emährung ÄH^gegebcn habe, daß die englyche Arbeiterschaft aber 4 Millionen Pfund Sterling verlange.
In der dLachmittagssidrmg wurde bte berntd in der Bvrmittagssitzuug <mgÄ>eutete Resolutton über die Haltung Ungarns gegerdUnr Oepec- rckch angenommen Tie allrierten Regierungen Werden dringend auf^f-ordert, gegen die ungarischen Machthaber, die die Eristtnz der österreichischen Republik bedvr'hen, einMschrciten. Ms der Kongreß Über die Entschließung beraten toüttle, die die Grundzüge für die Sozialifterung festsetzen soll, wurden die Verhandlungen vvn der Tribüne aus gestört, too eine Gruppe Genfer Linksradi- ftiler den deutschen Delegierten Molkenbubr fortgesetzt durch Zwischenrufe unterbrach. Ter Ge- nevalsekretäc Huysman gab seinem Bedauern Ausdruck, daß in der freien Schweiz die Frecheit des Wortes gestört werde, und beraumte die Fortsetzung der Beratung auf morgen vormittag an. Nach Schluß der Konferenz sammelten sich die Temsnßranten vor dem Konfereorzgebäude an in der Absicht, Scheidemann und Vander- Velde zu betiäjftigen, die jedoch nicht erschienen, worauf sich die Temonschanten zerstreuten. Tie Verhandlungen des Kongresses dürften morgen, spätestens aber Freitag früh, M Ende gehen.
Die Bewirtschaftung der Lebensmittel.
Ein weiteres Viertelpfund Einmachzucker.
Berlin, 4. Aug. (WTB.) Durch die Einsparung von Zucker bei der Marmeladebereitung ist es ermöglicht worden, zu dem bereits freigegebenen V< Pfund Einmachzucker ein weiteres Viertelpfund Einmachzucker auf den Kopf der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Die Verteilung erfolgt nach den gleichen Bedingungen und Grundsätzen wie die Verteilung des bereits verausgabten Einmachzuckers. -
Deutscher Reichstag.
Berlin, 4. Aug.
Der Präsident eröffnet die Sitzung um 1 Uhr Mittags. Die dritte Lesung des Nothaus^llts wird fortgesetzt.
Beim Haushalt des Rerchswirtschaftsmnnste- riums unterstützt Abg. Obersohren (D. Ntl.) eine Entschließung zu Gunsten der notleidenden Rentner und Pensionäre, denen eventuell Beihilfen zu gewähren seien. Der Entschluß findet einstimmig Annahme.
Beim Haushalt des Reichsarbeitsmiuisteriums berichttgt Arbeitsminister Braun eine Pressenotiz, wonach im Ministerium Beamte angestellt seien, für die Kurse im Diktat und Kopfrechnen stattsiilden müßten. Es handle sich um Kriegsbeschädigte und Militäranwärter, die schon vor der Revolution bei der BersorgungSbehörde arbeiteten und durch die neue Behörde übernommen wurden. Es finden für diese Beamte besondere fachliche Vorbildungskm se statt.
Beim Haushalt des Reichswehrministeriums fordert die Abg. Frau Zieh (USP.) eine bessere Versorgung der Kriegsbeschädigten und, La- zarettinsassen.
Abg. Fries (USP.) fordert die Beseitigung der Seelsorge beim Heer. Die Soldaten. hätten während des Krieges das offizielle Christentum satt bekommen.
Abg. v. Gallwitz (D. Ntl.) erhebt Einspruch dagegen, daß die Militärgeistlichen, denen das Heer ungemein viel zu danken habe, hier heruntergesetzt werden.
Abg. Dr. Schreiber (3tr.): Die Militärseelsorge hat bisher im Zeichen der edelsten Humanität gestanden und soll darin auch für die Zukunft stehen.
Abg. K o r e l l (Dem.) hält es für erwiesen, daß die Geistlichen im Kriege ihre ganze Schuldigkeit getan haben.
