Swillmgrnmdbruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.'Vuch- tu Steinbruderei R. Lange. Schristleitvug, Seschästrstette n. Druckerei: Schulstr. r.
Äuiiabuit von Anzeige» f. die zage-amimmer vii zuin fJlacbmtttaq vorder ohne iebcikrbint'licfrfeiL Dreis für l mm Höhe für Anzeigenv 34mm Breite örlti 11 25 Bi, ausivärtS 30 Pi.; für '3< e f l n m e• Anzeigen von 70 mm ©rette 90 Pf. Bei Platz- Dorldiriii20e, A'iifclilag. Hauvtschri'tleiter: Ang. Goeir. BerantivoNiich für Polit k: Ang. Goetz; für den übrigen TeU: Dr Reinholo Zenz; für ben Anzetgenteü: v. Beck, sämtlich in Giehen.
nn
Ter eictnter lujeffef -rfcheint täglich, oufeer Sonn- und Feiertags.
Bejngiprels:
Monatlich Mk. 2.80, vierteljährlich Mk. 6 90 einschließlich des Bestellgelds; durch die Post vierteljährlich Alk. 6.— ausschließlich Bestellgeld. Fernsvrech - Anschlüsse: für die Lch»istleitungl12 Berlag.Geschäf.ssleUeSI Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sletze«.
postscheüfonto:
Sraihurt a. M. »686
U0. Jahrgang Freitag, 2. Januar 1920
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
wie groß ist dar deutsche Volkseinkommen?
Wir lesen in her Finanzpol. Korr.:
Die Erträge zahlreicher Steuern hängen von der Größe des Volkseinkommens ab. Das gilt insbesondere von der Einkommensteuer unb der Umsahsteuer. Bei den einschlägigen ErtraHsschatzungen mußte denn auch' das Reichsfrnanzminrsterium ein bestimmtes Volts einkomm en zugrundelegen. Merkwürdigerweise hat es sich aber dabei immer mehr von der Wirklichkeit entfernt. Man kann drei Stadien unterscheiden:
1. In der Begründung zum Entwurf eines Umsatzsteuergesetzes vom 23. Juli 1919 heißt es: „Das deutsche Volkseinkommen der physischen Personen (nicht bloß das für direkte Steuern steuerbare) wird nach einem Gutachten des statistischen Reichsamts mit Berücksichtigung des niedrigen Geldwerts trotz der großen Verluste auf mindestens 52 Milliarden Mark angesetzt werden können." Dieser Betrag ermäßige sich durch die Gebietsabtretungen um etwa Vio, also auf etwa 47 Milliarden Mark.
2. Bei der ersten Lesung des Gesetzent- , wurfs im 12. Ausschuß der Nationalderfamm- lung legte die Regterung eine neue Ertragsberechnung vor. „Als Unterlage der Berechnung wird ein Volkseinkommen von 62,4 Milliarden zugrundegelegt. Hierbei wird von der durch keinerlei schlüssiges Material belegbaren Annahme ausgegangen, daß die Steigerung des Einkommens 1919 gegenüber 1917 30 Proz. beträgt. Im Falle II wird unter 112 eine Berechnung für den Fall aufgemacht, daß das Volkseinkommen lediglich, wie in der Begründung zum Entwurf angenommen, 52 Milliarden beträgt." Für die Gebietsabtretungen sei in beiden Fällen ein Abzug von Vio zu machen, so daß 56 bzw. 47 Milliarden verbleiben.
3. Bei der Ertragsschätzung der neuen Äeichsetnkommensteuer vom 5 Dezember 1919 rechnet das Reichs ftnanzministerium für das verkleinerte Deutschla.td mit einem Volkseinkommen von etwa 78 Milliarden Mark, d. h. mit einer Steigerung von 80 Proz. gegenüber 1917!
