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ZwiNiirgsrund-ruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. Steindruckerei R. Lauge.Schriftleitung, Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulstr. 7.

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lcrie und Flieger immer sehr gefährdet und wird starke Sicherungsmaßnahmen nötig machen, da wir unsere Grenzen dort nicht bis an die Maas vorschieben können. Umso dringender ist die unver­sehrte Erhaltung des niederrl)eiuisch-westsälischen Gebiets. Was die flandrische.Küste für Luftangriffe

und der oberste Kriegsrat, wie ec vor dem Kriege bestand, wieder eingesetzt werden. Zu gleicher Zeit wird auch die Armee des Generals Görard.mit dem Hauptquartier in Speyer und die elsässische Armee G o u r a u d aufgelöst werden.

Bern, 30. Juli. (Wolff.) WieNouvelliste de Lyon" meldet, wird das französische große Hauptquartier nicht am 4. August, sondern an dem Tage, an welchem die Einstellung dec Feindseligkeiten durch Dekret festgestellt wird, .

Auflösung de- französischen Hauptquartier».

Reichstags auf vier Jahre festgesetzt den ist.

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Landau, 30. Juli. Eine in Ed en- ko b e n bei Landau einberufcne Versammlung der Pfälzer Landesverräter, die sich nicht entblödeten, ihre Tagung unter der ehr­lichen Flagge des Pfälzer Waldvereins cin­zuberufen, ist in schmählicher Weise mißglückt. Ein starkes Aufgebot von Arbeitern und die drohende Anhäufung von Pflastersteinen führ­ten einen vollkommenen Rückzug der Herren.

»z«st Isis, rzog> Vahkhvffd, ggauüber: WaS*

Weimar, 30. Juli. (WDB.) Die in ... Rede des Ministerprälide« ten kurz skizzierte Tenk- schrift Luocndorffs lautet:

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Ein Aufruf der ungarischen Räteregicrung.

Budapest, 30. Juli. (WTB.) Ungarisches Korr.-Bureau. Als Antwort auf die Erklärung der Entente, mit der ungarischen Näteregierung nicht zu verhandeln, richtete- die Näteregierung an alle Proletarier der Welt, einen .Aufruf, worin es heißt: Die Bourgeoüieregie- rungen der Ententemächte wollen uns das Joch des Kapitalismus neuerdings aufzwingen. Man will uns in einer Flut von Blatt und Verleumdungen er­tränken, denn unser bloßer.Bestand bedeutet Gefahr für sie, die in der Teilung der Beute auch dieletzter Reste ihrer nüchternen Urteilskraft verloren. Die Ententeregierungen wollen mit dem Räte-Uugarn! nicht verbandeln, da die Macht des Proletarier­staates rncht auf'dem Volkswilleu beruhe. Das sagen die, &e ihre Vollmacht von vor 810 Jahren: gewählten Bourgeoisieparlarnenten erhielten. jene* die entgehen dem Volkswillen den,Krieg ein leiteten, und Jahre hindurch schürten, die Bandenhäupt^ finge aus exotischen Ländern zu ihren Ver-i bündeten machten und Kolonien unterjocht halten - In Budapest allein haben 500 000 Arbeitende, bei den ersten A r b ei atswa hlen abgcstimmt in einer Stadt, die kaum eine Million Seelen zahlt. Doch das bedeutet in ihren Augen nich! die O f f c n- barung des Volkswillens, denn in ihren Augen bedeutet bloß der Wille der Bourgeois- klasse den Volkswilleu. Wir fordern Euch Ar­beitende aller Länder und Proletariervrganisa- tionen der ganzen Welt auf, schickt Eure Abge­sandten her, besichtigt durch sie unsere Arbeit, die den Kapitalisnius zertrümmert und den Sozialis­mus aufbaut, schickt Eure Abgesandten, uni die Wirkung der Blockade Eurer humanen Re­gierungen zu sehen!

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weiter)

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Die Frage des linken Rheinufers.

