** Verhaftung
liehen.
Kreis Alsfeld.
wie I mit himmlischer Gnade zur vollen Harmonie des Menscl-cndaseins verbuchet. Wie sein Sxlb, so suchet
So denket Leer, an diese Zeit!
des so
tüT
im§
Ernste Erleb
Daseins ii allen Tiefen, ge
paart mit gemütvoller Gutmütigkeit und derbem
des Raubmör- Der mutmaßliche
Donnerstag den Theater, wie gestern.
en Licht Inbrunst „Frau in erstes
rdischcs Glück
der Dichter selbst in dem jubelnden Ausllang seines Werkes die Möglichkeit eines Ausgleiches zwischen leickstsiuniger Weltlust und finsterer Askese. Es ist das höchste Ideal mittelalterlick^er Weltanschauung, das die Gralsbotin Cundrie in ihrer Seligpreisung zu Parzival ausspriä-t: „Sei keusch und froh zugleich!". Antike und Christentum die beiden Gegenpole der Weltkultur, die so lange sich fremd und feitchlich gcg.nüberstanden, werden in diesem ersten Löh Punkt des deutschen Geistes zur Einheit verschmolzen durch die große Persönlichkeit und die künstlerisch Kraft eines Diannes.
Es ist das Gewaltige in der Erscheinung Wols- ranis, daß uns in ihm zum erstenmal in der deutschen Dichtung ein ganz großer Mensch imb ein ganz deutsch r Mensch entgegentritt. Ter „Parzival" ist das erste ganz persönliche Bekenntnis- buch unserer Literatur, in dem nicht nur in den ungenierten Zwischen reden und den naiv herz- licl-en Mitteilungen des Dichters, sondern noch mehr in der Schilderung einer eigenartigen seeli- sckien Entwicklung alle Schrauben der Konvention, alle Hemmnisse primitiver Befangenheit überwunden sind.
Tas unermüdliche Suchen der Seele nach dem Löchsten, vereint mit einer leidenschafllich rück- haltlosen Hingabe an die Wirklichkeit, das heilig
Machen werden 5 neue verabfolgt. Bis zum 15. bö Mts. können die alten Fahrmarken g^en 'Aufzahlen von 5 Pf. weiter benützt werden. ^er Prms für die Monatskarte beträgt 20 Mk. Siel)? Anzeigenteil sowie Sitzungsbericht der Stad-kver- ordnetensitzung.
Wiederaufnahme des Eonntagöbetriebs der Eisenbahn?
mc. Fran ksurt a. M, 31. März. Wie W auf Erkundigung bei der Eienbahndirelttan ei'* fahr en, ist — Besserung ber KMcnvw^orgung vorausgesetzt — mit der Aufnahme des Sonntogs- betriebes auf den preussschm Bal/nen anfangs Mai zu rechnen. In Baden wird der Sonntags- betrfed ab Ostern weder aufgmommen.
Für d le Brennstoffverteilung Hollen neue Bestimmungen erlassen werden. Tie Bestimnrungen sind von der KvhLendeputation dvr- beratcn und bedürfen noch der Genehmigung des Ministeriums. „ r„ , ,.
Im Anschluß werden Wünsche betreifend die Ortsbohlensdelle vvrgetragen.
Der Fahrpreis für oie städtische Straßenbahn muß erneut erhöht werden, um die EörnalMen und Mlsgaben auszugleichen. Tie Straßenbahn beantragt die EthöMng auf 3 0 P f. Tie ^triebs-- deputation stimmt dem nicht zu, sondern beantragt 25 Pf., da die hierdurch erzielte Einnahme zunächst den Bedarf befriedigt. Tie Monatskarten sollen Vvn 15 auf 20 Mk., der Fahrpreis für Postbeamte' und städt. Beamte? auf 20 Pf! er- Wht werden. Ter Preis der Wochenkarten soll ebenfalls neu geregelt werden.
Oberbürgermeister Ke l l-e r ist der Ansicht, daß das Defizit von 80 000 Mk. in 1919 nur durch eine verspätete Erhöhung d^s Preises eintreten konnte. Er ist daher dafür, daß der Preis dem der anderen Städte angepaßt wird. Im Lüibttck auf die Reichs leuervrdnung müßte aus dem Straßenbahntarif hena.isgLlolt we.dm, was möglich sei. Er beantragt den Preis von 30 Pf.
