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wollen, eine Reform des Bühnen kunftwerkes zu schaffen. Das Vorbild der englischen Bewegung ift eürgestandmermatzen das amerikanische Theater, das mit der Errichtung kleiner Bühnen große Er­folge erzielt hat. Von allen Seiten hört man, daß sich Gruppen von Schauspielern und Theaterfreun­den zusammenschließen, um solche intimen Schau­spielhäuser zu errichten. So hat die Garrick-Ge- sellschaft in Stockport das nötige Geld zusammen- gebracht, um ein kleines Theater zu bauen, und in dem benachbarten Ort Altrinchan taten sich kunstbegeisterte Dilettanten zur Gründung einer Bühne zusammen, die nur wirkliche Dichtungen vorführt. Andere solcher kleinen Theater, die in strengem Gegensatz zu den großen Bühnen ernste Kunst Pflegen, sind die in dieser Saison entstanden denen Bühnen in Nottingham, Manchester und Bath. Das Interessanteste an dieser Bewegung ist, daß sich die englische Provinz von der Diktatur Londons befreit, die in Theatersachen bisher noch tnel größer war, als etwa die von Paris. Dre neue Bewegung beruht nicht nur auf der Zusammen­arbeit von Schauspielern mit Künstlern, bie eine neue einfache Ausstattung ins Leben rufen wollen, sondern auf einer ftarfen Unterstützung durch das Publikum der Provinzstädte, das sich befreien will von den mmderwertigen Vorführungen, mit denen London vvrangeht, und in künstlerisch ernsten Dar bretungen Hemer Theater die Erlösung sieht von der Seuche jener sinnlosen Possen und Ausstat ttrngs stucke, die srch in den großen Theatern breit machen.

ohne

we-

s-emliche Aussprache nach den Anträgen des Aus

mit dem

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Moni«» «Ulfen, bfe die Leute nach ifarr ihnen «elitl-n'hLk imb ihnen düng beurteilen. Aber Mötzlich erhob sich unter weder vergeben noch nevgelicn ionnte ffr diesem Bauernbart, unter dieser gewöhnli^'> | üb.-rHaupt o!l« nsck'itt. '"'"im».,, , ,/,nt

knitterten Blm'e der alte russische Baron, der I ie-!ul - o-nn rt ihn LhÄrt!«

U ihnen gehörte

das Fürsorgelassegcsktz

beraten. Tie einzelnen Artikel werden

Höchst merkwürdig berührte Gorki die Leideiischaft- lichkeit, mit der sich Tolstoi am Kartenspiel be- teiligte.Er spielt ernsthaft, leidenschaftlich. Seine Hände werden nervös, wenn er die Karten aiif- nimmt, geradeso tote wenn er etwas Lebendiges hielte, etwa Vögel, anstatt unbeseelte Karton- stücke." Das Bildnis, das hier Gorki mit feiner Psychologie und in lebendigster Schilderung von Tolstoi entwirft, ist reich an solchen intimen Schlaglichtern.

schupes erledigt. Tas Gesetz soll

P legevnpalten in MeV Mr einina«ige B-schns- fnaa.?be.':':Lw Hit staatliäst Hshuarbeit, Soll noch naclr ; cm ÄNiraae des Aiissckaijsts abgelHnt iccr- den, -r £r. dies.' Avtetemng ferne M- hrheit, unc die z*yt ellung geht muh Unteritützmig d.irch die Vteg. Ko rett - ^ernr., uno Engelmann (Soz.) an ven Ausstle.ch >irüd.

Tie Vorstellung des Pros. Merus in Nieder- Ramftrd: be!r ^mpsgegner wird abgewiesen. Der dringlich.' Antrag oes Abg. Kiel betr. Wirt- schchtSbeihUfe für das technische Personal in den Kliiiileu und Pflegeanstalten wird für erledigt erklärt. Auch ixt dringlich: Antrag dessrl'oeii Abgeordneten Mr. Aushebung der verschiedene?!, Klassen in Kliniken betr. Einführung einer Ein- lEitcklasse wird auf Grund der Neg.-Antwori, nach einer Ford ruag des Abg. Vetters (Soz.) ider befseve s<<: ..bd schng in der dritten Klasse der Gießener Klinik für erledigt erklärt.

