Einzelbild herunterladen

in

mu

solch niedriger Sim

ikrruMu

inrme-r wieder nur btt Schrift ein. Tas Bavock mit feinen SdjtrwrMn und '-Armierungen formt die grtifdxnt fettem zu ganz frttarren «Mta'tungrn

Das Rasiermesser.

Eine Fabel von Leonardo da Vinci.

Lolsteis Aruchrei Lohiicn, do.

do. n' ßrbfen,

Ko:

Erbsen, ( do. i

Linien, ki do. n

um, und im Rokoko en barten die Schriftzeichen immer mehr in ftoferifdten Windungen und Schwünamt. Ter Zklassi-i-mus bringt dann eme ganz tinfarfje Schrift, die irfid^em und ärmlich nrirft, und int 19 Jahrhundert macht sich das vollständige Fehlen eines Stils auch in der Schrift bcmertoar. Die Reformen in dieser Hinsicht setzen erst am Ausgang des Jahrhundetts ein und haben unfarr Zeit schöne Früchte gezcitigt.

gn.Eschw< hrttn Dorse W k der infolge freier Zeit vo k:ie Metzger £ kuntgtrelttrn, jenattiam ein M Riegern trage an den «nie fäuß). C u|? ssm zwe H die sie tet V Zustand ist Machte zu ent| «t [, tötei Pirn Kopf.

Leonardo bat in der unerschöpflichen Fülle seiner Auszeichnungen auch einige Erzählungen hinterlassen, von denen Kurt Zoege von Manteusfel in den schönen, von ihm im Verlag von Hugo Schmidt, Mün­chen herauSgeyebenenKunstbrevier" über den Meister einige Proben mitteilt. Eine Fabel sei hier totebergegeben.

Tas Rasiermesser kam eines Tages aus der Handhabe heraus, die ihm als Scheide dient, stellte sich in die Sonne und sah diese sich auf seinen Leib spiegeln. Tadurch wurde es sehr stolz, begann zu überlegen und sagte zu sich: soll ich wirklich wieder in die Bude zurückkehren, die ich soeben verlassen habe? Sicherlich nicht: da seien die Götter vor. r ' * v' ......

**, P reis au shana. Von vielen Ge­schäftsinhabern wird, trotz der im Amtsverkündi­gungsblatt 92r. 144 erlassenen Bekanntmachung, es unterlassen, an zum Verkauf bestimmten Lebens­rnitteln und Gegenständen des notwendigen Le­bensbedarfs die Verkaufspreise in deutlich sicht­barer Weise anzubringen, sowie auch alle der­artigen in den Schaufenstern ausgestellten Waren mit Preisen auszuzeichnen. Es wird daher an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß in der näch­sten Zeit Revisionen vorgenommen und Nichtbeob­achtungen zur Anzeige gebracht werden.

** Handwerkerverfammlung. Am Mittwoch den 27. Oktober 1920 fand int Saale

Tageslicht sti^g und aus ferner Scheide bervorM« da bemerkte es, daß es wie eine rostige Säge aiß* sah und daß seine Haut nicht mehr in der Son« glänzte. Zu spät bereute es den nicht wieder kft- zu machenden Schaden und sagte zu sich: Jffii wie viel besser wäre es gewesen in der Hand bw Barbiers, meine nun verlorene schöne und schrmN Schneide zu üben! Wohin ist jetzt meine, gläju zende Oberfläche? Sicher hat sie der böse um häßliche Rost zerfressen."

Solches geschieht den Köpfen, die die TM* leit mit dem Nichtstun vertauschen. Sie oerfiery wie jenes Rasiermesser die Schärfe ihres Stifte - und der Rost der Unwissenheit zerstört sie.

Frankfurter Thoater.

Die 92eue Theater-Aktienaetell-chaft rrfnej jj ihrem Voranschlag für das Theate-jahr 1920/^ mit einem Zuschuß der Stadt von 3 492 400 wj für das Opernhaus und 1 597 690 Mk. für do» Schauspielhaus, yu'ammen 5 Milno'en Im städtischen Etat sind außer dem vertrag mäßigen Zuschuß von 800000 Mk. noch 4 290 Owl Mark als widerruflicher Zuscftrß vyrge'ehen. zwei Voranschläge decken sich also. Ob aber sm lich in dieser WeiseNull von Null MifsM-hto das läßt sich vorerst nicht sagen. Der Ertrag o Lustbarkeitssteuer in beiden Theatern te* läuft sich 1919/29 ans 793 589 Mk.

