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Aus StaM und Land.

Gieß en, den 29. Oft. 1919.

Neue Ttraßenbahnzahlmarken.

Das Elektrizttätswerk macht schon ietu ternxf aunnerkfim, ttift wegen der temnächstigen Prris- ery-ihung sämtliche ZMmarken ang^jogen mid ttird neue ers.cht rtretten. Fwner wird daoiuf autmerffcm gemacht, daß m den Geschäften und auch im sonstigen Verkehr der Straßenbahn Zrst- marfen »um Prelle von 15 Pf. ausgegeten Nor­den, während der Gestehungspreis nur 12,5 ^f. ferägt. Infolge der BerNkmdung der Zahlmirkm als Zahlungsmittel ist ein Mangel m dies en Mailen ein getreten. Es liegt d'Shalb im all­gemeinen Jnt.'rek«. daß von 5t Verwendung der Zahl marken aB Zahlung^nittel abgesehen wird.

Veranstaltungen

Mittwoch: Lichtspielhaus,Die Rache der 33» tanen" mit Fern Andra. - Schwarz»2veih»Theater, ^Lili" undDas Haus gegenüber" mit Harry Hyggs.

Donnerstag: Lichtspieltheater wie Mittwoch

Kaiserslautern, 28. OKtbr. lW.D.) Der Statt Kaiserslautern wurde von dem französischen Oberbe ehkshaber wegen der Vorfälle am 8 Sep­tember eine Geld st rase von 60000 Mark auferlegt.

hier är.: Besprechung ymfdjen dem Rerchskohlen- temmiifar Geheimrat Studt- Berlin und der Lohlenuuterkommission der in ter* alliierten Rheinlandskommlsfion unter dem Vorsitz des amerikanischen Ulitglzbed der "mminu>n, Noyes, statt. Es wurden die Derlei. -Denen Möglich keilen besprochen, wie dem besetzten Gebiet, msbeso.idere dem infolge des Ausfalles der Saarkohle schlecht versorgten süd­lichen Teile, in Der stohlcnversorgung geholfen weichen könnte. Die interall ierte Kommission rahm die deutschen Vorschläge wohlwo.lend zur Kenntnis und wird sich über die Maßnahmen schlüssig werden. Zur Herstellung einer ständigen Ver­bindung zwischen der interalliierten Unter ko m- mission und den zuständigen deutschen Stellen wird dem Reichskommissar iür die be'etzten Ge­biete je ein Vertreter des preußischen Ministers für handel und Gewerbe und des Reichs ko hlen- kammissars beigegeben werden.

t-Der Gießener Kon zertverei n bat für: fein 3»onjert am nächsten Sonn­tag die Altistin Frau Paula Werner» Jensen aus Berlin gewonnen. Die San- oerin wird Lieder von Arnold Mendels- so h n vortragen: der Komponist selbst hat die Begleitung am Flügel zu gesagt. ES sei an dieser Stelle die Kritik derDresdner Neuesten Nachrichten" über einenArnold-Mentels- sohn-Abnrd vvn Paula Werner-Jensen" wieder- gegeben. Es heiA dort:Der Tonkünstleroerein «reitete seinen Mitgliedern zwei Stunden reinen Genießens Der Abend war ausschließlich W-rlen Arnold Mendelssohns gewidmet, der persönlich am Flügel ferne Werke begleitete Der stärkste und Swingendste Eindruck $ing von den Liedern aus, von denen mancte« tenen letzten, künstlerischen « erricht- der Dichtung und Musik fortan «13 feststehende Einheit im Bewußtsein verbinde!. Schmrerimn folgt der melodische Dogen dem Tert- Hrort, oft in der Begleitung nochmal- anklin-

In Frau Paula Werner- len hatte er ter Komponist) eine ideale vretm ieiner Schöpnmgcn ge'imden Eine humfie stimme, die restlos im Cdarafter tvteS oaryht. gepaart mit ein-T durchgeistig, ten, alles belebenden Vortragsweise." Einiee wlTh ?4r r bfn , Werdegang Arnold rV" k An schluß geben: Er ist

