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scheidung des Provinzia au-scfar ses Cbcrte'f it für finden wird.

ICirctye und Schule.

Berlin, 2. Febr. (Wolff) Für die Um­wandlung der militärischen Bil­dungsanstalten in bürgerliche Erziehungs­einrichtungen neuzeitlicher Art hat das Reichs» minisierium des Innen! den bekannten Pädagoge» und Schulrefornrer Oberstndienrat Dr. Kerschew sie ine r als Hauptmidaröeiter urtb Sachverstäv, digenrat berufen.

Aus vem AmtSverkünVigungsblatt.

* Tas Amtsverkündigungsblatl Nr. 17 vom 2. Februar enthä t: Verordnung üoer die Preise für Sommerungssaatgut von Brotge­treide und Gerste. Vom 12. Januar 1920. Bekanntmachung wegen Uebertragung der dem Neichsminister für Wiederaufbau durch die Ver­ordnungen über die Rückgabe der aus Belgien und Frankreich entfernten Maschinen vom 28. März, 14. November und 22. Tezemoer 1919 verliehenen Be u nii)c. Vom 6. Januar 1920. Erwerbslasenfürsorge; hier: Nachwei.ung für den Monat Januar 1920. Tie Durchführung der Fleischbeschau b.-i inlänri ch n Schlachtungen wäh­rend des Krieges. Abivefa der Maul- und Klauenseuche. Ausbruch der Räude. Dienst- nachrichten des Kreisamtes.

Unter dem Pferdebestande des Adam Dörrschuck, Gut Friedelhausen, des Heinrich Ei.er in Muschenheim, des Stonvob Sckwch zu Treis a. d. Lumda und des Gutspächters PH. Schudt in Londorf ist die Räude ausgebrochen. Tie Sperrmahregeln sind angeordnet worden.

Dienst Nachricht en des Kreisamtes. Philipp Schäfer VIII. aus Annerod ist als Po­lizeidiener für die Geineinde Annerod ernannt worden. Tas Ministerium des Innern Hal der Stadtgemeinde Baden die Er aubnis erteilt, 5000 Lose der am 12. Februar ds. Js. zur Ziehung gelangenden Reihe der Baden-Badener Geld­lotterie innerhalb des Freistaates Dessen zu ver­treiben.

*» Am tliche Personalnachrichten. Durch Erlast des Reichspräsidenten vom 19. De­zember 1919 wurden mit der Amtsbezeichnung Ab- tellmigspräsütent ernannt der Mini'terialvat Dr. Georg Dellwig zum Leiter der Aotz i u. :g für direkte Steuern, fc«er Gelteime Ob:rsinanzrat Ävn- rad Ferdinand Bornscheuer zum L-iter der Abteilung für Zölle und Verbrauchsabgaben, beide beim Landesfinanzamt Darmstadt. Erledigt ist eine mit einem evangelifckien Lehr'r zu be.estende Schulstelle zu Gvoßen-Buseck, Kreis Gießen^ ferner ner zu Durchardsfelden, Kreis Giest-m. Mit der lebten Stelle ist Organisten^ und Lettovendienst verbunden.

** Wem gehören die Stühle? Ende August 1919 hat eine Frauensperson bei einem hiesigen Schreinermeister sechs Stühle rur Erneuerung von Sitzen abgegeben und sie dis heute nicht wieder abgeholt. Es besteht der dringende Verdacht, datz sie die Stühle zur Reparatur der Rohrsitze erhalten, das noch darin befindliche Rohr entfernt und sie zur Bersehung mit Holzsitzen an den Schrei­nermeister gegeben hat. Die Eigentümer wer­den ersucht, sich dieserhalb mit der Kriminal­polizei ins Benehmen zu setzen.

Landkreis Gießen.

Die Vürgermeifterwahl in Rüdding4hansen.