Abg. Kiel (USP.) glaubt nicht, daß durch ernc Fahrpreiserhöhung ein: höhere Einnahme er- ziell mirb. — Stadtv. Ebel (Dem.) stimmt ihm bei, ebenso Stadtv. W i n n (D. Vp.). — Stadtv. Simon (Dem.) führt das Defizit ans die längere Stillegung der Straßenbahn zurück. Er befürchtet keine Abwanderung durch die Preis rhöhung. — Stadtv. Müller (B.-D.) beantragt (rattere Straßen bcchnl>ol teile den.
Die Erhöhung Les Fahrpverses auf 30 Pf. wird mit 19 gegen 17 Stimmen abgelehnt. Dw Fahrpreis wird von jetzt ab 25 Pf. betragen.
Eine Vermehrung der Polizei- anßenbeamten erscheint d.'m Pollzmmt erforderlich, da der Nachtsicherleitsdienst nicht ausreichend ist. Es wird beantragt, die Stadt tn drei Reviere (und 9 Patrouillenbezirke) einzu- teilen. Polizeiamt 1 W.idengaffe, 11 alte Ohren-, klinik, 111 in der Gegend des Oswalds garten. Erforderlich ersch.rnen ein Poliznkammi, ar und ms- gesamt 48 neue Beamte. Vorhanden sind 27 Pv- lizeibeamte.
Ter Finanzausschuß ist der An'icht, daß die Neuordnung durchgefü. rt werden muß. Tie lausenden Mehrkosen würden jährlich 75 000 Mk. betrogen. Der Finanzausschuß beantragt mit Wirkung vom 1. April die Polizei außen beamten um
Veranstaltungen.
1. April: Lichtspiel-
Aus und Land.
Gießen, den 1. April 1920.
Ter Fahrpreis der Straßenbahn.
beträgt von heute ab für jede P:rson und Fahrt 25 Pf. Es gelangen neue Z a h l m a r k e n , 5 Stück 1 Mk., zur Ausgabe. Tie bisherigen Marken verlieren ihre Gültigkeit. Sie können bis zum 15. April d. I. an der Kasse des Elektrizitätswerkes, Lähnstraß? 28, Zimmer Nr. 7, gegm neue Marken um getauscht werdnt. Für je 6 alte
einen Polizeikommissar, 2 Oberwachtweister und 44 Wachtmeister zu vermehren und gleichzeitig die Sicher l-eitsnwche zu vermindern imb crufzulösen.
Für den Antrag spricht Stadtv. Ebel ^Dem.). — Frau Kramer (D. B) beantragt, das alte Gebäude der Aliceschule düs r zurückzugeben. — Stadtv. Fourier (U. S. P.)' hielt die geplante Erhöhung der Beamtenschaft um 25—30 Mann für genügend. — Stadtv. Krausmüller (T. V.) beantragt, außerdem Polizeihunde anzuschaffen. — Stadtv. Löhn (Dem.) hä-t die Vortage für zu weckgehend. — Stadtv. Lorenz (Soz.) bittet, die Sichcrheitswehr bei den neuzuschaffenden 'stellen zu berücksichtigen. — Stadtv. Beckmann (U. S. P.) ist der Ansicht, daß Gießen, mit Ausnahme der Stnbenten, eine ruhig? Bevölkerung habe. Er ist für NacÄ>rüfung des Antrags. — Stadtv. Kreiling (D. V.) spricht für die.Vor- lage. — Stadtv. Schmäht (D. N.) weist bie Vorwürfe gegen die Studenten zurück. — Oberbürgermeister Keller spricht nochmals bnngenb für den Antrag des Finanzausschusses, der mit geringer Mehrtxit angenommen roirb^
Das Verzeichnis der Militar- anwärter zur Besetzung der mittleren Kanzlei- und UnterbeamtensLllen ist nachgeprüft wordcn. Dem Verzeichnis wird Genehmigung ert ut.
An der städt. Volksschule müssen 8 neue Stellen errichtet w.rden, de bedingt werden durck) den Fortfall der Vorschulen ufw. Die Stellen werden genehmigt und lernen bei Beginn des Schuljahres be etzt werd n.
An einer Aussprache beteiligen sich die Stadtv Schmahl (D. N.), Krausmüller (D. V.), Diehl (Soz.), Frau Kramer (D. V.), Müller (Bürgerverein), Frau Martin (U. S. P.), Frau Nau- maim (D. N.), Erhard (Dem.), Kling (T.N ).
