Ausgabe 
30.6.1919
 
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Montag, 50. Juni |9I9

(69. Jahrgang

Erstes Blatt

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hüt erheben.

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bicnfte soll an allen Orten TrauergelLrte der Kir-

wir schon in den

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die Note der deutschen Delegation be-

TW weit, zu sogen, habe gestern sein eigenes schrieben". Dies würden

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Protest englischer GWere gegen den Aieden.

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n Zutritt.

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wachsten Tagen und Wochen deutlich erkennen, tzn den dem Blatt gesinnungsverwandten Alldeutschen Blättern" heißt es jedoch:So Hoftilungslos im Augenblick die Zukunft vor tuns liegt wir Alldeutschen verzweifeln nicht und glauben an die Auferstehung unse- Ns Volkes." DerVorwärts", ter denall-

Zuckunst. Die .Jihein.-Westsälische Ztg." t io weit, zu sagen,das deutsche Volk ..... t--------Todesurteil unter-

chenglocken statt finden.

vechmann-Hollweg stellt sich der Eutente zur Verfügung.

Berlin, 28. Juni. (Wolff.) Der ehe­malige Reichskanzler von Bethmann- Hollweg hat, nachdem er bereits am 20. Mai 1919 den gleichen Schritt auf aus­drücklichen Wunsch der Reichsregierung hat fallen lassen müssen, am 25.Juni an Cle- menceau ein Schreiben gerichtet, indem er diesen bittet, nachstehendes Schriftstück zur Kenntnis der alliierten und assoziierten

ausg-eliefort würden, wenn sie versuchen sollten, eilte entehrende Handlung zu begehe Obwohl der Ozean breit ist, wird er in Zukunft sehr schmal erscheinen. Es wir^ uns leichter sollen als bisher, uns gegensiüiig zu verstehen, imb mit rgiseren stän-

Standpunkt bekannt. Das Blatt glaubt auch nicht, daß man die deutschenOffizicce, deren Auslieferung im Vertrage verlangt wird, verurteilen werde.

Zusicherung meiner vorzüglichen Hochachtung.

Französische Siegesfeiern.

Genf, 28. Juni. Das französische Parlament hat gestern ohne Diskussion den von der Regie­rung verlangten Kredit von 4 300 000 Fran­ken zur Veranstaltung von offiziellen Siegesfeiern bewilligt.

Ein kirchlicher Trauertag.

Berlin, 28. Juni. Der Evangelische Oberkirchenrat falt durch einen besonderen Erlab den Geiftlick-en und Gemeindekirclpirräten

zur Unterzeichnung dieses Abkommens am festgesetzten Datum erhalten wird. Wir haben nichts dagegen einzuwenden, daß nach der Unterzeichnung Verhandlungen an-

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innen Dmntrigheit, natismu and frEattiidiag- mpprds von Pi. Flaschen- direkt datb: ad Hersfeld.

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endiglem Werk, aber wir werden ein Werk zu­rücklassen, dessen einer Teil beerdigt, dessen anderer jedoch nur skizziert ist. Die Friedensausarbeitungen haben wir be­endet, aber wir haben den Plan einer Zusammen- arbeft erst begonnen, der, wie ich glaube, sich in den kommenden Jahren ausbreiten und festigen wird, so daß die Hände, die wir heute drücken, sich niemals wieder loslassen werden. Auch weiterhin werden wir Kameraden und Mitarbeiter fern an einem Werke, das allen gemeinschaftlich ist und uns zu einer gemeinschaftlichen Auffassung von den Pflichten und Rechten der Menschen <ckler Rassen und Länder führ-m wird. Ist dies erfüllt, so wird in Wahrheit ein großes Werk vollendet sein. Früher schlossen die Rationen untereinander Verträge ab, aber bildeten niemals Assoziationen. Das Uebcl dieses Krieges war sehr groß, aber es zeigte der Welt die große moralische Rottvendig- keit, die zwischen den Menschen notwendige Eini­gung zu vervollständigen, damit ein solches Uebel sich niemals wiederholen kann.. Es genügt nicht, die Ration zu besiegen, die einmal Uebles tat.

