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Moskau.

in

ftreiks.

London, 5. Nov. (WTB.> Die Berg - Ausschuss, Abgeordneter Held, tourte frauf-i arbeiter von 9)orfff>ire und Nvrthrlimberlan.d^ragt, ub'r diei^ Ergebnis tec Bollrer.wnmlung

des Landtages Berickst zu erstatten.

der

Jugend aller St-inte besonders ans Herz.

ren

vor- als füh- von Bild

es ixrnrit der Wi^ergutmacbungiösordcrung gerecht wird. Man könnenicht über Deutschland

gelegen hei t Dobner braßte sich der par­lamentarische Un ter suchun g sau 4- f chu tz und erhob nach fenyr 9hi5ftmad)e über das Ergebnis der Zeugenaussagen mit 13 gegrn 9' Stimmen folgenden Ant ag zum Beschluß: Tte A-vagr*, ob Organe der Münchener Polizeidrvck- tön eine Organisation bildeten, die es sich zur Ausgate stellte, Mensrk-en g-ewalt'am zu beseitigen- ist nach dem Ergebnis dec Un ersu^nrngei mti nein zu bean tworten. Dec Bor'ire ite dos

nicht nachkomme, des Rnhrgebi t nehmen und dab'i erroarten, datz Deutschland for fährt, große Kvl,l -

Oetktff ' gOd MlM

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haben die Arbeit wieder aufg'nommeu. Man hofft, daß am Montag der Brtrreb wieder überall im Gange ist. Ersichtlich ist, daß der Rat der Berg- arbeiterführer, die Arbeit sofort wieder aufzu- nehmen, allgemein angenommen worden ist.

*

Lynchjustiz in -lmerika,

Amsterdam, 4. Nov. (W l'f.>'lieber Lon­don wird dnnTelegraaf" aus Orlando (Florida, Bereinigte Stoa en) berichtet: Neger, i"i-? zur Wahl nicht zug: lassen iDiirten, da sie die Stoicrn iriett bezahlt hatten, veranlaßten einen Ausl-rus, wobn zwei Weiße getötet und andere verwundet worden fntf). Die Menge hing einen Neger aus und verbrannte f'üns andere, d.e Däuser, in die sich die Neger gelüchtet batte.i, wurden angezündet.

ti Betriebsräten als Wegweiser tr gelten, dann werden sie sich 'i. unterirdischen Minierer

i, die das Gebände des Kapitals

:rten herauf minieren. Ein hübsches

Eine Kundgebung Trohkir.

Moskau, 4. Nov. (MTB.^ Der Deeres- berich' bffagt: An der Südfront dauert unser An­grift fort. In MelitopZ erbeuteten wir drei un­beschädigte Panzerzüge, 18 (?) eebraucks'ähige Geschütze, 100 Waggons mit Geschossen, 25 Loko­motiven und über 2 Millionen Pud Brotkorn.

In einer Kundgebung Trotzkis vom 2. November heißt es: General Wrangel liegt in den letzten Zügen: fünf Armeen halten ihn von a'fen Seiten umringt. Durch den letzten Ansturm der tapferen roten Regimenter wurde du Feind con den Landengen abgeschnitten. Er sucht jetzt in jeder Richtung einen Ausweg. Wrangel ist noch nicht vernichtet, aber sein Schicksal ist be­sieget. Dieser große Erfolg wird, falls er glück­lich beendet wirb, uns bald den Zugang zur Krim verschaffen. Erst müs'en aber die Haupkräfte der Weisgardisten zersprengt werten. Durch dm ener­gischen Schlag werden wir die Tore zur Krim öffnen. Die Krim, die bisher als Festung für die Gegenrevolution diente, wird für te? letzten Weiß­gardisten zur Grabstätte werden. Unser Erfolg an der Front des Generals Wrangel wird sofort auf unsere internationale Lage zurückwirkn. Polen, das mit uns den Vorfrieden abgeschlossen htt, ver­sucht, durck Petljura, Sawinkow und Dalachow n'ch den Krieg gegen uns fortzusetzen. Die französische Börse versucht, den dienstbereiten PilsudSki ivieder in einen Kampf gegen uns zu ver-vükeln. Unsere Aufgabe ist es, das weirnardistische Reptil im Süden endgültig zu vernichten und die Träume der französischen Schacherer zum Stfritern zu bringen. Schließlich spricht Trotzki die Ueberzeu- gung aus, daß am 3. Jahrestage der Oktoberrevo­lution die Tove zur roten Sowjerkrim geöffnet sein werden.

