)«. Der Tausch von Getreide, welches nicht Brotgetreide ist. gegen Brotgetreide, der Zukauf von Brotge­treide durch ein« landwirtschaftlichen Betriebs* Unternehmer und die Ueterlassung von Brotge­treide an ein« solch« durch ten stomrnunalve» band zu tem Zweck, die Selbswcrsorgung über­haupt oder in enreitertem .Umfang zu ermög­lichen, ist untersagt. Als Selbstversorger gelt« die Unternehmer solckxr landwirtsrl>aitliche Be­triebe, teren Brotgetreitevorratt für sie selbst und die Angehörig« ihrer Wittickmft, sowie Na­turalterecht igle, soweit sie als Lohn oder Leib gebingc ^Üt«tcil, Auszug, Ausgedinge, Leite zücht) Getreide oder daraus hergestellte Erz«g nisse zu beanspruch« baten; fe«er alle im laute wirtschastlichen Betriebe ganz oder überwieg«d beschäftigt« Perosnm während ter Tauer der Beschäftigung sowie ter« Angehörige, soweit sie mit ihneii im gleich.« Haushalt leb.« und nicht in ante rat Betrieb« beschäftigt sind. Jede Ber>

Aus dem Amtsvcrkündigungsblatt.

** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 110 vom 5. August enthält folgende Be­kanntmachung«: Verordnung zum Schutze ber Preßluftarteiter (Schluß). Ausführung ter Verordnung über die Schäblüigsbekampfung mit hochgiftig« Stoffen. Ziegelung des Verfahrens zur Festsetzung ter Entschädigung« für die auf Grund ter Artikel 169, 192 und 202 des Frie- tensVertrages zu «beign«ten Geg«stänte. Einsendung ter Kreisabteckerverzeichnisse für ten Monat Juli 1920. Maul- und Klauenseuche in Langsdorf. Schafräute in Grvßen-Bufeck. Di«stnachricht«. Ausführung ter Reichs- getreiteoriyrumg; das Ausmahl« des Getreides der Selbstversorger im Erntejahr 1920.

Ter Gebrauch van Blausäure zur Sch äte lingsbekämpfung ist in jeder Ämrendungs- form verboten.

In Langsdorf ist die Maul- und Klau«- seuche amttich ieftgeftelU Worten. Es wirb ge­bildet ein Sperrbezirk bestehend aus der Gemar­kung Langsdorf und ein Beobachtungsgebiet be­stehend aus ten Gemarkung« Nieter-Bessing«, Oter-Bessing« und Nonnenrvth.

Bei ten Schafherden des Heinrich Uebele aus>Nauheim und ter Langgässer Schäferei- Gesellschaft zu Grohrn-Buseck, beite in der Gem-ar- knng Großen--Buseck, ist ine Rcmtekrankheit fest- gestellt. Gemarkungssperre ist verhängt.

In ten Gemeinten Garbenhei m und Klein-Rechtenbach ist die Maul- und Klauenseuche crusgebroch«. In ten Gemein­ten Holzhansen, Oberbiel und Obern­dorf sowie auf Forsthaus Langengrund te; Waldhof Elgershaus« ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. In ten Gemeinten Echzell und Gettenau ist die Maul- und Klau«seuche ausgebrochen. Die erforderlich« Sperrmaßnahm« sind angeordnet. Die Maul- und Klau«seuche in ter Gemeinte Katz«fort ist erlosch«.

Das im Bezirk des Kommunalverbantes Gie­ßen ten Selbstversorgern znsteh«te Ge­treide aits tem Erntejahr 1920 darf in Mühl« außerhalb des Kreises Gieß« nur mit Dorberiget Genehmigung des Kreisamts verarbeitet werten. In ten Mühl« des Kreises Gieß« darf Ge­treide aus ander« Kreis« nur nach vorheriger Einholung ter Genehmigung zur Verarbeitung angenommen werten. Tas Recht der ^lbstrer-

Landwirtschaft.

Von dem Landwirtschaftskammer- Ausschuß für die Provinz Ober Hessen erhalten wir folg«te Zuschrift:Wegen ter Ge­fahr ter Verschleppung der Maul- und Klauen­seuche muß die Schafbockauktion in diesem Jahre leider ausfall«. Seit Jahr« wurde diese Ente Juli in Lich abgehaltm unb erfreute lieft eines

