Illis Dessen.
Wne sozialdemokmtistße Anfrag« Wer die Gründung de§ „versuchen Schutz- und Wirt- schnftstzundes".
rm. 'S) ar m ft ab t, 31. Oft. Gegen die Cr« gef cf) bat her Abg. Kaul eine dringende Anfrage der 58o(fsfammer cinqereid)\ in der er unterSctug» ■nnfmte auf die Veröff-entlichnngen der Organisation Esch^rich in hessischen Blättern und die Tatsache irr Gründung des .Hessischen Schutz- und Wirtschaftsbundes im Zusammen bang mit den bekmintgcwordenen ,.Stahlhelm- und Escherich- Orgcrnsiationen" in Breslau und Chemnitz erklärt, daß diele Organisationen gesetz- und verfassungswidrig sind und anfragt, ob diese Tatsachen der Regierung bekannt seien, ob sie Maßnahmen dagegen aefroffen und Mas sie ,iu tim gedenke, um die Entfesselung des Bürgerkrieges durch die Orgesch in Hessen zu verhüten?
Ans Statt ttttb Land.
Gießen, den 1. Noo. 1920.
,.Die Verwendung der alten Klinik".
Die Mte Klinik bat durch die Benutzung al? Lazarett in den letzten fünf ^fahren im Innern ganz erheblich gelitten. Die Stadtverwaltung ist desbach an den Reichsstsftrs mit Entschädianngs- amHrüchen bcranaetreten und war schließlich ge- tomm^en, Klane zu crbebm. weil die Erledigung der Ana^eaenheit vom Reich immer mehr her» Uniert imrrde. Ju letzter Zeit fandm nnm Der- qleich° v°rbandlungen statt mit dem Ergebnis, daß die Smdt nne Entschädigungssumme von 135 000 Ma^k erhält, die sie beliebig, ohne Nach- weisverpflichwna, verwenden kann. Nach dieser Einigung konnten inzwischen die Herstellungs- arbeihnt begonnen werden, die bald beendet sstn dürften.
Auch die künftige Berwenduina der Alten Klinik ist inzwischen geregelt worden. Die Varterreräume in dem ^Fffiarl nach der Frankfurter Straße erhalt die von Friedberg nach Gießen verlegte T e l e- Krapben-Inspektion. In die Parterreräume des entgegengesetzten Flügels, nach dem Liebia-<§aboratorium wird die an die Universität heu an gegliederte Abteilung für Seibe5- !ubunaen ein ziehen Der erste Stock wird vom Rei chsverforgungsamt benirtzt we"de»,U!nd der 2 Stock ist dem Finanzamt überlassen worden. Dw Kommunalverband, dessen Auf- gabmkreis sich beknnwsich immer mehr verkleinert, erhält eine Anzahl Räume im Anbau.
Diese Re^esim« letzt hoffentlich hinter die jabre- tfanrv inrb unfruchtbare AuS'prache um die Alte Klinik endgültig einen Schlußpunkt.
Der Geisterspuk in Gießen.
Zu dem Bericht in unserer Samstag- Nummer über den Vortrag „Gibt es eine Geisterwelt?" schreibt uns der Vorsitzende der „Burg" folgende „Berichtigung":
„In dem Bericht über den am Freitag, den 29. Oktober 1920 im Einhorn statt gefundenen Dortrag ist rein sachlich zu erwähnen, daß unter anderem die vom Vortragenden zu dem föaupt» th?ma derangezvgenen authentischen Gelehrten, wie Prof. Baraduc und Richel. nicht wie der Berichterstatter meint, alte —, sondern ganz und teilweise nrch lebende Gelehrte sind. Wie bei diesem 'Fellm-isf, wäre auch in der übrigen Beurteilung! des Vortrags zu erwarten gewesen, daß die Be- spreckmng sachlich gehalten wäre, und nicht tote die übrigen Teile von ziemlicher Unkenntnis der Materie zeugte.
