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Franzosen ernt Ohrfeige. Darauf ftd dieser mit anderen Zivilisten über die Soldaten her und verprügelte sie. Deutsch? Schutz eilte nahmen die Soldaten fest und brachen sie vor der er* bitterten Menge in Sicherheit. (Westdeutscher Zeitung-dienst.)

Ludwigs Hafen, 3. Januar. (WTB) Westdeuls6)er Z.i.nng-dienst. D.e Neichsver- ordnung vom 23. Dezember 1918 über Ta- risverlräge, Arbeiter- und Angestelltenaus­schüsse und Schlichtung von Arbeüerftreitig- kei.en ist jetzt endlich von der französischen Militärbehörde in der Pfalz für vollziehbar erklärt worden. Die beutkfcn Behörden haben die Vornahme der Ausschußwahlen sofort an­geordnet.

Die Eisenbahnerbeweyung.

Frankfnrta. M., 5. Jan. Tie Drohungen des Ministers der ösfentlichm ArlreitenH Sdsttztzung ter Ci enbahnwerktzä ten hat die 9lr» beiteridyah nicht abgelulten, aui Grund ihrer Bc- fd)lüiie vom 31. Dezemberstreng nach ten vvr- geidjrieb. ncn Bestimmungen" zu arbeiten. Tie Ar- beiter |üti) der Hoftnung, datz das Ministerium seine Entsdsti sangen in letzter Stunde ändern Wied, und zwar in entg-.>g?nkenrmendem Sinne, haft ferner di? Verwal ung von den angedrobteil M<ßnolnncn keinen Gebrauch macht. Tenn eine Schließung der Frankfurter 'Betriebe würde dazu führen tie Anzciäien liegen bereits vor, daß das rennt!e preußisch-lxssische Eisenbahnge- biet in Milleidensdyaft gezogen wird.. Die Z>lge wa e dann der Zusammenbruch des ge am'en Vr- kehcslebens, dessen Folgen unübersehbar sind. Wie wir hören, finbet Dienstag irütjeine Äon» f c r c n j jwisdyrn den Arbei ervertretern und den Werksä tenv. r .elrrn über die Arbe'i.sl.i ungen in ihren Beziel/ungen zu den tedmisä-en Einrich- tun gen der Eisenbahrwerksät'en fta:t.

Tas Ci enbah-ü-irek ^nsg--ide ist seit heute mit Ncid)sivel)rtruvven und P« li ei Mannschaften Iv'etzt. Bor txnn Get«rude patv uil ieren ständi- dien. Tie Arlei cr'dioft verh.l: ,ich vollständig rul-ig; es tarn noch nirgends zu Zwischenfällen.

Aur fta'f uitö Cnnd.

Gießen, den 6. Jan. 1920.

Herabsetzung der Wochenkartoffclmenge.

Die bisherige Wockyenkartofse!menge von süni Pfund kann infolge ungenügender Anlieferung nicht mehr aufrechterhalten werden. Die jeweils aufgeruseiren Wod^nkartoffelmarken werden l>e- lieserl mit: 3 Psd. Kartof eln zum Preise von 14 Ps. pro Psd., 3 Psd. Erdkohlra'en zum Preise von 12 Pf. pro Psd. Die Wochenkartossel- marfen Nr. 2643 der 51. Woche werden be­liefert beim Konsum-Verein in sämtlichen Filialen Die Marken können bis einschließlich Mittwod; den 7. Januar 192J eingelöst werden.

i Veranstaltungen.

Dienstag: Großer Hörsacst der Universi- 12t, 6 Ulw, Volkstümliche Vorlesung des Pro,. Gotschlich über Ge.undheitspsle. e. Licht Pie - haus,Reidjsgräsin Gisela" undJa, da mutz bad) in der Leitung ..." Lichtspiele, Selters­weg,Die Tod)ter des Mohamed" undDer Dolch des Malayen".

