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Erster Blatt

170. Jahrgang

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SimaSinc

(Kobl.Ztg.)

mereinrichtung vermacht.

Der Vizckönig von Indien.

London, 2. Nov. (WTB.) Wie ver­lautet, ist endgültig beschlossen worden, daß der Schadkanzler Austen Chamberlain als Nachfolger von Lord Chelmsford Vize- könig von Indien werden soll

London, 2. Nov. (WTB.) Emer drccht- lab

Vie 5age im Osten.

Der bolschewistische Fcldzng gegen Wränget.

das französisch-belgische Militärabkommen dem Völkerbundsrat vvrgelegt werden.

Ausstand französischer Bergarbeiter.

Charteroi, 3. Nov. (WTB.) Havas. Heute morgen sind die Bergarbeiter des Beckens von Charleroi in den AuS- stand getreten. Ter Ordnungsdienst wird von Arbeitern aufrecht erhallen, die damit vom Streikkomitee beauftragt wurden. Tie Instandsetzung der Stollen "wird von Auf­sehern besorgt. Es sind Polizeirnannschaften zur Verstärkung angelangt, die zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung eine rege Tätigkeit entfalten. Man meldet keinerlei Zwischenfälle.

Die deutschen Kriegsgefangenen in Rußland.

Berlin, 2. Nov. Auf eine Anfrage des demokratischen Abgeordneten Dr. Peter­sen über das Schicksal unserer KriegS- gefangenen in Rußland 'hat der Mi- nister des Aeußern Simons geantwortet, daß der Abtransport der Gefangenen aus Si­birien Ende Oktober beginnen werde. An­schließend daran würde der Abtransport aus Turkestan und der Ukraine erfolgen. Man könne damit rechnen, daß der größte Teil der noch in Rußland befindlichen rund 12 000 Gefangenen noch in diesem Jahre heimkehren könne.

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ungenügend durchge'üatte Aktion ter Amsertamee Jnteir.utimm.'e gegen die imgaviidx Roa? v n. Tas Präsidium dr gcarrgm Sitzung taj ii bei Diri­ten des dutscheu Teienrrten Haubrich Der 5u.inyo.-tz diZ.'ut.erte futarvn die Fvu^e der fiiut* tr?t'< der Betriebe durck: das Pesvnal iMit'pc a r- redxt>. Es traten sich zwei Ansi l>tcn gegenüber, die in der besten An'.oe.'.dung dr-i' S Mit pa-!)c- ved4>>5 iKrfdiieben nxnxm. Ti- Mehrhci' der SUjim gv-tztnlnehmer war für d'e bjo.\c Ei.isülnnng des Mitspta?/ei-echt«'S unter Ab elmmtg jc^cr Mitarbeit an i\r Bernxrltung. T^r Korig.ctz ]C&t heute seine Arbeiten fort.

Zur präsidentenWahl in Amerika.

Baris, 3. Nov. (WTB.) Wie die Agentur Havas berichtet, ist Senator Dar­ding zum Präsidenten Der Bereinigten Staa­ten gewählt wotDen.

N e u y o r k, 3. Nov. (WTB.) Die Wah­len für die Präsidentschaft haben gestern begonnen. Die Wetten stehen allge­mein zugunsten des Senators Harding. Im ersten Bezirk, wo das Endergebnis feststeht, erhielt Senator Harding 28 und Gouverneur Cox 6 Stimmen.

Neupork, 2. Nov. (WTB.) Der Präsi­dentschaftskandidat Gouverneur Cox hat an die Vötkerbundsliga einen Brief gerichtet, in dem er sich für die Aufnahme Ruß­lands in den Völkerbund ausspricht und erklärt, daß man Rußland gestatten solle, sein Schicksal selbst zu bestimmen.

45 «Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Srcite 150 «Pf Bei Platz. Vorschrift 20" Außcklag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: fS. Beck, sämtlich in Hießen.