Abg. P l ä t t n e r (USP.) bezeichnet die Militaristen als die Schutzgarde der Kapitalisten.
Abg. Dr. Mumm (D. Ntl.) wendet sich erneut gegen die Herabwürdigung der Militärgeistlichen.
Abg. Andre (Zentr.): Tie Unabhängigen sollten nicht ^dauernd Wirtschaftsfragen zu politischen Machtfrageir machen.
Abg. Adolf Hoffmann (USP.): Ihr ganzes Streben geht ja nur darauf aus, sich das IPara- dies auf .Kosten der großen Masse schon im Diesseits zu verschaffen.
Llbg. Frau Z ietz (USP.): Der Militarismus ist es gewesen, der Deutschland in der ganzen Welt verhaßt gemacht hat.
Abg. E o e r l i n g (D. Bp.): Das deutsche Heer ist die gewaltigste Organisation gewe'en, die die Welt gebannt hat. Ein Volk hat die Pflicht, sich zu behaupten und bantm muß es wehrhaft sein. Hätten 1914 die sozialistischen Führer gewagt, sich dem Krieg entg.'genzustellen, sie wären von der Volks-- stimmung chnweggestgt norden. (Lebhafte Zustim- pnung. i Wenn wir alle nicht mehr sinv, dann wird man noch singen nnv sagen von dem, was Hinden-- birrq UND das deutsche Heer geleistet hoben. (Großer Westal! rechts. Lärm bei den Unabhängigen.)
Abg. Dr. Mumm (D.-N.): Am 4. August 1914, heute vor sechs Fahren, war es der Abg. foulte, der als Führer Ihrer Fraktion die Bewilligung der Kriegskredite aussprach. (Hört, Itfrt.) Auch bei Ihnen herrschte damals noch her Geist, der den alten Bebel beseelte, welcher sagte, trenn
Vaterland in Not ist, würde auch er noch das Gernchr auf die Schulter nahmen. (Unruhe bei den Unabhäiustgen.) Herr Hoffmann hat den wenigsten «Anlaß, hier ferne Angriffe anzubrmgen, da er als etemaligrr Kultusminister für Preußen eine unaus- sprechlichie Schmach gewesen ist (Rüge des Präsi- fcenteiT' und sich dabei sehr gut auf seinen eigenen Barteil verstanden hat.
Abg. An dr4 (Zentr.): Die Unabhängigen fteTfen dnr Kapitolisnins als den Feind der Arbeiter «bin icnb dami Lammt Kauts-ky und beweist ihnen, Haarscharf, daß die Arbeiter unter den jetzigen Ber- hälttstsseir besser mit dem Kapitalismus als mit dem
Wrt sich, nachdem fast alle Mitglieder der bürgerlichen Parteien den Saal verlassen 'haben, vor dem fast leeren Saal gegen die Vorwürfe des Herrn Mumm, den er als einen elenden Verleumder bezeichnet. (Rüge 1x8 Abg ^B^r e n s (T.-Ntl.): Es ist eine Fiäl Miunq der öffentlichen Meinung, toenn sich die Uwlbbäirgigen als die Vertreter der deutschen Ar- b^tersckaft ausgeben. (Sehr richttg. ) ^Bckkr Beratung des Haushaltes des Mini- sb-riums für Lon^vrrtschast und Ernährung spricht ' Tr. Moses (U.S.P.) über die Folger- lintereruührung. Es muß alles geschei/m, um ^.e FtaTwSr °° MÄch, Ä<tt tob Bütm); duvchzusetzen
Beim PvsthauShall beklagt
Abg. Frau Zietz iU.S.P.) die lyitfermmg ton mißliebigen PvichüfRväften aus Berlin, du durch unpolitische Kväfte vom Lande -ersetzt tonroep.
