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Gedankenvoll, ein tiefes Erschauern im .Herren, durchschritt der junge Seemann das Dorf. Jed.'s alte Friesenhaus grüßte der aufftrählende Mick seiner ernsten, grauen Augen.

Wie tixir die Welt so schön und wie wunder- elig lachte die Heide? Sie blühte blutrot und die chwarze Rauschbeeve hing in üppiger Fülle an ichtgrünen Sträuchern. Hier und da wicgte |i(ti eine blaue Glockenblume und die gelben Schmetter- lingsblüten des Ginsters mischten sich mit den tnrntten, leicht rotgefärbten des Schotenklees. Bmt brach einen großen Strauß, auch die blatzwte Grasnelke pfückte er und die gelben Wüten mit dem luftigen NamenUnserer lieben Frauen BNt- strvh."

Bald hatte er emen wundervollen Heide- strauß.

Wie ein Hochreiter," dachte er.

Einen Abschiedsblick warf Bent noch auf die kleinen Bläulinge, die im flatternden Fluge über die blumige Heide taumelten, die hier am End! war, dann eilte er dem Morsumklisf zu.

Aber wie scharf sein Auge auslugte, uirgmds war ein menschlich Wesen zu entdecken.

Der Blumenflor hatte aufgehört, nur die so- genannte Männertreu eine Distel art mit fremd­artigen, weißgrauen Blättern, dornig zu gespitzt und mit violett schimmernden, kugeligen Blüten- köpfen, wuchs spärlich int Sande. Ob er auch die Männertreu noch zum Strauße fügte?

Nein, die brachte er selbst aus Dollem, heißem Herzen.

Das lachende Svnnengvld über der Landschaft und über dem Watt war verschwunden. Im Westen hoben sich dunkle Wolkenberge auf und Bmts hmbiget Blick erkannte daran ein neues Wetter, das sich in Kürze entladen mußte, ©een Schritt wurde zögernder.

(Fortsetzung folgte

erste

treten.

weizen, 1089 T. Erbsen, M) T. Linsen -und Wicken,

Reue Höchstpreise.

rüden, 956 063 T. RuErüben, 30 630 T. KolL

** Die Zuckerpreise. Wie bereits 49 295 T.' Mohren, 12398 T. Weißüchl, mitgeteilt wurde, sind die Zuckerprefle der 731 T. Zwiebeln, 202 014 T. Klee, 58 252 T.

Kleinverkaufspreis auf oer Seife selbst bei Seifenpulver auf der Packung in deutlicher

flüchten ohne Getreide, 147 T. Gemenge aus HMenfrücküen mit ©erveibe, 453 827 T. Kartoffeln, davon waren eriraM 6833 T., 140916 T. Zucker­

der Hülsenfrüchte und Futtergräser, Klee usw., im allgemeinen besser gewesen ist.

Nachberech-nung für alle Lieferungen vor dem 31. Januar 1920 darf nicht stattfinden. Aus­drücklich .wird betont, daß die erhöhte Umsatz­steuer in-dieser Preiserhöhung bzw. in der Erhöhung des Großhandelszuschlages voll ent­halten und eine besondere Berechnung der Um­satzsteuer, wie dies vereinzelt geschehen, nicht statthaft ist. Die Kommunalverbände werden ersucht, die Kleinhandelspreise entsprechend diesen Erhöhungen unter Berücksichtigung der von den Kleinhändlern zu tragenden Umsatz­steuer neu festzusetzen. Ein Kleinhandelszu­schlag von ungefähr 1618 Pf. auf den frei Haus des Kleinhändlers ermittelten Betrag dürfte als angemessen anzusehen sein.

Luzemeheu und 289 665 T. Wtesenhctui. Aus den

Bergleichen mit 1918 geht hervor, daß die Ge-

Verkündung, d. h. vom 31. Januar 1920 an, in .Rechnung gestellt werden dürfen. Eine

** Der Preis der Rvhbraunkohle. Tie Hessische Bergüverisdirektion macht b'kannt,

Aus Hessen.

Bom heffischen LarideAckulbeirat.

Heimkehrer.

Heute mittag etwa um 12 Uhr wird ein Heim- kehrerttanspvrt von 1000 Mann eintreffen.

Veranstaltungen.

