Einzelbild herunterladen

Erstes Blatt

170. Jahrgang

Samstag, 4. Dezember 1920

I

tcn aub

1 in

Treue zu bclvcisen.

die

Ein Aufruf des DlcidjWäfibcnteu und des Reichskanzlers.

Berlin, 3. Dez. (WTB.^ Ter Reichs- Präsident und der Reichskanzler erlassen folgenden Au'rus zur Grenz spende: Der Tag der Abstimmung über Oberschlesien nabt heran. Alien Obersch eiiern must die Beteiligung an der Wahl ermöglicht werden. Groste Mittel sind dazu erforderlich Noch einmal ergeht der Rus an die freiwillige Licbestätigkeit, damit durch die Hilfe aller deutsches Land dem Deutschen Reiche er­halten bleibt An der Onrrreubigfcit des deutschen Volkes mögen die Oberschlesier erkennen, dast das Vaterland an ihnen Hängt Sie mögen daraus neuen Mut zu treuem Beharren schöpfen Umso einmütiger werden sie ihre Stimmen für daS Deutsche Reich abgeben, je sichtbarer hinter ihnen der Wille des deutschen Vo'kes steht. Ter Aus­druck des Willens ist die Tat. Zu solcher Tat bietet die Sammlung zur Grcnzsrende Gelegen­heit. Keiner darf fehlen, wo es gilt, der Heimat

LautVorwärts" fand in Hamburg eine Tagung des Ges^mtvorstandes der Bauarhei- lerinternationale statt, in deren Mittel­punkt das Problem deS 'Wiederaufbaues für Nordsrankreich stand. Die deutschen' und französischen "Bauarbeiter nahmen in allen fragen eine übereinstimmende Haltung ein und beschlossen, eine gemeinsame Aktion zu unter» nehmen.

mtes.

er Maul- unt November 1920

l Hieben, hmtga, imewd, MaiuKi W, .haU.nl^ ch, MünM, Liri' >enhau>en, Niesn- jiugcn^ißiilmgffl, au.«, ÄaiMrs-, Alsfeld: Dttr- b, Nieber^Gemua- -Äuiel, ÜBabenn», ser-Ohmeii, Odei- Maiiliach, Bmi- n, Bleiumoü. - Himbach, Seltcri, .cit/iobi, LellMch

Der Papst für bie Notleidenden Mitteleuropas.

Rom, 3. Dez. fWolff.f Der Papst erlieH eine Encyclica. worin rr sei''er (Vreiihe über den Erkolg brr Sammlimgen iür die N 0 t l e i b e n- den Mitteleuropas Ausdruck gib' Da a'^et die erngegcnwencm S'mrnen nid)t ausreichen, for-1 bert b't Papst die Ki'idei in den reidrren Geg"n- ben aus, d'n notleidenden Kindern Mitteleuropas anläßlich des D^i^nachtSsestes xu Helsen. G'-nch- zeitig ermahnt er die Eltern ihre Kinder zu diesem Werke der Wohltätigkeit ansaieifem.

Aus dem besetzten

tzranzöfische han^e'SnVde' hfiungen im besetzten Gebiet.

fb. Frankfurt a. M., 2. Dez. An­einer Zuschrift eines rheinischen Abgeord­neten an basOffenbacher Abendblatt" geht hervor, daß es noch viel zu tuen in bekannt ist, in welchem Umfange das Handels- und Fi, nanzkavital bereits im deutschen Rhein- lande Fuß gefaßt hat. So hat Mainz allein 71 französische Harch/ssnieberlas'unaen, Lud­wigshafen 17. In Coblenz liegen 33 Gcwerbeanmeldunaen von Ausländern vor, darunter 11 von Franzosen. Der französische Annerionist Varrss behauptet, daß schon über 5Mfranzösiscke handcls'i men im Rheins land vorhanden seien. In Köln überwiegen die englischen Niederlassungen und es scheinet, so heißt es in dem Artikel, daß in der rhei­nischen Hauptstadt die Niederla'sung von eng­lischem Kapital als Gegengewicht gegen die Franzosen besonders gefördert werde In der Pfalz gibt es fünf französische Bankfilialen, Köln hat vier belgifclie. drei englische und zwei französische Bankfilialen Di'-se auslän­dischen Bankniederlassungen seien im großen Stil zur Verschiebung deutscher Kapitalien ins Ausland benutzt worden, da die Geschäfts- fuhrer b-/her den Steyerbehörden die AuS- kunstspflicht verweigerten.

