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Aus Statt uttö Land.

Gießen, den 5. 96ji). 1920.

Der 9. November.

Darmstadt, 4. Nov. (Wolff.) Das 'Gesamtministerium hat beschlossen, hinsicht­lich der Feier des 9. November dieses Jahres ebenso zu verfahren, wie es für den 1. Mai dieses Jahres geschah. Es sind also die Beamten und Staatsbediensteten, die den 9. November feiern wollen, für diesen Tag zu beurlauben. Die Minderheit wahrte ihren abweichenden politischen Standpunkt.

Veranstaltungen.

Freit an: Stadttbea'er, 7 Uhr,Die Wölfe". Hotel Großherzog, 7l/s Uhr, Vortrag:Steuer­liche Einwmdrmgen gegen die Veranlagung zum Reichsnotopfer". Lichtspielhaus,Der Fluch des Nuri" imnbMenschen von heute". Licht­spielhaus, Seltersweg,Die Vermummten".

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2.11. Universitäts - Gottesdienst. Am Sonntag den 7. November, vorm. II1/« Uhr, findet in der Neum Aula ein Uni­versität s - G o t te s d ien st statt, zu dem in ersier Linie die Angehörigen der Universität eiu- geladen sind. S-lbstvnMndlich hat aber mich jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Professor Dr. S ch i a n.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Die Aufführung der OperetteDer ersten Liebe goldne Seit" am Sonntag nach­mittag muß mit Rücksicht auf die Nauheimer Kurkapeffe wegen der Fahrplan anderung um 3V2 Uhr beginnen. Der Beginn der .AbendvorstellungLiselott von der Pfalz" bleibt auf 7 Uhr bestehen. Bei dieser Ge- .Lgenheit sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufführung vonD 0 n C a r l 0 s" zu Schillers Geburtstag am Mittwoch, 10. No­vember, außer Abonnement stattffndet.

** Die strenge Fro st Periode scheint zu Ende zu gehen. Gestern (Mittwoch) trat ein Witterungsumschlag ein, der mit ge­linder Temperatur begann. Hauptsächlich die Landwirte sehnten im Interesse der jungen Saat gelinderes Wetter mit Niederschlägen herbei. Der Weizen hatte kaum zu keinem begonnen, als Trockenheit und Frost einsetzte. Noch sind viele Stoppeläcker zu stürzen, was bei der Trockenheit unmöglich ist. Am letzten Sonntag und Montag hatten wir bei 7 bis 8 Grad Nachtfrost die größte Kälte. Der Bo­den war bis zu einer Tiefe von 1015 cm fest gefroren. Auf nassen Wiesen war schon Eis zu finden, die Mühlräder toaren bedenk­lich vereist. In den Gärten sind neben dem Kohl die Georginen, Astern und andere Herbstblumen erfroren.

**DieNachtkälteistiN den letzten Tagen etwas zurückgegangen Am tiefsten war das Ther­mometer in der Montaynacht gesunken: 6,5 Grad .°ht der Dienst aynwcht hätten wir> 6 Grad, am Mittwoch 2 GrÄ>, am Dvnnerswq 1 Grad und heute nacht wieder 2 Grad. In Lauterbach war es in diesen Nächten meist etwa 2 Grad Öfter, in Starkenburg dagegen etwa 2 Grad wärmer.

** Die Postsendungen der Be­hörden an Behörden. Postsendungen, die ungenügend oder überhaupt nicht frei­gemacht find, nehmen die Reichsbehvrden nicht mehr an, selbst wenn die Sendungen von an­deren Behörden kommen. Der Reichsminister der Finanzen hat angeordnet, daß in seinem Geschäftsbereiche die Annahme solcher Sen­dungen verweigert wird. Er hat auch die übri­gen Reichsministerien ersucht, dieselbe An­ordnung zu treffen. Die Landesbehörden sind deshalb genötigt, ihre Nachgeordneten Stel­len auf die volle Freimachung der Postsen­dungen an Reichsbehörden besonders zu ach­ten, um Verzögerungen zu vermeiden. «