Die Kinder, b-te t Eltern nur 2000 Mk. Ern- ko mmeii haben erhalten Lemmittclp.iheit
Tie Baukostenzuschüsse werden von jetzt ab als Darlehm gÄvährt. Die frühere Zuschußsumme ist jedoch noch zu verteilen. Davon muß >/4 -- 450000 Mk. des Betrags auf bte Stödttlasse ubenwnrmen weiden. Ter Finanzaus- schuß beantragt dies.
Der Aittrag wird angenommen.
T ie Vergütung für Verpflegung der Polizei-, Schub- und Untersuch ungsgefangenen wird mit Wirkung ab 1. Jaimar erHöht.
Zur Bescha ffung von Glasplatten für das VölÄwmnseum werden 500 OJtil bewilligt.
Dem Le schal lebe re in wird der bare Zuschuß von 400 auf 1200 Mk erhöht.
Tas Chemische Unter uchunysamt erhält für die Unterfudyinig von Lebensmitteln und Gebrauchsgeigenständen als neuen Vergütungssatz 1400 Mk.
f Ein 8. Sterke rziel.
np. Mücke, 31. Mörz. Lier wurden zwei Pakete aufgegeben, durch welche das Blut troff. Die Gendarmerie stellte fest, daß die Absenderin von einem Nachbardorf stammte, die das Fleisch nach Frankfurt a. M. verschieben wollte. Das Fleisch wurde beschlagnahmt und die Absenderin zur Anzeige gebracht.
Kreis Schotten.
e. Schotten, 30. März. Mit Wirkung tont 1. April wurde die altrenommierte Gastwirtschaft .Hessisches Lau s", das auch als Sommer- frische einen guten Rus genießt, an den bisherigoi Pächter des Wirtschaftsbetriebs aus dem Franken- stcrn bei Tarmstaöt, Karl Lufnagel, verpachtet.
np. U l r i ch st e i n , 31. März. Die Postauto- gefellschast hat das große Personenauto verkauft, das Reine hält nun den Verkehr aufrecht. Wie bekannt, sollte der Autoverkehr mit dem 1. April in die Reichs post übergehen. Das wird aber nunmehr durch die neuerlichen Wirren unmöglich gemacht und es ist fraglich, ob mit dem 1. Mat die Sache geregelt werden kann.
Hessen-Nassau.
= 23 ab tdomburg v. d. H., 31. Mürz. (Sin tragisches Geschick hat eine hiesige Familie vernichtet. Ein hiesiger Privatgelehrter machte in geistiger Umnachtung seinem Leben durch Erhängen ein Ende, während bk Ehefrau kurz zuvor sich ertränkt hatte. M einzige erwachsene Tochter wurde einer Irrenanstalt zugesührt.
Tief ergriffen wendet Parzival nun sein Lerz wieder Gott zu und wird, aus dm Fahren des Trotzes und der Lerzenskälte erwachend, zum Einsiedler Trevnzent geleitet, ber ihm bcn Weg zum Grale und zur Erlösung weist.
** Der. Evangel. Arbeiterverein veranstaltet am 2. Dfterfeiertag einen Famr- lienausllug nach dem G-.ib.rg. Am Sonntag den 11. April ist ein Familien ad end im Saale des Lotcl Einhorn in Aussicht genommen. (Siehe Anzeige.)
** Ober hessischer Kun st verein. Die neue Ausstellung, welche durch verspätetes Ein- trefsen der Gemälbe noch nicht eröffnet werden konnte, wird punmehr am 1. Feiertag wieder geöffnet.
** Für die beiden Militär-Konzerte der Regimentskapette am 1. Osterfeieriag, nachmittag von 4—7 Uhr auf dem Philosophen- . wald, sowie abends von 8—11 Uhr im Lotel Einhorn sind die AuÄvahlen sehr geschickt getroffen worden, so daß am Nachmi tag loroie abmbs mir bessere, z. T. Rassische Mu.ik, geboten wirb. Da ein Vorverkauf, nicht stattsiubet, ist es ratsam, zeitig bie Bestellung von Tisck^n vornehmen zu wollen, ba ber Andrang groß sein wirb.