Paris, 30. Juli. (Wolff.) Havas. Die Fricdenskommissi m der Kammer hörte C leinen- c e a u mid T a r d i e u über die Frage des lin­ken Rheinufers an. Clemenceau er­klärte, daß die Bedingungen des Friedeusvertrages Frankreich eine Sicherheit verschafften, die einer Besetzung der Brückenköpfe gleichkomme. Auf den Einwand, hinsichtlich einer möglichst raschen Kon­zentrierung deutscher Truppen und der ferneren Hilfe Englands und Amerikas, erklärte er, daß es nicht durchführbar sei, daß eine auf 100 000 Monn reduzierte Armee niedrere Millionen aus- heben könne, ohne die Aufmerksamkeit Frank­reichs und der ganzen übrigen Weit auf sich zu lenken.

Der Wiederaufbau RordfrankreichS.

Berlin, 30. Juli. (Wolff.) Bei der Ge­stellung von freien Arbeitern für Nord­srankreich wird, wie wir erfahren, abgesehen von den notwendigen Bürgschaften für die persön­liche Freiheit und eine angemessene, Unterbringung und Verpflegung, von deutsckfer Seite auch auf die Festsetzung günstiger Arbeitsbedingun­gen gehalten werden und selbstverständlich auch darauf, daß die Ansprüche der Arbeiter aus der sozialen Gesetzgebung auch während ihrer Tätig­keit in Frankreich in vollem Umfange erhalten bleiben.

Berlin, 30. Juli. (Wolff.) Heute abend fährt eine Kommission von deutschen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nach Versailles, um mit der französischen Unterkommission die Einzelheiten ivegen der Gestellung freier Zivilarbeiter für den Wiederaufbau Nordfrank- reichs zu vereinbaren.

den Gebietsstreifen liegen Gruben. Zunächst würde l dieser Zuwaclrs gestatten, im Frieden sparsamer mit unseren Erzen umzugehen. Ta die deutschen Erz- | vor vom men leider sehr beschränkt sind, ist dieser Punkt nicht unwesentlich. Vor allem aber würde der zu erwerbende Gebictsstreifen die Gewähr geben, da'ß die jetzt in deutsckiem Besitz befindlichen Gruben auch im Kriege arbeiten, wenn

Der Vatikan zu ErzbergcrS Enthüllungen.

Rom, 30. Juli. (Wolff.) Havas. Zu der Veröffentlichung von Dokumenten durch Deutschland wurde dem vatikanischen Korre­spondenten der Agentur Havas erklärt, daß der Sachverhalt von Deutschland ungenau dargestellt und falsch interpretiert worden sei. Es handelte sich keineswegs um von Frankreich und England ausgehende Friedensvor­schläge. Bei der kurz gehaltenen Abfassung der Mitteilung des englischen Gesandten an den Kar­dinal Gasparri handelte es sich vielmehr um das Gegenteil. Er zählte die Gründe auf, die einen Frieden unmöglich machten, insbesondere jene, die Belgien betrafen. Ter Heilige Stuhl über­mittelte eine Kopie mit einem Begleitschreiben an den König. Das war alles. Die Dokumente werden veröffentlicht werden. Es wäre dies jeden­falls schon geschehen, wenn nicht derOsser- vatore Romaiw" infolge des Streiks der Typo­graphen am Erscheinen verhindert wäre.

Erster- Oieneralquarttermetster.

Grof^ Hauptquartier, 14. !). 17.

Bet den Vcrhandlnngnr in Berlin ist unsere vnd die Lage unserer Feüvde besprochen worden. Ich halte mich verpflichtet, hierauf nochmals zu- rückzukvmmen und den Gvdanke.iga.ug schriftlich wiederzugel'en, in dem 'ch mich bewegte. Ich erweiterte ibn hier in Bezug auf Longioy >md Briey und auf Landwirtschaft und Ueberseehirndel. Unsere Leg«' im Innern ist nach Angabe der Res- rortbeetretec jetmerig bezüglich Futter und Kohlen, bezüglich Kohlen leider nicht unverschuldet durck) die Berhältmsse früherer Monate. Unsere Finanz- Mrtschait ist außerordentlich a>!gespannt. Durch die ZiciäMagSun'^rhcit ist unsere Lage im Innern M einer wenig erfreulichen gemacht. Die Arlustter- mid dann auch die Ersatzfrage hat sich verschärft, rch meine aber, diese inneren Schwierigkeiten müs­sen durch eine feste Leitung der jetzigen Regierung überwunden werden. Möglich ist es.

