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Erstes Blatt

UO. Jahrgang

Donnerstag, I- April 1920

In Duisburg den Stadtteil

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Solschetvisteti Partei zu rTrrem Rückhalt de link'n

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Die Lage im Ruhrgebiet.

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: sachlichen Msse im Stuck des Hauses doch arten Anzeichen zur Beurteilung der Lage.

Wilson und der Friede.

Amsterdam, 31. März. (Wolff.)

lieber Bergarbeiter fordern uamen3 iw 100 000 Mitglieder, da» die Regierung mit aller Eickscki.- denheil für die Brechung der P ö b e l h e r r s ch a s t und die Schaffung von Ruh' und Ordnung in Deutschlands größtem und wichtigsten Industrie­gebiet schafft. Insbesondere darf sie General Matter jetzt nicht abberufen.

Die Ausnahmevorschristen in Mittel­deutschland aufgehoben.

Berlin, 31. Marz. (Wolff.) Ter R.'ickis- präsident Hut aut den vom Minister Brandcn- ft e hi überbrachten Anirag des S'oatsrrteS in Thüringen, iiackHmi sich tvr Staats at für die Aufrechterchaltimg der )tiuhe .unb Lr.mung cci-* bürgte, sämtliche Ausnahmcvorschrrften für Gror^Tlchringen, Sachsen-Ä<rinar, Eisen ich, Sach!en-Mri.mtgnn, Sachen-Gof?a, SadKen-Alt n bürg, Sicufe, Schwarz. urg-Rndol > abt, Schaarz- bnrg-Sondershcrusen int> die von ihnen umschlos­senen Gebiece mit Wirkung vom 1. April aus­gehoben, in der Erioart'.mg, daß Gewaltakte aller Art unterbleiben inii> die vwsassungsmiäßigen Behörden ancrhinit und in choer Wirksamkeit nfcht beeinttächttgt werden.

Tie Erklärung des Reichskanzlers über die Verhandlungen mit Frankreich.

Berlin, 31. März. Gegen scher der Ent­rüstung der französischen Presse über die Erklärung des Reichskanzlers in der Notioualrersammlung betr. die Berlxnrdlung'n über die Entsendung von Verstärkungen ins Rulw- gebiet wii'd bemerkt,, daß. der Rnchshnzler es für eine Pflicht t>?r Loyülttät der französiichei». Regierung gegenüber hillt, die Natioi'.aloersamm- lung umgel'end d:oon zu verstwidigen, C-ijj em grundsätzliches Einvernehmen darüber :izielt wurt»e, daß die Be^tzung der Städte Frink uri, Hanau, Homburg und Tieburg, von der die Genehmigung zu dem Einmarsch ab! ängig gemacht war, nicht sofort, joiibem erst nach ilblauf einer Frist van 23 Wocbeu erfolgen sollte, ßüls nämlich bis dalstn die Berstärkungstruppen die neutral1: Zone noch nicht wieder verlasen hätten.

Erhöhung der Fernsprechgebühren in Oesterreich.

Wien, 1. April. (WTB.) Das Staatsamt für das Verkehrswesen erlaßt eine Vollzugsamvei- sung, nach der die Fernsprechgebühren so- ivohl im Lokalmnlehr als auch im Verkehr mit Ungarn, Deutschland uni) der Schroeiz erhöht werden.

»r gleich ist eben diese 0>rupp.' biejemge, aus die sich in stürm sclien Zeick u'ten die Dol ch^wist.m am

E l b e r f c l d, 31. März. (Wolff.) Hier herrscht Seneral streik. Bisher mürben unae ähr 1000 Asvehre abgeliefcrt. Der Akt onsaui-schus; ist noch

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iders).

Schlimme Lage in Duisburg.

Berlin, 31 März. (Wo'sf.) Die Reichs­regierung hat aus Duisburg nachstehendes Telegramm erhalten:Die Lage m Duisburg hat sich so zngeipitzt, daß die Ordnung nur durch unverzügliches Eingreifen der Reichswehr wieder bergest llt werden kann. Zurückflutende bewaffnete Massen besetzten die L-tadtausgänge und zwingen gewa'tsam die Werke zum Stillstand. In der <otadt selbst herrscht nach wie vor die Willkür einiger lrnks kom­mun i st i s ch e r Elemente. Die Hoffnung, in der Stadt beim Zusammenbruch der roten Front mit der Polizei und Ortswehr die Ordnung selbst wiederherzustellen, muß ausgeg-ben werden. Oterbürg^rmeiser, Zei trumspartei, Svzialdemo' kratische Partei, Deutsck>-Temvcratische Partei."