Wir bemerken zur Airfklärung, das' der Bund „die Burg" eine Organisation ist die über ganz Deutschland verbreitet, bis jetzt rimb 25 000 Mitglieder und ihren Hmivtsitz in Griesstätt am Inn hat. während sich in Gießen nur eine Ortsgruvre befindet. Di" hiesige Ortsgruppe wird nicht, wie irrtümlich berichtet, von Herrn Bartz geleitet, derselbe hgt mit der Ortsgrupve nichts direktes zu tim. Es t ift ferner nicht richtig, daß sich der Bund lediglich mit Errichtung spiritistischer Zirkel beraftt. Das Leitmotiv desselben ift: Erkenne die Dinge, lerf-imc die Menschen, erkenne dicht selbst und bu stehst über dem Leben! — Der Bund har sich Mi seinem Ziele gesetzt: seine Mitglieder praktische Menschenkenntnis, Selbsterkenntnis und Erkenntnis der Dinge zu lehren: durch aufklärende Lehrbriefe und Anwüsimgen im Bundesorgan über wissenschaftliche Astrologie, über Htzpnoti.smus, Magnetismus. Spiritismus, Delopitlne (Hell- und !Fernseh"N!, Wünsche!rutenw-sm. Fakiri-rmus Fetischismus, Totemismus, Grapholoche. Pstzchologie. Physiognomie, PhneTrologie, Chirolvgie usto. usw. überhaupt über alle heute noch ungeklärten und okkultm Fragen und durch Ei-Vwimentalvorträge im Rahmen der Ortsgruppen. Uebrigens ist Herr Da"n Ausispiritist, kommt also für die Leitung spiritistischer Zirkel nicht in Frage."
Es ist schwer, bei diesem Erguß einer neuen Aufklärungsbewegung noch ernst zu bleiben, zumal wir in einer Universitätsstadt leben! Die berichtigende Bemerkung über die „alten" Gelehrten verdreht ganz und gar Sinn und Folge der Sätze unseres Berichterstatters. Wenn wir in die Geheimnisse der „Burg" auch noch nicht so tief eingedrungen sind, wie deren eigene Gralshüter, so können wir doch aus dem bisher Gehörten und Gelesenen wohl mit vollster Berechtigung das Wort Mephistos gebrauchen, das in der Derenküche fällt: „Genug, genug, v treffliche Sibylle!" Das von den Erforschern der Gcisterwelt au gedeutete Reich von Astrologie, Hypnotismus, Magnetismus usw. ist so groß, daß von der Selbsterkenntnis, die in' dem famosen Motto eine Hauptrolle spielt, kaum noch was Vernünftiges übrig bleiben kann, und daß wir mit Fausten sägen müssen: „Nein, sage mir, was soll daS werden?" Wir empfehlen unseren Lesern zur weiteren Kritik der „Burg" nur noch die Lektüre der Hexenküche.
Das Ende des Wunderdoktors.
fd. Frankfurt a. M., 31. Oft. Karl Waß- m<mn verlegt, nachdem er monatelang die Taschen derer, die nicht alle werden, mit riesigem Erfolg auSgeguetscht hat, seinen Wohnsitz nach München. Er will sich dort, wie wir au5 München erfahren, an einem Vrauereiunternehmen beteiligen. Heute verabschiedete er sich mit einem Vortrag über seine Mimdcrkraft von den Frankfurtern. Sein Lehre: Müller-Ezerny, den er seinen Schüler nennt, ist
leit etiva 14 Tagen ovn der Bildfläche verschwun- | den. Ueber seinen Aufenthaltsort werden die verschiedensten Geschichten erzählt. — Uebrigens darf man den Münchnern zu ihrem neuen Mitbürger gratulieren.