Früher hatte Tv?tzky lautPmwda" in einer Versammlung in Petersburg eckärt:Mir iit bewußt, kaß Düngers not b v. r'eht, und ich bin ebenfalls vertraut mit den Geahre c, di: die Wint-rkälte mit sich bringt. Die Bourgoisie der ganzen Welt bereitet sich aus den 3t:g vor, wir wollen ater beweisen, daß sie sich irrt. 23fr müs­sen siegen und unsere Feinde vernichten. Selbst wenn auch drei Viertel der russischen

Nr, l :h;; re * «k, | (Ml* 14

Bevölkcrung an Dünger und Kälte sterben sollte, werden die Ueberleteirdm woid.'r leben zur Berherrlick-ung des Suges her Mltvevolution."

Paris, 5. Nov. ^WTB.) Ein Fimksvruckl aus Aioskau meldet, daß die S o w s e t t r u v p e n auf der Krim fort sah en, den Feind zurückzu- drängm, ter sich uhL*t schvecen KämpM nach ter Halbinsel zurück-eht.

Tie Gegenströmungen.

Kopenhagens. Nov. (WB.)BerlinSke Titente" meibet aus He smgf^rs: Nach Meldun­gen ckus Moskau herrschst unter den bolsckiewisti- schen Truppen allgomtine Erbitterung über das Borg hen der Milgl ieder der außer- ordentlicken Unter suchungskommis- si onen. Die Sowjetbehör en .e ürd t.n tn.Ige» teifen eine Empörimg dec unzufriedenen SoUxileu

nicht zu einer Berlargungsanstalt für Arbeitslose herabfinke. Das leg e der Reichswehrminister '

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salzt**;

Franzöfischer Bergarbeitcrstreik.

Paris, 4. Nov. (Wolff.) Der Nationalrat her französischen Bergarbeiter, der ge­stern seine Beratungen teeni ete, rich ete einen Auf­ruf an die gesamte französische Arbeiterschaft und die öffentliche Meinung, worin die Bergarbefter ihre Forderungen damit rechtfertigen, daß eine große Anzahl unter ihnen bei der heutigen Zahlung ein elendes Dasein ftisten müsse. Am 15. November werte die Kohlenförderung in ganz.Frankreich unterbrochen. Dann wisse oas Land, wen die Verantwortung treffe.

Das Ende des englischen Bergarbeiter.

lins dem besetzten Gehles

Französisches Ehrgefühl!

mc. Ludwigshafen, 4. Nov. Die Fr-an- zofen liefen einen jungen Mann, dessen Hund sich an der auf dem Marktplatz stehenoen ftanzö- fischen Zeitungshütte nach Art seiner oi-rbeinigen Genossen benommen hat.e, wgm vorsätzlicher Beschädigung sranzöiischeu Staats­eigentums verhaften.

Ein neuer Rh'.'tnschiff^hrtcdienst.

id. Vom Rhein, 4. Nov. Tie Flotte deS Lloyd Rhenan" undLloyd de la Meuse", die aus 110 Rheinschiffen besteht, tourte von ter belgischen Regierung demLloyd Royal Belge" zu Antwerpen überwiesen. Ti.sss Unternehmen hat die Absicht, in fur&er Zeit einen ausge­dehnten Schiffahrtsdienst zwischen Aut- werpen und Straßburg aufzunchmen.

Lin neuer Streitfall in Danzig.

Tanzig, 4. Nov. (WB.) Der Strl'Vertreter des Oterk-mmiffa-s Lbcrsileutnant S t ru 11. e- ließ unterm 26. 10. eine Verfügung über btc Be­schlagnahme Don sämtlichen, Flug- ze u g m a t e r i a l innerhalb des Gebiets ter freien Stobt Danzig. Gemäß dieser Arvordiung ergp'g an die Tanz-ger Luftrce'-^n di? Weisimg. bcs zum 1. November abends die ihr geböte frn Flug­zeuge abzumontieren und zum Abt ansport bo« reitzustellen. Die Danziger Lustre^derei erhib da.vius b im stellvertretenden O'erk>mmi sar Em- fpruck gegen oie mienoartet erfolgte Besch'ag- nahm?, d-a fie weder durch die Beftimmmigm des Frictensve t a-e?, noch durch sonst ge für Dan^g verbindlicke Bert.äge g<etz ich tegrü tet fei. Dre Danzigor Luit eederei er^udit" den Staat Trat um Vermittelung in dieser Ange egen heft bebu.'S Ruch. gängigmack.ung ter Beschlagiwhme. Ter Staats, rat warte daraufhin bn Oberstleuprant Strutt Dur­fte flig, jedoch erfolglos.