Die Sitzmig wird kurz nach 4 Uhr eröffnet.

Anwesend sind: Oberbürgermeister Keller, die Steig. Krenzim und Dr. Rosenberg sowie mit Aus­nahme von Frau Biermann, Timer, Faber, Gme- lin, Goertz, Otter und Urstadt, 3o Stadtver­ordnete.

Tas Baugesuch der Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke zur Errichtung von Sia'lge- bäuden aus dem Grundstück Flur X Nr. 28 ivicd genehmigt. Tas Gesuch des Johann Georg Müller für einen einstöckigen Bau in der Ludwigstraße, Ecke Leihgestener Weg wird an die Baudeputation zurückverwiesen. Genehmigt wird ferner die Ein­friedigung des Grundstückes von Fritz Hein für die Bismarckstraße 4G.

Als Lagerplatz für den Friedhof wird ein Grundstück in der Marburger Straße vor­gesehen und frerfür ein Kredit von 23090 Mk. bewilligt. Erforderlich sind Einfriedigung und Halle.

Sktzring der Stadtverordneten.

Gießen, 31 .März.

Die Beschlüsse der gestrigm Stadtverordneten­versammlung werden mit gemischten Gefühlen aus­genommen werden. Ist doch nach einem 7. Steuer­ziel nun auch die Erhebung eines vollen achten Steuerzieles beschlossen morben, da durch den Nachtragsvoranschlag rund 990 000 Mk gedeckt werden müssen. So wie gestwii in der Sitzung, wird auch mancher Bürger sich fragen, warum denn die Stadtverwaltung noch vor ivenig Wochen er­klärte, die städtischen Finanzen bedürften eines 8. Zieles nicht und wird versucht sein, in jener Erklärung einen finanzpolitischen Sche.chzug im Hinblick auf die inzwischen ausgegebene Stadt- Anleihe zu sehen.

Ein zweüer Beschluß erhöhte den Fahr­preis der Straßenbahn auf 25 Pf. Ur­sprünglich waren 30 Ps. in Aussicht genommen, aber die Stadtväter waren der Ansicht, daß es ge­nüge, den augenblicklichen Einnahmcausfall zu decken.

Ein dritter Beschluß nimmt eine großzügige Neuregelung des städt. Polizei- ro c f e n ei' in Angriff, beginnend mit der Neu- einstcl uig eines P^!iz- kommt.sar", -w.ier Ober» Wachtmeister und 44 Wachtmeister. Hier war man der Ansicht, daß die Aufwendungen von den Steuerzahlern gerne getragen werden, da die Ver­mehrung der Sicherheitsorgane ihrem persönlichen Schutze dient.

In der nichtöffenllichen Sitzung. wurde end­lich die Beigeordneten frage g?löst. Wir werden von nun ab zwei neue besoldete Beigeord­nete haben, und zwar den bish.-rigen Stadtamt- mairn Tr. Seid und Magistratsaiseswr Dr. 9 fin­ger aus Berlin-Schöneberg.

Times" meldet aus Washington: Wilson teilte der demokratischen Partei im Repräsen- t<rnteirt>aui"e mit, bat er die Reolution, di> Cte Wiederixri ellung des Fn^enszustandes zwischen Deutschland und Amerika bestimmt, ab lehnt! Sollte d'.ese Resolution doch angenommen werden, würde Wilson sich weigern, den Fried.ms- zustanb zu proklamieren. TieTimes" fügt hinzu, das lang'ame Fvrdchräiten der G> ueiung Wck o:^s die Hanot achc für den langsamen Gong der amerikanischen Friedensg.^chäfte sei.

Bolschewistische Propaganda in Amerika.