?rn h nOb2 ¥;!et- von Feliz Mendels. fobn*Bflrlbjlbt) am 26 Tumber 185Ö ^attbor geboren. Mendelssohn studierte zuerst ? 3ura, Dann in ^1101 Musik tmtvr I

HauM, Grell n. a , war l£®--83 rranmft nnb

Kriegsgefangenenheimkehr. Der für gestern abend 10 Uhr angekündigte Transport Heimkehrer traf erst heute früh 6 Uhr auf dem Bahn» Hof ein Ls waren etwa 1000 Mann aus englischer Gefangenschaft, die nach dem üblichen Empfang am Bahnhof, wo Dr Schneider vom Roten Kreuz die Begrüßungsansprache hielt, nach dem Durchgangs­lager überführt wurden.

** Dom Zuge erfaßt und auf der Stelle ge­tötet wurde heute früh auf dem Bahnübergang am Riegelpfad ein Moon von auswärts der hier Nacht- Wächterdienste tut Näheres war bis zur Stunde noch nicht z» erfahren.

Entwendet wurde gestern vormittag ans Dem Lehrerzimmer des Realgymnasiums ein zum erstenmal getragener, ganz neuer, eleganter Herren- mantel. Für (Ermittelung des Täters, der mit den örtlichen Verhältnissen genau vertrant fein muß, ist gute Belohnung zugeflchert.

* Hausschlachtungen. Rach bet De- kanntmachung des Kreisamtes haben die Hausschlach. hingen für Gießener Einwohner ausschließlich im städtischen Schlachthof zu erfolgen. Der Tag der in Aussicht genommenen Hausschlachtung ist dem städtt- scheu Schlachthof spätestens 2 Tage vorher mitguteilen. Die Voranmeldung im Schlachthof ist erforderlich, Damit der Schlacht Hof rechtzeitig Über die Zahl der varzunehmenden Hausschlachtungen orientiert ist. Fe nach der Zahl der in Frage kommenden Schlachtun- gen wird der kleine ober der große Kessel geheizt. Diese Maßnahme ist im Interesse der Kohlenersparnis unbedingt geboten. Bei nicht rechtzeitiger Anmeldung ist die Zurückweisung von der Hausschlachtung zu gewärtigen.

** Der Förderturm an der Margaretenhütte ist gestern vormittag gegen 10 Uhr durch Sprengung niedergelegt worden. Der Antrag hierzu wurde in einer der letzten Stadtverordnetenversammlungen ge» stellt, um auf diese Weise Baumaterial zu gewinnen. Tatsächlich soll der Turm eine ansehnliche Menge Baumaterial ergeben haben.

** Ans dem ©tabttbeaterburean. Ws nächste Vorstellungen geben in ©jene: Am Freitag Gastspiel des Schauspielhauses Frankfurt tait Fritz von UnruhS ^Sin Geschlecht" in erfter Besetzung. Außer Abonnement bei erhöhten Preisen. Samstag den 1. November letzte Anffnh- nmo von GoethesE g m o n t" mit der Beethoven» schien Musik etenfalls bei aufgchobntrm Abonnc- jnent, jedoch Loben zuEgimmt" die öutftteine öüUiflfctt. Sonntag nachmittagTie fünf Frankfurter", abendsTas Dreimäderl- n a n t" mit Hermann Schramm vom Ct>cm- w 8 .»rm'kfurt in der Rolle des Baron Schober .Am 4. ^Dcmbcr folgt als 4. Montags-Abonne- Go leot t o". Wir bemerken, bay Eastgarays berühmtes 6dxrufpie( im neuen Dause zum ersten Male gegeben wird.