Bangel m Ma|n nt-fHl»*86

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Versailles, 28. Juni. (Wolff.) Die Mremonie der Unterzeichnung im Wpiegelsaale zu Versailles begann um 3 Uhr Mchmittags. Der Vorsitzende der Friedens- Anfcrenz Clemenceau erklärte, nachdem Die Bedingungen der Alliierten und assoziier- W Mächte von den Deutschen angenommen Wien, ersuche er die deutschen Bevollmächtig- ti, das Friedensdokument zu unterzeichnen. 6r fajb hervor, die Unterzeichnung des Frie- 4ellsvertrages bedeute, daß die Bedingun- »en in loyaler Weise eingehalten

>f rdenmüßten. Um 3.12 Uhr unter­blieben Hermann Müller und Dr. Bell erste den Fricdensvertrag. Hierauf unter» Mineben der Reihe nach die Delegierten der Wliierten und assoziierten Mächte. Kurz vor Mllhr tvar der Akt vollendet. Clemenceau hob Wie Sitzung mit der Erklärung auf, der Mriede sei geschlossen. Er ersuchte die Dele- 'liierten der alliierten und assoziierten. Mächte f warten, bis die deutschen Bevollmächtigten «M entfernt hätten; die Militärmission werde ie deutsche Delegation in das Hotel des Re- mwirs zurückgeleiten. Die deutschen Bevoll- lächtigten verließen darauf als erste den Saal ch begaben sich sofort in das Hotel des Re- twoirs zurück.

, Versailles, 29. Juni. (Wolff.) Die Reichs- °mster Hermann Müller und Dr. Bell,und ^ige Mitglieder der Pressegruppe der deutschen medenstelegntion sind am 28. Juni, abends, Versailles nach Deutschland abgereift

tas Abkommen über die Rheinlands.

. V e r s a il l e s, 28. Juni. (Wolff.) Der «rsitzende der Friedenskonferenz, C l e m e n - itau, richtete heute folgende Note an den vtfondten v. H an iel:

Herr Vorsitzender!

, Die alliierten und assoziierten Mächte

Der Friede unterzeichnet!

Die Reicbsminister Hermann MüUer und S)r. Bell Haven am Samstag in Versailles btn Friedensvertrag unterzeichnet und sind sogleich wieder nach Deutschland abgereist, ks wurden, abgesehen von kurzen Eröff- inmgsworten Clemenceaus, keine Reden ge- echselt, keine Freundlichkeiten ausgetauscht, n Freundschaft und Versöhnung kann keine de sein. Im Gegenteil, die höchsten Ver- ter der Entente sind es immer noch nicht

üde geworden, ihre galligen Anklage- trachtungen über Deutschland zu ergießen, und in der heute zur Veröffentlichung kom­menden Antwortrede Wilsons auf einen

ännaieie von

s. bie za^oiutntrncc otö* zom RL.Lmir.kaq vorher prtb ?8r \ mm hohe fün brttid) 1b 0u«wärtS 18 S1.vfCr ftctlame- an zeigen von 70 mm Brent 48 '\>V V« Vlay- vsrkbri'l20*/,A>cksct,lag. Hauptfchriüleiter: Aug. (fcocH. Verantwortlich für Vollrik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen

geschrieben wurde:

Es ist nickst unser Zweck, Punkt für Punkt die Bedingungen des sogenannten Friedens durchzu­gehen. Wir beschränken uns auf drei Merkmale desselben:

1. Es ist wiÄierholt von den alluerten Staats­männern erklärt worden, daß es ein Zweck des Krieges war die Ratümolitätsvechte gegen die Uebergrisse der Macht ter WillLrir zu sichern. Heute soll, wenn nicht die Oeffentlichkeit falsch unter»! richtet worden ist, W e ft v r e u ß e n, das eine Be­völkerung enthält, welche zum größeren Tekle deutsch ist, an Polen ausgehändigt und Danzig, eine vorwiegend deutsche Stadt, faktisch von Polen annektiert wcrteir unter Ger Vorspiegelung, daß es zur Freistadt ol-emackst wird. Tas Volk des Saar deckens toll von der deutschere Souve­ränität unter diejenige Frankreichs gestellt werten, als ob es ein Teil ter Mineralien wäre, mit denen! Frankreich entschädigt werten soll.