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** Kreisansschnßsitzung. Am Mitt­woch den 14. Januar 1920, ttorm. 10 Uhr, findet im Regierungsg--bände zu Gieuen eine Sio^ng des Krrisausscl-us.es statt. Aus Der Tagesordnung stellt: Klage der Triel»verksbesitzer Ko ch L B e ch - tel gegen die Provinz Oberhessen.

fr. Beerdigung des Geheimen Kir - chenrats v. Eck. Gestern nachmittrg 8 Uhi amrde au, dem neuen Friedhof der Geheime Kirdienrat Pros. D. Dr. E ck zur letzten Ruhe gebettet. Die Beteiligung aus allen Kreisen d?r Bevölkerung war groe» sie wäre noch größer ge­wesen, hätte nicht das harte Wetter Manchen zurückgel-alten. Aus beiden Seiten des Sarges und im Mittelgang der Kapelle hatten die Chargierten der studentischen Verbindungen mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Die geistliche Handlung vollzog der mit dem Verstorbenen seit den Jugend­jahren in treuer Freundschaft verbundene Geheim?- rat D. Dr. UI Öring aus Darmstadt. In zahl­reichen Reden kam die hohe Verehrung, die 0. C ck als Mensch, als Lelwer, als Gelehrter, als Vater­landsfreund genossen hat, zu warmem Ausdruck. An Stelle des durch Unwohlsein im letzten Augen­blick behinderten Rektors der Universität verlas Geh. Hosrat Prof. Dr. Sievers dessen tieifr empfundene Gedächtniswvrte. Daraus entwarf Mr Prodekan der theologischen Fakultät Pros. I). Dr. Bousset m längerer Rede ein größzügiges Bild von Ecks theologischer Wirksamkeit in Wort und Schrift. Er zeigte, wie der in Albrecht Ritichls Schule Ausgewachsene zwar die mädrigen An­regungen, die er vom Meister und seinen (Streiten empfangen hatte, lebenslang dankbar in sich per- arbeitete und Änderen weiter gab, wie er aber auch die Einseitigkeiten der Schule zu überwinden wußte, indem er seine Arbeit hineinbaute in einen durch Religionsphilosophie und Religionsgesd>id)1e emziterlcn Gesichtskreis. Daß er bei dieser Arbeit sich auch als Mitglied der philosophiscl-en Fakultät gefüllt habe, deren Ehrendoktor er war, rühmte der Dekan Pros. Dr. Weber. Die theologische Fa­kultät der Universität Marburg widmete ihrem Ehrendoktor durch den Mund seines Freundes Pros. v. R a ck e warme Worte. Für den Ausschutz der Studentenschaft sprach stud. rer. pol. Esten­feld, nach besten Worten sich die Fahnen über dem Sarge senkten, für den Akademisch-theologi- saxm Verein und dessen Alt-Herren-Verband fhib. theol. Guyot. Als Vertreter der Landesshnade, der Eck burd) lange Jahre angehörte, sprach Pros. D. Dr. Diehl aus Friedberg, für den Kirchen- vorstond der evangelischen Gesamtgemeinde P^arcr BechtolSheimer, name?s der demokratischen Partei Lehrer Fischer. Die Stadt Gießen hotte der Witwe des Verstorbenen und der Landesuni­versität schriftlich ihr Beileid ausgü>rückt und einen Kranz überbringen lassen. Unter den Klängen der Mujik, die die Feier mit einem Choral eröffnet , hatte, wurde der Sarg zu Grabe geleitet Roch einmal senkten sich die Fahnen, der Geistliche sprach die Abschiedsworte, und aus die Rnlestätie des gelitten und ceceljrten Mannes rollte di? Erde.

** $n bee Deutschnotionaken Volksvorter sprach gestern ab nb Fabrikant Dr. Kl in gspor über ..Wirtscha stliche Jllusionspoliti k". Aus die intercffanlcn, mit starkem Beifall aufgenommenen Dusführüngen werden wir erst morgen zurückkommen können.

* * Seinen 70. Geburtstag feiert am Mittwoch Jakob Neustädter, Lindenplatz511.