ra. Wetzlar, 27. Oft Die Ausgeftal- qY?RQ ^rr,?^rCLfriebb<)fd 'st auf 34 389 Mark neraufcHaat wovon bereits 17 877 Mark durch vorlantene Mittel geteeft sind. Nun- mebr bat Stadtverordneter Fabrikant Lumbert »letchiallS eme «vendc von oOOO Mk. für den ^hrenfriedhof «macht, der Rest soll durch einen Dttcrtag aufgebracht werden. Unsere Stadtver- irC"'r.....I ordneten bereinigten in lüngster Sitzung einstim-

roar 1880-M Orgamst imb1 mi-i 10000 Mk. für die Volkshochschule. Tas'

llniverillätsmufcklehrer zu Bonn, Dann Musik­direktor in Bielefeld, 1885 Lehrer am Avnserra- torium zu äöln und ist feit 1890 <3omnafiai- mufiklehrer und Kirchen Musikmeister in Tarrn- ftabt, seit 1899 Professor. Er schrieb Werke für gern. Chor, Soli und Orchester, für Männer­chor, Soli und Orchester, außerdem Opern (Ter Bärenhäuter"), Kantaten, Madrigale und viele Lieder. Piendelsiohn wurde im Ja^re 1918 zum Eh^mttglied Oer Berliner Kunstakademie er­nannt. Im gleichen Jahre erhielt er von der theologischen Fakultät Der Universität Gießen hie Würbe eines Doktor honoris causa.

'* Der Bezirksverband Gießen der Ortsgewerbevereine hielt am Samstag im Gewerbehaus in Gießen eine Versammlung ab, ;u der sämtliche Maurermeister aus dem Bezirk emgclaben waren. Nach einem einleitenden Bericht über bte Notwendigkeit des Zusammenschlunc-, aller Bewerb etreibe,-wen zu Fachgruppen zur ge­meinsamen Regelung von Preisfragen, Rohstoff­versorgung usw. wurde beschlo-sen, innerhalb des Bezirks Verbandes Gießen eine Fachgruppe für das Maurergewerbe ins Leben »u euren. Zu Bor- standsmitglisdern dieser Fachgruppe wurden ge­rodelt bie Herren Becker (Gießen), Bernhardt (Klein-Linden), Fischer (Großen-Linden), Schäfer (Wieseck), Möglich (Allendorf a. Lahn), Bock (Grün­berg), Benner (Alleichors a. Lda), Schaser (Lang­göns) und Fey (Lich). Mit der Schaffung von Ortsgruppen soll möglichst bald begonnen werden.

** Der Wartburgoerein feierte am oer- aangenen Samstag und Sonntag sein 32. Fahresfest. 3n kleinerem Rahmen fand am Sonntag nachmittag die Ehrung der Gründer des Vereins statt, wobei Fabrikant Eugen Kaufmann, Prof. Heuser, Schreiner, meister Lenz und Unioersitätsquästor Kaus zu Ehren« mitgliedern ernannt wurden. Die Hauptfeier führte abends in großer Zahl Mitglieder und Freunde des Vereins imEinhorn" zusammen, besten großer Saal bis in die letzte Ecke gestopft voll war. Aus dem Programm des Abends ist in erster Linie der musikalische Teil unter Leitung des bewährten Kapell­meisters K. Schmitz hervorzuheben. Auch die turne« rischen Darbietungen und das flott gespielte Volks« stückEckmann und Sohn" fanden lebhaften Anklang.

Der ßanbfturmoeretn Gießen, g e g r. 19 12, hielt am 25. d. Mts. im Deterns« lokal Schloßgaste 7 seine erste Hauptversammlung ab, in welcher beschlossen wurde, den Verein unter dem alten Namen, jedoch nicht als Militäroerein, sondern zur Pflege der Geselligkeit und Unterhaltung weiter­zuführen Es wurde in der Versammlung ausdrück­lich betont, daß der Verein seine Existenzfähigkeit nicht verloren, sondern dadurch gefestigt habe, daß feine Mitglieder, die früher nur aus ungedienten Leuten bestanden, alle während des Krieges einge­zogen waren und zum großen Teil auch im Felde gestanden haben. Der neu gewählte Dlnstand setzt sich aus folgenden Herren zusammen: K. Caner, 1. Vors., 3uL Alker, 2. Dors, W lh. Schmitt, Sdjriftf, Wilh. Ullrich, Rechner, L. Lauer, 1. SeiL K. Möhl, 2. Beisitzer.

