k
w XX kw, ' fc •: 12
d<l . sqtz
1V
bi- W i1 eJt 2''
v
C
Dill
Ä
M
ml
U.
unt.Bei
ts
ausgedehnte Zechgelage ubgchalten toutben. Auf durch den Vorsitzenden Geh. OeLonomiecat Wal- dem ^ege narl Melbaeb, n» di- Lebensmittel und ter im Sitzungssaal der Synode eröffnet. Er dre Jfur^n auwewahrr 1-in lotttem schlugen geht aus die schwere Lage der Landwirtschaft ein, mc vei.cn D gteuer Den jungen Mann nieder die in außerordentlich schwerer Weise nach jeder uno beraumen ihn 1 einer Barschast. Der durch i Richtung belastet werde. Man müsse jede Äer-
tt 5.
Ab
Ga
HerrK Mir Es gell Dörini 19. Jal dinck. von X
I arme
B
Chall Preis, 3. Pia
Hauptversammlung der hessischen Landwirtschaftztammern.
rm. Darmstadt, 3. Sept. 1920.
Die 18. Hauptversammlung der Hessischen Landwirtschaftskammer wurde fcute vormittag
m; AeW s- 8 eine M
ive^ w w w.
Ein Mor-überfall.
fd. Friedberg, 3. September. Am 26. August wurden dem 23 Jahre alten Schlosser Phu. Hermann in Frankfurt a. M. von zwei ihm unbekannten Männern Lebensmittel und Gold- und Stlbermünzen in Aussicht gestellt, wenn er die dazür erforderliche Summe van mehreren Hundert Mark aufbringen könne. Hermann ließ NM durch das günstige Angebot verleiten, verschaffte sich eine größere Geldsumme und fuhr mit den beiden Wannern nach Friedberg, wo zunächst aus Mollen des Hermann in mehreren Kneipen
*
04
B,
W
Wv L
einzulte orDtnlli 10000 einen A roie irg in dni
Ta einßim
Sonnti in d
W
Uns dem besetzten Gebiet.
Die Zeitungsverbote.
Mainz, 4. Sept. (WTB.) Die interalliierte Regierungskommission hat am 31. August beschlossen, int besetzten Gebiet die „Neue Badische Landeszeitung" in Mannheim auf die Dauer eines Monats vom 15. September an zu verbieten wegen Artikel, die angeblich Beleidigungen gegen die Besatzungstruppen enthielten.
Start; ar Heute a| gstedei
31 Mark.
Aehnlich steht ss mit den erwarteten billigen Herbstkartosfeln. Die Kartoffelbewirt-j
' Breidenba.ch-Dorheim bespricht die Hub
i weidenmelivration. Der Vorschlag, die Arbeite ■ losen an diese Stellen zu verpflanzen, sei wert- vciei juzu# j-cixir । to5, da diese dort doch nichts leisteten. Er be- Man müsse jede Wer- j spricht dann die Vorgänge in seiner Nachbar schn
wurde später aufgefunden und nach Friedberg ms Krankenhaus gebracht, wo er noch in großer Lebensgefahr darniederliegc. Der Friedberger und der Frankfurter Kriminalpolizei gelang es, den Haupttäter am Donnerstag in Frankfurt m der Person des 54iährigen Knechtes Johann Köp- p e l, geboren m Micmstädten, der seit langer Zeit unangemeldet Fälltorstvaße 14 wohrtt, festzune'h- men. Ter zweite Täter, der noch nicht errnitttlt ist, ist etwa 28 bis 30 Jahre alt, groß schlank, Hot frisckjes Aussehen, ein langes Gesicht und trägt Hellen Anzug und braunen Kut. Ein besonderes Kennzeickten dieses Räubers ist ein Glasauge. Iw Interesse der Aufklärung der Muttal werden Zeugen gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei, Frankfurt a. M., Zimmer 369, mitzuteilen.
besonders günstig.
Veranstaltungen.
Samstag: Hotel Einhorn, 8 Uhr, Vaterländischer Abend der Deutschnationalen Volkspartei. — Cafe EiNhorn, V29 Uhr, Gastspiel Buchwald. — Pfälzer Hof, 8 Uhr, Mitgliederversammlung des Obst- und Gartenbauvereins. — Lichtspielhaus, wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Der Hilferuf" und „Die Augen als Ankläger".