Die Beweggründe für die Venvendung so verschiedener Zahlen für die gleiche Sache liegen auf der Hand. Sie sind lediglich politischer Natur. Es soll die Vorstellung erloeckt werden, als ob künftig ein sehr viel größerer Betrag durch direkte Steuern erzielt würde als durch indirekte Steuern, und als das einfachste Mittel hierzu erwies sich, bei der Er- rracsschätzung her Einkommensteuer das Boltseintommen sehr viel höher anzusetzen als bei der Ertragsschätzung für die Umsatzsteuer. Bei einem Volkseinkommen von 50 Milliarden ergaben sich 4 Milliarden Umsatzsteuer, bei einem Volkseinkommen von 78 Milliarden ergaben sich 7i/3 Milliarden Einkommensteuer. Wären bei der Ertragsberechnung der Einkommensteuer auch nur 50 Milliarden Volkseinkvmmm angenommen worden, so hätte sich als Oesamtertrag — da die Steuer ja progressiv .st — nicht viel mehr ergeben als die 4 Milliarden, die die Umsatzsteuer bringen soll.
Es ist begreiflich aber bedauerlich daß das Finanzministeriun das Gutachten des Statistischen Reichsanus nicht veröffentlicht hat. Das Ergebnis — nindestens 52 Milliarden für das alte Reicksgebiet, etwa 47 MiL- liarden für das verkleinerte Deutschland —। dürfte den Tatsachen entsprechen. Vor dem Kriege schätzte Helfferiiö dos Volkseinkommen — reichlich hoch — auf 40 bis 41 Milliarden. Sehr viel größer ist es auch heute nicht — trotz der Entwertung der Mark. Gewiß gibt es Kaufleute und Landwirte, die heute ein zehnmal so großes Einkommen haben wie vor dem Kriege: gewiß gibt es Arbeiter, die trotz verkürzter Arbeitszeit und unregelmäßigerer Beschäftigung (Rohstoffmangel, Streiks) fünfmal so viel verdienen wie früher. Aber das sind doch Ausnahmen. Im Durchschnitt dürften die in Landwirtschaft, Gewerbe, Handel und Verkehr tätigen Selbständigen, Angestellten und Arbeiter nit vielleicht ein zwci- bis zweieinhalbmal so großes Einkommen haben wie vor dem Krieg,. In den freien Berufen und bei den Beamten ist die Steigerung im allgemeinen geringer. Viele Renb- nec unb Rentnerinnen rber haben nach wie vor die gleichen BezüS; viele haben sogar weniger, weil sie ihr Kautal angegriffen haben. Dazu kommt der Portfall des Einkorns- mens von Millionen G-fallener und Kriegsgefangener und von Milionen Steuerzahlern in den abgetretenen Gekieten. Das Volkseins- komnren dürfte mithin )eute nicht mehr als 60 Milliarden betragen
Line Kunögcbunq des Reichspräsidenten (Ebert.
Berlin, 31. Dez. (Wolff.) Ter Reichs- präsidctt t bat den Reichs kcmzlr, folgvireKundgebung zum Neujcrhrstage zu veröffentlichen:
Im vergangenen Jahr wurde zwar das Chaos abgewetzte unb die Einheit des Reiches erhalten und gefestigt. Indessen mußte unter dem Druck rücksichtslosen Zwanges ein Friede geschlossen worden, der die Ehre unseres Volkes, feinen Wohlstand und die Früchte vergangene und künftiger Arbeit fremder Hand zu überantworten droht. Das heute be ginnende Jahr muß entscheiden, ob die Deutschen trotz allem als Nation und Staat sich zu behaupten hoffen können, oder durch inneren Hader, dem sich äußerer Haß zugefeilt, int endgültigen Zu sammenbruch auch die Hoffnungen ihrer Kinder begraben müssen.
Diese Schicksalsfrage vor Lütgen, bitte ich heute alle, die sich Deutsche trennen, in der gemeinsamen Not die Reilten zu schließen unb jeher an seiner Arbeitsstelle für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes das Aeußerfte zu tun.
beschlösse des obersten Rates in Paris.
