Dienstag, 6. Januar 1920
Erstes Blatt
<70. Jahrgang
offene Frage.
Ur. 4
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Monn tilch 'Dif. 2.30, vielteljäbrl'ch Mk. 6 90 einschließlich des Bestell- flplbe; Dm cb die Post Ditfitcljnhrlid) Mk. 6.— aueßtzließlich Bestellgeld. Fernsvrech - 'Jlnlcblüfie: für bie scbviiikuunqi 12 U'nlafi.^eid-.uf.vfKlleöl Anlchrist für 2 ralunach- rrchten: Anzeiger Siege».
postscheittsnto:
Zrmrsfnrt a. M. 11686
Den Mensäien unserer Heit fe'ilt so sehr der tont, datz die b.m^gllch: Arbeitswille. Man gibt dem Krieg die Schuld, streckten deutschem Allste aus
Das mag zum Teil berechtigt, {ein; aber auch die l brauchbarer Kreuzer urrbWmgt angcwLien Mi.
hiuuiqmt pon Anzeigen s. Die Lagesuumnter Die zu,n Nachmittag vorder ohne iebiikrbtn'lid)feit Dreis für 1 mm höhe für An »eigen v.34mrn Ereilt Örth 1) 25 6i, auSivLi tS 30 P'.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm krene 90 Pf. Platz- voilchrii>20*/ A>>ifchlag. Hauvtschri tleiler: Ang. Äoeiz. ünaiitiDortlid) Kn Polit'k: Ang. <ä»otv,; für den übrigen Teil: Dr. Remholo Zenz; für den Anzeigenteil: i>. Beck, sämtlich in Gießen.
Jng ter I eilte deutsche Note über die Besatzung-, fitt'.itfje I tvuppcn in dcn AbsiimniungSgcbictcn.
zu er-1
Berlin, 5. Ian. (Wollf.) Der Vorsitzende der deutschen Frredensdele- ä a t i o n in Versailles besprach am Samstag ein- lelne bei den Verhandlungen zu regeüite Fragen mit dem Generalsekretär der^^tenskonferenz, Lerrn Dutasta, nochmals mündlich. Bei dieser Gc- leaenheit wurde H-rm Dutasta^eine Auszeichnung übergeben, in der bte Stellung der deutschen Regierung zu dreien Fragen kurz gekennzeichnet wird. Zur Besertrgung der Schwre- rmFrifrn die sich aus der Rrchtbeterlrgung Amen-
M her Ätmig des ersten Vr°t°k°lls über die Niederlegung der Natiftkattonsurkunten er- «geben ist Deutschland bereit, weitgehendes En t- qegen'komisten zu z.igm. Es wird sodann iwcknna s feiWtet(t, daß Verkäufe deutichen Dafenmatenals ins Au.l-ind nach dem 3. 11 gestellten Ermittelungen Nicht stattg^funden haben. Fenrer nnrd erneut Berührung dangen eingelegt daß die Besatzungen der deutschen Krieg_>ichtss. tu Scapa Fchw, die sich in Vertrauen ans dre Ate fted^dä Waffenstillstandes in ten Machtbcrnch der Gegner begabm gewaltsam fKZÄL'test den Weiter wird bi? Erwartung ausg^prochen datz die sechs steinen Kreuzer, bte nach dem Fr'.edtms- vcrtrag Deutschland verbleiten, folcfe Schste sein werten, deren En atz durch N it iXtaten Nicht schm in wenigen Jahren notwendig wird. E- nnrd be> ' daß die teroeg litte Verteidigmig der langge-
ans dem besetzten Gebier.
Ausschreitungen fran?>ösischr Soldaten.
Mainz, 5 Jan. (2Mf.) Gestern abend bei ä Fügten drei angetrunkene Iran« zösische Soldaten aus der Au u ruerstraße mehrere Frauen und Mädchen unb suchten fie von ihren Breitern ab,udrängen. Em diese Belästigungen verbat, erhielt von einen
Die Reife des italienische« Minister. . Präsidenten.
Paris, 5. Jan. (Havas.) Der italie. nische Ministerpräsident, begleitet vom Minister des Auswärtigen und dem italienischen Botschafter, hat heute morgen 10.20 Uhr Paris verlassen, um sich nach L o donzu begeben.
Holland für unterernährte deutsche Kinder.