Die Ministerlonserenz in tondon.

Paris, 3. Dez. (WTB.) Der Sonber*1 berichterstatter der A-entuc hava? in London berichtet, dast bie alliierten Ministerpräsi­denten heute oornrtta.j von halb 12 Uhr bis nachmittags halb 2 Uhr verhandelten. Man habe die Beziehungen zum Vertrag- von SevveS und der m Griechenland neu geichafsenen Lage ge­prüft. In der Nachmittagssi^ung, die um halb 4 Uhr begonnen hat, »verden Die notwendigen Schutzmaßnahmen gcpcütt werden, die man von Griechenland verlangen wo'le, wenn es trotz her Warnung der Alliierten König Konstantin uirück- niren werde. Der bed'uteudste Entichlutz, der vor­mittags gefaßt wurde, sei. daß die erglischm, französischen und italieni'chen ömtret-r beim Völkerbünde auigesordert wur>n, sich gegen den Eintritt Armeniens in den Völkerbund ausiu- sprechen. Armenien hib? noch kßn' legale G i'"*rnt, bevor der Friedensvert-ag von Sevres in Kraft getreten sei. Außerdem seien die Grenzen dcS neuen Staates noch nicht sestgelegt.

uth und Reichswirtschaftsminister Dr. cholz. Dr. Wjrth erklärte, er stehe einer rbindnng zwischen Reichsnotovfer und angsanleihe nicht ablehnend gegenüber. Dr. lh 0 l z vertrat den 'Standpunkt des Kabi- 18: her beschleunigten Erhebung des Reichs- tz'opfers sei vor der Zwangsanle'he der Vor­gegeben worden, weil schon bei der Ankün- ?l.-vg einer Zwangsanleihe die Kapital-

Die Entente gegen Griechenland.

London, 3. Dez. (Wolfs.) In der gestrige» Nnterhaussitzu.ig verlas Bvnar Law unter lautem Beifall die noch Athen genchtete Note der Alliierten. Er fügte hinzu, diese Erklöruna besage deutlich, baß, to-'nn bas griechische Volk sich für ben Schrat entscheide, den E'^'o-'d brrn-'-n würbe, Großbritannien und bie Alliierten nicht bie geringste Absicht haben eine feindliche Aktion im Sinne einer gewaltsamen Ver- hinberung des griechstchm Volkes. bieseN Schritt auszuführen, in bie Wege zu leiten.

m. 286

Der Otetzcner Anzelae, -scheint täglich, außer und Feiertags.

vezngrpreife:

Monatlich Mark 3.60 ird Mk.- 65Trägerlohn, rueNeljahllichMark 10 80 rdMK.I.95DLgerIohn;

txd) die Poft viertel- ii-rlich Mark 12.- :H»ichlieblich Bestellgeld. ^,rnlprech-«nschlüste: ^dieSchriftleitung 112; ^«rlag.GeichafisftelleSl. rrldjrift für Druhtnach.

chten rlm izer »teßeu. poftschtätoaw:

?<nffurt a. 4. 1168»

Sitzung des Zentra'vorstaudes der deutschen Dolfspartei.

Nürnberg, 2. Dez 1920.

Zn Nürnberg trat heute im Künstlerhause bet Zentralvorttanb ber TeutschenVolkS- Partei zu einer Sitzung au'am men. Die ber Vor­dere itimg bes morgen beqimimbtm Parteitages galt Adg. Dr Stresemonn leitete bie Ver- hcmblungrn mit einem kurzen Referat ein. Er berührte borin iunäd)ft die Erött'rangen über eine Parteineuvilbung, bie sich an bi? bekannte Rede des Ministers Stegenvald in Eßen angtN frürft haben VtL-zj. Tr Strehmmn trat dabei der falschen Aufsasamg entg- gm, als ob etwa Ge- werkschastSsührc-r. bie ber Deutschen Volk-? Partei angehören, irgendwie cm dem Gedanken und dem Plane einer neuen Partei betätigt fciau Wätcr

