moralischen Sühne entgeht.
' für girunbiofrlid) bered? sachlich iivecfentfprcjKitb
»en.
behördliche Anzeigen
Eberversteigevnng
12407
Inheiden, den 29. Oktober 1919.
Lungenentzündung bei Grippe.
W... Hausen, am 22. Dez. 19. Heilquelle Karlsmprudel
jeder tt.
Mrchliche Nachrichten.
Katholische Gemeinde.
Freitag, 31. Oft., nachm!. 5 u. abds. 8 Uhr: C^legenh. z. hl. Beichte. — Samstag, 1. Nov.,
Bekanntniachttng-
dklchstehenden KleinhantasgesMtten ist die Abgabe von Weißmehl und Nährmitteln, die auf Grund von ärztlichen Attesten ausgegeben werden, für den Monat November 1919 übertragen worden:
Weißmehl bei Bieker, Chr., Neustadt, Nährmittel bei Bum, A. Wwe., Steinstraße.
Gießen, den 28. Oktober 1919. 123838
Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt).
Nächsten Montag den 3. November, nachmittags 3 Uhr soll ein (Eber zur öffentlichen Versteigerung gebracht werden.
nächtigten.
U, 30. MI. «»
ni'se Nußlands nicht nur für gnund'ätzlich bered? rigt, sondern auch für tariäditkn zroeckentsprechcnd. Tre deutsche Regierung sei bereit, sich an einer
Bctr.: Verordnung über Beschäftigung Schwer-^ beschädigter.
Bekanntmachung.
Die Verordnung des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachung vom 9. Januar 1919 hat insofern eine Abänderung durch diejenige vom 24. September 1919 erfahren, als nicht aus je hundert insgesamt vorhandene Beamte, Angestellte und Arbetter ohne Unterschied des Geschlechts mindestens ein Schwerleschädigter zu beschäftigen ist, sondern es find vielmehr aus funs- undzwanzig bis einschließlich fünfzig, insgesamt vorlxindene Beamte usw. mindestens, ein Schwerbeschädigter und auf je fünfzig weitere Arbeitnehmer mindestens ein weiterer Schwerbeschädigter emzustellcn.
Sämtliche in der Stadt Gießen befindlichen öffentlichen und privaten Betriebe, Bureaus und Verwaltungen werden hiermit auf versehende Abänderungen hingewiesen und aufgefordert, entsprechend zu ver ähren. 123968
Gießen, den 27. Oktober 1919.
Der Oberbürgermeister. Versicherungsamt.
I. V.: vr. Se i b.
Bekanntmachung.
Tie Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. Oktober bis 15. November von 8 Uhr mvr- bis 6 Uhr abends, vom 16. Novencher bis 15. Februar 1920 von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends «öffnet. 123988
^GreLn, ben 28. Ott 1919.
* er Vberbürgermeiltvr. I B: Kre nzie n.
Nnnst «nd Wissenschaft.
Frankfurter tzritauff ihruug.
Arnold Zweigs jüdische Tragödie „Die Sendung Semaels" ward im Frankfurter Schauspielhaus zum ersten Mal öffentlich gegeben. Eine, von Gustav Hartung hingebungsvoll geleitete, meisterhafte Aufführung beschäftigte, mehrfach in Doppelrollen, nahezu sämtliche Mitglieder der Bühne und ließ stärkste künstlerische u,»drücke von den Herren Feldhammer, Ebert und Taube ausgehen. Der Erfolg des Abends war groß und mitteißend, und das Publikum rief neben den Darstellern auch Dichter und Regiffeur zu vielen Malen vor die Szene.
In Südungarn spielt von April 1882 bis Mai 1883 die äußere, an eine wahre Begebenheit ange- knüpste, dramatische Handlung: Ein Mädchen vergewaltigt und erstickt; die Juden des Ritualmordes angeklagt, Gerichtsverhandlung und Freispruch. Und zu diesen Szenen kommen, „außerhalb des irdischen Raums und der irdischen Zeit-, solche hinzu, durch die der Einzelfall in die Geschicke des jüdischen Volkes, ja des Weltganzen eingereiht wird, da die Geister des Guten und Dösen, z. T. in Gestalten aus dem alten Testament verkörpert, ihn symbolisch ausdeuten. Gerade der Wett dieser ttanßcndenlen, hörbar durch das Buch Hiob und den Faustprolog angeregten Nebenhandlung ist, bei dem ersten Anhören schwer zu ergründen. In dem Drama aber, das ihrer an sich gnt entbehren könnte, hat uns Arnold Zweig jedenfalls ein Bühnenwerk von
deutsche Nationalversammlung.