** D i e Jugenbgruppe ber Deutschen Volkspartei "hielt am 30. Mörz ihre Generalversammlung ab. Nachbem Jahresbericht unb Kassenderick-t bcs ersten Vereinsjahres erstattet worben waren, werben bie Aintführenben entlastet unb bann zur Neuwahl des Vorstandes ge- sckrritten. Anschließend sand eine längere Aus- sprack-e statt, in der Oberlehrer Dr. Meyer über bie Tare bes Putsches in Mecklenburg berichtete, währenb Parteisllretär Dr. Lutsch aussührlich über bie augenblickliche politische Lage sprach.
**EineVerordnungdesReichö- präsidenlen, bie Aenberungen ber Ausführung ib.stimmungen zum Ausnahmezustand enthalt, ist aus dem Anzeigenteil ber heutigen Nummer ersichtlich.
** Titelänberung. Den Kassenbiene,» ber Reichsbank würbe bet Titel Gelbzähler Da»
MWMMMnnM——----
Lumot — das macht aus Wolfram, dem ersten deutschen Menschen, auch den ersten großen deutschen Künstler. Nichts von der -uferen menscksönheit und der säst spielerischen^ W^ttrMic, die andere Meister, wie Lartmann und Gotisru. von den Franzosen lernten. Die garende Fn brunst ferner Persönlichk.it, der Zwieipou.fern ringenden Geistes, sie sinben ihren, Ausdruck" dem Ursprünglichen seines ntils m den gw ariigim Bildern, ben dunkeln Anspielungen, küh «en Läufungxm, dm jähm grellen Kontrast sinnlich naiver Schilderung überstiegenen Sinnierens, in einer binzigarligG Mischung vvn Realismus unb Pl.antainr ^ wirb er zum „Gotiker" unter unseren T^ter-^ an sich, zum „Erfinder wilder Maren , wilderer" des Stils, rote ihn seim ganz em» gegengesetzter Ticheraenosfe Golllried tadelnd ge^ Snt Hai. bet a»K „tuw. Sinne aber denen, bie ihm folgen, eine ganz neue, eure typisch beut'che Sckönh.it crschbeßt. f
Wolframs Jd.al, wie es in ber dE Parzival ausgeprägt ist, wirb uns.vellE am besten verkörpert m ber Erscheinung, lener wunder samen Naumburger Rel erfegur, m bet Ri:tersinn unb in Märchcnfernen ickMelseiwe 4,r.-iv» merci, trotzige Erbennähe, unb hriliger ^mmcl^ aufsckwung so innig vereinigt sind, wie sonst nM m>d> in Wolframs Kunst, zu einer VvNendE deutschen Wesens und deutphen Schassens utia Haupt.
Wolfram von Eschenbach als Dichter des Karfrcitaos.
!Zu feinem 700. Todestage 1220—1920.
Wie Geburtstag und Geburtsjahr, so sind auch Todestag unö Todesjahr unseres „deutschen Tante" begraben tn ewige NacÄ. Wir wissen nur, daß er feinen Gönner, den Landgrafen Ler- mann von Thüringen, der 1217 starb, noch um ein paar Jahre überlebte, und so darf man immerhin bad Fahr 1220 mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als sein Tobesjal)t cruneymen. Unb wenn wir nach ber besten Jahreszeit suchen, in bet biefe Feier gehalten werben soll, so werben wir keine bessere als bie Karwoche finden, denn Wolframs Lauptwerk, ber „Parzival", ist bie eigentliche Karfreitagsbichtung unseres Schrifttums, so wie ber „Faust" unsere Osterbichtung ist. Tie wunbervolle Karfreitagsszene bes Epos ist der Mittel- unb Wendepunkt' bieses großartigen Menschheitsdramas, schafft bie genxtlyte Stimmung, aus ber bem in Zweifel imb Gottlofigkeit verfallenen Ritter zum crsvemnal das Lickt des Heiles aufbämmert, bas ihn bann nach mannigfachen Irrungen unb Prüfungen zur Seligkeit und GnabOifülle des Grals fül/rt.