2. Es ist wiederholt üerfidjert worden, daß eines ter Kriegsziele mar, das internatioi nale Recht und nicht die Militärgewalt zum entscheidenten Faktor tn internationalen Ange­legenheiten zu machen. Kann irgend jemand be- l-aupten, daß die jetzt vorgeschlaginren Bedingungen, mit ihren rachsüchtigen territorialen und wirtsckMft- lichen Bestimmungen dazu geeignet sind, dieses Ziel zu erreichen, oder daß ein durch unbeschränkte! Entschädigung bedrohtes Deutschland, ivclches keine Kohle, kein Ersen, keine Schiffe und keine Kolonien! besitzt, welches feine Hoffnung auf Rohmaterialien und Gleichheit ter .Handelsrechte hat, etwas, an­deres sein kann als eine ewige Gefahr für "den' SMtjrieten ?

3. Es ist wiederholt versichert morten, daß der Feind der Alliierten der deutsche dRilitarismus sei mid daß ein verändertes Deutschland vernünftiger- tceise eine Behandlung erwarten könnte, die von derjenigen verschsteten sein würde, welche man ihm, so lange es unter der Kontrolle einer Militär- Autokratie stand, hätte angedeihen lassen müssen. Tas deutsche Volk hat sich ter Demokratie mit einer Schnelligkeit zugewandt, welche noch vor einem Jahre unglaubhaft erschien. Tie Führer ter Alli­ierten, die erklärten, daß sie für Freiheit uni) Demokratie kämpften, haben ihm mit Bedingungen geantnrortet, die ebenso hart sind wie diejenigen, die Deutschland hätten auferlegt werten können, falls üb^ffhaupt keine Revolution ftattgefunten hätte. Welchen Staatsmännern und welcher Nation nird mau in Zukunft noch glauben? Wir möchten Misere Landsleute und diejenigen, die Uns regieren^ bitten, noch einmal nachzudenken, bevor sie einer Regelung ihre endgültige Billigung geben, die ihre eigene Nemesis mit sich bringen wird. Tenn sie wird sich, davon sind wir überzeugt, dem mora­lischen Sum der Menschheit als abstoßend erweisen. Was auch immer die Llbsichten ter Politiker ge­nesen sein mögen, die große Masse ter Soldaten bat nicht in diffem Kriege gekämpft, um ter deut­schen Demokratie Bedingungen aufzuerlegen, welche uns die teutsckirn Junker auferlegt hätten. Wenn das das endgültige Ergebnis der Anstrengungen, ter Soldaten ist, dann wird Preußen, obwohl es den Krieg verloren hat, den Frieden gewonnen haben.

Zu besserer Einsicht gelangt?

Amsterdam,29.Juni. (Wolff.)Chi­cago Tribüne" schreibt: Seit Beginn der Kon­ferenz waren die Amerikaner fortwährend gegen die Auslieferung des Katferv uird gegen seine Verurteilung, weil kein Mittel vorhanden ist, um diesen Prozeß auf gesetzliche Weise durchzusühren, und weil man Nicht aus dem früheren Kaiser einen Märtyrer machen und die monarchische Bewegung m Deutsch­land unterstützen wollte. Dem genannten Blatt zufolge haben sich inzwischen auch Frankreich und Selten zu diesem

in der Heiligen Schrift, denen der göttliche MUe zürnend die Tür wies!

Zn den deutschen Blättern stehen heute feine feierlichen Betrachtungen. Rur kurze Worte der Trauer und finstere Abwägungen

Mächte zu bringen:

In Artikel 227 ter Nrietensvevingungen ha­ben die alliierten und assoziierten Mackste Wil­helm IL von Hohenzvllern, den früheren teutfeften Kaiser, wegen schwerster Verletzung des internationalen Sittengesetzes und ter geheiligten Macht ter Verträge unter öffentliche An­klage gestellt. Sie haben gleichseitig ihren Entschluß kundgetan, an die Regierung ter Nieder­lande ein Ersuchen zu richten, in dem sie bitten, den ehemaligen Kaiser zum Zwecke seiner Verur­teilung auszuliesern. Mit Bezug lsterauf erlaube ich mir an die alliierten und assoziierten Mächte die Bitte zu ricksten, das gegen den Kaise r beabsichtigte Verfahren gegen m i ch sta 11 f in den zu lassen. Zu diesem Zweck stelle itf) mich hierdurch zur Verfügung der alli­ierten und assoziierten 9)l.äd>tc. Als ehemaliger deutscher Reichstanzler trage ich für meine Amts­zeit die im deutschen Staatsrecht geregelte allei­nige Verantwortung für die politischen Handlungen des Kaisers. Ich glaube hieraus den Anspruch) herleiten zu dürfen, daß die Rechenschaft, Kelche die alliierten und assoziierten Mächte für diese Handlungen fordern wollen, ausschließlich von mir gefordert wird.