rm. Darmstadt, 2. Jebr. Der Verwal­tungsgerichtshof beschäftigte sich am Samstag mit der Büraermeisterwahl in Rüddingshausen im Kreise Gießen. Tie dortige Wahl, die mit Stimmengleichheit endete, worauf das Loos ent­schied, war angefochten worden, da ein Mädchen gewählt hatte, das zwar in der Wähler- liste st and, aber trotzdem keine 20 Jahre a l t war. Sie hatte sogar aus Be­fragen erklärt, dast sie schon 20 alt sei, obwohl dies nicht der Fall war. Ter Kreisausschust Gie­ßen Hal die Wahl für gültig erklärt, weil mit der Aufnahme in die Lute nach dem bestehen­den Gemeindemahlrecht ein formales Recht ge­schaffen sei. Im Gegensatz da.u hat dec Pro- vinzialausschust von Oberhcs en die Wahl für un­gültig erklärt, weil nach bestehenden ander- weiten Bestimmungen das formal Recht nicht soweit geben könne, dast auch falsckfe Unterlagen : zu recht bestehen, aus denen man ein Recht far- ; leiten könne. Ter Provinrialdirektor hat nun i zur Herbeiführung einer Entscheidung durch den höchsten hessischen Geiicbtshos Berufung verfolgt, i Es wurde die Entscheidung dahin gefällt, daß : diese Berufung zurückgewiesen und damit die Ent-

Sport.

Bootshall'lefnweihung.

Ter Verein Rudersport bezog am Sonntag fehl neues Heim. Das dreistöckige Ge­bäude von der Lolat-Eisenbeton-Gesellfchast in dem bekannten U-Plattensystem gebaut nach Plänm der Architekten Ludwig und August Seulmg in Gießen kann als das Muster eines modernen Bootshauses bezeichnet werden. Eine besondere eingehende Beschreibung kann au ine)er Stelle unterbleiben, da die lohnende und allgemein zu empfehlende Besichtigung des Baues vom Verein jedermann gerne gestattet wird. An die Ueber- gabe des Schlüssels schloß sich eine akademische Feier an. Nachdem der Vorsitzende die Erfchie. nennt begrüßt, legte Rechtsanwalt Horn­berger in längerer Festrede die Geschichte und Ziele des Vereins auseinander. Oberbürgermeister Keller und Oberregierungsrat W e l ck e r be­grüßten dann namens der Stadt und der Regie­rung den Verein in seinem neuen Heim. Weitere Begrüßungsansprachen hielten noch Professor Geyer für die Rudergesellschaft, Umversitats- Obersekretär Erle für die vereinigten sieben Gießener Sport- und Turnvereine, Herr Bar­do r f f aus Frankfurt a. M. für die Frankfurts Ruder vereine und zugleich im Namen und Auf­trag von Stadtvat Bernecker als Mitglied bd Ausschusses des Deutschen Nuderverbandes. Nach­dem noch e in Vertreter des Kasseler gtuberocrem# und des Ruderklub Hassia-Gteßen ihre.' Glück­wünsche dargebracht und je eine Freundschasts- flagge überreicht hatten, begrüßte Leutnant Schäfer als Vorsitzender und Begründer der aka­demischen Ruderabteilung der Landesuniverjität den Vereiti Rudersport in seinem neuen Heim. Herr Hans Schmall gelobte namens der cms- übenden Ruderer dem Vereine rege sportliche Be­tätigung und unverbrüchliche Treue. Mit einem Schlußwort des Vorsitzenden endete sodann bei akademische Teil der Einweilmngsfeier, der sich dann am Abend ein gemeinsames, einfaches, der Zeit entsprechendes Abendessen mit darausfolgen- dem gemütlichen Zusammensein der Mitglied« anschloß. *

Fußball: Am Sonntag spielte auf dem Trieb die 3. Mannschaft des BereinZ für Rostn- spiele von 1900 gegen die 2. Mannschaft des Sportvereins Merkur. Gießen 1900 war die bessere Mannschaft, konnte bis Halb-Zeit icbo® keinen Erfolg erzielen, da Merkur gut vetteid/A Die zweite Halbzeit brachte eine Aenderm«, 6» der Sturm der 1900er jetzt besser zufamE spielte. Vor allem brachten die prächtigen kenläuse des Rechtsaußen- das gegnerische TM in ständige Gesahr. Mit 5:0 Toren gewinnt V. f. R. 19^0 das Spiel.

Tie 1. Mannscha t des V. f. R. 1900 sneüe in Wetzlar mit einer durch Ersatz etwas geschwoch ten Mannschaft gegen den dortigen Ballsmel- llub und gewann leicht mit 4 :2 Toren. Gtetze» > hatte das Spiel ständig in der £xrnb, so das , es sich lediglich als ein Angriffsspiel aus dv - Wetzlarer Tor gestaltete. In der 2 Halbzeit gut : Wetzlar in der Abwehr zu scharf an. Gie^ I spielte daher vorsichtiger, wodurch ein höhere

Resultat vermieden wurde.