Tann wird die Regierungsvorlage betr.

sll den vuchpreissteigenmgen.

Ter Vorstand des Deutschen Verleger­vereins veröffentlicht folgende Erklärung:

Zu einer Zeit, wo die Ermattung des inlän­dischen und ausländischen Marktes dank der Ueberspannung per Preisbildung anderswo schon im Zuge war und im Buchhandel sich anzukün- dlgen begonnen hatte, hat der Vorstand des Börsen- vercins der Deutschen Buchhändler, auf Drängen und Drohen aus den Reihen des Sortiments und entgegen dem Warnen und Widerstand des Ver­lages, den Buchpreis mit einer zwangsmäßigen und nahezu unterschiedslosen Verdoppelung eines im Jahre 1918 eingeführten, damals schon heiß umstrittenen und allein dem Zwischenhandel zu­fallenden Aufschlages belastet, der dem Sortiment einen ganz unverhältnismäßigen Anteil an dem vom Publikum zu zahlenden Preis zufallen ließ. Diejenigen Verleger aber, die bei ihren unmittel­baren Eigcnverkäufen an das Publikum einen

Lebensmittel.

** Einmachzucker. Durch die Ein- kaufsgesellschast m. b. Ä. Mainz ist der Stadt Gießen eine größere Menge Auslandszucker für Einmachzwecke zugeteilt ivorden. Es ent­fällt auf den Kopf der Bevölkerung ca. 1/2 bis '/« Pfund zum Preise von ca. 7.40 M a r k per Pfund. Wer den Zucker nicht, oder nur zum Teilen erhalten wünscht, wdlle dies in seinem Kleinhandelsgeschäft bekannt geben.

** Bei der städt. Obst- und Ge­müse st e l l e in den Marktlauben wird mor­gen u. a. Frischgemüse, Karotten, an Hülsen-

Arrr Stadt und (and.

Gießen, den 6. August 1920.

Das Steuergeheimnis.

Für die Landesfinanzämter ist eine vor­läufige Geschäftsordnung erlassen worden, die z. T. auch für die Kunden dieser Aemtec, die Steuerpflichtigen, von besonderetn Interesse ist. Die Amtspflicht sämtlicher Beamten der Reichsfinanzverwaltung erstreckt sich insbeson­dere darauf, daß sie Verhältnisse eines Steuer­pflichtigen, die sie dienstlich erfahren haben, strengstens geheimhalten. Geschäfts- oder Be­triebsgeheimnisse dürfen sie nicht unbe­fugt verwerten, wenn sie diese dienstlich erfah­ren haben. Diese Pflicht wird durch Ausschei­den aus dem Dienst oder Beendigung der Tä­tigkeit nicht berührt. Die Pflicht zur Geheim­haltung liegt insbesondere auch den Beamten der Registraturen und Kanzleien ob. Sie gilt auch für alle Beamten und Angestellten, die sonst mit'der Verwaltung oder der Verwen­dung von steuerlichen Akten betraut werden. Disziplinarischer, gegebenenfalls strafrecht­licher Ahndung unterliegt eine unbefugte Ueberlassung von Dienstakten und dienstlichen Schriftstücken an Personen, die diese nicht in­nerhalb des zugewiesenen Geschäftszweigs be­nötigen. Die Landesfinanzämter verwalten als Oberbehörden der Reichsfinanzverwaltung alle Steuern im Sinne der Reichsabgabenord- nung. Sie wirken auch bei dem Branntwein­monopol. Der Reichsminister der Finanzen kann den Landesfinanzämtern und den un­terstellten Behörden die Verwaltung von Landesabgaben, Kirchensteuern usw. über­tragen.

Sortis Erinnerungen an Tolstoi.