** Umgestaltung des Reichs- kursbnches. Das Reichskursbuch hat sich auch in seiner neuen Ausgabe mit dem Win- terfahrplan den vollständig veränderten Ver­hältnissen nur zögernd und unvollkommen an- gepoßt. Für die Umgestaltung ist jetzt eine Be­sprechung im Reichspostministerium am 10. November vorgesehen, an der sich auch die Reichseisenbahnverwaltung beteiligen wird. Seit dem Ausbruch des Krieges ist die Aw- ordnung und das Schema der einzelnen Fahr­pläne so ziemlich unverändert geblieben. Die ausfallenden Züge wurden gestrichen, so daß überall unverhältnismäßig viel Platz und Pa­pier in Anspruch genommen und dadurch der für die meisten Privatleute unerschwingliche Preis des Buches noch weiter gesteigert wird. Es gleicht einer befestigten'Stadt, deren Ein­wohnerzahl zurückgegangen ist. Auch die po­litischen Umwälzungen in Europa sind nur zum kleinen Teil berücksichtigt, man hat El- laß-Lothringen mit den alten Nummern hin­ter Frankreich gestellt. Unter den fremben Ländern ist Polen neu aufgenommen. Dage­gen sind die Linien der Nachfolgestaaten Oesterreich-Ungarn immer noch zusammenge­stellt. Die ffchechoslowakischen Staatsbahnen sind inzwischen zu einem einheitlichen Netz mit ganz neuen durchgehenden Linien gewor­den, die inn der alten Zerstückelung nicht zur Geltung kamen. Prag ist zum Mittelpunkt des Netzes gemacht. Aus Südslavien fehlen Angaben usw. Wünschenswert wären ausführ­lichere Mitteilungen über Fahrpreise, durch­gehende Fahrkarten u. bergt

** Das Fe st der silbernen Hoch­zeit feiern bte Eheleute Rangiermeister Karl KrL- mer, Neum Weg 32, am nächsten euimtog in voller Rüstigfeit.

** Geistliche Musikaufsührung. In der Jvhcnmeslttche Bereitete gestern das Leipzig Solvauartett für Kirchengesang, dessen Darbie­tungen vom Vorjahre her noch im besten Ange- benfcn stehen, den zahlreich erschienenen Hörern einen großen Genuß. Sein Leiter, Pros. Bruno R ö t h i g, hatte ein feines Programm zusammen- ycstcllt, das in brei Abttilungm der Kirche starken Hort, des Hauses liebsten Gast und des Herzens süßen Trost vefirnnb-il lochen sollte. Alte und neue Meister 'waren mit großenteils auch dem Kenner der Mnffca facre nicht vertrauten, darum aber

doppelt anziehenden Weisen vertreten. Don der herben Melodik, die uns aus deut Feldgesang der Taboriten (15. Jahrh.) entgegmtritt, bis zu den zarten Tönen der Luise Reichardt (t 1826) und des sächsischen Kantors Kittau (t 1894) ist ein weiter Weg, den mit den Leipziger Sängern zu durchmessen eine Freude bedeutete. Die Künstler traten hinter ihrem Werk bescheren zurück. Nannte doch das Programm nicht einmal ihre Namen. Sopvmi und Baß trugen das ganze,_ während Alt und Tenor, bei dein man die sieghafte Klangfarbe etwas zu vermissen glaubte, fickt den führenden Stimmen mit stellenweise fast 311 großer Zurück­haltung an schmiegten. Der volle Ein llang war überall erzielt. Besonders schön 'wirkte das Pia- nissimo, z. B. in dem ergreifendenBleibe bei uns, denn es will Abend werden", die Sprach­technik 'war durchweg sauber, die Rücksichtnahme aus "den Text verständnisvoll. Bor allem aber lag über den Darbietungen ein weihevoller Ernst, dem Raum, in dem die Töne etil an gen, angemessen.

