Hebe! wird unter der Ueberichrrft „Die LuS- tiefenmg des fiorArtemÖ. ur^Mneei ort die Agrarier" bi heftü^er Weife in dem biefigen fjitotbcmDkatitoen „tottsfreunb" Stellung ge- raommm und dabei di. bisherige Nachgictagk'nl Neumanns gegenüber den Agvanern fdtm friti» fiert. Tie rnch:»s«hmoe Presse sei ül* *r oa» noch: Solchen k" sein erfreut, tod> werde man in nicht agrari.dxn Jhrdjen den Wechstl nicht ver- fielen, da bei oem Geiste, wie Uc>:l di« Zwangswirtschaft au Ne gen werde, baS Lchlt.nmste |U befürchten in. Auch dar Art der BerÖfftnulichung infb die Veeiriuitichung im amtlichen Organ, der „Lärmst. Zri ung", wrrd beansLnder. Ter „Stoffe freund" schreibt weiter, dafi die Art, wie tx)lih)d)c Entschließungen ton hvher Bedeutung mit der Ergebung von Aemrern oerauüti werde, zur Kritik herauSi-rderl, man erwecke in der Mass« den Eindruck, c!3 ob die Erlangung eine- Armes anderen Interessen untergeordnet routbrn.
Auch tie svjlaloemvtratiiche Mainzer „Dolls- geihmg" wendet sich gegen diesen „Kuhhandel" und kwnrerkt, «S werde Sache der Landtagswaktt^n sein, diesen schweren gelter wieder gutzumachen.
Temgeg'-nüber verurteilt auch der national- liberale „Tägl. An zeiget tAt Ernennung Uebcls zum EniafTrungSmrnister, do Uebel bisher auf aavarischem Gebiet nichts geleisdet habe und seine Mlxuna der katholischen Bauernverein« obne Bedeutung s«. Ucdel sei nur Ge schL ft S pv li» liker, man verlange aber bei der Aemterbesetzung Solitisclx Reinlichkeit. und die Art, wie die höheren StaatSänrter m Liessen ohne jeden DefähigungS- nachioris an ParteigÜnstlin« vergeben würden, sei aus- schärfste -u verurteilen.
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„Was man im Leimstättenwesen «rstrebteundwaS durchführbar ist" wird in der eben erschienenen „Kleinsiedlungsnummer" der im Verlag des Landesvereins für Krieger- Heimstätten erscheinenden Monatsschrift „T i e f> e i m ft ä 11 e,; von Dr. Rindsufi, dem Ge- Wntfti'&rer diese- Vereins und deS Hessischen SiedlungsauSschusseS, erörtert, von den öossnim- gen auöflchcnb, die man während des Krieges mit dem Leimstättengedanken verbunden bat, verbreitet sich der Verfasser nicht nur über die gegenwärtigen Schwierigkeiten, die inSbZondere bte Bauftoftbe- schasfinlg und die Finanzierung beS Klcinwoh- nungsbaueS mit sich bringen, sondern er yigt auch Woge, auf denen diesen Schwierigkeiten begegnet werden kann. Auch die Rechtssormen, unter denen ein Eigenheim erworben werden kann, darunter insbesondere daS in Verbreitung befindliche ReichS- beimstättenrecht, werden erläutert. (Die Kleinsied- lungSnummer ist durch die Geschäftsstelle des .hessischen Siedlungsausschusses, Darmstadt, Luisen- platz 6 (Alte- Palais) zu beziehen.)
Eindrücke beim Mckmarsch ans dem Baltifum.
Sxrr Haup!mann Tamm, Kommandeur der M. G. S. S.-Abteilung, der Führer hessischer Bal- renkämpfer, sendet unS fvlgenden vucressanten Brtof:
Ter Rückmarsch <mS dem Baltikum ist beendet, lee deutsch-russischen Truppen stehen auf deutschem Boden, in alle Winde verteilt, und werden dcnrv- biltsiert.