Die angebliche Münchener Mordzentrale.

München, 4. Nov. (WB.) Mit ter An-

Lnglanb und die Zerstörungrwnt 8rankreich5.

Amsterdam, 4. Nov. Wolff) TieW e st- min ster Gazette" be'p.ich: in einem Leit­artikel die in Frankreich herrschende Ver­stimmung gegen England. Das Blatt schreibt, die britische öffentliche Meinung bil­lige den Beschluß der bri.ischen Regierung, auf bay England nach dem FriedensLerirag zustchende Liouidations recht zu verzichen und be­trachte ihn lediAich als das logcische Ergebnis der Wiederaufnahme der D-antelsoeziehungen mit Deutschland Dieselben Gründe, -die England zu diesem Schritt gedväng: hätten, ivürten noalirfchein- lich auck die Franzofen dazu treiben, dem eng­lischen Beispiel zu folgen. Die'e an sich gering­fügige Angelegenhtit sei jedoch s y m b o l i sch für das mit Bezug auf den Fnodensvwtrag herrschende allgemeine Unbehasen. Man forme nid?* zur glei­chen Zeit Deutschland wirtschaftlich oernichten und eme riesige Entschä' -toung aus ihm herausziehen. Man könne DeutscAand nicht Elsaß-Lothrmgen, Oterschlesien, und, wenn es seinen Verpflichtungen

Line Rede de; Ncichrwehrministcr;. , , ktLtrs ....

n n, ,1 . erwarten, daß Deut^ckstand sor fährt, gwße stvl l I,

. . 3. Nov. Rr,ck>srvehrmlmster Gehler mengen abzuliefern oder scviel zu erzeugen, daß

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Helmstraße erhielt der König 40 Millionen Mark, die teils für den Kauf des Schlosses Doorn verwandt wurden. Für dieses Schloß wurden ihm im August 1919 auch die Ein- richtungsaegenstände geliefert. Der Aufent­halt des Königs beim Grafen Bentinck kostete täglich 1000 Gulden. Tie Prinzen erhielten bis zum 1. Juli 1919 ihre Appanagen aus der Kronkasse, später aus dem Hausschatz; jetzt erhalten sie aber nur noch 2/3 der frühe- Höhe.

eine große unbestimmte Forderung schweben lassen und zugleich crwaren, daß es dabei in gesckMsmä^gcr Weise erteile, um seine Schulden zu tilgen. Man könne nicht erwar­ten, daß Deutschland seine feindselige Gesinnung und seinen Militarismus aufgete und zur gleichen Zeit eine Politik verfolgen, die Deutschland mit Vernichtung zu bedrohen sch ine. Das englische Volk sei ter Ansicht, daß die Weigerung, eine Ent­schädigungssumme sestzufetzm, von ter man er­warten könne, daß Teutschand fi: wirklich zu zahlen imstante ist, sowohl unpraktisch als auch ungerecht sei. Außwdem stehe der Gedanke an die Aufrechterhaltung unmög'icher Forderungen, deren Nichterfüllung neue Strafen und neue Besetzungen veranlaßen fänn.e, in vollkommenem Gegensatz zu ter britischen Idee ter europäischen Regelung. Es bestehe unzw.ifelhast eine starke Strömung in ter französischen öffentlichen Meinung, die der Ansicht sei, daß Deutschsand nur dadurch un- schäteich gemacht werden könne, daß es wirtschaft­lich zugrunde gerichtet und womöglich zerstückelt werte und daß Sicherheit nur erkauft werden könne durch Gewalt und nochmals Gewalt. Tie Mehrzahl ter Engländer sei nicht dieser Ansicht und glaube nicht, daß es möglich sei, eine Nation von ter Große und Lebenskraft tes deutschen Volkes für immer zu vernichten und in Stücke zu schneiten.