Dienstag, 2. März. Demokratische Par­tei, 8 Uhr, Mttgliederabend im Aquarium. Lichtspielhaus,Mvniea Vogelsang",Ein nettes Kleeblatt". Lichtspiele, Seltersweg,Die Herrin der Welt", V.Teil.

*

f**i Die Srnte irr Hessen. Die jetzt veröffentlichen Ermittelungen der Ernte-Er- g^bniffe im November 1919 ergeben: 49 321 T. Weizen, 626 T. Spelz, 90 717 T. Roggen, 58 186 Tonnen Gerste, 1469 T. Gemenge aus vorstehenden Getveidearten, 55 869 T. Hafer, 362 T. Gemenge aus Getreide aller Art mit Hafer, 82 T. Buch-

benn nichts ist köstlicher, wie später deren FrüchU ernten zu können. Sptllverbäume sind zu beichn n- ben und arrzubinden. Arteh sonst sind samt! icke Obst- und Beerensträuche zu beschrreidm. Junge Obstbäume werden veredelt, ältme sind umzupfrvp- en. Bärime mit vielen Blütenknoipen rüchlih mit Wasser und flüfigem Dünger verseifen, mar wende die fogenannte UntergrunLdüngung tu; Aepfelblüteuftecker von Aepftlbäumen abllopser. Park-Solitärbäume pflanzen, Ziersttäucher teile» und Pflanzen. Stauden sind zu Pflanzen, ebeni) Rosen, welche man aber Mort umlegt. _ Zimmei- pflanzen werden umgcsetzt. In das 'JJüftbe't sinr jolgenbe Sommerblumen zu säen: Levkor m, Astern, Phlox, Balseminen ww. Dopfaus aalen P)n Biw men und Blattpflaarzen in das Aristberi Vorschulen Die ersten Stecklinge van Pelargvnim usw. werdet in Heine Töpfe gepflanzt. Wer h-vchstümmige Rosn pflanzt, beschneidet ste gleich nach dem pflanz'r und le^t sie zur Erde nreder. Ander'. Arbiter

** Lebensmittelwucher und Schleichhandel werden von jetzt an schär­fer ^erfaßt werden, da die Reichs wehrbri- ;ade Gießen eine geregelte Ueberwachung rller Schleiickchcrndelswege organisiert hat.

** Sträflicher Unfug. In der letz- Ln Zeit ist wieder der Unfug eingerissen, die Feuerwehr blind zu alarmieren. Man sollte es nicht für möglich halten, daß dies sogar zwei- btz dreimal in einer Rächt geschieht. Wir wei­sen daher nochmals darauf hin, daß jeder sich strafbar macht, der diesen Unfug begeht, aber auch, daß derjenige eine Belohnung erhält, der eiten solchen Uebeltäter zur Anzeige bringen tarn.

rote für die kommende schwere Zütaus dm Ge­schäften herauszüholen. 3dxn emtetü^eKauf- mmm weiß, baß an einen Erwtz.der Warten für die nächste Zeit nicht zu benten ijt. Waren schon bisher die Preise für viele uniever Mitbürger fast unerschwinglich, so steht uns jetzt, bet dro­hendem völligem Ausverkauf unse- rer Geschästeeine Katastrophe unmit­telbar bevor! Um die Bevölkerung auch fer- uerhin mit Waren versorgen zu können, ist es Pflicht jeden Geschüftsmannes, mi^zulelieu, diß keinerlei Waren an Fremde gefangen, die ohne ordnungsmäßige Ausiveise hier Waren taufen. Verweist sie an das Polizttamt.

mc. M ainz, 28. Febr. Im besetzten Ge­biet wird nach wie vor trotz der zahlreichen Verhaftungen tüchtige geschoben. Jetzt ist es namentlich der Tabak, der zu den begehr­ten Artikeln geirrt, aber auch Silber und Pa­piergeld ist nach wie vor zu festen Preisen ge­sucht. Neuerdings wendet man sich auch der Sammlung von Kupferpfennigen zu, die zu guten hPreisen (1015 Pfennig) an den Mann kommen. Riesengeschäfte luerben wei­terhin mit Hafer und Heu gemacht, für das die Franzosen im Saargebiet außerordent­liche Preise anlegen.

Art» Stadt ttttfe Land.

Gießen, den 2. März 1920.

Die erhöhten Eisenbahntarife.