Ein Jam irrer ist es, daß die kampferprobten, unbedingt zuverlässigen Truppen, an Der Spitze dir deutsche Legion und die eiserne Tivision, nicht ? schlossen grchilten wurden, denn dann blue eutschiand, vor allem Ostpveustrn, ein sicheres Bollwerk gegen den Bolschewismus besessen.
Schwer, sehr schwer waren Ne Rückzugs lag« der deutschen Legion vvn> Schaulen zur Grenz«, denn, wenn auch der ^einb nur mit Banden unken Rückmarsch zu stören versuchte, so war doch die Witterung auf, wöchentlich ungünstig. Ein Teil der deutschen Legion hatte als Bahnichuy an der Strecke Sckwulen—LangSzargen Verwendung gefunden. Aus geradezu grundlosen, völlig ausae- wrichten Wegen ging eS an die befohlene Bahn- ickutz-strecke und, als die letzten deutschen Züge durckxiewllt waren, auf die awste Stvasx Schaulen —Tusit zurück, um wieder Anschlufi an di« deutsche Legion zu ndwn.
Tann setzte die bittere Kälte mit scharfem Nvrdost-Wmd ein, eine arvfie Erschwerung für Mann und Pferde. T« Aufnahme in den littru- rsckxn Quartieren war durchweg freundlich. Immer wieder fti-fim wir auf die ängstliche Frage der Einwohner, wann denn nun die Bolschewuki kämen. Tre Bewohner gaben und vertauflen fredvillia alle-, wo- He irgerck» entbehren konnten, vielfach lehnten sie Bezal>luna ton Lebensmitteln energisch ab, obtrvll mir natürlich in Oberosb-, nicht cin>i in BermondtgcL» bezahlen wollten.
Zn Kiel nm barte bie Fronttruppe die dort be- fmHidx sT genannte Ortslionrmandannrr, ein Gebilde aus deutschen Räubern und Plünderern, oer- lvstet. Ties«, deS deutschen Namen» unwürdigen Banditen wurden sofort vor da- Staudgericht gestellt und 12 ton ihnen erschossen. Auch diese Tat edgte den Litauern wieder klar vor Augen, daß He FnuLtruvue nichS mit solchem gementen Auswurf der Mensckch it zu tun bat
Altdeutsche Neujcchrswünsche.
Das „Prvst Neujachri', mit dem wir uns zur Jahreswende begrüben, ist der kurze Rachklang eurer uralten Silke. bie sich In langen Wunsche «beten und Wunschsprürlien zu dieser de- deutungstollen Zeit des Jadres 4u fierte. Roch heute macht daS Volk seinen NcujahrS- glückwunsch nicht in zwei kurzen Worten ab, sondern bie Neujahr-Wünsche sind sehr ausführlich und deutlich in der Au-malung all des Glücke-, daß man herabfleht, und entfallen darin einen ur- wücküigen Humor Lxhon dem alten Germanen galt es am Jul abend, wenn er da- wiederkehrende Dacktstum des Lichtes begrüßte, al- heilige Sitte, beim feierlichen B^chcrklang Gelübde ton Taten abzulogen, die er im kommenden Jahr au-südren wollte. Solch heidnische Gewohnheit Hieb im christ. lichen Deutschland erhalten AuS d m 11. Jahrhundert stammt eine DrediM, in der al» öhnöttero «rügt wird. Neujahr» an itreumxam ober aus dem Dache zu sitzen, um in bk Zukunft zu schauen: auch forte man nicht bei Iaht»--beginn derumziebm rmb Tänze mit Gesang aufiühren Rach dem Bericht de- frommen Mystiker» sxinridi Suso kamen bie Jünglinge in Schwab n in der Rächt de» JahreSansarrgs vor die Türen ihrer Liebsten, fangen Lieder und sprachen Gedichte, in dmen gut.- Dünsche enthalten waren. Diese Sitte findet sich dann durch la;ul- Jalw.,unbene tm deutsckvn volk»- braudi: zu Neujahr gehen Personen beiderlei Geschlecht», unter Verkleidung^ und Masken oerbor- flCTt. in den Gassen umher und klopfen an den Türen, wobei sie Dunschspeüche hersagen und an