London, 5. Nov. (WTB.) Lloyd Ge­orge erklärte im Unterhause, er wisse noch nicht, ob er der Versammlung desVolkerbun- des am 15. November in Gens beiwohnen werte; das hänge von den Umständen ab.

Ans Sern rrekche.

Die preußische Verfassung.

Berlin, 4. Nov. (Wolff.) In ter prenßi- lchm Landesversammlung wurden bei ter fort­gesetzten zweiten Lesung tes Verfassungs- entWurfs die Ausschußvvrsch'äge angenommen, wonach die Mitglieder d's Staatzrats und ihre Stellvertreter von den Provinziallandtogen und in Berlin von ter Stadtverordneten Versammlung n"wählt werden. Ferner wurden folgende Be­schlüsse angenommen: Die Auflösung des Landtags erfolgt durch eigenen Beschluß oder durch Volksentscheid. Der Volksentscheid Fann auch imrch einen Beschluß tes Staatsrats herteigeführt werten. Der Beschuß tes Landtags, sich aufzu- lo'en, erförtert zur Gültigkeit die Zustimmimg von mehr als ter Hälfte ter gesetzlichen Mit- glieterzahl.

Die Abfindung der Dohenzollern.

Der Rechtsausschuß ter preußischen Lau- desversarnrnlung beschäftigte sich am Mitt­woch mit der Vorlage über die Abfindung der Dohenzollern. Bei ter allgemeinen Aus­sprache teilte ein Vertreter des Finanz- ministeriilms u. a. folgendes mit:Jm Jamuir 1919 erhielt der frühere König eine Million holl. Gulden, im August 1919 1 138 009 Mk., im Oktober wiederum 10 Millionen Mark. Aus dem Grundstücksverkauf in ter Wil*

Die minieret.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Der Berliner Parteitag der Kommu- imsten, der Kassel und Halle von sozialistischer Tnergie übertrumpfen wollte, ist ausgegangen de das Hornberger Schießen. Er wurde nicht i (schlossen, sondern auf Dezember vertagt. Im lezember soll erst das Verbrüderungsfest mit ttn moskowitisch orientierten Mitgliedern der Unabhängigen Sozialdemokratie gefeiert wer- <n. Der kommunistische Kongreß verlief also 'kchst eintönig. Leben kam nur in die Bude, nie man so sagt, durch die Meldung über 5iege der roten Sowjetarmee über Wrangel. )i fang man die Internationale und verpul- Ette ein Shmpath'etelegramm nach Moskau, ftn anderer Zwischenfall: Ein kommunisti-- scher Redakteur machte den Versuch, selbstän- jtifl zu denken. Er trat dem Schlagwort vom Zerfall tes Kapitalismus entgegen, behaup-- Nete, daß der Kapitalismus noch durchaus ge- kfligt sei, und verlangte, daß man die Massen tirüber aufklären solle. Der gute Mann ntrbe mit allen gegen eine Stimme aus dem 5cale geworfen. Es war Gefahr im Verzug. Das schöne Gebäude tes Kommunismus, das -ur von der Hoffnung auf den in kürzester Rrifl zu erwartenden gänzlichen Zusammen- ftuch des Kapitalismus getragen wird, wäre sonst ins Wanken gekommen! Man ließ olfo nur die bewährten Bonzen reden.^ rj) die Referate der Genossen Thalheimer uitb Levi die politische und wirtschaftliche Krise vom allein richtigen Standpunkt des Kommunismus aus schilderten, und dieGeg­ner ter Revolution" bis zur rechtsunabhängi- icn Partei mit Hohn und Schmutz bewarfen, ries Genosse Ernst Meper auf die Bundes-- imossen der revolutionären Arbeiterschaft in irr ganzen Welt, auf die kommunistische In- ^nationale hin. Das sei die Armee, die impfen weroe; wenn auch zurzeit noch die i. affen fehlten, müsse man sich doch gruppie ttit und üben. Die beste, weil deutlichste Rede Hielt der Genosse Brandler, der die BK (iebsräte und die politischen Räte mobil Indien will, offiziell, um die brennende Ar- tslosenfrage zu Überwinden, heimlich, um ki Entscheidungskampf mit der bürgerlichen Seit vorzubereiten. Ein Diskussionsredner |kc den Gedanken Brandlers noch deutlicher -fgedeckt, indem er sagte:Wir müssen