(t arnte innerpolitische Lage bedrohlich zuspit- Mn wird. Die Redner der Rechten nicht nur, Ment auch der Demokraten brachten For- fctungen cjn> die auf eine völlige Umgestal- |nrtA des Gesetzeswerkes hinausliefen. Zwei L fitere Finanzminister, nämlich die Abgeord- |'itten Dr helfferich lund Dr. Becker- I feien, liefen dagegen Sturm, indem sie fest- Milten, daß hauptsächlich der kaufmännische rh der gewerbliche Mittelstand nicht in er Lage feien, ihr Betriebskapital in dem ge- Mrderten Maße zu vermindern. Beide kriti- trten äußerst scharf die bisherige Finanz- Mpd Steuerpolitik, die zur Deckung laufen- I'lt rAusgaben an die Erhebung des Rotopfers | rfren wolle. Auch der ?lbgeordnete Dern- llu rg erklärte,man müsse der Vorlage die sdistzähne ausbrechen". Da s rief der stebsfinanzminister Dr. Wirth den Reicks- sßickvräsidcnten Havenstein zu Hilfe, der km auch das Bild einer finanziellen Kato- 'k'ophe hcraufbeschwor. Die schwebende Reickis- feutb, gegenwärtig 146'/? Milliarden Mark, fi in ben letzten sieben Monaten um 52 MiÜ- hrben gewachsen und werde bis Ende dieses fl'hreS um weitere 30 Milliarden zunehmen? fi/ Reichsbank habe ursprünglich einen ande- ni Weg der Sanierung vorgeschlagen, näm- 16 den der Zwangsanleihe unter Eingliebe- ing deS ReichSnotopsers. ! Auf diese Weise Irde man mit einem Ergebnis von 20 Mil- rden flüssiger Mittel rechnen können, wäh- d nach der Vorlage nur 8 bis 9 Milliarden lommen werden.

Am Donnerstag äußerten sich zu der nnenben Frage die zwei maßgebenden Kabi- ilSmitglieder, Reichsfinanzminister Dr.

Cine wiedergulmachungssrage.

Paris, 3. Dez. (Wolffs Der Sonder­berichterstatter derHavas" meldet aus Lon­don, die Sachverständigenkonfe­renz, die zur Regelung der Repara- tionsfrage in Brüssel zusammcntreten soll, werde ihre Arbeiten jedenfalls Mitte De­zember beginnen. Der Oberste Rat werde in London den Tag des Zusammentrittes be­stimmen.

Annahme von Anzeige» für d e Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohne j»de 'LerdindlichKeit. Preis für l mm l;-h« (ür Anzeigen o 34 mm Breit« örtl ch 35 Pf., aut-roart» 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Kreut 150 Pf De> Platz, vorfchriil 20" f Außcdtag. Haupljchriftleiler.21 ug. Hoey. Beronlwortlich für Politik Aug Goetz; für den übrigen Teil' Dr. Reinvold 3en3i für den Anzeigenteile h. Beck, sämtlich in Gießen.

same Urne nach Geist imb Buchstaben be) Frie- ben-vertrages in Bttrach: kämen. Gerabe biePolchi hätten ferneryil in Paris grforbert, baß alle tn Cberf(bleiten Geborenen obstimmutgsberechteqt sein müßten, wie die dort Lebenden. Sehr metkwürbia imbet es Dr. Lukaschek, baß von ben vielen in Polen Ichenben Abstimmungsberrchtigten überhaupt nicht gesprochen werde. BieN?icht wolle Polen sie nicht nach Oberschiesten lasten, ba sie, wie Rfon in West- und Ostpreußen, bie zerrütteten Verhältnisse, bie Wirtschaftsnot und bas Kriegselenb in Polen unb Posen wahrch?it-gemöß ;d) Ibem imb so g ern bie Stimmabgabe für 'Polen wirken könnten. All bas aber sei fein Grunb für Dentschlanb, aus feierliche Rechte unb Vettrags- teile zu verzichten. Gegenüber ber ofü.iellcn Be- grüntning für ben Vorschlag ber getrennten Ab- stimmung, man befürchte Unruhen, erNärte Dr. Lufaschek: Ich kenne das oberschlesilche Volk, es ist rubig unb sehnt sich nach srieblicher Arbeit, wie bies ja auch bas Mißlingen bes lebten von ben Kommunisten angezetteUen Streiks beweist. Die unruhigen polnischen Dnßsporne glauben, baß die granz^sen imter keinen Um stäuben etwas gegen polnische Unruhestifter unternehmen werben. Aber sobalb ber erste französische Schuß gegen polnische Banden gefallen ist unb dos erste französische Panzermito sich gegen sie bereit hält, wirb auch nicht einmal eine Idee zu Unruhen in Oberschle­sien vorhanben sein. Lukaschek weist barauf hin.

Die unannehmbaren Vorschläge für Oberschlesien.