Oesterreich-Ungarn ist, wie ich hier nicht näher erläutern will, für die nächsten Monate durchaus an uns gefesselt. Auch Bulgarien wird entgegen­kommender, nachdem westlich des Ochridasees die Franzosen lokale Vorteile errungen haben. Ter Türken sind wir vorläufig sick)er. Daß unsere mili­tärische Lage ge'esiigt ist und der U-Boots-Krieg wirkt, brauche ich nicht weiter auszusühren. Tern- gegenüber ist die Lage der Entente erheblich schwie­riger. Rußland treibt der inneren Auslösung ent- V^Sen. Damit scheidet es als vollwertiger (Regner gänzlich aus. Tie inneren Zustände müssen eine

Verpslegungs- und eine Heizmittelkrise im Winter mit Sicherheit Hervorrufen. Tiefe Zustände werden auf Rumänien zurückwirken. Tie Verhältnisse im Osten nehmen für uns eine sehr günstige Gestalt an. Tie übrigen Ententemächte können mit Ruß­land uni) Rumänien nicht mehr in vollem Um­sang rechnen. Aehnliche Erscheinung-m weist unser Bündnis nicht auf. Italien rechnet anscheinend auf einen Erfolg in der 12. Jsonzoschlacht: der wird ihm versagt bleiben. Tie inneren Verhältnisse treiben damit zur Krise. Tie Kohlen not muß sehr groß werden. Daß das neue Ministerium in Frankreich für die Tauer kriegerisck)er fein wird als das bisherige, ist nicht anzunehmen. Tas Gegenteil ist zu erwarten. Auch Frankreich steht vor einer Kohlennot. Alle neuen Nachrichten aus Frankreich stimmen überein, daß der U-Boot-Krieg wirkt, daß die Ernährungsfvage schwierig ist und daß die englische Regierung mit

starken sozialen Schwierigkeiten- zu kämpfen hat. Ter Drang nach Frieden in England

wird immer stärker. Ich brauche mich hierüber nicht näher au^zulassen. Sollte England ernsthafte Schritte unternehmen, so wäre das ein Zeichett, daß es nicht mehr glaubt, den Krieg zu gewinnen. Von hier bis zu der Ueberzeugung, daß es nur noch verlieren kann, ist kein weiterer Schritt. Die Hoff­nung der Entente seit Rußlands Niederlage ist Amerika. Es darf nicht unterschätzt, aber auch nicht überschätzt werden. Zur Zeit scheint England zu befürchten, daß die Führung der Entente an Amerika übergeht. Wie das Verhältnis Italiens und seiner Bundesgenossen ist, mag dahingestellt bleiben: jedenfalls sind starke Reibungen unten den Mitgliedern der Entente entstanden. Große kriegerische Erfolge hat das Jahr 1917 der Entente bwher nicht gebracht. Nur Mesopotamien ist von England gewonnen. Große Waffenerfolge zu Lande und zu Wasser stehen aus unserer Seite (U-Boote). Ich ziehe den Schluß: Unsere militärische Lage ist günstiger als die der Entente und unser Bündnis ist fester. Die Schwierigketten im Innern sind bei uns geringer als bei der Entente. Trotzdem bin ich auch der Ansicht, daß der Frieden für uns vor Beginn des Winters ersttebenswert ist, wenn er uns das Nötigste bringt, was wir zurSicherstellung unserer späteren wirtschaftlichen Entwicklung bedür­fen und uns eine militärische und wirtschaftliche Lage versetzt, die uns einem neuen Vertetdigimgs- krieg mit Ruhe ins Au« sehen läßt. Die Kraft­quellen unßwes milttärrschen und wirtschaftlichen Widerstandes liegen außer in Arm« und Flotte in der Landwirtschaft, den Bodenschätzen und in unserer stark entwickelten Industrie. Ohne Rumä­nien und die anderen besetzten Gebiete wären wir in eine hoch bedenkliche Verpflegungslage gekommen. Auch mit Rumänien bleibt sie ernst genug. Sie würde sich noch verscksärfen, wenn wir, wie wir später hoffen müssen, Belgien zu verpflegen haben. D^es können wir zur Zeit nicht. Wir müssen baljer Zuwachs an Land erhalten. Dies finden wir nur in Kurland und Litauen, die gute landwirtschaft­liche Möglichkeiten bieten. Bei der Haltung Polens müssen wir aus militärischen Rücksichten die Gren­zen Litauens über Grodno nach Süden schieben imb Ost- Und Westpreußen etwas ber- te eitern. Erst dann tönnen wir Preu­