Berlin, 30. Oft
Am Mrnisterrisch: Müller, Erzberger.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Stt- zung um 9 Uhr 45 Min.
Nach Erledigung von Petitionen wird in zweiter und dritter Lesung die Novelle zum Brannt- weinsteuergefetz angenommen.
Es folgt die dritte Beratung des Haushalts, Hauptausspracbe.
Reichsflnanzminifter Erzberger:
Der Etat für 1918 batte eine Gesamtausgabe von insgesamt 79 Milliarden Mark. Mit einer Gesamtmehrausgabe von 21/, Milliarden Mk. für 1919 konnten wir zum ersten Male wieder einen spezialisierten Etat aufstellen. Für 1920 hoffen wir, bedeutend weniger mit Pauschquanten arbeiten zu können Bisher wurde überall mit vollen Hün-
n1» Darm. 6y,: Gelegmh j
U. Beichte 7: o Meise. 8: Austeil. b. hl. Komm 9: frntamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Nachm 5-.-: Roienkranzand m. Segen. 4 u. abds. 8 Gelegenh z hl. Buchte. Don 4-7 werd, fremd« dosier Beichte hören. — Diaspora-Gottestanst am 1. Nov. In Lungen 7y8. Laudoch 10. Lich9'/,
Wettervoraussage
für Samstag.
Wolkig bis heiter, trocken, ftärfere Abkuylung bis Frost, östliche Winde vvrherrfcheird.
Geschäfts-Eröffnung!
Den Einwohnern von Wieseck und Umgegend bringe ich zur Kenntnis, daß ich in Wleeeck, Obergarlen 1 ein Schuhmachergeschäft eröffnet habe. Indem ich um gütige Unterstützung meines Unternehmens bitte, sichere ich meiner werten Kundschaft reelle Bedienung zu. [12406
Hochachtungsvollst
Johannes Immel.
- .......■■■
^nen-Heimkehr.
Oft. Ws jekl sind W Stobt, die sich m es? ei ©tiongcnidyft dem üchckhrt. Es sind btti: ifin, GaMrtWliM ib Eugen Mensllxl. %u M unjerer Stobt au? btt eich und England cttiuitd. .Oktober. Als dritter au heute Karl Löcher w zurück, in der er sich W 6s befindet sich nm her Gtsangenlchast ob, 29. Oft- «?»*
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Frauenhaar kaufe zu höchsten Preisen. Aufkäufer gesucht. I H. Süßkind, Neuenweg 29,
nahe der Seltersergrenze Biskirchen 14, Fernruf L . . . . Ick erlebte, als ich tm KrankheitsauSbruch zum Karls,vrudel griff, daß der Schleim sich tn Gegenioart des Arztes in einer Weise löste, wie er es noch nicht erlebt batte. Ihr dankb. Pf. Bachstern.
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Letzte Nachrichten.
Deutsche Ablehnung der Teilnahme an der Blockade gegen Rußland.
Berlin, 30 Ott. (WTB.) Tie deutsch? Regierung 1)ltt teute in Paris dieAn 1 wort n o t c auf die Aufforderung« zurTeilnahmcan der Blockade gegen Svwj et r u ßl a n 0 überreichen lassen. EmMNgs der Note wird bnraui hing-.'wiesen, welche Wirkungen die Hungerblockad. in Deutschland hatte, daß unter ihr in erster Linie Greise, Frauen und Kranke zu leiden hatten und daß die Blockade auf die Geistesverfassung der Bevölkerung 'm zersetzendem Sinn gewirkt und anarchistische Strömungen gefördert habe, statt sic zu hemmen. Es stehe zu befürchtcn, daß diese Er fahrungm sich in Rußland wiederholen würden. Hinzu komme, daß i'iotoolji nad? den allge m e i nenvölkerrechtlichenGrundsätzen, wie auch insbesondere nach der Satzung des künftigen Völkerbundes im vsrlieg.mtai Falle die Voraussetzung^. M die Verl-ängung der wirtschafte lichen Blvckaoe nicht gegeben sein dürften. Aue» allen diesen Gründen gölte die deutsche Regierung,' nach wie vor die von ihr oertretcne Poiittk der Nichteinmischung in die inneren Verholt
ktzlar.