Am Karfreitag begegnet Parzival m einem Wolde bei dünnem Schnee einer frommen -1,-r barfüßiger Pilger, bie er, der durch fein Wa> tragen bie Heiligkeit des Tages verunehrt, »orLeilassen will. Aber der greise Ritter, der vor-
ders vonSelters. — Mörder des Photographen Völxen, der Knecht Willi Küche n b e cke r aus K a i che n, wurde gestern abend durch den hiesigen Kriminalkommissar Müller in Koichen verhaftet und heute nacht in das hiesige Gefängnis eingeliefert. Die Ermittlung des Täters war verhältnismäßig leicht. Kurz nach der Tat wurde Kuchenbecker mit einem Fahrrad gesehen, auf >em ein photographischer Apparat aufge- chnallt war. Die Beschreibung des Täters, rie dem Kriminalkommissar an Ort und Stelle gemacht wurde, war so genau, daß der Mörder sofort verhaftet werden konnte. In seinem Besitz befanden sich das Fahrrad, die Uhr und der photographische Apparat des Ermordeten. Weiler eine Selbstladepistolc mit Patronen, zu denen die am Tatort vorgefundene Hülse paßt. Die Pistole will der Täter erst kurz vor der Tat gekauft haben. Wie uns von der Staatsanwaltschaft soeben mitgeteilt wird, hat ber Mürber heute vormittag em
anfebreitet, redet ihm mit ebenso schlichten erschütternden Worten ins Gewissen:
„Leut ist Karfreitag, jener Tag, Tes alle Welt sich freuen mag Mit Seufzen, Angst und Reue. Wo sah man größere Treue, Ms die Gott heut an uns beging, Ta er für uns am Kreuz? hing? Euch jammte, Herr, seid Ihr getauft, Wie Feuer uns sein Blut erkauft. Er hak sein kostbar Scbm
Für unsre Sckmld geg ben, To durch die Schuld der Mensch verloren Und für bie Hölle war erkoren. Wenn anbers Ihr kein Leide seid,
Als Nachtragsvoranschlag für 1919 werden 996 000 Mk. erfoiderlich fein, die durch ein 8. Steuer ziel gedeckt weiden solllm. Entkommen von ‘ 2600 Mk. sollen befreit lein. Das
7. Steuerziel soll im April, bas 8. Steuerziel im Mai erhoben werben.
Stadtv. Fourier (USP.) 'hxnfoet sich dagegen, daß vor 4 Wochen von der Stadt erklärt wurde, ein 8. Steuerziel s-n nicht eriorderlich. — Oberbürgeimeisuer Keller gibt zu, feiß man sich getäuscht habe. — Stadtv. Krausmüller (D. Bp.) stimmt Fourier bei. Es sprechen noch die Stadtv. Ebel (Dem.), der be>aw*rt, daß Die Annahme des 0kachtr.igsroc«nichlags übereilt notwendig fei; Stadtv. Winn beklagt, daß die neum Einkommen noch nicht veranlagt feien.
Der Antrag wird genehmigt.
Die östenllrchc Sitzung ist geschlossen.
Stadtv. Beckmann (USP.) be n'rngt, die Beigeordnetenfrage tn öffentlicher Sitzung zu verhandeln. Ihm schließt sich Stadtv. M ann (Soz.) an. — Dagegen sprechen die Stadtv. Eb'l (Dem.) und Krausmüller (D. Ap.), da es sich um Personen fragen handle. — Stadtv. Sommer (Dem.) beantragt, sich erst in öffentlicher Sitzung über die Zahl ber Beigeordneten schlüssig zu werden. — StQto. Ebel hält die Sache imb Person«frage eng verknüpft.
Eine Abstimmung entscheidet für Beratung in nichtöftentlick?er Sitzung.
Wahl von zwei besoldeten Brigoordncten.
In der nichtöffentlichen Sitzung wurden zwei neue Beigeordnet? g-wäicht und zwar Stad tarnt- mann Dr. S e i b, Gießen, mit 22 Stimmen und Magistratsasfessor Dr. Otto Bänger, Berlin- Schöneberg mit 21 Stimmen. 19 Stimmen entfielen auf Bürgermeister Dr. Furth in Oschersleben a. d. Bothe. lieber die Person Dr. Otto Bänger wird noch näheres mitgeteilt werden.
Vereine und Veranstaltungen.