ßen schützen Auch an einigen Stellen der Pro­vinz Posen läuft die Grenze militärisch ungünstig. Ob wir mit Kurland auf die anderen Ostsee­provinzen anziehend wirken, muß b"r weiteren politischen Entwickelung überckassen blewen. Wie künftig ein besserer Lebensmitlelbestmid unser Ver­hältnis zu den neutralen Staaten beeinflussen würde, soll hier nur gestreift werden. Korn unb Kartoffeln sind eine Macht wie Kohle und Eisen. Unsere Bodenschätze und Industrie liegen an den Reichsgrenzen so ungünstig wie möglich. Re- gu-rung und Reichstag haben die schwierige Lage be» vberschlesischen Beckens schon vor dem Kriege erkannt und haben die Standorte dort vermehrt und vcrstälkt. Tics allein genügt nicht, wir müssen Oberschlesien auch durch Landgewinn schützen. Tie Lmmdation der dort liegenden, int feindlichen Besitz beimdlichen Werke mit klebe r- gang in deutsche Haut würde dies erleichtern. Im Westen haben wir bte briben großen Zentren, das lothringische und luxemburgische. Erzbecken mit dem Saarrcoier und das niederlüilvisch-'w-.stfälifch: Industriegebiet, das sich nach der belgiscl-en und holländischen Grenze zu immer mehr ausbauen wird. Tre Gefährdung dieser Gebiete ist in diesem Kriege nicht in die Erscheinung getreten, weil mir dem Aufmarsch der Entente zuvorgekommen sind. Tie Bedeutung der Jnditstriegebiete ist an­fangs überhaupt nicht voll erkannt worden. Hier­an besteht kein Ziveifet nird es nntß damit gerech­net werden, daß unsere Feinde alles »versuchen Nierden, mis in diesen Gebieten zu treffen. Würde nur dies gelingen, so wären wir nicht in ber Lage, beit Verteidigungskrieg zu führen. Wir wären auch wirtschaftlich erledigt. Tic inneren Politt- schen Folgert Bwidyc ich nicht zu erörtern. Ter sichere Schutz dieser beiden Gebiete ist für uns eine Lel>eusfrage. Wir muffen hier erreichen, was wtt irgend erreichen können, wozn unsere Lage be- Ttititigt. Erreichen wir nichts, so kamt an unsere Lage nirr mit schwerer Sorge gedacktt werden und es tüiärc dann vorzuziehen, weiter zu kämpfen und nock) nicht an Frieden zu denken. Wir müssen mrs klar sein, daß das, was wir nicht erreichen^ int Frieden durch hohen militärischen Aufwand (Flugabwehr, Unterhaltung von Fliegerftreitkräf teil, starke Besatzung) audgeglidjen werden muß, so­weit dies übeichaupt möglich ist. Der lothringisck-e Erzbecken verlangt Geländezuwachs nach Westen. Je größer er ist, desto leichter wird seine Siche­rung. Tas Beibehaltett der Grenze wie vor dem Kriege würde mit sich bringen, daß jede politisch Beunruhigung auf die Werke mit ihrer starken Ar­beiterschaft zurüchvirkcn würde. Bei Beginn der Feinseligtcttetr wäre der Betrieb lahingelegt und Zerstörungeu ausgesetzt. Auch in dem zu ettodxav'

Die dritte Beratung des versaffungsentwurss.