Landkreis Gießen.

a. Lungen, 4. Nrv. In der Gemeinde- ratssitzung vom 3. November wird zunächst der Vertrag mit den Bu^russchen Eisenwersvn zum Betrich der Grube Abendstern durch die Unterschriften des Gemeinderats fertiggeslellt. Das städtische Faselvieh (Bullen) leidet an Maul- und Klauenseuche: der Verlaus ter Seuche soll zunächst abgewartet werden Falls die Zucht- tauglichkeit ber Tiere becintt,ächt'g. toird, soll die Landwirtschäftskommisfion beauftragt werden, ber Gemeinde Vorschläge zu machen. In der Stadt befinden sich Stellen, an denen das Was'er keinen Abfluß hat; es soll veranlaßt werden, di-ffen Zu­stand so gut als möglich, zu beseitigen. Die seiner­zeit bet Ausführung der Wasserleitung unterblte- frrne Kanolisatnon lrrvd wohl in absehbarer Zeit nicht zur Ausführung g^ebracht werden können. Dre Gehaltsverhültnisse der Ge- Mcindeange st eilten werten neu geregelt und zwar werden Teuerungszulage gewährt, so daß Pas Gesamteinkommen durchschnittlich etwa 8000 Mk. beträgt. Die Gemeindebedi'nste en '.vev- ben ebenfalls in ihren Bezügen aufgebessert. Es soll die Erbauung eines Doppelhauses für Gerichtsbeamtenwvl)7rungen ins Auge gefaßt wer­den unter Bedingungen, 'wie sie für die zur Zeit im Bau befinblirl?cn Gendarmeriewohnungen mit dem Staat abgeschlossen wotien sind. Drffer Punkt der Tagesordnung erfordert länge e Aussprack-o, wobei sich ergibt, daß in Hungen noch mehrere Familienwohnungen dringend nötig find; wahrend aus einigen Nachbarorten mehrere Wohnungen leer stehen. GEerherstellungsarbei en nebst Aus­besserung und Säuberung der Horloff, die unter­brochen /wurden, sollen sofort fortgesetzt werden, wobei eine Anzahl Arbeiter von Grube Abndstern ihre Feierschichten Mit diesen Arbei en ausfüllen will. Tie Gemeinden m lagen sollen nach der bisherigen Belastung der Vermögenswerte für 1920 festgesetzt werden. Nach einem vorliecenden Entwurf lammt das Wa'serhäuschen ft'tt die neue elektrische PuMpanlage auf 43 000 Mk. zu stehen. Vergütung aus Holzpoeise: Dieser Punkt wurde vertagt.

T Reiskirchen, 3. Nov. Ein frecher Einbruchsdiebstafrk wurde bei dem Kaufmann Löwenberg verübt. Obwohl das Geschäft direkt am Bahnhof liegt, gelang es den Spitzbuben, die Glasscheibe an der Tür zu durchschneiden und mehrere Säcke voll Tuchstoffe fortzubringen. Sie fuhren die Beute in einem gestohlenen Hand­wagen nach Grvßen-Buseck und bestiegen hier den Zug. Als der Kaufmann am nächsten Tage den Einbruch gewahrte, erinnerte er sich des Wilhelm König aus Saasen, der zwei Tage vorher sich die fehlenden Stoffe zeigen ließ, aber nichts kaufte. Auf diese Angabe hin gelang es der Polizei König und seine beiden Helfershelfer in Höchst festzunehmen. Die drei Bursen stehen auch im dringenden Verdacht, den ähnlich äusgeführten Einbruch im Güterbahnhof Grünberg bewerkstelligt zu haben.

n. Aus der Rabenau, 4. Noo. Gestern morgen wurden an der Kreisstraße KesselbachLondorf unter Leitung des Kreis- obstbautechnikers Heberer junge O b st - bäume angepflanzt. Gleichzeitig fand eine praktische Unterweisung junger Landwirte und sonstiger Interessenten statt.

c. Queckborn, 5. Nov. Hier ging eine von bm Konfirmandinnen gesammelte Fuhre von etwa 2 0 Ztr. Startoffein an das Evangel. Schwesternhaus in Gießen ab.

sl Watzenborn-Steinberg, 5. Nov. Die Wohnungsfrage bringt in unterer großen Gemeinde, wie allenthalben, mancherlei Schwierig­keiten mit sich. Vor einiger Zeit wurde für die Wolmungsrntete eine Skala aufgefteHt: 8. 10 und 12 Mk. pro Zimmer im Monat, fe nach Gröhe. Jetzt sollen dem Vernehmen nach diese Satz: be­trächtlich erhöht werden. Es erhebt sich die Frage, ob eine derartige Aenderung ohne Zustimmung der Wohnungskommission erfolgen kann. Eine weitere, noch ungelöste Frage bttrisst die elek­trische Beleuchtung. Soll der Lichtverbrauch des Mieters genau festgestellt werden, so ist ein zweiter Zähler im .Haus erforderlich. Wer soll die Kosten bafür aufbangen? Es wäre zu wünschen, baß alle noch schwebenden ober auftcmchenden Fragen zwi­schen Vermieter und Mieter auf dem Grunde gegenseitiger billiger Rücksichtnahme erfebigt wür­den. Bei gutem Willen wird es schm gehen.