Ein Regiernugsverrreter erfüxrt, die Postoer- tvaltung entlasse niemand aus polülschen Gründen.
Der Haushalt wird endgültig bewilligt, ebenso der Rest des Gesetzes (Etatsgesetz), ferner die zugehörigen Entschließungen bc5 Ausschußes, bett, die nack dem ReichStarif für die Verkehrsbeamten zu zahlenden Mittel und entsprechenden Gehaltszulagen, die den Beamten zustehen. Ferner wurde beschlossen, eine Folgerung aus der Landesbesoldungsordnung zu ziehen, um, soweit dies angängig ist, auch den Landes- und Gemeindebeamten dieselben Gehälter wie den Reichsbeamten zu zahlen. Der Ausschuß richtete endlich an die Regierung das Ersuchen, mit den in Betracht kommenden Landesteilen und Gemeinden eine Verständigung über den vom Reich zu.zahlenden Anteil an den Kosten der Besatzungskosten herbeizuführen.
Es folgt nun die Interpellation der sozial- demokratischm Fraktion über die Arbeitslosigkeit. Verbunden wird damit die Beratung eines Antrages der Unabhängigen auf Verbesserung der Erwerbslosenfürsorge. .. ,
Abg. Ko ersten (Soz.) begründet bte Interpellation, welche lautet: Was gedenkt die Reichs- regienntg gegen die immer zunehmende Arbeitslosigkeit zu tun, und wie qedenkt sie insbesondere die infolge der jetzigen Krise eintrebenden^ Stilllegungen von Betrieben zu vermeiden und Arbeitsgelegenheiten für die Arbeitslosen zu schassen? Die Arbeitslosigkeit hat ihren Grund dartn, daß das Inland keine Kaufkraft mehr hat und das Ausland nichts bei unserer Industtie bestellt. Eine Anrechnung der gene.lschastliä>en Unteri:ü.ung auf die staatliche, würde die Gewerkschaften zu einem scharfen Kampfe herausfordern. .
Reichsarbeitsminister Braun: Tie starke Ar- (>eit§Iofigt'eit ist ein Ausfluß unserer überaus schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlagc. Mit einer langen Dauer der Krise braucht nicht gerechnet zu werden, weil der Bedarf immer noch die Vorräte übersteigt. An dem Ausbau der Arbcitsvermitt- lung wird mit allen Kräften gearbeitet. Ein, Reichsgesetz über einen Reichsarbeitsnacht veis ist im Entwurf fertiggestellt. In der Landwirtschaft bedürfen wir einer Vermehrung der Arbeitskräfte. Zur Beseitigung der WstlMingsnot, namentlich im ,Ruhrgebiet, soll geschehen, ivas möglich ist. Tie Zulassung ausländischer Arbeitskräfte lvird, von der Zustimmiing des Arbeitsnachweises abhängig gemacht. Ueberstunden sollen nur die unersetzlichsten 9Ir bei te rta tbeg-orien leisten. Mit Notfdandsarbeiten wurden 1919 330 Millionen Arbeitslose beschäftigt, und das Reich hat einen Betrag von 470 Millionen Mark dafür hergegeben. Ganz zu entbehren wird die Erkverbslosenfürsorge auch in Zukunft nickst sein, Wenn die Gesetzgebung die Erwerbslosenver- sichening einfü'hren wird. Zu dieser Versicherung soll sobald als mögliche geschritten werden. Tas Reich und die einzelnen Länder 'haben bisher 1400 Millionen Mark an Estwerbslosenfürsarge gezahlt. (Hört, Hört! rechts.) Sehr richtig ist es, daß die Unterstützung in Wegfall Lammen muß, wenn ein Arbeitsloser eine ihm angebotene geeignete Stellung ansschlstgt und die gewerkschaftliche Unter» slützung auch angerechnet werden muß. Nationales Pflichtgefühl erheischt Opfer der Privatwirtschaft zu Gunsten der Volkswirtschaft. Jckier Streik ist wtzt eine neue Ursache vermelTtter Arbeitslosigkeit. Mit allseitigem guten Willen 'werden wir and) über diese Krisis hinwegLomm^n. (Beifall.)