.?°r hiesige porige 3nwt|tn . ■ Qn den fiaufmann ßj ?üflnn.
3* dem Mai, erroerh bcr EnverksM & ?el®tInl,auiente "u der Jübrihani^ unb WohnrLume lwbri
M . Oktober. Nachdem lcn- die die Ceitfäbt btt lennen, von bet Partei eine dreimal tvdcheatlich )nen ttmsyyben, dir • betitelt
30. Oktober. M i städtischen Theater, ftnJ reidjung einer leutrung«. Dlk. eingetreten.
O.Oft. Ti« Grude-z. er Seit einen sehr rege X aber 1898 infolge 8t> gänzlich stillgelegt. Te 1 neben Grube „Wev> tnr'ever höhe den Betnkl ‘1C61 versorgte ^Grck title bei Stdxitibpf mit r nxmigm frbr#bnit 'Tf in mühseliger W hingrhost. *fibcx btrff ng seine ^nstrink i der \twa ÄrinmM cW rn der Mille fe l Betrieb war.
den gewirtschaftet. Das hat auf gebärt. (Beifall.) Der Etat für 1919 balanciert mit insgesamt 57 417 000 000 Mark. Ich werde eine Verordnung erlassen, daß sämtliche Ansprüche, welche aus An las des Krieges erwachsen sind, in der Zett hon drei Monaden anzumelden sind. lBeisall.) Brs zum 31. März 1920 muß und kann das alles erledigt sein. Für die Ausgaben für 1920 kann uas RerchsfinanzMinisterium erllären, daß es sich streng an die Beschlüsse des Dauses halten wird. Werden aber die Einnahmen auch emgefren ? vca<b dem Ergebnisse der ersten fünf Monate kann das bejaht werden. Nach sovgfälttgcn Schätzungen werden die alten Steuern jedenfalls den Erwar- ttmgen entsprechen. Ein fester Posten für die Ausführung des Fttedensvertrages konnte nidü ein- gefefet werden, denn wir können diese Summe nicht schätzen. Ein Teil ^davon ist in der Reichsschuld enthalten. Mtt Ziffern würde man dem deutschen Dolke den schlimmsten Dienst erweisen. Eine noch so hohe genannte Ziffer würde von der Entente bald als zu niedrig he^eiebnet werden. Dia Gegenseite muß veranlaßt werden, die deutsche Leistungsfähigkeit zu prüfen und die Summe fest-u- setzen. Wir wollen benJBcrtrag lopal inne halten. Al?er mehr als möglich ist, können wir nicht leisten. Der Friedensvertrag kann nur durch Guter und Leistungen und Abtretung von Forderungen erfüllt werden. Darum ist eine klare Umschreibung unserer Leistunsrn aus dem Vertrag auch für die G-gensefte das Notwendigste. Tie Transportschwie- rigceiten und bet RNh,üoffmanta hindern uns, schon beute an ber Erfüllung unserer Verpflichtutr- gen. Nur von dem Mehrwert über unser Existenzminimum hinaus können wir Kahlen. Darum muß die Leistun^fähigkeit DeutsckL'.nds über das Vegetieren hinaus erhöht werden. Arrdernfalls leidet auch die Leisttlngssähigkett Franfteichs Werden wir zu lehr ausgttsogen, so medxrn wir mit unserer Einfuhr uns sehr beschränken müssen, imb unsere Ausfuhr müßte sich ins Ungemessene steigern. Wir kämen als Absatzmartt für das Ausland gar nicht mehr in Betracht. Darum hat die Entente und die gesamte internationale Arbeiterschaft das dringendste Interesse daran, daß unsere Leistungen ans dem Fricdensverttag baldigst vernünftig nmschriebeui werden. Dieselben Folgen werden von unserer Ungünstigen Valuta gezeitigt. Die Länder mit großer Exportindustrie haben das größte Interesse, die Valutakalamttät Mitteleuropas zu be« heben. Hebt sich unsere Valuta, so können wir Rohstoffe zu erträglichen Preisen einsühren unb den Wirtschaftsbetrieb heben. Li.'lleicht httt eine feste Anleihe um das in der Welt