Unter der Direktion des Herrn HelI vom Neuen Theater wird das ftührre Komö r^' Haus auf der ehemaligen Neuen Znl am l.W" als Frankfu rter Kammerspiele cro fn^ Das Theater fort in erster Linie für die werklaftM Bevölkerung Frankfurts bestimmt sein, --t Anzahl der Plätze wird den Gewerkschasten gegm ein geringes Entgelt zur Berfs^-m^ peftellr.

, daß so herrliche Schönheit sich zu Sinnesart bekenne, welcher Wahn­sinn wäre es, wenn ich mich herabließe, die ein» geseiften Bärte der rohen Bauern zu schaben und ein gemeines Handwerk zu üben? Ist dieser Kör­per zu solchem Werl bestimmt? Nein, sicher nicht. Ich werde mich an einen versteckten Ort zurück- ziehen und dort in behaglicher Ruhe mein Leben verbringen. So verbrachte es mehrere Monate in seinem Versteck. Als es eines Tages wieder ans

Der KunitftH der Schrift.

Die Verschiedenheit der Schrift bei den ein­zelnen Völlom »tnd in den mannigfachen Kultur- epockten der Ge'tochte ist ein bereites Zeugnis für das geheimnisvolle Walten der Massenseele, ftie sich in allen historischen Aeußerungen yffewbart. Ein geistvolles Buch von Matthias Mieses hat kürzlich dieGesetze der Schriftgeschichte" in ben Glaubensbekenntnissen auszeigen wollen, unter i.'-er Jnma) eines reichen Materials soll hier betzviesen werden, daß tüt Glaubenswechsel mit innerer Not- wendtgkeit auch einen Wechel der Schrift hernor- ruft. Mit diesemmystischen Chara'kter der Schrift" wich sich aber nicht jeder befreunden wollen. Beel iingezwirmVTner ergibt sich die Tat­sache, daß sich dir ©djriftformen dem Kunststil emer bestimmten Zeit anftMiefom. Dasselbe Le- beuSgeftchl, dieselbe Art der Haltung und Ge- stalttnig. die in einer Epoche den Kunstwerken vom Motmmenbalbail bis zum GÄwauchsgegeu. stand den gleichet Stempel auforuckt, sie 'bricht auch tn den Zügen der Sckjrist uitwillLlrlich durch. Diese mecTnnrft-ige ftebetwinstimmung von Schrift und Kunst tritt deutlich in dem grundlegende. Werk über die Geschichte .er griechisch-römischm Sckxcift war;e, da? Arthur Meutz soeben bei. der Dieterich- scheu VerlagDbuchhandlu'.tg' in Leipzig veröffentlicht hat. Hier wird stets vvn neuem auf bte Zusammen- hänge li gewiesen. Aon der grtechisch.m Schrift der klass igeu Zeit heißt ic5:Dir senkceckstc und froriwtafo Linie veck rängt die anderen, und wo schräge Linien vorhmrden sind, nahem sie sich tret Diagonale EL ist dasselbe künstlerisch« Emp finden, das den griechischen Tempel mit (einem symmetri chen gvadlmigrn. Gebolk g-schäften hat." Die Dckjrift des römischen .Kaiserreiches dangen zeigt ein ganz anderes, nicht ntiit.-c) charakterini sches Formgefühl In der Dmfimst kam mit dem Degi'm des römischen Reich?s immer m hr ta t der arraben P.tntp h*>r Rundbogen auf. Man denke

fcynetz' man st t? dan-n enger an atttt'ke Muster an und verachtet die gftische Schrift als charbartsch". Auch weiter wirkt der Ztunststtel

und Land.

Gießen, den 3. Roo. 1920.

Wann gibt eS milde und tvrtitit strenge Winter?