dern Fenster mifmtfhfembe oder abwchrend« Antwort empfangen. Ein solch uralter Neujahrswunsch ist noch deute in dem Reim erhalten;
,,*d) wünsch' ein glückselig» neues Jahr und» E-ristkindl tm krausen Haar", womit vielleicht auf einen Familienzuwachs bin- gedeutet werden soll. Daran schließen sich dann zahlreiche Wünsch»- für ein langes Lri^.n, ein gutes Leben, einen schönen Mann, emr schöne Braut, eine Kiste mit Geld und alle nur denkbaren Herrlichkeiten, denen sich die Hoffnung aus einen Dank in klingender Münze nicht selten an reibt Das Volkslied mit fernem Uebermut ergabt sich bald in den allertvlisten Wünschen, und so hören wir schon au» den ältesten Reujahrsgliedern närrische £u)ffnimqm des Sicfmben, der da ein Df rdtoin sein möchte, um fröhlich in die Welt zu traben, ein fcünbkin stein, um mit der Liebsten zu spielen, ein Kätzlein, üm ton ihr «liebkost zu werden, ein Vöglein, um m den Grund ihres Kerzen» |u flkoen
Altdeutsche NeuiahrSwünsche au» dem fünf- Mfmten Jahrhundert sind tm» in einer besonderen Litera tu rgaliuna erdalten, den sog. „Klopf In"» Sprüchen, wie sie bie Meisterlinaer für die Reu- jahrsgratulanten in großer Zahl verfaßten Die Spnichaed'ch.- va Nürnl^raer» L»ans Rosen bl ür fdtmtni noch forme! oft un) fc erlich bibn. an dir ernsten Gclu^.e u.to Segnungen mabn.nd, bie in der wunderr ichen Nacht thve boonbere magische Bedeutung batten:
„Klom an. klop* an!
Inn selig neus 3atn geh dich «n!
Alle» ito« bexn Herz be«rfcrt, La» wirft du zu Stefan Zal/r gewährt.
Dicht an brr deutschen Grenze bezogen wir da» hetzte Cuacner in Liauen. Mein Ad.u.ant und ich lagen dort beim Pfarrer. In benLxn nobler Weise nahm uns i^rfer auf, obwohl ihm im Zalsre 1915 von brutschen 2x>Gxitcn leut gesanr e» Be itz- tum tik-vrrgdnaratl rotroen war, uns bervinetr uns mit allein, was Zttiche uns Xelkr drrgeben tonn'.en. ^-ür l« Juurixfx Ärmer" uno die „litauuchen RegierungsmLmicr" hatte der roOrtädt ifarrn nur ein Lächeln. Sein rich ig beurteil.e auch er das Handeln und bte Ziele Englands, und für das alte Teutschlaiw, das er vor tariert 3<i'.xcn rtmeal besucht hatte, fühlte er die größte B<N7underung. Er (rtanntc gern mtb oifcn an. wie vi.l bie 2cut» scheu im Laust des gwfcn Errege» für und in Liauen getan hatten und be;vn;e immer wi der, wie gern |irb t*.* Litauer an bas alte Deutschland als Bundesstoeu angeichlossen hätten. Jetzt freilich .....
Am Morgen te» nächsten Tage- tranken wir zu brüt aus eine glücklich Zutuns, und wir beide versprachen Dem al en P arrer, ihn her>cnts;ubolcn, roenn die Bolschewiken kämen. Daß ,ie tommen, war dem Pstr er ebenso klar, wie allen Li auern, b.mn bür »erben werden mü allen Mitteln versuchen, chrc Lehren über Teulschland hinweg nach dem Westen auszubreiten.
Litauen bat nicht Die Kraft, benegen Widerstand zu I isten, und Le tlanü t l w i er nickt» cb ein Bolschewickästirat. Der März—Apr.l L>2u roi.b txr deutschen Rcichsregierung die Äugen darüber öffnen, was sie rm ^thve 1919 den Saltifum- Ttappen zu verdanken hatte.