Die große politische Aussprache ist been­det und bringt nur noch Nachklänge in den Blättern verschiedener Parteirichtungen, wo­bei sich allerdings eine gewisse Müdigkeit be­merkbar macht, den unerquicklichen Gegen­stand noch weiter zu behandeln. Auffällig ist cs, daß sowohl die Blätter der Rechten, wie der Linken den Sieg für sich in Anspruch neh­men, ein offenkundiger Beweis dafür, wie wenig klar der Fall Erzberger noch gestellt ist. Auch die neutrale Presse, der man eine ge­wisse Objektivität zubilligen muß, findet dies. Immerhin kommt derBerner Bund", der die volle Richtigkeit der Angaben Erzbergers bezweifelt, zu dem Schluß, daß nach dem ge­genwärtigen Stand der Enthüllungen Micha­elis und Kühlmann besonders belastet erschie­nen und daß auch Erzberger als Mitwisser sein Teil zu tragen habe. Die ganze Angele­genheit müsse zur endgültigen Klärung einem Staatsgerichtshof überwiesen werden.

Wenn der Friedensfühler Englands wirklich ernst zu bewerten ist selbst aus vatikanischen Kreisen wird nunmehr betont, daß es sich lediglich um eine Antwort auf die päpstliche Note handelte, die von der Staats­kanzlei des Vatikans der deutschen Regierung übermittelt wurde, um deren Ansicht über die englische Vorfrage zu erfahren, so kann eine Schuld nur darin zu suchen sein, daß Reichskanzler Michaelis den Beschluß des Kronrats vom 11. September 1917, auf Bel­gien zu verzichten, nicht ausgeführt hat. Wa­rum dies nicht geschah, ist noch nicht aufge­klärt, scheint aber im Zusammenhang mit einem Berichte General Ludendorffs zu suchen sein, den wir nachstehend mitteilen.

Inzwischen hat sich die Nationalver­sammlung wieder positiver Arbeit zugewen­det. Die dritte Beratung des Berfassungs- entwurfes ist in Angriff genommen. Die Deutsch-Nationalen, die Deutsche Volkspartei irnb die Unabhängigen haben nochmals gegen den Entwukf Stellung "genommen, der Spre­cher der Deutschen Volkspartei mit der Be­gründung, daß wir eineParlamentswirtschaft vermeiden müßten, die sich zur Parteiherr­schaft auswachsen werde. Angesichts der letz­ten Sitzungen, in denen man sich auch vom Ministertische aus auf krassen Parteistand­punkt stellte, erscheinen solche Bedenken be­sonders gerechtfertigt.

In der Einzelberatung wurden die Reichs­farben Schwarz-Rot-Gold debauci-'s ange­nommen und ein Antrag, bei den btshLrigen Reichsfarben zu verbleiben, verworfen. Wtt werden damit endgültig von der Flagge des Kaiferreiches Abschied nehmen müssen und sie nur noch in dem unei^reulichen Kompro- mißdolument der Handelsflagge sehen, die Sck)warz-Weiß-Rot mit den Reichsfarben ver­quickt.

Der gerade auch für ur.a Hessen wichtige Artikel 18, Aenderung des C'tebtcn-s von Län­dern, würde abermals'benagt, bu cm dazu gestellter Antrag noch nicht in Die £hutDe Der Versammlung gelangt ist.

Hervörziiheben ist ein mit schwache: Stimmenmehrh.it angenommener Befchluß der Den.wrralen, wonach die Wahlperiode des

Annahme von Anzeigen f. die Dagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeVcrbindlichkeit Preis für \ mm höhe für Anzeigen o.34mmBrette örtlich 15 Pf-, auswärts 18 Pi., für Reklame­anzeigen von 70 mm Breite 48 Ps. Bei Platz- vorschrijt20''/.,Auifchlag. Hauptichriitleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik-. Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzetgenliü: p. Beck;

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Hebung der versenkten deutschen Flotte?

London, 30. Juli. (Wolff.) TieEvening Standard" meldet: Man habe im Gegensatz zui der bisherigen Auffassung gefunden, daß der größte Teil.der versenkten deutschen Flotts gehoben werden könne, und zwar vor Beginn des nächsten Jahres.

(Elftes Blatt 169. Jahrgang Donnerstag, 51. Znli 1919

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Bus dem besetzten Sebtet.

Die Umtriebe für eine Republik Pfalz.