Der Win!er hat gan.z plötzlich mit ^iemlichn Strenge c-ingn M, und lvsorgt w.mfcm wir die xrt unserer Zci. der Kochlenmst besottders wichtig: Frag-.: aus. w er sich mrs diesmal als ein sehr gefcvercgcr .Herr ?,eigen wird. Zur Beantwortung dieser Frag' fite vm der metMrologischen For­schung gruisse Anhaltspunkte gegeben, di? in der im Verlag b'.m R Letz> zu Bern erschienenen Wettervn b'rstg', für jedermmm" Vvn Prof. Her Mann I. .Mein zusammemrestellt 'weckxm. ?lm Eingehendsten ha" sich mit diesem Problem Hell- mann- beschafft ft, der (ich dabei auf 'Berliner Beo- bad'!ungen ans der Zeit ton 1719 bis 1884 stützte. 6r kommt zu dem Evrelmis, daß nach einem mäßig warmen Sommer ein mäßig milder Winter zu erwarten ist, während nach einem sehr warmen Sommer am wahrscheinlichsten ein kalter Winter folgt.

Auf Grund von Aufzeichnungen, die sich auf fast 290 Jahre erstrecken, kann gesagt werden, daß milde Winter fast niemals roveinzelt auf- treten, stuck ern grupvenweis e zu Zweien oder Dreien erscheinen. Solche Milden Winter sind ge­wöhntick: ton langer Dauer: sie beschränken sich nicht auf die Monate DezeMber und Januar, svn- dern setzen schon iirt Nvlvember ein und ocruivm meist nixb bis in den Febriurr. oft sogar bis in (ben März hinein, fort. Aus dem frühen Auftreten der Kälte bürfcn wir also darauf schließen, daß wir in diesem Winter ton her Witterung nicht allzu hart mitgenommen weckten. Dir Witterung der Milden Winter ist in Deutschland in der übeririegmton Zahl feucht und windig, oft stürmi'ch. Wenn bte mittleren Monate des Win­ters, tom November bis Februar, ftiue allzu große Kälte gebracht haben, fo sind auch feine strengen und langen Nach-uftnter im März und April zu erwarten. Dnch tritt nach folchen milden Wintern das Frühjahr spät auf, irrd> die Monate April und Mai sind gewöhnlich noch ziemlich kalt.

Tre häufig aufgeworfene Frage, ob das Klima unserer Zeit milder geworden ist, als cs früher war, Ist schwer zu beantworten. In alten Chvo- nifen werden allerdings fo starke Kälten angegeben, wie sie heute nicht ntebr vorkommen. So soll im Winter 763 auf 764 der Bosporus und daS Schwarze Meer zuge froren fern, ebenso im Jahre 864 das Wriutische Meer in Venedig, fo daß da­mals Reiter und Wagen die Lagunen überschreiten tonnten. Aus dem Jahre 1133 wirb gemeldet, der Po fet von Oremona bis zu seiner Mündung zuyefr^rm. Aus dew! Januar 1422 berichtet man von ftolcher Kälte, daß im nördlichen Fankrech der Essig .und Most in den Kellern erstarrte, alle Brunnen sowie die Seme zugeiroren waren, ja sogar den Hähnen und Hennen ine'Kämme aut den Kopsen -erfroren. Man tut aber gut, solche Kästrangaben vorsichtig aufzunehrnen, denn g&inn Itefj sich in diesen Jahrhunderten vor dec Er­findung Thermometers d e Temperatur nicht ^stellen. Tie rn'eteorAlogischen Mwtochtuügeil f it Erfindung des Thermometers ergeben j-ÄensailS. daß eine wesentlich)« Veränderung der Winter­kälten nicht eingrtceten ist. Schwankungen tom- men zwar vor, und es ist sicher, daß mehrens Jahve nqfbeinanbtr kalter und metocre Jahre bann wieder wärmer sind, ober die Dempcnatur nähert sich doch stets einem gewiften Mittelwerte. Wir befinden uns bekanntlich gegenwärtrg tn einer Pe­rtode der milderen Wrnter, doch ist damit zu redjnen, daß diese sich bald ihrem Ende nähert und der Winter dann wieder als ein strenger Herr auftritt.