Aus Stadt nn- Cant.

Gießen, den 3. ,Feör. 1920.

Kriegsgesangcnen-Hcimkehr.

Bürgermeister Tr Luppe- Frankfurt a. M. begrüßte gestern vormittag mimens der Rruchs- rtgienntg im faesigen Turcksgangslager die zurück- gekehrten Kriegsgeiangenen. In einer kurzen An­sprache schiloerte er den Heim Ehrern die Lage in Deutschland: er forderte sie auf, alles Trvnnende zurückzu stellen und an der Wicdevanfrich ung des VaterlmrX's mit allen Kräften mit zu arbeiten. Ge­schlagen seien wir, verarmt und in Not. Darüber dürfe uns auch nicht die Flut des Papiergeldes hinweg.äuschen. Nur durch ernste Pllichteriüllung utü> Arbeit könne unser Vaterland erhalten bleiben: dann auch nur könne unseren Kriegsbesästibiglen das zuteil werden, was sie brauchten. Was in unseren Kräften stehe, um den ^urüdgetelyrtm das Neu einleben zu erleichtern, werde grfcbebvn. Aber immer möge man bedenken, in welcher Not sich das deutsche Volk befinde. Alle möchten mit- falfen, das Teutsäic Reich dem beutidje Volke, der Jugend, der Zukunft zu erfalfcn.

Ter Redner schloß mit einem dreimaligen Hoch auf das Deutsche Volk und Reich.. Die Zurücks gefeierten stimmten träft 15 in den Ruf ein.

Gestern abend veranstaltete der Empfangs- ausschust für beim Fe'brenbe Kriegs­gefangene in den Räumen der Liebigshöhe einen Begrüstungsabend für die vergangenen Jrn- tag hier ein getroffenen ersten Heimkchrer ans Frankreich. Die Leitung des in jeder Hinsicht gc- lungenen Abends führte Herr Dr. Schmider, b:r auch die einleitenden Worte sprach. Hieraus sang der Bauersck-e Gejangoer.in, dcr ich unter Lst- bmg s ines Arigenten, Herrn Görlach, in dan­kenswerter Weise zur Verfügung gestellt falte. D« Begrüßungsansprache hielt Oberpoltsekretär Ko Hl- hase, dec in beredten Worten den Heimkehrern den herzlichsten WUlkommengrust der H<iinat ent­gegenrief. Er gab den vielen Gefangen m, die teilweise 5 Jahre lang in französischer Gefangen­schaft geschmachtet hatten, einen kurzen Heber» blick über die Entwicklung des Krieges, zeigte ihnen, in welcher Lage sich Deut:cluland nun be» findet und ermahnte sie, am Wiederaufbau un­seres Vaterlandes tätig mitzi wirken. Die Aus- Mirungen des Redners wurden mit herzlichem Beifall aufgenommen. Zwischen Borträgen des Baucrschen Gesang^eeveins und der LagrrkLpell: wurden von den Damen des Roten Kreuzes des Gefangenenlagers und des Volksbund. sMm Schutze der beirti'dxii Kri gsgefangeren zal lreicfa Liebes­gaben unter die Heimfelwer verteilt. Aus ihvm gteif?en heraus wurde von Herrn Schibasky aus Breslau dec St-idt Gießen und allen denen, die für fag Wohl der Heimkehrer tätig waren, marine Dankes Worte gewidmet. Seine trotz sckHverster Er­lebnisse von starker Zuversicht getragen«) Worte erweckten ftimri chen Beifall. Dr. Schn, ixr wünschte am Schluß den Heimvehrern eine glück­liche Heimfahrt zu ihren Angehörigen und schloß bat gut aus genommenen Begrüstungsabend.

Hausfrau und Hausangestellte.

Gegend allseitig beliebt. c

Kreis Friedberg. . 1

bnz. Bad-Nauheim, 1. Febr. Em in | Brand geratenes Motorrad erregte ! gestern in der Waldstraße berechtigtes Aufsehen. Ans dem Benzinfal er, der in Brand geraten war, 1 schlugen "hohe Flammen heraus. Ter Fahrer, der abgesprungen war, mußte anfangs tatenlos zu- sel.en, bis er sich feinem Rad wieder näh.rn konnte. Tas Rad, das einen Wert von 9030 Mk. haben sM ist teilweise vernichtet und musste vorläufig eingestellt werden. Ter bisher um 6,07 Uhr liier abgegangene P er so ne n z u g nach Frank­furt a. M. geht feit heute ab BafaNauhcim 5,49.