Abg. D i ß m a n n (USP.) begründet den Antrag seiner Partei. Hiernach soll die Erwerbslosen- unterstützung auf der Grundlage eines unter Mitwirkung «der Gewerkschaften festgelegten Existenz- <ninimums ohne Rücksicht auf die Dauer der Erwerbslosigkeit gezahlt werden. Die Sätze sollten bis zum 1. März 1921 gelten, und für Männer und »Frauen gleich sein. ArbeitJAwwig und Massen- euttassungen von Arbeitern und Angestellten, ferner die Stillegung von Betrieben sollten mit allen zn Gebote stehenden Mitteln bekämpft werden. Alle Maßnahmen, die den produktiven Prozeß beeinflussen können, sollen den Betriebsräten und Gewerkschaften in die Hände gelegt, und ihnen die oberste Kon.ntrolle dafür eingeräumt werden. Kurzarbeiter sollen eine entsprechende Unterstützung erhalten.
Tie Beratungen werden ^abgebrochen.
Nächste Sitzung Donnerstag vormittag 10 Uhr. Fortsetzung der Interpellationen, vorher Entwaffnungsvorlage.
Schluß 8 Uhr.
hessische Volkskammer
rm. Darmstadt, 4. Aug.
Die Sitzung wird um 9V- Uhr durch Präsident Adelung eröffnet. Die Beratung des Haupt- Voranschlags wird fortgesetzt. Nach einigen Wchtig- stellungen des Abg. Engelmann (Soz.) gibt Direktor im Landesernährungsamt Neumann eine eingehende Schilderung über die Verhandlungen, welche die Regierung mit den süddeutschen Staaten und mit dem Mach gepflogen hat, und aus denen hervorgeht, daß das hessische Gesamt- miniflErium auf dem Standpunkt für den Sofortigen
Abbau der Zwangswirtschaft steht. Am 24. Juli haben die süddeutschen Staaten in Würz bürg beschlossen, bei dem Reich in diesem Sinne vorstellig zu werden. In Berlin wurde dann am 30. Juli die Aufhebung der g e * samten Kriegsge sellscha ften beschlossen, obwohl das Reich bei der Aushebung der Fett-Kind Oelwirffchaft Schwierigkeiten machte, da ibrn ein Verlust von etwa einer Milliarde Mark entsteht. (Bewegung.) Ueber die Auslobung der K a r t o s s e l w i r t s ch a f t soll erst am 15. August beschlossen werden, ob vollständige Freiheit oder teilweise Bewirtschaftung bestehen soll. Die abije-- schlossenen Lreferungsvertrüge sind nicht durchführbar. Der Redner hat keine Befürchtung, daß die freie Bewirtschaftung der Kartoffeln nachteilige Folgen zeitigen würde. Die Anbaufläche habe sich vermehrt und jedenfalls werde in der freien Wirtschaft der Preis von 60 Mk. für den Zentner, der m der Zwangswirtschaft zu erwarten war, nicht erreicht. (Abg. Engelmann: Wwarten!) Gewiß fei tue Maßnahme ein Sprung ins Dunkle Die Fleischbewirtschaftung werde beibehalten die Fleischkarte aber sofort aufgehoben, die Viehpreise würden mit sofortiger Wirkung herabgesetzt, die ^llchr werde einheitlich geregelt. Weiter wurde bte Aufhebung sämtlicher Kriegsgescllschaften beschlossen, nur wenige bestehen unter wesentlicher Vereinfachung zunächst weiter. Ein Preisabbau, könne nur allgemein erfolgen, Grundbedingung fei die Stabilität bzw. Herab'etzung des Tüngerpwises Die Bewirtschaftung des (&-treibe müsse bnbehal- teu werden, dabei müsse auf restlose Erfassung des । Getreides gesehen werden. Milch und Zucker müsse I ebenfalls weiter bewirtschaftet trerben. Hoffentlich