Sonntag: Philosophenwald, 2Vr Uhr, Oberhessisches Jugend- und Posaunenfest. — Felsen- fetter, 2i/2 Uhr, Delegierten Versammlung der Versorgungsberechtigten des Landkreises Gießen. — 3 Uhr, Interne Regatta des Vereins für Rudersport. — Cafs Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. — Hotel Einhorn, i/29 Uhr, Gastspiel Buchwald. — Lichtspieltheater tote Samstag. *
** Aus dem Stadtheaterbureau. Tie Nachfrage nach Karten zu .,2>er Raub der Sabiner innen" am Dienstag den 7., abends 7 Uhr, ist erfreulicherweise sehr rege. Außer Rudolf Goll, der nicht nur die Spielleitung hat, sondern auch den „Striese" spielt, sind beschäftigt die Damen Rammet, Rubner, Äirk, Wernicke und die Herren Volck, Veß, Bechstriu, Heding und Stichel.
** Ter Ober hessische Kun stveretn hat bis zum Mittwoch seine Räume zu einer Ausstellung von Graphiken hergegeben, die sehenswert ist, da sie gute Meister verschiedener Epochen und Stilrichtungen umfaßt und einen lehrreichen Einblick in die verschiedenen Techniken der graphischen Kunst gewährt.
** Waldbühne — Einhorn — Komtesse Guckerl. Das sind drei Begriffe, die sich ohne weiteres nicht in einer Vorstellung vereinigen lassen. Trotz aller guten Absicht verliert die Waldbühne doch an ihrem Charakter, wenn sie immer mehr zu Saalaufführungen greift und dabei Stücke wählt, die nicht dem Wesen einer Wald bühne entsprechen. Trotzdem war der Besuch des bekannten Schönthan-Koppel-Ellfeldschen Stückes sehr gut, was man im Interesse der Kriegsblinden der Provinz Oberhessen, zu deren Besten der Reinertrag! verwendet wird, freudig begrüßen muß. Die Aufführung unter der Spielleitung G Mendelssohn- Bartholdy war frisch und lebendig. Um die Darstellung mühten sich mit bestem Eifer und teils recht geschickten Leistungen Johanna Felden, Irene Walther, Ilse Schichtmeyer, Emmy Oß- wald, Ludwig Geismar, Kurt Solchen, Hermann Arnold, Hans Osman-Bey, Heinz Schröckert und Karl Höhn.
** Marfen-Ausgabe. Donnerstag und Freitag, den 9. und 10. September 1920, gelangen in den Bezirken Brotmarken zur Ausgabe.
** D i e Warenausgabetabelle des städt. Lebensmittelamtes befindet sich im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes.
** Holzausgabe an Einzelpersonen. An Einzelpersonen (Zimmermieter) werden gegen Vorlage der Lebensmittelausweiskarte bzw. Studenten karte wahlweise 5 Zentner Hartholz ä Ztr. 9 Mk. ausgegeben, ©tdje Anzeigenteil.
* * Unsere Schachaufgabe mußte aus Platzrücksichten auf Montag zurückgestellt werden.
* * Die interne Regatt a des Vereins Rudersport Gießen 1913 findet unter Beteiligung mehrerer Lahnvereine am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, statt.
* * Einhorn. Am Samstag wird im Cafö gespielt mit dem Artisten Marcell Eugenio uno Paul Buckwald. Am Sonntag buntes Programm mit der Operette: „Das Loch in der Pfanne"' (nach Fritz Reuter). Ab Montag ist der Jnoische Fakir und Illusions-Akt Ben Abdul verpflichtet worden.
* * Stenograph e. Ter Gabelsberger Stenographeicherein van 1861 und Damen Vern a Gabelsberger eröffnen am Montag, 6. Scht., abend 7V» Uhr in der Bezirksschule, West-Anlage, einen Anfängerkursus in Gabelsberger Stenographie.