Berlin, 3. Dez. (Wolff.) Dem Sonder­berichterstatter desBerliner Lokalonzetgers", Rolf Brandt, sprach sich der frühere Landrat von Rvbnik, Dr. Lu laschet, ein Kenner Oler- schleiiens, der oen sche'iichen An schuß lebtet, über die neuen Abstimmungsvorschläge der Ast tr.ten au.' Ec erklärte es für unmöglich, den Vertrag von Versailles in ben Punkten einfach zu zer­reißen, bie für Deutschland gümnaer und, als ktwa für die Polen. Der Vertrag sage klipp und klar, daß all? in Oberschieiien Gewrenen oh tc Unterschieb abstim'-ungsberecht'gt s ien. Die Ab- fttmn:unnen in Schleswig, West neunen gaben cr. ßcrd.m Präzedeirzfälle, bie nickü et ram ttrg* mleugncn seien. Ein? Abstimmung ber in DeuNch- fand wohneuben Ober sch! es er in Köln ober bet Versuch, diese 2lbstimmiingeberech! gt?n '^r zur Urne ru schicken als die übrigen, sei rechtste u n - annehmbar. Schon in Wett- und Ostpreußen hab- ber Sondra terrat ber Allste ten enttch.eben, baß rair em einziger Wahlmodus unb gemein­

i« rteilt S-*

I

nr 1- I udiM' w -

wochenrückblick.

Wir haben vor einigen Tagen die Ge- vSvorlage der Reichsregierung ausführlich i (geteilt, nach oer die Abgabe eines Drittels tS ReichSnotopsers in zwei Terminen kS ZahreS 1921 gefordert wird. Am Diens- \V Mittwoch und Donnerstag hat der iteuerauSschußdes Reichstags zu dieser lodagr Stellung genommen, und es ist dar- 118 wieder eine FinanzkrisiS sp wachfen, die > hrscheinlich noch vor dem Weihnachtsiest die

Wüonrmenen Wind in die Segel blasen. M, die Gefahren und Schwierigkeiten sind »»los groß, wenn man sich fragt, wie man « der Erfassung des Kapitalismus viele D ihre Eristenz ringenden Unternehmungen iwnen könnte allein der entscheidende [tritt muß getan werden. Ein ungeheures von Schuld liegt auf der bedenkenlosen M?ürpolitik des Dilletanten Erzberger.

Herr Dr. Becker hat ganz recht, wenn r irrbert, bie Reichsverwaltung solle ihre Mischaftlichen Betriebe in Orbnung brin- |F>, um bie Fehlbestände verschwinden zu 14?n, und sie solle ferner für rasche 93er» '^mng der Einkommensteuer und der 23er- ,?^nszu wachs steuer sorgen, damit Geld in 8,1 Keichskasse käme.

^llle diese Fragen stehen ja in innigem SPftmmenfrang zu dem vielfältigen Plan des !§'^rausbaues, der, wie wir oft dargetan in der Hauptsache der Sanierung des : r t s ch a f t s l e b e n s gilt. Das Organ der Abhängigen, dieFreil^eit", findet in der L'«izkrise neuen Stoff zur Entfachung des ^rgerkrieges. Es erklärt nämlich, das Pro- ]~3tiat müsse sich bereit halten, diese Kämpfe ®teucr und Sozialisierungsfragen) '♦dtifl den Parlnmenten aus klingen zu las-

AM

beiden stfVl J^ott bemX1 M lasiar^I

EFis ^6le8ieraiigf:

t.

die!Rabfh,

¥ Zentral

*

* und bie ingtjtfgj

J

Mosfen, t.ij]

Ke drr X.N Staat fjiaÄ, feywvJ .pMo ru roibtiic

und vm L

"Gwrnale bt W,\ a p begeben m W t ftntn bandst^

HopMiiiwM ' TirKm.m, L-l. eck, NiM.^ bauien, nMicbelockW Tieenien, M irbenbadi, pk>r<£'(ii^tic

baß beim letzten Putsch ein schärferes Zu­sagen ber Zbaliener jebe Putschabsicht be­festigte, baß bagcaen fetzt noch nichts getan sei, um bie offenen Gewalttätige tcn fotbemben Hetzreden KorsantrS erst letzthi

