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Zweites Blatt

Ur. 79

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Samstag, 3. April 1920

Ostern?

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gar nicht mehr besteht. iSinc Stationierung h Eier ist aufgehoben nnb der private (rierxntflknif i frei gegeben Tic geringe Abgabepslichl von rh Stern lährlich für jedes frufrn, die in Form m«r Gemeirrdeumiage aufgdnncfjt wird, ist fc> go ®n«f, baß sic als eine Zwanssbewirtschaftung

I, dh ", 1906 c.

1, Oster

ÜlusftchrDerbote erlassen. Tie Hessischen Geflügel- Kotter müssen davor gewarnt werden, die t,lblü? b-nmg zu verrori-ern, da fit sich in diesem Falle ftcafbar machen

Seien

** "Belieferung der HolzVeAngs- scheine. Diejenigen Bezugsberechtigten, welche noch Lolzkezugsscheine von gelber Farbe besitzen, werden ersucht, das Holz bis spätestens 9. April 1920 auf dem städtischen Lagerplkch in der Stein- straße abholcn zu lassen. Sämtliche noch diesem Tage nicht eingelösten Holzbe-ugsschrine sind ver-

(3n einem Teil der Auslage n>i<h?rt)3ltj Eine Vollversammlung der Vollzugsrätr.

Essen, 1. April. (WTB.) Einem Ausruf des Zentralrats zufolge findet heute nachmittag 3 Uhr bi Essen cme Vollversammlung al' er Vollzugsräte des Industriegebiete-: von Rheinland und Westfalen statt, um zu betdüteßen, ob auf Grund der Erklärung der Siegu-ning und der nachfolgenden Verhandlungen bi Münster der Generalstreik auf gehoben werden soll.

Berlin, 1. vlpril. (W2Ä. > Jur Hage int Ruhrrevier schreibt derVorwärts": Tlus den letzten fNeldungen iüiti> die Gefaln immer deut­licher, in der sich die breite Mass-: der Ruhr- bevölkerung infolge der Le b-: n s m 11 te l n o t und des räuberischen Treibens bwaft- neter Banden befindet. Was h:ute im Ruhr gebiet herrscht, hat im allgemeinen mit Ordnung und Erträglich leit nichts zu tun. In einzelnen Orten wird zwar von der Ixroaffneten Arbeit Schaft Tis- ziplm geholten, aber im groben und ganzen herrscht Anarchie. Darunter mutz die ge>amt.' Be­völkerung am all erschwer slen leibm. Es will» höchste Zeit, daß dem Unglück int Ruhrrevier Ein­holt geboten wird Nach einem Esien-'r Telegramm desVorwärts" sind breite Strebe d"r Arbeiter­schaft der Auffassung, daß sie du- Herrschaft ber netten £xrrixn, die sich Berner politisch.'N Führung <ntrh nicht der der Kommunisten unterroerfm, gc- brodjtn werden müfete. Wenn man Mich nnan. ©indtden der Rcicifswehr mi&'rauifri) geg mübev- steht, tarnen die Arbeiter doch zu dw Ueberjcugung^ bafo die Reichswehr das Heiner? Uebel sei, rocrai es den besonnene'i Elementen der Arbeiters chatt nicht gelinge, die Eben Haufen juaitroaffnen. Die Entfendung von Truppen ins Nuhrsediet.

Paris, 1. April. (WTB.) In der gestrigen Pyrmittaassitzung der Botschafterkonseren; setzte General Pollet demTemps" zufolge aufeinander, warum eine Expedition deutscher Truppen in das Rubrrevier augenblicklich unnötig und gefähv- (vb sei. Dir Krisis in Dänemark.

Kopen Hagen, 1. 2lpril. 'WTB.) DirHafen- arbeitet, Seeleute und Heizer bcidhoben, die Ar­beit heute abend niederzulegen. In­folgedessen werden alle rc£ri mäßigen Dampserver- btnbungen eingestellt. Die Straßenbahn- und Tele­phon bedien steten werden die Arbeit beute nacht 12 U hr niederlegen. Die Eiscnbahnb-dien sieten be­schlossen, in den allgemeinen Ausstand zu treten. Infolgedessen ioerben in bürgerlichen Strei en Vor­bereitungen getroffen für die Werbun'g von frei­willigen Mannschaften für den Eisen balmdienst,- um den Abgang einiger Züge zu ermöglichen.

