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gsnachrichten, wonach daS
u. Abschnitt 2 der Wahl-
gesetzt Hal, treffen nickt ortmunn besagt, daß bei
ordnung besagt, daß deck Wahltag von der Schulaufsichtsbehörde festgesetzt und bekannt gemacht
haben die Regierungen
wird. Dementsprechend
g e n g e st e l l u n DilldezirkS am Donnen, gestellt Tonnen.
rzwochen zu verlegen, reituna der Wahl zu er» in früherer Termin fefbr die Wahl verschoben.
Ar»» Statt «nd Land.
Liefen, den 2. Jrn. 1920.
dz. Dillenburg, 2.Jan. Nach einer Zusammenstellung in der „Dillztg." betrug die Wofür dir Eisensleingruben des
kam, fand sie wenig freundliche Aufnahme und mutzte unverrichtetem Dinge wieder ab^iehen. D« hiesigen Bauern gehörten zu denen, bte im Derbst chren AblieferungspMchten gewissenhaft nach»> kommen waren. — In Hortershausen feierten an Weihnachten Polizeidirner Sxntr. Schmidt I. und Frau dos Fest der seltenen S^xfrcrt.
sv. Schlitz, 2. Jan. Die Finanzkommission zur Errichtung einer ßrtegergeben V stätte gab bekannt, daß das angesamiw lke Kapital sich gegenwärtig auf ruitb 8350 Mk. belaufe. Der Bau der Gedenkstätte soll möglichst noch im nächsten
Frankfurt a. M.. 31. Dez. (Wolff.) Am Freitag und Samstng den 2. und 3. Januar werden auf den (äMUerobfcrttgimgen Frankfurt Hauptgüter bahnhos, Ost, Süd und West Frachtstückgüter nicht angenommen.
ge. HerSfeld, 30. Dez. Die Vorarbeiten» zu dem geplanten Eisenbahnn.-ubau Herssel d— Dom berg—Wabern sind bemtet und werden
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lein". Mit größter Aufmerksamkeit folgte man den beiden aus einer wirkungsvollen BütMngruppe hcrrorlreterLen Vlärchenerzählerinnen (Frl. Kübel und Frl. Will-efari), die mit sichtlicher Hingabe und gutem tzteschick sich ihrer nicht leichten Aufgabe widmeten. Trefflich unterstützt wurde der Text von wohLgelungmen Lichtbildern. Dankbar erkannten denn auch dir kleinen Besucher das Dar- gebotene an. Ihr größtes Erstaunen rief es hervor, als leiblaftige „Elftem" erschienen, um in den Zwischenak en anmutige und forg igft aus- geführte Reigen zu bieten! Stürmisch jubelten sie den niedlichen, leichtfüßigen Elfenreichskindlefa für ihre rhythmischen und graziösen Erfüllungen zu. Deute 47? Uhr findet eine Wiederholung der wo hl gelungenen Vevanslvlung statt, deren Reinert rag zum Besten der hungernden Wiener Kinder
in Kürze dem Minister rorgtffept werben. Durch diese neue Linie werden die beiden Hauptstrecken Bebra—Frankfurt und Kassel—Frankfurt verbunden und größere Gebietsteile der Kreise Dersfcld, Ziegenhain, Rotenburg und Domberg dem Ber-
0*^a r*burg, 1. Jan. Der gestrige Silvestermarkt brachte wieder zum erstenmal nach der Kriegszeipeinen gewaltigen Zustrom des Jungvolks vom Lande. Auf dem Marktplatze sowolst sowohl wie in den Straßen der Stadt bewegte sich eine große Menschenmenge, unter denen besonders« die vielen buntfarbig geneideten Hessemnädckien ausfielen. In verschißenen Sälen wurde getanzt.