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mc. Worms «Rhein, 31. Oft. In ganz Rheinhessen blüht augenblicklich der W und erschwindel in einer Art und Weise, die dringender Abhilfe bedarf. Ein Wun>ermann acht dem andern die Türklinke in die Hand Da wird hypnotisiert, suggeriert, aetveiSsagt und die wunderlichsten Dinge der Mit und Nachwelt überliefert, die Hauptsache ist aber, man itreicht von den dummen Leuten einen gcrntz gehörigen Batzen Geld ein, um dann zu verschwinden.
* * ’ Die Kälte.
In Gießen sank das Thermometer in dreier Nacht auf — 6,5 Grad, in der vergangenen Nacht aut 6,2 Grad.
nie. Frankfurt a. M, 31. Oft. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurden in der Mainebene sechs Grad Kälte gemessen, während man vom großen Feldberg im Taunus gar acht Grad unter Null meldete. Durch die ungewöhn-- liche Kälteperiode rourbc auf den Feldern, wo noch lange nicht alle Früchte geerntet sind, mancherlei Schaden angericktzet, während die Gärtner große Einbußen an empfindlichen Pflanzen erlitten, die noch sticht in den Treibhäusern untergebracht waren.
Veranstaltungen,
Montag: H-tel Schütz. 8 Uhr, offen!lidter iBortrag des Natur heilVereins für die erwachsene weiblich^ Jugend. — Hotel Einhorn 8 Uhr. Vortrag : „An der Schwelle des Uebersiunstchen". — Gafe Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. — Lichtspieltheater wie gestern.
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Vo'I oe' Bo lkshoschule wird uns geschrieben: Im Stundenplan des Semesters find einige Aenderungen und Ergänzungen eingetreten: Die Arbeitsgemeinschaft: „Das Ornament in Kun st und K u n st g e w e r b e" findet Montags von 7—9 Uhr in der Ober-Realschule statt. —Die „Einführung in d i e Musik" wird im Singsaal der Höheren Mädchenschule gehalten. Tag: Mittwoch. Beginn: 7 Uhr pünktlich. — Die Arbeitsgemeinschaft „D e r elektrische Stro m"ist auf Donnerstag, 8—10 Uhr, verschoben worden. Sie findet im Realgymnasium statt. — Die Arbeitsgemeinschaft „Albrecht Dürer" wird doppelt gehalten, außer Dienstags auch Mittwochs. Beginn des Mittwochkurses am 3. November, 8 Uhr. — Ein Stundenplan der Elementarkurse ist im Anzeigenteil des heutigen Blattes zu finden.
** 3um Gedächtnis der gefallenen Angehörigen der Universität veranstaltet der Bund zur Pflege von Musik uni) Literatur den ersten Abend von seinen drei künstlerischen Vorstellungen, die er im Auftrage des Allgemeinen Studentenausschusses zugunsten 'Der Denkmalspende der Universität im Lauft des Winters gibt. Wie es zu hoffen und auch zu wünschen war, ist die Nachfrage nach Karten sehr rege. Denn nur allseitige Beteiligung und Teilnahme an den drei Veranstaltungen, deren Eintrittspreise in mäßigen Grenzen gehalten sind, um sie weiten Kreisen unserer Stadt zugängig zu machen, kann zu dem erwünschten Erfolge führen. Darum wendet sich der Bund nochmals an alle die, denen es am Herzen liegt, für unsere toten Delden von der Universität ein bleibendes Denkmal zu errichten, ihr Scherflein beizutragen durch den "Besuch der Konzert- und Vortragsabende. — Der Bund weist nochmals die Abonnenten darauf hin, daß heute Montag) die vorbestellten Kurten abgeholt werden müssen, andernfalls sic nod) am Dienstag offen weiterverkauft werden.