** Preußisch.Süddeutsche Klassen- Lotterie. Tie Einlösung der Lose zur Schluß­klasse der 14. (240.) Lotterie hat unter Vorlegung des Borklassenloses bis zum 31 Oktober, abends 6 Uhr, an Arschehen. Auch müssen bis zu diesem Zeitpunft bic Freilose gegen Rückgabe der Gewinn­lose in Empmnq genommen werden. Die Ziehung dieser Schlußklasse beainnt am 6. November und endigt am 2. Dezember.

Landkreis Gießen.

** Opoenrod, 29. Oht. Bei einer am 25. OK- tober veranstalteten Versammlung wurde eine Orts­gruppe des hessischen Bauernbundes gegründet, der sofort 41 Mitglieder beitraten. Es wurden ge- wählt: Vorsitzender: Heinrich Grub, Stellvertreter: Heinrich Klingelhöfer, Schriftführer: Peter Gerhard, Rechner: Heinrich Schäfer, Vorstand: Philipp Caun« spach, Konrad Kloos, Foh. Weller. Nächsten Sonntag findet wieder eine Versammlung statt, die sich mit den Hausschlachtnngen und der Kartoffelversorgung befaßt.

ÄreiS Schotten.

« Eichelsachsen, 28. Okt. 3m Alter von 62 Fahren starb nach längerem Leiden der hiesige Bürgermeister Wilhelm Mettenheimer, der wie« derholt zum Ortsoberhaupte unserer Gemeinde ge- wählt worden war. Der Verstorbene war namentlich zur Zeit der Bauernbewegung der 90er Fahre agi­tatorisch eifrig tätig und damals in den Orten des Vogelsbergs bekannte Persönlichkeit. In den letzten Jahren ist er politisch weniger hervorgetreten.

ed. E s ch e n r o d , 27. Okt. Selbst im abgelegenen Vogelsberg scheinen nun D i e h d ie b st ä h l e versucht zu werden. So wollten am Sonntag mor­gen gegen 10 Uhr drei Männer aus unserer Schaf. Herde einige Tiere stehlen. Sie gaben auf den vier­zehnjährigen Sohn unseres Schäfers mehrere Schüsse ab. Es gelang dem Fungen aber, die Herde in die Nähe des Dorfes zu bringen, fo daß die drei Diebe unverrichteter Sache abziehen mußten.

e. Schotten, 28. OhL Das hiesige Kreisamt hält für ben Bezirk Laubach am 1. November, für den Bezirk Ulrichstein am 3. November je einen Amtstag ab.

e Ulfa, 28 Okt. Nachdem die Mehrheit der btepgen Grundstücksbesitzer sich für die Feld - bereinigung unserer ausgedehnten Gemarkung ausgesprochen hat, ist jetzt vvn dem hessischen F. ld- bereintgungsfeommiffdr für Samstag den 8. Noobr. die erste Versammlung aller Grundeigentümer, auch der Ausmärker, einberufen. Es soll Beschluß gefaßt werden über die Aufbringung der Feldbereinigungs- Mten. Außerdem müssen die zur Dollzugskommission 3U berufenden Sachverständigen und deren Vertreter gewählt werden.

.. up Vom Voaelsberg, 27. Oft. Zur Zeit nnbat überall die Treibjagden statt. Unsere x5agcr, btc m den ersten Kriegsjahren jufet-ei mutzten können sich gratulieren. Der ungewöhn- uh bohc Preis für den Fuchs 200 Mk. läf;t bte ^agd nun recht lohnend werden Meister Remokc ist dtescs Jahr gut geraten. Auf zwet ri(irreren Jagden wurden auf der einen 5, auf her

6 Wüchse grfchoifcn. Tas Reh kommt ebt wohl auf 150 Mk. und der sonst fo billige Lampe klettert aus 16, ja auf 20 Mk. hinauf

Kreis Wetzlar.

Vonbaden, Kr Wetzlar, 27. Oft fctnire rotrt Karl Dottnmm, welcher den Krieg von An- ,b^»u Ende mttgemacht, hat durch untrer- ubk'SeS t'antreren mit einer Lelbfrladepiftolc einen iahen Tod gesunden

Unternehmen hat in allen Schichten der Bevölke­rung eine über alleS Erwarten gute Aufnahme gefunden.