werden durch die Freigabe nicht von den Landwirten nunmehr Wucherpreise gefordert, damit nicht Gegenmaßregeln ergriffen inerten nuilimt
Präsit-ent des Äandesem ährun gsamt es 11 e b e l geht auf die Wichtigkeit der Lairdwirtschast und ihre Bedeutung für das Wirtschaftsleben und den Wiederaufbau näher ein, bereu Existenz durch du Vickhablieferungeii -an die Entente noch erschwert iei. Es müsse mit öffentliche Mitteln für btc Stärkung und Hebung der Laiidwirtsck-aft ein getreten werten. U>is sei ein Gebot der Stunde. Man darf ober hoffen, daß sie auch ihre Pflicht tut. Man konnte die Äistungen der Landwirtschaft während dev Kriegs bewundern, aber Temansttationen^lnbau- ftreire usw. müssen Vermieten werden, «nrn der Bauer'haiidle nicht ans Not. Man müsse sich gegenseitig mehr v-.wstehen und politisch de lken lernen. Ter Bauer 'habe die Pflicht, den Grund und Bveeii im Interesse der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Durch die stilsckM Preispolitik der Regierung )ei allerdings die Zwangswirtschaft zu Gruiw« gegangen. Gemeinsam müsse gegen Wucher und Schieber gekämpft roexxym. Das Vorgehen einer Anzdhl bar.e- risck-er Landwirte zur Lieferung von 100 000 Ztr. iKarüoffeln zum Preise vvn 20 Mark den Zentner tiönne er dem ^hessischen Bauernbund und dem Bauernverein nur emvfeblen.
Nach weiteren Ausführungen, in denen er auf die nicht ganz rosige Lage der Landwirtschaft hm- weist, nimmt er noch die Beamtenschaft gegen ver- sckftedene Angriffe in Schutz.
Frau Abg. Hatte wer C3entr.) bringt eine Beschwerde über die schlechte Znckerterteilnng vor.
Das Kapitel wird ebenso wie die nachstehenden 67, 6A, 69, 70, 71 und 72 ohne Aussprache genehmigt. t
In Kap. 73, Londw. Unterrichts- und Ber- snckjs:vesen, gibt Abg. Tr. Dehlinger (H. Bp.) seiner Freude Ausdruck über die Einsicht und das Verständnis, welches Präsident Nebel gegenüber der Landwirtschaft zum Ausdruck gebracht hat, 'hoffentlich werden diese auch in die Tat umgesetzt. Ter an gedrohte Streik sei durch das Vorbild des Reiches, welches den Generalstreik empfohlen habe, hervorgerufen worden. Er tritt noch für die Landwirtschaftliche Winterschüle ein.
Mg. Fenchel' (H. Bp.) kann sich dem von seinem Vorgänger gegenüber dem Präsidenten Nebel gezollten Lob nicht ganz anschließrn. Es müss: mehr für den Ausbau der bestkheliden Winterschu- len, insbesondere du Obst- und Winterbauschule in Friedberg, geschahen.
Abg. Hahn <T. Vp.) dankte für die wohlwollenden Ausführungen des Präsidenten Nebel und spricht gegen die beabsichtigte
Verlegung der landwirtschaftlichen Versuchsstation
von Tarmstxwt nach Gießen. Er ersucht die Re- gierungsvertreter, di? Landwirtschaftsleh-ver auch fernerhin der Landwirtschaftskammer zur Verfügung zu stellen, da die Kosteir der Landwirtschaftskammer sonst zu 'hoch lvmmen. — Tie Land- wittschastskammer soll auch einen größeren Einfluß haben, auch die technischer Beratungen der Regierung. Ter Staat 'habe mxdy Die Verpflichtung, mehr 'wie bisher zu den landwirtschaftlichen Haus- haltungsschulen beizutragen.