Das Wolffsche Bureau verbreitet heute folgende Rechtfertigung der 100 Prozent Erhöhung der Effenbahutarife: Die Tariferhöhung ist erzwungen durch die BeftLungsreform und den neuen Lohn tarif, vor allem aber durch die ungeheuer tzesliegenen Preise aller für den Betrieb notwendigen Mate­rialien. Ihrer Steigerung gegenüber blieben die in den letzten Jahren erfolgten Tariferhöhungen weit zurück, beim während seit 1914 die Tarife durchschnittlich um rund 300 Prozent erhöht wor­den sind für einzelne Guter war die Erhöhung infolge der Aufhebung der Ausnahmetarife größer, so beträgt sie für Schwedenerze 700 Proz., Gießerei- Roheisen 600 Proz. usw., stieg der Preis für Äwmottvkohle beispielsweise um 1397 Proz., für Stahleisen 1803 Prvz., für Bleche über 3000 Proz. und für Schienen über 1886 Prvz. Die für die Beschaffung von Betriebsmitteln aufzuwendenden

Schrift anzugeben. rr

** Neue Höchstpreise für Kaffee- Ersatzmittel. Die Rvhstoffverteilungsstelle hat mit Ermächtigung des Reichs unrischaftsmmiste- riums mit Wirkung vom 20. Februar d. folgende Höchstpreise für gemahlene Kaffee-Ersatz­mittel festgesetzt: a) für vom Hersteller verpackte , Ware beim Verkauf an Großhändler 626 Mk. für 100 Kilogramm, beim Verkauf an Kleinhändler 692 Mk. für 100 .Kilogramm, beim Verkauf an den Verbraucher 4.30 Mk. für ein Pfund; b) für lose, ausgewogene Ware beim Verkauf an Groß­händler 545 Mk. für 100 Kilogramm, beim Ver­kauf an Kleinhändler 604 Mk. für 100 Kilogramm, beim Verkauf an bat Verbraucher 3.80 Mk. für ein Pfund. Der Grund für diese unumgänglich not­wendige Heraufsetzung der Höchstpreise mar bie außerordentliche Preissteigerung für sämtliche Roh­stoffe, wozu auch die erhöhten Löhme, die gesteigerten Preise für Kohlen, Frachten und Verpackungsmtttel

rm. Darmstadt, 29. Febr. Die Tagung des Landesschulbeirates fand am Fveitag den 27. d. Mts. im Festsaale des Ludwig- Georg-Gymnasiums hier statt. Sie wurde durch «eine Am'prache des Präsidenten des Landesamtes für das Bilbtmgsweftu eröffnet, der als 5)archtaw- gabe die Herstellung eines Verttauensverhaltntfles zwischen der Sckmlbehörde und allen in der Er­ziehungsarbeit Stehenden bezeichnete. Es folgte dann eine Aussprache über die Kompetenzen unb die Zusammensetzung des Schulbeirates, worauf Schulrat Jung eine Einführung zu der Aus­sprache über die Novelle zum Votts.ämlge^tz gnd, die das Landesamt für das BildimGswesen aus- gearbeitet hat. Er fährt u. a. aus, daß bte Novelle für die hessische Schulgesetzgebung keinen Umsturz bedeute, sondern, daß nur der innere Bauplan m besonnener Weise erfaßt und ausgebaut werden soll. Rur von einer Seite, die übrigens in Fragen der Erziehung eine besondere Beachtung bean­spruchen darf, liege eine im Kern ablehnende Kritik tm, bte sich aber in der Hauptsache gegen bas Gesetz von 1874, gegen die Simultanschule richte, die die Novelle unverändert übernommen hat. Er wendet sich dann gegen die im MainzerJournal" veröffentlichte Kritik des bischöflichen Ordinarrats und führt aus, daß die von dem Landesamt für das Bildungswestn vertretene Auffassung ebenfalls die gemeinsame Schule aller Volksgenossen für die beste, gesundeste und zweckmäßigste Schal- form halte. Den Vorwurf der Gewissensbedrängnrs weist er mit dem Hinweis zurück, daß die Errichtimg von Konftssionsschnlen für die Angehörigen^ ein­zelner Religionsgemernden, allerdings auf eigene Kosten, gewährleistet sei. Die am Nachmitfag fol- aendc Aussprache dauerte von 26 Uhr. Schließ­lich wurden fast alle Vorschläge der Novelle von der Versammlung gutgeheißen. Die Vorlage wird nmrmehr nach dem Passieren des Gesamttnim- fteriinrä der Volkskammer vorgelegt werden.