Kreis Büdingen.
x Oppelshausen, 1. Sept. Das Opfer der frevelhaften Bluttat vom Sonntagabend wurde heute mit,einem Geleite von vielen Hunderten von nah und fern auf dem so stimmungsvoll gelegenen Engeltäler Friedlwf zu Grabe gebracht, Otto G ü n g e r i ch, und was Bubenlwnd an ihm getan, charakterisierte Pfarrer Hamburger -Staden mit mannhafter Klage und Anklage über die von so vielen geduldete und gepflegte Verhetzung und Entfremdung von Religion, Zucht und Sitte. Wie wohl der schwergetroffeiien Famil-e die große Teilnahme tat, sprach darnach in deren Namen Pfarrer Sattle r-Wieseck aus. Auch denen zum Trotz, die als die Hetzer diese Tat grüßen als eine, der noch weitere folgen müßten, werde die weitverzweigte Familie fest bleiben auf dem Grunde, der dem auf dem Felde der Arbeitsehre Gebliebenen eigen war: dem des Glaubens, Liebens und Hoffens. Auf diesem Grunde sollten die herben. Stunden dieser Tage alle, die sie bewegt, fester verbinden. Unzählige Kränze bedeckten das Grab und seine Umgebung. In den Sarg hatten die Seinen dem Ermordeten die Blumen von feinem Geburtstag gelegt, den man am Sonntag vorgefeiert und den er nicht mehr erleben durfte.
Kreis Friedberg.
schaftuna ist ab 15. September aufgehoben. I Kopffchläge lebensgeMttich
Obwohl'aber in angrenzenden Gebieten Be- 1Mh>r -*«*"*«• "«d nach ftneböera ms schlüsse von landwirtschaftlichen Versammlungen gefaßt wurden, den Preis der Herbst- kartoffeln erheblich zu senken, war es dem städt. Lebensmittelamt noch nicht möglich, von irgend einer landwirtschaftlichen Organisation der Umgegend eine Prersnorm für Herbstkartoffeln zu erfahren. Man hat den Eindruck, daß man sich absichtlich nicht festlegen will ui» befürchtet aus diesem Grunde sogar eine Stockung in der Zufuhr vonHerbst- t'artoffein. Die Aussichten auf einen Wintervorrat zu angemessenem Preise sind also nicht
anttoortung ablehnen. Mit Aushebung de. Zwangswirtschaft am 1. Oktober sei die Ablieferung freigegeben, doch richtet er die dringende Mahnung an die Bauernschaft, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Oberbaurat Mangold entschuloigt den verhinderten Präsidenten Neumann. Aus Zuruf, wo ist Herr liebet, erklärte er, daß Herr Präsident Uebel beurlaubt ist.
Als Vertreter in den deutschen Landwirtschaftsrat werden hieraus Ine Herren Walter-Lengfeld, Bähr-Rohrbach, Hihn-Heßboch, als Stellvertreter Fritsch-Dilshofen, Hensel-Dortelweil und Wols-- Albig, als Mitglieder zum Bezirkseisenbahnrat bte Herren Fritsch-Tilshofen, Bähr-Rohrbach, Mahler- Herrnsheim, als Sttllvertce-er Dr. Dehlmger- Weilerhof, Breidenbach-Dorheim und Keller-Spreß-- heim gewählt.
Hierauf wird ein Antrag auf Abänderung der Satzung der Versicherung von Weide-, 2lüssttb lnngs-, Import- und Faseltieren von dem Gmeral- sekretär Tivettor Dr. Hamann begründet. Es soll die Entschädigung eintreten, toeim der Tod des Tieres innerhalb einer Woche nach Schluß des Weidegangs eintritt, Ursache des Tbdes während der Dauer der Weidezeit entstanden ist.
Tr. Ziegenhain-Alzey führt Beschwerde, daß die Kammer-Ausschüsse vor der Beratung des Antrags nicht gehört wurden. An der weiteren Aussprache beteiligten sich bte Mitglieder Schneider- Utphe, FritscheDils^osen, M jg k- Gr und-Schwal- heirn, Weil-Lang-Göns u. a. Ter Antrag findet Annahme.
Es folgt Beratung des Antrags zur Abänderung des § 105 der Satzungen, Erhöhung der Tagegelder. Mogk-Grund-Schwalheim hatte gewünscht, daß die Sätze für alle Abgeordneten gleich, gestellt loerden. Der Vorsitzende hat wegen der dann entstehenden Kosten Bedenken. — Bähr-Rohr> bad) widerlegt diese Ansicht. Der vorgeschbagen» Antrag findet Annahme.