Am 13. Tezemler 1919 überschritten wir, die Hand zum prcusiischen Adler cr^ben, mit dreifachem Hurra Die deutsche Grenze, alle Jalirzeuge mit ter schwarz-weifi-ivlen Fl-iage ge chmuclr. Tie Rutschen Bewohner standen still und stumm vor ihren fcätfern, nt-manb gab un« einen Willkvm- immgrufi. Scheinbar galten wir sogar bet diesen Leuten als „VaderfandäverrL.er", al- „Deserteure". Zm ersten Quartier auf deutschem Boden wurden wir freundlich auf^mommen. Tort sanden wir vi Xxuh tolles VerstLndni» für unser Handeln. Eine Gimtrinde setzte sofort eine 9kti- tion an den Landrat aus, dafür »u svr",en, dnfi tte „deutschen Soll!«den" als Grenzschutz dort blieben utü» nicht etwa „Reichswehr" herverlegt würde. Zur Reichswehr hat man cert überhaupt wenig f&Ttroueit. Unsere Leute vertrugen sich mit den Reichswehrangehörigen mäfig. Tie titulierten un» „Bollen schweine", worauf unfere ötlhfrie&er prompt mit „NosSehend" erwiderten.
Nach drciLgigem Aufenthalt in Ostpreussen muhte ich mü 9CDjutvnti und noch einigen Oksi- yeren uno Mmtnschaf en zur Vorbereitung unserer AlmicUunffsstesle nach Berlin fahren. Was wir da im Laust der Nacht im D-Zug Jnstrrbura— Berlin alles an törichcm Geschwätz über die Baltikum-Truppen rnSgehim und laut zu hören bekamen, war bezeichnend für das geringe Verständnis deS deutschen VvlstS für unsere Bestrebungen. Neben „Vaterlandsverrätern", „Tescrteuren" usw. wurden wir auch für „Bvlschewicki" gehalten! Wir sahen zusammen in unserem Abteil, lachten über tiefe Reden und tarnen zur Ueberzeugung, dafi es sich roofirlxiftti nicht lohnt, für tuö deutsche Volk auch nur den Finger krumm *u machen.
Einen Tank begrhoen wir nicht, dazu kennen wir Ue dufgeltetüe vokksmasse aus der Revolution zu <ad, aber Verständnis verlangen wir für das, was wir im Daltitam grleislel und erstrebt haben! Die tammaäm Ereignisse werden dein deutschen Volke dieses $ctftibämU bringen I
T« Lage und nächste Zukunft Lettlands wird jetzt auch an zusdändiger Stelle in Berlin düster beurteilt, tote wir folgender Meldung entnehmen '.
Berlin, 29. Tez. (Wolff.) lieber die Lage in Lettland erfahren wir an zuständiger Stelle fvlgmdes: Tie Zukunft des Landes ist Mch in Dunkel gehüllt. Tie Aufvechterhaltung vin Rute und Ordnung ist der Regierung zwar gegenwärtig gelungen und an ihrem Willen, den V)l- schewiSnmS tun innen und au firn niederzuhalten, kann nicht gezweifelt werden. Aber ob dv Krähe vorhanden find, um dieses Ziel zu erreichen, ist itoeifrllxih. Borbäufig werden die brlschcwistischen Streitkräfte durch bol:ifcke Landeswehr und zuverlässige Teil« der lettischen Armee mit Leichtig. fielt in Schach gehalten. Erstlgreiche Handstreiche derselben beweisen aufs neue bte moralische Min- derwerttgkeit der dort stehenden bolschewistischen Truppen. Aber durch ihre günstige militärische Lage aus den anderen Fronten wurden bte Bolschewisten in die Lage versetzt, auch an der baltischen Front ihre Truppen zu oerstvrfien. Ten kommenden Monaten wird daher in Riga mit Besorgnis entgeaengesehen. Für Ostpreus-en sollte sich au» dieser Lage die Erkenntnis ergeben, dafi eine unmittelbare Gefährdung der ostpreustischen Grenze durch den Bolschewismus nicht vor liegt und nicht Vvrlieyen wird, solange das jetzig« lettische Ministernrrn ober ein aus denselben Parteien zusammengesetztes am Ruder ist. Eine unmittelbare Gefahr wird erst dann ein treten, wenn erfolgreiche bolschewistische Angriffe an der lettischen Front einsttzen sollten.
