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Timg bereit b'm Landtag: über den, Vermögen» der Landes-Mild»- und Bettstelle, feer Landes

reise".

DSettcrvorauSsage fürSamstag:

Trüb und regnerisch, Temperaturen um null Grad, westliche Winde.

Die Wetterlage hat sich nicht wesentlich verändert. Es ist daher mit Fortdauer der bestehenden Witterung zu rechnen.

stell?, der Landes Kattoffel?el!e, sowie der Lan^es- Obststelle Auskunft xu erteilen und anMaeben, welcke Verwendung dieser Mittel beabfidVnt ist? Ist die Negierung ferner bereit, bei der Beschluß- fassuirg über deren Ver-^endung die Mitwirkung deS Lmidtags herbeizuführen?

In der Negierungsantwort heißt es u. a : Sämtliche dein Landesernührungsamt unter­stellte Land'ssteslen und Armn^malberbünde haben eing-hcnde^A'f^ellunge^' über ibre m'genslage «gegeben, ftc haben dabei auch über die bisherige Art und Weise der Bewirtschaftung auf dem be­treffenden Gebiet be ichtet: diests amtliche Ma­terial wurde vervielfältigt und den einzelnen Mit­pli d?rn des Land's-Ernährrmgs-Beirats zur Ber- füg'mg gestellt Das Material über die Organi- sotian, die Tätigkeit und di? finanziellen. Verhält- nis'c der Landesstellen imd Konrrmmast-erbande soll demnächst einer eingehenden Beratung im Er- nährunaSbeirat unterzogen werden, insbesondere ist beabsichtigt, dast eine Nachprüfung der) Geschäfts­führung durch Mitglieder des Ernährungsbeirats und durch foiem verpflichtete SackwerftSndige er­folgen soll. Durch diese vom Parlamentarismen Beirat des Landesernährungsamtes in Aussicht aewmmene Nachprüfung der Geschäftsführung und durch die hierbei selbstverständlich auch zur Er­örterung gelangende Frage über die demnächstig« Vevioendung der den einzelnen Landesstellen und Zkommimalverbänden zur Verfüsunp stehenden veberschüsse wird den in der Frage mebmrtegtcn Wünschen entsprochen werden, daß der Landtag bei der BestlMustfassung über die Verwendung mit» tzuwirken berufen ist.

Abg. Hofmann (Str) wünscht Klarheit dar­über, was bei den einzelnen BewirtstlZaftunas- stellen nach Abzug aller Kosten verdient wurde und welche Verwendung die Ueberschüsse gefunden baden. DerLan^tag müsse mich bei derVerwendung meser Ueberschüsse mitbestnnmen.

Abg. Fenchel (H. Bp.) bittet dringend. Auf- Närung zu schaffen, wie die Ueberschüsse zustande kamen, und wo sie geblieben sind. Die Kommission, die schon lange dazu gewählt wurde, müsse endlich in Ak ion treten.

Abg. Engelmann (Soz.) . versteht den Standchinkt des Vorredners nicht. Der Kvm- mis'ion (ErnäbrungsbeirM, der auch Herr Fen­chel anaehört. s!no ganz genaue Berichte mit den gewünschten Zahlen zugegang'n. Ueber die Ver­wendung der Mittel spricht sich die Regierungs- antwort genügend aus Man sollte es dabei be­wenden las'en, und nicht immer neue Beunruhi­gungen Hervorrufen.

Abg. Loos (Dem.) unterstützt die Forde­rungen des Abg. Hofmann.

Präsident Neumann stellt fest, baß auch Herr Loos Mitglied deS ErnährungÄeiratS ist, dem die ganz genauen Zahlen schon seit längerem ziigeaangen füti). Damit schließt die Be­sprechung.

Eine Reihe weiterer Vorstellungen und An­fragen wird ohne Aussprache erledigt.

Zwölf verschiedene Vorstellungen haben die Versewmg verschiedener Orte in eine andere Ser- visllas'e zum Gegenstand. Abg. Eißnert als Berichterstatter weist unter anderem drrauf hin, daß die Regelung dieser Gesuche Sache des Reiches ist Und vom Reiche auch bereits in die Wege ge­leitet wurde. Der Ausschuß beantragt demgemäß die Vorstellung für erledigt zu erllären.