* Leuche l he im, 30. März. In einer ma besuchten össentlickten Versammlung der Deutschen demokratischen Partei sprach am 27. März Lester Ziegler-Darmstadt über: Die neuen Steuer- gesetze und die gegenwärtige politische Lage. Tu neuen, an sich fehr erh?blick)en Steuern (2o gegen 5 Milliarden vor dem Kriege) feien auf der Grundlage der Gerecküigkeit verteilt und ihre Veranlammg non sozialem Geiste getragen. Dieser Tatsache gegenüber müsse aber auch jeder Staatsbürger durch ehrliche Selbsteinschätzung bem S.aatelegen-» über voll und ganz seine Pslicht.erfüllen. Steuerhinterziehung sei einem demofrati chen StaatsweM gegenüber das größte Verbrechen, das mit dm häitesten Strafen geahndet werben müsse Ter Bvrtragenbe fesselte während seinen gnutMidxn Erläuterungen aller der in Frage ^mmendai Steuergesctzen bis zum Sckstuß die AufmerkiamM der Zuhörer. Au ber baran sich anschlietzenda Aussprache beteiligten sich bie Lerrn Letter Bi* scher und Parteisekretär Leller sowie ber W sitzenbe des Hess. Bauernbundes V 0 l k m a Heuchekh'im.
x Ulrichstein, 29. März Ä.M kchtk fetzten Pfannstiolschen Saale sprach aus EuiladM ber Deutschen Volkspartei am Sams'aS abend in großer ösfentlicher Versammlung tfetw fefretär Tr. Lutsch aus Gi ßen über die neuelie pvlüisck« Lage. Tr. B r u ch h ä u s e r, wclr^r bi Versammlung leitete, Neidete den reichen Mall in Worte des Tankes. Die in der sich anschlietzen- den Tiskussiion von Lehrer B r e i t w i e s e r uno dem demokra ischen Gegner Oberamtsrichter ate hart erhabenen Ei.iwendungen würben von oem Redner widerlegt. ___
Geständnis abgelegt.
** Di e D iebcs chron ik. Der vor einigen Tagen in dem Caf6 Krämer dghier erfolgte Ein - bruchsdieb stahl 'bat feine Aufklärung gefunden, so daß bem Eigentümer bte Gegen- länbe wieder zurückgegeben werden konnten. Währenb der Dteb flüchtig ist, konnte ■ein hier wohnender stellenloser junger Men|ch voegen Lehferei festgenommen werden, in dessen Besitz die Sachen vorgefunden wurden. — Gestern wurde ein älterer Mann hier festgenommen, der sich in ber Süd-Anlage Kinbern gegenüber in unsittlicher Weise gezeigt hatte. In seinem Besitz würben auch noch 5 Mesier vorgefunden, bte er in einer hiesigen Wirtschaft gestohlen hatte,,worüber er sich vor Gericht auch noch wegen Diebstahls zu verantworten haben wirb. — In ber verflossenen Woche wurde einem hiesigen Dachdeckcrmeister aus feinem verschlosfenen Lager mittelst Einbruchs 10 Pack Drahtstifte gestohlen, die zur. jetzigest Zeit •einen bedeutenden Wert barstellen. Als Dieb konnte ber jugenbliche Heinrich L. zu Gießen festgenom- men werben, der früher bei bem Dackdeckermeister bedienstet war unb sich jetzt stellenlos umhertreibt. Die gestohlenen Dralststifte hatte er alsbalb an einen hiesigen Geschäftsmann für einen geringen Preis weiterveräußert. — Festgenommen wurde ferner der Dieb, der in einer hiesigen Anstalt «ein Bettbrlter unb Kopfbezug gestohlen imb an einen Wirt verkauft hatte. — Zwei in ber hiesigen Neuen Kaser e ge'iohlen-en Wanduhren. 1 Bett kalter unb verschiedenes Bettzeug wurde in bem Felde an ber Lcihgestemer Straße versteckt ausgefunden. — Ge sto hlen wurde aus der Universitätsbibliothek ein Ueberzieher aus feldgrauem Stoff, der hinten und an den Acrmeln gesteppt war, ferner mittels Einbruchs aus einer Wohnung drei Anzüge aus blauem und hellgrauem Stoff, 1 blauer Ulster und 1 Paar schivarze Herrenschnärschuhe. Vor Ankauf wird gewarnt.
**WegenUebertretungderMilch- verkaufsvrdnung wurde der Mllchhändler K. R. von Steinbach zur Anzeige gebracht. Er hatte neben feilten Kanuen mit Milch etwa 8 Liter Wasser mitgefährt, welches ziveifellos zum Verdünnen der Milch dienen sollte.
Wegen ungenügenderMilch- Zufuhr können sür Donnerstag den 1. Aprli die auf V* Liter, unb Freitag den 2. April bie auf 3Ä Liter lautenden Milch marken nicht beliefert werben.