Generalstreik im Elsaß?

. Paris, 1. April. (WTB) Nach einer Ha- vasMeldung aus Metz verlangten die Bergarbeiter; und Metallarbeiter, die ber EGT. ungegliedert sind, für den 1. April einen neuen Tarif und er­klärten, da ihnen bis jetzt noch keine bejahend« Antwort zugegangen sei, für morgen den Gene- ralstreik.

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ÄS pSÄ ^gnervcrtiiimi "«reist-Ach .u°'ttei menen Si uafi In ©labt und « Kenntnis, bai i euen 'Ureieiewlfr t den Sertftäittn i Et offen liegen. W____Trc beritt

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1, FeicrtüS gräli«1»!.

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Etw a s vo m O ster Hasen. Als Simr- biTber des keimenden Lebens stehen die Eier in engster Beziehung jnrn Osterfest. Für das fröh­liche Frühling-fest wurde das Ei zum Wunder- zeichen. In einem altpolnischen Lied wird zur Frühlings feier der Sonne ein ® angeboten; da die Sonne die Quelle des Lebens, Lichtes, aller Kraft, der Zeugung, Verjüngung und (Erneuerung dar­stellt, so wird ihr ebenfalls das Ei zum Symbol. Das alte Ei bet Polen ist rot, weil die flam­mende Feuerfarbe an die flammende Sonne ge­mahnt. Slot und gelb sind die Farben des Feuers nnb der Sonne und darum die speziellen Farben des eigenllichen Dflrreic5 Nach uralter indoger­manischer Anschauung galt das Ei als Zeichen für die erwachende Dell und den Anfang des Lebens. Auch der Hase war ein altes Sinnbild ber Frucht­barkeit bei unfern heidnischen Vorfahren, und so vermengten sich dir Bedeutungen. Von Altertum war der Hase ber Venus und Eros gewidmet. Tas Lasenfleisch hcttte b.n den Römern die Bedeutung, daß es schön mache: also roct Hasenfleisch ver­schmähte, galt als häßlich Der germanisch-heid­nische Aberglaube des Volkes ließ Hexen in Haten- form erscheinen, die gern den Kühen die Milch aussagten. Mit dem Hinweis auf den leichten Schlaf des Hasen wollte man darauf Hinweisen, daß die Seele fortlebe. Auf Grabmälern stellte man Lasen dar, die aus einem umgestürzten Korb fraßen, um die Lehre zu befestigen, daß ber Tod die Fortdauer des Lebens nicht vernichten Fann. Noch heute sott ein über den Weg lausender Haie Unheil erwarten lassen. Gespenster nehmen mit Vorliebe des Hasen Gestalt an. Altheidnischer

Kreis Friedberg.

D Friedberg, 2. April. Auch hier ift, ebatf» rote in Gießen, die Erhebung eines 7. umb 8. Zieles ber städtischen Steir.wn be­schloßen worden. Tie Erhebung ist l'evnts für die Monate April unb Mai ausgeschrüchen. Tr: Bürgerschaft sieht ein, daß es bei dm immer mehr steigenden Ausgaben nicht anders möglich ist, dm städtischen Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Biel weniger wird in großen Steifm der Bevöl­kerung das Vorgehen eines Dnls unserer Stzwl- vevorimetenversammlung verstanden, welcher aus Anlaß einiger sehr u»lbedeu^.mder BorSommnissc bei den Besuchern der hi.'sigen polytechnischen Lrin-- anstalc am liebsten dieserjfrtfialt t«n Todesstoß versetzen wollte. Ties wird umso weniger be­griffen, als die Anstalt gerade in der l'tzien Zeit lehr im Aufblühen begriffen ist unb die StuLnmei­den, die meistens gut fituierten Familvn entstam­men, hier Diel Geld sitzen lassen.