Hessen-Nassau.

Mord.

XSchlüchtern, 1. Febr. Ein Gvldauf- täuf e r ist auf der Landstraße von Schönau nach Seifriedsburg in Unter franken ermordet und be­raubt worden. In einem Graben fand man den Kaufmann Wilhelm Rubenstein aus Ftmik- furt am Main tot vor. Ermittelungen ha­ben ergeben, daß der Mann schon am Montag nachts anscheinend von mehreren Personen über­fallen und erstochen wurde. Er soll in der Um­gegend für etwa 50 000 Mk. Gold und Silber aufgekaust haben. Sich auf der Heimreise be­findend, wurde er hinterrücks mit einem festen Gegenstände zu Fall gebracht und durch sechs Messerstiche in den Kopf getötet. 3000 Mk. m Papiergeld wurden noch bei ihm vorgefunden, die in den Taschen ganz versteckt waren und scheinbar von den Tätern nicht bemerkt wurden. Es wurde bereits in Gemünden ein junger Bursche im Alter von 20 Jahren festgenommen, der mit dem Ermordeten in geichäst icher Verbindung stand.

Eine Fafschitt'inzcrdaniie.

----- Frankfurt a. M., 2. Febr. Ti« Krimi­nalpolizei überraschte in der Wohnung des früheren Bauunternehmers und jetzigen Schreiners Adolf Grimm, Ro'.fachildaNee 6, eine Fil.chmünzer- band«, als sie auf drei Truckpressen falsche Funfzig- marrschcine her zu stellen suche. Grimm veriuchte eine Anzahl Sch. ine zu verschlucken, doch gelang ilM d-ics nicht. Es wurden zahliriche Falsch- schcine, bte Pressen, Chemikalien und Papiervorräte beschlagnahmt. Ms Mittäter nahm man neben Grimm noch den 22jährigen Buchdrucker Ludwig Pohl aus Eg-clsfach und den 23jährigen Litho­graphen Heinrich Leder fest.

Frankfurt a. M., 2. Febr. Tas seit 47 Jafaen int Stadtteil Bockenheim erscheinende Frankfurter Tageblatt" fat wegen der Ungunst der Berfallnisse sein Erscheinen bis aus weiteres eingestellt. _ ,

= Frankfurt a. M., 2. Febr. Tie Ga st- Hausbetriebe haben ihrem Personel zum : 15. Februar gekündigt. Es kommen etwa 4000 : Personen in Frage. Man ist jedoch der Ansicht, daß das Rcick)swirtichaf smiuisterium in der strit- i tigen Frage der Besserbclieferung der Gasthäuser > mit Lebensmitteln noch eine befriedigende Lösung

Tie außerordentliche Mitgliederversammlung , deS Gießener Hausfrauenvererns am Samstag «benb hatte einen Vortrag von Frau Kromer- Mannheim aus der Tagesordnung über: Hausfrau und Hausangestellte. Die 1 Rednerin legte den Gejetzesvorschlag: Dienstver­trag für Hausangestellte zu Grunde, der dem­nächst verabschiedet werden soll. Bei Anerkennung der Gründe des Gesetzes, das aus der allgemeinen Arbeitnehmerbewegung herouskammt, und bei An­erkennung der Mehrzahl der Paragraphen des Ge- ' ^tzes als vorteilhaft für beide Teile der Inter­essierten, soll dadurch doch die Ausstellung eines Arbeitsvertrages gesetzmäßig werden, wies die Red­nerin auf einige Punkte hin, die praktisch un­möglich oder der Natur des Hausangestelltenver- hältnisses zuwider seien.

K 5 Iäu,t auf die Fortsetzung des 8-L>tund«t- tages hinaus. Ein Urning, da die Familie keine Fabrik ist, da die Hausfrau keine Kontrolle über die Arbeit ausüben kann, da die Arbeit nicht auf 8 Stunden zusammcngedrängt werden kann. Man denke an die Einmachzeit. Ueberstunden Tann der Turchschnittsfausha t nicht bezahlen.

K 15 setzt fest, daß die freien Tage sowie der Urlaub mit freier Kost anzusetzen sind oder mit Kostgeld Ersatz dafür zu gewähren; Urlaub außer­dem bei vollem Lohn zu geben ist. Urlaub alle Jahr 8 Tage, sowie die vorgesehenen freien Tage gehen über die Grenzen eines Beamtenfausholtes wwohl was Zeit als auch was Geld betrifft, west hinaus.