A u s d e r P f a l z, 28. Juli. DieFreie Pfalz" meldet, daß in den letzten Wochen zwischen Dr. Dorten und dem Bischof von Speyer sowie führenden Zentrums- männern Besprechungen stattgefunden haben und ein Teil des Zentrums der Llngliederung der Pfalz an die Rheinische Republik int Ver­bände Deutschlands sympathisch gegenüber» stehe. Die Anhänger des Dr. Haaß natüo- lich wollen von einer solchen Verbindung nichts wissen, sie streben die völlige Los­lösung der Pfalz von Deutschland an und be­reiten die Aufsaugung dieses Gebietes durch Frankreich vor. Sie arbeiten zur Zeit durch Abhaltung von Versammlungen und Vertei­lung ihres Leiborganes mit Hochdruck. Na­mentlich die Landbevölkerung trad)ten fit durch die Vorspiegelung steuerlicher Bevor­zugung vor dem übrigen Deutschland zu ge­winnen. Sie haben nunmehr auch drei An­gehörige des Lehrerstandes Hauptlchrer Mueller, Lehrer H e r m a n n und Hilfs­lehrer Mischo gefunden, welche für die Freiheit in einer unabhängigen Pfalz" ein­treten. Schließlich will man sogar einen Unt- schlag in der Stimmung der pfälzischen Landtags-Abgeordneten zugunsten einer freien pfälzischen Republik bemerkt ha­ben, welche in ihrer Mehrheit erkannt hätten, daß die Bewegung doch nicht mehr aufzuhal­ten sei. Als oppositionell bezeichnet das Haaß- organ nur noch die deutsch-demokratischen unb die deutschvolksparteilichen Llbgeordneten. In Wirtlichkeit sprachen sich erst vor wenigen Ta­gen die sämtlichen pfälzischen Landtags­abgeordneten in München gegen jede Sonder­bestrebung und für unentwegtes Festhalten an Bayern ans.

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auf England für dieses ÄkUd ist, das ist die Maas­linie "bei Lüttich in noch erhöhtereni Maße für das Industriegebiet. Wir muffen das Gebiet zu beiden Seiten der Maas und südwärts bis Saint Vith fest in der Hand behalten. Bisher sehe ich nur in der Einverleibimg durck das Deutsche Reich das Mittel, dies zu erreichen. Ob es ein anderes Mittel gibt, muß jch dahingestellt sein lassen. Vorläufig scheint es mir noch nicht ge­funden. Der Besitz der Maaslinie allein genügt nicht, um dem Industriegebiet- die erforderlickie Sicherheit zu geben. Wir ntüffen das englifdp belgisch-französische Heer noch weiter zurückscheben. Das kann nur dadurch geschehen, daß Belgien wirtschaftlich so eng an uns angeschlossen wird, daß es auch feinen politischen Anschluß an uns sucht. Ganz sicher wären wir erst, namentlich da dec Tunnelbau Dover-Calais Wirklichkeit wird, wenn wir ganz Belgien militärisch besetzten und an der flandrischen Küste stünden. Trotz aller Schwierigkeiten Englands können wir dies zur Zett nicht erreichen. Es fragt sich, ob wir um dieses Ziel den Ktieg fortfetzen nrüffen. Das ist meines Er­achtens der Fall, wenn die Engländer einen Ge- bietsstreifejt in Frankreich (Calais) behalten. Tun '' t, jo wäre dec Besitz der flandrischen s kein Grund zur Fortfetzmig über den Winter hinaus. Wir müssen nn die von der flandrischen Küste erstrebte Einwirkung auf England auf Umwegen erreichen können. Ich halte das für möglich, toerni Belgien wirtschaftlich mit dem Deutschen Reich eng verbunden und Wallonien und Flam- land geteilt mit der Zeit bat Schutz gegen Frank­reich und England selbst übernehmen und nach Beendigung der Okkupatum ein eigenes Heer und eine Marine traben. Ter Anschluß Belgiens an Deutschland wird zur Folge haben, daß bei einer klar ihr Ziel verfolgenden Politik Holland an uns gezogen wird, zumal tocun fein Kolonialbesitz durch ein mit uns verbündetes Japan garantiert wird. Wir erhalten eine Stellung England gegen- über, die es uns ermöglicht, unteren Handel im nächsten Krieg aufrechtzuerhalten. Ties ist das dritte große Ziel, das wir nicht Mls den Augeir verlieren dürfen.