Glaube und daraus entstandener Aberglaube haben sich viel mit den Hasen beschäftigt, und daraus sind viele herrliche Legenden entstanden Der Hase läßt sich nicht trennen von der germanischen Göt­tin: er hat die Aufgabe, an beten Festen für die leiblichen Bedürfnisse des Volkes Sorge zu tragen. Die Bolkseinbildungskraft hat sich mit bl-fem Tier viel beschäftig, und auch in den Märchen finden wir Meister Langohr sehr häufig wieder: in vielen schönen Darstellungen und Erzählungen sind uns diese Schätze erhalten geblieben. Der schöne Be­richt vom Hasen und dem Swinogel, der dar Freund Lampe so häßlich betrog unb durch 43 Mal hintereinander wiederholten Wettlauf zu Tode hetzte, fällt jedem ein. Mit derHäschen Braut" beicbäftigt sich ein anderes Märchen Diese Braut lies daootz, während der Hast die Lochzeitsleute, die aus lauter Lastn bestanden, zusammen holte: als er heim kehrte, fand er keine Brant, sondern nur eine Strohrmpve vor: seitdem soll ber Hase sehr traurig fein. Drei Brüder streiten sich um das väterliche Erbe: jeder soll von ihnen etn Meister­stück liefern; einer bekommt es fertig, einen Hasen im Lauf zu rasieren und ibm noch das Bärtchen zu stutzen: da er aber noch von seinen Brüdern übertroffen wird, schließen alle drei von neuem sfreundschaft und leben friedlich nebeneinander. In einem anderen Märchen werden dem Sitten» Ütngen Hans vom Greifenvogel schwierige Auf­gaben gestellt: eine verlangt, hundert Hasen zu hüten, ohne daß einer davonläuft. Er löst diese Aufgabe glänzend, indem er den Hasen auf einer Zaubers löte etwas vorpstift. Wenn Meister Lampe da ist, kommt auch der Frühling ins Land: deshalb freuen wir uns immer wieder, wenn er mit possierlichen Sprüngen im Wald uns trifft und davonläuft.

blümdein: ber April. Well er gar zu ausgelassen ist. Weil sein Mut tobt und um sich schlägt von all dem jungen Frühling, der Km in den Knochen sitzt.

Dell er hinter sich her schon die Osterglocken läuten hört über Dors unb Stadt, von Turm zu Turm. Wie rasch er auch läuft, die bleiben doch dickst hinter seinen Fersen her. Und weil er schon bat sagenhaften unb ebenso berühmten Doktor Fanstus im Anblick der wonnigen Natur unend­lich froh sprechen hört:

Hier ist des Volkes roahver Himmel, .Bufrieben jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.

Ostern! Auferstehung! Frichling! Deutscher Frühling! Denn wer könnte dem was anhaben. Blühen nicht auf jedem Grab wieder die Aurikeln - Bringt nicht jede Niederlage wieder neue Hoff­nung auf Sieg? Und die Amseln flöten schon, und der Kirschbaum zupft bald wieder kokett unb süß lauter weiße Blüten sich aus seinen tausend Fin- geribipen und tupft jeden Griesgram damit mitten auf seine dunkle Stirn: Mensch es wird Früh­ling!

Ostern! Du und ich, weißt du. daß wir nur einmal sind auf Gottes schöner Welt? Du und ich, wissen wir beide nicht längst, es, liegt auch ein ganz Nein wenig an uns selber, daß diese Welt so schön ist

Unb wie die Blume lechzt nach Licht, Daß sie nur blühen blühen kann. So ruft mein Herz: Vergiß mich nicht, O Gott, daß ich doch blühen farm!

Ja, aber doch, es ist heuer dennoch anders als sonst: Zaghafter, aber inbrünstiger im glaub»

Die Swangrdewirtschaflung der Eier in Hessen.