* Diebstahl. Gestern abend gegen V,7 Uhr wurde einem Dien st mann in der Henielstratze, von seinem Wagen, während er Gepäck in ein Laus trug, ein bcaiuter Kärlon, 65x40 cm grob, Kleioungsstücken im 2ßirte von 875.Mk. ge> ftoblen. Bei den K.ridungsuücken besand sich eine hellb.aue gestrickte wollen« Damenjacke (Siveatcr) mit weistem Kragen.und Mansä-elten und eben- foldKT Rodelmütze mit bauern yiaiib und weistem und blauem Kiwpf.

* * D i e Ortskohlenstelle weist erneut daraus hin, daß für abhanden g kommene Brenn- stoff-Bezugs scheine Ersatz in keinem Falle mehr gegeben rvcrden kann.

* Evangelischer Arbeiterverein. Wie frulxr, fo will auch in b.e,em Winter Oer Verein innen Volksunterhaltungsabend Pcnutüal en und zwar oiesntal in Form eines Bunten Abends". Gesang und Musik vclkstüm- lidKr Art, ernst und b itcr, sollen tji; rbei zu Worte kommen, außerdem sind theare.lifche und turnmidje Austül-rungm iotuie Zauberversul-iun- gen in Aus, übt genommen. Neben den eignen Kräften, die >ich wi? in früheren Zeiten zur Bor sügung stellen, ist uie Unter tützung und Mi mir hing weiterer Kreise, insbesondere Musikfreunde, gesichert, so dost der Abend, der voraus>üh.lich am S-nntag den 25. l. Mts. ftottfuibet, das Beste verspricht.

Landkreis Gießen.

* * H 0 l z he i m, 5. Ion. Am 2. Weihnachts- feiertag hielt ter hiesige Turnverein nach 4 Jah.e,,- seine erste AbcmUnterhaltung ab, wobei unter anderem das B» lksstückTer Be t^lb ini" zur Au führen?, «g't rad)i wurde Auf al , i ise.i Du i ch wir» das S.ück Sonntag den 11. Januar nochmals gespielt.

Kreis Büdingen.

t). Nidda,. 3. Jan. (Senern abend veran­staltete t4e Irrige Ortsgruppe des dcntsch-nat. Jug.n.^undes i..en Wol)llätigkeitsabend zu Glini.en der Kriegs blinden im Saale des Eain- brinils. Zur Mi.wirknng hat en sich Schüler und 5d}ükunnen der höheren Leh.an>.al en von l*i r, .ingen und Gie^m vereinigt. Obirrealchl.lcl Reinh. Ringsl-au.en von lyter begrüii e die Gäste. Zur fMu'fu.ong lang en der Schulichnank .,Jn der Mch-d-enklasse" und znxü Lustsl.i.leTas Pul- verlast" undDas Babv". Die Darsteller spielten ilne Rollen mit gnofj m Geschick und ernteten reichen DeiÄll, TieLieder zur Laute" von Frl. Di.>»l-Bümngen, die Vii linsolos von Derrn E. Port Uier, ivwie das Tvonrpeter'olo von Derrn Wiegleb lner zeugten von gutem muiikalijchem Können. Gvosten Lachersvlg erzielten die Gym- nastasten Tamn- und Kal^h.mn-< üdingen durch ihve komi'ckien Dorträge. Tas ftnanziclle Erged- ins für den guten Zweck war recht giuiüig.

Krri) Leu erbach.

oz. Lauterbach, 5. Ian. Im Jähre 1919 wurden standesamtlich eingetragen: Eheschlie­ßungen 58 in 1918 14), erb falle 74 (in 1918 80, Geburten 69 iin 1918 29).

vz. Schlitz, 5. Jan Kirchlich getraut und eingef/gnet wurden 49 Paare gegen 10 in 1918. Kirchlich beerdigt oder eingesegnet wurden 48 Per­sonen, darunter 1 Ki id, 22 Männer und 25 Frauen, gegen 52 in 1918.

Krkis Schotten.

Lehverh.im Dcgclsbers. <

n. Schotten, 4.Jan. Das Lehrerheim Vogelsberg", im Jahre 1895 von einem Sdiotlener Lehrer gegründet und später in hilfs­bereiter Weise von dem VereinLelwerheim Vo­gelsberg" übernommen, ging am 1. Janudr an den neuen Besitzer, Ingenieur Paul Lehmann von Lanau, über. Er wird das Deim unter dem Namen ,L>aus Luginsland, vormals Leh­rerheim Vogelsberg" als Sommerfrisdie in der bisherigen Weise weitersühren. Das Lwus bleibt Sommer und Winter für Touristen und Kur- fremde geöffnet. Die Nachricht, da st das Heim in ein Sanatorium umgewandelt werden sollte, ent­spricht keineswegs den Tatsachen.