Zu den wertvollsten und aufschlußreichsten Büchern der Tolstoi-Literatur gehören dieEr - innerungen an Tolstoi" von Maxim Gor kl, die jetzt in einer englischen Ausgabe toerönenthdjt worden sind. Der größte russische Dichter der Gegenwart erzählt hier von den Ein­drücken, die er int Verkehr mit dem Meister der russlschen Lebmsschilderung empfangen, und setzt fich mit der so zwiespältigen Persönlichkeit des Grasen auseinander. Gorki liebte Tolstoi nnö sah in ihm das unerreichte Vorbild dichterisclzer Größe, aber er bewahrte sich ihm gegenüber doch feinen scharf kritischen Standpunkt. Diese Ver­bindung von Verehrung und schonungsloser Kri­tik, die sehr russisch ist, macht das von Gorki entworfene Porträt so besonders lebendig und interessant. ..Was mich immer am meisten an 'hm empörte," schreibt er,war dieses hartnäckige despotische Streben, das Leben des Grafen Leo Nikolajewitsch Tolstpi inDas heilige Leben «unseres gesegneten Vaters Leo" zu verwandeln. Er war in seinen eigenen Augen ein Heiliger, er hätte gar zu gern auch ein Märtyrer fein wollen. Und doch war er zu gleicher Zeit ein Aristokrat, von kalter Löslichkeit und l-ochmütigem Stolz. Ein langer Bauernbart, grobe, aber ungewöhn­liche Hände, einfach' Kleidung, all diele äußerlichen, bequemen dcmokratisck>en Allüren täuschten viele.

große Aristokrat, die Hemmnatur; dann wurden bie Naseit der einfältigen Besucher, mochten es nun gebildete ober ungebildete sein, sofort blau von der unerträglichen Kälte, die von diesem Manne Von denTolstoianern", den vielen, die Pilgerfahrten machten, um den Grafen zu ^hkp und ihm zu huldigen, spricht Gorki mit Lch hatte immer das Ge­fühl, dap bie|c fiente das Haus mit einem Geist ,?C Feigheit, bet Käuflichkeit und selbstsüchtigen Unbedeutenheit erfüllten. Einer von bn.^dosteln der Tolsdoischen Lehre, an den tat mich gerade erinnere, weigerte sich im Hause des Grasen, Eter zu essen, weil er dies als eilt C Jc<fe gssen die Hennen ansah. Abiw schon auf der Effenbahnitatton, kaum daß er aus Tolstois verschlang er gierig Fleisch unb sagte.Der alte Bursche übertreibt alles." trtSn " .denen Tolstoi selbst einsah, wie traurig es nut seinerHeiligkeit" bestellt war, und er seufzte dann wohl:Der Kalif Abdur- rahman hatte während seines Lebens vierzehn glucklickte Tage, aber ich bin sicher, daß ich nicht r .habe- Und das lommt allein da-

wbt 1 'TnLr Pr mich ^ben konnte und letzt nicht nur selbst leben kann; ich lebe für bie Schaustellung, für das Publikum." Besonders ente rültet i|t Gorki über die geringschätzige Art in der Tolftoi von brn Frauen sprach.Es schien mir, lagt er,ate ob er einmal schwer unter

(Zentr.) angenommen. Tie Vorlage, betr. Dienst­verhältnisse der Schreibgehilfen, wird angenommen, ebenso b.e Vorlage, betr. die Gewährung von Bai: kostenzuschüssen, die Verordnung, bür. die Ver­steigerung von Heu und Grummetgras, der Ent­wurf eines Gesetzes über Wechselverpslichtungen für die Gemeinden, der Entwurf, betr. die Er­höhung oer Gebühren für die Notare, der Ent­wurf eines Gesetzes über Erhebung von Zuschlägen zu gerichtlichen Beurkundungen, die Vorlage, bet.. Grundstückserwerb durch juristische Personen, die Vorlage, betr. Vorschuß an die Handwerkskam­mern, die Vorlage, betr. Strafverfahren gegen M. Schloß in Tanberbischofsheim und A. Fehr Ehefrau in Rimbach i. O.

Ter Antrag des Amtsgerichts G i e st e n , be­treffend Einleitung einer Privatklage gegen den Abg. Vetters, wird abgelehnt.

Tie Vorlage, betr. Gesetzentwurf über das Brückengeld und die Ueberfahrtsgebühren bei Worms, Kostheim, Gernsheim unb Oppenheim wird angenommen, die Vorstellungen, betr. Auf­hebung des Brückengeldes wird für erledigt er­klärt, nachdem der Abg. Biege dagegen gespro­chen hat.