In ter Heber zeugung, daß die alliierten und assoziierten Mächte einem durch öffentliches Staats­recht normierten Rechtszustand auch die internatio­nale Beachtung nickst versagen wollen, darf ich der Hoffnung Ausdruck geben, daß sie seiner drin­genden Bitte stattzugeben geneigt fein werten."

Wilson im Tngendmantel.

Versailles, 27. Juni. (WTB.) DieAbend- bfötter veröffentlichen die Erwiderung Wil­sons auf den Trinkspruch Poineares beim gestrigen ^Festmahl im Elysse. Wilson drückte zunächst sein Bedauern darüber aus, daß er Frank­reich verlassen müsse. Sein Aufenthalt in Frank­reich und die rege Fühlungnahme mit feinen Führern habe bewirkt, daß er jetzt besser als vorher die Grunde für die Anrbiäonen und Grundsätze be­greife, aus denen heraus diese große Ration handle. In den langmonatigen Konferenzarbeften habe er gesehen, daß alle Mitglieder durch immer tiefer werdende Sympathie und größeres gegenseitiges Verständnis in Freundschaft verbunden wurden. Wir trennen uns nicht, fuhr Wilson fort, nach be-

lrinkspruch Poinearös steckt der unveränderte Keift der allen Phrasen. Wie fährt aber diese Actespreu auseinander unter der Wucht der vfjentlich beaußerten Ansicht enAlischer Offi- iere, die tn derMorning Post" den Frie- ensvertrag auf das schärfste verurteilen als in Werk des Hasses, der Unvernunft und iigerechtigteit. Besser konnte die Sache eutschlands nicht vertreten werdeir als von diesen Offizieren unserer Gegner! Es sind keine professionellen Wortmacher für Pazifis- Ms und Menschlichkeit wie Herr Wilson, bet es sind Männer von Herz und Hand, bie keine Lüge und keine unnütze und tückische lechtnng des mtterlegenen Gegners wollen, uch der südafrikanische General Smuts spricht in einer Unterredung mit einem Ver- tretet Reuters von der Notwendigkeit eines g ,neuen Geistes der Großherzigkeit und ' Menschlichkeit". Manche bet Bestimmungen ............w des Friedensvertrages ständen mit der neuen Michail - frisdlichen Gesinnung und Entwaffnung der Fante nicht im Einklang. Wen erinnert d Wilson jetzt nicht an die im Gemüte ver-

^>VVll härteten, schroffen Pharisäer und Gelehrten

Vie Lösung der Krfils in Hamburg.

Hamburg, 28. Juni. Eine aus ten Vor- stäuten der drei sozialistischen Parteien, des Ar- beiterrates und der Zwölfer-Kommission und ie einem Vertreter des Senats und der Volkswchr zusammengesetzte Konrmission hat heute nachmittag mit biuA Kommando der Reichswehrtruppen ein Ab ko m men dahin getrofsm, daß die Truppen vorbehaltlich ter Einwilligung der höheren mitte tärisckxm Instanzen hinter die Grenze des HamburgerStaatsgebictes zurückge­zogen werden. Im Vertrauen darauf, daß Ruhe und Ordnung durch die Volkswchr und die Polizei aufrechtcrhalterl werben können und die Entwasf- nungsmaßnahmen schleunigst durchgeführt werten,' soll die gegen Hamburg eiugeleitcte Reichsexekuttoe und die Besetzung ter Stadt durch die Regierungs­truppen vorläufig unterbleiben. Tie Truppen wer­ten noch einige Zeit an der Grenze des Hamburger Staatsgebietes konzentriert bleiben, um jeden Au­genblick ein greisen zu können, mept den Maßnah­men der Volkswehr und der'Polizei Widerstand entgegengesetzt werden sollte. Zu den Richtlinien, die vereinbart worden sind, gehört auch, daß die Parteien und Organisationen sich verpflichtet ha­ben, jede Aufreizung zu Aufständen zu verhindern, die Ordnung aufrechtzuerhalten und jeden bewaffn neben Widerstand gegen die Reichstruppen zu Der- hindern, falls diese durch die Entwicklung, ter Oage doch noch gezwungen sein sollten, in Ham­burg einzumarschicren.