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e. Schotten, 5. Jan. Die hiesige Kreis- korn stelle ist seit dem 1. Januar auch für die Kartoffelversorgung tätig und führt dcmgemäst die amtliche Ve^ichuung Kreiskartoffelstelle. Nach sechsjähriger Unterbrechung feiert der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen- k l u b s in der Turnhalle am 17. Januar das altgewohnte Dekorierungsfest.

Strtiö Friedberg.

** Butzbach, 6. Jan. Die Ziele und Be­strebungen der Liga zum Schutze der deutschen Kultur, die parteipolitisch lig neutral i't, fin­den allenthalben grössten Anklang und Verbrei­tung. So hat sich auch hier am 2. Januar eine Ortsgruppe der Lrga gebildet, deren Leitung Ober­lehrer M. Wemer nicht zu verwechseln mit dem bekannten Parteifülwcr Prof. Dr. Werner übernommen hat. Die von der Liga in in* deren Städten mit so grobem Erfolg eingerich­teten Unterrichtslurse für Arbeiter und Angestellte werden hier in engem Zusammengehen mit der Volkslwchschule statttinden und beginnen am 5. Ja­nuar. Oberlehrer Werner ist als Vertreter der Liga Mitglied des Ausschusses des Volksbildungs*. Vereins und wird selbst den volkÄpirtsch-iftlichen Unterricht erteilen.

nt. Torhei m, 5. Jan. Schon seit geraunter 3dt wurden in unserem Orte und in ber^ganjen Umgegend sortssdetzt Gcflügelbiebs'Ll/e berbunben mit anderen Nönl^icn, verübt. Freitag früh ge­lang es nun, ein Tichesrävchen auf frischer Tat -M ertappen, als es den Ziegcnstall des Bal7r,ch>fs-. Vorstehers zur Schwarzschlachiung benutzen wvllter<.

§>rsse"-Nassgu.

Die Stromve' s^rrftung Mar'bursts.

hl. Marburg, 5, Jan. Das Schiedsgericht, welches in den Streitigkeiten zwischen dem Staat, den BuderuSschen Eisemverken und der Stadt MarbuAi die Entscheidung zu fällen hat. foni durch emstweilkge Ber^ü"ung angeordnet, datz bis zur endgültigen Entscheidung die Stadt Marburg und der Staat für diejenige elektrische .Kraft, die von den Buderusfchen Eisenwertcn bewgen wird, für jede Mark, um die sich der Kohlenpri'is erhöht hat und noch erhöhen wird, 0,2 Pfennig mehr zu zahlen hat. Cs bedeutet dies, dast die Stadt statt bisher ungefähr 6 Pfennig, nunmehr ungefähr 24 Pfennig bei dem ie"ijen Kohlen­preis für die Kilowattstunde zu zahlen hat Diese erhöhte Zahlung erstreckt sich auf den Strom, der von den Buderus:ch?u Eisenwerken be-ogen wird, zur Zeit also auf den gesamten Strom, da die Stadt von der Edertalfpe.t? noch keinen Strom ermatten kann. Fa ls der Anschlust an die Ed?r al- I sperre, wie vom Staat in Aussicht gestellt ist, «vom 15.Februar ab möglich sein soll, wird dann

auch von der Edertalsperre bissigerer Strom be­zogen werden föiiiien. Die Stadt hat sich infolge der einftrociligen Verfügung genötigt gegeben, den Strompreis tüt Licht^rom um 10 Pfennig zu erhöben. Es schweben jetzt Verhandlungen zwischen Staat, Buderus und Stadt, die das ganze Ver- tragsverhältnis aus eine andre Basis stecken wollen, und nach bene« die Stadt den Strom nut nod) von der Edertalsperre beziehen sock. Fa.ls diese Verlwndlungen zu einem güni.ijen Ergern.s führen, würde die Stadt in der Lage fein, den geiamten Strom zu einem geringeren Preise bc- ztclren zu können.