Die ersten Aussaaten im Gemüsegarten erfol­gen sofort,'sobald der Boden betreten w.rdm kann und zwar kommen in Bett'acht: Erbsen, Pusf- bohnen, Mohrrüben, Pebersilie, Salat, Spinat, Radieschen, Zwiebeln, Lauch, Sauerampfer, Schwarzwurzel. Das Mistbeet ist «rnzulegen und zu besäen mit verschiedenen Kohlartm, Zwiebeln, Sel­lerie, Salat, Lauch, um Pflanzen zu sieben. Brun­nen kresse ist in das Mistbeet zu säen. Der frühest« Salat ist jetzt auszupflanzen, ebenso Puffbvhner. und Erbsen. Steckzwiebeln sind zu stecken. [ Rhabarber, Esdragvn und andere Würzkräuter zi pflanzen. Neue Spargelbeet' sind für die Pflan­zung rroryulertiten. Jede freie Stunde, ft>nxr. es das Wetter nur einigermaßen zuläßt, wir» zur Arbeit im Gemüsegarten benutzt imb alles für später vorbereitet. Obfiüenie werdm gesät rntfl Obstbäume jeder Größe und Art angcpflanzt. Aach Himbeeren und andere Boevmsträucher gepflntz..

lassen sich im März noch nicht gut ausführen, denn ein alles Sprichwort sagtMarzenschnee------- ----- - - .

tut den Saaten roetj" und wir erbeben sehr ost iml 161 T. Ackert»hmm, 35 T. Gemenge aus Hülien- März mxh recht heftige Schnseststrine. mfm» 147 T (Ärmmae ans

** Liebig-Museum. Gestenr galt ba: Vortrag einem bedeutenden Schüler Liebigs. Prof. Dr. Marki-rt verstand es, die Bedeutturg A. W^ von Hofmanns zu schildern unb gab zugleich ein klares Bild von dem Wirken und der Persön­lichkeit des großen Chemikers. Mit dieser 11. Volks- vvrlesimg schließt das erste Jahr der Tätigkeit auf diesem Gebiet ab. Es muß betont werden, daß die Gesellschaft Liebig-Museum ihren Hörern außer­ordentlich diel Wertvolles und Schönes in dieser Zeit geboten hat. In der gestrigen Vorstands­sitzung wurde beschlossen, eine Plakette des Liebig-Museums für hervorragende Ver­dienste um das Liebig-Museum ober die Geschichte der Chemie zu verleihen.

** Ihre silberne Hvchz^it feierttn ge­stern die Eheleute Kaufmann Otto Scheel, Mühl- stvaße, ferner am Mittwoch die Eheleute Ludivig Fischer und Frau Christine geb. Heß zu Guoßen- Änden.

** Die Geseilschaft Ltebig-Mu- s e u m Gießen veranstaltet zur Erö f j.n un g des Liebig-Museums am 26. März vormittags 10Vs llhr eine akademische Feier in der neuen Aula der Universität, während abends 7 Uhr im Stadttheater ein Festspiel:Die chemische Hexen- lüche" zur Aufführung gelangt. Näheres siehe An­zeigenteil.

Aus der hrffifchen Zentrumsfraktion.

rm. Darmstadt, 29. Febr. Für den aus dem Landtag ausgeschickxMen Geh. Justizrat Dr. A. I. Schmitt tritt nach dem Wahlvorschlag der heffischen Zcntrumspartei Prof. Dr. G. Z i l ch in Heppenheim a. B. ein.