In der Besprechung treten die Abgg Roß, Zilch, Schorn, Loos, Herbert und So- Herr für die von ihnen vertretenen Bezirke ein. Der Ausschußantvag wird angenommen.

der Regierung, in der bargelegt wird, welch? Maß- nafnmm behördlicherseits bereits ergriffen wurden, vom 'Msschuß Erledigterklärnug beantragt. (Be­richterstatter Frau Abg. Balser.)

Abg. Frau Hattemer (Ztr.): Der Antrag .ist zwar alt, aber auch heute noch aktuell. Der Einfuhr von kondensierter Milch werden aber Lauernd noch Schwierigkeiten gemacht. Es muß unbedingt etwas geschehen, um für Kindernahrung zu sorgen.

Abg. Frau Steinhäuser (So».): Das Schlimmste ist die Forderung der Wiedergut- machlmg, noch 800 000 Milchkühe abzuliefern. Dem muß entgegengearbeitet werden. Auch die Woh- nungsnot muß behoben werden.

Al^ Frau B i e r a u (D. Vp.): Ich binüber* zeugt, daß alle Mitglieder des Hauses mit diesem Antrag einiggehen. Die Forderung der Ablie- fermrg von Milchkühen ist ein Verbrechen am Volke, gegen das alle Deutschen entschieden pro- teskkeren müßten.

Staatspräsident Ulrich: Ich möchte nur er­klären, daß wir durchaus auf dem Boden der Ans- sührwigen stehen bi? hier in dieser Frage gemacht hrittben. Wir sind der Meinung, daß, alles ge­schehen muß. üm der furchtbaren Not unserer Kin­der steuern. Was an uns liegt, wird sicher ?:cschehen, sowohl im Lande, als auch im Reich, owcit wir hier Einfluß, haben. Der Ausschuß^ ontrag wird angenommen.

Eine dringliche Anftage der Abgg. Herbert, Hofmann u. Gen., betreffend die Ueberschüsse aus der Zwangswirtschaft, lautet: Ist dre Regie-

** Amtliche Perfonvlnachrichten. Uebertragen wurde endgültig am 21. November dem Lehrer Karl Cunz die Lehrerstelle an der Volksschule zu Stumpertenrod, Streß Schotten. Uebertragen wurde am 25. November dem Lehrer Hemrick Jäger zu Fauerbach, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Bollsschule zu Schotten.

* Züricher Devisenmarkt. Wir bringen von heute ab eine sehr wertvolle Bereicherung unseres Handels­teils, inbem wir die in Zürich zwischen 9 und 11 Uhr vormittags festgesetzten De­visennotierungen, die für den inter­nationalen Devisenhandel von außerordent­licher Bedeutung sind, schon in der wenige Stunden später erscheinenden Ausgabe un­seres Blattes veröffentlichen.

♦♦ Wäschediebstahl. Aus einer hie­sigen Trockenhalle wurde folgende Wäsche ge­stohlen: 2 weiße Herrenhemden, 1 weißes Da­masttischtuch, 1 weißes Bettuch, 1 rosa Herren­unterjacke, 3 weiße Servietten, 1 weißer Un­terrock, 1 graue und 1 hellgelbe Herren­unterhose. Dor Ankauf wird gewarnt.

** Hermann Hoffmann-Ged Scht- niSvorträge. Die für den 7. und 14. Dez. in der neuen Aula der Universität geplanten Vor­

Zu der Regierungsvorlage, betreffend Er- gänzungsbauten der Dienstraume des PolrzeiamtS Gießen, beantragt der Ausschuß, die Regierung zu ermächtigen, die not- nendigen Arbeiten alsbald Herstellen zu lassen und die erfvroettichen Mittel in dm nächsten Etat einzustellen. Das HauS nimmt von diesem Be­schluß des Ausschusses Kenntnis. (Nach der n e u e n Geschäftsordnung finbet eine 5

fassung des Hauses über Gegenstände dieser Art nicht mehr statt, wenn der Ausschuß seinen An­trag einstimmig gefaßt hat.) __ _ ..

Ein dringlicher Antrag des Abg Lang, bte Steuerhinterziehung betreffend, ersucht die Regierung beim Reich Schritte zu unterneh­men, daß in Stürze andere Za'lmvgsmittel geschaffen und das derzeitige Geld alsbald umzutauschcn, um die Kapitalverschicbungen' und in Verbindung da­mit die Stauerhirrterziehung zu unterbnwen. Abg. Eißnert (Soz.) beantragt als Wusschußbettcht- erstatter hierM, die Regierung möge die An­regungen des Abg. Lang prüsen und der Reichs- vegievung gegebenenfalls zur Einleitung weiterer Schritte als Material zu übergeben.