K. h'^nnot in Frankfurt.

me. Frankfurt a. M., 5. Jan. Am 'ommeitben Mittwoch wird der Straßen­bahn betrieb wegen gänzlick)en Fehlens von Kohlen eingesteckt. Auch die Äbzabe von Gas tvird aus ein Mi .imum verringert. Wenn keine Koh.en ein!reffen, so kann ab Donners­tag überhaupt weder Gas noch Strom abgegeben werden, da das wenige, was noch Da ist, zum Heizen der Gasöfen benutzt wer­den muß, die sonst vollkommen unbrauchbar werden.

hl. Biedenko pf, 5. Jan. KLpitLnleutnant Mohr wurde zum Kreisrat dahier ernannt. Seine Tätigkeit umfaßt die Crganilatioinit der Ein- wohnerwehr^m des Kreises. Sein silbernes Amtsjubiläum konnte unser Bürgermeister Fer- dinand Grünewald feiern.

me. F r a n k j u r t a. M , 5. Jan. An der Gutleutstraße wird eine große Kleinwoh­nungskolonie errich et, die aus 47 Ein­zelhäusern mit 248 Kleinwohnungen be­stellen soll.

dz. Frohnhausen, 5. Jan. Zu der Mit­teilung, döst in der Neujahrsnackrt hier die Fenster Der Kirclx eingesdwssen worden seien, erfährt dic Dillzeitung", datz die Fairster i>urd) die Expiosion einer Dynamitpatrone, die vermutlich über die RLauer aus den Friedhof geworfen mürbe uut> etwa 2,5 Meter von der SHrd)? niedcn?fiel, zer­trümmert wurden Mit Dynamitpalronen wurde in der Neujahrsnackst hier überhaupt großer Unfug getrieben. So warf man die qeiälnlidieu Spreng Körper in die Dietzhölz, so datz bei ber Explosion das Wasser hapÄwd) (geschleudert^ itntrbe. Der Sdxrden an der Fisd^ei kümmerte die Burschen nid-t. Den Gipfel der Unvorsichtigkeit beging ein Schütze, der mit einem Karabiner die Bahickwft slratze hinabsd-otz.

fm. Fulda, 5. Jan. Im 71. Lebensjahre verschied bi r Provinzial-Rabbiner Tr. M. Cahn, t>cr l-ier 42 Jah.e icincn Am siitz hatte. Mit il.«m ist ii'i geis.iger Fül/rer des or.häboxen Juden­tums da l-ing». gangen.

ur. G u n t c r s h a u s e n, 3. Jan. Seltene Bente n-ad> c bei dnem 3aj* ^rang ein ö»?rr. Der einen Kampf znnfchen einem großm Raub.'og' l und einem Fischreiher beobachtete. Bei dem Raubvogel han­delte ti sich um ein m Steinadler mit eüter Flügel- ipanniueite von über zwei Metern.

vor 100 Jahren.

Au- dem Wirtschastslkden der Stadt Gießen im Jabre 1820.

(Nach alten S4ad-trechnungen.)

Bon Tr. 5). Bergsr.