Den Musikfreunden GiehenS konnte der Kon- zertverein keine schönere Weihnachtsfreude bereiten, als durch das Sonderkonzert zu Gunsten bet Wiener Frauen und Kinder. Leider standen ihm diesmal besondere Schwierigkeiten im Wege. Zu der Absage von Professor Grummer kam noch hinzu, daß infolge der schwierigen Bahn Verhältnisse bet Begleiter nicht erscheinen konnte, für den Professor Trautmann noch in letzter Minute einsprang, aber in altgewohnter Weise sich verständnisvoll seiner Ausgabe entledigte Wie schon eine Pornotiz richtig sagte, war es dem Vorstände gelungen, für Spcrrn Professor Grummer einen vollgültigen Ersatz zu finden. Das Konzert ver- mittelte uns die Bekanntschaft zweier Frankfurter Künstler: des Klaviervirtuoscn Alfred Dö hn und der Sopvamstin Frau Mientje Lauprecht van Lammen. Derr Alfred Döhn verernigt aufs teste die Vorzüge eines tiefdurchdachten innerlichen Vortrages, sprü!«nden Temperamend?s, fd:ten Anschlages und glänzender technische Schulung. Der Künstler leitete den Abend ein mit Bachs chromatischer Fantasie und Fuge D-moll, die von jchcr zu den beliebtesten Bachschen Klavier - vompositionen gehört. Wie Schweitzer erwähnt, reicht ihre Entstehung in die Zeil hinein, in der die große 6-woU-Fantasie für Orgel komponiert wurde, mit der sie in innerer Denrondtschast steht;; namentlich wird der rezitatorisch gehaltene Stil bei beiden Werken m3 Instrumentale übertragen. Besonders zu erwähnen ist die meisterliche Wiedergabe des Schlusses der Fantasie. Die nachfolgende Fuge wurde mit anfänglicher ZurückhaltunA klar vorgetragen und gegen Schluß zu mächtiger Steige- nmg entwickelt. Sv flam tie ganze Ausdruckskraft des Werkes rollig zur Geltung
Als vorzüglicher Beethovenmlerprel zeigte fick Derr Höhn in der Kla viersonate C-moll op. 111. Sie ist die letzte Sonate des großen Komponisten und führt uns ganz in das Gemütsleben des Meisters ein Die Wucht und Größe der Gedanken ist in diesem letzten Opus überwältigend. Lier zeigte der Pianist seine Meisterschaft in der Kunst des lieber atm geS, die er in geradezu hervorragender Weise sein Eigen nennen Darf, vor allem da, wo ein Stimmungswechsel im Charakter des BortragSstückeS liegt, was und in Beethovens Musik so oft alS ,teigentümlich"
Deutscher See- (früter Flotten-Oerem^ Vortrag des Frhrn v. Meers cheidt-Düllesen. — Turn Halle, Oswaldsqarten, 41/? Uhr, Märchen abend. — Turn- kwlle, Osivaldsgarten, 8 Uhr, Katholischer Frauenbund, Vortrag des Jesuitenpaters Demmes. — Lichtipielhmis, „Moderne Tfofater" und „Durchlaucht reift inkognito". — Lichtspiele, SeltcrSweg, „Kronprinz Rudolf, das Geheimnis von Mayer- Ivnt".
«
♦♦ DaS neue Jahr zeigte bei seinem Einzug ein etwas freundlicheres Gesicht als die letzten Tage des alten. Wenn der Himmel auch manchmal recht unbestimmt hemiederschaude, wenn man immer noch nicht wußte, ob Winter oder schon Frühling ist: seine Schleusen bat der Himmel vorläufig geschlvsien. — Die Silvesternacht verlief heuer ruhiger als vor einem Jahre, wo Trup- pendurchzüge imd Einguartierung sowie die hetm- gekehrten Feldgrauen reichlich Feumverkskörper rnitgebracht hatten. Aber auch heuer fand sich noch manche Räkele, vielleicht als Andenken aufbewahrt, die geopfert wurde, um das neue Jahr zu b> Mützen. Die Jugend konnte wie immer ihre Ungeduld nüfx te meistern; bald nach Dunkelwerden tegaim die Schießerei, die eigentlich die ganze Rächt hindurch nicht aufhörte. Bon der Kaserne aus feuerte ein Maschinengewehr mehrfach in die Nacht hinein. Die Wirtschaften kümmerten sich meist nickst um die Polizeistunde; die Polizei drückte ein Auge zu, so daß das neue Jahr auch dort gebührend begossen werden konnte.