Paris, 31. Dez. (WB.) Der Oberste Rat der Alliierten trat beute morgen unter dem Vorsitz von Jules Cambon zusammen und hörte Du- tasba an, der über seine Unterrebimg mit Herrn von Lersner Bericht erstattete, sowie General Le- rond, der über die Verhandlungen zwischen den alliierten Vertretern und der von Simon präsidierten Delegation berichtete. Der Rat beschloß, baß alle Maßnahmen bezüglich des Inkrafttretens des Friedeitsoertrages vor dem 6. Januar, dem Tage, der für ben Austausch der Ratifikationen in Aussicht genommen ist, getroffen werden müssen. Der Rat beschloß ferner, daß der Schutz der Angehörigen der Gebiete, in denen BoWabstimmungen vvrgeiwmmen werden sollen, im Auslande derienigen Macht zufällt, deren Vertreter der Abstimmungskommissivn des betreffenden Geintes präsidiert. Der Rat entschiÄ», daß der Unterhalt der Besatzungstrupveit in den Abstimmungsgebieten jeder an der Besetzung teilnehmenden Macht obliege. Die Rückerstattung der Kvsten soll durch die Macht erfragen, der das .Abskim-- mungse.e^iet zugesprochen wird. Sofort nach Jn- kraft.reten bes Fr»edousvertraget- -u- vCuhmX
Regierung die 192 000 Tonnen Schwimmdocks abliefern, zu deren mll-erzüglicher Ablieferung fte sich verpflichtet hat. Der Rest des abzulieferitden Materials ist innerhalb einer Frist von 30 Monaten abzuliefern.
England gegen die Amerikaner in Koblenz.
Versailles, 31. Dez (Wolff.) Nach der ,„Heure" überreichten die Engländer dem F ü n f e r - R a t eine Note, in der darauf hingewiesen wird, daß die amerikanischen Streitkräfte den Brückenkopf Koblenz besetzt hielten, daß aber die Vereinigten Staaten den Friedensvertrag von Versailles noch nicht ratifiziert hätten, also auch feinen offiziellen Vertreter in der interalliierten Hohen Kommission für das Rheinland haben könnten. Die Note spreche die Ansicht aus, um ben Beschlüssen dieser Kommission und der Verwaltung der besetzten Gebiete keinen Abbruch zu tun, werde es notwendig sein, daß der von bat Amerikanern besetzte Gebiet m die französische, englischen unb belgischen Bezirke einbezogen werde.
*
Besichtigung des deutschen Hasenmaterials.
Berlin, 31. Dez. (Priv.-Tel.) Die von dem englischen Marineamt zusammengestellte interalliierte Sonderkommission zur Besich- tiguitg des Hafenmaterials in Hamburg wird dort heute erwartet. Die Hamburger Behörden tocröen nicht mit ihr in Verbindung treten. Bei den Nachprüfungen der Angaben der deutschen Regierung wird ein Mitglied der Hafendeputation zugegen sein, das bereits als Sachverständiger bei den Beratungen in Versailles mitgewirkt hatte.
Frankreichs diplomatische Vertreter.
Amsterdam, 31. Dez. (Wolff.) Das Preßbureau Radio meldet, daß nach dem Austausch der Ratifikationen am 7. öder 8. Jan. sich die diplomatischen Vertreter Frankreichs' auf ihre PosteninDeutsch land begeben werden. — Die Abfahrt der mit der Besetzung der deutschen Abstimmungsgebiete beauftragten alliierten Truppen beginnt am 12. Januar.
•
Handschreiben Wilhelm» II. an Zar Nikolaus.
Berlin, 31. Dez. (WTB.) Die„Bossische Zeitung" teilt mit, daß der Verlag Ullstein il Co. demnächst eine wortgetreue Heber» tragung der 75 Handschreibett Kaiser Wilhelms an den Zaren Ni'olaus als Buch herausgeben wird. Die „Vossische Zeitung" beginnt am 1. Januar mit der Veröffentlichung der wichtigsten Dokumente. Durch die gleichzeitige deutsche Veröffentlichung hofft man einer tendenziösen Verwertung der Briefe im Ausland vorzuoeugen.