Abg. Lang (Soz.) gibt eine eingehende Be­gründung seines Antrages und erwähnt dabei, daß nach Schätzungen und Feststellungen des Geh. Finanzrat Bastian allein die Landwirte 40 Mil­liarden Papiergeld in ihren Truhen aufbewahren. (Hört, hört!) Hier kann nur eine Abstempelung des Geldes bzw. eine Ungültigkeitserklärung nach entsprechender Frist Hilfe schaffen, und die Steuer- hinter»ieher erfassen. Die Schwierigkeiten werdm natürlich nickt verkannt, aber nur auf diesem Wege sei es möglich, die Steuern und vor allem das Nvt- opfer in richtiger Höhe zu erhalten

Abg. Klingspor (D. Bp.): Es ist durchaus zu begrüßen, wenn verlangt wird, gegen Wucherer und Schier Vvrzugel)en, man bart aber nicht allein die Geldschieber, sondern muß auch die Waren­schieber zu fassen suchen. Mit neuen Steuern sollte man hingegen vorsichtig sein, wenn nicht das ganze Wirtschaftsleben znsammenbrechen soll.

Finanzmrnister Henrich: Das Problem des Notenumtausches wird schon seit über Jahresfrist erörtert. Es wäre besser gewesen, gar nicht darüber zu sprechm, sondern zu handeln. Jetzt ist die Wir­kung illusorftch gemacht. Außer an den technisck)en Schwierigkeiten scheitern alle derartigen Maßnah­men auch an der Stellungnahme des Auslandes.

Nach weiterer kurzer Debatte wird die Sitzung auf Freitag, 9 Uhr, vertragt. Schluß nach i/82 Uhr.

Aus StaM «nd Land.

Gießen, den 3. Tez. 1920

Veranstaltungen.

Freitag: Stadttheater, 8 Uhr, Beet- hoverckonzert des Orchesters des hessischen Landestheaters. Markussaal, 8 Uhr, Vor- ttagsabend bet vollskirchlichen Arbeits­gemeinschaft. Cafe Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Chiemseer. Lichtspiel­haus,Prinzessin Tatjana" undDie Toch­ter des Dschungels". Lichtspiele, Selters­weg,Der Mann auf der Flasche",Der ge­heimnisvolle Brieföffner" undRolfs Ferien-

sstand !-Eier-

Gießener Theaterverein.

Der fliegende HollSn^er.

Romantisch? Oper in 3 Akten ton Richard Wagner.

Mit Ungeduld haben wir diesmal bat Darm­städter Gästen entgegeng.'fehen, nachdem un-j lyr Besuch bereits für den November zugesagt war. Was lange währte, ist auch diesmal roieber gut geworden. Die Ausführung desHolländers" stand nicht nur auf der Höhe der früheren, sondern sie übertraf sie in mancher Beziehung. Die Haupt­rollen des Holländers und der Senta lagen in denselben Händen wie damals. Aber es schien uns, als seien die Darsteller, Herr Bischoff und Frau Hesse, noch gewachsen. Nicht nur kamen ihre mächtigen Stimmittel zur vollsten Geltung, vor allem war die Auffassung derartig vergeistigt, daß man förmlich in ihrem Bann stand und das Urteil nicht zu gewagt erscheint, daß die Wiedergabe der großen Szene im zweiten Akt nickt leicht übertroffen werden kann. Die übrigen Rollen waren, abgesehen von Fraulein L i e b e l s Mary, anders befe&t, was zu inter­essanten Vergleichen Anlaß gab. Kein Zweifel, daß des Frankfurters Bischoff Erik echeblich über dem des Herrn Globerger stand, mochte auch seine Figur den Sanger nicht sonderlich unter» stützen. Umgekehrt vermochte Herr Siegfried als Steuermann das Andenken an die köstliche Stimme Elschners nicht zu verwischen, woraus dem Sänger aber kein Vorwurf erwachen soll, denn seine Leistung war durchaus achtenswert. Herr Kubn gestaltete den Dalond sehr eindrucksvoll

I tote mir schien, arbeitete er den Buffocharakter stärker heraus als Schlembach. Seme schöne Stimme kam gut zur Geltung. Endlich muß des Diri­genten, Herrn Wagner, besonders gedacht wer­den, der mit ausgezeichneter Frisch: den Chor der Spinnerinnen ragm er leöLnfter als Bal- lmg seine Scharen leitete und mit diesem wesentlich zum guten Gelingen der in jedem Be­tracht ausgezeichneten Vorstellung beitrug. Kr.