- Verteuerte Kertoffelsenduny.

sd. Wer sich von auswärts Kartoffeln schicken läßt, ohne daß auf dem FmchtbriefBahn­lagernd" öermerft ist, tokommt die Kartoffeln durch den Spediteur angefahren und muß bei Frachtgut als Rollgeld für den Zetrtner 4 Mk., bei Eilgut 4.80 Mk. bezahlen, so daß die billigen Kar­toffeln Ritter Umständen außerordentlich teuer wer­den. Man achte deshalb darauf, daß auf dem Frachtbrief niemals das WortBahnlagernd" fehlt.

be5 Hotel Großherzog von Hessen in Gießen unter Leitung des Vorsitzenden dec Hess. Handweik-.'- fammer Geh. Gewerbmat Falk eine stark to|ua)te Handwerterversammlung für den Krrts Gießen statt. Dec Vorsitzende begrüßte die zahtrnck Erschieneneil mit einem Hinlvno au, den Ernst der Zeit und die dringerlde NotwendigL.lt zur ^trasfccen Otganijation. Syndikus Schüttler h.el> i)tcraui einen Vortrag über die Bedeutung des Handwerks in der Volkswirtschaft und seine dteuorganllatron. Äusaeheick) von den durch ben Krieg zerrüttetest ivirtfchaftlichen Verhältnissen schilderte Redner dre Bestrebungen der einzelnen Erwerbsstande auf Durchsetzung ihrer Forderungen. Iefier Stand be­mühe sich, den Nackpv.fts seiner für die VockZwlrt-- schäft wichtigen Beoeutmrg zu bringen. Auch für oas Handwerk fei es dringend nötig, voc die Oefsentlichkeit mit gleichen Nachwecken zu treten. In eingehenden Ausführungen wird die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks dargelegt, die insbesondere in dec großen Zahl selbstmld:ger Betriebe, in der im Handwerk investierten Kato ralfitrnme, in dem VermögenSloert handwerklicher Erzeugnisse und der jährlich zu zahlenden Lohn- summc, wie in der Zahl der im HanLttork tätigen Hilfskräfte zu erblicken ist. Längere Darlegung^ beleuchteten den Zusammenhang dc^ Handlverks mit den anderen schaffenden Ständen, der Indu­strie, die Werkstatteinrichtungen, Ndaschinen und Werkzeuge liefern, die Landwirtschaft, bte ohne Mitwirkung des Handwerks ihren Verrichtungen gegenüber der Vollsemährung nicht gerecht werden kann, der Handel, den enge Beziehungen zum Handwerk verknüpfon. Die soziale Bedeutung dcS Handwerks wird geschildert besonders in der Heran­bildung der Lehrlinge, die nicht nur dem Handwerk zugute kommen, sondern auch befruchtend auf an­dere Erwerbsstände wirten. Der Wert des eigenen Besitzes, des eigenen Betriebs und die kultur­fördernden Tätigkeiten zal^reicherHanKv-erKzweige finden eingehende Besprechung. Die historische Beraangenhcit des Handwerks und die Vorteile, die für das gesamte Volks- und Gewerbelchen hier­aus entsprangen, werden anschaulich vor Augen geführt. Der Redner verbreitet sich dann über die Gefahren, die dem. Handwerk in Sozialifterungs- und Kommunalisierungsbestre­bungen, in der versuchten tarif.ichen Regelung deS Lehrlingswesens, sowie in der uneingeschränkten Durchführung d»S achtstündvwn Arbeitstags er- blicten muß und schildn^ die Forderungen jx5 Hand'.rerkS auf Anerkennung als selbständiger Wirtschaftskörper und seine ÜBertrctung in den ge­setzlichen Einrich-tungen, dem Reichswirtschaftsrat, dem BezirkswirtschaftSrat und der gl. An Hand der Ergebnisse der Januartagung be-5 Reichsoerbands des deutschen Hmrdweiks werden dessen Zusamm.'n- setzung und Ziele dargelegt und die Richtlinien über die zu bildende Neuorganisation des Handwerks, die vor allem eine Psiichtorycmisation erbringen wird, besprochen. Eine Ednvaisutrg in diese Rickst- linien wird erstrebt durch einen für Hessen vorgelegten Organ isativmsplan. Mit einem warmen Appell zum restlosen Zusammenschluß und Ausbau der örtlichen Organisation zur Erreichung der gesteckten Ziele schließt R?d- ner unter lebhaftem Beifall seine AuS- fübnmgtn.. In der anschließenden Ausftoack>e ver­breiteten sich, die Redner über die verschiedenen Punkte des Referats, wobei insbefondere lebhaft gegen die Regfobesttebrmgen Stellung genommen wurde. Eine besonders lebhafte Aussprach? ent­stand über die in Gießen bestehenden Orgairi- fa I ion öbestrebungen, die, einer Kommission zur Weiterbehandlung überwiesen wurde.