Abg. Feldmann (Dem.) möchte in den Tank auch Den Ministerialdirekwr Neumann eiw geschlossen wissen. Er empfiehlt eine tüchtige Fachausbildung der jungen Landwirte durch die Landwirtschaftlichen Winterschulen. — In den Kursen der Winterschulen fotfe man auch die Steuerfvagen, besonders wegen beä Weins, aufnehmem.
Abg. Brauer (H. Vp.) stellt fest, daß die Verlegung der Landw. Versuchsstation nach Gießen nur eine Frage der Zeit sei. Allerdings habe man mit dem jetzigen verdienstvollen Leiter, Geh. Hofrat'Wagner, Der nicht gut ersetzt werden kann, zu rechnen. Praktische Gründe sprechen auf jei>en Fall für eine Angliederung der Anstalt an eine Universität, da der Forscher auch Lehrer sein solle. — Er tritt noch für eine weitere Fachausbildung der Landwirte ein. — Abg. Vetters (Soz.) empfiehlt gleichfalls eine Verlegung der Landwirtsch Versuchsstation und beanstandet die jetzige i'.npoaktische Verwendung der Gießener Versuchsfelder.
Abg. Brauer (H. Vp.) tritt den Ausführuw- gen Vetters entgegen.
Präsident Hebel glaubt, daß die Gründe für die Verlegung der Landwirtsch. Versuchsstation ebenso stark seien, wie die Gründe für den Erhalt derselben m Darmstadt. Der Anschluß an eine Universität sei ins Gewicht fallend, doch sei schon aus finanziellen Gründen an eine baldige Verlegung nicht zu denken. — Die Verwendung der Landwirtschaftslehrer auch im Dienste der Landwirtschaftskammer soll nochmals erwogen werden. Das Kap. wird genehmigt. Kap. 74 und 76 werden ausgesetzt. Kap. 75, Förderung eiuzi lner Zweige der Landwirffchaft, findet Annahme.
Zu Kapitel 77, Arbeits- und Wirt- sck^astsamt, farbert dann Abg. Knoblauch (Soz.) eine produktive Erwerbslvscn- fürforge. Ein Abbau der Löhne fei jetzt unmöglich, vor allem müssen die Baumaterialien billiger toerbm, denn hier werden noch nn- gcheueve Verdienste erzielt, welche die Baiitättg'eeit außerordentlich erschLvereu. — Tie beruflichen Vereinigungen müssen vermeiden, die Not des Volkes auszubeuten. — Er führte eine Reihe drastischer Beispiele an, aus denen 'hervorgeht, daß in vielen Berufen noch Preise gefordert werden, die in keinem Verhältnis zu den Vorttiegsz-nten sbehen.
Llbg. Frau Da tt em er «Zentr.) bespricht die Aufgaben, welche die Referentin in Dem Arbeitsund Wirtschaftsamt zu bewältigen hat Mit einer Kraft komiue man nicht aus. Auch im Miirffterium des Innern müsse eine solche Kraft in Wirkung treten.
Abg. Kn o ll (Ztr.) tritt Dafür ein, daß das Leoer- und Wirtschaftsamt in jeder Richtung weiter ausgebaut wird. Bon der Regierung sollte alles getan werden, was der Hebung des Handwerkerstandes dienlich fein kann.
Abg. Büchner Mem.) kommt auf die Vorgänge zu sprechen, bic sich in Frankfurt und Höchst zwffchen Der Direktion der Gewerbebetrieb? und d-r Arbeiterschaft abgespielt haben. Alles ziele darauf hrn, die Industrie zugvunde zu richten. Wir müssen den Tatlachen ernst rns Auge sehen.