Tie Krise, die Hamburg bedrohte, hat damit eine Lösung gefunden, die alle Kreise befriedigen dürfte und die in erster Linie ter besonnenen Hal­tung ter Führer der drei sozialistischen Parteien Haniburgs zu bauten ist.

Verbilligung ausländischer Lebensmittel.

Berlin ,28. Juni. (Wolff.) Das Reichsministerium hat in seiner heu­tigen Sitzung die Regelung der Verbilligung der Lebensmittelprcise für ausländische Zu» fuhren endgültig festgesetzt. Zu den Verkaufs- preisen, welche die Reimsstellen künftig tn Rechnung stellen sollen, srnd die Verteilungs- kosten der Kommunalverbände hinzuzurech­nen. Die Kleinverkaufsvrcise werden sich hiernach für das Pfund je nach den Un­kosten des einzelnen Kommunalverbandes etwa wie folgt stellen:

Amerikanisches Backmehl, von dem auch fernerhin 250 Gramm die Woche verteilt werden sollen, 80 bis 85 Pf. (statt bisher 2,20 bis 2,50 Mk.); Reis, der ab­wechselnd mit Hülsenfrüchten mit V* Pfund pro Kopf uno Woche zur Verteilung ge­langen soll, etwa 1,10 bis 1,30 Mk. (statt bisher über 3 Mk.); ausländisches Fleisch, soweit dies infolge des Mangels an inländischem Fleisch auf Rationen ver­teilt werden muß, 4,50 bis 5 Mk., während bekanntlich zuletzt in Berlin 11 Mk. für das Pfund gezahlt werden mußten; amerika­nischer Speck, 125 Gramm je Kopf und Woche, 4 bis 4,50 Mk. (statt bisher 7 bis 8 Mk.); ausländisches Speisefett, 50 Gramm je Kopf und Wochle, 5 bis 5,50 Mk. (statt bisher 6 bis 7 Mk.) ;ausländrsche Kartoffeln sollen so weit verbilligt wer­den, daß die Preise für Jnlandskartofseln nicht überschritten zu werden brauchen.

Rach überschläglicher Berechnung wird der Gesamtbetrag der Verbilligung über 1,5 Milliarden betragen. Er soll zu gletchen Teilen auf das Reich, die Freistaaten und Kommunalverbände übernommen werden. Daß die Freistaaten und Kommunalverbände bei diesem großen Opfer des Reiches in dieser Weise sich beteiligen werden, kann voraus- aesetzt werden, nachdem der preußische Fi­nanzminister sich bereits mit dieser Rege- luna einverstanden erklärt hat. Die Matz- nähme soll in aller Schnelligkeit durch- geführt, auch soll dafür Sorge getragen wer- den, daß die Zuschläge der Kommu­nalverbände keinesfalls über die wirk­lich entstehenden Unkosten hinausgehen.

Die Beilegung des Eisenbahnerstreiks.

Berlin, *29. Juni. (WTB.) Amtlich. Am Sonntag morgen fawb im Zirkus Busch eine Ver­sammlung ter Eisenbahnbcamten unb Eisenbahnarbeiter statt, die sich anfangs überwiegend für die schleunige Wiederaufnahme ter Arbeit aussprach. Nachdem sich ein großer Teil der Beamten zu einem Empfang zu dem Minister O e s e r begab, trat der Unabhängige Paul Hoff tz-tann auf und sprach sich für die Fortsetzung te^ Streikes aus. Bei dem Empfang bei dem Minister tourte ein völliges Einvernehmen mst- sichen der Beamtenschaft und dem Minister erzielt. Der neugewählte erste Vorsitzende des Beamten- iiewerkschastsbuntes erluiterte auf die mit groucin Beifall mifgenommenen Worte des Munsters unb erklärte nachdrücklich, daß die Beamten au» dem Laude sich entschieden von ten Berliner Beamten Und Arbeitern trennen würden, falls mese efloa im Streik verharren sollten. Berlm sei nicht das Reich. Der Minister sagte zu, den R elchsweh r- Minister sofort um Mshebmrg fcuföö