Der Vorsitzende tonnte die anregend verlaufene Versammlung mit einer Resolution schließen, in der sich die Kreishandwerckerverfammlung für Anerkennung des ReichsvrrbcmdeS des derüfchen Handwerks als alleinige Spitzenperlretung d-s deutschen Handwerks und für Fordenmg dessen Bestrebungen aussprach. Witer sand der von der HandwerTStommer in Gemeinschaft mit dem San» beßgeroerbetorein und den Landesverbänden der Inmmgen und Verein 'g rügen vwgeschlagene- Or­ganisationsplan für Hessen Zustimmung.

** Pvgmalion. In unserer Besprechung am Samstag hieß es:Das Stück ging bereits vor dem Kriege über die Bühnen der Großstädte. ES jetzt auch in Gießen auf den Spiclplan zu setzen, ist an sich .begrütonswert" usw. Wie uns die Direk­tion des StadttheaterS mit teilt, liegt hier ein Irrtum unseres Referenten vor.Shaw'S Pt-g-" malion," heißt eS in der Richtigstellungist am Gießener Stadttbeater bereits am 5. D^ember 1913 zur ersten Ausführung gelangt und die Gieße­ner Bühne war, was damals ausdrücklich betont Wurde, eine der ersten deutschen Tl)eater, ixe das Werk brachten. Das Stadtthnter der Mittelstadt Gießen hinkt also nicht, to-ie e5 nach der Besprech­ung scheinen mühte, hinter den Großstädten her, sondern bat das Werk felyr frühzeitig gebracht." Da hier ein tatsächlicher Irrtum unfete5 9lcfe»

renten vorliegt, geben wir die Richtigstellung gerne loieder.

** Städt. Seefischmarkt. Morgen Donnerstag früh, trifft lebendfrische Nordsee­ware, wie Kabeljau, Schellfische, Schollen und Rotbarsch, ein und kommt von 8Vs Uhr ab in den Marktlauben zum Verkauf.

** Besitzwechsel. Drogist Ernst Noll kaufte das Bäckermeister Schreinersche Haus am Lirtdenplatz 5 für 75 000 Mk.

** Konzert d e r Gustav-Bock- Mu s i k - S t i f 1 u n g. Wie wir hören, findet das Konzert der Gustav-Bock-Musik-Stiftung, ausgeführt von dem staatlichen K u r - orchester Bad-Nauheim, am Don­nerstag, den 11. November 1920, abends 7Vr Uhr, im Stadttheater statt. Wegen Ausgabe der Eintrittskarten wird in Kürze näheres be­kannt gegeben. Die bereits ftüher verausgab­ten Eintrittskarten haben keine Gültigkeit mehr.

** Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinenchor veranstaltete am Sonntag im Katholischen VeceinshauS ein Konzert, das sich eines außerordentlich guten Besuches zu erfreuen batte. Der unter Leitung von Musiklehrer Gern­hardt stehende Chor bot auch bei dieser Gelegen­heit in musikalischer Hinsicht wirklich Gutes, so daß daS Publikum nach jeoem Vortrag reichen Bei­fall spendete. Sowohl die ZusammensetziM der Instrumente, wie auch die Ausivahl der einzelnen Programmnummern, nicht zuletzt aber auch die Vortragsweise ließen selbst den verwöhnten Musik­freund auf seine Kosten kommen. Bon den reich­haltigen Darbietungen seien besonders erwähnt: JubilämnS-'Ouv-erlüre von Haas, Divertissement a. d. OperFreischütz" von C. M. v. Weber, Zeit­lang nach bem1 Dirndl-Mpenidyll ton Hvcnes und Wiegimlied, Thürftl.ger Volksweise. Die Rosen- liebcr vvn Frl. Feister, die über eine anmutige Stimme verfiigt, wurden ebenfalls sehr beifällig aufgenommen.

** WaS unsere Töchter wissen müssen. Heber dieses Thema sprach am Mon­tag abend im Hotel Schütz Frl. Emmy Spieß vor einer großen Versammlung junger Mädchen auS allen Ständen. In einfacher, gediegenev Weise führte die Rednerin etwa folgendes aus: Aus dem Kind wird die Jungfrau ohne eigenes Zutun. Es kommt dazu durch Vorgänge sowohl leiblicher als seelischer Art, die dem jungen Mäd­chen selbst unklar sind. Das nun erwachsene weib­liche Kind ist sich selbst ein Rätsel, denn Gefühle und Einpsindungen, Neigrcngen und Abneigungen wechseln miteinander ab, und selbst die Mutter, die doch sonst ihr Kind versteht, weiß manchmal nicht, was das Verhalten des Kindes bebeuten soll. Es handelt sich um diese Zeit um eine liebevolle, kluge und sachkundige Aufklärung. Die Römerin sprach dann darüber,Mas dir jungen Mädckjen in dieser Zeit so allgemein wissen",Was sis leider in dieser Zeft noch nicht wissen" undWas sie wissen müssen!" Besonders zu bem dritten Punkte gab die Rednerin in dezenter Weise über Anatomie und Physiologie des Körpers, und zwar mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklungs­zeit des jungen Mädchens Auskunft. Heber Rechte und Pflichten sowie über den Zweck des Lebens sollte sich daS Mädchen klar wevden, um das Leben zu bewerten, wie es für Geist, Leib und Seele der werdenden Frau recht ist. Mft einigen gediegenen Sätzen voll Lebensweisheit schloß die Rednerin, und es knüpfte sich nun an die werte vollen Ausführungen eine, man kann sagen, ge­mütliche Aussprache zwischen den Hövennnen und der Rednerin an, die in besonderer Weise Fragen­beantwortung war. Man kann sich nur freuen über die sachliche und gediegene Aufklärung, iveldje der Naturheilverein treibt. Ter Naturhellverein, der eine außerordentliche Tättgkeft entwickelt, be­reitet ferner, wie er uns schreibt, einen großen öffentlichen Vortrag vor über das Thema:Der sittliche und ärztlickine Kampt gegen Unzucht und G e s chle chts kr ankheit en". M§ Redner ist ein auf diesem Gebiet außerordent­lich erfahrener Arzt einer großen Stadt gewonnen. In unserer Zeit des sittlichen Zusammenbruches und des furchtbaren Heberhandnehmens von Ge­schlechtskrankheiten scheint ein solcher Vortrag von fach- und fachkundiger Seite ein Bedürfms. Der Vortrag ist nur für Erivachsene, und zwar für beiderlei Geschlechter gedacht. Alle in diesen Ge­bieten tätigen Vereine sowie einzelne Persönlich­keiten, Lehrer. Pfarrer und Erzieher, sollten sich bei diesem Vortrag einmal gemeinsam treffen, zumal der Naturheilverein polittsch wie religiös neutral ist und sich an den Vortrag eine Aus­sprache anschließen wird.

** Die Deutsche Volkspartei veran­staltete am Sonntag abend in der Turnhalle einen Familienabend, der sehr gut besucht war.