Schluß 12 Uhr. — Nächste Sitzung: Nachmittags 3 Uhr.
rm- Darmstadt 5 Aug Der Abg. Kiel (USP.) bat eine dringliche Anfrage an die Re- gierung gerichtet, m der er Beschwerde über die Wucherei >nrt Kartoffeln in Klern-Stein- fe bAe hort für 30 Pf ausgeschellt wurden, rührt. Die Abg. Frau Balser (Demck fordert in einem dringlichen Antrag zu Kap. 77 die Schaffung von zwei Re-erentinnenstellen für Fraueiiangelegen- beiten, anstatt der vorgesehenen einen Stelle.
AttS StLtzdt ttnd CattO, Gießen, den 5. August 1920. Lebensmittel.
** Käseausgabe. Morgen wird in den Verkaiifsstellen der Molkerei Grieb, Bismarckstr. und Frankfurter Straße, an die Bezirke 4 und 13 Käse ausgegeben. Näheres siehe Anzeigenteil.
** F r e i b a n k. Morgen nachmittag zwischen 1 und 3 Uhr werden die Nummern 1101—1250 beliefert.
Veranstaltungen.
Donnerstag, 5. Aug.: Postkeller, 8Uhr: Mitglieder-Versammlung der Ober^chlesier. — Schöne Aussicht, 8 Uhr: Militärkanzect derReichs- weihrkapelle. — Hotel Einhorn, 8.45 41 br: Gastspick Buchwalo. — Lichtspickhaus, wie gestern. — Licht- spicke, Seltersweg, „Quv vadis" und „Trumpf König".
** Von der Landesuniversität. Zum Nachfolger des Professors H. Gunkel im Ordinariat für Altes Testament an 'unterer Landes- Universität ist der a. o. Professor D. Dr. Gustav Höl scher in Halle ausersehen. Hölscher ist 1877 in Norden (Ostfriesland) als Sohn des seit 1885 an der Nikolaikirch.' in Leipzig tätigen ersten Pfarrers D. Wilhelm Hölscher geboren. Er bestand 1900 in Leipzig das erste theolog. Examen und promovierte ebenda 1902 zum Dr. phll. mit einer Arbeit „Palästina in der persischen und hellenistischen Zeit". 1903 unternahm er im Auftrage der Deutschen Orientgescklschaft eine Forschungsreise nach Phönizien und Palästina (zus. mit Dr. H. Thiersch). Im Sommer 1904 erwarb Hölscher in Marburg den theolog. Lizentiatengrad auf Grund der Dissertation „Die Quellen des Josephus für die Zeit vom Exil bis zum jüdischen Kriegck' und habilitierte sich ein Jahr später in Halle für das Fach der alttestament- lichen Exegese mit einer Arbeit über „Kanonisch und Apokryph". 1913/14 vertrat Hölscher das alttestamentliche Ordinariat in Göttingen, im Januar 1915 erhielt er die Ernennung zum a. o. Professor in Halle als Nachfolger des ProsefforS Steuernagel. Pros. Hölscher redigierte von 1906 bis 1912 die „Mittalungen und Nachrichten des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas".
** Die Bäckerinnung Gießen übermittelt uns eine Entschließung des Zentral - Verbandes deutscher Bäcker- innungen, in der es u. a. heißt: Der außerordentliche Verbandstag des Zentralverbandes Deuffcher Bäckerinnungen „Germania" fordert ein» stimmig die restlose Aufhebung der Zwangswirtschaft für Brotgetreide, da die Rckchsgxtreidestelle seit Monaten sowohl in dessen Erfassung als auch in dessen Verteilung vollständig versagt. Durch Lieferung minderwertigen, oft gänzlich verdorbenen Brotmehles von der Reichsgetreidestelle und der kommunalen Verteilungsstellen wird es Den Bäckern vollständig unmöglich gemacht, ein einwandfxeres Brot zv erzeugen. |2Beiter hat das Zwittersystem der selbst- versvraenden und an die Rckchsgetreidestelle direkt! angeschlossenen Bezirke zu vollständig unhaltbaren Zuständen geführt. Der Germania-Verband fordert sofortige Verhandlung zwischen Verrretern der Rckchsregierung sowie Vertretern der Landwirtschaft, der Müller und der Bäcker, um unter Einschaltung der Selbstverwaltungskörper biefer Berufe der freien Wirtschaft schnellstens die Bahn zu ebnen. Insbesondere verlangt das Bäckerhandwerk die sofortige Einf-ihrgenehmtgung von ausländischem Mehl und Getrerde für die Wirtschaftsorganisationen der verarbeitenden Gewerbe.