Ter Lohntarif aber sei von allem Unmög­lichen das Unmöglichste. Alter und Leistungs- sähigkeit decken sich nicht, Alter und Vorbildung ebensowenig, Alter un) Anforderung gar nicht.

Alles in allem laust sowohl der Lohnvertrag auf Grund von Tarif als auch mehrere Para­graphen des Arbeitsvectrages darauf hinaus, das Verhältnis zwischen Dan.angesie lten und Haus­frau aus einer engeren Familiensrage zu einem Fabrikverhältnis zu machen. Ganz besonders soll ten die Angestellten nicht vergeisen, daß sie in jeder Stelle mehr für das eigne gedeihliche Leben lernen als ein Jabrikmädel, und das sei doch auch als Vergütung zu rechnen. Angesichts dec drängenden Ent cheidung diese-s GeseLesvorfchlages mußte die Rednerin es bedauern, vor einem nur schwachen Publikum zu stehen Alle Hausfrauen,

gültig erklärt wurde. ES hat somit eine Neu­wahl stattzufinden. *

** Beuern, 2. Febr. Aus Anlaß des am vergangenen Tonnerstog lier gefalteiwn "itoru^ vollen Vortrags von Pwstuor ^kirb aus Gießen fat sich auch in unserer Gemeinde eine Ortsgruppe der ,.Liga zum Schutze der deutichcn Kbiltur aebil. v der der hiesige Volksbildungsverem ge- schlo fen beigetreten ist. e

r*. Inheiden, 2. Febr. Bohrnn:ilter Stefan K u hv von hier wurde faule auf 1 einer Arbeits­stelle bei Wetterfeld beim Herabsallen einer Walze derart am Kopf getvofsen, daß er bewü ßl lv s in das KranlenfauS zu Hungen gebracht werden mußte. Ob die Verletzung lebensgefährlich ist, konnte noch nicht festgestellt 1 verben. _ ,

W> Lioindo r f i. d. .Rabemiiu^. 2. t^br. Gestern fand in bei I-iesigcn Kirche ein K ir che n ko u zer t von falle Konzerlorganisten und Kvmpmii^eii lld. W-el>er miö dessen ittin, far Konzeit: angerin Frau Emma.Wiebe statt. Tie vorgetragenen S.ücke, tllrssische A?usik der Alt-, und Neuzeit, wurden meisterfaft erledigt. Besonbers geiiel Mariä MorgL.nl ieü von Max R.gcr und die Korn- po,i.ion für Orgel Jubilate von Adolf Wieber.

g. Lollar, 1. Feor. Aus Ve.cmlas ung hie­siger Eisenbahnb.amter nafan die Genlarmerie g - stern vormittag auf dem hiesigen Ba'hnfaf eme Durchsuchung des um;angreich«i Gepacks zwei"' Herren vor. Das Ergebnis war, bau man hk, i als 150 Eier, 135 Psd. Weizenmehl und I6V2 sd. Laaidbutirr u. a. vorgesundeu wurden. Das ernster gut war fct den Orten fax oocr«i Rabenau eingekauft nxnt-cn. Es mären zwei Hranr- firrter, die nach Feststellung ihrer Namen unter Abnahme ihrer w.rtvollen A<ren riA'iteticvbm. Wünschenswert wäre es, ivcmi die be^chlagiiamten Sachen hier am Orte verblieben und an Nicht-- selbstversorgern abgegeben würden. Die öndm Hamsterer befuchteii bie Rabenau fas öfteren und waren bereits wiederholt durch ihr umfangreiches Gepäck aufgesallen. Fast wöchent.ich einmal warm sie hier auf Durchreise.

Kreis Büdingen.

-m. Berstadt, 2. Febr. Unser seit langen Jahren hier ansässiger prakt. Arzt Bolt aus Büdingen wurde gestern abend vom Tode ereilt. Tr. Bott nxrr ein tüchtiger Arzt und in der

auch btt, denen c5 gut mit den Angestellten ginge, hätten kommen müssen, um die.e für den ge­samten Mittelstand, ja für alle kopfreichcn Fa­milien so lebenswichtige Frage zu Härm, xie Hosfnung aber m dieser Hinsicht und dec Rai, den die Rednerin gab, war durch Vereinbarung reicr Natur den Arbeitsveitcag durchzusühren rnd das vraktische undurchführbare Gesetz über« lüssig zu machen.