Rabinvranath Togo re:

Der König der dunklen Kammer." Frankfurter Uraufführung.

tt. Frankfurt, 2. Dez.

Die Uraufführung von Rabindvanath Tagvres BühnenspielDer König der dunklen Kammer" wurde zum Ehrenabend für das FranffutterSchau- spielhaus. Richard Weicherts Jnszenierunas- hmst, umfassend im Kleinen und zugleich die großen Linien wahrend, feiert: ihren Triumph: die Fülle der geschauten Bilder, in ihrer plastischen Ein­prägsamkeit, in der Farbenpracht und Bewegung, befugten den hohen Geschmack und den t-ef ein- dringenden Kunstsinn des neuen Bühnenleiters. Dabei war mit geringen Mitteln außerordentliches errncht: das Geheimnis dieses Erfol'e? l ich Be­leuchtung und Farbenstimmung. Dam schauspiele­rische Lcistunaen, die insgesamt hohes erstrebten und in Der führenden Rolle ihre Krönung sanden: Ftttta BredS ftönyyin, bildhaft m jeber Ge­bärde. von wundervollem AnZdr-ucksreichtum, ein I suchender Mensch in seinem dunkeln Drange.

träge von UnkversitätS-Professor Dr. Küster und Gatteninspektor Rehnelt sind dem Gedächtnis des früheren Botanikers unserer Universität Her­mann Hoffmann gewidmet. Sie rufen das Andenken an einen hervorragenden Vertreter un­serer Universität, einen anregenden, erfolgreichen und von fernen SckMern tbodjbereljrten Lehrer in die Erimrerung zurück. ©d>on mit 9 Jahren kam er tyier nach Gießen und unsere Stadt ist tlym zur zweiten öetniat geworden. Er besuciste das hiesige Gymnasium und bezog 1837 untere Uni­versität. 1842 ließ er sich als praktischer Arzt und zugleich als Privatdozeut nteber. Ta thm bie Medizin auf die Dauer nicht zusagte, wandte er sich, stiner Neigung folgenb, der Botanik zu. 1848 wurde er außerordentlicher, 1852 orv-ntlicher Professor der Botanik, als welcher er bis zu fernem Tode int Jahre 1891 an unserer Universität wirkte. 18541857 erteilte er nebenbei den botanrfchen Unterricht an unserer Realschule. Ihm verdanken wtr die zweckentsprechende Ausgestaltung unseres schönen kwlanischen Gartens, den er in Itebens- würtnger Weise stets auch weiteren Greifen zu­gänglich machte. Wissenschaftlich war er zunächst hervorragend tätig als Pilzforscher, und ferne Untersuchmtgen über die Bakterien haben bte spä­teren großen Erfolge auf diesem Gebiete wirksam vorbereiten heften. Tausende von Pflanzenzucht­versuchen galten weiter der Frage nach dem Wert an Spezies und Varietät und sanden später durch bie Lehre Tenzins ihre Bestättgung. Sein Haup^ gebiet aber war die Verbreitung der Pfanzen und bie Erforschung ber sie bedingenden Ursachen. Er war wohi 'unstreitig der beste Kenner der Flora bes Mittelrheingebrets, bte er auf zahlreichen Wan­derungen eingchend studierte. Dadurch wurde er auch aus die Pslan^enphänvlogie grfühtt. Er sckuf ein mustergültiges Sck»rma für regelmäßige Beobachtungen des Pflanzenlebens im Laufe des Jahres und grifcnfcete zahlreiche phänologische Be-- obachtungsstationen. die sich über ganz Deutsch­land verteilten. Zahlreiche Berichte der Oberhess. GesellsckMft für Natur- und Heilkunde zeugen von seiner rastlosen Tätigkeit. Seme Beschäftigung mit der Pflanzenwelt und ihren Lebensbedingungen trug ihm Den stlamen , Blumen-Hoffmann" ein und als solcher lebt er auch im Anoenken seiner vielen Freunde und den zahlreichen seiner Schüler von hier weiter. Zu seinem lOOjäfjrÜTcn Geburtstag am 22. April 1919 war die Enthüllung einer Ge­denktafel für ihn geplant; sie mußte aber infolge des Krieges zurückgeftellt werden. Infolge der un- gel)euer gestiegenen Unkosten reichen die vorchaw- denen Gelber letzt nicht mehr aus. Der Rein­ertrag ber beiden Borttäge foli deshalb bte)em Fonds zugewiesen werden. Ein guter Besuch und reicher Erfolg ist ihnen daher von Herzen zu wünschen.