Haag, 1. April. (WTB.) Wie der Nieuwe Courant" aus Washington mel­det, veröffentlicht das Staatsdepartement re­volutionäre Dokumente, die einem bol- schcwistischen Kurier abgenom/hen wurden. Darin wurde zum bewaffneten Auf­stand in den Vereinigten Staaten, zur Errich­tung einer Diktatur des Proletariats und zur Errichtung von geheimen Werkorganisationen aufgefordert.

i nstaa. M : nsind. ®irj 1920

S-R. l-eranzieoen soll. Je mehr bn: Terror itcllcn gelassen würde und sich die V:rhält- nri-ie einer demokr.itt ch-pai lamemarisch ii Rc- ?i?rimgs'orm onnästo.n desto mehr iverdm sich bäe Bolsck)ew:sten aus ti Je örridjtin'erc Grupre angewiesen sehen, trotz allw gegaUöärtrgvn Ster- fembung.

So stellen sich die Risse dar, die, wenn auch tererft nur andeutumgswrise, durch die GeisteSwelt iroe auch durch die Parteigliederuaig des Bolsche- Irrsmus geben. Für den Baumeister, der die Festig­et der Grundmauern ciites Gebäudes brobachtet, di.den die leisen Veränderungen d.'r scheinbar ober

gegangen sein. Ter Einfluß der Unabhäugigm im Vollzugsausschuß in Tüs ebr! * egenüber den Kommlmisten wird zme'lends süMächer. Tie Lag; wird als sehr ernst

Ter AnfcnthaltSort bet chemal. Kaisers.

Paris, 31. März. Havas verbreit t eine Nachricht derDaily Mail" aus Amsterdam, die alliierten Regierungen hätten die letzte Note H o l l a n d s über den Aufenthalt Wil­helms II angenommen. Holland über- nehme die Verantwortung, zu verhindern, daß der Kaiser eine Bedrohung für die Sickxrheit Europas iverde. Der Aufenthalt in Doorn würde dem Kaiser gestattet.

Die JöurgermcUter von Oberhausen, Rcm-1 Neickrsregierung ein Delegramm üb.rsandt, worin scheid und Mülheim (Ruhr) wurden ihres Amtes es heißt: Die Vertreter des Gemerkt'-r ins ck-rift' entsetzt und verließen die Städte. ~ ~ ' hat sich der Oberbürgermeister in ... begeben, den die Belgier besetzt haben.

ralstrrik beendet werden tarnt, wenn der WeicMtag ein berufen und die Wahlgcsetznovclle angenommen würde. Die radikale Linke forbert die übrigen ReichSlagsparteieu auf, am Samstag vormittag Vertreter zu einer Konferenz zu nit<e!' m um über das Wahlgesetz und di. tuen tu l c Einberufung des Reick)stages zu vrrlxmdeln. Tie Sozmt.vmolraten gaben diesem Vorschlag ifjrc Zustimmung.

Kopenhagen, 31. März (Bsolff.) In ber heutigen Sitzung b:r Etewerk chtsts üh 'kr wurde der Generalstreik für nächsten Dt-nstag be­icht o s s e n Tie Fordenlngen der Ard iter sind teils pol:tisck>er, t.ck.s wtrt^ck^st.ictpr Art.

Der Konflikt in Dänemark.

Kopenhagen, 1. April. 'WTB.) _ In Uetereiustim.nung mit dem Erlaß der G.nverkschaf^ ten hat der Generalstreik bereits gestern abend begonnen, indem di: G?sellen in den großen Schwarchrorbäcketeien und die Mannschaften von vier zur Msahrt bereit liegenden dänischen Dantv- fern die Arbeit einstellten. Die Partei der radi­kalen Linke:! des Reichstases - stellte den übri gen Parteien ein Schreiben zu, in dem es haßt, daß die Sozialdemokraten erklärt haben, daß der Gene-

21us dein Ueiche.

Ter deutsche LandwirtschastSrat.

Berlin, 31. März. (WTB.) Der Deutsch- Land w i rt s cha f t s ra t ist von feinem Präsi­denten Tr. v. Schorlemer-Lieser zu seiner 48. Plenarversammlung auf den 20. Ap il nach Werlin ehiberufen worden. Auf der Tagesordnimgs ftiel)en u. a. folgende Gegenstände: 1 Wirtschafts- Plan für das Erntejah 1920 21. 2. Reformen auf dem Gebiete des läiwlichen Volks-, ^ortbildimgs-' und Fachschulwesens, 3. Schafmng ernes veteiinä- ren Äutzlandsdieirstes, 4. std-ichs vch'tzliche Regelung des Futter- und Düngemittelverkehrs.

Der neue Odcrpräsident von Ostpreußen.