Uns dem befeftten

Unerbetene Ehrung.

rm. Worms, 2. Nov. Am Hessendenk­mal dahier fand am Montag eine von dem französischen Truppenkommandant Oberst Frantz veranstaltete Totenfeier zu Ehren der in früheren Kriegen für Frankreich gefallenen Hessen statt, zu der auch der Oberbürgermeister Köhler und Kreis- amtmann Heyne auf erfolgte (ZwangS-?)Ein- ladung erschienen waren. Der Oberst legte einen Kranz in französischer Sprache nieder.

Französische Nervosität.

mc. Mannheim, 2. Nov. Die Fran­zosen haben die Rheinbrücke nach Lud­wigshafen nicht nur mit eisernen Tore» und Minenstollen versehen, sondern auch in den letzten Tagen die Besatzung um das Dop­pelte verstärkt. Die Mannheimer scheinen halt doc^efahrliche Leute zu sein.

Koblenz, 1. Nov. Ein ehemaliger Hauptmann eines Koblenzer Jnf.-Regts. war in einer Schlacht im Westen verwundet und aus schwerem Feuer und Kampfgetüm- mel von einem Soldaten gerettet worden. Nunmehr hat der Hauptmann dem in dem benachbarten Rübenach wohnenden Braven eine Summe von 80 000 Mk. sowie eine .'irr-

veral ckrttur' des irgarff"</i Bo"-. a-'che.".-

und Dckephonpers'n-a s, OS /ar x'exn, pr test er!.

2jk italienische De^esatüm krich'iecle fcharg bre

Ein amerikanischer Protest bei Rumänien.

Haag, 2. Nov. (WTB.) DerNieuwe Courant" meldet aus Washington: Die ame­rikanische Regierung hat bei der rumäni­schen Regierung gegen die Angliederung Bessarabiens Einspruch erhoben.

i genbnrltbe gesetzliche.Bestimmungen.

Herr Severing mißachtet also die Verfassung, nenn er trotzdem die Ovgesch verbietet. Und wenn btiBerliner Tageblatt" und derVorwärts" ün dabei in mehr oder weniger eingeschränkter rrrm beipslichten, so beweisen sie selbst damit, M ihnen die Verfassung mir ein Blatt Palner ro. .wenn sie Freilzeiten gervährt, die ihnen nicht ^fallen. Die Behauptung, daß die Orgesch Waffen lesitzt und deshalb verboten werden müsse, ist nichts heiter als eine einfältige ?lusrede. DerVor- hötts" behauvtct, nicht nur ihm, sondern auch der ttrußischen Regierung steheBeweismaterial in ÜAle und Fülle" für jene Behauvtung zur Ver- "iiung. Von diesem ganzen Material aber erfährt Am nichts, und auch dem preußischen Justiz- Amster hat man von diesem angeblich vor- tatbenen Material nichts übermittelt, obgleich tof) .sicher Herr Severing alles in die Wagichale sevorfen hätte, um das Gutachten des preußi- '6m Justizministers in seinem Sinne zu iccntiercn. Er läßt nunmehr erklären, er dem Justizminister dasnoch in der xmmtung begriffene Material" zur neuen Prü- tog übermitteln werde. Zum mindesten alw müßte abwarten, ob der preußische Justizminister seine Meinung dann ändert. Wenn Herr Severing das Jjfrt tut, sondern behauptet, ohne Rücklicht auf die bllungnahme des Justizministers sei sofortiges ptgneifcn unbedingt geboten, so setzt er abermals £ Artik l 124 ter Derfas'ung außer Kratt. Dcim »eer Artikel bestimmt ausdrücklich, daß das Recht, «aeine oder Gesellschaften zu bllbm durch Vor- ngungsmaßregeln nicht bescknänkc wer- darf. Also selbst, wenn Herr Sevemng dre Dr» im Verdacht hat, daß sie sich oder einzelne wer Mitglieder bewaffnen könnte, so bart trotzdem nach der Reichsverfassung Vor- f^gungsmaßregckn nicht anw nden. Mit der ver- !?-'ungswidrigen An'icht de? Herrn Severing lätzt f» utkde Po izei-Schi'an? begründen. Wahr- M inlich würde derVorwärts" aus dem Häuschen Saaten, w-nn im Va'nlselra'le die Regierung °*nmunisnschs Or za ti-men te--bieten wär e in

^och sicher sehr berechtigten Annahme, daß die --uwunrsten gegebenenfalls unbedingt Waffen- Uvalt ann^nden wrdeu. Der Orgesch gegenüber " Verdacht durch nichts begründet. Und

Die Uartoffklfrage.