Tamt wird noch der Antrag des Abgeordn. Binger betr. die Schaffung von den Ticektor- stellen bei den Handelsgerichten der Regierung als Material überwiesen. Tie Regierungsvorlage' des Entwurfs eines Finanzgesetzes für 1920, dessen Hilfsfonds 100000 Mk. überwiesen werden, fin­det Amtahme, ebenso der Verwaltungsvoranschlag! des Landtags von 192-3, her mit 210127 Mark abschließt, besgl. eine Vorlage betr. die Ruhe­gehaltsverhältnisse von ©ttenbabnbeamten. Die Vorstellung bet Hess. Gevm ter 2. Kl. in Gießen hzirb genehmigt. Ter Antrag Schreibe betr. Ver­mehrung brr landwirlsch Winterschulen in Rorin- hessen unb der Antrag Herbert u. Gen. (Handel mit Schlachtpferden) wird für erledigt erklärt. Die Vorstellungen des Handelsvereins Bensheim, des Detail! istenvereins und der Handelskammer Darm­stadt betr. Sozialisierung des Klein­handels werden der Regierung als Material überwiesen, ein dringlicher Antrag Brauer und Genossen betr. LieferunKs-irschläge für Brotge­treide unb Gerste wird für erledigt erklärt, eben­so ein dringlicher Antrag Fenchel unb Ge­nossen betreffend Verwendung des Mehrerlöses ans Häuten von Schlachtvieh unb die Bewirtschaf­tung der Häute wird für ertebigt erklärt. Der Vorstellung des Dr. Hug in ©ecbeim betr. Ein­führung einer Kürlare iörrb abgewiesen. Verschie­dene dringliche Anfragen von einzelnen Abgeord­neten über Arbeitslöhne, Petroleumnot und Reichs­kleiberstelle erleiden dasselbe Schicksal, ebenso die Vorstellung hessischer Tanzlehrer betr. Ab­legung einer Prüfung. Der Antrag Münzer unb Genossen betr. ©djaffung ton Richter- unb An­waltstellen.

Eine aanze Reihe von Vorstellungen verfehle- schiedener Art finden ohne Debatte Erlängung nach den Anträgen der Ausschüsse. Abg. Vetters (Soz.) unterstützt dann die dringliche Anfrage des Abg. Kiel betr. Bernehmungm von Eisenbahn­beamten in Gießen. Die Anfvage wird für er­ledigt erklärt.

Schluß Vs2 Uhr. Nächste Sitzung Sa m sta g vormittag.

1. April 1920 in Kraft tosten. Tie verscho­benen Borstellmr gen hierzu werden für erledigt erßart, nachdem Abg. Knoll iBentr.) im Namen Les Ausschusses für die pensionierter Beamten entgcirctm ist und die Negierung ersucht, durch Teuerungszulagen diesen Leuten zu helfen. Zu dem Antrag der Provinz Oberhessen, ihre technischen Beamten in die Fürsorgekafse auszn nehmen, erklärte die Regierung, baß sie mit dem Wunsche einverstanden fei. Abg. Engelmann iSoz.) spricht gegen diese Bevorzugmig. Abg. Brauer (H. Vp.) erklärt, daß Oberhessen keine Bevorzugung, sondern nur Gleichstellung mit den Großstädten wolle. Der Antrag Ober­hessens findet Annahme. Die Vorstel­lung der Kriegsbeschädigten in Darmstadt betr. Teuerungszulagen wird für erledigt erklärt.

Die Vorstellung der Bureau- und Unter beam­ten in Hessen, Protest gegen die Stellungnahme der mittleren Justizbeamten bei Besetzung der mittleren Jnsttzbeamtenstellen wird für erledigt erklärt. Die Regierungsvorlage, betr. Gesetz­entwurf über

das Hessische Gendanneriekorps

wird nach Bericht des Abg. Diehl (H. Vp.) ein­stimmig angenommen, die Denkschrift der Gen­darmerie wird der Regierung als Material über­wiesen.

Dann toirb die Regierungsvorlage, betr. Um­legung von Bauland, ohne Aussprache angenommen. Eine Vorstellung der Anna Michel Witwe in Worms wird für erledigt erklärt, ebenso die bringt Anfragen des Abg. Kiel, betr. Vertei­lung von Waffen der Reichswehr in Gie­ßen und das Redeverbot in Gießen. Der An­trag Reh u. Gen., betr. Abänderung des Kunst­straßengesetzes, wird angenommen, der Antrag Klingspor unb Osann, betr. die Bezüge der afabem. Assistenten und Techn. Hochschule wird für erledigt erklärt.