Gesangsvortrage (Frau Landgerichtsrat Gymnasraldirektor Dr. Baur und Zanttoftto' Matternl wechselten mit musikalischen Darbi'ito gen (Frl. Belle unb MuM.eftor Deklamationen «Frl. Mechow). Dem flott aftvi -ft^, SingspielDas alte Lito" (Frl. Dinqeldey N E. L-chudt und stuo. Grehert) folgteDie actoft, Walküre" von Karl Ettlinger (Hevr und Frm'i Landgerichtsrat Küchtor und Tochckw). Al^e T-ai> btetungen wurden mft begeistertem Bftiall auf. genommen.

* In der Seifenwirtschafr trat vom 1. Rovernder 1920 ab eine Ae fte ung insofern ein, als mit btefcm Tage die Herstellung v^n Einhcitserzeugnis^en tote S. H. V. G.-2ei e.^nl' er S. H. V. G.-ZLrnseise und S. H. B. G -FenfcM aufhört und allen Gesellschaftern die Hecslllluno ihrer SpezialerLeugrnsse toteber ge. stattet wird. Mit btefer Aenterung wi.d al e-« dings die freie Wirtschaft noch nicht restlos ein, geführt, da die Herstellungierlaub'-üs nock) an ter w-ftttrbeftehenion g f tzlickjen Be rmmu gc g Dun. den ist. Tie S. H. V. G.-Er cheitücr e.n^.ll, e w r- den noch für eine längere Zeit un V rkc!,r fein. Für die Spezialseien ist die Leiimmm^g g trofft daß lediglich Deine, also ungelullte Wa e lyrqc^ stellt werden darf. Bei 5vernselse muß bte "Lackuno ober das Stück den Fettsäuregehalt obcc <_i-.en Hinweis auf 'die Reinheit der Seife ftent* seift, forme dre Angabe des Sch>tittgcwi(ireg tragen. Äft Seisenpulver muß ter G^lxclt h Fettsäure auf der Packung aufgebrudt sein.

* Die Verwendung derAlten Klinik". Die Behörde, bte nach unseren Ausführungen in der Nr. 257 desGieß. Anzeigers" vvm 1. November die Eroge. schoß räumen des einen Flügels derAlten Klinik" erhalten soll, heißt nichtTele. graphen-Jnspekiton", sondernTelegraphen B a u a m t". Telegrapchen-Jnspekttonen gibt es ttn Bereich der Reichs-Telegraphen-Ver, waltung nicht. Das Telegraphen-Bauamt legt daher als neugeschaffene Prvvinzialbehördr. Wert darauf, in der Stadt, in der es dem« rrächst seinen Sitz haben wird, mit dem Namen, genannt zu werden, den es besitzt.

** lieberSteuerliche Einwen­dungen gegen die Veranlagung zum Neichsnotopse^ spricht Rechtsanwalt Ä. Eisner aus Frankfurt a .M. am Freitag bet 5. November 1920, abends 71/. Hhr, im Saale des Hotels Gwßherzog von Hessen. S. Anzeige.

Landkreis G leben.

U Lang-Göns, 2. Nov. Ed. Rompß von hier, welcher z. Zt. als Rechtsanwalt in Bate- Nauheim tätig war, wurde zum RegierungsvL ernannt.

Kreis Friedberg.

Q. Bad-Nauheim, 2. Nov. Wie au$ München mi"geteilt wurde, hat die b-?rtigc Polstri den Metzgergfiellen Hugo Lehe aus Allenesscr verhaftet. Lehe hat ftn Sommer das hiesig: Granfo Hvtel durch den Diebstahl echter Per^rteppilft schwer geschädigt. Bis zu ferner Ergreifung hck. Lehe in Mannheim, S.lin<ten, Köln usw. zahl­reiche Hoteldiebstähle «msgesührt. In der jetzi­gen Nacht wurde in einer Villa eing>ebr och-n. Tie Einbrecher stahlen unter antecem 20 Ilncha Wein, Kleidungsstücke, Schuhzeug' und ähnliche).

Starkenburg und Rheinhessen.

Wahnmnn und kein Estde.

ft w. Da r m st a d t, 2. Rov. An den Straft» ecken tonnte man gestern, ein kleines gedruckt» Plakat folgenden Jnlmlts lesen: ..Heute wird Karl Waßmann den Darmstädter 3bi- oten an den Wi mpern klimpern!" Ao das Plakat hergestellt war, tonnte nicht ermitdt werden, da e§ keine Truckfinna trug. Ob c5» um eine Rache Waßmanns oder sei' er Anhänger, oder schließlich um einen losen Streich l.xrnML steht nicht fest.