* Freibank. SamStag, 4. Dezember, findet Fleischverkaus von 1 Uhr mittags statt.

** Berichtigung. In den gestiigen Mit­teilungen aus bem Stadttheaterbureau muß es heißen, baß bie 9. Vorstellung int Freitags- Abonnement des Sinfoniekonzettes wegen auf Samstag den 4. Dez. abends 7 Uhr verlegt werden wird.

** Die Kaninchenzuchtvereine Hessen- erstreben zur Zeit eine einheitlich? Or­ganisation, um die kleinen und kleinsten-Verbände, die firfc. besonders in Starkenburg und Rheinhessen befinden, in einem hes tschen Landesverband zu vereinigen. Es sand bereits im Ministettum eine Besprechimg mit den Vorständen der Verbände statt mtb nädfften Sonntay Persammeln sich die Ver­treter der Verbände tn Darmstadt, um den Zu­sammenschluß endgÄltig zu bespreckmt und zu regeln. Es wäre im Interesse der Kleintierzucht sehr zu wünsck»en, daß endlich bie kleinen Verbänd- chen sich bent großen Landesverband anschließen würden, ber allein von der Regierung anerkannt und unterstützt wird.

* I m Stadtmisfionssaal- berftr. 14, wird am Sonntag und Mon­tag bis Mittwoch Prediger Heitmüller aus Hamburg über das Thema: Die Toten und das Jenseits sprechen.

* Kammervirtuos L. Kümmel auö Wieseck, der mit dem Darmstädter Or­chester augenblicklich In Gießen weilt, hatte, wie wir mitzuteilen gebeten werden, kürzlich in einem Konzert in Darmstadt einen großen Erfolg, der auch in der Presse seinen Wider­hall fand.

Landkreis Gießen. GemrinderatSsitzung.

a. Hungen, 30 Nov In der Gemeinde- ratSsttzung vom 29. November wurde bte An­pflanzung von Eschen an den in Betracht kommen­ten Plätzen im Walde befürwottct. Wegen des Armenh lzes soll in einer späteren Sitzung noch­mals beraten wecken, da außer an die bisherigen Un'erf(fl;ung6beblrfthen auch, gettifirrmaf.en als Ehrengabe der ©habt, an beoürftige Kriegerlvitwen, sowie an andere Personen, die mit Schwierigkeiten der Lebenshaltung zu kärnp'en haben, ein erhöhter Nachlaß auf Brennholz gewährt werden soll; es toiib eine biesbezügliche Liste aufgestellt. Für