Gültige Lebensmittelmarken

für täc Zeit vom 28. Feoruar 1920.

Brot: 2200 Gr. Brot oder 1600 Gr. Mehl. Brot Klgr. 1,18 Mk. Weizenbrvtmehl Klgr. 1,44 Mark.

Butter: Marte 5. 125 Gr. Margarme zu

1 43 Mk

' Fleisch: Wochenabschnitt 5. Metzger für Fremde K. Krug, Marttplatz 23.

Zucker: für Feoruar iwch nicht cutgetnoiKn.

Nährmittel: für Feoruar noch nicht «n- getroffen. , ,,

Nährmittel und Zucker für Zuge­zogene: Gebr. Berdux, Bahnhofs^. 27. Hch. Reuter, Ludwigsplotz 4. Ernst Radtke, Wallter- straßc 34. K. Klingelmeyer, Ludnngftr. 57. ^oy. Recsthardt, Schützenstr. 10

Zucker für Kranke: E. Radtke, Wall-

ähr mittel für Kranke: Emm«4cher Waren-ExpeN ion, Seltersweg 59.

Mehl für Kranke: K. Dutll, Astec- ^N^ährmittcl u. Zucker für Fremde: H. Becker, Löwengasse 28.

Seife: Marke für Februar 20. Anteil 125 Gr. K. A -Seifenpulver, das Psuiid zu 2 Mi.

♦♦ Ausgabe von fonbenf ler ter Milch. Tte Milche mpfängir, deren Karte auf 1/» Liter lautet, erhalten am Mi twoch den 4. und Donnerstag den 5. Febr. in den im Anzeigen­teil aufgeführten Geschäften gegen Abg^ibe der Milchmarke vom 9. Febr. der 7. Woche anstatt dec ihnen zustehenden Bi'llmilch für den 5., b 7 und 8. Febr. 1920, eine Don Bonden ierte ge­zuckerte Vollmilch. Der Vereaufsprers betragt 6,80 Mark pro Dose.

Beranstaltuagen.

Dienstag, 3. Febr.: Deutsche demokra- ttsche Partei: 8 Uhr Ag,»arium Mitgliederafand Verein der Gießener Kunstfreunde 8Vs Uhr Neue Aula Vortrag Geh Rat Tr. ClemenPro­bleme der modernen Plastik". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Carmen". Lichtspiele, Selters­weg,Die Herrin der Wett".

0eegefpen|tec.

Roman von Anny Wothe.

AeerOarisdics Copyright 1918 by Aeny Wothe-M*hn, Leipzig

(Nachdruck verboten.) Fortsetzung 35

Alke hatte sie durchdringend angesehen und test geantwortet:

Indem man bereut und gut zu machen ver­sucht. Tie armen Seelen, denen man weh getan, die muß man erlösen. Der Pastor hat es neulich auch getagt, und der verstehls."

Nein, das konnte Estrid nicht. Sie war ver­dammt, die Last immer weiter zu schleppen. Das Haus hier erdrückte sie, aber so ost sie auch schon daran gedacht, davon zu laufen sie fomire nicht fori, letzt nicht. Peter Bonken würde fie immer wieder einfangen, denn et wollt ia dis Kind. Erst wenn es da war, würde er sie ziehen lassen.

Wenn er sie aber zurückschickte? Wenn er zu seinem Bruder hielt?

Wie im Fieber glühten Estrids Wangen. Nein, es würde schon Rat werden. Nur kräftig und ftarf mußte sie werden, jetzt, wo sie sich ^rper- lich so elend fühlte, würde sie unterliegen.

Wie mrheimlich still es im Hause war. Knechte imb Mägde saßen wohl beim Punsch in der Ge­sindestube ober vergnügten sich auswärts, uiür Akte war gewiß schlafen gegangen. Schauerlich tönte die alle Uhr. Langsam, unheimlich dröhnten die Schlage: Mitternacht!

Esttid bebte zusammen.

Nun war das alte Jahr, das Leidensjahr da­hin, ein neues kam mit neuem Leid und neuen Schmerzen.

Unsicher blickte sie in dem gxofan Raum um­her. Da itxmb noch die Wnhnachds anne, behängt mit Rausch- imb Fl tl ergo Id. Nur ein einziges Lickst ragte noch zwisäten den grünen Zweigen auf. Langsam sdmrd Estrid auf und 5 irr.be le die Kerze an.