Von einer zuständigen Stelle wirb uns ge- schrieben:

Im ,,Gieß. Auz." vom 20. Februar 1920 hat Äcrichisasfessor Dr. Andrae in Alsfeld einen Ar- tBd veröffentlicht, der, von juristischen Äesichts- Dinften ausgehend, die hessisch Regelung der Eier- Gnfbringung für 1919 und 1920, die auf der hessischen Ministerialverordnung vom 22. April < 1D19 beruht, für ungültig erklärt. Das hessisch 15mdes-Ernährungsamt in Darmstadt hat durch eine Bekanntmachung vom 23. Februar 1920 diese 'Auffassung des Periassers roiberlcgl und die Rechts­grundlagen ber Neuregelung ausdrücklich hervor- tj «hoben.

Selbstverständlich ist es richtig, daß durch < die Aufhebung der reichsrechtlichen Vorschriften * ützer die Eierbewirlschastung im Frühjahr 1919 orxh die aui jen n Reichsverordnungeii berubau dm lanbcorcrfjtlidfcn Vorschriften ungültig gewor- bet sind. Aus diesem Grunde war beispielsweise :ir den Monaten März und April 1919 tcttsäch- I <fj in Hessen auf dem Gebiete der Eierbewirl- ichaftung ein gesetzloser Zustand. Dies wurde aber alsbald durch die hessische Regierung erkannt, und bif Strafanzeigen wegen Nichtablieserung von r*mi in den Monaten März und April 1919 wurden entweder niedergeschlagen ober durch die tansnmter nicht weitergegeben. Durch die neue .'«torbnung des Gesamtinin isteriums vom I -2. Avril 1919 ist indessen ein neuer Rechtszustand I hesckMlfen worden. Es ist zwar auffallend, baß Hbie Verordnung durch das G e s a m t m i n i st e- [Irium gezeichnet ist. Es mag dahingestellt blei* IIbei, ob nicht auch eine Verordnung des Ministe || numu des Innern oder des Lanbes-Ernährungs- unts kcast gesetzlicher Delegation genügt hätte. MZedensalls bebt gerade diese Tatsache die Ver- rtmung vom 22. April 1919 mit Gesetzeskraft über Wrlle Zweifel hinaus, die etroa auf formalem Ge- - . Jift erhoben werden könnten. Aber die hessische W^setzgebungsrnaschine arbeitet mit dieser Verord- Hiirng bennod» aus reichsrechtlicher Grundlage und Bn it reichsrechtlicher Ermächtigung, tit Bundesratsverordnung vom 25. M:<btember 1915 wird von dem Verfchser K)eS fragtid>en Artikels als veraltet angegriffen, n der offenbaren Absicht, sie als Rechtsguelle |ü beanstanden. Der Angriff geht jedoch fehl und inrubt auch auf einer Verkemrung der wirtscstasts- > wlitifcfien Grundlagen unserer ganzen Wirtschasts- ,lsktzgebung. Diese angeblich veraltete Bundes- i st Verordnung ist nämlich jetzt noch die fast allei* rite Reckitsguelle und die streite Rechtsgrundlage llr die Mehrzahl aller wirtfchaftlichcn Berorh- tu «gen und Pvltzeimaßnahmen ber Verwaltungs- fehördm und ber lokalenGesetzgeber". Unsere wirt- gastliche Rechtslage beruht geradezu in Deutsch­land auf ben Befugnissen, die durch § 12 u. ff., r fraglidxn Bundesratsverordmung vom 25. Sep-

smber 1915 gegeben sind. Diese Reichsverordnung st e h t n o ch nach wie vor und ist weder wesent- ch abgeäwbert noch ausgehoben. Sie ist kestres- :a8 veraltet, wenn auch die Methoden der Be- »ctschaftung in Deutschland häufig geioechsclt iibcn. Eine wn i orbnungdmäfeig hergeleitete ! i chtsbefugnis und 1 t kann vecht-

nicht angefochten werden. gesetzliche Aen- Ixiinfl dieser Rrichsveoovdnung, die sich den Be- türfnrifm der liebergaitgswirtfchast besonders auf tot Gebiete des Preisprüfungswefens anpaßt, ist wn: bei ber Reichsrecherung in Vorbereitung. So- r ige aber die Bevordnung nicht geändert ist, be- -L sie zu Recht, unb die Bundesstaaten (Länder, t. : auf Grund dieser ReichÄ>erord,rung befugt :> in ber Lage, jederzeit eine Bewirtschaftungs- i^ltung für alle Arten von jtägegebenen Lebens- rinteln nach eigenem Ermessen ern-ufristven, auch das Reich selbst eine zentrale Bewirtschaftung Ipn sich aus aufgegeben staben sollte. Ties hat in vorliegenden Falle die Heffrschc Rvchermtg rtiat.