** Ein Faß Fruchtbranntwein von 25 Liter mit dem Zeichen C. I. 2287 kam hier vor einiger Zeit abhanden. Vor Ankauf wird gewarnt.
Kreis Lauterbach.
O Schlitz, 3. Auy. Tas hiesige sozialdemv- kvattsche Gemeindevatsmttglicd prakt. Arzt Dr. de Bra hat fein Mandat im Prvvinzialaus- s ch u ß der PWvinz Obeöhesftn niedergckegt. Au seine Stelle ist KranPenkassenbeamter Braun in Alsfeld getreten.
Kreis Schotten.
eb. Eiche Ha chsen, 4. Aug. Ter 42jLhrig: Landwirt Otto Stang fiel so unglücklich vom S cheu nen ger.üst, daß er bald daraus starb.
cd. E s ch e n r o d, 4. Aug. In einer ber letzten Nächte versuchte hier ein Dieb ein Hühner hock zu Mndern. Er wurde aber überrascht und ließ auf der Flucht Fahrrad, Schließkorb und Rucksaö mit zwei lebenden Hühnern im Stich.
Kreis Friedberg.
ba. Bad-Nauheim, 4. Mig. Nom 1. ©flx tendier ab wird eine Ermäßigung der Kuv- nbgabe eintreten, der am 15. September eine weitere Senkung folgen wird. Wie weit die Ermäßigung gehen wird, ist noch nicht mit Bestimmtheit zu melden.
O Butzbach, 3. Aug. An der hiesigen Realschule wurden über 500 Mark für die deutsche Grenzspende gesammelt.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, ,4. Aug. Der zweite <n* deutliche VerbandstagderPvlizeibeam- ten Hessens fand heute im großen Saale des Rummelbrchu (hier unter sehr zahlreicher Beteiligung statt. 'Genevalsekrwär Tr. Frank-Berlin liickbzunächst einen Vortrag über: Dir Polizei im Reich und den Stand der PolizeibMiegung, in lern er die Verniiheitlichung und Schaffung eines Reichspolizeiministeriums empfahl. Ueber die Umformung d-cS Reichsverbandes und der Landesvi rbönde und deren Gestalten sprach Pvli- zeitommissar Gräf-Heidelberg, im Anschluß Daran der Vorsitzende Schäfer- Darmstadt über die Besoldungsreform, die Verstaallichung der Pickizci in Hessen und die Arbeitsgemeinschaft. Eine sehr rege Aussprache schloß sich an.
fd. Neu-Isenburg, 4. Aug. Die Zahl der Nuhrerkrankungen hat sich auf 86 Fälle erhöht. Die Epidemie forderte bis jetzt 14 Menschenleben, davon 4 Erwachsene und 10 Kinder.
Hessen-Nassau.
Die Bewertung geistiger Arbeit.
mc. F r a n k f u r t a. M., 5. Aug. Sämtliche Aerzte der Frankfurter Rettungswachen haben ihre Stellung gekündigt. Der Magistrat hat ihnen die Erhöhung des Stundenlohnes von 4.50 auf 6.75 Mk. verweigert, obwohl die Kutscherund Chauffeure, ebenso wie die Heilgehilfen 4.90 'Mark stündlich erhalten. Die Aerzte erklären,