Hierauf wird ein Antrag auf Bewilligung höherer Staatszuschüsse für Forschungsmaßnahmen auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Technik durch den geschäftsführenden Direktor gestellt. Dr. Hamann begründete die Forderung mit dem Hinweis, daß die erhebliche (Snttoertung des Geldes es jetzt unmöglich macht,bie Maßnahmen wie vor dem Kriege durchzuführen. Es müsse vor allem eine Steigerung der Leistungsfähigkeit unserer Rindviehbestände ermöglicht werden. Oberregierungsrat Dr. Kimberger teilt im Namen des Landesernährungsamtes mit, daß man den Anträgen wohlwollemd gegenüberstehe und fte prüfen werde.
Oekonomierat Dr. Dehlinger-Wellerhvf fordert eine rationellere Bewirtschaftung des Bodens. Dr. Dehlinger glaubt, daß durch eine geeignete Besiedelung viel bisher unbebautes ßartb besser nutzbar gemacht werden könne.
Abgeordneter Brauer: Um die Notlage der Städte zu lindern, hat die hessische Regierung das Landsteuergesetz mit Hilfe der Linksparteien und des Zentrums durchgepeitscht, durch das die Landwirtschaft ganz ungeheuer belastet werde.
Es muß besonders betont werden, daß bei dem neuen Gesetz ein Schuldenabzug nicht gestattet ist im Gegensatz zu der alten staatlichen Grundsteuer. Von den 17 Millionen Mark, welche die neue Steuer bringt, könne die Forderung von 338 000 für die Landwirtschaftskammer leicht entnommen werden. Präsident Uebel wird wohl diesen Antrag befürworten, wenn er im Gesamtministerium auch für das Landgesetz gestimmt ist, ist anzunehmen, daß er über die Höhe und Tragweite des Gesetzes keine Vorstellung hatte, insbesondere, daß er auch die Verhandlungen nicht kannte, die seinerzeit zur Abschaffung Der Grundsteuer im Jahre 1900 führten. Redner geht noch auf die Stellung der einzelnen Parteien zu der Steuervorlage nccher ein. Der Rückgang der deutschen Produktion in der Landwirtschaft von 40 Proz. kann nicht wundernehmen, bei dem geringen Entgegenkommen des Reiches, welches verlange, daß 1. mehr und 2. billiger pro- duziert werde. Zu beachten sei auch, daß Hessen diese Besteuerung allein habe, obwohl es mitten in dem von dieser Steuer freien Preußen liege. Er bringt eine entsprechende Entschließung vor.
Abg. Bähr (Rohrbach) erklärte, daß dieses System auf eine Erdrosselung der Landwirtschaft hinziele.
Geh. Oberbaurat Mangold teilt auf Befragen mit, da'ß man mit den vorhandenen Maschinen zur Entwässerung einzelner Riedstrecken ausgereicht habe.
Hahn (Haßloch) erklärt, daß ein Preisabbau nur ein treten könne, wenn er auf allen Gebieten erfolge. Die Produktionskosten für Kartofseln errechnen sich jetzt auf 18—20 Mark und es sei nicht zu verstehen, warum die Liefevungsverträge aufgelöst werden sollen. Er bespricht noch die durch die neuen Tarifbestimmungen auf dem Land un- igünftigen Zustände und regt die weitere Nutzbarmachung bzw. den Anbau von Waldstrecken an.
Jo ft (Bermuthshain) erhofft von der nächsten Wahl, daß die irregeleiteten Wähler zu sich kommen; dem Landwirt könne man nicht zumuten, unter den Produktionskosten zu verkaufen. Der Kbbau dürfe nicht einseitig erfolgen. Redner gibt bann eine Schilderung der Zustänoe bei dem Kreis- atmt in Lauterbach, wo es einer Rotte von Arbeitern fortgesetzt gelinge, unter Drohungen alles von dem Kreisdirektor zu erzwingen. Bei eurer ein- berufenen Versammlung des Kreisausschusses wurden erneute Drohungen ausgestoßen und einzelne Mitglieder persönlich bedroht. Es waren Handgranaten und andere Waffen bereit. Die Gendarmen prangten durch Abwesenheit. Von der gierung müsse besserer Schutz verlangt werden. Er verliest einen Brief, in dem mit Brandstiftung gedroht wird von einem „Bund der Rache". (9M: Wo ist die Regierung?) Wir sehen fdjiimmen Seiten
Schneider- Utphe empfiehlt die tteberfüh- rung des S-iedelungslandes in Privateigentum.