Kosten entsprechen diesen Preisen. Eine Lokv- m 01 i v e z. B., die 1914 für 100 OOO Mk. $u hoben roar, kostet jetzt 1090 000 Mk. Diese den Haushalt der Eisenbahn mit Milliarden belastenden Steige- nmgen müssen in den Beförderungspreisen zum Ausdruck stimmen, es wäre aber eine volkswirt- schaflliche Unwahrheit, die Tariferhöhungen als Ur­sache und die Steigerungen dvaußeu am Maickt als Wttftmg hmzustcllen. Gerade umgekehrt ist es. .Die Finanzlage zwarlg die Eisenbahn, den Preissteige­rungen der sür sie wichtigen Industriezweige schnei zu folgen und deshalb zunächst eine allgemeine pro- zcntweise Tariseryöhung eintreten zu lassen. Di< Eisenbahnverwaltung arbeitet aber bereits daran die neuen Beförderungspreise den wirtschafttichel Bedürfnissen anzupassen. Zusammen mit dem Lau deseisenbahnrat unb bet ständigen Tarifkommisswr wird der systematische Neubau des Tanf-^ schlüssels so schnell wie möglich durchgefühtt

Reue Preiserhöhung für elektrifcheu Strom.

Nach einer Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres Blattes kommt mit Wirkung vom 1. Fe­bruar auf den Grundpreis für Licht ein Zuschlag von 80 Pf., für Kraft ein solcher von 30 Ps. für die Kilowattstunde. Da die Grundpreise im Dezember mit 1,50 Mk. für Licht und 90 Pf für Kraft festgesetzt wurden, so kostet jetzt du Kilowattstunde 2,30 Mk. bzw. 1,20 Mk.

Arbeitsplan im Obst- und Gartenbau.

Rkonat März.

** Neue Seif-np reise. Eine Be­kanntmachung des Neichstvirtschaftsministers vom 4. Febvuar 1919 setzt neue Höchstpreise für Seift fest. Bei Abgabe an den Selbstver­braucher dürfen fortan folgende Preise nicht überschritten werden: 1. Bei K. A.-Seife ein­schließlich Packung für ein Stück von 50 Gramm 0,20 Mk.; für ein Stück von 100 Gramm 0,40 Mk.; 2. bei K. A.-Se i fen- pulver einschließlich Packung für je 250 Gramm 1,50 Mk.; 3. bei Kernseife und sonstiger Seife in schnitlsester Form, mit Aus­nahme von Feinseife, mit einem Gehalt an Fettsäure von 58 und mehr vom Hundert. 23,35 Mk., 50 bis 57 v. H. 19,50 Mk., 40 bis 49 v. H. 16,50 Mk., 30 bis 39 v. H. 10,00 Mark, 20 bis 29 v. H. 7,50 Mk., unter 20V.H. 3,00Mk. für 1 Kilogr.; 4. bei Feinseife einschließlich Packung 37,50 Mk. für 1 Kilo­gramm; 5. bei Schmierseife, mit Aus­nahme der in Apotheken abzugebenden Kali- seift, mit einem Gehalt an Fettsäure von 38 und mehr vom Hundert 12,00 Mk., 30 bis 37 v. H. 9,50 Mk., 20 bis 29 v. H. 6,00 Mk., 10 bis 19 v. H. 3,00 Mk., unter 10 v. H. 1,35 Mk. für 1 Kilogramm. Diese Preise sind Höchstpreise im Sinne des Gesetzes vom W|V|U/V ----- ------

4. August 1914. Die Hersteller dieser Seifen ba& Wm 1 März d. I. ab der Preis für die und Seiftnpulver haben beit festgesetzten Rohbraunkohle auf den Gruben Wölfersheim und Kleinverkaufspreis auf oer Seift selbst bei Weckesheim 8 Mk. je Hektoliter eiufchl. Kvhlen-

sbeuer beträgt.

** F r e i b a n k. Mittwoch, 3. März, von 13 Uhr, von Rr. 12511400.

** Feuerversicherung erhöhen. Tie Kammer für Kleinhandel zu Bremen roeift ihre Interessenten auf die dringend notwendige Er­höhung der Feuerversicherung hin. Der Krvöa, die Revolution und besonders die Arbeiter- und Lohn- verhältnisft hätten eine vollständige Umwertung aller Dinge geschaffen. Gute, stabile Einrichtungen Hans und Geschäft, die früher für einige 1000 Mark zu teufen waren, formten heute, wenn sie durch Feuer oder sonstwie vwnichtzL worden sind, kaum unter dem drei- a eben Preis wieder beschafft werdv:, da­her ist es Pflicht eines jeden sorgsamen Geschäfts­mannes, besonders seine Feuerverjicherung darauf­hin zu prüfen, ob bei Eintritt eines Brandimglückes für die von ihm versicherte Summe das wieder be­schafft werben kann, was unbebingt zum Fort­bestehen bes Geschäfts unb des Haushaltes not­wendig gebraucht wird, mit anderen Worten, zu prüfen, ob die Versicherung der jetzigen Wertsteigerung angepaßt ist. Ist dies nicht der Fall, so ist die betreffende Erhöhung der Versicherung s ch n e 11 st e n s in die Wege zu leiten. Mandürfetuichtdenken, das hatjan 0 ctz Zeit, weiß doch niemand, was derkom- mende Tag bringt unb 0 b es bis bahin vielleicht nicht zu spat geworben ist.