Wie das Berl. Tageblatt von zuständi­ger Seite erfährt, ist zum Oberpcäsidenten von Ostpreußen der denwkratifckie Abgeord­nete Justizrat Dr. Siehr (Insterburg) er­nannt worden.

Der Gesell'g.'".

Die Verleger dieser in Graudenz (jetzt polnisch) in deutscher Sprache erscheinenden bekannten Tageszeitung geben jetzt auch im Deutschen Reiche und zwar in Schnetde- m ü h l einenGeselligen" heraus.

n Tätigkeit. Tor Verkehr innerhalb der Stadt tiub ausrechterhalteil. Auch in Remscheid enrfcbt Generalstreik; dort verkehren auch nicht ,)ie Straßenbahnen. I

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Düsseldorf, 31. März. (Wolffs Gestern ib.-nb nnrri>e in der Gegend von Dinslaken taf) gekämpft, auch mit Artillerie. In Tüssel -> ; L r f und TünslaLn wurden Flligblätter verteilt, : aufforderten, in die rote Armee einsutreten,

&rg-?ften drangen 250 Mann rote Truppen in Düsseldorf ein, bemächtigten sich der Stadroer- !||pdhntg und erpreßten von den Banken etwa lU 'iDOOO Mk , rourtxm aber wieder aus der Stadt | iranögebrängt. Heute ist es in Düsseldorf ruhig, bemerkt, daß die roten Truppen auch dort I iS von der Front z u r ürfjie Üen.

Kein Generalstreik;

Berlin, 31. März. (Priv.-Tel.) Meldung des D. Z. B. In Berlin erllärten dir zuständigen Gewerkschaften in IMirnrrnftimmimg mit den mehr­heitssozialistischen und itnabbängigen Mitgliedern, daß der Generalstreik noch nicht erwogen, geschweige beim an gedroht ist. An der Geneval- streiksdrohung halten nur die revolutionären Ob­leute, wilde Vertreter der von d^r Arbeiterschaft nur teilweise anerkannter syndikalistischen Nichmng fest, welche von den Reck>tssozialisten und Unab- hängigen in beit Gewerkschaften nicht zu den Ver­handlungen zugelassen werden.

DieB. Z." erhält von den Straßenbahnange- fidlten bie Mitteilung, daß sie nicht an einen Streit benf.-n; ebenso ist es bei der Hochbatn und den städtischen Werken. Von den Obleuten sind die geforderten Streikabstimmungen bei Siemens, der A. E. G., Bergmann, Schwär: köpf und ftnorr-- Bremse noch nidyt eingeleitet. Die Arbeiter der Kiwrr-Bremse denken sogar daran, am Karfreitag zu arbeiten. Tie Kommunisten protestierten gestern abend in einer Versammlung lebhaft gegen das Verhalten sämtlicher Führer, auch der U. S. P. T. und sogar der K. P. D., die nicht für den General­streck eingetreten wären.

Eine Kundgebung des Gcwcrkvereins chriftlichcr Bergarbeiter.

Berlin, 31. März. (Wolff.) Die heute in Essen versammelten Skrtr t.r der Hauptrerwa'- tung und der Bezirke des Gewerkoereins christlicher Bergarbeiter haben der

Essen (Rlkhr^, 31. März. (Wolff.) Ter Vvllzugsrat in Eisen hat die Massen n t ch t m e h r f e st i n d e r H a n d. In den nord­östlichen Vororten von Essen wurde mit der W a f * fenabgabc begonnen.

M ün stc r, 31. März. Einem milit l.-ischen Bericht ist svlgend.-s zu entttehmen: Bei Welel geringe Gesechlsiätigüit: in Ga hlen und Tor­sten 1 vertrn bin Brückeni'öpfe gel-alten. Tie Linie HalternLfidingil.anseiiHerborn wurde kampflos erreicht. Wid.-rsuand soll von den Bolschewisten erst in Hern- beabsich.igt fein. Hamm wurde von ReichÄveljr besetzt. In Werl wurde das Gefängnis von Spartakisten getürmt und 50 Ge­fangene befreit. Heute ist die Stadt ivieder frei vom Gegner. In U n n a wurden mcchrere 9tcfervc-- offiziere als GeiselnoeVIxiftet. Tie bolschewisti­sche Armee soll neuerdings auch einen funten^ lelegrap'Difch'Or Berühr eingerickstet haben. In irü-ten Städten des Jndustriegebietes wurden Ar­beitswillige mit der Waffe von der Arbeitsstelle getrieben und verschiedentlich zu Sck>anzarbeitei I oder zum Eintritt in die bolsthewistifch. Armee (mroungen. Tie Plünderungen, Brand- scha tzunge n und Er vr e ssu n g en nehmen zu. Aus allen Teilen der Bevotkerung wird die Be­sch leuniguna des Einmarsches gefordert.