Fürst Wedel t.
Kopenhagen, 31. Dez. (Wolff.) „Berlin gske Tidendc" meldet aus Stockholm: Der frühere deulsche Statthalter in Elsaß-Lotbringen, Fürst Wedel, ist gestern im Aller von 77 Jahren m Stockholm gestorben.
Hinrichtungen in Budapest.
Budapest, 31. Dez. (WB.) Korr.-Bureau. Heute vormittag wurden im Hose des Militär- gefangencnhauses die treten Aufreizung bzw. wegen Begehung zahlreicher Vtvrdtaten zum Tode ver- urteilten Otto Korvin, Eugen Laßlel, Josef D i n y o s , Arpad Kerokos Kohn, KÜrl Sturz, Ludwig K o c a c s, Emmerich D o o g e n , Karl Korvath unb Orana Gombes durch den Strong hingerichtet.
Ein Ausstand in Syrien?
- Bern, 1. Jan. (WB.) Wie die Genfer Blätter melden, herrscht unter der syrischen Bevölkerung eine große Erbitterung gegen den cng- lisch-franzöfi scheu Vertrag. Man beginnt sich zum Widerstand vvrzubereiten. Zahl- reiche bewaffnete Banden hätten sich gebildet unb seien zum Kampf fertig. Nach in Newyort' vorliegenden Meldurigeu forbern 120 000 Assyrier, daß Mesopotamien frei vom türkischen Joch unter englisches Mandat gestellt werbe.
London, 2. Jan. (WTB.) Havas. Am Tage nad) Weihnachten wurde in Alexandrien die Polizei angegriffen, so daß ein Panzer- automobil zu Hilfe gerufen werden mußte. Nachdem einige Schüsse aus diesem Automobil ab- gegeben waren, griffen Soldaten ein, töteten einen Aufständischen und verletzten fünf weitere. Später trat wieder Ruhe ein. Mait mißt dem Zwischenfall keine größere Bedeutung hei. Die allgemeine Lage ist ruhig.
Line neue Lisenbahnerbewegung in Zrankfiltt.
Frankfurt a. M., 1. Jan. (WTB.) Die hiesigen Vertrauensmänner des Deutschen Eisen- bahnerverbandes haben in einer stark besuchten Versammlung dem Berliner Zentralvorstand des D. E. V. wegen seiner widerspruchsvollen unb un- n in d-n Tvrffverhandl
mit der Regierung ein scharfes M i ß- trauensvotum ausgesprochen. Die Versammlung erklärte sich namens der Frankfurter Eisenbahner nicht mit der vorläufigen Regelung der Tarifsätze ab 1. Januar 1920 einverstanden unb gab in einer Entschließung bekannt, daß sie bis zur Besserstellung ihrer wirtschaftlichen Lage nicht mehr imstande sind, ihre Arbeit im vollen Umfange z u erfüllen unb fortan nur unter strikter Beobachtung der für den Eisenbahnbetrieb gültigen Bestimmungen arbeiten können. Einen Streik betrachten die Eisenbahner im gegenwärtigen Augenblick als unzweckmäßig, sie sind aber entschlossen, falls die Regierung auf ihrem wenig entgegenkommenden Standpunkt beharrt, auch vom äußersten Mittel, dem Streik, Gebrauch zu machen.
dein Reiche.
Die lledergabe Brombergs an die Polen.
Berlin, 2. Jan. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Thorn: 4Lach der Bromberger Ostdeutschen Rundschau dürfte die Heber gäbe Brombergs an das polnische Staatswesen voraussichtlich am 17. ober 18. Januar erfolgen.
Birkenfeld.
