Donnerstag, 5. August 1920
170. Jahrgang
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)ie Firma Lanz 650 Arbeitern unb 150 Angestellten gekündigt habe, da die Jndustrrc, na* mentlich die für den Wiederaufbau in Betracht kommende, darniederliegt, weil, rote vertan, tet, die Verband Urngen über den Wiederaufbau in Nordfrankccich ins Stocken geraten sind. Bei der Firma Earl Zeih in Jena seren ebenfalls Betriebsbeschräntungen im Gange.
Ein Waffcnlager in Jüterbog.
Berlin , 5. Ang. Wie der „Vorwärts" meldet, ist in Jüterbog ein großes Waffen- lager, das aus Ataschinengewchren, Gk-tvcbrar Und MuniüonSvorräten besteht, entdeckt worden. ES soll dem Blatte zufolge von deutschen Offizieren angelegt nrorben sein, die sich letzt in rnssijchen Diensten befinden.
Ein Beschluß der polnischen Sozialisten.
R o t t e r da m, 4. Ang. (WB.) Nach einer Warschauer Meldung hat das Zentralkomitee der polnischen Sozialisten den Beschluß der Parteileitung, sich an einer Koalitionsregierung für die nationale Verteidigung zu beteiligen, gutgeheißen. Das Komitee fordert in einer öffentlichen Erklärung zum Widerstand gegen den lwlschewistischen Einfall in Polen auf.
Revolution in Polen?
Berlin, 3. Aug. Tie „P. P. N." melden aus Kopenhagen vom 3. August: Wie ein Funcspruch aus Moskau meldet, bild.-te sich am 31. Juli auf polnischem Gebiet ein vorläufiges Revvlu- tians komitee Polens. Das Präsidium bilden: Julian Marchleivski als Vorsitzender, Felix Dsher- shinski, Felix Eolm, Eduard Pruchnick und Joseph Umschlicht. Tas vorläufige Reoolutionskomclee wandte sich an die werktätige Bevölkerung Polens mit einem Manifest, in vem die Ar'oettermaßen Polens zum Aufstand gegen die Bourgvnsie. Guts- beiir.er uno gegen das bürgerlick^e Reginie Piliuds- kis rufgefordert wurden. Im Manifest heißt es: ein dauernder Friede ist nur zwischen einem sozia- listischen Rußland und ein:m sozialistischen Sow, et- polen möglich. In den Städten muß die Gewalt in die Hände von Arbc-iterräten übergehen, in den Dörfern vorläufige Sowjets gebildet werden. W<mn in ganz Polen die Blutrogierung, die das Land in den verbrecherischen Krieg gestürzt hat,, davon- geiagt sein wird, so wird d-r Rat der Arbeiterdepu- tierten der Städte und Törfer die polnische sozialistische Sowjetrepublik bilden.
Krassin in London.
London, 4. Aug. (WB.) Reuter erfährt: Bis heitte ist eine Zusammenkunft zwischen Krassin und Lloyd George bzw. dem Obersten Rat noch nicht vereinbart worden.
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Die Unabhängigkeit Albaniens.
Mailand, 4. Aug. (Wolff) Der „Avanti" meldet, daß das Abkommen zwischen der Regierung von Tirana und Italien abgeschlossen und unterzeichnet worden sei. Nach dem Abkommen tverde d.ie Unabhängigkeit A> dankens garantiert. Italien werde B a l o n a räumen und nur die Insel Sasenos behalten. Das Abkommen sei von dem Grafen Macloni für Italien und drei albanisckfen Führern für die Regierung von Tirana unterzeichnet worden. Eine Kommnswn aus albanischen und italienischen Delegierten werde sich demnächst nach Rom begeben, um das Abkommen zu ratifizieren und zwecks Aufstellung von Handels- und Wirtschaftsklauseln. .Heute habe die Heimsendung der italienischen Truppen begonnen.
Eine Geheimsitzung des Rates des Völkerbundes.