-Xerein^ Nil ligü

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1917 -- 131, die ber Scheckellllagen + 347 296,07 Mark Aus 579 Depolkomen mären Ende 1918 991954 Mk hlMerlegi

Die Rücklage (elltschl. Zkursausgt.-Rücklage? der Sparkasse fr-tragt nach voll ständiger Abschrei tung der Kursverluste Emde 1918: 339 636,92 M., der L y po l he ke n be sta n d: 17 4: 3 912,88 M., ber Wert papier bestand: 1235 >036,50 M. Aus dem 176 801,88 M. betragenden Rein gewinn wurden durch bie_ Versammlmtg ins­gesamt 46 946 M. alsUnterstützunger, für öffent­liche wohltätige Zwecke" stovllligt. so u. a. für bas Säugling beim 6000 M., für ben Alice- fckmlnerein mit Laushaitungsschule, für Frauen- stildung usw. zusammen 3500 M., d-r Fürsorge- stelle für Kriegs Hinterbliebene ber Stadl Gießen: 3000 M., des Landbezirkes: 1500 M., fib: Mleirv kintzerichulen: 6550 M. Ferner erhalten: die Gc fdlfdxift jur Förderung des oberhessischen Hand roerf^ unb Zlunstgewerbes 1000 M., die Zentrale für Mutter- unb Säuglingss ür sorge in Hessen 1000 M., die fiäOL Fürsorgestelle für Lungen­kranke 2000 M., die >ri:eisfürsorge für Lungen­kranke 1000 M., ber Hessische Spar kasienbeani ten- perbanb 1000 M. nehm anderen klernerOi l^aben für Volks- unb Jugendbüchereren, Gemeindekral,- kenpsleqestationen u. a. m.

9Lufeerbem wurden genehmigt bereits veraus­gabte 1530 Mk und wei:cre 4800 Mk zur Unter­bringung minderbemllielter stnapst löier Kinder in Bad-Nausteim, Sonne 855 Ml für Belo-h-nungen nun Ttenirtvtm und 285 Mk für solche von Spa­rern bewilligt.

Für die durch Tod ausgeschiedencn Vertre­ter der Stadt Gießen 3 taiXweixrrtm ete Öu'hubSinto n, sowie für Falrlllani Dllh Im Rudolph Jen., ber fein Amt bedauerstcher.veise infolge Krankheit mederlegte, wurden von ber Stodlverordnetenvei saimnlluis die Stadtverord- neten Herren Gefchäftsfüstrer Fourier, Landge- rickttsrat Neuen Hagen, sowie Mtaifmann Äug. Noll zu Vertretern gciväAt, tväbrrnb die Ge­meinde Allendorf (Lahn) für den verstorbenen All- bürgermeitler Volk Bürgermeister B o l t, die Ge­meinde Lang-Göns für den wriuorbmen All bürger- meister 9dompf Bürgermeister Velten wählte.

An Stelle des ausscheidenben Vorstandsmit­gliedes Herrn Rudolph, welch'm neben den verstorbenen Vertretern der Vorsitzende für seine uneigennützige, unermüdliche Tätigkeit ganz be­sondere« Dank aussprach, wurde in ber Versamm­lung, Kaufmann August Noll in den Vorstand, für den verstorbenen Mtbürgermetsver Boll in Allendorf Bürgermeister Kreiling in Heuchel­heim, für ben verstorbenen Gewerberat L. Petri II. Lmidgerichtsrat Reuenhagen in den Aussichts- pat der Sparkasse! gewMt

Im übrigen wurden die nach ber Satzung dieses Mal ausscheidenden Aufsichtsrats­mitglieder, ixe Herren Bürgermeister Ho r n- Annerod, WtbLrgermrister Leun- Großen-Lin- ben, Repor Zaun- Gießen, Stadtvervckmete O r - big-Gießen, Archenrat S t ra ck- Gietzcn, sowie Bürgermecster Jung- Klein-Ltnden als Vor- ftaÄfrVmnglirbcr wiodergewckhll.