** Geh. Kirchenrat D. Dr. Eck 1°. In der Nacht des 31. Dezember ist nach längerer sckstverer Krankheit Gch. Kirchenrat D. Dr. E ck, Professor der Theologie, verstorben. Gießen verlor damit eine l-ervorra^ende PersönliOeit, deren Be- deutung wir in unserer morpigen Nummer eingehender würdigen werden. The Beerdigung findet am Mcmta>z, 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof stall.
*♦ Geh Oberregierungsrat Prof. Dr. Will t- Am DonnerSlag den 30. Dezember verschied ein treuer Sohn der Stabt Gießen, der Gekeime Oberregicrungsvat Pvostsfvr Dr. W Will, Major d. L., Inhaber vieler Orden. Er entstammt einer atm Gießener Prvfesfvrenfnmilte. Sein Baler war der bevannte Pwfeftor der Chemie
Brotpreis-Erhöhuvtz.
Darmstadt, 31.Dez. In einer Sitzung des Ernährungsbeirates am Dienstag wurde nach leb» Met Drssprache ter Preis des 3 - Psund - Laib-Brotes von 1,34 Mk. auf 1,80 Mk. festgesetzt, innerhalb drei Monaten ist damit der Preis des Brotes um 10 0 Pro z. gestiegen. Tie Preisprüfungsstelle nahm weiter in Rücksicht auf die in den letzten Tagen erfolgte beträchtliche Erhöhung der Milch-, Kartoffel- und Bvotpreise folgende Forderungen auf: 1. so- fortige Erhöhung der Unterstützungssätze des dem WohliahrlSamte überwiesenen Personen krcises: 2. erweiterte Unterstützung bet in Not geratenen Bevölkcrungsschichten durch Zuweisung verbilligter Lebensmittel: 3. tatkräftige Unterstützung aller Arbeiter-, Angesteltlen- und Beamten -Organi;a* tIonen in Reich, Staat und Gemeinde tn der Forderung erhöhter Teuerungsbeihilsen; 4. Erweiterung uvd strenge Durchführung der Zwangswirtschaft, soweit diese für die bessere Bollscrnäh- nmg und gerechtere Verteilung dec Lebensmittel und BedaNsartlkel zweckdienlich erscheint.
kr. Frankfu rt a. M., 30. Dez. DerBrvt- preis für den Treipfünderlaib witt> ab 1. Jan. in Frankfurt von 1,20 Mk. iauf 1,78 bis 1,80 Mk. erhöht.
0 Marburg, l.lJan. Inslaeder ErhShung der Melstpreise flostet der 4VrPsünb.r Roggen- brvt jetzt in der Stadt 2,15 Mk. und aus dem Land 2,05 ML, der Preis des 50-Gramm-Weizen- brötchcns ist auf 7 Pf. teftmunt. Auch di.' Milchpreise sind erhöht worden. So flostet der Liter Bellmilch ab Stall anfaati 45 jetzt 80 Pf., beim Derkaui in der Stadt ab Laden beträgt her Ptlis 1,04 Ml. frei Haus und 98 Pf. im Laden. Für Magermilch müssen 64 Pf. b zahlt werden. Ferner wird eine Erhöhung der Gas- und Kühlen preise teflanntgvgeben.