San Sebastian, 4. Aug. (Wolfi.) Der Rat des Völkerbundes hielt gestern nachmittag eine Geheimsitzung ab, in deren Verlauf Sir Trummond den Bericht über die Heimschaffung der Kriegsgefangenen verlas. Sodann wurde in Anwesenheit eines polnkschen Ministers die Lage Polens geprüft, die infolge der Ausbreitung des Typhus in diesem Lande bedrohlich ist. Bourgeois teilte darauf die Ergebnisse d-r Arbeiten des internationalen Komitees der juristischen Sachverständigen für die Errichtung eines internationalen ständigen Gerichtshofes mit.
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Der internationale Zozialistenkongreh.
Genf, 4. Aug. (WTB.)
In der ^heutigen Vormittagssitzung legte dis Kommission dem Kongreß den Text zu einer Re s o* lution über den Frieden u n b i> e n Völ- kerbun d vor. Ter erste Teil dieser Resolution, die sich mit der Stellungnahme der <soz.ali' eu zum allgemeinen Friedensproblem unb zum Versailler Vertrag befaßt, lautet- - - „
Ter internationale Sozialist'Mlongreß i e't fest, daß der Krieg, der Europa dem wirtscla - lidjen Untergang zugeführt 'bat, mit einem Fr.e ui abgeschlossen worden ist, der die Well in cum Zastand der Unsicherheit und Zerri fehlen belaßt. Jin Namen der einen Friede , und eine -JcuarganV sation des selborgonifkerteu politischen und noirt- schaftlicken Lebens verlangenden Menschieil protestiert der Kongreß gegen jene Bestimmungen des Versailler Vertrages, deren einseitiger Charakter für die Auswcht- erlaltung eines dauernden tenb endgültigen Fr-edens ein Hindernis bildet. Der Geist der Unver- sölmlichkeit, der die Vorberatungen lehernckle und die Revision des Friedcnsvertrages zurtickhielt, fährt fort, einen verhängnisvollen Einfluß auszuüben. Er faßt sich in einen Geist, der au c-en sozialen Aufbau und die Tilgung der Kr.? isschäden die schwersten Anforderungen stellt und den Völkern immer neue Lasten auferlegt, die unerträglich sink» und mit Recht kritisiert werden, die auch bn Den besiegten Völkern Protest Hervorrufen un: -s'-olb wiederum bei den liegen :-e.i Bö ker, nstlgcfüle erwecken, die bei den suhrend.n imperulli,nich'en Preisen zu einer Fortsetzung und Stärkung e-es Militarismus ausgenutzt werben. Im g eichen Sinne protestiert der Kongreß gegen die Ausschrei tu n gen des M i l ita r r s mu s in d e n besetzten Gebieten und dagegen, daß die russischen Randstaaten in eine Aktion hinein geführt werden. Gegen die offene oder versteckt 3 n ter» vention fremder Regierungen gegen Rußland erhebt der Kongreß energischen Protest
An diesen ersten Teil der Resolution schließt sich die bereits bekannte Resolution an, die sich mit der Stellungnahme der Internationalen zum Völkerbünde befaßt. Weiter nnrb fn der Resolution gefordert, daß der Völkerbund in lerner ersten Sitzung die Hinzuziehung der Zen- tralmächte und aller derjenigen Lander verkündet, die dem Völkerbund angehören wollen.
Die gesamte Resolution wurde em'ttmmig vom Kongreß angenommen, desgleichen die bewtts bekannte Resolution der englischen Delegation über die Nnterstützimg der Einrichtungen, die sich mit der Kinderernährung, bemssm, und über die Bereitstellung von Geldmitteln 'Eltens kvr Regierungen. Dabei erwähnte die englnche ~ttegtöle. Frau Snowden, daß die emg!nck)e Regierung beretts 200 000 Pfund Sterling für die Zsoecke der Rin ter-
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beendet fein.
Flüchtliuge aus Warschau.
Berlin, 4. Aug. (Wolff.) In S o l d a u sind 2000 Flüchtlinge aus Warschau angekommey, die eine Gefahr für die deutsche Bevölkerung darstellen, da sie stark mit Ruhr verseucht sind. Deshalb besteht die Abficht, die Grenze bei Neidenburg zu sperren. Die alliierten Truppm sind alle nach Allenstein zurückgezogen. Der italienische Botschafter bat die deutsche Regienmg, dafür zu sorgen, daß der Abtransport der italienischen Truppen aus dem ostpreußischen Abstimmungsgebiet am 9. August erfolgte.
fermen Fühlens und Denkens *hxfrfra dem Dften und dem übrigen Reich bilden Ipccbe. Er taffe, daß der Ausoruck des ftarfen natiomilcn Willens, der sich in der Herstellung dieses Kabels-auspräge, >as Signal sein werde für Deutschlands Einigkeit, Willenskraft und Selbstvertrauen. In diesem Sinne möge ganz Ost- Preußen den heutigen Tag begehen.