*

rm. Osfenbach a. M., 2. Nov. Vermiß« wird seit Sonntag dec etwa 18 Jahre alte Fran» Richard Eberhardt aus Ofsenbach. Sohn eins dortigen Fabrikanten. Er trug mi' itärgraucn An­zug, ebensolchen Hlster, braunen Hut mit grüne® Band, silberne Hhr, rote Ledertasch: und Schnür­schuhe. Man vermutet, daß er Werbern der Frem­denlegion ins.Garn gerakm ist.

Hessen-Nassau. x

Das Taunusobservatorium.

Frankfurt a. M., 2. Nov. Dies« Tage wurde gemeldet, daß das TaunuS- observatorium auf dem Feldberg, trotz seinen hohen wissenschaftlichen Bedeutung, aus Mar^ gel an Geldmitteln seinen Betrieb einstelleoi müsse. Die Franks. Ztg. erfährt dazu, baffi

an die ^wundervollen Fenster des Kolvsseums ober die Wölbungen der torlch'edenen Triumphbogen. Genau dieselbe Rundurrg tritt nun auch in der majestätisch geschimmelten Schrift der römischcn Kaiserzeft aus, »unächit im Orient, dann aber auch im Westen. Während in bietet antiken Entwick­lung nur die Linien der Schrift dem Grundgr-fübl der zeitonössischen Kunst sstgm, tori) bann im frühen Mittelalter die Schrift zum Kunstwerk. Der Buchschmuck war w>hl dem Äl-ertum fdjon bekannt, aber die bildlichen DarstellunAen warm von der Schrift völlig toembert und dienten meist zur ©cTlänntg deS Jnbalts. Im auSgehendlm Mertmn beginnt man bann, bte Wnfannsbirch- staben von arofiteren Abschnitten kunsttoltec zu schreiben, und im Mittelalter erreicht bte Ver­zierung deS Initials ihre höchste Milte. ES ist der germanische Geist, der bie langitottecklen Teile der Bnchstoxm in Fsiche und Vögel, in allerlei pflanzlrckv Aerjiarungen und strenge Ornamente irmgefoaltet. Tie Motive dieser Schci'to rzrrrung sind von der einheimischen stUnst abhängig, bte aut 'dreft Weise sozusagen eirom Sieg über den (Sngen<ha ratter der S toi ft errrnto Dieser dm Lxhriftstil üb-mjutienür KUnstgeist : er mänto- ston Sckweibstubrn wird bann aber nztter znrück- gtebrängt, als die .Kunst einen eigen-n setoftrn.- den Stil entartet. Man tonn deutlich verfolgen, wic die Schrift sich gleichnmstig mit be- (önt- tricklimg deS g ffeben BaustftS for'biPtet Mmt verlängert j'cht die feinen Arfatzstnvck^ und lästl sie m g^schwcngcnen Lrnen ttwÄau'en. Man bricht inten zu gtb?geren, rügt kleine Haken uiib einten bei, beb nt den Ge c chatz von Ti-* und Tünn. Dcr Duktus dieser Dckjrcht be-3 h/en Mittelal.erS rrinnert. tollkomme- an bte Wtm- txrgc utzd Maßwerke, die zter''

VS*

Y >

j vl W^tx

iäK?

U*",

SS »ent/ bi'

MM

n Sie Spntß Ä den Ge

«.Franks » gelingen iflsilung tei- lFlaMon s.vhing etn-tetri »«treten. ' rzt ftr ssrofo jht bte Ute, j fen füllen. Gin u kn botbfou Ejnenb vtrhi lt T ter wnt M Wctmst-al.'r und I Keine Wtx IitffltuetDoi Htijtte Strafen! Wta^'ahchn ii Iftitn sollen N

,-it Fia en und m des toir'en SttlS. In to

'nisvrich, van NZ ^i'itcdb Feiüft A Müd ?V°KC5 v«uev{t \leben $