Kreis Alsfeld.

ga. A l s f e I b, 5. Nov. In dem Torfe Flie­den bei Fulda hatte, wie aus Fulda berichtet wird, eine Bauersfrau für einen Zentner Weizen den hohen Preis von 600 Mk. verlangt und auch erhalten. Tavauf erhielt die Frau als Gegenleistung für diesen Wuckxr in einem ano­nymen Postpaket ein Totenhemd und zaei Kerzen überianbt. Die Frau nahm sich die Sack-e devart zu Herzen, daß sie gemütskrank würd' und letzt völlig geistesgestört ist.

irp. Mücke, 3. Nov. Auf dem htesigen Bahn- hvse verlor eine Fran, die Wegreisen wollt», hun­dert Mark. Ein jugendlicher Arbeiter aus Rup­pertenrod, der zur Arbeit nach Wetzlar wollte, fand den Betrag. Er gewahrte die suchende Frau und händigte ihr das Verlorene aus. Dankbar belohnte sie den Finder mit 20 Mark. In der gegen­wärtigen Zeit, in der Ehrlichkeit so selten geworden ist, sollten solche Fälle zur öffentlichen Kenntnis gelangen.

Kreis Büdingen. Erzschürfungen.

Y. Kohden, 3. Nov. Zn unterer Gemar­kung wurden ui letzter Zeit zwischen bei Alten­

burg und dem Harbwald mehrfach Schürfun­gen nach Eisenerzen vorgenommen. In­genieur Wilhelmt) aus Gießen hat, nun abbau­würdige Erze gefunben und beabsichtigt, diese fördern zu lassen. Er ist bereits mit den Besitzern der Grundstücke in Unterhandlungen getreten, die hoffentlich von Erfolg sind.

y. B ad-Sa l z Hausen, 3. Nov. Der prakt. Arzt Dr. Wilh. Schäfer in Ober-Hilbersheim in Rheinhessen verkaufte seine hier gelegeneVilla Waldfried e" an Fräulein Emma Briegleb ooijt hier für 50000 Mk. Die Käuferin besitzt bereits hier das große PensionshausStillfried".

A N idda, 2. Nov. Nach 5x/2 Jahre langer Dienstzeit im hiesigen Bezirk wurde Gendar­merie-Wachtmeister Wieschmann von hier nach Bingen versetzt. Er hctt es während ber schweren Zeit der Zwangswirtschaft durch sein umsichtiges, tattvolles Auftreten verstanden, sich die Achtung und Liebe ber meisten Bewohner des Bezirks zu erwerben. Deshalb^wird sein Weggang allgemein bedauert. An die Stelle des Scheiden­den ist Gendarmerie-Wachtmeister Kämmerer aus Darmstadt versetzt worden.

Michelnau, 3. Nov. Ter Landwirt und Metzger für Hausschlachtungen Böckel von frier wurde verhaftet und in das AmtsgerichrS- Aefängnis in Nidda abgeführt. Er wird schwerer fittlicher Verfehlungen mit Kindern beschuldigt.

, Kreis Lauterbach.

rr. .Schlitz, 4. Nov. Im nahen Uellers- hausen brannte gestern mittag eine Scheune mit sämtlichen Erntevorräten nie­der; auch das Wohngebäude wurde bis auf das untere Stockwerk, das noch gerettet wer­den konnte, eingeäschert. Zigeuner, die bettelnd und unverschämte Forderungen stel­lend das Dorf durchzogen, sollen aus Wut, weil sie in einem Nachbarhaus abgewiesen wurden, die Scheune angezündet haben. Bei der hier besonders in der Nähe der preu­ßischen Grenze immer stärker hervortretenden Zigeunerplagc und der damit verbunde­nen Unsicherheit wird bei dem Mangel an ausreichender Gendarmerie unserer Land-Be­völkerung nichts weiter übrig bleiben, als zur Selbsthilfe zu greifen und für Aufstellung eigener Sicherheitswachen Sorge zu tragen.