aibeitung tes Getreides zu Mehl, Schwt, Grieß, Grütze, Group«, Flock« und äfmlicten Erzeug­nissen sowie zu Futtermitteln in eigen« oder hemten Betrieb« ist von der Ausstellung von Erlaubnisschein« «Mahllart«, Schrotkart«) ab­hängig. Tie Erlaubnisscheine zur Verarbeitung von' Getreide (Mahlkart«, Schwtkarten) werten von ter Bürgermeisterei derjmig« (temeinte aus­gestellt, in welcher ter Antragsteller sein« Wohn­sitz bat. Diese Erlaubnisscheine sind nur inner­halb ter auf ihn« vermerkt« Frist«, die nicht langer als 2 Monate vom Tage ter Ausstellung ab lauf« dürfen, gültig. Die Verarbeitung des Getteites darf jedesmal nur zur Schaffung eines Vorrates von höchstms zwei Monateii gestattet werten. Selbstversorger dürfen die Mühle selbst wähl«, in welcher sie Getreide verarbeiten lass« rooll«. Sie sind indessen an die einmal ge> troffene Wahl für die Dauer des Wirttchafts- jahves 1920/21 . gebunden. Nachttägliche "A«te- nmg« können nur in besonders begrüntet« Fällen vom Kreisamt g«eftmigt werten. V« mehrt oder rerminbert sich bei einem Selbstver­sorger die Zahl der zu seiner Wirtseftaft geftorig« Personen, so hat er dies innerhalb 3 Tagen ter Bürgermeisterei an zuzeig«. Diese hat alsdann bei Ausstellung des nächst« Erlaubnisscheines die zur Verarbeitung freijugebatbc M«ge «t- sprechrnd zu erhöhen ober herabzusetzen. Wirte, die Selbstversorger sind, haben für ihr« Ge- roetbebetrieb kein« Anspruch auf Ausstellmig von Erlaubnisschein«: es werten ihn« vielmehr für ihren Gewerbebetrieb Brotmarken nach Maßgabe ter hierüber bestehend« Vorsckfrift« ausgestült. Bäcker, die Selbstversorger sind, baten nur An­spruch auf Ausstellung von Erlaubnisscheinen für die M«g«, die sie nach ten für bie Selbstver­sorger allgemein gültig« Vorschriften verbrauch« dürfen. Müller, die Selbstversorger sind, dürfen das ihn« als Selbstversorger zustetente Getreide nicht ausmahl«, bzw. verschrot« oder ausmah- l« bzw. verschrot« lass«, ohne im Besitz eines Erlaubnisscteines zu fein. Die für Selbstver­sorger gültig« Bestimmung« finten Anwendung Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe, die das zum Verfüttern freigegetene Getreide verschrot« lass« woll«, baten bei der Bürgermeistern ihres Wohnortes Anttag auf Ausstellung einer Brot­karte zu stell«. Vor der Besörderung des Ge- treides zur Mühle ist an jedem Sack ein bei ter Bürgermeisterei erhältlicher Anhängezettel nach vorgeschrietenem Muster zu befestig«, aus tem sich der Name und Wohnort tes Selbstversorgers sowie ter Inhalt ter Säcke nach Getteiteart unb G-wicht ergeb«. Der Anhängezettel hat an ten Säcken zu verbleiten. Sofort nach Füllung der Säcke mit dem aus tem Getreide erörtertet« Erzeugnissen (Mehl, Schrot, Grieß, Grütze, Grau- reu, Flock« und ähnlich« Erzeugnissen sowie Futtermittel) hat der Müller die Rückseite des Anhängezettels aus-zufüll«.

Aus dem hübschen Wies«weg, ter von ahrtigrauert, berge-- und poesieumkränzt« ttni- «asitätsstadt J«a ten vieltesuchtm, feuchtftoh- lichen Bierdörfe« Ober- und llnterwöllnitz zu- lsfft. schritt ein junger Mann in träumertid) 'öliger Haltung dahin.

Diese ttäumerffche Haltung bildete ein« selt- te2^^msatz zu ter fast peinlich«, etwas änbiicftm Eleganz seines Anzuges, enter ^Äisch« oder amerikanisch« Eleganz, die auch 'ttht zu dem rerfarmen« Ausdruck des fernge- Mtt«en Gesichts und dem unbestimmt ,chrrei- nden Blick ter blau« Augen Pass« wollte, aber 'Aießlich doch ter ganzen Erscheinung, die fönst vielleicht zu weiche Lini« gezeigt hätte, ern«

Demtschcr R<ich»tag.

19. Sitzung.

Berlin, 5. Aug.

Haus unb Tribüne sind zu Beginn sechr sch.vach 2uf ter Tagesordnung stsht zunächst tee ce Lesung tes Gesetz«twurfts üter die

Entwafftmng der Bevvlkkrung.