Nachdem die Fvigen der Kriegsereignisse von 18131815 und die Nöte der Mißernten tvn 1817 und 1818 überstanden waren, pulsierte das Wirtschaftsleben ter Stadt Gieszen wieder im alten Geleise. Ackerbau und Di-lnuckst bildeten neben dem Klein»-werbe die tzauptbesd.«s irung der da- maligm Bürger. Tnrck) das Schrien der ehc- maLg.m Festungstmille war neues Gartenland für Obst- und Gemüsebau vor den Toren der Stadt grnxmnen worden. 700 Personen Hutten Trieb- viertel in Bewirtsckxts uns und saljt en für das Ackerviertel je 1 st. (1,71 Mk.). Aus verpachteten s:a tisdien Wiesenvierteln wurden 818 fl. <1398 Mk.) grlöft Bei der Versteigerung von Trieb- und Wiesen vierteln gingen 500 st. (855 Mark, ein. Ti? Verpack,tung der städtichen Acker­grundstücke erbrachte 80 st. (141 Mk.). > Ter Schuh der Gi?tzener Gemar'.'uns war 13 Feldhütern an- rvrtraut, die je 57 st. (97 Mk.) iälyrlid> als Lohn .erhielten. Tie städtischen Mühlen an der Lahn: Ober-, Unter- und Neumül^e, sorfl-en für das von den Bewolmern benötigte Mehl. Tie In­haber der Mühlenbetriebe waren auf längere Zeit non der Stadt als Pächter angenommen, wofür sie je 25 st. (42 Mk.) jährlich anDestnndgelo" bezahlten. Ausserdem hatten sie der Stadt zu liefern: 154 Malter Korn, 190 Malter an Mvlter- frudjt, 157 Malter Weizen und 25 Malter Malz. Nach Abzns der nötigen Naturastieferunsen an ihre Beamten und Ansesdell en verblieb der Stadt noch cm Erlös ans verkauftem Getreide von 1760 fl. (3009 Mk.). Tasür batte aber auch die Stadt die nicht unbedeutenden Kosten der Unter» Hal tuns der Mühlen zu tragen. Tie Frucht preise rtaren gegen die B<orjal)>re erheblich zurückgegangen. Man zMte für das Mal'er Kvm (157 Pfund durchschnittlich 6 st. (10,30 Mk.), für das Malter Weizen 7 fl. (12 Mk.), 'für das Malter Daser 3 fl. 5 Kr. (5,28 Mk.) gegen 17 fl. (29 Mk.), 19 fl. (32 Mk.) und 4 fl. 30 Kr. (7,70 Mk.) in den Jaliren 1817 und 1818 Tas Pfund RL-ggenmchl testete 10 Pf., das Pfund Weizenmehl 14 Pf.

In Gi s)en hittbe 1820 bedeutende Vieh­zucht getrieben. Von 103 Stück Rindvieh und 200 Stück ©dnife wurde 514 fl. (878 Mk ) Sutg.ld erl>o(«en. Ter Viehzucht entsprechend mären auch de Fle i s ch vre i s e. 1 Plund Ochsensteisch kostete 33 Pf-, 1 Pfund Rindfleisch 24 Pf, 1 Pfund Schweinesteisd» 30 Pf., ebcnioüi.1 auch 1 Pftind Wurst. Genänckwrter Sch'nken war für 66 Pf. ein Pfmch eEÄtlich. Für 15 Ps. erhielt man 8 Eier, für 60 Pf. 1 Pfund Butter.

lieber Mangel an Sxtwngi»material 'hatte man damals nvck) ri-bt zu klagen. Tergroße Stabt- nah",der W- ld im Dang.'nstcin", derFerne- nald" versorgen nicht nur genügend die Be- ndyner der Stadt mit Holz, svick>crn lieferte noch für die gmojjen Magaziire beim Stadtturm und auf der Wiese bei der Neumühle reickstickien Vorrat. Ein Revierförster und drei WaldlMer sorg en für Pflege und Schutz des Waldes. Jorstf-cevel naren tduiiyr als fcute. Wiederholt begegnen wir in den Rechnungen Ausgabepostenfür Au'va sen auf die Holz revlcr". Ei:e besondere For'tkas e wurde von dem Wa dinft'e tor g? ichrt Die Kas e sch jetzt 1820 ab in Einnahme mit 13 931 il. (23 817 Marktz in Ausgabe mit 5606 st. (9>83 Mk.). so da"; ein Ueberschutz von 8321 st. (11234 Mk.) verblieb. Die Ucb?tfd)ül" e der Forst"a'e wurden an die städtische Schulden-Tilgungs.as.e abgeiührt.

Die Stadt hatte damals bet den Bürgern eine Kapitalschuld von etwa 340110 Mk. zu 4*/2 Prozent ausgenommen, wofür jährlich aus der Stadtkasse 15 362 Mk. an Zinsen zu zahlen waren. Ter Schuldentilgungs'asse wurden 1ö2J 2123 fl. (3630 Mk.) übvrioieien.