Abg. Vetters (Soz.) begründet ferne Au­ftrage betr. Auss chreitungen gegen- sd r's ch e Studenten. Er spricht gegen das -Verbindungswesen und die Angriffe der jüdischen Studenten durch Flugblätter und Schlägereien, be- Honders ton selten des Mückebundes. Die Regie­rung müsse eittschiü>en hier eintreten. Die Tat­sache, daß rwch so viele der Studenten mit ver­bundenen Köpfen herumlaufen, wftke sehr an­steckend, derselbe Geist habe auch in Marburg ge­herrscht und das Marburger Urteil her torgerufen. Die politische Agitation müsse unterbleiben.

Präsident Dr. Strecker stellt fest, daß ton <3eüen der Regierung und des Rektorats alles geschehen sei um diesen Auswüchsen entgegenzu­treten. Durch einen Erlaß habe man Verbote bewirkt. Man habe die Vorgänge auf das Tiefste betrauert aber mit Mitteln äußerster Gewalt könne man diese Vorkommnisse nicht verhindern. Er wolle aber der Studentenschaft als Vertreter un­serer Wissenschaft das Gewissen schärsen und darmff Hinweisen, daß bevartige äußere Vorgänge mit innerlicher Vornehmheit nichts zu tun haben. Die Anfrage ist damit erledigt.

Der Antrag des Abg Eißnert betr. die höhere Mädchenschule in Offenbach wird crngenmw- men. Die Regierungsvorlase betr. den Gesetz­entwurf über das Faselwesen wird angenommen nachdem auf eine Anregung des Abg. Hahn die Regierung sich bereit erklärt hat, diesen Wünschen «evecht zu werden. Dann tritt ritte Pause ein.

Es werden eine Reihe von Regierungs­vorlagen erledigt. Zunächst wird die Vorlage betr. die Gewährung ton Staatsdarlehen bis zum Betrage von 5000 Mk.an vom Krieg betroffene Personen angenommen.

Es folgt die Notverordnung über die Voll- Nreckung ton Beschlagnahmen zur Linderung der Wohnungsnot, die angenommen wird, die Vorstellung der Wohnungskommission in Goddelau wird für erledigt erklärt. Die Verordnung übet Beschränkungen int Liegeuschastsrecht von 1919 wird nach Erläuterungen durch Abg. Knoll

Kletne Theater" in England. Die trüben Zukunftsaussichten, die unsern Theatern von Sachverständigen verkündet werden, sind auch den englischen Bühnen bereits von hervorragendem Kennern, wie Shaw, Zcmgwill und anderen, vor­ausgesagt »torbeit. Die wachsenben Kosten für Ge­hälter und Ausstattung gestalten das Theater­geschäft immer fertiger gewinnbringend und veran­lassen die Direktoren dazu, mit immer gröberen Mitteln das schwindende Interesse des Publikums anzustacheln. So ist es gekommen, daß das ernste Drama und echte Bühnenkunst in den großen Theatern überhaupt keine Stätte mehr finden, sondern daß die Bühnen Londons samt und son­ders zuAmüsierlokalen" gettrorben finb Gegen diese traurige Entwicklung richtet sich nun aber eine Bewegung, die von den Heineren Städten au$gej)t und aus die Gründungkleiner Theater" hinztelt. Man sucht imintimen Theater", bas naturgemäß nötiger Kosten hanbelt, in mög- lidnter Schlichtheit ber Ausstattung uns in öe* Verwendung von Schauspielern, bw künstle- riffbe Ideale haben und nicht nur Geld verinenen

** Amtliche Persvnalnachrichten. Ernmrnt wurd§ am 28. Juli der Privatdozent Dr. August Eberhard aus Marburg a. d. Lahn zum ordentlichen Professor für Pharmazie an der Tech­nisch e n Hochschule Darm st ad t. Ernannt wurde am 31. Juli'der Pfarrer Heinrich Adolph zu Herbstein zwn Oberlehrer an der Ober­realschule zu Gießen. Uebertragen wurden am 29. Juli dem Schulamtsanwärter Joseph Hill aus Seibelsdorf eine Lehrerstelle an der Ä»lks- schule zu Harheim, Kreis Friedbergs am 2. August dem Schulamtsanwärter Heinr. S p i^- nagel aus Wolf, Kreis Büdinaen, eine Lehrer­stelle an der Volksschule zu Langenhain, Kreis Friedberg. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Schotten.