herumschwim- wende deutsche Geld, etwa siebzehn Mttliarden Mark, aus seinen Werl zu konsolidieren. Tas Volk muß sich selbst helfen, indem jeder seine Pfticht und feine Arbeit tut. (Beifall.) Die Stopfung des Loches im Westen, die Wiedereinführung der alten Zollgrenzen unb Maßnahmen gegen die Kapitalftucht kommen ergänzend dazu. (Sehr richtig?) Das geht nicht so metter? Wir werden bie Bestrebungen, den Sroebit durch den Veredelungs- Verkehr, zu heben, in jeder Weise fördern und die Einfuhr von Luxusartikeln möglichst einbämmen. Die Herabminderung der schwcchenden Schuld ist meine yrößte Sorge. Was der Reichstag bis jetzt an Befttzsteuern genehmigt hat, ist mehr als alle Besitzsteuern wälsrend des .Krieges. Der Krieg hat uns nicht bloß 90 Mttliarden Kriegsanleihe gebracht, sondern auch noch eine schwetacde Schuld von 50 Milliarden. Diese mußte wachsen, weil der ganze Kriegsplan und feine Finanzpoli.rk auf- Kchaut war auf den Sieg unb die £»fp> nmrg, alle Kriegskosten den Feinden aufzubürden. Wrr tragen die Folgen des tzindenburgprogramms. An Neuausgaben haben wir nur 5 Milliarden für Lebensmittel und wettere Airsgaben für Notstands- unterflÜbungen gehabt; alles andere sind Kriegs- ausgaben. Dazu kommt, daß wir nicht einmal nülrrenb des Krieges den Zinsendienst durch Steuern aufgebracht haben, ebensowenig die Ausgaben für das stehenoe öecr und die Pensionen. Wir brauchen neue Anleihen Mit den Sparpcä- sniien glauben wir dem Volke gebient zu haben. Wir sind einen Schritt weiter gekommen und werden nicht rasten. Wir bedürfen aber der Mitarbeit des ganzen Volkes. (Beifall bei der Mchrheit.)
Es beginnt die Einzelberatung.
Beim Kapitel Reichskanzler bemertt Abg. Dr. Mumm (D.-N.), es fei ein Fehler gewesen, daß inan in_ der Frage der Flamen wie der Balten nicht auf die Stimme des Blutes gehört habe. Erzberger habe 1914 sogar die englischen normannischen Inseln annefrieten wollen.
Beim Kapitel Auswärtiges Amt erklärt Mmi- ster Mül ler auf eine Anfrage, es habe sich er- Rebcn, daß tn Deutschland natürlich kerne belgischen oder ftanzösischen Gefangenen mehr sind. Die Rückführung unserer Gefangenen wird bald beginnen. Ein polnischer Hauptmann hat anaefünbigt, daß diejenigen Gefangenen ans Danzig, Posen unb Oberschlesien, die für Polen sich entscheiden, sofort zurückkehren könnten, die anderen aber bleiben müßten, Wir haben dagegen schärfste Verwahrung eingelegt.
Beim Kapitel Reichshew eröärt Gmetll Reinhardt Tie Ansätze für die Brrpflegung
(Berichts!aal.
X. Hanau, 30. OhL In dem Prozesse gegen die an den (Betreibe- usw. Schiebungen beteiligten Personen ist jetzt bie Vernehmung ber Angeklagten beenbigt. Einen breiten Raum in den (Erörterungen nahm bie Diehschiebungsaffäre ein. Sowohl über bie Schiebungen mit Zuchtvieh wie über bie Errichtung ber Geheimschlächterei in Wachenbuchen will ber Mitangeklagte ßanbrat Frhr. ßaur nicht unterrichtet Sewescn sein. Metzgermeister Röll in Wachenbuchen, er zum ßeiier ber „Geheim"schlächterei berufen worben war, gibt als Mitangeklagter an, baß bei ber ersten Schlachtung ein Roastbeef unb eine flenbe für den ßanbrat bestimmt worben sei. ßanbrat Frhr. ßaur entgegnet, ihm sei nichts bekannt. Weiter wirb behauptet, baß überhaupt viel Fleisch unb Wurst zum ßanbratsamt gekommen sei.