A.c Kommun al steuern n ur en 5944 st. (10164 Mt.) er./ouen, an Becvgcld 8j3 st. (1453 Mk.), an Standgeld von den 6 Jahrmärkten: 577 st. (916 Mk.). 18 fremd zugezogene Personen, die in diesem Jahre sich das Bürgerrecht erwarben, zahlten durchschnittlich 7 i(. (12 Mk.) Eintritts­geld und l st. 15 alb. (3,20 Mk.) zu den Feuer- gerät,cha.ten. 71 Personen werden in der Rechnung alsBelsasien" auigeiührt. Sie tonnten bei ihrer Niederlassung nicht das nötige Vermögen nach­weisen und ha ten datier nur durchschnittlich 3 Mark zu zahlen, hatten dafür auch weniger Rechte als die eigentlidjen Bürger.

Vom Kriegskommissariat gingen an Ver­giftung für ent andene Krebsschäden ein 2998 st. (5126 Mk.), da unter 1395 jl. (2335 Mk.), für die im Mai 1815 an durchpassierende Truppen abgegebene Fourage.

Die Jahresrechnung von 1820 schließt ab in Einnahme mit: 21 741 fl (37 177 Mk.), in Aus­gabe mit: 23 116 fl. (39 528 Mk.), ülfthin lieber- zahlung: 1374 sl. (2249 Mk.), die aus den Rück- iiduoen der Vorjahre gedeckt werden.

Für Stratzenreinigung und Straßenbeleuch­tung ha te jeder Bürger selbst zu sorgen. Nur für das Rottums, den Stadtturm und die Feuerwache stellte die Stadl Lichter und Del, woraus ihr nur die Ausgabe von 183 st. (313 Mk.) erwuchs.

Die Armenkasse vereinnahmte aus Stiftimgen und Armenbüchsen 553 < il. (9468 Mark) und verausgabte 6235 st. (10 747 Mk.). Für die wöchentliche Unterstützung der Armen wurden ausgegebe.i insg?samt: 1841 sl. (3148 Mk.), lür die Versorgung mit ärztlicher &i(ie und Arzneien 794 st. (1376 Mk.). 1956 durchreisende Dandwerksgesellen wurden mit je 6 Kr. (17 Ps.) und 4 Kr. (12 Pi.) unterstützt. Im Jabr^ 1819 wurden 66 Paare kirch.ich getraut; es mürben geboren v232 Kinder, es starben 215 Personen. Es amtierten 2 evangelische Geistliche, 4 Lehrer waren an den städtischen.Volksschulen tätig. Der Umbau der Siaöt.irchc wär iroch nicht vollendet: es wurde noch Gottesdienst in der ackeröschwacken Burgtirche hinter dem botanischen Garten ge­halten.

Konservativ m Sitten und Gebräuchen, ein* sach in Kleidung und Lebensführung bet be­schränkten Wohtiungsverhä. tttisien, führte . bet Gietzeiter Bürger vom gelehrten Pro efsor bis zum schltchten SDanöiverter ein besckieidenes, aber zu­friedenes Dasein. Man stand iwch am Vvrahend des Zeitalters des Dampfes und der Erfindungen mit leinen Vortck en und Nachteilen. Kriegs- und Wirtscha td..e wurden ruhig ertragen und durch Fteitz und Arbeit üd?rwuitde>r. In diesem ^alire erhielt S)ejen als einer der ertzeu bcutidyen Staa­ten eine landesständische Verns ung mit Volks* Vertretung, aui die Preußen noch bis 1849 weiten mutzte. Nach der neuen Ver assung wurde auch iu Gietzen die neue StäDteoronung eingeführt.

Aus dem NmtHverkündi^un-H-latt.