**Bcrberstäbt.Obst-unbGemuse- stelle, Marktlauben, kommen Gelberüben, Rote- rüben, Sauerkraut, an Trockcngeniüfe Wciskraut, an Obst Aepfel unb Apfelspalten zum Verkauf. Ferner noch geräucherte Fische.
** Freibank. Samstag, 3 April, werben bie Nrn. 1801—1850 von 1—3 Uhr beti fert
** Ter Wartburg-Verein w rb gemeinschaftlich mit dem Evangelischen Arbeit>r-- Derein eine monatliche B'ilag? zu dem „Son n- t a g s g r 11 b" ausgeben, in ber das ausführliche Monc-tövrogramm ber Vev ine leEirmt gegeben wird. Ausertem ersch.nnen di: V.-reinsnachrichten jede Woche im „Sonntagsgruß". Sietx Llnzeige.
Nirgends Jxit der „gotttomromne Mund" meses großm eveutschen, wie ifet Jmmermann ge- namit, |ci>i :d)ter_ uni) zugleich erl>abcner gefbrodln als. in oiefer Ltene. Der lockciide Glänz b*3 r
Freifahrkarten für die M11glie- bex ber Stabtverordneten versammln n g auf der Straßenbahn werden bewiliigt. Der Aussall für das Werk macht 6000 Mk. ans.
Stadtv. Kling (D.-N.) sprach gegen die Frri- fabrEarten, da das Ehrenamt eines Stadtvewrb- neten snanzielte Opfer bedinge. Er regte hingegen ^Freifahrkarten für die Krankenschwestern an. — Rteig. Kren zien teilte mit, daß z. Zt. etwa 100 Freikarte.i in Geb.auch sind. — Stadtv. Vetters (Soz.) wandte sich gegen die Aufsassung Klings. — Stadtv. E b-e l (Dem.) stellte fest, baß es sich nur um Fahrten im Dienst handle. — Stadtv. Müller (B.-V.) beantragte Freikarten für schwächliche Kinder.
Die Gebühren für die Abfuhr von Kadavern aus bem Schlacht Hof werden auf jährlich 400 Mk. festgesetzt.
Zur Beschaffung von Elektrizität s z ä hier n , die bei der langen Lieferzeit schon jetzt bestellt werden mässen, ist ein Krebit von 200000 Mk. erforderlich. Der Antrag wirb genehmigt.
DieBeschaffungeinesKesselstein- abklopfappärates zum Preise von 2700 Mark (jetzt 5000 Mk.) für das Elektrizitätswerk wirb b f cklos en.
Die Kriminalwachtmeister haben um 180 Mk. Kleiberg.lb jähr, ich geb trn. Dies wirb genhmi-gt. Ferner wirb bie Beschaffung von Fahr- räbern in Löhe von 1800 Mk. bewilligt und bie Zustänbigkeit ber Stabtverwaltung für Ankäufe vhüc vorherige Genehmigung ber Stabtverorbne- tenversammlung e . 1000 bes Finanzausschusses auf 5000 Mk. erhöht.
D ie Vergütungen für bas Aus- Hilfspersonal erfahren eine Neuregelung.
Für eine Lohnaufbesserung der städt. Arbeiter sprachen die S'.adivv. Movsdorf (Soz.) und Deckmann (USP.). Beig. Kren zien und Stadtv. K r a u s m ü l l er (T. V.festell'en fest, baß man einstimmig gewillt fei, 80 Pf. Lohnerhöhung zu zadleii, daß nur die Angelegenheit durch bie Gaulcitung und ben Verbandsausschnß des Städte- verbanbes gbhm müsse.
TieStraßen im 1. Bauabschnitt der Wo hn kolonie an der Sidjer Straße sollen aufgefüllt werden. Da bie anderen Gruppen noch nicht ausgehaben werben, soll ber Läge! gegenüber ber Tirek.vrwvhnung ber Heil- imb Pslcgvanskilt adgelvtzt imb abgetragen werben. Es ist hierzu ein Kredit von 40000 Mk. erforderlich, der bewilligt wird.
Tie Döchstsätze für die Erwerbs- losen für sorge sind vom Reiche erhöbt worden. Ties gilt auch für unsere Ortsklasse. Tie Höchstsätze werden angenommen. Wir tjaben z. Z. in Meßen 6 Erwerbslose.