Münster i. W , 31. März. (Wolfs.) Fast im ganzen Industriegebiet herrscht Generalstreik. Nur im Hagener und Hammer Bezirk wird nicht gestreikt. Die Sprengung der Eisenbahnbrücke bei Do rst en gelang nicht; es wurden nur unerheb- Hdje Beschädigungen verursacht. Tie Gefangenen, die die rote Armee machte, sind zum Teil ent­lassen worden, doch besindcn sich noch in Essen 200, im Bochumer und Remscheider Bezirk noch viele Gefangene in den Händen der roten Armee. Bei dem Staatskommissar laufen Notschreie ein, die das Einrücken desMilitärs sehnsüchtig fordern.

Gestern morgen acht Uhr wurde dieUnion" bei Dortmund zwangsweise stillgelegt. Der Aktionsausschuß erpreßte von der Dortmunder Stadtverwaltung 50 Auslandspässe und 50 000 Mark. In Recklinghausen wurden von den Privat­banken 46 000 Mark erpreßt. In Buer erschien gestern eine Bande aus Essen mit 12 unterschrie­benen Todesurteilen gegen Führer der Mehrheitssozialisten und Unabhängigen.

Berlin, 31. März. Aus 1 seldors er­fährt das Wolffbureau von zuständiger Stelle, drß sich die Lage im bedrolsten Gebiet dauenio oer- schlecktere. Tie lmksradi'aen Cl'me'ute gewämien in den Bollzugsausschü sen an Einfluß. Aus Dins­laken kommt die Mitteilung, in der Richtung auf Wesel werde Itieb'r gescho'sen. In Duisburg wurde am Sonnabend abend von der SlDfeen Arme; eine Million Mark aus der Rrichsbank eittnommen. 20 Millionen Marl sollen aus b.*m Wege oon Berlin nach Essen im Aufsl<md5g<chiet oerloven

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Henderson über die Verhältnisse in Deutschland.

Am sterda m, 31. 9JZära. (WTB.) Laut Delegvaaf meldet Obserper, daß Artur Hender­son in einer Unterredung erklärte, die Verhält­nisse in Deutschland bewiesen, daß bie einzig rich-, tige Polittf gegenüber Deutschland die sei, die Vvni der britischen Arbeiterpartei Nnri>erholt gcfortetil worden sei. Tie Verzweiflung inmitten der droch.-n- den Hungersnot und das aus der Nst-derlaae Deutschlands entstandene Elend sei die Ursache zu dem Schwanken zwischen äußerster Neaßion und radikalsten Nepelutioitsversuckreii. Europa könne sich ohne die Wiederher­stellung Deutschlands nicht erholen. Tckher müffe das bcuti'dje Wirtschaftsleben wieder hergestellt werden. Tie^ Staatsmänner Europas müßten unverzüglich Schritte tun, damit die deutsche Industrie wieder in Gang gebracht werde.

Die irische Frage.

London, 1. April. (WTB.) Das Un­terhaus nahm die Homer ule-Bill auf Irland mit 348 gegen 94 Stimmen in zwei­ter Lesung an. Im Laufe der Erörterung er­klärte Carsen, Ulster würde sich des Parla­ments bedienen, so gut es eben möglich sei. Lloyd George sagte, er glaube, das Gesetz werde im Laufe der Zeit eine Einigung zwisckien Nord- und Südirland und zwischen Irland und Großbritannien herbeiführen. Das Haus vertagte sich sodann auf den 12. April.

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e 29 p. ,

Innerpolitifche Zerklüftungen der russischen Näteherrschast.