Berlin, 2. Netz'. (WTB) Die Ermitte­lungen des preußi'chen sirrtislischen LandesantteS ergaben, daß die Anbaufl äche für Kar­toffeln entgegen den vorläufigen Mitteilungen in diesem Wirtschaftsjahr in Preußen in erheli- lichem Umfange q> e st i e g e n ist. Sie beträgt 1920 nach den Feststellungen 1 635 390 H T ar, während sie im Vorjahre nur 1344 091 Hedac betrug. Mithin liegt eine Vermehrung der Llnbaufläckie um beinahe 25 Pvohntt vor, die ohne Zweifel auf die der Landwirtschaft im Frick,jaln burd) die Verordnung v>nn 13. März zugoirmock^er.en Min­destpreise zurücltzuft ihren ist. Die Ve.rrl.mnng er­reichte mithin in Preußen den geivüw'ckst m Zweck uw) veranlaßte die Landwr-ckchaft zu einer erhell lichen Anbauvermehrung Aus 'en übr gen Reichl- teilcn liegen bestimmte Nachrichten noch nicht vor, doch ist bvvaus'ichstick» auch dort mit einer Ver- nrehrung -des Anbaues zu recfxncn. Desgleichen ist nach den Feststellungen der SaatenstandSl.erickst- erP.tr' ter der Ernteertrag 1920 pro Hektar erheblich h ö h er al s 1 9 19. Nach den Bettchen der Saatmstandsberickst-.-rstatter ßicg er g gmü'er dem Vorjahre um 14,1 Doppelzentner tnx> Heß-ar. Entspreck'e »d diesen höbe-rn Hektare trägen in Ver­bindung mit der Anbauflächenzunahrne erfuhr auch die Geiamterntemenge eine erhebliche Steigerung intib übenteigt dre vorjährige Menge um 3 7,1 3 Prozent. Während der Ke'antternteerttag im Bvriahre in Preu'en 149 021033 Tovvelz-mtner betrug, beläuft er sich 1920 auf 201 359 465 Dop­pelzentner. Das Ernteergebnis kann c.ls durckxiuS befrichigend bezeichnet roeitben und gilt, zumal die Ernte in der Haupt'ackge vor (Eintreten des Fvoßes geborgen war, zu Be'vrgnis'en B ine Vermilois ing. Zu Angstkäufen liegt für das Publikum kein Grund vor. Soiern der angenblicklch' Frost bald aufhört und den weiteren Abtransport der Kartirffeln gestattet, darf damit g^echnet wer­den, daß die Wimtervevorgung' der Kard f'eln im allgememen sich erheblich besser als 1919 vollzieht. Voraussetzung dafür bleibt, daß die Ei'enbahner sich jedes Envgrifses in die Transporte enthalten.

Ur. 259

Dt: 6iei)cntr Anzeiger rrlAeint täglich, außer ponn« und Feettags.

Be)e$$prtife

Monatlich 'O'a'k 3.60 ,ndMK.-.65Trägerlohn. ,iertchuh-!ichMarkl0 80 ,ndMk.l.95Trägerlohn; )urd) die Poft oiertel« Ehrlich Mark 12.- «usfchlieblich Bestellgeld, -sernjprech.Anschlüsse: 15rbieSd)riftIeUunqll2; -tzerlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- achten A«;ei8er Stehen.

Police bettle;

«rankstttt a. Hl. U688

Frankreichs Zerstörungswut.