** Die Angestellten im Kleinhaudei aller Branchen toeranflnlten am Donnerstag abend 8 Uhr eine Versammlung im Postteller.

** Der Evaug. Arbeiterverein und der Wartburgverein hielten am Sonntag in Gemeinschaft mit der Gesamtkirchengemeinde in der Johamftskirche einen gutbesuchten Vortragsabend ab. Nach einem Gefangsvorttag des Gemischten Chors des Evang. Arbeiteroereins hielt Missionar Walther einen sehr interessanten Bvrtvag über seine Erlebnisse in funftähriger Kriegsgefangen-- schäft in Afrika. Der Redner gab zunächst ein Bild von seiner vor dem Kriege in Afrika ausgeübten Berufstätigkeit. Weiter schilderte er seine Erlebnisft in funftähriger Kriegsgefangenschaft in Afrika. Ein Gefangsvorttag des Gemischten Chors bildete den Abschlllß der Veranstaltung.

** Der Gießener H ausfrauen-Ber- ein veranstaltet am 4. März, nachm. von 4 bis 6 Uhr wiederholt ein Schauko chen auf dem KochapparatKohlensparer". Im übrigen sei auf die Anzeige verwiesen.

Landkreis Gießen.

m. ©runingen, 28. Febr. Da unsere meinde durch die AnlaM ihres Wasserwerkes gezwungen ist, das Wasser unter Regulierung ttiva selbsttätigen Wasseruhr durch elettrisches Pump' werk in den Behälter zu pumpen, ist der Gemeinde- rat gezwungen, eine neue Uhr zu erstehen mit Anschluß an die Hauptleitung, weil infolge schlech­ten Materials die elektrischen Battwien fdjaieü. versagten und stets einen teueren Kostenpunkt bil­deten.

-ui. Hungen, 1. März. Der Gesangverein Liederkranz" veranstaltete gestern abend im dicht­besetzten Saale betTraube" f-nn zwntes Winter­vergnügen. Zur Aufführung gdangte das Schau­spielPrHriosa", das vorzüglich einstudiert war. Die Darsteller führten ihre Rollen sehr geschickt

höheren Umsatzsteuer entsprechend erhöht wor­den. In einem Rundschreiben an die Kommu- , _ . - -,

natoerbänfce .roeift die Reichszuckerstelle bar-, tmteemte, L-suah-ne y Mer, ebaiio 'me auf bin, daß die neuen Preise bom Tazeichrer £

Seegespenster.

Roman von AnnhWothe.

Amerikanisdia Copyright 1918 by Anny Wofhe-Mata, Leipzig. (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 52.

Ein starker Windstoß hemmte ihre Schritte, und gerade, als bte ersten Tropfen fielen, fand sich vor einer hohen, schwarzen Ssebate, unb dicht Danetcn, im Schutze der Dünen, ein lleiues, schwarzgeteertes Bretterhaus. Esttib stürmte darauf zu, unb im Augenblick, da ein greller Blitzstrahl hernikderfuhr, öffnete ste mit Aufbietung ihrer letzten Kraft die mit einem Holzriegel verschlos­sene Tür.

Ohnmächtig sank sie mit ihrem Kinde auf das Stroh, das an der Wand als Lager aufgeschüttet war. Die morsche Hütte ächzte unb schwanke in bem furchtbaren Wetter, das sich Über Hömum entlub. Estrid wußte nichts bnxm auch nicht, daß das Kind, das sie fest au ihrem Herzen hte.lt, leise weinte.

Nur die verlorenen Seelen der Ernwrdttikn imb die der Stvandrauber hörte sie flogen unb die Seegespcnster, bte sie und ihr Kind mit sich nehmen wollten in ihr Schattenreich.