Wer den Lauf der Dinge in Sowjetteßland näher verfolgt, erfennt schon reckst deutlich Gegen­sätze imb Sonderströmungen im Bolsckxwismus. Der Gegensatz, der schon zeitweise am schroffsten zutage trat, besteht zwischen dem Kommissa­riat, wenn man will: der neuen Beamten- 'chaft der Sowjets unb dem Personal derAußer- »rdentlichen Kommission zur Bekämpfung der kkvnterreoolution. der Spekulation und der Sabo­tage. (In diese dem gewö>'lu.in-i Russen gänzlich unverständliche Fremdworte kleidet sich die ge­heimnisvolle Jnauisitton und Fehme ein.) Diese Tscirreswytfckxiika" hat ihre Befugnisse zur Nie- tettnltung jeder Gegenbewegnug unb Ausmerzimoj bet Bürgertums eigenmächtig zu derart wtsschwei- seuden Blutorgien ausgeweitet, daß sie, die eigentlich nur als Vollzugsorgan des Tera-ors «dacht war, zeittveise bett ordnungsmäßigen vowiriorganen über den Kopf zu wachsen trabte. Mehr als einmal waren beide Ge- roalten an ihren obersten Stellen schon hart vneinmider geraten, und lausend'ach ltrt im Laude I t>i-\Außerordentliche" mit voller Willkür in die Geschäfte der ordetttlick>en Lotelräte cinß-'griffct imb )ogar unter deren Mitgliedern ihre Corcr ge­sucht. . Tie Mitschuld an den Unrnenfchlichteiten unb die gemeinsam geübten Geioalttätig>Herten iuti> Verirrecheu haben di' Tschreswytsck)aite-Lellte zu tmer besonderen Kaste zusammengeschmiolzen und 1 die Hewöer als mvdeme Grvßinguisitoren. beul Stetten Peters, ben Polen Tfers'lstEi und den vor Ja'lw'Sirist <-rmvrdeten Uriidß, als unbefchrm^ce I Macht!«aber an tl/re Spitze gestellt. Tie Stbmmifrare sind stets auf der Hut *tor diesem neuen JaUobmer- tum, und nur mit äußerster Vorsicht tz.rt der Zentralrat sich kürzlich entschlossen, MaßnälMen Hur Milderung dieser ScktreckcnsÜammenl zin vci> » tüiiben. Noch auf dem 7. .stlongreh hat jedoch Lenin l'-mic Verbeugung vor dieser Jnstg ul tun zu madjeu) V für gut befanden, indem er erftärte, der Bolfche- ! irismus fönne auf deren Mitwirkung nickst ver­nichten . .

Daneben ist ein Zwiespalt, in Temperament . imb Weltanschmoorg, im Mittelpunkte der bvlsche- l «vistisck-en Ooermeister zu verzeichnen, der sich zu f Zeiten recht stark bemerkbar machte. Trotzki, der radikale, rabiate, buchstabengläubige Jnlemationa- flt, mib Lenin als der von sckxrrfem Wick für das ftealpolitische Begabte stehen sich gegenüber und Lnlbcn die Häupter zweier entgegmgefebter Rich- rmnen. Schmt öfters sind sie aneinandergeprallt. . Äoch wurden dann diese Mißhelligteiten jedesmal überbrückt.

Des w.'iteren^ machen sich Zerrungrm bemerk- riar, die ihren Sitz in der Armee haben und ergebenen falls zu erheblick^n Kräftebindungen, teicflcicbt sogar Reibungen führen könnten. Um der Stoßkraft des Heeres wil'en mußte man sich mit tjnem gewissen Nattonalismus befreunden, der sttz in des en Reisen eiunistet?. Der steht nun dem Sinnen und Trachten des Bolschewismus diametral entgegen. Zur Zeck, und vielleicht noch für eine i pte Weile hinaus, hat es nicht viel auf sich, | M die bolschewistische Leitung sich um augenblick- lüdjer Zwecke willen damit abfinbet. Aber ein Geeint zu Zerwürfnissen ist in diesem Umstand immerhin vorhmiden.

Endlich besteht ein schwer Gegm atz zwischen » Bolsckstwismus und Sozralrevolutto- | nären. Man Barmt hier von einerintimen il Zrindschaft" reden in dem Sinne, als das Zn- lioärfttis aufsesprungen ist zw sck?eu einstigen Äruterbarteicn; auch in dem weiteren Sinne des Mgewaudtrii Vergleick)s, daß die 'Sozialvwvlu- | tiionäre, insbefoutrre bereit l in ter Flügel, die näch- 6 sten Erben der Bvlschewistenherr-chist sind. Zu-

M. 78

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