Die Politik Gesterreich;.
Die kritische Lage im Osten.
Es hat den Anschein, als würden die Sowjet-Truppen sehr bald Warschau besetzen unb als würde die „nationale Verteidigung" Polens ein kurzes Ende haben. Interessant sind dazu die heutigen Meldungen aus Low- dou und Paris. In beiden Hauptstädten verhehlt man sich nicht den finsteren Ernst der Lage. Von ernsthaften Vorbereitungen^ zur militärischen Unterstützung der Polen ist jedoch nirgends die Rede. England scheint sich mit der Preisgabe des „Pufferstaates" am leichtesten abzufinden. Es hat den Russen, die die „Anmaßung" besessen hatten, auch wirkliche Friedensverhandlungen mit den Polen zu fördern, strafend erklärt, auf die Veranstaltung einer internationalen Konferenz in London müsse verzichtet werden. Lloyd George schwingt die alte Waffe der wirtschaftlichen Abschnürung. Wie weit sich aus der Lage wichtige Folgerungen für Deutschland ergeben, läßt sich noch nicht überblicken. Wir verzeichnen heute mit Genugtuung eine Rede des Reichspostrninisters, in der er zur Eröffnung bes neuen Kabels zwischen Ostpreußen unb Pommern von einer Tat des deutschen Willens, der deutschen Einigkeit und des deutschen Vertrauens gesprochen hat. Alle Tüfteleien des Versailler Vertrages würden uns nicht abhalten, das Band des Zusammenhang ges mit unseren ostdeutschen Landsleuten fester zu knüpfen.
Paris, 4. 9£ug. (WTB.) Havas meldet: Tie polnische Regierung idxrnt bezüglich bet Anregung S^wjetrußlands, zugleich mit beit Wafscn- snllslandsver Handlungen auch die Friedens- ver Handlungen zu führen, noch keinen Beschluß gefaßt zu haben. Tie f ranz ö s i sche Reil i e r u n g, die die ganze Schwere der Lage cnnifel, studiert ihre Konsequenzen sorgfältig und prüft die erforbedidyen Maßnahmen. Tie französische Regierng stecht in enger Verbinduung mit der englischen Regierung. Vorläufig finden die Ver- handlimgen zwischen Pans und London auf dem üblidxm Wege statt. ES ist noch feine Rede von einer Zusammenkunft zwischen Millerand und Ll-oyd George.
Kopenhagen, 4. Aug. (WB.) Nach einer Kownoer Meldung wollen die Bolschennsten Wilna den Litauern überlassen. Ein Vertreter des Sowjetheeres ist in Kowno eingettof- fen, um mit der litauischen Regierung zu verhandeln. Die Räumung Wilnas soll sofort anfangr- sobald das notwendige Eisenbahnmaterial zur Verfügung ist, und im Laufe von etwa drei Wochen
Ans Sem Aeiche.
Die Brotrationen
Berlin, 4. Aug. (WTB.) In der Reichsgetreidestelle besteht, wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, die Absicht, falls das Ernteergebnis den Schätzungen entspricht und mit dem Ertrage einer guten Mittelernte zu rechnen ist, die Brotrationen von 1500 auf 2000 Gramm zu erhöhen.
Arbeiterentlassungcn.
Berlin, 3. Aug. (WTB.) Das „Berliner Tageblatt" erfährt aus Mannheim, daß
1920
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50.- R. Ta» heS ein nönortfofttn dm ^ereinbarunor* Nadheiieu I«* iten In Sbm» n ober flau » Übzug zu bringe .rftelll ber^t n, ioroie au« » tzerSvockoma» bzw. eletol* taflet unb 8We Gestellung«« 8 unb eine» rnglitberW teer behalt « m Orte vor.
noch heftigen Kämpfen fort. Wir nahnnen am 1. August Br est-Litowsk. ^n der Gegend des Styr sind barhkkfige Könige im Gauge, ebenso im Krimabschnitt.