Wien, 2. Nov. (WTB.) DaS an Poincar^ gerichtete offene Schreiben GardinerS, in d:m er Frankreich vor der Fortsetzung der gegen Deutsch­land verfolgten Vernichtungspvlitik warnt, findet in den Mattern lebhafte 3nftimmimg. In der Neuen Freien Presse" heißt eS: Franko'ich wünscht tne Zerstörung Teutsch'ands herbeizufüh­ren, um diesen Staat seiner rvirtschaftlichen Kraft zu berauben. Es will auch dieWiedergutmach- y n g seinem Diktat un terwer f en und be- günsttgt die Zerstückelurrg dos Deutschen Reiches, für die jetzt in Oberschlesien eine wachsend' Pro­paganda entfaltet wird. Die beiden großen Nach- barnattonen sind aber wirtschaftlich auf einander angennesen, und daß eTlc Verständigung zwischen Frankreich?^nd Deutsck/and von gr'ößter Wichtig­keit wäre, hat auch Minister Simons in ferner letzten Rede dargetan. Frankreich würde sich selbst febaben, wenn es an dem Geiste des Diktates mit Unerbittlichkeit festhalten wollte. DaSNeue Wie­ner Abendblatt" schreibt im gleichen Sinne und hebt terDor, wie unbegründet Frankreichs Furcht sei, daß Deutschland eine Kriegsgefahr bilde. Folge Frankreich den sich häufenden Warnungen, dann könnte endlich der GesundungSprozeß Europas be­ginnen.

Paris, 2. Nrv. Die Nachricht Berliner Wättcr, die Entente habe ihre Fr-rt^rung auf Rückerstattung von Milchkühen auf die'fte, also um 400 000 sttlck reduxiett, ivird vom ,Lvurral deS D4bws" els falsch bezeick^net. Es sei in Berlin keinerlei Mitteilung dieser Art gemacht worben. Die verlang'; Zahl von Milch­kühen iet nicht heoabge etzt Worten.

Ta» Abkommen von Lvaa.

Berlin, 2. Nvv. Wie die Blätter ver­nehmen, ist das Spaa-Dbkvmmen für den Monat Oktober voll erfüllt worden. Wie dieDeutsche Allg. Ztg." dazu bemerkt, könn­ten wir einerseits darauf stvlz fein, anderer- feit? müßte es uns aber mit Schmerz und Sorge erfüllen, daß, wie wir jetzt klar er­kennen und zu beweisen vermögen, diese Erfüllung des Abkommens auf Kosten der Eristenzmöglichkeit unseres Landes ge­schehen sei.

Tas französisch-belgische VündniS.

Brüssel, 2. Nov. (WTB.) Gemäß Ar­ttkel 18 des FriedenSvevtrages wird

wenn Herr Severing trotzdem das Verbot über sie verhängt, so hat er nich einmal die Entschuldi­gung des guten Glaubens, sondern feine Maßnahme ist und bleibt gobrandmarkt als ein brutaler B uch der Versafsung aus einer Regung parteipolitische Hasses.

Es ist selbstverständlich, daß man diesem tollen Treiben der sozialdemokrattschen Machthaber in der preußischen Regierung nicht untätig zuschauen darf. Die Reichsregierung hat unbedingt die Pflicht, die verletzte Verfassung in ihre Rechte wieder einzusetzcn und Herrn Severing klar zu machen, daß er nicht der Pascha von Preußen ist, sondern daß er die Pflicht hat, auf Gesetz und Ver­fassung zu achten."

Wir wünschen kein neues Scharfmacher- tum in unserer Politik, die, wie wir vielfach dargetau haben, alles vermeiden muß, was den inneren Zwiespalt nutzes mehrt. Auch den neuen Organisattonen des Bürgertunts ist zu raten, daß sie maßvoll, nur in der Abwehr umstürzliclfer Gedankeir wirken und alles ausschalten, lvas in reaktionärem Sinne den Boaen überspannen möchte.Das Gute liebt sich der Gerade", so sagt der alte, wür­dige Cajetan, und wenn sich auch der Kom­munismus inlichtscheu krumme Liebes- vfade" nach Moskau verloren hat, so soll das deutsche Bürgertum im Kampf für seine An­schauungen offen, ohne Versteckspiel, auf den Plan treten, und nur die Rechte gebrauchen, die ihm die gegenwärtige Ver­fassung gewährt..

Internationaler Kongreß der post- und Celegraphenange^ellten.