Hessen Nassau.

-- Frankfurt a. M, 2i. Oft. Die Polizei hob nt der vergangenen Nacht bei einer umiaifen» oen Streife nicht weniger als 18 Bars und Tanzkneipen aus, die trotz schärfsten Lichtoerbotes zwischen nachts 1 und 4 Uhr bei blendender Be­leuchtung ihre Räume offen gelten und Gelage schlimmster Art duldeten. In der Sthumanndüle wurde ;. B ein Schieber sefrgrstellt, der eine Zeche von 1500 Mk. gemacht hatte.

kr. Frankfurt a. M., 28. Okt. Die Der» ftopfung des Frankfurter Düterbahn- Hofes wird mit der Zeit beängstigend. Richt nur, daß die Wagen infolge Maschinenmangels nicht ent­laden und ausrangiert werden können, die Lager- hallen liegen auch voll von Um,chlagsgut aus Sud- deutschland und Norddeutschland. Es fehlt an Wagen und nur ein ungefähr achttägiger Stillstand des ge­samten Personenverkehrs könnte hier Abhilfe schaffen. - Um der De schiebung von beschlagnahmten Waren Einhalt zu tun, hat die Eisenbahndirektton jetzt un­geordnet, daß bie Begleitung von Wagen durch Pri­vatpersonen verboten ift Nur Transporte mit leben- den Tieren dürfen noch begleitet werden.

X. Hanau, 28. OhL Die organisierte Arbeiter­schaft der hiesigen Silberwaren Industrie ist wegen Lohnftreittgkeiten und anderen Unstimmigkeiten im Arbeitsverhältnis in ben Ausstand getreten.

P Lasphe, 27. Oft. In Bernshausen wurde ein 20 Jahre alter Bursche von dort, namens Rich ^fjmibt, der aus dem Gefängnis in Neu­wied entwichen war und festgenommen werden sollte, von einem Ortseinwohner erschossen.

0 Marburg, 26. Oft. Ein schwerer Ein­bruchsdiebstahl wurde Samstag nacht in der Villa eines hiesigen Professors auSgeführt. Mehrere echte Perserteppiche mit Arabesken, sowie eine Menge Silbergeschirr sielen den Dieben in die Lände. Die Teppiche allein haben einen Werl von 6080 000 Mk. Die S lbergegenstönde tragen teils Wappen, Doppeladler, darunter üben­der Löwe und rechts und links Palme, teils find sie mit den Buchstaben B. E. ausgezeichnet. Zehn Prozent des Wertes find für Wiederherbeischasfung der gestohlenen Sachen ausgesetzt.

X Meerholz bei Gelnhausen, 28. 0Kt Auf wal­diger Wiese am Schießhause fand die feier iche Ein. weihung des Denhmals für den Grafen Karl von Psenburg-Büdingen-Meerholz unter zahl, reicher Beteiligung statt. Verfertiger des Denkmals ist der Dresdener Bildhauer Grundlia.

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, den 28. Oft. 1919.

(Fortsetzung und Schluß des Sitzungsberichts aus der gestrigen Nummer.)

Dor 1er Kartofst^debatle, iie wir gestern bereits veröffentlichten, wurden zunächst einige Mittei- (un<rn erledigt.

Beigeordneter Krenzien verlieft fol- gendes Schreiben des Bürg rmeisters von Langs­dorf an den Gießener Okrbüraermeister:

^Nach dem Bericht des Gießener ?ln»cigers l,at tn der letzten Stüdtverordnedeniitzung ein Stadt- vevo dneter geiagt, er hibe gehört, daß in Lrngs- dorf amtlich ausg sckellt worden sei, die Ba:kern sollten keine Kardaifeln abliefern, bis höhere Preise bereinigt feien. Wir müssen gegen diese Aus­sage ganz energisch Wi.erspruch erheben, weil niemals eine reiche Bekanntmachung erfMgt ist. Tie Herren sollten bei ihrer öffentlichen Aus- sprackre doch> viel vo fichliger sein und nicht Dörfer in em schlechtes Licht zu stellen versuchen, welch bisher bei allen Abliefdrungen noch ihren guten Wl.ien gyigt hrben und dies nrehrschein ich sich in Zukunft tun werden. Daß die Kvrtosselabli> ferung wäh.e id ter Ernte sck»lecht n>rr, ist haupt- sächrch dem Wagenmon el zuiufchihben und nicht Den Bauern! Wir bitten deshalb den tetr?f:en» den §>errn, m der nächsten öffentlichen Sitzung daraus bin.iuwei.eii, daß er s ine Aussige yirüd» zieht und des dann im Gießener Anzeiger ver- önentlickt w:rd. Srllte dies nicht ge chchen, so werten wir uns weitere MaßnahnBen varb.halten."

Deig. Krenzien meint, daß man zur Tag^S- 'itmrng Übergehen könne, was gescheyt.

Der allgemeine Verein für Krankenpflege, dem vor kurzem 1000 Mk. bewilligt wurden, läßt der Stadtverordneten Versammlung durch B.-igcordneten Kreruien seinen Dank aus sprechen.

Deig. Krenzien ve. liest fotemn ein Schrn- ben tes hieffgen ZweigvevnnS des Buntes ter Pripadarchiteklen, die sich «gen einen Vorwurf des Stodtv. Tr. Ebel in einer früheren Sitzung reenhea, daß die Un:ersudmngSs chv. r< ändi en tet der Wohnung Sau sna h mk il;re Befu -Misse ütersch it- tvn intb durch eigemvillige Anordnung, n Beun- ruhig'ung in die Bawlkerung hineinaetrogen hätten. Iie bei der Wohnungsaufnahme betet igten Mtt- Sl-ebcr tes ZweigvereinS, di' Architekten Ficher, hcvlaud, Schneider, Seuling und Zipp, hätten itch streng am die tx>m Dolmungsamk gegebenen Weisungen gehalten und ter Zweigv'rein müsse ür seine Thtg.L'ter ganz entschreten den Vorwurf ves Derrn Tr. Etel zurücftueisen.

Sdadtv. Ebel (Dem.) stellt fest, daß er keinen der in dem Schreib m genannt.-n Herren a!8 Uebertreter tet Befugnis genannt Pate.

Veiaerndneter Krenzien verliest nun fol­gendes Schreiben der Mitteldeutschen Ereditbank, Fck:ale Gießen:

,Ln ter letzten Stadtt>etttt^netenpersammlung ift un er Jreflirut einer Kritik in Sacken ter reerfidof? f mmg" irrte zio et rettbet, die rt-

holtlid nicht ter.: T.:tsachen ert prithL Unsere Zen- träte Frankf irt, die tet ? Angelegenheit bearlreitet, Hot uns hierzu folgende Erftäruni mit ter Bitte übersandt, diese an Sv weiterzul,'iten.

Erklärung

Tie Behauptung, daß die Mitteldeutsche dre- bit lan I Frankfurt d Kuxe ter GenxrFchaft .Hoff­nung" für 10 000 oder 40 000 Mk. vfrer:eN hätte ist unwahr. Tte MitteLeuN'che Eredi bank »t die e Ifuire in ten letzten z:hn Fahren nick« unter 80 000 Mk. angebotcn, und ihre Cferte vom Mai

Sport.

* Der VereinRudersport Gießen 1913" mit der akademischen Ruderabteilung an der hiesigen Landesuniversität ist einstimmig in den Deut, schen Ruderverband ausgenommen worden. (Er zählt über 200 Mitglieder und verfügt über zahlreiches erst, klassiges Dootsmaterial, bas durch Neubestellungen im Frühjahr ergänzt allen sportlichen Anforderungen gerecht sein wird. 3n Kürze weiht der Verein fein neues Bootshaus am Woog ein, einen drei- stöckigen Dau nach Plänen der Architekten L. und A. Seuling. Das Bootsbaus dürfte eines der größten und schönsten Bootshäuser Deutschlands fein.