** Gemilderte Beschränkung der G st ter w a ge n ben utznn g. Die Verwendung der inländischen wie der ausländischen Güterwagen ist durch die politischen Verhältnisse sehr beengt. Beutewagen, elsaß-lothringische Wagen und deutsch: Wagen, die zur Uebergabe an die ÄUente bestimmt waren, aber nicht übernommen sind und noch VorführungSaiischriften "tragen, dürfen nach d:n besetzten Gebieten und darüber hinaus nach Elsaß- Lothringen, Frankreich, Belgien, Polen und dem übrigen Ausland, sowie nach dem Bezirk Königs- berg nicht verladen werden, liegen dieses Verbot wird noch dauernd verstoßen. Offene Wagen mit Kunze-Knorr-Bremse oder Bremsleitung und groß räumig bedeckte Wagen dürfen weder leer noch beloben nach Litauen übergehen. Eine gewisse Erleichterung ist in dieser Beziehung jetzt insofern etiUfCireten, als das Verbot über die Verwendung dieser Wagen nach Polen, dem Freistaat Danzig und durch Polen nach Ostpreußen aufgehoben werden fointfc. Mit Ausnahme von Litauen können die Wagen im Osten ohne Einschränkung verwendet werden. Auch die Benutzung von Dwppel- und mehrbödigeu Viehwagen mit Leitung durch
^Tn-l'cfcn Korridor ist ebenfalls frstgegeben. Endlich ist der Verkehr von und nach Ungarn in tollem Umfange wieder ausgenommen. Die Wagen-
unterliegt keinen Einschränkungen mehr. Neue Flugpost Verbindung.
Vom 1. November ab wird ein täglicher Flug- postotenst Bremen — Mün st er — Gel- rC 11r<$ cn von der Sablatnig-Flugzeug- ban-G.m.b.H., Berlin,, mit Anschluß an die Flugpost Berlin—Bremen bergestellt. Flugplan ab Bremen 1.30 (aus Berlin ob 9. 30), ab Münster 3.15, an Gelsenkirchen 3.45, zurück ab Gelsenkirchen 9.15, ab Münster 10 00 an Bremen 11.30 (in Berlin 3.30).
... ebstahl. Vergangenen Sonntag ist ein Lorbeerbaum mit einem Holzkübel von der Nähe des Selterstorhäuschens abhanden gekommen. Er steht zweifellos in einem Geholt oder Garten. Mitteilung an die Kriminal-Abteilung erbeten.
** F » hrraddiebft « hle. Am 18. 10 SO to«iD5 gegen IO Uhr wurde hier aus dem Hofe de^ GewerktchaftShauseS ein markenlofes Fahrrad entwendet. ES hat schwarzen Nahmenbau, vor- flcbante Lenkstange, die Nabe des Vo^c-radeS hat vier freie Speichenlöcher, die beiden Mäntel sind
vulkanisiert. — Am 21. 10. 1920, nachmittags gegen 3 Uhr, wurde hier aus dem Hofe der Ma- fchinengewehrkaserne ein Fahrrad, Marke „Goliath", Feld-Nr. 103 843, entweichet. Es hat neue Dercifuiig, am Sattel befindet sich der Namen „Darliirg". MS Täter kommt ein junger Mensch von etwa 20 Jahren, vollem Gesicht, bekleidet mit braunem Anzug, der thit dem Fahrrad nach der Stadt fuhr, in Betracht. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienlichen Mitteilungen sieht die Kriminalabteilung entgegen.
** Die ft ä b t. Obst- und Gemüse- stelle des Lebensmittelamtes in den Marktlauben ist vom 1. November ab aufgehoben.
** Das Fest her goldenen Hochzeit begehen am 5. Nov. Rentner Johannes Mckel und fern? Ehefrau. 'Herr Nickel ist in weiten Stteiien Ob rr Hessens bekannt, denn er betrieb große Ba- sattbrüch: in Rainvod, Ober-Wchdershenn und Treihauftn.