die dritte Nachtwächterstelle wird beschloffen de» einrigen Bewerber als Hilfswächter anzunehmen. Das geforderte Gehalt wirb bei Voraussetzung orkmingsmäßigen Dienstes als zu gering erachttt unb nach bem Vorschlag ber Finanzkommission festgesetzt: zugleich werden bie Bezüge Der bishwi- gen Nachtwächter entsprechenb geregelt. Die Ein­teilung ber Nachtwache wird dahin geänbert, daß mgleich zwei Mann Außendienst tun, sodann wird bte Dienstzeit im allgemeinen festgesetzt. Die Nacht­wache wird mit Wagen ausgerüstet. Die Kosten für die Benutzung der hiesigen Badeanstalt wecke« neu festgesetzt, und zwar kostet ein Wannenbad 2 Mark, Brausebad 1,50 Mk., Kinderschulbad frei Das Hungener Bad im Schulhause wird als mustergültig beurteilt. Das Gehalt der Schul« bienerin wirb neu geregelt, rückwirkend vom 1. April b. I. Zur Organistenfrage liegt ein Vertragsentwurf ber Organistenvereinigung bes Kreises Gießen vor, der einer eingehenden Kritik unterzogen wird. Die Kirchen gemeinde kann die tn bem Vertrage für Ausübung-tzes Organisten- bienstes geforberle Summe nicht bezahlen, da bie .Kirche kein Vermögen hat. Sie muß mit ber Mehr- fockerung ber Organisten an bie politische Ge- meinbe ^erantreten, somit hat sich ber Gemeiuoerat mit ber Frage z-u befassen. In der Aussprache mit einem anwesenden Organisten ergibt sich, daß oic Organisten von ihrer Fockerung nicht abgehen. Damit ist eine Verhandlung in der Frage zwecklos. Bei Entgegenkommen der Organisten 1)3tte auch auf Entgegenkommen des Gemttnderats gerechnet wecken können. Die Belastungen der politischen Gemeinde f'im bereits groß, neue größere seien zu erwarten; ber Organistendienst könne als Neben­beruf angesehen werden, die Organisten (Lehrer) seien aber mit ihren derzeitigen Gehaltsverhält­nissen der Zeit entsprechend versorgt. Der Ver­tragsentwurf der Organistenvercinigung sieht eine Uebergangszeit vor, der Gemeinderat bat sich deshalb zunächst mit ber Forderung für diese Zeit zu befassen. Das bishettge Gehalt des Organisten betrug 300 Mk., ber Kirchmvorstand hat durch Vereinbarung mit den Organisten eine bis zum 1. April 1921 laufende Gehaltserhöhung auf 1000 Mark pro Jahr festgesetzt, so daß die Gemeinde den Mehrbetrag von 700 Mk. zu bewilligen hätte. Die Abstimmung erfolgt geheim. Es sind 9 Stim­men dafür, 3 dagegen bei 1 Stimmenthaltung. Die Abstimmung über die Vettragsforderimg (die nach der Uebergangszeit in Kraft treten soll) er­gibt: 12 Stimmen dagegen, 1 txfür, 1 Stimment­haltung. Die Festsetzung des Wassergeldes wirb der Wasserkommission überwiesen. Die Finanz- kommisiion hat sich für die Einführung der Vcr« gnügiin^ssteuer ausgesprochen, die ja auch regic» ramgsseitig porgeschtieben ist. Der Gemeinderat beschließt die Einführung der Vergnügungssteuer. Die Sätze der Besteuerung sind erheblich und werden nach Genehmigung ter vorgesetzten Be­hörde veröffentlicht. Die Billettsteuer soll später beraten wecken, da Vorbedingung ist, daß hierzu eine diesbezügliche Ortssatzung festgelegt wird. Es liegt ein Gesuch vor um pachtweise Ablassung tron Gemeindegelände zur Bsoittschaftung als Ge­müseland. Die Gemeinde läßt ein Grundstück, da- vorher parzclliett wick, demnächst zur öffentlichen Verpachtung kommen. Einem Gesuch der Bu- derusschen Eisenwerke um Freigabe von Hintek- (egungen gegen Sperrung von Kttegsanleihe bei einer Bank Wick entsprochen. Dem Sportverein Hungen wird auf ein Gesuch um Ü berlassung eigneten Gebindes als Sportplatz mitgetrift, daß bie Gemeinbe nicht in ber Lage sei, anbered 0t* lande als den Galgenberg für biesen Zweck zur Versüming zu stellen. Die gebrauchs'ähige Herstel­lung des von dem Verein geivün schien Geländes sei mit zur Zeit unbestreitbaren Kosten verknüpft, während über sonstiges Kulturland, worüber übri­gens Pachtverträge bestehen, die Gemeinde nicht verfügen kann. Das Wiegegelb bei der Ge­rn eindeviehwage wirb erhöht.

-m. Lich, 2. Dez. Ein guter gelang am Dienstag ber Genbarmerie tn ber Mühle eines benachbarten Ortes. Ein bort seit einiger Zeit bebiensteter Knecht hatte in seiner Abwesenheit einen Brief erhallen, den sein Herr, da er ihm verdächtig vorkam, öffnete. In bem Brief würbe dem Knecht mitgeteilt, baß man an bestimmtem Tag und Stunbe bie Absicht habe, ber Mühle einen Besuch abzustatten, um sie auszurauben. Er solle beshalb für Beseitigung ber Hunde sor­gen. Der Müller benachrichtigte nun drei Gendarmen und diese postierten sich mit noch einigen Männern des Ortes an verdeckter Stelle innerhalb der Mühle. Dann wurden bie Hunde beseitigt, aber auch ber Knecht. Zur bestimmten Stunbe fuhr benn auch ein Automobil mit 5 Insassen an der Mühle vor. Man ließ sie ruhig in bie Mühle einbringen unb es gelang, alle 5 Einbrecher zu verhaften unb in sick>ern Gewahrsam zu bringen. Der Chauffeur hatte jedoch die Sache gemerkt und konnte sich rechtzeitig mit dem Auto aus dem Staube machen.