Ars» 5ta>t und Land.
Gießen, den 31. Dezember 1919.
Den Lesern öes Eichener Anzeigers zur veachtnng!
Im Laufe des Monats Dezember haben sich die Derftellungsverhältnisse in den Zei- tung»betrieben grundlegend geändert. Weitere Lohn- und Gehaltserhöhungen sind verfügt worden. Das Zeitungsvapier kostet für bie Folge beinahe noch einmal so viel als seither. Die Zeitungsunternehmungen können so starke Belastungen nicht allein trogen. Deshalb werden von allen Blättern zum 1. Januar erneut BezugspreikerhöHungen eingeführt.
Für den Gichener Anzeiger ist die monat- l.che Dezugsgebühr vom 1. Jan. 1920 ab auf 2 Mark 30 Pfennig einschlirfilich Trüg.rlohn festgesetzt.
Verlag der Gießener Anzeiger».
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Tie Umsatzsteuer und die Rechnungen aus 1919.
verschiedene Handels- und Jndustrieverbände haben an ihre Mitglieder Rundfch.erben versandt, in denen cs frtefi, dafi die Umiayteuer auch für die C^TQiflänbe zu entrichten fei, die zwar vor dem 31. Dezember 1919 gekauft, aber nicht bezahlt tporden seien. Die verbände hatten auch ihre Dordsckurlt darauf hin gewiesen, ihre R» ch- nunacn vor dem 1. (ftrnuar 1920 zu begleichen, um die Umsatzsteuer, die an diesem Tage in Jttait tritt, zu ersparen. Nach der ursprünglichen Re- gierungsvorla« über die Umsatzsteuer war es zweifelhaft. ob bet Umsätzen, bei denen die Lieferung vor dem 31. Dezember lag, die Bezahlung aber erst nach dem 1. Januar erfolgte, das neue Um* savsteuergeietz in Änwenbung zu bringen sei. Wie milgeteilt wird, ist da» Gesetz dahin auszulegen, dafi alle Lieferungen, die vor dem 31. Dezember 1919 erfolgt sind, für die aber eine Bezahlung noch nicht geleistet wurde, n i d>t unter bad neue Gesetz mit den erhöhten Gebühren fallen. Werden Daren bezahlt, die au» Verkäufen vor dem 1. Ja* nuar resultieren, fo findet eine Erhebung der neuen Umsatzsteuer nicht statt. Die Nationalversammlung hat bei der 2. Lesung de« Gesetzes im 8 öl folgenden Absatz 3 eingefügt: „Ist nach diesem Gesetz eine Steuer für eine Laserung ober sonstige Leistung zu entrichten, die nach dem Umsatz- steuergesetz vom 26. Juli 1918 steuerfrei wnr oder einem niedrigeren Satz unterlag, so ist für die Steuerpllicht und die döhe M Steuersatz.-- nur dann dieses Gesetz mafittaenb, wenn smvvhl die Vereinnahmung alS auch die Licferuna nach dem 31. 12. 1919 liegen. Drese Vorfchritt tritt mit dem 31. 12 1920 aufier Kraft." Durch diesen Absatz ergibt sich klar und deutlich, dafi bai Um» fatzsteuergefetz keine rückwirvende Kraft hat. Die Aufforderung zur Vermridung der Umsatzsteuer Zahlungen vor dem 31. Dezember M teiftat, sind also ohne rechtliche Grundlage.