'2Ibg Tc. R isenseld (USB.) l gt nochmals iLahtebii-iiten Standpunkt seiner Partei dar, und ert farauf hin, faß Die teutschc Arbeiterschaft U; !ein n llmst.ind.'n bul cti w..r e, diß Ementr-

i zum Mampfe gegen Sow^etrußlan.^ durch xttf^aiLD hindurchgel^ilet würden. Die Unaus- -.Lifiamleit -S Hauies ist so groß, faß Präsident v.3c iiiehrsach um Snche erfüllen muß.)

Reickssmiuister Dr. Simons: Die Frieoens- tziLäge und das Abkommen von Spaa verpflichtet 3 direkt, ein solches Gesetz vorzuleg«. Ter ftchskommissar ist fein Diktator und untersteht < rjj ter M»irtn?Ile des Reichstages wie die Ne­hrung. Unsere Neuttalität darf keinesfalls ver- (L roeitvn. Besetzt oder unbesetzt, cs bleibt immer uisches Gebiet, unb dieses darf unter keinen Be iifimg« zur Operationsbasis gegen irg«d eine ü beiten Vriegfüteenten Mächte benutzt werdtti. M tem franjöfi dwu Geschäftsträger 'batte ich ge» jm eni- sehr ernste ILntenmm-i b.tr. die Flaggen» ildeg«teit. Die Sihtati^n ist sehr gespannt, doch mir alles hüt, um sie zu entspannen. Ich tt auch Ihrerseits alles zu verrneiten, was zur fung ter Lage beitragen könnte.

Abg. Stelling : Das Gesetz ist not­ig. Wir könn« nicht bi? Verantwortung dafür uns nehmen, faß durch ein Scheitern tes Ge- -4 die Vereinbarung« von Spaa in Frage ge­lt märten.

Abg. Fran Zetkin (USP.^ leimt die Vorlage ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter ab. 9(bg. Leicht (Bahr Vp ): Unsere Betemk« en sich wächrend ten Behandlung der Vorlage f) terschärft imio wir kirnen daher das Gesetz ab.

Abg. Bur 1 age (Zentr.) bedauert diese Er- kimg.

Kreistag.

Gießen, 5. Aug.

Zn der Di«stagsitzirng roarai 26 Mitglieder des Kreistags, 2 Mitglieder und 2 Ersatzmstglietzer des Kreisausschusses erschäenen. Ms Urftoidsper- fjnen mutten die Herr« Ger Hard und Gvtt- «mann bestellt uno der Kreissekcetär Schäfer als Prodokollfuhrer durch Handsckstag verpflichtet.

Der Vorsitzende ged-ochte sodann mit ehrend« Worten des vor kurzem verltorten« früher« Provimialdirektors und Kreisvats Geh. Rat Dr. Br eifcert. Die Anwes«ten erhoben sich zu Ehr« dessen von ten Sitz«.

Die Rechnung be r Kreiskassc, die mit einem Ueberschuß von 185 040,49 Mk. abschließt, sowie ter Verwaltun gsber icht und die Ksrc- ditülerschveitungcn s)wie ter Verwaltungsber-cht ties Kteisausschnsses wurden vortehattlich der Prü­fung durch die Obervfa'-nnngskammer genelMig-t.

Die Vorlaged^s Kreisansschussesüber die Be­soldung der Beamten und Angestell­ten des'Kreise s wurde nach kurzer Aussprache unter tem Bortehalt genehmigt, faß im Laufe des Jahres eine Nachprüfung -rergenommen und tem nächst« ortentlich« Kreistag Vorlage über die endgültige Regelung ter Gehaltsverhältnisse ter Beamt« und Angestellten des Kreises sowie ter Ruhegehaltstezüge gemacht werten soll. In tee Vorlage sollen noch aufgenomm« werr« tee Worte:vorbehaltlich ter Zustimmung der Regie­rung zu ter Einteilung ter Kreisbeamt« in bie

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lich verlor«.

Abg. Frau Zetkin (Komm.) tritt für die Gleichstellung ter Frau mit tem Mann in ter Arbeitslosenunterstützung ein.

Abg. Malzahn (11.©.): Der Motor des wirtschaftlichen Lebens ist nicht ter Kapitalismus, sondern die Volksttaft. Die kapitalistische Wirt­schaft ist unfähig, den eigenen Volksbedarf zu deck«. _ ., . .

Arbeitsminister Braun: Das Reich wird 35 Millionen Mark für diejenigen Arbeitslostn zur Verfügung stell«, die Angehörige zu versorg« haben. Diese 35 Million« roerben auf die ein­zelnen Länder verteilt, unter der Voraussetzung, daß diese auch'ihrerseits noch Zuschüsse, geb«, so faß insgesamt 60 Millionen für bie)« Zweck bereit stehen.

Ein Schlußantrag wird angenommen.

Der Anttag ter Unabhängig« wird tem so- zialwirtschaftlichen Ausschuß überwies«.