Tic Sparilasfc verzinst zur Zeit bei täg­licher Verzinsung die Spareinlagen mit 38/4 rozH., die Einlagen auf tägliches Scheckgeld mit 3Vs Proz.

Mms Kta-t und Canö.

Giesten, fr-n 3. April 1920.

Um die alte Klinik.

Der freie Hessische Landesverband Kriegsbeschädigter unb Hinterblie­bener übermittelt ims einen öffentlichen Protest, bem wir folgendes entnehmen:

Instttge der Umwandlung des Bezirkskom- mandos in Gießen in eine Ziollbehörbe iVersor­gung s stelle) reichen die bisfr'rigen Raume im Stabsgebäude ber Zeuaharcskajerne nicht mchr aus. DieVersorgungsstelleGießen stritte da her im Januar d. Is. bei der Stadtverwaltung einen Antrag aus ahberiDeiztge Unterbringung unb wies hierbei auf die alte Klinik lyin, die als La­zarett geräumt werden sollte. Ein gleich ge.igneier llnterbringungsort wie die alte Jtluiif r.nrb sich für die Bersorgungsstelle in Gießen kaum fütben. Sie liegt in unmittelbarer Näbe des Bahnhofes Wird ist von ben Kriegsb.schädigten leicht zu er­reichen. Der 1. Stock des Klinikgebäudes würde für die Bersorgungsstelle völlig ausveichen. Zur Zell stehen der Bersorgungsstelle nur 2 ücw unb 6 mittlere Räume zur VerfüiMwl- Darm arbeiten 60 Personen. Ein Warteraum für die beorderen nnb vorsprechenbcn Kriegsbeschädigten fchll über­haupt. Der vom Bersorgnngsamt Frankfurt *ur Bürgermeisterei Gießen entsandte Vertreter erfreft durch den Herrn Dberbürgermeifirr der Stadt Gießen den Bescheid, daß eine Unterbringung ber Versorgungssvelle in der alten Klinik nicht möglich sei, da verschiedene städtische Aemter in freiem Ge­bäude unter gebracht werden fallen. Er stellte jedoch das Barackenlager (ebcmalige Krd.'gsgefangeue::- lager) der Versorgungöstelle zur Verfügrmg. Durch ben Vertreter auf die unbequeme Lage dieser ehe­maligen intenuitiona(en Brllenkolonie aufuierkfam gemacht, schlägt der Herr Oberbürgermerster eine «Verlesung dieser Blllenkolonie an einengeeig­neteren Platz" vor. Ein anderer geeigneter Platz bürste jedoch in Gießen nicht zu finden fein.

Wir hvsfen, daß die Versorg-lngsstelle als 9teicb6bebörbe" betrachtet uni behandelt wird, die mindestens 30 Jahre bestehen bleibt unb bei ber täglich viele, arme, verkrüppelte, aller Lebens­freude beraubte Krieger Rat und Hilfe suchen. Für eine Reichsbehörde von solcher Bedeutung ist ein Ges Mi gen rn lager mit Baracken fein Aufenthaltsort.

Wir hoffvi und erwarten, daß das letzte Wort ht dieser 9bigefeyenbcit avck) nicht gesprochen ist, junb daß sich die Heroen Stadtväter der Stadt Gießen bei der nächsten Stadtvorstandssitzung mit der Anqetagenhell mteniro befassen."