Lo n do n, 4. Aug. (WB.) Moskau übermittelt unkentelegraphisch folgenden Bericht: Westlich von B i a l Y sto k und B j e l s k schreitet unsercO s s e n i ve erfolgreich fort. In der Gegend von Sjedlce haben unsere Truppen den Bug erreicht und ihn nach heftigen Känipfen überschritten. Wir haben Gefangene gemacht.
Pari s, 4. Aug. (WB.) Havas berichtet aus Warschau: Der bvlschewistisckMN Armee ist es gelungen, den Bug zu überschreiten, welcher bee letzte Hindernis war, das sie ernstlich vor Warschau awhält. Bolschewistische Streitkräfte werden auf der Straße von Auguswwo nach Gra- jewo auf dem Marsche nach der Eisenbahnlinie Soldau—Warschau gemeldet.
Berlin, 5. Aug. Meldungen verschiedener Blätter von der ostpreußischen Grenze bestättgen die Einnahme von Breit-Litowsk durch Sowjettruppm. Laut Berliner Morgenpost haben die Roten Truppen den Bug in einer Breite von 100 Klm. überschritten und stoßen in der Richtung auf Sjedlez vor, das nur 85 Klm. von Warschau entfernt liegt. Einer Meldung des „B. T." zufolge spielt sich der Kamps bereits im Raume von Praschyz, also fast im Vorfeld von Warschau, ab.
Wilna den Litauern.
Der Zittauer Generalstreik.
Dresden, 4. Aug. (Wolfs.) lieber die Erledigung des Zfttauer PuficheS veröjfetittickt die fltachrichteiistelle bei" Staatskanzlei eine Mitteilung, in der es heißt: "Der von Unabhängigen' unb Spartakisten in Zittau vom Zaune gebrochene Generalstreik mit anschließendem Putsch ift schnell zusammengebrochen. Morgens rückten Abteilungen der Reichswehr und der LandeSsicher- lieitspolizei in Zittau ein und besetzten widerstandslos das Kraftwerk in Hirschfelde. Die T e r- roristen des Fünfrehnerausftchusses, soweit man ihrer habhaft werden konnte, wurden hinter Schloß und Riegel gesetzt. Mit der Wiederherstellung gesetzmäßiger Zustände ist das Ziel der Regierung crreid)t. Soweit bei Zivilkommissar Anlaß zu Verhandlungen vorfindet, wird er nur mit den zuständigim Behörden imd den berufenen Organisationen der Arl>eiterschaft verhandeln. Die Aufhebmig des Belagerungszustandes, zum mindesten für den Be- zirk Löbau, ist nur eine Frage der nächsten Stunden.
Zittau, 4. Aug. (WTB.) Bei der Hute früh in allen Betrieben des Zittauer Bczii l'- erfolgten Urabstimmung wurden viZ mittags 1 Uhr 5854 Stimmen für unb 7 6 9 7 Stimmen gegen den Streik abgegeben. Nach dem Gesamtergebnis müßte die Arbeit morgen früh wieder ausgenommen werden. Da jedoch die Zittauer Arbeiterschaft überwiegend für den Streik stimmte, ist dies fraglich. Die organisierte Arbeiterschaft will erst oie Nachmittags Verhandlungen abwarten, in denen folgende vier Forderungen anfgvfheUt werden sollen: 1. Alle Verhafteten sind fteizulassen. 2. Die Reichswehr ist heute abend aus Zittau, zurückzuziehen. 3. Die Sicherheitswehr ist in die Kasernen zurückzuverweisen. 4. Mifbebung des Belagerungszustandes. Sollte keine Einigung erzielt werden, soll der Generalstreik fortgesetzt werden.