** Der Verb and der weiblichen Handels- und Bu re a.uange stellten veranstaltet morgen abciü) 71/« Uhr im Hause des Kaufmanns sckten Vereins einen Vertrag von Frl. Toni Penck au5 Franifurt über Zwecke und Ziele der Frauenorgantzairon. Siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
G r o ß e n - B u s e ck, 1. Nov. Der Poft- fdxiffner Wilhelm M oo tz II. von hier begeht, heute Montag sein Lbjährigxs Drenstjubilüum. Er hat bei Sturm und Wetter 25 Jahre lang die Post 'von Großen-Buseck nach Beuern, Oppenrod und BurkhmLSselden getragen. Er hat währeich dieser Zeil in manches Haus Freud und Lech hineintraoen müssen.
_L N ie dc r -- Bessi n ge n, 29. Oft. Der letzte hiesige Kriegsgefangene Wilhelm Keil ist aus Sibirien heim gekehrt, wo er seit 1916 weilte.
Kreis Lauterbach.
— Schlitz, 29. Oft. Im nahen Sandlofs ift als Letzter aus russisch-sibirischer Gefangeiischaft Kaspar Becker zurückgekehrt, nachdem er 5Jahre da' Los der Gefangenschaft getragen, die er zum Teil in den Lagern Llomsk und Irkutsk zw, gebracht. Eine Zeitlang mußte er auch in der Armee Koltschak gegen die Bolschewisten kämpsen.
Kreis Friedberg.
i l Friedberg, 28. Oft. Mit Dankbarkert muß man -anerkennen, roie unsere deutschen Brüder im Auslände, besonders in Amerika bemüht sind, di? in Deutschland durch den ft'rteg hervwgevuftne N.ck'age zu mildern. Abgesehen von ungezählten Fällen privater Fürsorg? sind es besonders mich die dortigen Wohltätigkeitstererne, bi? in dieser Beziehung großzügig Vorgehen. So ftmnten wir vor einiger Zeit schon darüber berichten, daß der „Hess.-Darm st. Boll'ssestderein" in Neuyv-rL durch eir.cn geborenen Friekiberger, W. Strauß, etne Gab? von 10 0 0 0 M k. zur Linderung der SVriegS- nvt hierher üb-er'wieftn hat und heute bereits sind wir in b:r Lage, von einer weiteren, ebenso hocl>- lie.zlgeu Gabe zu berichten. Jean Kipv, Groß- kauf mann in Buenos Aives, ein geborener Ock- ftäbter, hat dem 'hiesigen Bürgermeister Dr. S-el-d, einem Schukramer^den von ihm, ebenfalls dre Summe von 10 00 0 M k. zur Unterstützung von Krii-gsbeschädigten übertrneen.
r। Pohl-Göns, 1. N>ov. Zu einer hiesigen Lehveifaniilie kam eine feingdlei.ete „Dame", der es unter allen möglichen Angaben und unter Berufung auf bekannte Leute gelang, sich 300 Mk. als Darlehen zu ersch.ninbeln, damit sie am Orte aufgekauste Wolle bezahlen könne. Glücklich?rweift konnte der Schwindel wxh tedytyituj ausgedeckt und die Per on in Kirch-Göns ftstgenivmrnen werden, von ’nx> sie der Gendcrrnt'rie zaigeführt 'wurde.
Starkenburg und Nheinbessen.
rm. D a r m st ad t, 1. Nov. Die Maul- u n d K l a u e n s e u ch e, die in der Umgebung Darmstadts so ziemlich erloschen war, ist seit einigen Tagen wieder in Pfungstadt und in mehreren Orten des Gecsprenztales erneut ausgebrochen.
Hessen-Nasiau.