Wir Ritö ebenfalls der Ansicht, daß eine Ver­legung brr Bersorgungsstelle m das Baracken lager der Entsermmg wogen ungeeranet wäre, glauben aber a»ch, daß dtealte Stirn? nicht mehr dafür in FraM» b>mmen Heim. So vierl wir hören, ist man fbgar daiovn abfldbmmen, städtische Aemter in das nirfinnfcrirtene Gtebäube Mi legen unb be­absichtigt ietit dessen Derliauf. Danrll bleibt die Stadtfrerwalrirng an einen Nenban wird ftmm Enten fein selbst weiteren beengt. Ta in allen zu BerwaltungSzwvcken brauchbaren

re inzwischen Nvlwdfrnmsen eingerichtet ^ind, ist vorderÄrnb nicht abzusehen, wie man ben be­rechtigten Interessen der KriegsbeschÄngten und» Hinterbliebsten Rvterung tragen ßoll. Wir »Wei­seln auch, vb die S^ad^pervrimetenpersamml'ung, die sich feit Wochen bemüht, der Stadt neue SBa- wattungdräunte tu schassen, hier Rat roafe.

Bon der Bezirktzsparkaye Giesten.

Bei der kürzlich unter Anwesenheit des Ver­treters der Aufsichtsbehörde, Regierungsrrll H c m - merde, abgehaltenen Mllgliürerversammlung konnte der Bor>itzmde, Direktor Zachecs, unter Vorlage des Geschäftsberichtes und Rechnungsofr- stUusses für 1918 feftftdbm, daß ber Entwicklung eer Sparkasse auch in bem Berichtsjahr zufrieden­stellend gewesen ist.

Die Einlagen yigen snach Rückzahlungen) eine Zunahme von 7 420 699,08 Mk. Sie be­trugen Ende 1918 33 245 870,04 Mk., die auf 34 804 Sparkonten angelegt waren, auf ein Sparbuch entfallen durchschnittlich 955 Mk. (gegen 914 Mk. in 1917). Eine gute Entwickelung bat auch ber 1917 neu ein geführte Scheck- unb lleberweisungsoertehr, sowie bfic Depotverwaltung genommen.

Der Umsatz im Scheckver kehr betrug 1918: 2 253 905.74 Mk, Ende des Berichtsjahrs waren auf 272 Scheckkonten = 585 041,43 Mk an­gelegt, dte Zunahme dieser Konten betrug gegen

Büchcrtisch.

Die Kunst", 2. Heft. November 1919. (Müncheti, ^>eriag F. Bructiimnn A.-G.) Preis vierteljährlich 10 Mk. Zu unseren schönstem und vornehmsten Zellfchriften geljört biei'e ausgezeich­nete llunstzellschrisl. Das inie Heft bringt an erster StelleDie Ausstcttmig 191 > der .Hünfticrvcreini* gung Dresden" mit vorzüglichen Reprobuktionettz unb Bericht. Besonderes ^ittcresse verdienen die uneber gegebenen ausgezeicineten Lithograpoien Mas Maprshofers, sie finb ben soeben bei F. Bmckmann in Münckten erschienenen 20 Lllho- graplnen entnommen, den ersten, mit denen bet: ,1tünfeier an die Ceffcndidrfci! tritt. GS scheint MaprsHofer daraus nicht anzulommen, die Tlotn* an sich auszuformen, sondern durch die Motive einer Stimmung Ausdruck zu geben, die aus Hellig­keit, Sommerfrvubigfcit, Lebenslust geht und denen Ausschöpftmg er diese Fülle Lichtes, diese Weihe, diese schöne ttxjrperlidiicit benötigt, lieber Bildercrhaltnng durch Gesundung der Maltechnik bringt Walter Grass bemcrkensn»erte Anwgiuigen^ Einen brellen Nan,n nehmen die Misqezeichiielettz Plastiken Fritz Behns ein. Was die vlastischen SäZöpfungen Behns at die Ist)Irren Spliarcn ber Kunst hinein hebt, ist das produktive, ba» seelisch stilisierte Erleben in jedem einzelnen Werk und daß sic olle zusammen anmuten wie ein Bekenntnis zur Primllivität, zur Urnatur. Im dekorativen Teil des Heftes findet das neueSlluvrpauS in Basel von Arckiitekt E. Ecken stein-Basel mit zahlreichen Ab- btlbungen und begleitenden Tert eine Wurdiglmg. Ignaz DeschauersNümlterger L9«ndtep<nche'^ dürfen als vorbildlich bezeickmet tverden Rerzende künstlerische Handarbeiten von Else Iaskolla und künstlerischer Sck>muck von Karl Nothmüller be- schlveßcn das Heft.