** Das AmtsverkändigungSblatL Nr. 2 vom 5. Jmr. 1920 eiltbält: Ablieferungs­prämien für Brotgetreide. Vekanuttnachung betr. den Höchstpreis für Mehl und Brot. Be- kailntmacknmg betr. BerbrauchSregelung der in die öffentlidx: Bewirtscha.tung genommeucn Nährmit» tel; hier: Bezug der bestellten Nätzrmtttel. Die im Kreis befindlichen weiblrchen Pf.egepersonen (SchN'ef.ern). Fleischbe.chau-Ordnung. Er> werlslo.enfürsorge. Sdrei enkadurrh in Sa-fen. Jeldbereinigung Ober-Besfingen. Feldbe­reinigung Steinlieim. Ortssatzung über den Bezug von Wasier ans dem Wgsierwerk der tite»*- meinte Bellersheim.

AblieferungSprSmien für Brot­getreide. Der Kreisausschuß hat in feiner Sitzung vom 31. Dezember 1919 mit Wirkung vorn l. Januar 1920 ab die Preise für das vvm Kommunalverband an die Stadt Gießen sowie an die Landgemeinden des Kreises abzugebend.' Mehl wie folgt festgesetzt: 1. Roggenmehl, 82prvzent. Ausmahlung, 116 Mk. für den Doppelzentner ohne Sack, 2. Weizenbrotmehl, 80pro,r,ent. Aus­mahlung, 124 Mk. für den Doppelzentner ohne Sack, 3. Krankenmehl, 65prozcnt. Ausmahlung, 150 Mk. für den Doppelzentner ohne Sack. Für Rücklieferung der leeren Mehlsäcke bleibrn die Be­stimmungen in Kraft.

Höchstpreis für Mehl und Brot. Vom 1. Januar 1920 an sind für die Landgemein­den des Kreises bis auf weiteres folgende Höchst­preise festgesetzt: 1. für Brot bei überwiegende Verwendung von Weizenbrotmell für den 4-Pfd- Laib 2,20 Mk., für den 2-Pid-Laib 1,10 Mk. IL Für Mehl beim Weiterverkauf durch Händler oder Bäcker an die Verbraucher: RoggenmM 63 Pf. das Pfttnd, Weizenbrotmehl 67 Pf. das Pftnw, SVranfrnmeW 80 Pf. das Pfund. Das Ber- kaussgewicht des Brotes muß nod) 24 Stunden nach seiner Ferttgstelluna borfoanben sein.

Bezug der oe st eilten Nährmittel. Es entfallen: 1. Auf die Nährmittel karte B (rote- Farbe) Marke 58 250 Gr. Grieß, 0,92 Mk. pro Pfund, )25 Gr. Reis, 2,25 Mk. pro Pfund, Marke 59 250 Gr. Zwielxuk in Päckclpn von ca. 125 Gr., ä 0,65 Mk., 2. aut die Nährmittel- karte G (blaue Farbe) Marke 68 150 Gr. amerit. Haferflocken, L90 Mk. pro Pfund, 150 Gr. Teig^ waren, 1,18 Mk. pro Pftmd, Marke 69 2H0 Gr. Graupen, 0,71 Mk. pro Pfund. Mit dem 25. Ja­nuar 1920 verlieren die Marken ihre Gültigkeit.

Erwerbslosen sürforge. Personen, die in Unterfudmngs oder Strafhast ge ommen sind, kommen für die Erwerls osenmrlerilützung nicht in Frage, da bei ihnen die Möglichkeit einer Arbeits­aufnahme nidjt vorliegt. Es können daher auch den Angehörigen solcher Personen die Familien- zusdrläge der Erwerls o enfür o ge richt gemährt wertem: sofern bie e Angehörigen durch die Fest­nahme ihres Ernülwers in bedrängte Lage ge^ taten, können sie nur aus anderen Mitteln unter stützt werden.

Der ansteckende Scheidenkatarrh imter dem Viehbestände in Saos.m ist erlosch?n. Die an geordneten Maßnahmen sind auf gehoben

yochkchul'rachvrchtcn.

Marburg, 5. Jan. Infolge der außer­ordentlich zurückhaltenden Haltung der Einwohner- sckwft Marburgs wird es kaum mäglich sein, die Motzen Mengen andrän g-nder neuer Studenten unterzubringen. Das Wohnungsamt gibt sich die größte Mühe, allen Wünsch?n d?r Studentmschäft entgegen zu kommen, doch sind im Augenblick alle Bemühungen vergebens.