Die Riesenunftrschieffe auf dem Frankfurter Bahnhof.
fd. Frankfurt a. M., 29. Oft. Durch die Erschießung des berüchtigten Einbrechers Starke ^rus Erfurt bei einem Angriff auf Kriminalbeamte sind Ermittelungen nötig geworden, die gleichzeitig zur vollständigen Aufklärung der Millionendieb st ähle auf bem Frankfurter Hauptgüterbahnhof führten. Starke hatte verschiedene Bräute darunter, eine Luise (Gerhard, die bei ihrer Schwester, einer Frau Büßler, Ottostraße 11, wohnte. Dort hob man die gesamte Fläscher- und Diebesbande aus, und dort fand man auch hinter einem Kamin die gefälschten Frachtbriefstempel .Man hat bis jetzt für etwa l'/r Millionen Mark Waren wieder zur Stelle geschafft, dock) fehlen noch gestohlene Güter für einen roeit höheren Betrag. Auch sämtliche Hehler sind ermittelt und verhaftet: ein Teil von ihnen, der geständig ist, würbe gegen hohe Kaution wieder aus der Haft entlassen. An dem Kauf der gestohlenen Häute ist eine hiesige Großfirma im Betrag von einer halben Million beteiligt. Starke hatte seine verschiedenen Bräute mit kostbaren Geschenken an Pelzen und Schmucksachen geradezu überschüttet.
Eine Kundgebung für Oberschlesien.
■mc. Fran kfurt a. M., 31. Oft. In einer machtvollen Kundgebung im Schauspielhause pvo- tesckerten heute mirmittag alle Frankfurter politischen Parteüm, mit Ausnahme der Unabhängigen imd fl'ormmrmflen, unter Beteiligung bet Stadtverwaltung gegen die bdrivcbe Willkürherrschaft in Oberschlesien. ObersMesien müsse, wie die Redner, der Stcrdtrat Dr. Langer und Dürger- nieistcr Gräf, ausführteu, deutsch bleiben in alle Ewigkeit, wenn nicht daS Mutterland schlveren wirtschaftlichen und ideellen Schaden erleiden solle Alle Parteien, alle Deutsche, ob Mann ober Frau müßten einig zusammenstehcn, daß bei Cer kommenden Abliinimimg der Sieg für Deutschland errungen 'wrnt-e, dann werde sich auch Oberschle'ien unter der gewährten Auton-vmie nach seinen Bedürfnissen zum Segen für Deutschland entwickeln können. '
V»m Lbfervatsrium zum Wirtshaus.
sd. Frankfurt a. M., 31. Oft. Die von R-inackschs Erdbebenwarte auf dem .Kleinen Feld- berg, die 1912 aus Mitteln privater Spender, besonders des Frhrn. von Reinach, errichtet wurde, und seitdem oer Erdbebensors chung her-1
Obiüus zahlen läßt.
mc. Frankfurt a. M., 31. Oft. Gegen di- Erhöhungder Haussteuer p.o estier:en in einer überfüllten Versammlung die Hausbesitzoi Ter Hausbeätzerstand könne' dio ihm zugemutetei Lasten nicht mehr tragen, es sei denn, man billig jA-n 5tut< ihm eine wesentliche Erhöhung her Mieten w
ti.e mindestens 30 bis 40 Prozent betragen mülsc' * feitet11 u
ti.e mindestens 30 bis 40 Prozent betragen mü|
heil zu <ms kiliM zu.
vorragendc Dienste geleistet hat, muß, wenn nicht bald Hilft zuteil wird, ans Mangel *n Be triebsmitti-ln ihre Arbeiten cinstellen. Sic laus'I dann Gefahr, in ein Wirtshaus umgenxinbi SU werden. Mit dem Verschwinden der Erdbeben warte gingen ferner aber auch zahlreiäx? fleirur • i meteorologische Beobachtungsstationen, die brr; Observatorium angcschlossen waren, verloren. Ti, Leitung hofft, daß sich noch in letzter Shuibt hilfsbereite Hände finden, die die Fortsetzung ber Stationen ermöglichen.