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Vir eröffnen AkM I3?2h)tlll92l,ü(i:

I llbr, in in üllceiiule Kirchstr-ß-A miet Leitung rari! I. Vorsitzenden hm llfiarnbatu-.'.te «prüster Um Wr StenogtflW " tsItzW fn«Wrift iür t|W abj&crrte.Uflttnt lb 15 Wart Meldungen a.v.tl nauutrn/Savvgl cft^5,obexiu*' ti Unierrlchts er>

Der v'st Verein f«rU spick M/! Heolc aVtnbSV- iammeniem m. ^rankiurterE--

1, Feiertag. H FMI-vol-pen -- Blink vi L"r nd-Spi'le?8 tunitaui abenbö: W| *

«IfÄgiSi «efipten. lL!^

hört, endllch losplatzt mit Regen schmissen und I bafter, aber um st> heißer ersehnt: Ostern, deutsche Sonnengefunkel, mll Hagelschloßen und Blau- Ostern!

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täte*

Ostern (920.

Es ist heuer doch anders als sonst: Zaghafter, tx= inbrünstiger unglaubhafter, aber um so fifrr ersehnt: Ostern, deutsche Ostern.

Gestern begnete mir ein Mmin auf der (taifec, tK'r stützte sich auf feinen Spazierstock und u firm Inng ihm fein Regenschirm. Praktisch war t. So ist es.

Und doch:

lücher "Deutschlands Aecker und Au'n la fliegt durch Dollen und Lichc und Sturm (Eine erste Schwalle von Turm zu Turm.

Ist es denn schon so fange her, daß unser 3!»r Richard Dehmcl fern unsterbliches Frühlings- x£t fang ?Durch Wolken, Lickt und Sturm!" ö Nensck>enherzKlein-Deutschland" du, hast dt te nicht auch schon gesehen, die erste Sck^walbc? - Sicherlich!

Und da quälen wir uns gegenfettig, erst gegen cm Welt von Feinden. Daun, ba sie uns glück- !in am Boden haben, fan-gen wir selber Gezänke :ii:dem eigenen Lausnachbarn an. Aus Gewohn- hd schon. Als ob er nicht ein Atensch sei ^vie ti mb ich. Als ob er nicht auch warte auf den ftübling ufib die Sonne und den Wauen Hiin- '.6 und die erste Scfrvalde. Und reden btfri zur Sectbigung sachlick) und begeistert in allgemeine Üe^scktetwerbrüderung hinein.

Indes macht die Erde sicl) gar keine Sorgen Und ist nur in aller Stille bedacht Und rüstet froh für den einen Morgen, Da alles blüht und duftet und lacht,

fcribt benvcil heimlich ber Dichter Hugo Salus ü frin Notizbuch.

Und merken kaum, daß über den kleinen Haus- Tnmynm hrwveg ein rjrfrriger Lausbub Grirnaf- )n schneidet, uns schon lange kopfschüttelnd zu-

Es ist noch einmal darauf iMn^uweisen, daß I Itnet völlige Zwangsbewirtsck»stnng für Eier in : b<H)en gar nicht mehr besteht. Eine Statt

1 Oeteric- caitlid) nicht angriechen werden kann. Den Wmr - der Landwirtschaft ist auch bezüglich des AstfüU'ln ß!i?rQses weitseihend entgcgengÄrnnncn. Es liegt im «C für das Irchr 1920 fern Grund zu einem

t763 D*Ü-\ri "t^rmantrriff auf die Hes ischen Borschnfen über " 11 ht rabliefecimg und Eteihandel vor. Demi and)

In -Zreußen alle Schranken auf diesem Gebiete ge- 'klzn sind, so Ixiben dock) verschiedene süddeutsche ttaaten die ZwangsbewirtfckvMnrg siortgeftchrt und