Mailand, 2. Nov. (WB.) Im Palazzo Mattno (Stodlhaus) tourb; grie-t dec inter­nationale Kongreß der Post-, Tele­graphen- und Telephonangefte! l ten eröffnet. Der Kongretz ist besänckt von Abgeird- neten aus Oesterreich, ®e grn, Frank eidi Deutsch­land, Italien, Holland u:L> der Sckrvnz Der st^ro- listische Abge..>rdne^e T-e <es eit'>or den Wickk- -m» mrnsgrutzAec Stadt Mttla:L weitere' 'Be­grüß '?<risprachen Fcrrann Tex T ngretz '. .ter trm *"7 r^tzc des bckFsnen Te gie ten F a'Lu c v*.ne 'Aiöttte "03 gelan-rte <f e ReHlutörn Mir

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Die preußische Regierung auf verfassungswidrigen wegen.

Der sozialdemokrattsche Minister des .'-nnern Severing hat seinen Kollegen von ixr juristischen Fakultät mit seinem mien, gestern hier erwähnten Erlaß scharf brüskiert und öffenbar dartun wollen, daß c r der bessere Jurist sei. Die übelste Wir- ftmg ist aber die, daß er diese Streitfrage | wnerhalb der Reichsverfassung einfach mit p-tm Knüppel, nämlich mit Polszeioerbot, er­ledigen will. Auch iver der Meinung fein i lönnke, die Organisattonen Escherich möchten tnt Laufe der iveiteren Enttvicklung eine Öligkeit entfalten, die im Nahmen des Bür- s r<rfrieben» bedenklich ist, wird doch den Weg I tie Herren Severing nicht wandeln wollen. I Du die Satzungen der Orgesch nichts Ge- Ise-widriges wollen, kann die Regierung ^böchstens ein scharfes Ange darauf richten, Ilaß diese Satzungen nicht überschritten wer­kten. Und wenn in der Entwicklungsgeschichte bet Orgesch Dinge sich ereignet haben, die richt zu billigen sind, so darf man der New ocgamsation doch nicht für alle Zeit diese ssrtgleisungen anrechnen. Das sollte gerade diejenige Parteipresse bedenken, die im alten Staat nicht tolerant genug gegenüberstaats- ^sührlichen" Umttieben sein konnte und in dieser Beziehung in Rechts- und Berfassungs. fragen nicht das Tüpfelchen auf dem i ver­schoben wissen wollte. Wenn man die Orgesch vnbietet, müßte man konsequenterweise auch die Organisationen der Kommunisten verbie­ten, die doch wirklich, und nach ihrem aus­drücklichen Programm, den gewaltsamen Um­sturz betreiben!

Wie Severings Berbvt auf das Partei- sc ben einwirkt uno wie es wohl bei den Neu­wahlen in Preußen zur Anrechnung komint, drdon geben die nachstehenden Ausführungen derNatl. Korresp." einen Begriff:

Wie c5 schttnt, haben die sozvaldemokratisckvn berren in bei1 pveus>isck»en Regncrung btc Absicht, H Mai; "ifnxr Sünlen voll zu ma/hen, ehe fie ihbcm V.stksgrttcht bn'be.t Newvah'en zur Dcr- 'giing FFen. Ober sie fye'cn mit dem G8>an- n. ihre Mftiderhettsl)errsäxrst unter allen Um- (Mm aufvecktt zu erhalten, unbekümmett um M BolkSrnttnung. Jedenfalls &nut nur eine Re- tienmg, die Sßabmqnc spielt, ober die autokratisch Ktti-t und walle', derart skrupellos über Ve- icsttng und Gesetze schreiten, wie es Herr S<- 3ting burd) dir Erneuerung des Verbotes ge- die Orgesch getan hat. Tie Or- mifation dos Fvrstrates Escherich stützt sich auf den Artikel 124 der Verfassung, der bem beut* schm Volke bas Recht fiebert,, zu Zvecken, bie den 'rt-asswsttzen nicht zwoiderlaufen, Vereine ob.tt Ge- 'dlitbaiLcn zu bilden. Die Frage, ob bie Orgesch mi: ber Strafgesetzen in Wibersprrrch steht,,hat ber rmnifciirf)? Juftizminifler als ber gewiß koin- trimteste Deutteiler im Oktober b. I. burch -rin f,'i*a(fren dahin entschieden, baß ein Verbot ber lrvsch nicht zu rechtfertigen fei. Diese Auffassung dich den Tatsachen ditrchaus gerecht. Denn bie Orqefd) verstößt in ihren Verttnszwecken. bie ganz ^ism ttage liegen, nicht im geringsten gegen

Mittwoch, 5. November 1920 Lnnahmc von Anzeiger für b.e Sagesnummer bis zum T.adjmittag vorher ohne jede Q. erbinblid)keit preis für 1 mm HSHe für Anzeigen v 34 mm Breite örtbä 35 Pf., aufwärts

öftn Neiche.