** Fahrplanänderung. Vom 9 Aug. an wird der Zug 559 zur Herstellung des An­schlusses von den Zügen 636 und 648 von Köln, Gießen an 7.23 n., später gelegt unb fährt in Gießen 7.28 ab, Fulda an 11.03 n. Es wirb dadurch der Anschluß nach Fulda von dem in Lauterbach N 10.10 n. über Stockheim eintreffen­den Zug von Vilbel N, der wieder Anschluß hat von dem in Frankfurt a. M. (Hbf.) 4.50 abgehen­den Zuge, hergestellt. Infolge der Späterlegunz des Zuges 559 müssen auch die Ansckstußzüge 4545 (S) Burg und Nieder-GemündenKirch Hain und 4741 Bad-SalzschlirfSchlitz später ge­legt tvcrden Pz. 4545 (S) fährt in Burg und Nieder-Gemünden 8.53 ab unb kommt 9.48 n. in Kirchhain an, Zug 4741 geht in Bad-Salzschlirf 10.33 ab und trifft 11.01 n. in Schlitz ein.

** Sand statt Z ütfxt! Var einigen Tagen verkauften Mei hiesige PLsaneii einem auswär­tigen Händler einen Zentner Zucker für 1000 Mk. Auf dem Nachlhäutewege oergewi,feite sich der Käu­fer über den Inhalt des Sackes und mußte die un­angenehme Entdeckung machen, daß er anstatt Zu­cker, Triebsand enthielt. Ilm den Käufer ju täu­schen, hatten sich die Täter einen Zuckersack bei einem hiesigen Kaufmann beschafft, an dem nach säbiel Zucker 'haftete, daß der Betrug nicht direkt auffalleii kannte. Durch die sofort auf genommenen Hwchftrfchimge.i fionn.en bi Täler erm fielt, ihnen ber Geido^trag abgemmmen unb dem Geschädigten zurückgegeben werben. Fenier wurden zwei ju- gerä>liche Pwsanen festgenommen, die einen Scheck gefälscht unb versucht hatten, ben Betrag van 5600 Mk. bei ber Bank abzüheben. Eie hiesiger Geschäftsmann wurde dadnvck) van einem Gießener jungen Manne um 4000 Mark geschädigt, daß er sich tras Geld für Zucker geben ließ, den er abends liefern wallte, aber mit dem Betrag das Weite suchte. Gestern wurde aus einer Mahnung in der Sanüenftvajß eine goldene Her ren- n h r mit Sprung..eckel im Werte van 3000 Mart gestohlen. Als Diebe wurden zwei als Schieber bekannte Personen festgenommen, bie nach längerem hartnäckigen Leugnen cie Tat ein gestanden. Die llhr, die in einem Holzchaufen in ber Wohnung var- ig^funben wurde, kannte dem Eigentümer wieder zurückgegeben werden.

** Aus dem Sportpl atz des Vereins für Bewegungsspiele findet morgen abenb 6 Uhr ein Wettspiel statt, wobei die Kapelle bei hiesigen Reichswehr konzertiert. Näh. siehe Anzeisc.

** Die Einreihung der Ange­stellten nach dem neuen Reichsta­rif. Die Einordnung der Angestellten nach dem neuen Reichstarif soll nach einer Verfü' gung des Reichsarbeitsministers so bald als

rm. Darmstadt, 4. Aug. Der Finanzausschuß hielt heute zwei Sitzun­gen ab und erledigte u. a. die Regierungsvor­lage betr. die Zentralstelle des Säuglings- und Mutterschutzes und seiner Zweigstellen. Weiter wurde nach dem Antrag der Regierung für die Alice- und Eleonorenschule in Darmstadt der geforderte Betrag von Zweifünftel der Unter- bilanz bewilligt, nachdem die Stadt Darm­stadt Dreifünstel übernommen hat. In der Nachmittagssitzung wurde in lebhafter Aus­sprache das Landsteuergesetz beraten, doch kam zunächst eine Einigung nicht zu­stande.

früchten Erbsen und Bohnen, an Obst Aepfrl, Birnen, Pflaumen, Neineklauden und Früh- zwetschen verkauft.