Haag, 6. Jan. (WTB.) Wie das Korve- spondenzbureau meldet, wird Mitte Januar, wahrscheinlich am 12., ein Extrazug für unterernährte deutsche Kinder von den Niederlanden nach Thüringen abgehen. Der Prinz der Niederlande wird in seiner Eigenschaft als Versitzender des niederländischen Rollen Kreu-
zu erhalten.
Line Rede Churchills.
Paris, 5. Jan, (Wolsf.) Laut „Jntour- igeant" hat Winston Churchill gestern in einer Rede erklärt/ wenn Deutschland zusammenbreche, dann werde die Lage in Europa chwierig werden. Man dürfe Deut.chland nicht in bat Abgrund stoßen lasten. -Im allgemeinen fei anzuerkennen, daß bie deutsche Regierung ttn letzten Jahre ehrlich und korrekt bie Vedingungen der Alliierten ersü.lt habe. Möglicheripeije be- refe eine Entente zwischen dem kaiserlichm Militarismus und ban deutschen Bolscheivismus, Um die deutsche Republik zu zerstörai. Man müsse darüber wachen, daß nichts derart gesckiche.
Rotterdam, 6. Jan. (WTB.) Laut „Nieuwe Rotterdamschen Courant" sagte Cch u rchi l l in seiner schon erwähnten Rede noch: Der englische Ausfuhrhan- d e l wachse von Monat zu Monat an.Wert und Umfang. .Cs regne Bestellungen in fast allen größeren Industriezweigen, nicht nur für die inländischen, sondern auch für die ausländischen Märkte. Churchill drang nachdrücklich auf Einigkeit und sagte, das Auseinanderfallen der Kräfte/'hie die jetzige Regierung stützen, könne nur die Folge haben, daß die Arbeiterpartei ans Ruder komme, die sich noch in ihrer Entwicklungszeit befindet und dal)er vollkommen ungeignet sei, die Verantwortung für die Negierung zu tragen. Churchill betonte die Notwendigkeit, eine genügend große Flotte zu haben. Uebcr die furchtbare Katastrophe in Rußland sprechend, sagte Churchill, daß der Schatten des russischen Bären Unruhe in Indien erzeuge. Die Heere K o l t s ch a k s seien säst verschwunden und die Den i k i n s in großer Gefahr. Ihre Vernichmng würde böse Folgen zeitigen, unter denen hauptsächlich England leiden würde. An diese Dinge müsse man denken, wenn man sich die Lage in Deutschland ansehe, die auch fürEnglandeineGefahr bedeute. Tie Dienste eines großen Teiles der fähigsten, fleißigsten und menschlichsten Rasse könne man nicht entbehren. Man müsse aufpassen, daß man sich durch Deutschland nicht irreführen lasse. Man dürfe Deutschland jedoch auch nicht zum Aeußersten treiben. Wenn Frankreich bereit sei, mit Deutschland Handel zu treiben, so dürften die Engländer nicht beiseite stehen. England müsse dafür sorgen, daß es seinen Anteil am deutschen Markte, der vor dem Kriege von so unermeßlichem Interesse für die Wohlfahrt Englands gewesen sei, nicht verliert.
(Eine internationale Anleihe.
Amsterdam, 6. Jan. (WTB.) Der„Nie m>e Courant" meldet aus Newpork: Sir Paish erst arte in einer Unterredung, daß eine internationale Anleihe von 35 Mill ton en Dollars notwendig sei, um das gettöfte G-eicb- gewiÄt in Europa wiederlerziKellen. Dree Summe Irene von al.en Unreneichuern tes B-xkerb md- oertraaes garantiert werden müi'ien. Die Vereinigten Staaten werten 15 Milliarden, Großbritannien 5, Frankreich, Italien, Japan, Chma
5taat§drenstpflrcht.