Die deutsche Politik muß daher darauf gerichtet fein, den Einmarsch in das Ruhrgebiet unbedingt zu der Hintern, intern wir die eingegangenen V-.r- Pflichtungen erfüllen. Der Reichswehrminister kam dann auf die schwere Krisis des gegenseitigen Dw- trauens, die zu einem innerpolitischen Wettrüsten geführt habe, bei dem jeder Teil für sich geltend machle, daß er lediglich die Selbstverteidigung im Auge habe, weil er mit dem anderen Teil^ schlechte Erfahrungen gemacht habe. Was die unter tem Namen Ocgesch gegründeten >Selbstschutzorga- nisationen betreffe, so sei ihre Bedeutung für di' öffentliche Ordnung nach den örtlichen Verhalt- mssen verschieden zu beurteilen. Für Bayern sft es ein Glück, daß dort an ihrer Spitze der Forstrat Escher ich stehe, den er von jeh;r als einen Vorkämpfer tes Deutschtums kenne und ter zweifellos von dem idealen Gedanken tes Heimatschutzes geleitet sei. Wie tont aber seine Macht reichen toerte, werde nicht von ihm ab- hängen. Tie große Gefahr solcher Organisationen, die außerhalb der staatlichen Ordnung entstehen, besteht darin, daß sie Gegenorganisationen Hervor­rufen und das Wettrüsten verstärken. So entwickelt sich im Innern die gleiche Lage, wie sie vor dem Kriege außerpolitisch bestanden und zum Weltkriege geführt hat. Ein Funke genügt, um, wie damals den Weltkrieg, nun den Dürgerkriog tu entzünden. Gewissenlose Spftelzentrcn fördern dies, und dar­um sind alle Nachrichten über die Bildung von weißen und roten Armeen mit dem größten Miß­trauen zu betrachten. Sie stellen sich.fast durch­weg als Schwindel heraus. Im Grirnde gibt es nur ein Mittel, das Helsen kann: Die Vernunft' des deutschen Volkes. Leiter wird sie beeinträchtigt durch die beständige Verschlechterung ter wirtschaft­lichen Lage und das Auftreten ter neuen Reichen. Das Volk vermag sich nicht immer richtig zu unterscheiden und richtet seine Vonvürfe ganz .allgemein gegen das Bürgertum. Es ist deshalb dessen hohe sittliche Ausgabe, sich klar zu machen, daß die Dinae wirllich nicht so liegen, als ob ter Arbeiter sich heute alles leisten Tonne. Es muß alles vermieten werten, was nach Provokation ausfteht, zurnal von einem Preis­abbau solange nicht die Rete sein kann, als unsere Währung durch die Ausgabe von monatlich 34 Milliarden ungedeckter Banknrten immer weiter verschlech ert .vird. Der Reickswehrminister kam schließlich auf die Heeresangeftg-mhei'en zu sprechen und erflärte, cs komme in erster Linie darauf an, den guten Geist tes alten Leeres in das neue hineinzubringen. Ein Heer mit Streiftech' sei für rhn unmöglich und ein Wid^vpruch in sich selbst. Nollvendig sei es auch, daß die Reichswehr aus Angehorisen aller Volts'chich en gefril'et werte und

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Ur. 261

Dec Siebener Hnjciaet ^scheint täglich, außer Sonn, und Feiertags.

Bejugspreife;

Monatlich Ulcrh 3.60 mdMK.-.65Trägerlohn, üerleljuhrlichMarkIOtzO indMtz.'.95Trägerlohn,- »urch die Post viertel. Lhrlich Mark 12.- :usschließlich Bestellgeld, sernsprech-Anschlüsse: TjrbieSd)tiftkitung 112; Zerlag,Geschäftsstelle 51. Inschrift für Drahtnach. l-chten: Anjriger Siehrn.

postjcheätonto:

Frankfurt a. Di. H683

T -Z der Hölle des Krieges, angewandt auf 13, was noch kommen soll, auf den Bürger- | iieg. Das Ergebnis des Parteitages: Man 4 :3t im kommunistischen Heerlager nur von er Hoffnung auf die endgültige Aktion.