Bent Bonken hatte sich schon vor Munkmarsch von seinem Bruder getrennt, um den Weg etwas alzulürzen. Es war ihm eine Wonne, still über die Heide zu wandern, im frohen Heimgefühl.

Von Peter hatte er sich eingehend über das Schicksal von Jugewcoct Ferltz berichten lassen. So tief er auch den Armen beklagte, so erleich­tert war er doch, daß die kleine Sölve nicht mehr das Opfer zu sein brauchte für das, was ihre Schwester an Inge wart gefehlt

Aus Estrid wurde er nicht klug und er hatte sich auch zu Peter darüber ausgesprochen.

ihm seltsam unruhig und versttmmt vor gekommen. Jedensalls war die schöne Frau eine andere ge­worden, und wenn sie lächelte, war es nicht ihr altes, sinubetörenbes Lächeln twu ernst, sondern ein schmerzvolles, hoffnungsloses, das Bent Ban­ken weh tat. Unb er hätte zu gern bte ganze Welt fröhlich gesehen.

Als er sich bem Hause von Wibke Webberkeu näherte, kl-opfte sein Herz gewaltig, imb ihm, bem starken, zielbewußten Mann, ber draußen auf dem wilden Meer sich ein lleiner König düntte, ward plötzlich bange wie einem Schul­knaben. Rote Glut stieg in sein frisches Gesicht, als er m die Wohnküche trat. Wibke Wedderkcm war nicht wenig erstaunt, völlig unerwartet den Kapitän vor sich zu sehen, aber ihr ganzes An­gesicht strahlte, als er ihrGooden Dag" bot unb mit seiner braunen Hand fest die ihre

umschloß.

Gott fei Tank, Käpten, daß Ihr da seid. Ihr werdet drüben" ste wies nach der Rich­tung, wo der Gotteskoog lagschon alles wieder in Richtigkeit bringen."

Tas müssen die beiden wohl mit sich selbst ausmachen, Modder Wedderien," entgegnete ber Kapitän ernst.Wo ist Sölve, ich möchte sie sprechen."

Mutter Wibke zuckte die Achseln.

Wo wird sie fein? Auf bem Kirchhof, und wenn bc nicht, nach Morsum. Dort steht ste meist auf bem hohen Kliff unb schaut über das Watt nach List herüber, als käme ihr von da ihr Lebensglück. Das verstehe, wer's fierm Nicht tot sein möchte ich in dieser Sandwüste."

Bent Danken lächelte leise vor stch hin, imb ohne den angebotenen Imbiß anzunehmen, hastete

dem Häuft.

uch wis los," dachte Mutter ibe ich immer für recht ver­

nünftig gehalten. Unb daß Sölve nicht emmal hter war."

Verdrießllch ging Wibke Wedderten ihren Ge­schäften nach.

Beitt Bouten stürmte davon. Nach dem Mov- sutt-Klifs wollte er. Hatte Mutter Wibte aber nicht auch vom Kirchhof gerebet?

Bent sah die hohe Mauer vor sich an fragen. Bvi dem viereckigen Turm der Ktttumer Kirche klangen die Glocken.

Er trat hinein in den stillen Garten, wo so viele schliefen.

'Ein schmaler Hügel, über unb über mit rote blühender Erika überwuchert.

Ein Grabstein aus grauem Sandstein ragte trotzig zu Häupten des Grabes. Unter einem em* gemeißelten Schiff mit vollen Segeln las er di: Worip:

Hier rüht der selige Kapitän Jngenxirt FritE.

tzr liebte, litt und starb, nachdem er weite Meere burcbfdjifft und viel Kreuz auf sich nahm.

Es folgten die Daten von Geburts- und Todes­tag les Verstorbenen und dann las Bent b> lvegtel Herzens i

Nun gute Nacht, da Erbenfand, Mir ist ein besser Vaterland In jenem Himmrisveich bekannt."

Bent Bonken hatte das Haupt entblößt und stumm die Hände gefaltet.

- Merkwürdig, wie oft halte er, wenn er von seinen weitert Reisen heim gekehrt, über die em» fachen Inschriften auf dem Heimatfriedhof' ge­lächelt. Heute richrten sie ihn und er meinte, daß man Ingen«rt Feris kein schöneres Tente mal hätte errichten können, als eins, aus d'.m ber inierfte kindliche Sinn des Hämotbobens sprach.