^lich des Abkommens über die Rheinlandc Wichtig ist eben, .daß' allen Nationen, die sich an- M 27. Juni geprüft. Sie nehmen davon schicken, ihr nachzuahmen, eine Warnung zuteil daß biß deutsche Delegation Vollmacht werte, daß sie MerseilÄ teilest und ter .Verachtung

deutschen Narren" zugleich ein paar Grob- ßriten hinwirst, erklärt doch gleichfalls, jetzt müsse aller Kampf, aller geistige Kampf deuffchen Volkes einsetzen zur Revision soeben geschlossenen Jriedenswerfes.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

ZwiMngrnmddnrck u.Verlag: vrühl'sche Umv.-Vrch- u.Zteindruckerei R.Lange.Zchriftle'ttuus, Geschästsstette ».Druckerei: Schulsir. 7.

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»snatl.Mk,1.35,viertel- l Oirlich SDlt. 4.05; durch ; Sbbole- u. Zweigstellen tmonad. A.k. 1.25; durch »hicPost Mt. 4.05 viertel- |jäi)d. ausfchl. Besteckg. [ sstrnsorech - Anschliifse: f Inr die Schrcktlcitung 112 i ;'crlaa,Neschästsstelle5L

AnschriststirDrabtnach- lichten: Auzeiger Slctze».

pvAschecktoato:

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Die chauvinistischeMorning Poft" sieht sich genötigt, einen an sie gerichteten nachdrück­lichen Protestbrief aktiver und el)emaliger britischerOffiziere gegen den Frieden zu veröffentlichen. Zu den Unterzeichnern ge- c-rf.....\"* t hören einige Majore und Hairptleute und ver-

ter altprenßlschen Provmzen nahegelegt, Sonntag,, -V- h sjffnhoniiPpr Diese nennen die Frie- 6. Juli, für die evangelischen Gemeinden zu einem - ^^?ene a la Demirer. ^jteie i enn n o tf Trauertag zu gestalten, an chm der gansen; bny[)cbingungen ungerecht, uNi olilftch und Lebenshaltung ieijn icrnfteS Gepräge zu geben, lär^ igeeignet zur Hervvrrufung zulunftiger Kriege, mente Vergnügungen tmllichst hintanzuhalten imd rSie erklären, daß der Friedensvertrag in dafür einzutreten, daß wenigstens die evangelischen Widerspruch steht zu den Grundsätzen, sur ©enreinteglieber von ihnen fernMciben. Dement- ? welche der Krieg angeblich unternommen spreche,id sollen die Gottesdienste besonders ernsten L wurde und für die viele Landsleute ihr Leben Charakter tragen Am Sckstuß ter HauMgottes- gelassen haben. Für die meisten Toten sei der Krieg zu Beginn eine Art von Kreuzzug ge­wesen. Mit Rücksicht auf das Gedenken an die Gefallenen, auf die Nachkommenschaft und auf ihr eigenes Gewissen wünschen die Briefschrei- bcr persönlich sich von dem Verbrechen zu lösen, in welchem ter Krieg endigt. Dann heißt es weiter in dem Briefe, der vor ter Ein- wMgung Deutschlands zur Unterzeichnung

u- t Ab-

g e b ab n t werden, umzum Besten der Inter- CTEffiKTÄ elfen der verschiedenen Teile eine Anzahl Fra- sammentorrkens iterb sich dieser V gen zu regeln, welche von ter deutschen Dele-! entwickeln unb diese Tat unsere GGo gation aufgeworfen werden können. j sichten erleuchten. Zum Schlüsse traut AUson auf

Genehmigen Sie, Herr Vorsitzendec, die die Wohlfahrt Frastkrckchs, ein imrftcr aigcreS " Zusammenwirken alb.-r /Bölter und die Feftigung

aller Einflüsse, die Geist unb Ziele der Mensch-

i.r. im