Der Pläfttent erbittet und erhält bic Er-- mächtigung, ten Tag und bie Tagesordnung ter nächsten Sitzung zu bestimm«. Er wünscht ten Mitglietern gute Erholung und gibt ber Hoffnung Ausdruck, datz die Ereignisse jenseits ber Grenzen unb die Konferenz in Genf eine Einberufung nicht früher nötig macht, als es in normal« Zeit« ter Fall ist

Schluß 4-/. Uhr.

vorgesetenen Grupp« und vorbehalt'.ich ter Re­vision ter GehaltsrerhälMisse mro rteiue.'img ter Bezüge nach oten ober n-ach unten seitens des Stosats". Weiter itrutoe ter Ausschluß bet Klag­barkeit bekitigt.

dem Antrag tes KrcifauSsckm'fes .tus E r h o h u n g

Hieran anschtieß«, temerk t ter Vor itz nde zu berTagegclderfür die Mitglieder des Kreistags uno des Kreisa it o schu s s cs, daß ter Kreistag seiner Zeit beschlossen bab:, faß bie Mitglieder ocs Kreistags uno tes Kreifau^- sck usses Je gleiche*! Tag.-geter b.-ich« sollen, inic die Mitglieter des Provrnzi-iltages und Provmzial-- aussck>us>es. Ter Provinzialtag l?ate unterm 12. v. Mts. bic Gewährung eines Tcuernngszusckstags von 50 Proz. rückwirkeisd vom 1. i>lpril 1920 an be­schloss«. Ter Form weg« habe er beantragt, ter 'KlieiSoag solle dies -auch für seine Mitglieder und die Mitglieder des slreis-ausschnsses beschließ«. Ter Eintrag nmrte einstimmig g«d)migt.

Ter Vorsitzente trug den Boranfchlagder Kreiskasse vor unb gab zu ten einzelnen Rn- brifen kurze Erläuterungen unb AuMäningen. Er wies besonn:rs aus den Antrm des Kreisaus'chusfeä über Einführung ter Schulzahnpflege i n den Landgemeinden hin und bemerkte, datz ber Betrag von 10000 Mark wohl kaum ansr-ttch?. Ta inan aber erst Erfahrungen sammeln müsse, wolle man zunächst kein« lwheren Betrag vorseh«. Nach kurzer Aussprache mutte ber Antrag und bet damit in Verbindung steß.'noe Vertrag g«rt*migt. Weiter bemerFte ter V)rsitzend2. baß die tent ten

In ter Gesonttabstimmnng mutte fas Gesetz ir*fe5r großer Mehrheit gegen die Unabhängigen, - bayerische Volkspartei und einzelne Nationale

Leben m<tttomm«.

Darauf wird die Aussprache über die sozial- namt Sudrram tmofratifebe Interpellation tetr, die AtbeitS- ide nach^hllbr 4^ Lsigkeit und über den Anttag der Unabhängig« m Samstag rEo<cks Verbesserung ter Erwerbslosmunterstützung ii&gaMyK| ^gesetzt.

hingeb reitet, jetensolls eine Folge tief innerer Er­regung.

Hermann Hüttich," tief er mit bewegter Stimme.Jetzt sag« Sie nur noch, faß Ihr Vater Walter Hüttich heißt und vor wart« Sft vor fünfunddreißig Jahren die »eirnat verließ, um sich in Amerika ein neues Tafan zu gründen, sag« Sie fas, und ich schließe Sie in die Arme, well ich mir nicht anders Helf« kann."

Ter junge Mann lächllte ergriff«.Waller Hüttich derselbe. Walter Hüttich, von dem sie sprechen, ist in der Tat mein Vater."

Ter alte Herr begnügte sich, die beiten Hände des jung« Mannes zu ergreif« und herzlich zu schütteln. Aber er rief voll überströmender Wärnie, die wie eine Umarmung war:Der Sohn meines beften Jugendfreundes diese Fraide diese Freute!"

Sie war« Papas bester Jugmdftmnd? Dann weiß ich auch Jhrai Namen. Er lautet Reinsdorf"

Ich bin Lehrer Reinsdorf. O sag« Sie mir, wie es dem treu« Gefährt« meiner Jugend geht!"

Gut, gut. Er hat mich nach Deutschland in die Heimat vorausgeschickt. Aus der Uni­versität in Jena, bie auch Papa besuchte, will ich meine wissenschaftliche Ausbildung vollend«. Papa kommt nach möglicherweste schon in Wochen, Dietteicftt aber auch erst m Monaten. Es hängt fas davon ab, wie rasch ober wie langsam er sich aus fein« Geschaftsverhältniss« brüten zu lös« vermag. Für immer denn

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Uhr, jgPlätze!