Wir haben in unserem Leitaufsatz „Zur Jahreswende" in Nr.305 eine Arbeitspflichtzeit für die Jugend, rote sie audj Bulgarien Linzuführen im Begriffe ist, empfohlen. Hierzu schreibt uns Herr H. L. Fuchs-Darmstadt:
Tie Wilterausrichtung Deutschlands ist eine Ausgabe, die in gleicher Mannigfaltigkeit und Verworrenheit ber Probleme die Weltgeschichte noch keinem Volke zu lösen gegeben hat. Zu den Nöten der Gegenwart gesellt sich eine ernste Zukunftssorge Man macht sich heute noch wenig Gedanken über den schnell schreitenden Rückgang der Volksgesundheit, insbesondere in bezug auf bie Heranwachsende Jugend. Eine kürzliche Verösfent- lichung des preußischen Wvhlsahrtsministeriums wirst ein scharfes Licht auf die ungeheuren körperlichen Leiden imb Schäden (besonders Rhachitis und Tuberkulose), die unsere Jugend durch die Hungerblockade erlitten hat. Die kommende Generation wird körperlich und geistig schwer an den Folgen der Entbehrungen der Kriegsjahre zu leiden haben und dadurch den Gegnern im Wirtscbafts- kampse unterlegen fein. Tie Entente hat damit ihr Ziel erreicht. ,
Zur Abwehr der drohenden Degeneration habe ich bie Einführung einer einjährigen „Staats- dienstpslicht" („Staatsdienstpflicht, ein Weg zur Dolksaesundheit." K. Wielands Verlagsdruckerei, Darmstadt) gefordert. Nach beendeter Schul- bzw. Fortbildungsschulpflicht soll jeder junge Deutsche ein Jahr lang seine Kräfte in den Dienst des Staates, seines Volkes stellen. Diese Dienstzeit wll kein Arbeitsjahr sein, in dem an der Jugend Raubbau getrieben wird, sondern die körperliche Arbeit soll ein Mittel zur Erziehung und Gesundung des Heranwachsenden Geschlechts sein. Jeder zunge Mann soll ein Dienstjahr ableisten. Kranke und Arbeitsunfähige kommen zunächst in Krankenabteilungen, in denen unter Leitung tüchtiger Spezialärzte unter Akvvendung ^aller der Wissenschaft zu Gebote stehenden ärztlichen Hilfsmittel bei sachgemäßer Verpflegung diese das Volksvermögen mid Wirtsckfastsleben nutzlos belastenden Erwerbsunfähigen nach Möglichkeit zü brauchbaren Gliedern des Volkskörpers herangebildet werden. Können auch nicht alle Krankheiten in einem Jahr geheilt werden, so werden das Leben und die Vorbildlichen Methoden der Krankenabteilungen doch einen nachhaltigen Einfluß auf das weitere Verhalten bcr jungen Leute ausüben. In den Arbeitsabteilungen wechseln Sport und Leibesübungen aller Art mit körperlicher Arbeit. Als solche sind Arbeiten gedacht, die im Interesse der Allgemeinheit liegen, für die der Staat aber nicht genügend Arbeitskräfte und kein Geld hat: Oed- laitd- und Moorkulturen, Meliorationen, Kanalund Notwohnungsbauten. Zur Erläuterung will ich nur den letzten Punkt herausgreifen. Das Wohnungselend der armen Bevölkerung in den Großstädten und die damit eng zusammenhängende politische Anarchie kann durch die ^dienstpflichtigen ^ungmannen in Kürze behoben werden Der Staat und die Gemeinden mögen der Juugmannschaft
schlechte Erziehung und die fälschte Auf'a'sung Etterupslicht trägt ihr Teil Schuld. Es ist s' Pflicht der Eltern, ihre Kinder zur Arbeit zu . ziehen, nicht aber ihnen die Arbeit aus dem Wege zu räumen und sie so schon früh znrn Nichtstun, zum Schlendrian zu erstehen. In den Arbeitsabtci- lungen soll Lust und Liebe zur Arbeit geweckt werden; der Sohn des Arbeiters lebt und schifft gemeinsam mit dem zukünftigen Gelehrten und Beamten; es gibt feinen Klasscnunterscfe eb, die jungen Herzen werben sich verstellen und schätzen lernen: was bie Einheitsschule niemals fertig bringen wird, erreicht hier die Zusammenarbeit für das gemeinsame Vaterland und Volk. In den ersten Kriegsjahren wurde oft der schöne Wunsch laut, baß die treue Kameradschaft, die aus Not unb Gefahr im Schützengraben erwuchs, in unserem Volke auch im Frieden erhalten d.eiben möge. Die Staatsdienftpflicht. ist die demokratischste Einrichtung, wie keine zweite geeignet, die Klassenunterschiede zu verwischen, die Jugend zur Arbeit, zur Arbeit für das Allgemeinwohl zu ergeben, die 2trfx zum gemeinschaftlichen Mutterboden, zu Heimat und Volk in die aufnahme- ähigen Herzen einzupflanzen. Die wichtigsten Ausgaben der Gegenwart und Zukunft können durch diese Einriästpng leicht gelöst werden. Zur. Ver- wirkliäMNg bedarf es nur eines festen Willens. Ob die Regierungen noch den Willen und die Kraft besitzen, das Volk zu erlösen, das ist eine
Holz, Lehm, Werkzeug unb Material — alles das ist vorhanden — zur Verfügung stellen. Wie schnell können bann an der Peripherie der Städte auf städtischem oder staatlichem Boden, ober auf dem Land, wo gerade Erwcrbsmöglichkeiteu vorliegen, Notbauten erstehen; Küche mit 2 Stuben; Abort, Stall für Ziege, Hasen unb Hühner nebenan. Wer im Felde wär, weiß, wie behaglich mit wenig Mitteln ein Unterstand — hier eine Wohnung über bcr Erde auf einige Jahre — hergerichtet werden kann. Bon der Peripterie der Großstädte führt fine Feldeisenbahn die Arbeiter und Schulkinder ber Kolonien in die Stadt. Wenn im.Kriege alles möglich war, warum soll es jetzt nicht zu machen fein?