Kreis Schotten.

# Gedern, 3. Nov. Am Samstag und Sonntag abend veranstaltete ber hiesige Volks- bilbungs verein zwei Theatevabenbe, an denen durch Mitglieder SudermannsSfrre?' zur Aufführung kam. Wenn man auch über den Wert dieses sozialen Dramas recht geteilter Meinung sein kann, so verdiente doch die Darstellung alle Anerkennung. Recht wirffam wurde uns ber Ge­gensatz zwischen Vorder- und Hinterhaus des Ber­liner Fabriketablissements vor Augen geführt. Es wäre zu wünschen, wenn ber Volksbildungsverein zu einer etwaigen späteren Aufführung ein Werk eines unserer Klassiker wählen würde, das uns mehr zu sagen hat.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 4. Nov. Die Stadtver­ordnetenversammlung beschießt, von dem geplanten Ausschreiben zur Erweiterung des Staotbauplans abzusehen. Da die hierfür vorhandenen Mittel von 5000 Mk. sich als unge­nügend erwiesen. Die Arbeiten sollen jetzt auf oem Dienstwege erledigt werden. Geb. Oberbaurat Hoff­mann in Darmstadt, der als Autorität im Städte­bauwesen bekannt ist, hat seine Mitwirkung zu­gesagt. Gegen die kürzlich beschlossene Ver­legung ber stabt. Brückenwage auf den Lagerplatz in ber Bismarckstraße erheben bie Spediteure in einem Schreiben Widersprach und bitten um die Errichtun gdsr Wage an dem Südende der Allee; die Sache wird zur Entscheidung an den Bauaus­schuß zurückverwiesen. Die Versammlung ge­nehmigt die Verpachtung ftäbt Geländes in Fauer­bach. bei der für den Normalmorgen ein Betrag von 200 Mk. als Mindestpreis erzielt wurde; Leute, bie bereits über 40 Morgen bewirtschaften, sind von Oer Verpachtung ausgeschlossen. Rechts­anwalt Schröder wurde zum Vorsitzenden-Stellver- tveter des Mieteinigungsamtes gewählt. Eine Besichtigung der Räume ber Schillerschule hat kürzlich durch eine Kommission ftattgefunben; es ergab sich hierbei bie Notwendigkeit, zwei Woh­nungen im Feldwebelbau, die bisher an Private vermietet waren, zu räumen; für das Vorseminar, das Ostern von Lich hierher verlegt werden soll, wird versucht, im Seminare selbst Platz zu schaffen. Es soll für 100 000 Mk. weiteres Notgeld in Form von 25-Pfennigscheinen geschaffen wer­den. Ein Saal der Polytechnischm Lehranstalt soll ber kvmmunistischen Jugend auf An­trag zu einer Versammlung überlassen werden. Dem Wetterauer Geflügelverein werden 100 Mk. für einen Ehrenpreis frei seiner Ausstellung be­willigt. DieEinkaufsgesellschaft für das Groß- herzogtum Hessen", bei ber die Stadt als Aktionär leteiligt ist, hat zur Erhaltung ber Lupusheil- ftötte in Gießen imb bes Eleonorenfreims in Winterkastell aus seinen Überschüssen 100 000 Mk. bewilligt, um diesen Anstalten das Fortbestehen zu ermöglichen. Die neuen ftäbt. Steuern, die auch das bisher steuerfreie Mindesteinkommen er­fassen, bringen einer Berechnung nach etwa ein Einkommen von 200000 Mk.; die Vorlage nnro gegen die Stimmen ber Sozialdemokratie an­genommen.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. S arm ftäbt, 5. Nov. Die Stadt- oerorbnetenoerfammlung bmtilifte für bas Steuerjahr 1920/21 auf die Gründ- unb Ge­werbesteuer einen einheitlichen Steuer ausschlag von 56 Pf. auf je 100 Mk. Vermögenswert, rück­wirkend bis 1. April 1920 unb zahlbar in sechs Zielen ab 1. Januar 1921. Von 42 Stadtver- orbneten stimmten 12 Bürgerlicher gegen die Steuer.

rrn. Griesheirnb. Darmstadt, 4. Nov. Von zwei Soldaten der französischen gelben Besatzung üb er fallen wurde am Sonntag eine junge Frau am sog. Pferschweg. Auf die Hilferufe «der Frau kam ein französischer Offi­zier hinzu, worauf die Wüstlinge davoneilten. Er konnte sie aber erreichen und chre Fest­nahme veranlassen.