Hen sel-Dortelweil empfiehlt bei Besetzung der Mieleinigungsämter eine stärkere Berücklichtv- gung des Landes.
Weil-Lang-Göns empfiehlt eine Auf'he* bung des Freistaates Hessen und Anschluß an Nassau, da bei den ganz ungeheuren Kosten auch für Minister und Beamten Hessen nicht mehr existenzfähig sei.
Wvlf-Albig besprüht die Lohnfrage unb empfiehlt einen Zusammenschluß größerer Gebiete von Arbeitgebern, damit man gemeinsam vorgehen könne. Er Tritifiert das Vorgehen rhein- hessischer Kreisämter, toeldje unter allen möglichen Gründen die Landwirte zur Herabsetzung her Preist nötigen.
hoben. Die Zurücknahme der Verfügung wurde verlangt. Der Reichsverkehrsminister lehnte es jedoch ab, uns zu empfangen. Wir wissen nicht, welche Beschlüsse der parlamentarische Beirat fassen wird. Führen die Anordnungen des Verkehrsministers zu Maßregelungen, so können die Eisenbahner sicher sein, daß die organisierten Arbeiter geschlossen hinter ihnen stehen.
Die Einstellung des Verfahrens gegen Traich und Genossen.
Berlin, 3. Sept. Die „Tägliche Rundschau" ist in der Lage, folgende reichsgerichtliche Ent>chei- dung rnitzutcllen: „Das Verfahren wird eingestellt: 1. gegen den Untersbaatssekretär Fr hm. v. Falkenhausen, 2. gegen den Rechtsanwalt Br e- d e r eck, 3. gegen den Kapitänleutnant Lensch, 4. gegen den Pfarrer D. Traub, da nach dem Ergebnis der Vomntersuchung diese An geschuldigten nicht als Urheber oder Führer des hochverräterischen, gegen das Reich gerichteten Unternehmend anzusehen sind. Die vom angeschuldigtm Re- gierungspräfidenlen z. D. v. I a g o to beantragte Einstellung des Verfahrens wird abgelehnt, da nach dem gegeiitoärtigen Stande der Voruntersuchung dieser Angeschuldigte als Miturheber, jedenfalls aber als Führer des hochverräterischen, gegen das Reich .gerichteten Gesamtuntemehmens verdächtig erscheint. Aus diesem Grunde wird der Anttag auf Aufhebung des Haftbefehls oder Erteilung eines freien Geleits abgelehnt."
Der Generalstreik in Stuttgart beendet.
Stuttgart, 3. Sept. (Wolff.) Der Generalstreik ist beendet. Die Arbeit wird am Montag wieder ausgenommen. Eine Betriebsräteversammlung hat die zwist.en Unternehmern und Arbeitern im Beisein der Regierung getroffenen Vereinbarungen noch anzuerkennen. Die Daimlerwerkeblie- ben den Verhandlungen fern. Alle Streikenden und Ausgesperrten, die sich keine schweren Verfehlungen zuschulden kommen ließen^ werden wieder eingestellt. Die Streiktage werden nicht bezahlt. Von letzterer Entscheidung hat die Kommission lediglich Kenntnis genommen. Sie will die Entscheidung der ordentlichen Gerichte und des Landtages herbeiführen.
Stuttgart, 4. Sept. (WTB.) Die Betrieb sräteversammlung nahm gestern abend von den zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern über den Generalstreik im Beisein von Regierungsvertretern getroffenen Vereinbarungen Kenntnis und beschloß, daß morgen in der Betriebsräteversammlung, wozu nur die Betriebsratsmitglieder und je drei Vertreter der SPD., der USP. und der KPD. Zutritt haben, über Annahme oder Ablehnung dieser Vereinbarungen entschieden werden soll.
Ein neuer Ausstand in Leipzig.
L e i p z i g, 3. Sept. (Wolff.) Die Straßenbahner traten, da die Forderungen auf Wiederaufnahme des Betriebes auf den seit einiger Zeit stillgelegten Linien und auf Herabsetzung des Fahrpreises auf 50 Pfennig nicht bewilligt wurden, in den Ausst and.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 4. Sept. 1920.