Ich will ein anderes Arbeitsgebiet nehmen: Kanalteuten. Da hegt z. B. Darmstadt den frommen Wunsch, durch einen Schiffahrtskanal mit dem Rhein verbunden zu sein. Der Kanal bleibt für absehbare Zeit ein unerfüllbarer Wunsch. Eine genügende Zahl Jungmannsck>aften unter geeigneter Leitung fachgemäß nach gutem Plan augesetzt, wird dieses Projekt zehnmal schneller verwirklicht haben als der Staat auch nur den Plan ausgearbeitet haben wird. Solche und ähnliche Projekte hegt fast jeder Gimelftoat, jeder Kreis; ober solche Pläne werden vielmehr in bie tiefsten Gefächer ber Aktenschränke zurückgelegt worden fein.
Ter Einwurf, daß durch die Arbeit der Jung- mannschaften den Berufsarbeitern Brot entzogen oder die Löhne gedrückt werden könnten, ist hinfällig. Denn für sogen, „schwere Arbeit" gibt es fast keine Hilfskräfte; und bei den gegenwärtigen Löhnen ist die Ausführung großer Unternehmungen wie die gedach:en Kanal- ob.r Notwdhnnngs- bauten unausführbar. Im Interesse der Allgemeinheit aber liegt es, ba& gewisse durchgreifende Maßnahmen ausgeführt werten. Tie Staatsdienst- Pflicht bietet die Möglichkeit dazu.
In technischen Abteilungen sollen die jungen Leute in praktischem .Hilfsdienst für alle Zweige des technischen Wirtschaftslebens ausgebildet werden. Tas ist die bereits bestehende technische Not- . Hilfe, bie überall da erngreiien kann, wo durch politische Streiks für bie, Allgemeinheit lebenswichtige technische Einrichtungen (Eisenbahn, Schifffahrt, Gaswerke, Molkereien ufro.) im Betrieb gefährdet sind. Die Entscheidung über bas Eingreifen der Nothilfe darf natürlich nur einer höchsten verantwortlichen Stelle zustteen. da die Staatsdienstvilichtigen niemals als Streikbrecher verwandt werden sollen.
Vie letzten Verhandlungen o»r dem Austausch der Aalifila ionsurtunden.
Paris, 6. Jan. (WTB.) Havas. Am Montag nachmittag rourbc der Text der vom Obersten Rat angenommenen Formel bezüg- ich der Kompensationen für die Zerstörung der Scapa-Flow-Flotte Herrn von Le r s ne r überreicht. Man hat sich mit der deutschen Delegation über die Formulierung endgültig geeinigt, so daß der Unterzeichnung des Ratifikationsprotokolls des Friedensvertrags nichts mehr entgegensteht. Der Austausch der Ratifikationsurkunden wurde aus Samstag, 10. Januar, nachmittags- festgesetzt.
Paris, 5. Jan. (Havas.) Die vom Obersten Rat heute morgen angenommen* Formel über bie Kompensationen für Scapa Flow sieht die sofortige Lieferung von 192000 Tonnen schwimmenden Materials vor. Die Alliierten erklären, baß sie bereit sind, Reduktionen vorzunehmen, falls die Lieferung der verlangten 400 000 Tonnen die Lebensintere,sen der deutichen Schifffahrt geführten würde, ober falls die Schätzungen ter Alliierten sich als überschätzt Herausstellen werden. In allen Fällen werten die vom Obersten Rat zugestandenen Reduktionen eine bestimmte Zahl nicht übersteigen. Die näheren Angaben sind in einem von Clemenceau namens der Alliierten unterzeichneten Schreiben enthalten, das nach dem Austausch der Ratifikationen Herrn v. Lersner übergeben wird.