London, 4. Aug. (WTB.) Im Hinblick vuf das weitere Vordringen der bolschewistischen 1 Streitkräfte inner'halb der gev)graphisck)en Grenze Polens beurteilen die Blätter die Lage pessi- m i st i s d) und drücken übereinstimmend die Älu- fickst aus, daß, 'roemi nicht se'hr schnell eine Aen- fcerung ein tritt, den Alliierten nichts anderes übrig bleiben wird, alsdiePolenversprochener- maßen mit allen jur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen. Zn- Hwischen erklärte den Blättern zufolge Kamenew, er besitze feine Information bezüglich des Standpunktes Moskaus. Ties überrascht um "o mehr, als die englische Negierung Mostftu ersucht hatte, Lamenew mit allen nötigen Vollmachten z-u ver- schen, damit er die Borbesprechungeri für die geplante Londoner ^tzonferenz führen könne.
Paris, 4. Aug. (WTB.) Die Pariser Abendpresse schildert aus Grund von Nack)- lichten aus Regierungsstellen die Lage in Polen sehr düster. Der „Temps"' meint, die heute einge- trofsenen Nachrichten seien von einem Ernst, den man nicht leugnen könne. Die Roten Truppen lätten in einer Breite von mehreren Kilometern sich den Uebcrgcmg über den Bug erzwungen. Der Vormarsch auf Warschau vollziehe sich konzentrisch. Das Polnische Heer scheine demoralisiert zu sein. Die Polen hätten die Brücke über den Bug nicht zerstört. Die bolschewistischen Streitkräfte, die man auf 40 000 Mann schätze, marschierten längs der polnisch-preußischen Grenze nach Mlawa, um die einzige Eisenbahnlinie, die Danzig mit Warschau verbindet, abzuschneiden. Die polnische Regierung fasse die Räumung von Larschau ins Auge. Die Regierung selbst würde m eine westlich gelegene Stadt verlegt werden, aber n icht nach Posen, weil in Posen z u zahlreiche deutsche Elemente seien. Vou jener Stadt wolle die Regierung die SBertcibigimg des Landes organisieren.
England verzichtet auf eine Konferenz in London.
L o n d o n, 4. Aug. (WTB.) Havas. Durch ein drahtloses Telegramm hat die englische Regierung der Sowjetregierung mrtgeteut, daß angesichts der Tatsache, daß die sonn et- regierung nicht allein Waffen stillstem dsver Handlungen mit Polen, sondern die Fricde ns D er - Handlungen aufnehmen will, auf den Plan äner internationalen Konferenz inLondon verzichtet wird.
Paris, 5. Aug. (WTB.) Die Pariser Ausgabe des „Ncuyork Herold" erfährt von ihrem Londoner Korrespondenten, daß die englische Politik gegenüber Sowjetrußland darauf lnn- ausgehe, Polen seinem Schicksal zu überlassen und gegenüber der Regierung zu Moskau die wirt- ichaftliche Blockade anzuwenden. ES fei unmöglich, den Polen zu Helsen, ihre Stärke gegenüber der Roten Armee verhalte sich wie 1:3.
Ter rnffische Heeresbericht.
London, 3. Aug. Ein Moskauer Funkspruch übermittelte folgenden bolsck;eu>istisck)en Heeresbericht: Wir besetzten Lomsha; südwestlich Bialystvk erzwangen unsere Truppen nad) heftigen Kämpfen den Rarewübergang und setzten den Vormarsch
Nr. 182
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Wien, 4. August. (Wolff.) Staatssekretär Renner empfing iiarbeiuanber die Gcstmdtcu i bet Hauptmächte, um ihnen die durch den Ein- । fall in Fürstenfelde, der durch die Werbe i tätigfeit der Legion in Zela Egerszeg verursacht । wurde, geschaffene Lage llarzulegen. Renner sagte: , Obwohl TcutfdyWestungani durch den rechtskräf- 1 tigen Friedensschluß von St. Germmn Oefter- renf) zuerkannt ist, unterließ die österreichische stiegierung mit Rücksicht auf die allgemeine Un- sichLiheit Mitteleuropas unb die künftigen dauernden Beziehungen zu Ungarn jebcni gewaltsamen Schritt. Die österreichische Regienmg bekundete damit, daß sie die fri^lichen Beziehungen unter allen Umständen anfvechterhalten will, trotzdem hören die Bedrohungen Oesterreichs auf unga rifeter Seite nicht auf. Oesterreich muß den Schutz der alliierten Mächte finden, da ihm der Friedensvertrag eine wirksame Selbsthilfe unmöglich macht. Der Staatssekretär ersuchte die Gesandten, ihre Regierungen zu unterrichten, daß dieser Zustand fottwährender Bedrohtheit die innere Beruhigung Oesterreichs hemme und gefährde.