Wie ein Licht, das man einem Vrrflordenen weiht," fachte fie, und ihre Hand gitterte.

Wustden da nicht draußen Schritte laut ? Wer formte zur Mitternacht hier m? icrgefai ? Der Gottestoog lag so einsam. Wirklich, iie Schritte Farne 1 näher:Tapp, tapp"ging es durch den

tntxr harten

leicht Estrid stand das Herz still. War bas nicht der- 1 selbe Schritt, bet sie des Nachts so oft erschreckt?

Estrid lochte leise vor sich hin. Ein Schein deS alten zauberhafte«-Läckelns huschte über ihre Züge. Peter Donken glaubte natürlich, sm würde allein geben. Da täuschte er sich gründlich Das fttnb würde sie mitnehmen Oäoaz faimlich würde

sie entsühren und es für immer seinen Aug-n urtb feiner Macht entrücken. In hentbf Länder

würde sie sich mit dem Kinde fluchten, ju Bent Bon len, der würde sie verstehe

mahnte Estrid ganz sonst, all ihren Mut zufM menteffenb.Ich bin Peter Bonkens Frau uB ich kann dir nicht folgen."

Jngewart lachte bitter auf. .

Warst du nicht auch meine Bnmt und m doch Peter Banken gefolgt? Halte dich nicht> urmuk auf. Wir müslen fort, noch in dieser, in der Geiste? stunde muß es sein." , , A

Meine Mutter ist gestorben," fuhr er fort, als Estrid reglos verharrte,und die kleine Solv«, die so gut ist, hat diesmal schlecht aus gepaßt. Heute nachmittag hal»en Nur dreArutla begraben. Da bin ich fort, auf Stahlschuhen iwe das Eis. Komm, zieh die deinen hervor. Ehe cor. Morgen anbricht, sind wir daheim."

Er ist wahnsinnig," dackste Estrid Wj1 Granen, und ihre Hand tastete nach der Klmga, aber sie fand sie nicht. Ihr Herz klopfte rn>» senden Schlägen. Wenn der Kranke Gew^n brauchte. Sie nur ganz allein mit rhm. w manb würbe ihr Rufen hören, keiner konnte 1 gegen den Rasenden schütze:i.

Gut," sagte sie bann, sich gemalt am -u sammenraffend,ich will mit dir geben, wart, warte hier auf mich. Gleich bbi ich fen.g-

Ihr einziges Trachten war, möglidjft fdX aus dem Pesel zu kommen. Sie wollte »c imb die Knecfae rufen, die sollten fie schützen. 9^ wart Fetts vertrat ihr den Weg.

(Forietzung folgt.)

Verzweifelt blickte sie nach der Tür. Sie wollte hinstürzen, den Siegel Dorf (fachen, aber schon hörte sie den Schritt auf der Diele. Sie wollte schreien, sie tonnte es nicht. Starr, mii geweiteten Augen stand sie inmitten des Pesels, beide Höaide auf die schwer ntmeiibe Brust ge­preßt, irrto sah voll Grauen, wie sich die Tür laut­los öffnete. Ein Mann mit wirrem Haar und Bart erschien darin, wie sie ihn oft in schlnnnm-v' losen Nächten in ihren Träumen ft leben, und fach anders Haar intb Bart seine ihm lose um be.i mageren Körper schlotternden Kleider Nxrren wie von einer weißen Eiskruste überzogen, wie bei einem, der lange draußen in der Wintern-ackst gewandert.

Jngewart Ferks," schrie Estrü» entsetzt auf.

Dfa Dtonn schloß schnell die Tür.

So kennst bu mich also doch," höhnte er,ich glaubte, bu hättest mich vergessen. Mach dich schnell fertig, "befahl er,ich komme, bich zu falen.. Du mußt mit mir gehen, Schön-Estrib, das alte Jahr ist Vorüber, das neue beginnt DcrS wird lustig unser Hoch^its ahr."

Estrid wich entsetzt vor ihm zurück.

Was, du fträubft dich?" forschte er imb feine tiefem gesunken en Augen fmiEd en sie an.Hast du vergessen, was du mir schuldig? Bin ich nickst immer des Nacksts in Gedanken bei dir gewesen imi) habe es dir gesagt?"

Du mußt wEoer gehen, Jngewart Ferks,"