H. Will, seine Mutter eine Tochter des Professors der Medizin B.'l'er, beide damals auf dem Selters- berg ansässig. Ter Heimyeaangene wurde hier am 12. April 1854 geboren, besuchte das bie.igc Gymnasium, diente beim hiesigen Regiment und erlangte die Qualiftkftion jynt Re-,ervooffizier. Er flir.icrte in Berlin Ehenrie und wurde tert Assistent des auch mit Gießen in innigen Bezielrunaen stclenden Professors A. W. v. Hofmann, bei dessen lOOiähriger Gedenkfeier am „Tintenfaß" er denn auch die Festrede hielt. Will habilitierte sich in Berlin, ttnrfte an der dortigen Universität und war außerdem am Patentamt tätig. Früh wandte er sich te- Sprengstoffe zu. Er gründete und leitete zunächst unter Beibelnltung seiner bisherigen Aem- ter die Versuch^mstaU des Kriegsnrinisteriums, olsdatm als Direkter der von ihm in großzügiger Meise entworfene und erbaute Kontrollstelle für wissenschaftliche chenrisch-tvchansche Untersuchungen m Neubabelsberg. In dieser Eigenschaft löste er unter vielen anderen die Frage der Verwendung der Holzfaser als Ersatz für Baumwolle bei Herstellung ron S "tengsoffen, Untersuchungen die für Deutsch- U . von einschneidendster Bedeutung waren, als zu Beginn les Krieges die Baumwolle knapp wurde Auch in den sonstigen Munitionsfragen war er eine erste Autorität. Trotz seiner 61 Jahre er, als daS Vaterland im August 1914 rief, braerffr-rt mit ins Feld intb fbanb an der Spitze eiiks Bataillons in erster Linie an der Ostgrenze» Scheine derartigniKraft, die das schwierige Kapiirl
Lösung der Erfatzfrage für die bald überall fehlenden Gruickstvffe der Munition und Spreng» I3rpcr beherrschte, gehörte wieder in ihre alte Stel-t lung. So wurde er zur ArÄlerteprüfungsflommis- fim tn Berlin zurückberufen. Hier erwarb er sich smver gefiliche BerDienste. Restlos tätig eilte er von Neu-5Aabelsberg aus durch dos ganze Reich, überall in reri Munitionsfabriken Vontnollierend, anregend, h-lse-.ck. Diese anstrengende Tätigkeit mag ihn ftir eine letzte fast halbährige Krankheit empfind» '.rch gemacht haben. Ter Versuch, in Wildbad Heilung zu finden, scheiterte, er starb in seinem nach oberh Vvrbildern, m den Kiefern der fitotonte ©nmtn wald bei Berlin erbauten schönen Heim. An Gießen Tjmg er sehr. Auf den Namen seiner Vaterstadt tonte et ein Schiff des Norddeutschen Lloyd. Er ordnete auch an, daß seine Asche in dem Erbbegräbnis der Familie Will auf dem kiesigen Alten Friedlos b.-igesetzt wird. Seine zahlreichen Freunde verlieren an ihm-tiicL Er war eine kernige treue Natur mit regen allgemeinen Interessen, dabei ein echt deutscher Mann vom Scheitel bis Kur Sohle. Für die Arbeitnehmer hatte er ein warmes Herz und sorgte für sie in weitgehender Weise.
** Dheakerverein. Wegen imtatt Erkrankungen im Personale der Frankfurter Oper muß'das heutige Gastspiel: Cavalleria rufticana — Der Bajazzo verschoben werden. Die Aufführung kann voraussichtlrch Freitag den 9. Januar nachgeholt rotrbeiL v
*♦ MLrchenabentx Zu einer Fahrt ms Marchenreich hrtte am 28. Dezember der Kath. Frauenbund Gieftms unsere liebe Jugend efttge- talcn, um ihr eine Werhnach^sfteude besonderer Art zu bereiten. Schirenwei.e strömten denn auch die Kinder, tndjueb von treuer Mutterl)and geleitet, der Turnhrlle am Oswvldsgarten zu, die bis zum letzten Platze gefüllt war. Nach einem flott gespülten Tvnstücke erschien eine liebliche Fee (Fräulein Kübel', um zu verkünden, welch schöne Gaben „der
entgegentritt, in höchste Spannung versetzt, auf die dann erleickftertes Erlösen folgt.