Rosenberg unb seiner Presfe zu perhiubern. So sei bie Furcht vor Unruhen ein Voiwcnib: in Frankreichs £xnib liege eS, ben 23e fud> zu Un­ruhen ohne Aukwenbung besonderer Mittel zu er­sticken, weil eben ber IveitauS übenviegenbe Teil Oberschlesier sein Rvcht nur mit bent Stimmzettel behaupten wolle. Die Zbee ber Abstimmung in Zonen sei gegen ben Friebensvertrag, daher nicht möglich. Außerdem gebe bie polnisch? Presse ossen zu, baß bie Zonen so abgegrenzt werben soll­ten, baß bie Städte mit polnischer Mehrheit zu­nächst abfiinrmen sollten: Von ber moralischen unb vor allem bet nnrt(drahliehen Wirkung ber Furcht vor Abschnürung weiter Gebiete verspreche man sich bmm wettere vollst cbe Erfolge Behewdenb genug fei schon, baß sranzösische Mitglie­der ber MstinrnningSkam Mission mit ben Polen in eingehen be Beratungen über bie Abstim- mimg eingetrrtm seien. Wäßrenb man noch mit keiner offiziellen beutschen Stelle oerhandelt unb dem beutschcu Plrb stz tlönnmstar crie RLilvrad» toeöDcigcrt habe Das alles seien 2)socise bm zu- nehmenben poluischeu Gewischtit. baß Oberschlesicn auf ber Grunblage des Reclsts für Polen nicht zu gewinnen fei. Eine embere Grunbloge als ber unterschriebene Vertrag könne aber beutsdxrscits nidit anciDanml werben Llckaschek glaubt nidst. daß mam es in diesem ganz klaren Falle wagen wird, daS Redst einfach zu btedran: denn schließlich würbe ein zerrissener Vertrag auch Deut|'d>lanb von feinen Verpilichtungen entbinden.

Berlin, 3. Tez (Wolff.) Der RärhSregie- nmg sind in ben letzten Tagen zahlreiche Drah­tungen von Abstimmungsberechtigten aus Ober* schienen imb aus vielen Gemeinden de? Reichs zu- gegangen, worin gegen bie Vorschläge ber Entente, eine Abstimmung ber Reichsobetschlesier ir Köln stattsiuben zni lassen, in sdrärsster 2Beiie Ein­spruch erhoben wirb Es wirb fttiereinRimmenb misgebrückt, baß bie Enten e-Vor>'chläge den Ver­sailler Vertrag zu unseren UngimRcn brechen wür­ben. und es wirb gefordert, baß mir bie Bestim­mungen bie es Vertrages für die Abstimmung mas^ grbmb sein dürfen. Fn dem Telegramm der 23e- strksgrupp- Neiße des Verbandes (ximattreuer Oberlchlcsier heisst es u. a.: Wir fühlen uns eins mit unseren Brüdern in ber besetzten Heimat unb wollen an beten Seite bei ber Entscheidung über Oberschlesiens Schicksal zur 22ahlurne gehen.