Kreis Wetzlar.

d. Großrechtenbach, 5. Nov. An Mi­litärwaffen sind in der diesseitigen Bürger- meiftenei bis zum 1. November, dem letzten Ab­lief erungstage, zur Ablieferung gekommen: 17 Jn- fan eriegewehre, 37 Karabiner, 468 Stück §xmd- waffenmunitton, 5 Leuchtpistolen, 3 Armeerevol-1 Der 3 Armcepistolen, 1 Maschinengewehr lauf, ein I

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Gießen, 2. Nov. 1920

In der heutigen Sitzung kamen folgend Sachen zur Verhandlung:

Eine junge Frau, die von auswärts btc zugezogen war, mußte mehrere Monate mobter bei einer hiesigen Schneiderin wohnen. Die ih' entgegengebrachte Freundüchkeit der Vermieterr lohnte sie damit, daß sie ihr eine Reihe vo: Wäsche gegenständen, sowie Gabeln, Me.ser M Löffel entwendete. Jbre Behauptung, " die Sachen später wieder zurückgebeu konnte um so weniger Glauben finden, als sie bi Wäschesachen teilweise verändert und mit. ihralsi

fd. Frankfurt a. M., 4. Nov. Zwei jun« Zett, für 5V2 Milli

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bach sind die Ergebnisse nach wie vor aus­gezeichnet, wenn man die geringen BeftäM in Betracht zieht. Die Rückstände sollen jetzt der Brikettfabrikation zugeführt werden, bit übrigens auch aüf.der der Stadt Franffuri gehörenden GrubeFriedrich" bei Hungen ir größtem Umfang gefördert werden soll. Dif erste Braunkohlenverteilung aus dieser ©rufe an die Bevölkerung findet anfangs Dezember: statt.

Einbruchs die Elifirbethenlirchr In Marburg

Marburg, 4. Nov. (Wolff.) Vergan­gene Nacht wurde in der El i sab e lh ki rche eingebrochen und am Sarg der heiliger Elisabetb Edelsteine entwendet.

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mc. Frankfurt a. M., 4. Nov. Mit den Ausstellungsarbeiten für das Werkbmrb Meßhaus auf dem Fefthallengelande tourte anfangs dieser Woche begonnen.

mc. Frankfurt a. M., 4. Nov. An­kommenden Samstag findet frier eine Konfe­renz der Vertreter von Schwanheim, Isen­burg und Frankfurt unter Beteiligung W Regierungsmitglieoern statt, die endgültic über die Einstellung des Waldbahn betriebes nach den sogenannten Orten em- scheiden soll.

mc. Frankfurt a. M., 4. Nov. Dir Stadtverwaltung errichtet in der Schneidtoall- gasse ein Heim fürWohnungslose,M diese wenigstens so lange Unterkunft finden, bis für sie eine Unterkunft besorgt ist. ^Zn dem­selben Hause wird auch ein Altersheim für Frauen begründet, da diese vielfath kein g& eignetes Unterkommen finden können.

X Hünfeld, 4. Nov. In ter Mühle m M erschienen, als bie Müllersfamilie zum Bestch- des Gottesdienstes in Nüst wtille, fünf Offen- bacher Mehlschieber, füllten 2 Zentner in die mitgebrachten Säcke und entfernten fia! ohne Bezahlung, nachdem sie den Mahibuffchv bedroht hatten. Einige der Spitzbuben sollen ir Marbach abgefaßt worden sein.