Das Werk des indischen Dieters (bie Ueber- setzung stammt von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer) ist ein religiöi'eS und mensch!iches Bc- Veumtnis, ist ein Lehrgedicht, bas unier bem deutlichen Einfluß der indischen G'au'enssätze den Weg zum Göttlichen in einer symbolisch zu fassenden Handlung bartut:Der König der dunklen Kammer", Gott, das Evle, das Prinzip bes Guten will, daß, wer ihm nabt, zuvor alle Akußerlickkeiten des Lebens, Tand, Begierden, Allzumensch iches abgelegt unb ül-erwunden hat; nur die reine, selbstlos ergebene Demut führt zu der mystischen Erhebung und zum höchsten Glücks- gefühl, demSelig werden im Glauben". Es sind m den 19 Bildern zwei Personen, die durch Prü­fung geläutert werden: ber.nia Kanft'chi, dessen Wandlung nut gestreift wird, und die Königin Sudarschana, die Gemahlin desKönigs ber dunklen Kammer". Ihr Leidensweg von Prunk­sucht unb Sckönheitsliebe zur frommen Selbst- bescheidung gibt den Grundklana der Dichtung, ihre innere Vollendung das Ziel ber Handlung. Eine Dichtung ist es, kein Drama; wie in den alt» indischen Märchensvielen treten Gestalten in großer Fülle unb Buntheit auf, werden Motive ange­schlagen, ohne weiter zu erklingen. DaS Sym­bolische überwuchert oft den reinen Märchengehalt, unb so rechtgegenstänblich" ist bas ^allzu aus- ^"txnrnenc" Werk nicht geraten. Un3 Äbenblänber mag manches ftemb anmuten, aber ber reine ethische unb künstlerische Wille leuchtet durch.

Die Teilnahme bes Publikums entsprach ber hervorragenden Aufführung. Am Sihluß wurden

bie Darsteller vielmals hervorgerufen, mit ihn« Ludwig Sievert, dessen Entwürfen bte Bübneiv bilder xu danken waren, und der Spielleiter Richard Weichert: dieser versprach in kurzen Motten, bem indischen Dichter bie begeisterte Auftiahoe seines Werkes mdben zu wollen.

Kunst und Kritik. Eine DeleidigmiA klage des SchttftstellerS unb Kunstkritikers £ M ichel-Darmstabt gegen den bekannten Main Prof. Adolf Beyer würbe unter lebhaftem M- brana van kunstinteressiertem Publikum pur dew Schöffengericht Darmstadt verhandelt. Michel ha» in ber Nummer 76 bes hiesigen ^Volksireunv eine Anzahl Werke Beyers in ber hteftgen Slumr* aussdellung ziemlich fdxtrf verutteilt unb dabei Anschauung vertreten, baß bie zur Ausstellung brachten Werke bes Malers eher zum Geldver- bienen, als zur Hebung wahrer Kunst seien. Der hierüber beleidigte Maler warf mm in einem sehr herabsetzenden Briefe bem #nht« u. a. tenbentiöfe Unwahrhastigkcit, bösarttge Enp stellung, Hekartikel usw. vor. Der Beklagte w streitet, in seiner Kritik bas erlaubte Maß dn Sachlickleit überschritten zu haben. Es wurde u. a. festgestellt, baß M. in feiner Kritik auch vo» namhaften Größen wie Lenbach usw. ntmt v1} mache. Von einer Kritik roiber besseres Wissen könne keine Rebe fein. Das Gericht ve^ zichtete auf bie Vernehmung einer Reih? llcladene Künstler unb <5ad)0erftänbiger und verurteun Beyer zu einer Geldstrafe von 300 Mk

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gekroch geführt. Ä öenn m versorgte tz JMo Siebe,

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^mittag.