Das neue Steuerstrafrecht
rott es m ber Reichsabgabenordnung jetzt fest» gelegt ist, bringt eine Fülle von neuen uno scharfen Bestimmungen, die die Steuers!ichtigen wohl beben fien müssen. Als Steuerzuwiderhandlung gilt auch eine Begünstigung. Selbst der Versuch der Steuerhinterziebung ist strafbar, sogar auch bann, wenn die vollendete Tat eine Uebertretung wäre Soweit der Betrag der Stenerverfürzung oder des Steuervorteils nicht festgestellt iverdcn kann, ist, wenn nicht anders bestimmt, auf eine Geld» strafe von 20 dis 1 Millron Wlarf zu erkennen Bei Gcfüngnrsslrafen kwm im Stvoferkenntnis an» geordnet werden, dafi die Bestvaftmg besanntzu- machen sei. Wird Gefängnis von mindestens 3 Monaten erkannt, so tarai zugleich auf Verlust der tütgerlidjen Ehrenrechte erkannt werten Wenn jemand zur Steuerhinterziehung Bücher oder Auf» zeich"ungen unrichtig süirt, unriditigt Geschäftsabschlüsse vorleat ober ähnliche arglistige Mittel anwendet, oder bei Slruerausticht roefaitlidx Amt-- Vorschriften grob verletzt, farm ihm ba» Lanbes- fmanzanft untersagen, feinen Betrieb oder Beruf forizu fetzen ober zu seinem Vorteil fmtt'echn zu lasten. Dasselbe gilt für Vertreter oder Angestellte eines Steuerpflichtigen.
Neue Delegrammgebühre».
Die Gebühren für Telegramme noch dem Ausland werden am 1. Januar erhöht Die den Wortgebühren zugrunde liegenden Fran- kenbeträge werden nnch dem Satze 1 Frank « 3,40 Mk. umgerechnet. In Europa kostet bann bas Wort nach Luxemburg 10 Pf., Deutsch-Oesterreich und bet' Tschechoslotvofischen Republik 20 Pf., den Niederlanden und der Schweiz 40 Pf., Belgien und Dänemark
Klops dennoch mr<nr! Dafi dir widerfahr alle Ehr, Und alle Glückfeligkrit, Da- Helf uns Maria, die reine Maidf"
Dann werden btt Heiligen aufgerufen: 6t. 3ebo(b soll -old sein, St. Moritz gebe Sinn unb Witz, St. Veit behüte zu aller Zeit, St Manein soll ihm Gefährte sein, und dir 11000 Jungfrauen schützen chn vor allem Herzeleid: St. NistaS, der heilige Himmel-fürft, beschrne Brin. wenn ihn dürst' Die erdTnllichen Vorzüge unb Herrlichkeiten werden in diesen Sprüchen Rosen bl üt- erbeten: SimsonS Stärke, Adsalon» Schöuhert, Sus arm «ns Unschuld, König Deranders Herrschaft, für Männlein unb Wei bkrin da- Beste ou- der bibttsch« unb profanen Geschichte. So ift aus der frommen Sitte deS Neujahr-wünsche- allmäbkich ein grlelligcs Spiel geworden, da» oll ftchn>en Glückwunsch bat „fitem an! Ein selig neu- Jafir geh' Dick an" vorouSschickt unb bann eine Fülle von StoB und Neckerei anvrizt Ausgelassener Mummeuschant begleitet da- Neuickbr-singen, unb groteske Wünsch, i -erben laut, wie z B der folgrtbe. der sich in einem „Klopf an' -Spruch des Dichters Hans Folz fmbet:
„So wünsch' ich dich so lange grfxnb. Bi» ein, Lmse wiegt hundert Dftind, Unb bis ein Müdlkttin in Lüsten ftougt, Unb an Flo- ein Fuder Vein - zeucht Unb bis ein Krebs Baumwoll itnnnt Unb man mh Schnee ein Feuer anzündt; Hiemu an gut - ftligs neu» Iahe Unb -au hur, dafi dich Gott bewahr 1"
50 Pf., Frankreich, Polen unb Schwede» 60 Pf., Norwegen 70 Pf., Italien Jngosta- Wien unb Ungarn 75 Pf., Finnland 8.5 Pf, ©rofibeitannien 1,05 Mk., Griechenland 1,2d Mart, Estland l^ö Mk, Manien 18» Mk, Jelanb unb Portugal 2 Mk. usw. Rach den vereinigten Staaten von Amerika kostet bei Wort 5Mk bl» 14,80 Mk, nach Argen, tinten 11.75 Mk., Brasilien Im dHgemctnen 16/50 Mk., MerUo 7,80 Mk. bi» 11,40 Mk Peru 11,75 Mk. dis 16 Mk, in Asien natt Japan 15,35 Mk., China 16,50 Mk.,^alLsttna 5,95 Mk., Persien 14.05 Mk. nach Australien -wischen 13 unb 21 Mk. usw
Lebensmittel
• * Marken-Au»gatze Am Freitag unb Sam-taa gelangen in den Bezirken Brot- unb Kartofselmarkc» zur Ausgabe. Roheres hebe An- lägen teil.