Da nun die Grundlagen für die Ratifizierung durch daS Abkommen mit Herrn v. Lersner festgelegt find- sind somit die letzten Schwierigkeiten in dieser Angelegenl>eit aus dem Wege geräumt. Die vom Obersten Rat angenommene Formel wird übrigens schon heute nachmittag offiziell Herrn von Lersner mitgeteilt werden. Der Austausch der Ratifikationen wird nunmehr nur noch verzögert durch die vorbereitenden Maßnahmen, bie zuc Inkraftsetzung bes Frietensvertrages nottven- dig sind. Es ist bekannt, baß diese Maßnahmen sest- geftellt sein müßen, damit fie vom Augenblick Der Inkraftsetzung des Vertrages an ihre Wirk- Hjmtiit haben können. Tie Komnn,Nonen haben ihre Arbeiten in dieser Angelegenheit jedoch noch nicht beendet. Man tofft aber, sie bis zum Ente ter Woche zu Ente führen zu können. Die durch General Lorvnd brä.ibierte Kommission wird mit Herrn v. Simson über die noch zu lösen- ten-administvativen Fvagm eine neue Besprechung' haben unb die Mililärexperten werten ebenfalls mit den deutschen Delegierten Bötticher und Michaelis Besprechungen haben.
erhalten.
Die deutschen Truppen in Lberschlesien.
Berlin, 5. Jan. (WBO Botschafter Dutasta hat am 2. Januar in Versailles eine Note übergeben, in ber bar auf hingewiesen wird, daß in OterscAesien in mit ben Verhältnissen nicht in Einklang zu bringendem Umfange Zu sam men- ziehungen von Truppen ftattfänben.
Dazu ist festzustellen, daß während ter letzten Monate keinerlei Truppen Verstärkungen in Ober- fdjlefien ftattgefnnten haben, fonterit daß im Gegenteil Truppen aus Oberschlesien besonders nach Ostpreußen zum Grenzschutz abgezogen worden sind. Vor allem muß festgestellt werten, daß von den aus dem Balttkum kommenden Truppen keinerlei Formationen nad) Oberschlesien verlegt Worten sind. Wenn solche Rückkehrer nach Oter- sckrlesien glommen sein sollten, so kann es sich nur um einzelne dort beheimatete Leute hanteln. Wenn sc^iießlich in ter Note von einer Marine- brigate gesprochen wird, so ist diese Marine- brigate niclsts anderes, als ein Teil der in Oberschlesien stationierten Reichswehr. Die knappe mUi- tärische Belegung Oberschlesiens reicht nur mit Ttübe hin, um dort Ruhe und Ordnung aufrecht
dem Leiche.
Die Angestelltenbkwegung in den Arrsiche- rungtfte trieben.
Berlin, 6. Jan. Tie gefeinten Abstim» immgen in ben Versicherungsbetrreben ergaben etwa 87 Prozent der abgegebenen Stummen für ben Streik. Die Entscheidung, ob in ten Ausstand getreten werten soll oder nicht, wird im Zentral verband ber Angestell en erst in Laufe te$ Tienstag er folgen. Man will sch, falls es zur Arbeitsnieterlegung kommt, nicht allein auf Ber-- [in beschränken, sondern bie Angestellten im ganzen Reich sollen gemernfam in ben Streik treten. Sympal bichmbgebungen find ita. auch aus Köln unb Magdeburg eingetroffen.
Abends fand in ten groben Bürger sä len eene Pro test Versammlung ter Angestellten in ten Reichs- und Staatsbetrieben, sowie in ten Heeresbetrieben statt, an ter etwa 3000 Personen; teilnabmen. Nach Schluß ihrer Buveaustuntew hatten sie sich am Tome, am Denkmal Friedrichs des Großen und am Schloß versammelt und waren in geschlossenen Zügen unter Sorantragcn von Plakaten rmch ihren Versammlungslokalen Tie Redner wandten sich scharf gegen bte 93er- säigcrung des Reick^tariss, über den bereits im Dezember v. Js. iie Verhandlungen begonnen hätten. Nach Schluß ter Kundgebung &og man nach! ter Reichskanzlei, wo eine Rewlution abge^ geben wurde, in ter die schleunige Aufstellung te<$ R-eichstarifvertrages gefordert wird und vor bas Palais Leopold. Unter fßfutruitn auf btt Regie-- rung gingen bie Versammelten darauf auseinander.