1919, die niedriger war, te^og sich nicht auf die Küpe ter ©elterfiOaft ,L>o'fnrng' , fjntem auf Mutungen.

Statt». Ebel (Dem.) stellt fest, daß nach dieser und einer ihm mündlich gegetencn Erklärung vvn einer Preistreiberei keine Rett mehr fein könne.

Statt». Fourier (llnabh.) will die Sache nachprü en und später eine Ecllärung abgeten. Er glaube ater, daß von der Bank anscheinend verschie» tene Tinge mi:einanter verguickt würden.

Stadtv. Kraus niüller (D Bpt ) erklärt zur Frage ter Einschränkung des elektrischen Licht- llnd äraftverbrauchs, daß es für die Geuertetrei­tenden unmöglich gewesen siei, ihren Betrieb über 5ointtag um^uftcflen. Da das vandrererk gesetzlich ten den Acsttttuntentag gebunden sei, dürfe man ihm nicht die Möglichkeit nehmen, biefe acht Stun­den voll auszutrutzen. Eine Ersparnis von Elek­trizität ließe fid> vielleicht an anderer Stelle er# zielen. Man könnte z. B. in ten txm uns mit Strom versorgten Orten die B L-ud*nmg5icit pas- ßmder legen. Auch tue Adhlenoersorgung des Ge­werbes laiie, sehr zu wünschen übrig. Schneider, Sckloffer, Schmiede ufre. könnten ans diesem @nmte mitunter gar nicht arbeiten.

Punkt 2 DieAmtszeitderSchötzerte AuS ührung dcS ReichSviehseuchen gefetzes ist ab ge­laufen Tie Ernennung muß neu erfolgen

Die bisherigen Schätzer werten mied er gewählt.

Dunft 3. T i e Zahl der Feldgeschwo« renen ist auf sechs 'ersetzt. Einer ist durch Tod apsg fchieten, zwei sind vi l ach rcrlintert Darum ist durch ten Obmann beantragt, die Zahl zu er­gänzen. Vorgeschlagen wird Stadw. Diehl.

Der Antrag rotrb angenommen.

. Punkt 4. Bewilligung tes Kredit- für die Wieder besetzung einer Gehilfen- stelle bei dem Doli eiamt. T-re Stelle tu früher ang*»o(ren nxrtten. Tas Polizeiamt beantragt w- foo: fterjer ArbeitsÜberlastung ben jfctrbtt Bon 2500 Mk. nxteter zu bamllign

Der Antrag wird angenommen.

Vmrkt 5. Für die Volks zählteng reeree erforderlich 120 Zähler. Davon waren 59 frei an­genommen, die übrigen waren Beamte. Der Finanzausschuß beantragt, ten Beamten eine Ent- scfÄchgung von 15 Mk , ten freien Zählern titw solche von 30 Mk. zu bsvillism.

Der Antrag tes Finanzausschusses wird ange­nommen, der Antrag, den Beamten, die iyve Urlaubzeit verwendet baten, soll eine Vergütung gewährt werden, falls sie es wünschen.

Punkt. 6. Ausgabe von 'Frieglnot- geld. Die Kleingeldverhättnisse in Gießen sind außerordentlich schlecht geworden. Die Briefmarffe muß in den meisten Fällen das Kleingeld ersetzen. Das wird zumal beim Weihnachtsverkehr stärend wirken. Der Finanzausschuß beantragt daher die Ausgabe von Nolgeldscheinen iür 200 000 Mk. im Wert von 10 Ps., 100 000 Mk. im Wert von 60 Pf. Der Kostenaufwand beläuft sich für die 10-Pf.-Stücke auf 7000 Mk., für die 50-Ps -Stücke auf 4460 Mk, also insgesamt auf 11 460 Mk

T« Emiü.remig tun 25-Pf.-Stücken war tur- grsehen, man hat aber in Anbetracht tet boben Kosten ten Gedanken fallen lassere. Di: Anschiß sung irejrr Matrizen sei außerordentlich teTtcivrt.