* * Do Deifime-k und Nährmittel auf Grund ärztlicher Atteste für den Monat Januar 1920 auxjcgebcn werden, sagt der An».r.-»enteil.
• • Tie Bezugsch, ine für Brenn- holz, die dis »um 17. November iDühufcu hatten, werden am Freitag, 2. Januar, belief al
Bleranstaltungen.
Mittwoch- Stabitbeater, 8*/| Uhr, käppchen — Lichtsmelhau», „Moberae und „Durchlaucht reift inkognito". — Lichts Selter-weg. „Kronprinz Rudolf, das Gehei von Maoerllnk".
Donnerstag: Stabttbeeter, 3 Uhr. käppchen, 7 Uhr Eine Ballnacht. — Philowt wald. 4 Uhr, Streühkonjert der Regimenüta — Lichtspielthcater wie Mittwoch.
* • Die Rote-Kreu».Medaille 8. Kl. wurde verliehen dem Uni D.-’Jtm tarnt mann Jung, j früher Vernrrlter der Chir Klinik, dcm Berwalter der Med. Klittik Treppinger, dem Cbenvär- ter an der Lupushell stätte Kretz», der Schktofftr । der Ehir. Klinik A i m a ch e r, der Schwester bet Nasen-. O-reri- und Hal-llinik Habermedl unb den yUiceidnmftcm der Med. Klinik B reu ei eg i unb Gießen.
• • Ueber die Verleidung von DienstauSzeichnungen ist nähere» tm Anzeigenteil au» einer Bekanntmachung der hiesigen Vetsorgunasstelle ersichtlich.
•* Overhesiischer Kunstderein. Bei der am dritten WeihnaebtS^tertag abgebaltrnen Verlosung von Anrech:»scheinen auf nu stwerii Fkl 91t. 1 - 500 Muri auf Mi gliet» Nr 231 iZahnarzt Dr. N fco^e» zu Gie^n), Nr 2 - <->OJ Mark auf Mi:gltod Nr. 79 Kvnimcriunnu A. Älinflipot). Nr. 3 — 200 Mark auf Mitglied Nr. 192 (Fürst Ätirl zu Solms Hokn-lckms Lich zu Lich'. Nr. 4 — 100 Mark auf Nr 98
lUniversi äts-Profeftor Tt Messer zu Giestm', Nr. 5 - 100 Mari auf Mitglied Nr 144 (Kaufmann Karl Schlüter zu Gief'ien/, Nr. 6 ■■ 10U Wf < auf Mi'glied Nr. 240 (Bantbirefror 0>nrfihuri zu Giefieni, Nr. 7 — 76 Mari auf Mirgliri> Nr 8-) (AmlSiterichtsrat Dr. Hanfult), Nr 8 — 76 Mark auf Mitglied Nr. 70 Rentner Karl Jüngst le Gtefien), Nr. 9 - 76 Mark auf JRüflfid) Nr 141 'Kommerzienrat Schirmer w (H-firni, Nr 10 - 75 Mark auf Miiglied Nr. 62 H"stietonmt d. ! Hekller zu Gie^n), Nr. 11—60 Mark auf ®ü*| qltfb Nr. 156 'Londaerichtsvat Schnitzsza!'n Ml Gtohen',, Nr. 12 - 60 Mark auf Mi gtwt> Nr 194 (Fabrikant Lutnmg Rinn zu Heuchel nnri Nr iS — 60 Mark auf Mitglied Nt 98 (®w|rflor tt Maennchen zu OHefirn), Nr. 14 — 50 Mark au1 Mit.lli«v Nr 163 (llrau Geheim rat Streng zu ÖHffien), Nr. 15 — 60 Mark auf Mitalied Nr L "R^bnungsrat A Derhrmer au OHriyn', Nr 16 ” 60 Mnrk auf Mi'g-ted Nr 339 lFräulem Matt' Dill zu Giesten), Nr. 17 — 60 Mari auf Mitgliet Nr. 121 tGeh Hvfrat Tr Posch zu (Meyn), 9tr V - 60 Mark auf Mitglied Nr. 112 (Geh v°ft« Dr. Nett» Zu Gießen).