Der Staatssekretär gab dann noch weitere Erklärungen über das Kopenhagener Uebereinfommen fbetr. die Rückkehr der Kriegsgefange- ten, P xv, das in der öffentlichen Meimmg der west- l*""= lieben Dö ker manches Mißverständnis er,neckt habe. Das Mkommen trage keinerlei polftisck-en Eda-- ratter, sondern bezwecke ausschließlich die Heimkehr der Kriegsgefangenen. Er sehe keinen Punkt, worin dieses Uebereinfommen. mit dem Friedensvertrage von St. Germain stehe. Bestände ein solcher Widerspruch, so müßten selbstverständlich die Bestimmungen des Friedensverttages vorangehen. Endlich wies Renner noch auf die politischen Erschütterungen im Osten Europas hin. Oesterreich wünsche, von diesen Ereignifsen möglichst verschon- zu bleiben und werde feine Neutralität aufrechterhalten. Ueber die Rechte und Pflichten der Neutralität im Zusammenhänge mit den Friedens Verträgen finde gegenwärtig eine Auseinandersetzung mit der deutsck)en Negierung statt. Da die Verträge von Versailles und St. Germain in diesem _ Punkte völlig identisch seien, wolle die österreichische Regierung den Abschluß der Verhandlungen mit Deutschlandabwarten, um deren Ergebnis dann einfach zu übernehmen. Doch machte der Staatssekretär daraus aufmerksam, daß die soziale Konsolidierung in Oesterreich nicht so weit vorgeschritten sei, daß man sie schweren Belastungsproben aussetzen dürfe. Es Jet die Bitte ganz.Oesterreichs, daß man ihm Helse, die Ereignisse, die etwa bevorstehen, an den schmalen Grenzen seines kleinen Landes vorüberzuleiten. Tie Vertreter der Hauptmächte erörterten mit dem Staatssekretär die von ihm zur Sprache gebrachten Fragen eingehend und erNärten sich bereit, an ihre Regierungen und an die Botschafterkonferenz zu berichten.
GietzenerAnzeig«
General-Anzeiger für Gberheffen
vnttk nnö Verla): vrühl'sche Univ. vvch- und Sfehtörnderei R. Lange. ZchriftlettLNg, GefchaftrsteSe und Druckerei: Schvlstratze 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagrsnnn wer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Peröinvlich^ it. preis für \ wm Mh< für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 ‘Pf., auswärts 45 Pf.- für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz- vorfchrift 20° n Aufichlag. Hauptfchriftlcitcr: Aug. Goch. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für ben übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. D«k, sämtlich in Dießen.
Vie neue rrabeloerbindung mit Wpreußen.
Königsberg. 4. SÜMg.. <MTB.) Aus Anl.iß der Ferttgstellung öer neuen c^calabelverbinü.lN!', Leba—Tenkitten, des (ängftvn Farnspreck>kabels der Welt, fand in der Stadchalle ein Feitart Itatt. Minister Giesberts üd.-rm t:<lte der ostvreutzt- schen Bevölkertmg die herzlich' en Gritß- d-r Retck-s- regierung, des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers und nihrte dann aus: Tie Eröftmlng des neuen Kobels bedeutet nicht nur einen -enumvh deutscher Technik, sondern sie ist der Msdruck eines starten nationalen deuts che uW i l l c ns. Ostpreußen mag überzeugt sein, daß die Reichs- regierung die Ostmark nicht ixrgrrcn bat. Sie ist im Gegenteil der festen Ueberzeugung, datz die Regelung der Ostmorlfrag? und die Ostgrenze ein LebensinterZse für Teut,'ck)lands Zukunft ist. Darum werden wir uns durrb keine Tüfteleien des Versailler Vertrages davon a b h a (t e n lassen, alle Moglfthkeiten des Verkehrs zu schaffen, die notwenoig sind, um die Ost- Imarf mit d-em Reich dauernd zu verbinden. -ier Minister brachte zum Ausdruck, daß das neue Kabel ein Band der Treue, ein Band des semem-