Betriebsschließung tvegen Kohlenmangels.
Bremen, 6.Jan. (WTB.) Die Aktiengesellschaft Weser schloß gestern n^gen Kohlenmangels ihren Betneb, well die K^- lemvjrtschastsstelle angeordittt hatte, daß dttWerft- inbuftrie eine Woche lang nutzt mtt Kohlen beliefert werte. Während ter Betrietzsschbr^nung wwd eine Anzahl Arbeiter mit eiligen und Notstands- arbeiten beschäftigt werten. Aus der Werft werten zur Zeit 6600 Arbeiter beschäftigt, von denen für die Weiterbeschäftigung 500 bis 700 in Frage kEE'rl in, 5. Jan. (»153.) Zu der SBiitter« mrtteing, daß die tutts-ändige Stillegung des Eisenbahnverkehrs in.Thürtnyeu be- oorftefe, erfahren wir, daß die Meldung m dieser Farm nicht richtig ist. In Jena haben am Samstag ledislich die SBcrfftäitenarbeiter, nutzt tJte Betriebsarbeiter, beschlossen, bei Nichterfüllung ihrer &>bnfo'rterun^ai in ten Streik zu treten. Tie Forderungen ter Eisenbahtarbeiter, über bte fjeute tee Verhandlungen wieder ausgenommen werten, würden bn vesck^'er Erfüllung etn» Tariferhöhung sowohl im Güter- rote im Perwnenvev- kehr von mindestens 150 Prvz. notwendig machen
Berlin, 5. Jan. (WB.) Dke deutsche Regierung ließ ter Friedens.onserenz ein« Note übergeben, in der daraus gedrungen wird, daß das Aufgebot von Besatzungstruppen in ten Absiimmungsgebieten mit Rücksicht aus die Finanzlage Deutschlands aus das den Verhältnis.en nach erforder.ichc Maß imbebinqt be- schräitkt bleibe Hinsichtlich ter Abtveirnungsgebiete vmt Danzig und Memel wird die Erwart-uitg ausgesprocheit, daß weder die künftige Freistgot Danzig noch das Gebiet von Memel-mit ten Kosten für die Besatzung belastet werten, da bereit Leistungsfähigkeit 'hierfür bei weitem nicht ausreiche. Die Stärke ter pon ter Entente für Danzig geplanten Besatzimg würde den bis' erigen Bestand
JS-rieten^ efafcung erheblich überschreiben; tuch in Memel würde eine geringere Besatzung hin- reichen, um die Ruhe und Ordnung aufrecht zu
und Argentinien sowie die anderen Länder zu- ammeit 15 lütilliarten dazu beitragen müssen. Er erklärte nackHrücklichst, er spreche ni.fe in amt* lid)er Eigenschaft, sondern von feinen eigenen Plänen.
Die Amerika-Linie.
Hamburg, 4. Jan. (Welfs.) Hier traf ter Vizepräsi ent ter American Line, Mister I. I. Mc. Glone em. Tie American Line bcabMtigt vorläufig ausschließlich einen regelmäßigen 14* Tagedienst nach Hamburg einzurichtc-t, ten die 20 000-Tonnen-Tampser „Manschuria", „Mvng-olia" und „Nansemond" beriefen sollen. Tie Ähi fe fassen 10003 Tonnen Frachtgut und können 1400 Zwischenteckpassagiere mi.ncfenen. Tie „Manschuria", die am l- Januar in der Elbe eingetwffi-n ist, fährt am 28. ds. Mts. nach Newark ab. Sie steht zur Annahme von Frachtgütern und Post für die Vereinigten Staaten bereit. Am 7. Januar geht die „MonM'lia" von Newyork ab. Tie American Line, die später Wochendienst einrichten will, ist gewillt, die guten alten Beziehung gen zwischen Deutschland und Nvcd-Amerika wieder aufiunefernen und zu fördern.
MtzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oderhessen
SwnilitgsnmWrud u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such. u. Sttinirudtrei «.Lange. Sdjrlftleihing, Seschüftrstelle u.Drnierti: Schnlftr. 7.