Birkenfeld, 31.Dez. (Wolff.) Der neue Regierungspräsident der Provinz Birkenfeld, Rechtsanwalt Dörr (Idar), hat am vergangenen Montag die Regierung übernommen. Zu seinen vorläufigen Mitarbeitern hat er, nachdem die Assessoren Karsten und v. Breitenbach nicht die Bestätigung der Ententebehörden erhalten hatten, Oberamtsrichter Zwetsch (Nofelden) und Bürgermeister Schmidt (Birkenfeld) ernannt. Oberamtsrichter Zwetsch vertritt auch vorläufig den erkrankten Presidenten.
Besprechungen d:s Reichswirtschaftsministers in Stuttgart.
Stuttgart, 1. Jan. (WTB.) Wie das Süddeutsche Korvefpoudenzbureau hört, werden der Reichswirtschrftsminister und die Vertreter der größeren Gliedstaaten vom 6. Januar ab mit der württembergischen Regierung in Stuttgart Besprechungen abhalten übet die Lage unb über Eie in nächster Zeit auf dem Gebiete des E r - nährungswesens und der Ein- unb Ausfuhr zu ergreifenden Maßnahmen. Im Anschluß daran werden die Vertreter der Gliedstaaten in Stuttgart auch die Aufhebung der selbständigen Gesandtschaften innerhalb des Reichs erörtern. Am 10. Januar ist der Besuch des Rcichsverkchrs- mitisters in Sachen des Rhein-Neckar-Donau-Ka- nals hier erwartbar.
Die Kriegervcreine.
Berlin, 31. Dez. (Wolff.) Der Vorsitzen c>e des Kyffhäuser-Bundes unb des Deutschen Landeskriegerverbanbes, Generaloberst v. Heeringen, bezeichnet es in einem Aufruf, den er zum Jahresbeginn an die Bundesmitglieder richtet, laut „Voss Ztg.", als die Auf- | gäbe der Kriegervereine, Trager einer toegung zu sein, die zwischen den alten Trümn wieder zur Ordnung führe. Der Ausruf weist reai-1 tumore Bestrebungen pbenfo zurück wie parteipoli
tische Zwecke unb lehnt daS Streben nach einem neuen Kriege unb die Vornahme militärischer Hebungen ausdrücklich ab.
Der Herstellerhöchstpreis für Bier.
Berlin, 31. Dez. (Wolff.) Das Reichswrrt^ schaftsministerium hat für das Gebiet der ehe^ maligen norddeutschen Brausteuergemeinschaft mit Rücksicht auf die Steigerung brr Herstellungskosten ben Herstellerhöchstpreis für Bier cinschl. Steuern auf 6 1 M k. unb für frier- ähnliche Getränke (Ersatzbier) auf 58 Mk für ben Hektoliter erhöht. Eine ausnahmsweise Festsetzung Oberer Preise für Herstellungsorte mit besonders großer räumlicher Aiw.e.mung unb besonders frohen Herstellungskosten bleibt weiter Vorbehalten. Ausnahmen werben unter entsprechender Anwendung der bisherigen Grundsätze derartig bewilligt, datz erforderlichenfalls der Preis in zwei Stafseln auf 63 Mk. und 65 Mk. für das Hektoliter erliöht wird. Für die Herstelllmasorte, für die bereits bisher höhere Herstellerl)öchstpreise bewilligt Waren, tritt anstelle des Preises von 40,50 Mk. ein Preis vvn 63 Mk. iDtb anstelle des Preises von 42 Mk. ein Preis von 65 Mk. für das Hektoliter.
Die Einheitskurzschrift.
Berlin, 31. Dez. (WTB.) Zur Vorbereitung der Schaffung einer Einheitskurzschrift wurde von den Vertretern b^r beteiligten Negierungen ein Oberaussckmß eingesetzt. Zur Aufnahme der Llrbeiten wurde der Ausschuß vom Reichsmin^ter des Innern auf den 13. Januar einberufen.
Der Personenverkehr in Bayern.