sen, sondern e5 müsse selbst aktiv an ihnen teilnehmen? Da soll also wohl durch neue Arbeitseinstellungen und Putschegeholfen" werden. Man darf die Anhanaer dieser Me­thoden wohl auf das Beispiel Sowjet- Rußlands verweisen, dem die Herren um Erispien doch wohl etwas von der einzi­gen Liebe noch . bewahrt haben werden Durch alle Zeitunaen ging das neueste Dekret der russischen Volkskommissare über die Er­teilung von Konzessionen an auslän» dische Staats- und Kommunalbe- triebe, Privatunternehmungen, Aktiengesellschaften, Konfumgenosseufchaften und Arbeiterorganisationen zwecks Aus­beutung und Verarbeitung der rus- sischen Bodenschätze! Die auslän­dischen Kapitalisten werden zu Hilfe ge­rufen, nachdem man dem einheimischen Kapitalismus den Garaus gemacht bat. Den ausländisck)en Kaprlolisten wird alles mög- tick-egarantiert", damit sie nur kommen and helfen sollen! Das ist ein Dokument un­serer Zeitgeschichte, wie so lehrreich es kein zweites gibt! DerVorwärts" benutzt es, um gegen die radikaleren Linksgruppen zu polemisieren allein auch auf sein eigenes Programm unb das der Mehrheitssozial. Demokratie wirft dieses Dokument aus Ruß­land einen genxiltigen Schlagschatten! Theo­retisiert, sozialisiert nur rüstig weiter! Das Ausland wird freilich die Methoden und Ex­perimente nicht mitmachen, und was hat Deutschland zu bieten, wenn die Quellen seines einstigen Reichtums, Industrie und Arbeit, versie gt sind? Dann werden uns die ausländischen Kapitalisten vielleicht für einen Hungerlohn arbeiten lassen. In den Fragen des radikalen Sozialismus werden dessen An­hänger eine ebensolche Enttäuschung erleben, wie die Pazifisten sie an der Gestaltung des Völkerbundes erlebt haben. Die Genfer Voll­versammlung hat am Donnerstag den Völker- bundpakl und den 23ersailler Friedensvertrag für ein unteilbares Gvn^S erklärt und sich de.- her der Revision des Gewaltvertrages rund­weg verschlossen. Die kleinen Neutralen, die sich diesen Anschauungen hatten widersetzen wollen, wurden überstimmt oder überredet. Gleichwohl triumphiert in der SBelt die Pose der Jdealpolitik! 2Bir können die in unserem gestrigen Blatt mitgeteilte Rotiz englischer Blätter kaum glaubhaft finden, nach der aus­gerechnet Lloyd George auf einem Ban­kett auf ben (Bankrott Europas hingewiesen und dann ausgerufen haben soll:Die Män­ner müssen vertilgt werden, die in der Welt mir Petroleumkannen umhergehen und das Feuer des Krieges schüren!" Vielleicht ist diese Heuchlerrede für manchen deutschen Pazifist wieder ein Strohhalm, an den er sich klanv- mert, eine Hoffnung, die er nicht fahren lassen will! Hat Lloyd George unter den Männern mit Petroleumkannen vielleicht auch den fran­zösischen Ministerpräsidenten verstanden, mit dem er soeben die rabulistische Rote über Ober­schlesien und die Bevormundungspolitik ge­genüber Griechenland ersonnen hat? Ist er nicht selber der Verwalter des Petroleun^- moiwpols für die Zwecke der Brandstiftung? 2lrgentinien soll narb einer neuesten Meldung die Tlbsicht haben, aus Gründen der Enttäu­schung sich vom Völkerbunde zurückzuziehen. Wir Deutsche aber wollen weder in eine Ge­sellschaft uns oufbrängen, die uns nicht wünscht, noch aber wollen wir so müßte der, deutsche Minister des Auswärtigen heute spreckten der maskierten und vev- fälschten Völkerbundspolitik irgendwelck>es Vertrauen schenken, und nicht diplomatische Leifetrelerei, wie sie jüngst wieder von der Franks. Zeitung" gefordert worden ist, wäre am Platze, sondern deutsche Klarheit und Festigkeit!

telD t.2üuemtcim'. Eckcr.shau en, itKiu, NieXr-M' je,m, Büct,rs, lial- löhecken, hoj Lng^ Mhau.en, tz: ijhbt, BingenlM ld-SchwMe.m, Hs' Tauernhe.m, M H'en, Bolscrm. nclhau,en, Giebas iieFnedbers Wellesh:>kn, Ali» L )oer-Flo.rsta^.^ 1 ©rk'ioric»1^- eingesetzt habe. Ehe nickst klargestellr

£rauemöe.m, 5^ I V. tote man sich eine Zwangsanleihe denke, M.r.4i.n, M I Fine er sich .auch nickt über ihre etwaigen int,Steiiifutli^ kakungen äußern. Auck Herr Scholz sprach .....® n Ih Zurückstellung aller Bedenken, da dem 'ttd neuer Roten unbedingt Einhalt getan '»cdkn müsse. Auch er liebäugelt jedock sowohl *li dem Reicksnotopfer wie mit der Zwangs- 'Plcihe: Wenn vom Reicksnotopfer, so sagte 15 Milliarden, und durck) eine etwaige ^sangsanleihe 20 Milliarden gewonnen wer- Iti könnten, so würde diefe Summe im Hiw« Ätf auf den Stand der Dinge als gering er- jF'iien, aber doch bewirken, den Stand der Ü:luta günstig zu beeinflussen.

Sie heißen alle Magister, Minister, Dok- qar, unb sehen, daß sie nichts wissen, ®ncn. Der Parteigeist hat die einheitliche fceit zerrissen, dieselben Parteien werden fcr aber doch genötigt sein, endgÄtig und Endlich zu erfinden, was nun werden soll, r t wa s muß ohne Frage gesck-assen wer- k will man der radikalen Linken nicht

- General-Anzeiger für Oberhessen

vrv» und Derlag: vrllhl'Ichc Unio.-Bud). und Siein»ruderei R. fange. Sdiriflleitung, 6ef<|ls|teae und Druckerei: Schulftratze 7