Stadtv. VetterS (S>z.) weist daraas hm. daß vom Reiche Kleingeld angekündlgt sei. E, Eryirirelt ob es darum zweckmäßig sei, das ftabt Geld zu vermehren.

Berg Krenzien nreint, es könne noch länget dauern, bis de ReickSmünzen in UmUrif kämen. Ätetnadb sei aber besamte rs für das Wnhnochts- gtfd-än errerterlich.

Ter Antrag des Finanzausschusses wird ein­stimmig angenommen.

Berg. Krenzien bemerkt, daß Iren den alt« Scheinen noch ein Teil übrig sei. Vom Ftnanz- auslchuß werte beantragt, die ©dktiv 6imnt- lern unentwertet zur Verfügung zu stellm, da die Schein« endgülttg zum 1. Ttymbn: außer Kurs ge etzt würden.

Strdrv. Urftabt (Dem.) ist dagegen, weil er Mißbrauch befürchtet.

Stadtv. Sch m ahl (Teutschnall.) Ich bitte beantragt, daß die Scheine zum Nennwert m Samm er abgegelren N> rtkiL

Demgemäß wird Kfdtfjfren.

Beschaffungc-echilfe für Beamte, Lehrer und Arbeiter.

Beig. Krenzien. Der Staat hat eine sckaffungsbrihilfe bewilligt. Ter Finanz«rsschuß beantragt drher für die S*abt iolgente Sätze:

1. für Beamte, Lehr , Lehrerinnen, Bedie»- ftete, Bureau- und scn cige Dilssarbeitcr und Mannschaften der SicklerlreitSwache folgende ein­malige T 'chasfungsbcihilse:

a) verfoikJ mit eigenem Dausbalt . 1000 Mk.

b) Personen ohne eigenen bauSl-alt . 600 Mk. c) Personen oluie eigenen vaushalt,

bte nicht 21 Jahre all find. 500 Mk.

d) Kinder unter 18 Jahre, wenn sie

aus wichtigen Grünten einem Ver­

dienst nicht nachgehen können, und

irreren sie kein nennenswertes son-

Ettikoimmm hoben . . . 200 Mk

2. für Beamte im Ruhestand, B^nenstete uni Arbeiter im Ruhestand, Witwen von Beamten, Bediensteten oder Ardriter folgende einmalige Ve- chaffunysbeihilse:

a) Pcrwnen olfne eigenem Lxwschall . 600 Mk.

b) Personen ohne eigenen Daus halt . 400 Mk

cj Witwen ......... 600 Mk.

d) Ballwaisen , , ......80U Mk

ej Kinder unter 18 Jahre, wenn sie aus wichtigen Grünten einem Ver­dienst nickte nadjgeben können, und wenn sie kein nennenswertes son­stiges Einkommen haben . . . 200 Mk. 3. für Arbeiter folgende einmalige Beschäl* ungsbeilnls«:

a) verheiratete . . . . , , 6"0 Ml

b) ledige vom 21. Jahre ab ... . 280 Mk c) ledige Dom 18 lnS einschließlich

20. Lebensjahr ....... 260 Mk

d) ledige bis crnfdjL 17. LebimSjachr . 300 Mk e) fi'mber wie au 1. unb 2 . . . 200 M»

Tie Beschosfungsbri! Ufere werden m 1* Raten, eme sofort und die andere dem Gehast

am 26. November auSgezalilt. MS Stichtag hat ter 1. Oktober 1919 zu gelten.

Zur Deckung ter ödsten wirb die Erhebung eines 7. Steuer-iels frantregt.

Stadtv. Beckmann (USP ) er-tirt sich im allgemeinen mit ter Berstille rnrtrerftnnten, be­antragt aber für die Artetter die Zulage mir für bie Beamten.

Ären »ten heift darauf ssn, daß ro Arbeiter durch d e Tariftrertoäge im Flüstsabr ben Beamen gegenüber giinf.ig-r gestellt tourten unb daß i>nen außerdem tm Ererbst ane Befchaffungs- zulag.- bewilligt wurde.

Stabto. 6rl>orb (Dem? erklärt sich mit ten Ausführungen Beckmanns einverstanden, sürch"

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