Eine besondere Leistung war die warmblütige Wiedergabe des tiefgründigen Klavierstückes ,^Z» der Nacht" von Reger, die durch den in technischer Hinsicht abgerundeten Vortrag des sv eiten geftndten, aber musikalisch äußerlichen „Mephistowalzers" von Liszt nicht überboten wer- xn konnte.
Frau Mientje Lauprecht van Lammen besitzt eine angenehme und namentlich in der Mittellage wohllautende Stimme von ausgezeichneter Schulung. Sie bot im Anfang eine erlesene Reihe BrahmssckMr Lieder, hieraus einige der schönsten Schuberts, unter denen wir besonders „Gretchen am Spinnrad" und „Litanei" heroorheben möd> ten, die einen tiefen Eindruck hinterließen. Mit besonderer Dankbarkeit wurden die hier selten gehörten alten Volkslieder aus der Rnmannschen Ausgabe aufgenommen. Der reichlich gespendete Beifall veranlaßte die Künstler zu den beiden Zugaben: „Berceuse" von Chopin und „Wiegenlied" von Brahms.
Der Besuch des Konzertes stand etwas hinter dem der letzten zurück, was wir gerade in Hinsicht auf den guten Zweck der Veranstaltung doppelt Bebauern. Wir wollen dem Konzertverein wünschen, daß trotzdem der Ertrag erfreulich gewesen ift' -k
Sport»
Gießen, l.Jan. Infolge der m den letzten Wochen eingetretenen Verkehrsschwierigkeiten ruhte der Fusch.rll bei den hiesigen Sportvereinen fast vollständig. Die über die Feiertage erlassene Set* kehrserleichteruna benutzte die erste Mannschaft des Vereins für Rasenspiele 1 9 00 e. $. zu einer Wettspielveise in das Ruhrgebiet. Die Mannschaft spielte am ersten Feiertag gegen Spielverein 1907 Mülheim (Ruhr) unent» sckrieden (0:0). Dem Spiel wohnten über 3000 Zuschauer bei. Ungünstiges, dauernd regnerisches Wetter unb glatter Boden beeinträchtigten daS Spiel sehr. Es wurde vvm Scknebsrichter daher nach Halb.-eit abgebrochen. Die Gießeirer Mannschaft spielte ziemlich überlegen. Am zweiten Feiertage waren bte Gießener bei dem Spielverein Osterfeld bei Essen zu Gast und verlören bei dauernd überlegenem Spiele mit 1:0 Toren. Bei Gießen! fehlten zwei Mann. Osterfeld machte in bet ersten Sp^elhälste einen Durchbruch und erzielte ein Tor, worauf die elf Mann sich dann auf die Berteidi- gung verlegten. Der dritte Seiertag war Ruhetag für die Mannschaft, um am 28. Dezember gegen Ballspielverein Dmsburg anzutteten. Dieses, das fdjroerfte Spiel der ganzen Tour, konnte der Verein für Rasenspiele 1900 mit 2:1 gewinnen. Diesem, wie auch dem vor her gehenden Spiele wohnten ebenfalls mehrere tausend Zuschauer bei. Die Gießener Mannsckraft fiel bei sämtlichen Spielen durch eraktcs Zusammenspiel aus, was Gegner wie auch Sclstedsrrchter bei einigen nach dem Spiel zusammen verbrachten gemütlichen Stunden öffentlich anerkannten. — Die zweite Mannschaft des V. s. R. 1900 e. V. spielte am zweiten Feiertage gegen die gleiche Mannschaft des Sportvereins „Merkur" Gießen und gewann mit 8:1. Die Schülermannschaft spielte, verstärkt durch Spieler der Jugendmannsckiaft, am dritten Feiertage gegen die Jugendmaunschaft des Fußball- DercutS Bad Homburg unb siegte nach überlegenem Spiele mit 11:0 Toren. — Nächstm SamStag fabelt dieselbe Mannschaft in Darmstadt gegen Sportverein und am Sonntag in Frankfurt a. M. gegen Fuschallsvortverein. —
** S chi fport Aus dem HoherodSkopf findet am 4. Jan,rar ein Schirjmnen des Gießener aka- benrifdm Ausschusses für Leibesübungen statt, an dem sich jeder SchULustt und jede Schiläuferin beteiligen kann.