I. htauf ist alles eingestellt. Diesem Ziele ' I "'iben, wie die alte unabhängigeFreiheit" 1; i^tig bemerkt, bei den Kommunisten alte I;r.'oretischen und praktischen Fragen der tolltil, der Wirtschaft und des Sozialismus vl ^gepaßt, sie werden umgebogen, schemati­siert. Man hat nur noch das eine Ziel im fcfuße, die Bourgeoisie durch vereinigten An- [iff zu überrumpeln. Die neue Zeitung der »Moskowiter unter den Unabhängigen, sie Blkrint sich dieInternationale", begrüßt Klein auch freudig die Berliner Beschlüsse, iforraefi in wenigen Wochen die organisatori- I tan Hemmnisse der völligen Verschmelzung H tftitigt und eine große Massenpartei ge- W Wt werden soll. Sie schreibt triumphie- * titb wörtlich:Da in unseren Reihen der Wnche Dille lebt, können wir mit Gewißheit Mvarten, daß in wenigen Wochen der sich '^mer mehr zusammenschließenden konter- Mvolutionären Bourgeoisie die gesammelte Waft des revolutionären Proletariats gegen- Melstehen wird."

Unter dem Zusammenschluß derkonter- Wv*slutionären Bourgeoisie" kann man sich Mnchieoenes denken, so den neuesten Ausbau r Organisation der Deutschen Arbeitgeber» banbe, worüber das Wolfbureau eine iMZe, aber vielsagende Meldung verbreitete, rr auch die neuerlich 'wieder so brennenb ®c)enbe Orgeschfrage. Reichswehrminister

Eier hat sich soeben in einer Rede in Leip- Ml über das i n u e r p o l i t i sch e Wett- Wüüen beklagt, daß dem außenpolitffchen ||i-i)"anb vor dem Weltkrieg ähnle. Ein Funke listige, um jetzt den Bürgerkrieg zu entzün- llk? soll man abrüsten? Wer wird aber 11^" .?nfan0 machen? Die vereinigten Kom- l leisten tun es nicht. Auch der Reickiswehr- tinifter wird sich dafür bedanken. Nur die gackere Rüstung des bestehenden Staates °Ert den Frieden. Herr Geßler sollte die bndesgenvssenschaft der bürgerlichen Welt , !l£t verschmähen.

hielt heute vor geladenem Streife eine Rete über tec Politische Lage, in ter er u. a. sagte: Wir sehen unsere Stellung in der Welt viel zu ego­zentrisch an, und daraus entsteh.n alle möglichen Illusionen. Wir müssen uns damit abfinteu, eaß bic Weltmächte, auch England und Amerika, nicht die geringste Neigung verspüren, sich in nennens­werter, Weise für Deutschland einzufetzen. Anderer­seits ist es Tatsache, daß Frankreich selbst der Ver­sailler Frieden nicht genügt und daß es unsere nationale Einheit nach wie vor als eine Gefahr für sich ansieht. Wenn man geglaubt Hit, Frank­reich brauche uns zum Wiederaufbau, so ft das eine Verkennung ter französischen Mentalität und zu­gleich der Leistungsfäh! gleit ter Franzos.n. Ohne unsere Mivvirkung haben sie Nvrd>rankreich bereits in vorbildlicher Weise gutgebaut. Frankreich hat uns also nicht nötig und wird vielm hr versuchen, uns die Rohstoffe abzunehmen, die wir selbst brau­chen. Deshalb streben dort maßgebende Kreise die Besetzung tes Ruhrgebiets an. Die Hoffnung, daß die teutfd^ Arbeiterschaft dm Erfolg solcher Pläne verhindern könne, ist unberechtigt, denn einesteils befinden sich viele polnische Arbeiter im Ruhrgebiet, andererseits ist es möglich, italie­nische hineinzubringen; ferner kann Frankreich das schon jetzt großen Ueberfluß an Kohlen hat, es längere Zeit ertragen, daß ihm keine Kohlen ge­liefert werden, und so würde ein Streit' der beut* scheu Bergarbeiter wahrscheinlich in spätestens vier Wochen zusammenbrechen. Frei'ich würde ter För- terungöertrag unter französischer Besetzung ive- sentlich geringer sein. Aber das kümmert Frank­reich nicht. Es wird zunächst sich selbst versorgen und dann den Rest unier Bevorzugung des Südens verteilen.

Erstes Blatt 170. Jahrgang Zreltag, 5. November 1920

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