Die Hausbesitzer würden sich mit aller Macht gegen die erhöhte Haus (euer wehreir.
mm gebauten leihweise ^ur Verfügung stellen, dci verzinst aber aus unbestimmte Zeit Dom Magisirn ausgenommen wird. Man hat mit dieser Art to- Pitalbeschaffung in Dresden schon recht gute E. fahrungen gemacht.
barten Gemeinde unter dem Bett versteckt 72 Mark und in einer anderen Gemeinde 42 000 Ö Das Geld wurde beschlagnahmt.
Audenten-Aurschüsie und „Deutsche 5tudentenschast".
Ihr Entstehen, Entwickelung und Zweck.
Von ftub. jur. et hist. I. Fr. Z i m m e r*).
Hentf ‘„tetitii Gfnße Dek • Die vo ^onnment A” tleliei
nie. Frankfurta. M., 31. Oft. Das W o V nungsamt richtet einen erneuten Appc l an Kt Villenbesitzer Zimmer zu Wohnungen in ihr«i Häusern frei zu machen. Von der Zwangscingum- timmg sollen alle diejenigen Hausherren befrei sein, die einen größeren Betrag für neue Woh
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fd. Kassel, 31. Oft. inan jbeamte(LJimö
fanden bei Haussuchungen in einer den '
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Diese Aitsiob üs sie wie bis! xrbm könnten.' siudentense näßen AstaS zur niiitn.
?id ift getar in. Tas kann fei' leiikn, dazu bebüi sirrenden. Dir Ze it fei jeder möff Äte3ti irstwirMmb 'ixt sich ffontmil mitte Strödt b tiri das Streb? M? von 6 fot einem nicht schoß,-Re Hüffen erar cijeder.Zstesö rteil, bi: babei’ ( ilmschast will wra!!ii!igskörp^ ikhcn. In bei «nschasl sol sich st der SoT-gcn 1 jungen Fahren i tragen für Wo äneren Kveises, «lungsvo Lr 2 ^.auch ter Stic tijt, er hat im ®t wir immer i ttieüig M Jüt n vT. -
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ifüklltcheRt i innerer » jungen öfij i mir aus einigt
Ausgabe von
mc. Frankfurt a. M., 31. Oft. Zur Behebung der großen Fin a n z n o t der Stadt mach > ,n e man tn einer hiesigen TageS ^i'ung al'en Ernste den Vorschag, das Kartenspielen zu be
Wenn in früheren Zeiten der Mulus die Hochschule -aussuchte, so war es eine Selbstveiftandli^ keit für ihn, daß er sich dem Streife aiisch.oß, i? den er durch sein- Abstammung hineingewachsa war: der Vereinigung s iner engeren La del ute - den Landsmannschaften. Aus ti s.-n hcami entwickelten sich die Korps, die jedoch mit btr Grundsatze brachen, sich nur aus Angehörige eines L.andesteils zusammenzusetzen. In diese Zeiten der unumschränkten Her.schergewa't tue: der Hochschüter in ieit.ii Vereinigungen Erho!uuc von der Arbeit, er suchte Freundschaft und selligkeit. Die große französisch? Revo ution broc-: es mit sich, daß man auch in unserem Vaterland der Frage näh?rtrat, ob und wie das Volk an br Führung der Regierungsg?schäite teilnehmen kömic. und so entstand auch innerha.b der Studmtensihi' eine Richtung, die sich u. a. mit die.en 'Pvoblemer auseinanderzusetzM suchte, die deutsch? Bur s che n s ch a f t, während die Korps jegliche Politik aus ihren Reihen ftrnhielt.m. Die Kämpfe, diesiü damals zwischen dieftn bsiden Gruppen der Studentenschaft darüber entspannen, war nach aiift- tote nach innen als Vertretung der Stubciitenidxr: anzusehen sei, sind nicht zur cnbgü tigen Entsch.! düng gekommen. In der Mi t: und gegen 5nb: des vorigen Jahrhunderts trat'n Korvoeatione- mit anderen Zielen auß neben Waf enverl htbungw (£a n d s m a n n s cha i len, Turners ch aste beionders Korporationen mit ganz b.ftimmter Ter denz (Wingolf, katholische Vereini g un b en , jüdische Korporationen), loäl rend letzt die Z.