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M as chinengewehrsch^o ß, 1 Mas chrnengewehrschall. dämpser unb 1 S^itengewohr. An Prämien wur, den insgesamt 5405,65 Mk. gezahlt. Ujttei ber Schafherde ber hiesigen LchäfevtigenossW- schäft sowie auch unter ben Herben zu Reiskstchni unb Vollnkirchen ist die Räude ausgebrochm Die hiesige Herde ist vollständig abgeschlachtet und das Fleisch an eine Fabrik im Siegerlande zm Versorgung ihrer Arbeiterschaft verkauft roorben.' Die Genossenschafter zu Reiskirchen unb Bollm kirchen tragen sich ebenfalls mit dem Gedankt der Abschlachtung sämtlicher Schafe.

d. Kle in recht en fra ch, 5. Nov. Dir Maul- und Klauenseuche in ter frieren Gemeinde ist erfofd^en. Die Scksutzmaßregeln, durch die die L-andwtrte in der Verwendung ihrer Rmd- viehgespanne bei den Feldarbeiten Tefi.r g fr^nun: waren, sind wieder aufgehoben worde.u

d. Lützellinden, 5. Nov. Tie Wofr- nungsniot nimmt auch in der fr trügen (5te* nretnbe einen immer größeren Umfcrtg an. Au§ diesem An basse hat sich die Gemeüte genä.tgt gt> sehen, das sogenannteGemeindehaus" zu Miet­wohnungen einzurichten. Es trieb voranssickülih möglich fein, drei Familien in dem neal;c;gctid> teten Gebäude unterznbringen,

gr. Nrederkleen, 5. Nov. Iw Sommer dieses Jahres wurde im Kleebackx in der Nähe dcs Torsos die Leiche eines neugeborener Kindes aufgefunben. Nunmehr ist ein frier te« sck-aftigtes auswärtiges Diensttnädcke.1 un e; tex Verdachte der Tätersck^ast in Untersuchungshaft gör nommen worden.

Hessen-Nassau.

Ein Riesenmnsatz.

Namen gezeichnet unb auch bei ber Haussuchun! deren Besitz bis zuletzt abgeleugnet hatte. Del Gericht ging daher über den Antrag ber Staats' anwaltschaft hinaus unb verurteitte sie zu eckev Monat Gefängnis.

Einige junge Burschen von Climbach sMa aus Uebermut einer dortigen Famllie einen bernack und warfen ein altes Lartengerüst,^ als Abort diente, um, so daß es in Trilmm«n ging. Sie müssen ihren Streich mit 25 Mk. strafe büßen. Von der Anllage der Berüounc groben Unfugs wurden sie dagegen freigesprochÄ Sie hatten nämlich einen derselben Family gk hörigen Vorderwagen vor das Dorf gefahren un- erst am nächsten Abend wieder zurückgeorac» Das Gericht nahm an, daß hierdurch zwar roo£ bie betr. Familie, nicht aber das Pub.ikum v seiner Allgemeinheit unmittelbar belästigt moros sei. Letzteres ist aber bie Voraussetzung für tun Verurteilung wegen Verübung groben Unfugs.

Ein trauriges Bild bot die Verhandlung g.9^ einen Stadtschüler, ber sich z. Zt. im Rettungshau: in Hühnlein befindet, wegen Diebstahl 5.^te- Junge ist zwar gerade erst 12 Jahre alt hat aber freretts eine ganze Reihe von Geldd'.eo- stählen begangen. Zuletzt hat er während emc Schulpaust feinem Lehrer, der sich um stau Ausblldung und Erziehung die größte Mühe fit geben hat, aus dem Mantel eine BrieftafÄ mit 75 M k. gestohlen und das Geld fu Eßwarvi und Nöschereim verausgabt. .Er erm^ dafür 5 Tage Gefängnis, die er aber mit Muaitty auf seine geistige Minderwv tigkeit und seine schlew ten häuslichen Verhältnisse nicht zu verbutze»

f Ein galizisc Icmcri: in Gr J! 2iunb Z ih ßtrabioli'i Ick. Das Grn V sich als voll icifn ohnrAusa den Zn h:itn wollte, u Fachhandels Dik Mistast

Mark Schmalz, Kakao usw. umsctztm, er­hielten Strafbefehle in Höhe ton 35 000 Mti weil sie keine Großhandelserlaubnis besitzm. Si- I fr Aimcherun^ behaupten das GegenteU und haben gegen bit 11 mangelfraft Strafbefehle richterliche Enffchfidung angerustv. ^tagten da

mc. Frankfurt a. M., 4. Nov. Auf den vor den Toren der Stadt liegende, I E S? Braunkohlen feldern bei Obererlen-