Privatkurse
von morgens bis abends in Deutsch. Engi.,Latein, Franz., Mathern., kaufm. Rechnen usw. — Belegen der Fächer nach Wahl daher billige Vorbereitung auf Prüfungen. Der Stunden preis ist so gesetzt, daß die Kurse allen erufs- klassen zugä g sind. Kleine Gruppen nach Alter und Vorbildung. Daneben its'imÄss o russisch Korsos erteilt von geprüften Lehrkräften der betreffenden Länder. — Eintritt jederzeit. Auskunft und Anmeldung bei ödMßMMMIMZ
00007*
Wildverkauf.
31t den städtischen WildverkaufSstellen, bei taten die Vorbestellung erfolgt ist, wird a in a ms tag den 1. November 1919 auf die ^sstellausweife 2001—2200 Mttdsleisch gegen Ablieferung der Fleischmarken der 43. Woche ab- amrn^ ^ochenabschtritt entfallen lieber nicht rechtzeitig abgehllte Wlldmengen totrb anderweirg verfügt. 123978
Gießen, den 30. Oft. 1919
Der Oberbürgermeister (LebenSmittelamt).
B e kanntmachnng.
Das Backen von Weißbrot für den Monat November 1919 ist nachstehenden Bäckern übertragen worden:
Teichert, A., Liebi-istraße,
Fleckenstein, W., Walltorstraße, Katz, S., Neustadt.
Gießen, den 28. Oktober 1919. 123848
Der Oberbürgermeister (LebenSmitvelamt)
starker unb lebendig quillenber Wirkungskraft de- scheett. Die 24 ® Iber geben zusammen ein ergreifenb unb wahr gesehenes D lb des jüdischen Ghettos; einzelne lasten in ihrem straff unb ganz knapp konzentrierten Aufbau an ben großen Vorläufer des heutigen Expressionismus, Georg Büchner, denken. Nicht zu leugnen ist allerbings, baß bie beiden letzten Auszüge entschieden abfallen und daß es der ästhetischen Gerechtigkeit zuwiderläuft, wenn der eigentlich schuldige Verführer unb Verleumber bis ans Ende
unserer Truppen sind sparsam. Eine Aufbff- serung ist nötig, wird aber dem Wirtschaftsleben zugute kommen. Ungerechtigknten sollen rus- geglitten werden, indt kann ber der B'ijchaffungs- bcihttfe ent; Anrechnung der erhaltenen Bezüge nrcht ganz entbehrt werden. Tie Unterkunft wird besser geregelt werden können, sobald de Truppenstärke feststebt. Die Verp.legung ist nicht schlechter geworden. Zm März hatten wir noch Vorräte, -bau Artikel Ludendorffs bedauere ich, denn ec trägt den Schwierigkeiten der leitenden Stellen nicht Rechnung. Ein Herz für die Truppen Ixri Ludendorff immer gehabt, ebenso wie ich und meme Mitarbeiter. Ter Sinn für Wa!)rha tigleit und Siebe zum Soldaten Handwerk ist ein Gemeingut des deutschen Volkscharattcrs ohne Unterschi.d emzelner Kreise. 3d) bin nicht hoffnungslos, auch nicht für die nächste Zeit, wo die Daumenschrauben des Friedens instrumentes anietzen werden. Wir wollen die Zähne zusammenbeißen. (Bei.all.)
Zu dem Kapitel „Reichsjustizverwa tung^' bemerkt Abg. Dr. Kahl (D. Vp.) gegenüber neuer- llcher Ausführungen des Abg. Dr. Sinzheimer, dre luristischen Fakultäten huldigten keineswegs einer einseitigen geschichtlichen und formalistischen Ausbildung.
Abg. Dr. Sinzheimer (S03.) wünscht, baß dem 3ura-Stubierenben mehr bie Erkenntnis ber wirtschaftlichen unb sozialen Zusammenhänge gelehrt werbe.