Wie ftehts mit den Kartoffeln?
Die Landeskartoffelstelle hat ab 1. Sept, oen Erzeugerhöchstpreis für Frühkartoffeln auf 22 Mk. festgesetzt und Zuschläge in Höhe von 2,50 Mk. bewilligt. Am gleichen Tage t die städt. Lebensmitteldeputation denKar- toffelabgabepreis für Gießen auf 30 Mk. festgesetzt. Wie diese Spannung zu rechtfertigen ift, darüber wird sich mancher Hausvater vergeblich den Kopf zerbrochen haben.
Eine Anfrage beim städt. Lebensmittelamt klärt den Sachverhalt wie folgt auf: Da die Stadt den Frühkartoffelbedarf rn der Umgegend von Gießen nicht decken konnte, mußten Kartoffeln aus der Gegend von Magdeburg hergeschafft werden,'die sich bis zur Ankunft auf 35 Mark stellten. Um sie zu diesem Preise abgeben zu können, war bereits ein erheblicher städtischer Zuschuß erforderlich. Durch die Preissenkung auf 30 Mk. sind der Stadt weitere erhebliche Unkosten erwachsen, da sie noch Magdeburger Kartoffeln in Vorrat hat. Schlecht daran war, wer der Aufforderung des Lebessmittelamtes, sich mit Frühkartoffeln einzudecken, schon im August nachkam, denn er bezahlte den Zentner 5 Mk. teurer als ein weniger Besorgter.
Werden wir noch billigere Frühkartoffeln bekommen? Das städt. Lebensmittelamt bezweifelt dies. Selbst wenn der Zentner zu 22 Mk. eingekauft werden kann, so kommt hinzu der von der Landeskartoffelstelle bewilligte Aufschlag von 1 Mark bei Lieferung durch £ie Gemeinde oder den Kommunalverband und 1,50 Mk. für gesackte Kartoffeln frei Keller des Bestellers = 2,50 Mk. Ferner die Provision der landwirtschaftlichen Genossenschaft von 2,50 Mk Zudem ist dem Kartofselhändler für Ausladekosten, Schwund und Risiko eine Vergütung von 6 Mk. zugebilligt, so daß auf dem Zentner Kartoffeln insgesamt 11 Mark Unko sten.ruhen, falls nicht noch größere Bahnspesen hinzukommen. Der Zentner Kartoffeln stellt sich damit auf
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 2. Sept. Ter 52. Verband stag der Erwerbs- und Wirtschaf t s g eno s sen scha ft en für die Provinzen Starkenburg unb Oberhessen setzte heute seine Beratungen fort. In seinem Geschäftsbericht bespricht der Vorsitzende Verbandsdirektor Stesn die Hessische Reg ierungsvevordnung übet die Bilanzierung der Kriegsanleihen, die große Unruhen im Lande hervorgerufen 'fjabe. Dem Verband gehören jetzt 24 Genossenschaften mit 7716 Mitgliedern an. Der Umsatz betrug 379 Millionen, der Reingewinn 276 000, die Dividende durchschnittlich 5,42 Pwz. IN sehr anregenden Vortrag verbreitet sich hieraus Prof. Krüger -Berlin über die wirtschaftlichen Verhältnisse und deren Einfluß auf die Kreditgenossenschaften. Seine Darlegungen gipfelten in oen Schlußfolgerungen, daß es absolut notwendig sei, bei Kreditgewährungen auch bei sog. Millionären größte Vorsrcht zu üben. Tirektor Malz von der Dresdener Bank ist mit den landwirtschaftlichen Genossenschaften der Anschauung, diß lieb der jetzige Geldüberfluß auf dem Lande bald in Geldmangel verwandle, die Kassen sollen sick- daher enffprechend stärken. Als Ort der nächsten Verbandstagung wird Groß-Gerau gemählt. Ueber die Bedeutung, welche die „Steuergesetzgebung" für die Genossenschaften hat, hall hierauf Pws. Tr. Krüger einen sehr lehrreichen Vortrag, in dem er erwähnt, daß die Genossenschaften im allgemeinen bei den neuen Steuern nickt ungünstig abgrschnitten haben. Er weist besonders auf die noch in Aussicht stehende neue sog. Ausgleichs st euer hin, die als neue Blüte zu dem großen Steuerstrauß hinzukommt. Die Steuer soll nach den ihm vor einigen Tagen gewordenen Mitteilungen etwa 60 Prozent der Miete betragen und die Ergebnisse sollen bekanntlich zur Errichtung von Wohnungen benützt weiden. Die Höhe der Steuer llinge zwar phandasttsch, doch sei sie nicht unwahrschemlich. Freilich werde aller» schärfster Widerstand zu erwarten sein. Ob auch eine Zwangsanleihe in Aussicht steht, kann Redner nicht beantworten, sei dies aber der Fall, dann sei bald jeder Deutsche als Steuerbeamter tätig.