** Stüdt. Seefischmarkt. Morgen früh treffen wieder lebendsrische Cabeljau und Schellfische (Nordseeware) ein; der Verkauf beginnt um 8 Uhr in den Marktlauben.

Blinder Haß

betitelt sich der Roman, mit dessen Abdruck wir in nächster Nummer des Gießener Anzei­gers beginnen. Der Verfasser, Alfred Sassen, zeichnet in diesem Rompn die Charaktere zweier Menschenpaare, von denen das eine durch Verkettung widriger Umstände dem Glück, in Liebe vereint zu werden, entsagen mußte, das zweite nach mancherlei Wendun­gen des Schicksals das ersehnte Ziel erreicht. Daß der Roman auf vaterländischem Boden, den von Bergwald und fruchtbarem Acker- und Wiesenland umgebenen Ufern der Saale spielt, der Kenner dieses romantischen Htückchen thü­ringischen Landes gewissermaßen'die Szenerie des Romans genießt, ist ein beachtenswerter Vorzug.

Veranstaltungen.

Freitag, 6. Auguch: Hvtel Ebchvrm, 81/i Uhr, Gastspiel Buchwald «Programmwechset). Lichtspielhaus,,Morel" 2. Teil, unb<£r oberer?" Lichtspiele, SelterÄweg, wie gestern.

folcheu Aufschlag als rechtlich unziilaisig und totrt- fchaftiich ichädlich abtehnten, hat der Vorhand ,>c5 Börsenv.reins auf die Gefahr ber Ausschlie­ßung wegen SatzungSverswßes hingewiete!»- öeit* dein hat sich bic Lähmung des Absatzes bauernd verschärft und wird, viel stärkw als «für bas Sortiment, zu einer Eristenzbebrohung lür ben Verlag, ber das ganze aus ber Büchererzeugung ruhende materielle Wagnis allein .trägt, ju riner Lebensbedrohung für das bauliche Buch. Deshalb fordert der Deutsche Verlegerverein als bestellter Vettveter des deutschen Berlages:

1. Aufhebung jeglichen Sortimenter- T e u e r u n g s z n s ch l a g e s

a) für alle feit 1. 1. 20 erschienenen Buckxr, Zeitschriften usw. ohne Rücksicht auf ben Preis. .

Zu a: Die 5)erstellungskosten ber neu erschei­nen ben Bücher bebingen so hohe Ladenpreise, daß ter dem Sortiment zufallenoe ?lnteil >am Ver­kaufspreise die Erhebung des Sortimeitterteue- rungszuscklages in keiner Weise mc(yr reckftferttgt.

b) für alle Schulbücher ohne jede Einschrän- c) ftir^ölle Kollektionen ohne jede Einschrän- fimg.

3u b unb c: Um die PreiSstngenmg nicht zum absolickeii Derk.iufshindernis werden yn lassen, ist ber Verleger gezwungen, Schulbücher unb Kollek­tionen mit dem bescheidensten dttttzen, in vielen Fäl­len mit einem nicht einmal ben Ersatz feiner baren Aufwendungen sichwuben Auffchlag zu kalkulieren. Es ist deshalb völlig nnberechttch, ohne jede Rück­sicht hierauf dem Sortiment einen Teuerungszu­schlag zuzubilligen, ber geeignet ist, bas vom Ver­leger gebrachte Opfer zu vereiteln.

d) für alle Werke im Preise wn 50 Mk. unb mehr.

2. Beschränkung des Sortimenter- Teuerungszuscylages für alle anderen Bü­cher, Zeitschriften usw., soweit sie vor dem 1.1. 20 erschienen finb, auf:

a) 2 0 Proz. für Bücher mit einem Ladenpreis unter 20 Mk.,

b) 10 Proz. für Bücher mit einem Llckenpreis von 20 bis 50 Mk.

Ter Vorstand des Deutschen Verlegervevrins ist überzeugt, baß diese Forbemngen einen Abbau des Sortimriiter-TeuerungsKUschla ges zulassen, der für bas Sortiment nach den Buchftwrissteigerungen ber letzten Monate durchaus erfiäglich ist.