Berlin, 31. Dez. (Wolfs.) Ter „Lokalanz." meldet aus München: Der P e r so ne n v er ke hr auf der Eisenbahn in Bayern wird am Neujahrsteg, am Tag ber Heiligen Drei Könige unb an ben ersten beiden Sonntagen des Januars wegen .ibohlenmangel eingestellt.
Hus Hessen.
Sozialdemokratischer Protest gegen har TKurt Ernähmngsministtr.
rm. Darmstadt, 1 Jan. Zu der n-uew Aemterverteilung im hessischen Ministerium bar. die Provinzialkonserenz der Sostaldemokvatte nach lebhafter Aussprache folgende Entschließunc. ein > . ■ mmin an§cncrHi«ten: ju
Parteikonferenz - erhebt schärfsten Protest gegen ,e Uebertragimg des bisher einem atertrch-T* der sozialdemokratischen Partei Übertragenm Amtes des hessischen Ernährunas^ wesens an die Zentrumspartei .zumal der für dieses Amt in Aussicht genommene Vertreter zugleich vuch .Mitglied des Hessischen Bauernvereins »st. Tre Versaminlung sieht das Amt in solchen Händen «als nicht den Interessen der verbrauchenden Massen entsprechend untergebracht und verlangt, daß der wichtige Posten auch ferner von ber Sozialdemokratie besetzt wird. Ste erwartet, daß ob: sozialdemokratische Kammerfraktion zu ber Angelegen l-eit Stellung nimmt und auf der Wiederbesetzung des LandeserniälTrungsamtes durch einen Vertreter der sozialdemioIrakischen Partei beb -rrt."
•
lk. Gießen, 31. Dez. Unter Vorst! des Herrn Landgerichtsrat Schudt tagte int Saal des Hotel „Gvoßherzog" eine Ver- traueirsmännerversammlung der Deutschen Volkspartei in Oberhessen. Alle Kreise waren durch stattliche Abordnungen vertreten. Etn- mütio wurde beschlossen, die Ortsgruppen und Kreisverbände zu einem „Provinzialverband Oberhessen" zusommenzuschließen. Zum Vorsitzenden wurde Lc?.rdgerichtsrat Schudt, zum Stellvertreter Prof. Kraus Müller bewählt. Jeder Kreis der Provinz, entsend t in den Vorstand ein Mitglied und einen Stellvertreter. Es wurde deshalb beschlossen, einen Parteisekretär im Hauptamt anzustellen. Die erforderlichen Mittel sind von den Ortsgruppen aufgebracht. Den Schluß der Besprechung bildete die Frage der nächsten Reichstagswahlen. Hierzu sprachen u. a. Direktor S v i e ß - Friedberg, Oelönomierat H e ck-Als- feld unb Generalsekretär Wittig-Darmstadt.
Hus dem besetzten Gebiet.
Das Rheinlandabkommen.
Oberste in, 31. Dez. (Wolff.) Dec Westdeutsche Zeitungsdienst meldet. Um die Erregung zu dämpfen, die durch die Bekanntgabe der geplanten Verordnungen der Hohen Kommission sich der Bevölkerung bemächtigte, veröffentlichte der französische Verwalter in den hiesigen Zeitungen einen Artikel, in dem behauptet wird, der „Vorwärts" habe aus den Verordnungen nur die für die Bevölkerung nachteiligen Bestimmungen wiedergegeben und nicht die Verfügungen erwähnt, die der Bevölkerung die größten Freiheiten zusicherten. So sollten z. B. die Beamten in ihrer Tätigkeit nicht behindert werden, und auch die Unabhängigkeit der Justiz sei garantiert Die Bevölkerung könne sicher fein, daß sie nicht schikaniert werde. Das Rheinlandabkommen sei so liberal wie möglich, die Einschränkungen die es bringe, seien weniger unange- itefim als ein Spartaftstenregiment, UnruheZ und Lebensmittelmangel.