Hessen-Nassau.
Der Steuerabzug.
mc. Frankfurt a. M., 3. Sept. Bekanntlich hat der Frankfurter Magistrat den städtischen Arbeitern zur Wgeltung des Steuerabzuges eine lOprozentige Lo hnerhöh ung gewahrt unb will diese auch den Angestellten und Beamten zukommen lassen, wenn für die nötige Deckung gesorgt wird. Dieses Vorgehen hat nun aber toebzt die Billigung des preußischen Ministeriums des Innern rwch des Reichsfinanzministeriums gefunden. In einem Erlaß an die Ober- Präsidenten macht der Minister des Innern ausdrücklich daaruf aufmerksam, daß er das Vorgehen des Frankfurter Magistrats mißbilligt. Gleichzeitig ist an den Magistrat die Aufforderung gelangt die Mehrzählung auf die Löhne, wenn möglich, wieder rückgängig zu machen.
mc. Frankfurta. M., 3. Sept. Die Frankfurter Gastwirtschaftsangestellten sind rn eine Lohnbewegung emgetreten. Sie verlangen feste Entlohnung vom Arbeitgeber und Abschaffung des lOpmzentigen Aufschlages auf die Zeche. Tie neuerlichen Folgerungen hängen mit dem Nachlassen des Gasthausbesuches durch das Publikum zusammen, der als Folge die Minderung der Trinkgeldereinnahmen zeitigte.
Die Unruhen in Frankfurt.
mc. Frankfurt a. M., 3. Sept Der Hauptbahn Hof war heute vormittag von einer Hundertschaft Sicherheitspolizei besetzt, da die Erwerbslosen am Donnerstag abenb erklärt hatten, sie würden keinen der von auswärts kommenden Arbeiter an seine Arbeitsstelle lassen, vielmehr selbst die Arbeitsplätze entnehmen. Alle einlaufenden Züge standen unter starkem polizeilichem Schutz. So ist es denn auch zu Zwischenfällen nicht gekommen. Einige Menschenansammlungen wurden durch Zureden leicht zerstteut.
Terrorismus in Hanau.
Hanau, 3. Sept. Ter Terrorismus eines Teiles rmseres Volksgenossen gäbt soweit, daß sie nicht einmal im Angesicht des Todes ihrem eg>- isttschen Fanatismus Halt gebieten. Am Montag nachmittag sollte ein etwa 7 Jahre altes Kind einer hiesigen Familie beigesetzt werden. Tie Friedhofsarbeiter streiken, es wagte niemand, den Grabhügel zu schaufeln, so vrß schließlich der Vater und der Bruder des Kindes mit Unterstützung einiger Leidtragender das Kind in seine letzte Ruhestätte betten mußten. Diese durch den Terror erzwungene Selbsthilfe machte auf die hinzu genommenen Friedhofsbesucher einen erschütternden Eindruck, dem auch der Geistliche mit den Worten Ausdruck gab, daß ihm in seiner langjährigen Tätigkeit noch nie vorgekommen sei, daß ein Vater seinem eigenen Kinde das Grab schm- feln mußte. Er habe im Felde manchen gefallenen Feind bestattet, denen tue Kameraden den Grabhügel geschmückt hätten, denn vor der Majestät des Todes wäre damals für den Deutschen der Feind nicht mehr Feind, sondern der M enf ch gewefen, heute schienen andere Begriffe vorherrscheno zu [em. — Soweit geht schon die Selbstzerfleischung des deutschen Voltes. — Ein Lichtblick leuchtet in dieses Grau unserer Zeit. Die Teckprische Nothilfe bat es ermöglicht, daß durch den Einsatz von acht Nothelfern die Bestattung der Gestorbenen erfolgt