bestimmt ist.
** Freibank. Samstag, 3. Janurr, nerben von 1—3 Uhr die Nrn. 301—400 beliefert.
*♦ Wann und wo die Brenn Holzbezugscheine beliefert werden, die für die Zeit vom 19. November bis 1. Dezember ausgestellt wurden, ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich
Landkreis Gießen.
** E imbach 29 Dez. Einem hiesigen Fuhrmann gingen auf der abschüssigen Straße von Großen-Buseck nach Beuern die Pferde durch: kurz vor Beuern gelang es, sie wieder zum Stehen zu bringen. Leider wurde dem Fuhrmann vom zerbrochenen Wagen, den er dort stehen lassen mußte, ein Sack Weizen gestohlen. — Wie in den meisten Orten, so wurde auch hier eine Ortsgruppe des HefsischenBauernbundes gegründet. Es traten ihm 28 Mitglieder bei. In den Vorstand wurden gewählt a!s erster Vor- Ntzender Kaspar Conrad, als Stellvertreter und Rechner Hermann Stein, als Beisitzer Balthaser Stem, Johs. Leyerer, Melchior Wießner, Heinrich Burck und Karl Schnepp.
Kreis Alsfeld.
♦* Nieder-Ohmen, 31. Dez. Im Laufe des Herbstes find aus unserem Ort sechs wertvolle altertümliche Schränke nach Mainz, Frankfurt, Gießen ustv. verkauft worden.
Kreis Laurerbach.
O Lauterbach, 29. Dez Weihnachtsfeiern wurden vom Gesangverein ,Lieverkranz" und vom Turnverein veranstaltet, die put besucht waren. Der Turnverein bot auch den Kindern seiner Mitglieder einige fvahe Stunden. Nach alter Sitte erschollen vom Turm wieder schöne Weihnachtslieder.
Q Pfordt, 30. Dez. Ms vor einigen Tagen die Kartoffelkommission in unser Dorf
Jahre zur Ausführung kommen. Um über den Platz, an dem sie errichtet werden soll, zur end- vültigen Entscheidung zu gelangen, wird an einem der nächsten (Sonntage eine Oittsbesichtigung auf unserem Friedhof vorgenommen werden, woran vor allem auch die Angehörigen unserer Gefallenen teil- nehmen sollen, um über die Anlage der Gedenkstätte rnftzubestimmen.
Hkisen-Nassau.
Volksbildung: Die Z, itu ,{______ . _________
Ministerium einen Tertzin für die Wahlen an*
und Provinzialschulkollepen die Aufgabe, für die unterstellten Schulen bife Festsetzung zu machen.
Hochwasser.
Frankfurt a. 9.., 31. Dez. Die Riddr scheint ihren „Höhepunk" erreicht zu haben. Sie hat die Ufer überschritm und große Geländestrecken zwischen Bocken im. Hausen und Ginn- heim überflutet. Die E enbahn fährt auf ihrem Damm wie durch einen See. Die Was.ermrssen
Berlin, 31. Dez. Wolff.) lieber die Wahlen z u den Elternbeiräten erfahren wir auS dem Ministerium sch Wissenschaft, Kunst unb
liebtigend wird das Mi ifterium die Regirrungen und Provinzialschulkolle! en anweisen, den Wahltag in die e r ste n M r z w o ch e n z,, verlegen, um eine geordnete Borstreitun' ™ —
möglichen. Wo bereit« e-n gelegt worden war, wer
Kirche Schule.