Minister Schiffer: Unbeschadet ber ZustSnbig- heit berßänber beabsichtige ich, gemeinsame Besprechungen behufs einheitlicher Ausbilbung ber Juristen, wobei bie heutigen wertvollen Anregungen Berücksichtigung finben werben.
Beim Kapitel „Allgemeine Finanzverwaltung" bringt
Abg. Frau Dr. Lübers (Dem.) bie Notlage ber Helfer unb Helferinnen zur Sprache, bie durch bie plötzliche Auflösung ber Orbnung im November in ernste Bebrängnis geraten find. Sie würben vielfach nicht zurückttansportiett aus bem Felde unb den Etappen, verloren ihre Sachen unb erhalten nun keine ober ganz ungenügenbe Entschäbigungen. Die Ministerien verhalten sich ablehnenb. Auch oeraus- tagte Gelber konnten nicht zurückerhalten werden.
Minister Erzberger: Die verauslagten Selber werben jetzt nach Aufhebung ber Sperre ausge- zahlt werben. Wegen der Bezüge ber Helfer und Helferinnen ist bas Reichsfinanzamt an bie Vorschriften gebunben.
Zu dem Etatsgesetz erklärt Abg. Schulz,Bromberg (D.-N.) namens feiner Partei, daß diese die Annahme des Etats ablehne. Gehälter usw. müsten natürlich gezahlt werden. Wir sind aber nicht in ber Lage, bie Verantwortung für einen (Etat zu übernehmen, besten Steueransätze nicht bie Garantie geben, daß sie tatsächlich auch eingehen, unb Sparsam- kett vermissen läßt. (Beifall bei ben Deutschnatio- nalen.)
Abg. Dr. Heinze (D. D.): Wtt sinb nicht in ber Lage, ber gegenwärtigen Regierung unser Vertrauen auszusprechen. Wir werben baher gegen ben (Etat stimmen. (Unruhe.)
Abg. Seger (Unabh., mit Heiterkeit empfangen): Wir lehnen selbstoerstänblich ben (Etat ab.
Minister Erzberger: Don ben Unabhängigen habe ich nichts anberes erwartet. Auch von ben Erklärungen ber Rechten bin ich nicht überrascht. Lebhaften Protest muß ich aber gegen bie Begrünbung einlegen, denn wann hätte ein (Etafcje bie Garantie geboten, bah seine Voranschläge auch eingehen?
Nach einigen Bemerkungen bes Abg Dr. Döhme (Dem.) weist Abg. P a ch n i ck e darauf hin, daß bie Nechte selbst bebeutenbe Erhöhungen beantragt hätte.
Abg. Schulz- Bromberg (Dtschntl.): Unsere Erklärung ist hervorgegangen aus tiefstem Mißtrauen gegen bie Regierung.
Minister Erzberger: Ms Parteipolitiker habe ich mich über ihre Ablehnung gefreut, bie ihnen bas deutsche Volk so leicht nicht vergesten wirb. Ihr Treiben ist vaterlanbsverräterisch im wahrsten Sinne bes Wortes.
Abg. Scheibemann (Soz.): Ich freue mich über bie Fortschritte, bie bie Rechte gemacht hat. Als wir den (Etat ablehnten, waren wir oaterlanbslofe Gesellen. Die Folgen Ihrer Mißwirtschaft sind es, unter denen wir leiden.
Der Reichskanzler hat am Ministertisch Platz genommen.
Verschiedene Anträge der Rechten werden abgelehnt, solche aus dem Zentrum angenommen.
Der Etat wird gegen die drei Oppositionsparteien angenommen.
Der Entwurf ber siebenten Ergänzung bes Be- solbungsgesetzes wirb in zweiter unb dritter Lesung angenommen.
Eine Reihe von Petitionen, sowie Berichte des Ausschusses für Volkswirtschaft und desjenigen für soziale Angelegenheiten werben erkbigt
Die nächste Sitzung finbet am 20. November, nachmittags 3 Uhr, statt. Schluß ls/4 Uhr.
vermischtes.
Lebend eingcsargt.