-it für die Gruvp-n gekommen fetit scheint, die die Formen, in denen sich dr historisch g-wordene stu>.ntischc Verbindn -gi-lcb- vollzieht, unbedingt verw rsen. Es leuchet eir daß es bei der immer großer werdenden Zahl vor Vereinigungen meist sehr schwer hielt, st? all unter einen Hut zu bringen, — bei einer ala demischen Feier ein geschlossenes Auftreten zu <i möglichen; stets fühlte sich di? eine oder anbvr Korporation zurückgesetzt und blieb der Feier itin Um diese Mißstände, die wie überall auch an m ferer Universität bestanden, zu be'eitizen — fon»i dies bei dem Nationalcharafter der Deut'ch n ü!<: Haupt möglich ist —, wurde nach langen Verhan^ lungen am 6. Juni 1895 ein allgemeine S t u de n t e n - A ii s s ch u ß gegrünt*, t: in i&n waren samt ich? ®erbin>ungen oert eten, auch si> „tyinBen" batten sich Geltung zu verichofsen .zeM'sl Meßen hatte von vornherein das Ginfammei system gewählt, während cm den meisten anbert Hochschulen zwei Kammern — eine zur Skrt etirn; der Korporationen, eine zweite fisi di? Nichtinkorc» nerten — bestand. Die Geschälte führte bc engere Ausschuß. In ihrem Grunlcha-akie nur wenig verändert bestand diese Orgmiifatif bis Ende des Sommer-S'mesters vorigen Iah Zweifellos ist von ihr viel positiv? Arbeit gslei worden, während die heutigen ©tubentenDerlic hingen oft kleinen Parlamenten akmlich l'eta' Bezeichnend ift eS ftdoch, daß noch vor 15 Jah-i der Vorsitzerwe unsi-res allgemeinen S t n d e n tt.y Ausschusses —, der Rektor war! Wa en Zvi Aufgaben, die dem jungen Studenten Ansf^'^ gestellt waren, anfangs mehr technisckier $flr;L1 (Regelung der Reihenfolge der Verbindungen Feierlichkeiten, Kommersen), so änderte sich gar bald. Die soziale Frage wurde auch für W Studenten akut. So gewann der Gedanbe mehr ml mehr Nahrung, daß nur eine Vertretung die dentenschaft nach innen wie nach außen roirftiir Dertreten könne, die die Gesamtheit der Stubie venden hinter sich habe, soll heißen: die aus sllI gemeinen und gleichen Wahlen hervorgegan^a sei, und die damit die Vorrechte der Korporation., beseitigte. Die Revolution verhalf der RichtuW die zur Berwirklichiing dieser Ziele entstand war, schnell zum Siege, und so gibt es lM- keinen Studenten-Ausschuß mehr, der nicht ni jenem Wahl verfahren fußt. Daß es auch ohne Ei Umwälzung soweit gekommen wäre, kann mW wohl behaupten. Ievenfalls wäre es auf b<;n Wege ruhiger Entwicklung unmöglich gnv?sen, boaf politische Geschältemach?r in der Stulaentenschus: zu anfänglich großer Bedeutung gstangen fonnsr (Berlin, Münch?n) und damit ein nicht mehr sc' leicht zu bannendes Mißtrauen seitens der W
*) Der Aufsatz tfi dem „Gießener U nii- uersitSts-Taschenbuch, Win 1 er - S« mefter 19 20/21" entnommen.
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steuern. Das wird sicher schön werden, nenn m K-utiifen.ultb den Wirtschaften bei den Skatbrüdern zuerst a'-l ^rdni^ städtisch? Stcuerbmmte erscheint und sich seinen 2elunS^c Obiüus zahlen läßt. <Lirtia s