Seegespenftec.
Roman von Annh Wothe.
Amerflciniscbei Copyright 1918 by Aany Wothe-Mihn, LäpxiR
lRachdruck verboten.) Fortsetzung 20.
„I," meinte Sölve, die inzwischen Qelrock und Kappe abgeworfen hatte und bereits am Herde geschäftig war, „letzt takelt ab, Käpten. Wir können Euch nicht gebrauchen, die Älanten müfien Stube haben."
Sre trat mit ihm vor die Haustür. „Vergeßt meine Mutter nicht, Bent Bonflen," bat sie, aus ihren tiefblauen Augen zu ihm aussehend, „unb redet mir ein wenig das Wort. Peter nrirb wohl meiner Schwester Bescheid gesagt haben, sonst richttt Ihr es aus."
„Soll alles geschehen, kleine Sölve," versprach der Seemann. „Wenn Ihr erlaubt, komme ich bald hneber und bringe Euch Bescheid."
Eine leichte Röte flog über Sölves Antlitz.
„Es hat keine Eile, Käpten. Aber wenn Ihr den Arzt noch mal schicken wollt?"
„Ihr weicht mir aus, Sölve Wedderken."
,^Jhr dürft nicht so finstere Augen maibfvt, Bent Banken, das ist ja zum Fürchten. Ihr solltet froh sein, daß ich hier bleiben darf — td) hoffe es wenigstens — denn Ihr gehört doch auch zu denen, die gut machen wollen."
„Nur, was ich selbst verschuldet. Ader andere Schuld lade ich nickst tote Ihr, Jungfer Leichtfuß, auf meine Schultern. Mertt Euch das."
Unb ohne Gruß trabte er mit großen Schritten von dannen. Sölve sah ihm ganz vcrftört nach. Wie stolz er dahinschritt und wie hoch er
das Haupt trug. Nicht ein einziges Mal sah er zu ihr zurück.
Sölve zerdrückte eine Träne in ihren Blauaugen und strich sich mtt der Hand Über die wcißc Stirn, als müs e s« einen Traum veftcheucheir. Src sah noch, nne Bents hohe Gestalt hinter den weißen Dünen verschwand; dann trat s« zurück ins Haus.
Kein anderer Gfebante als der an ihre Pflicht sollte ihr kommen.
Bent Banken fuhr mit dem Segelboot über das schimmernde Watt. Er musste sich eilen, wenn er vor Eintritt der Ebbe Keitum erreichen wollte.
Die See war ziemlich betrogt. Tie QM. 211 tosten gegen bte weißen Dünen, um dcrm ehrn es duftig tote von Veilchen kränzen blaute. Dir Wogen umspülten das Boot, das pfeilsch e'l dahinschoß mit tausend Perlen unb w'ißcm Schnee, doch Bent Danken sah nichts von all der glitzernden Schönheft. Wie von tiefem Traum umf ingen saß er — er bemerkte nicht mal, daß einer der Schiffer plötzlich die Segel braßte, was ihm sonst sicher einen Benrois des Kapitäns efapetragm hätte. Er sah auch nicht, daß der Sckstfter, um seine Gedankenloftgfl it wieder gut zu mach.m, bw Segel zu schnell herumwarf, daß das Boot sich ganz auf bte Seite legte unb fast zum Kentern gebracht wurde — Bent Banken sah unb hörte nichts.