Berlin, 30. Ofct (Wolff.) (Ein Ehauffeur der Waffenstillstandskommisfion fand, als er gestern Morgen durch den Grünewald fuhr, eine etwa ?5jöhrigc Krankenschwester regungslos unter einem Baume liegend. (Er brachte sie in seinem Wagen zum Gemeindearzt. Dieser stellte den Tod, wahrscheinlich infolge von Morphiumvergiftung fest, worauf man sie in die Leichenhalle schaffte und ein» sargte. Heute Vormittag schickte ein Polizeiwacht- meister nach der Leichenhalle, ber die Persönlichkeit der Unbekannten ermitteln sollte. Als man ben Sarg öffnete, bemerkte man, baß bie anoeblich Tote ab in e t e. Der sofort herbeigerufene Gerneinbearzt er- klärte, baß er sich geirrt habe, aber infolge Aussehens Jeber Puls- unb Herztätigkeit annehmen mußte, baß ber Tod eingetreten sei. Man brachte das Mädchen, das 15 Stunden im Sarge gelegen hatte, nach einem Krankenhaus, wo sie noch immer bewußtlos barnieberliegt Arn Halse wurden Strangu- jationsmarhen und Blutungen festgestellt. Anscheinend jiegt ein Verbrechen vor.
Aussprache über ixe tn Betracht fomntnttai Fragen zu beteiligen. Sie werde sich allen frgenbd wie zweckmäßig erscheinenden Maßnahmen, die bov gemeinsame Ziel des Schutzes gegen den Bolsche nrismus erreichen Hessen, gerne anschlicßeu. Tie deutsche Regierung könne jedoch nicht umhin, in ernster Form darauf aufmerksam zu machen, daß ein Zusammemmrlen der Mächte nur frtnn ersprießlich fein könnte, wenn neben der Erkenntnis des gemeinsamen Interesses, auch die Achtung und l-vyaie Anerkennung der gegenseitigen Rechte ge sichert sei. Dies könne aber solange kaum angenommen werden, als die alliierten und assoziierten Mächte es für angängig erachteten, über die deutschen Küsten und Schtffe selbst Blockademaß. regeln zu verhängen.
Rcgierungsmahnahnttu gegen die Truppen im Baltikum.
Berlin, 30. Okt. (WTB.) Tie Reichsregierung hat in der heurigen Kabinettssitzung mit Rück sicht darauf, daß bie Abtransporte aus dem Balli tum bisher ungenügend sind, tat Beschluß gefaßt, daß sämtliche Truppen die nicht bis zum 11. No ventber die deutsche Grenze passiert haben, als fahnenflüchtig etflärt werden. Sie verlieren die deutsche Staatszugehörigkett und damit rutdi selbstverständlich alle Versorgungsansprnche
Donar Law über die Ratiftkation des Friedens. Amsterdam 30. Okt. (WTB^) Nach vem „Matlchefter Guardian" hat B 0 n a r L a w gestern erklärt, er erwarte die vollständige Ratifikation des Friedensvertrages unh das endgültige Zustandekommen des Friedens nicht vor Februar oder März 1920.
Der Reichsjustizminifter über die bevorstehenden Reformen. Berlin, 31. Okt. (WTB^ Vor einer Ver sammlung von Pressevertretern hielt der Reichsjustizminister einen Vortrag über bie von ihm beabsichtigten Rejorn>en des geltenden Rechts, vor allem sei erfPrderlich. die elementarsten Begriffe des lgeltenden Rvchts auch in ben Schulen zu lchren. Weiter sei eine Erhöhung der Ann>altsgebühven erforderlich. Eine weitere Vorlage betr. neue Maßnahmen zur Löschung der Vorstrafen. Ferner sei ein Gesetz zur Aufladung der Valuta-Hypothek in Vorbereitung, die dringendste und wichtigste Vorarbeit sei die über die Einrichtung von Wuchergerichten. W-iter sei eine völlige Reform der Straf Prozeßordnung anzustreben. Endlich werde im Sommer 1920 dem neuen Reichstag eine gesamte Reform der Zivilprozeßordnung unb des Bürgerlichen Gesetzbuches, beS Handelsgesetzbuches und der Sondergesetze zugehen.
Die internationale Arbeitskonferenz.
Washington 30. Okt. (WTB.) Reutei'. Ärbeitssekretär Wilson hat die internationale Arbeitskonferenz namens der Vereinigten (Staaten für eröffnet erklärt. Unter den Delegierten befinden sich Vertreter von 36 Ländern.