• * Abgabe unb Verwendung bei Feuerwerkskörpern Wir verweisen auf to Befanntmadumg im Anzeigen tell
* „Um die Seele de» Kindes" Ueber dieses Thema wird Jesuitenpater Hemm es atr Freitaa abend 8 Uhr in der Turnhalle Ml OöroalMnarten sprechen
" Deutschnationale Volk» Partei Am TI an tog den 6 Januar. 8 Uhr abend», nntf Fabrikant Dr. ing Karl ülinnitor aus Cffeitb«*} am Main. Vorsivender de» Landes Verbandes da beutfdmattonalen (hesttschen) Volk»pariei in Hessens im Hotel Grofiherzoa einen Vortrag halten üb« - „Wirlschaftlicke Jllusion-toliti^ Al- gründlicher Kenner unserer Wtnschaftsverhältnis'e ist Hn, Klingspvt m der Lage, Über bie Zukunft»«as« sichten, bie für Handel unb Industrie bevorfiebe» wertvolle und tntereffanb? Aufklärungen M x-ben Alle national gesinnten Männer unb Frauen such nill kommen.
* * Der Deutsche Seeverein hält iw 2 Januar im Hotel Grofilierzog bnrch Kttpirl« 1. S. v Me.rlcheidt-Düllefsen einen Borttaa K über „Seefahrt ift not, wenn wir nicht ver-M
gern wollen".
So mischen sich feierlicher Ernst unb au»g»1afi<* Lustigkeit in den tollen Ehor der NeujabesieÜnsch^ die feil Jahr hunderten da» neue Jahr ein leuen.
* Die erste Lichthild-Predtat der Kirche. Die Berliner Ofnabenfirdx ta» insofern einen fütaten Schritt unternommen, eit sie vor geladenen Gästen zum ersten Male dr fßrebigt mit Unterstützung des Lichtbildes trifli Der Film, von Franz Staffen Deriafii, umfdHiefit 160 Biloer. die tn drei Gruppen gegliedert find da» Leben Jefu, bie Nach olqe Je'u unb » beulfdx Psalter Pfarrer Holstem von der Gnade»' kirche hat den begleitenden unb verbindenden |<T dazu aeschrieben Die Oraelheglettung fiN Organ ift Rückert aus Zu diesem erfttn Uett' netanen bemerkt der ehemalige Feldvrediaer i* Groben Hauptauariier Ludw.g Hopve au» Lichtes felde nach ..Llchtbild unb Bühne" folgendes: habe diese Weise im Felde erprobt, bin f®»1 feit Nov.mder 1914 mit meinem Lichtbildappar^ tm Bereich meines Armeetorp» umhergezo-en und Hobe m lernen Fabriten. auf offenen Plätzen. «*' dn Berct^ti'en dct Lote Lorraine» und on I» schützten Stellen Um ter der Fnm' aus dem Un*1* standr am Berg.'s'.nng. auf O’^rtu»- i unb b * nvianifchen ®jctk von ten (bri.Jidxm fttimenr vor Judrm und Mvhnmncdaneni meine Bwgttn gelul en. Aus den dabei yrovne^ Oriahnmgm kann ich bm Anüsbrüdern ran sw mochen, Lbnllche» zu wagen." .