Erft jetzt kam ihm olles, was er in ter letzten Zeit erlebt, immer deutlicher zum Bewußtsein. Vieles was ihm bisher unllar gewesen, gewann nun Form unb Gestalt. Was er nicht wußte, reimte er sich zusammen, so daß er schließlich ein ziemlich vollständiges Bild .vor sich hatte. Und habet packte ihn der Zorn, daß er wild aussprang
und mft fräftiger Hand dir Segel raffte, was völlig unnötig toarz nur um sich zu betätigen. Die Schiffer sahen khn verwundert an und brachten die Sache gleichmütig nricber in Ordnung.
Dann saß der Kapitän am Bug und schaute in die Ferne, die Hände in ohnmächtiger Wut geballt.
Konnte eS sein? Hatte das schöne, seltsame Weib mit den uncrgrürckichen Augcn, die auch ihn fast verwirrt hatten, wirllich Jngrwart Ferks und seinen Bruder betrogen? Boll Schauderns gedachte er der grälichen Worte des Kranken. Sckst.'ppte diese sündhaft schöne Frau wirllich eine so schwere Schuld burdjd Leben? W« würde bas Peter tragen, wenn er alles wußte?
Und Peter wußte es. Nun verstand Stent das befremdende Gebaren deS Brud.ncs, alS er tn der Nacht mit Sölve den Atollen zu Schiff brachte.
Eine heiße Angst um Peter faßte sein Herz und um b<e Frau, die ihn so seltsam beim ersten Sehen gefancen 9 nommen, daß er in ihrer Nähe kaum zur Besinnung flam.
Aber schwerer noch lastete der Gebaute an bi.* blonde Sölve auf seiner Sce'e. Was hatte das Mädchen vor? Die Schuld anderer sühnen? Wie dachte ste sich das? Indern sie ihr ganzes Leben dem Betrogenen wcihte, dem mit bi snn Opfrr viclleickst gar nicht einmal gebient war? Dis war doch Wahnsinn. Das Kind wußte ja gar nicht, was das ycißt. Er hätte ihr abreben, sre warnen müßen Statt des en liefe er sich von ihr wie ein Schulknabe fortschicken.
Grimmiger Zorn packte ihn.
Noch heute abend wollte er mtt Peter unb Eftrö) reben. Sölve mußte fort. Sie durfte nicht
in List bleiben. Man kömte für eine andere Pfl> germ sorgen. Es ging] nicht an, daß Estridck Schwester in einem Haufe stieb, das ihrer Schtockter feindlich war.
Langsam klärten si BentS Gedanflen, aber die tiefe Sorge um dr« kleine Sölve blieb, unb ein dumpfer, schwerer trurf, wenn er an Petn: dachte. Fast bereute er Ibne Aussprache mit P'ter den Gotteskoog vcrlassal zu haben.
Jetzt blickte er über das formen glitzernde M-er. vernahm wieder das Kauschen der Wellen und es war ihm, als gehe her Scklay seines eignen Herzens in chvcm ristlofen Aus- und Niel^r- fteigen. Oft Waren ihm so aus den Wassern wuirderbave Bilder triumbaf er Sehnsucht ausgestiegen, heute sah,et mr dunkle Kränze unb x>*t* welktes Laub.
„Seegespenster," d chte er, sich mit ter Hand über die braune Stirn streichend, mft einem halb spöttisck>en, halb bittern Lächeln. Da fuhr das Schiss in die Keitumcr Bucht ein.
Die Ebbe war uhe und Bent wie- bte
Schiffer an:
Lhr wartet hier < tt die Flut und bringt tes Schift morgen nach bin Gvttcskoog zurück. Ich gebe zu Fuß über die >eide."
Leicht grüßend schrtt er von bannen.
der Käpten geworden," der anbet)» lachte aut und
„Verflucht stolz i sagte der eine Schisser,
rief:
„Nee, de is ja bitt derleiwt."
Indes hastete B<lt Banken mit vüstige« Schritten dem Hause on Wibte Wedterten zu.
(Forsetz ng Mgl.)