Die Frage der Auflöftn'.g der Einwohner- tiKtjrtn in Bayern.

Münchens. Nov. (WTB.) Die Mün­chener Zeitung meldet: Heute fand ein Ministerrat statt, ber sich u. a. mit ber En- tentenote zur Auflösung der Einwoh­nerwehren befaßte. Wie das Blatt be­merkt, ist in der Angelegenheit der Einwvh- nerwehcen die Haltung der Regierung be­kannt und hinreick-end festgelcgt. Es ist nicht ausgeschlossen, büß Ministerpräsident Dr. v. Kahr in den nächsten Tagen im Zusammew- hang mit der Note der ßmtente zur Frage der Einwohnerwehren nach Berlin reisen wird.

Aus der ZrntrumSparlci.

Berlin, 2. Nov. (WTB.) AnS den zweitägigen Verhandlungen des ReichS- a u s s ch u s s e s bei Zentrumspartei wird in derGermania" noch hervorgehoben, baß beschlossen wurde, die dringende Anre­gung ergehen zu Innen, bei den Provinziak- unb Landesorganisationen die Bildung von Beiräten aus den Frauenorgani­sationen zu betreiben und die Jugend­organisationen zu beleben. Der nächste Zew- trumsparteitag soll 1921, in der Woche nach dem Weißen Sonntag, in Berlin stattsinden. Der Termin ist gewählt mit Rücksicht auf das in diesen Tagen stattfindende 50jähiHe Jubi­läum der Zentrumsfraktion des Re cWtags

Parteitag der Kommunisten.

Berlin, 2. Pov. (WTB.) Der erste össentliche Parteitag der Kommunisti­sch etc Partei Deutschlands wurde heute in den Sophiensälen in Berlin eröffnet.

Streik im TerttlgroßhanLcl.

Berlin, 2. Nvv. (WTB.) Zum Streik im Textilgrvßhandel teilen die Blät­ter mit, daß die Verhandlungen der Ange­stelltenvertreter mit den Arbeitgebern zu keiner Verständigung führten. Die massen­haft besuchte Versammlung der Angestellten, die gestern abend stattfand, beschloß einstim­mig, sofort in den Streik zu treten, ber sich auf den gesamten Textilgrosthandel erstreckt. Die Zenttalstteikleitung teilt mit, daß der Stteik heute früb mit voller Kraft einsetzte. Zunächst legte die Zwittalstteikleitung 5 0 Großbetriebe st ill. Weitere Bettiebe werden in den Stteik eintteten, sobald die erfolgreiche Durchführung des Kampfes es erforderlich macht.

Kell.t-erstreik in Nürnberg.

Nürnberg, 2. Nov. (WTB.) Der Fränkische Kurier" meldet, daß feit heute vormittag alle Hotels, Gast wirtschaf­ten,Kaffeehäuser usw. mit Kellner- und Kellnerinnenbedienung wegen des K c l l n c r- streiks geschlossen sind. Die Streiken­den fordern eine lOprozentige Trinkgeld- ablösung.

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lvsen Meldung aus Moskau zufolge, m Trotzki bekannt, daß fünf Armeen b, Heer Wran gels von allen Seiten zermal mm und daß das Schicksal der Hauptstteit^ krckfte WrangelS entschieden sei.

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SietzenerAnzei!

General-Anzeiger für Gberhefsen

Druck und Verlag: vrühl'sche Uni».-Vuch- und $tctatrn<trd R. Lange. Schriftleittrng, Geschaftrfteke und Druckerei: Zchnlstrahe 7.