Außerdem war er feit der Gründung Vorsitzender der hiesigen Sektion VI dieser Genossenschaft.
2lud) sonst I)ot der Heimgegangene allen Be- Urebnngen zur Förderung des £>a:tiavcTi^ großes Interesse entgehe gebracht, sowohl als 2. Bor- Atzender des b ciigci OrlsKNoerbevervms. den, er s den Mitgliedern des Vsreins pnd 10 g über 50 Jahre angehört, n» auch als Borftands- I befinden sich noch in der Gefangenschaft.
von dem Verein ein Führer durch den Vogelsberg von Prof. Dr. August Roeschen zur bleibenden (Erinnerung überreicht. Dem Buche war ein Wwmungs- blatt beigefügt, das den Sinnspruch trug: Tapfer und treu habt Ihr die Heimat verteidigt, drum sei dies Buch von der Heimat Euch dankbar verehrt! Don den Mitgliedern des Dxreins ßnb 10 gefallen, fünf
mvgfteu bet DortNurc rSTtemmer und Vvrzrtzerwer 1 dcS Bezirksdarbands Gceßen der Ortsgeroerbe- Detetne, bzw. .VorslandSmitg'vb des L«ndes- gewcrbevererns. Aus Anlaß )<i:ec unermüdlichen Tätigkeit für das Handwerk wurden dem Verstorbenen eine größere An^rhl Ehrungen zuteil, dar- imtcr der für Handl c»erkcr beo.iders selten vcr- lirhenc Tüel ,,G:w.r berat". Im po itischnr Leben ist er seinen Grundsätzen insofern treu geblieben, als er 59 Jahre dem nationallrbera'er Ämtern in Gießen ang:hörte, zu dessen Ehrenmitglied und lebenslänglichem Vorstanosrnttgiied er LjIO ernannt nmrbc. Bis in die letzten Tage, ja bis zur letzten Stunde seines Lebens hat der Verstorbene, dessen schlichtes, ciufaäies Wesen besonders angenehm empfunden wurde, sich im Interesse des Handwerks &ro. der Allgemri iheit betä:tgt, bis ihn der Tod aus seinem arbeilsreichm Leben im Alter von 84 Jahren ablöste. Sein Wirken wird, auch weil über Gießen hinaus, dauernd in Erinnerung bleiben.
An» Heften.
Frage der Einigung der bürgerlichen Patteien.
Vom Vor st andderDeut scheit Volksvar tei in Gießen wird uns geschrieben:
Auf die Erwiderung des Gießener Vereins der Deutschen demokratischen Partei in Nr. 21 des .„Gießener Anzeiger" entgegnen wir folgendes:
Unsere Darlegung zur Franc der Listimber- vindung in Nr. 19 des „Gießener Anzeiger" welche durch die geanerisclieu Ausführungen nicht widerlegt worden sind, werden voll und ganz aufrech:erhallen. Interessant ist nur, daß nach diesen Ausführungen der eigentliche Grund für die Ablehnung der von^uns vorgeschlagenen engeren Listenverbindung seitens h-r Teutschon demokratischen Partei der (Gedanke gioesen zu sein scheirtt, durch selbständiges Vorgehen für sich ein günfttTcred Wahlergebnis zu erzielen, nwhrend es intis in erster Linie daraus ankam, gegenüber den allzu weitgehenden Forderungen der Sozialdcmo- fratie, ins je andere auf dem Gebiet der Sozialisierung und der Trennung von Kirche und Staat, die gesamten übrigen Parteien zusammenzufaßen und dadurch möglichst zu stärken.
Bezüglich der weiter in her obenerwähnten ^Erwiderung berührten Ermgungsver har Zungen ist lhier aus der von uTtferent Vorstande bereits in <ber FraueitversaniNilmig vom 7. Jmruar l. I. abgegebenen Erklärung folgendes zu nn^>erholen:
Als tvir von dem in jener Erwiderung angeführten Vorstands Beschluß dem Vorsi^nden der Z-ortsch-ittliä)en Vol.Spartri Mitteilung machten, folgen wir dem damals in den Kreisen unserer Partei noch herrschenden 3uge, im Interesse einer Einigung i>.s gesamten liberalen Bürgertums unsere Selbständigkeit aufzugebcn, wollten dafür aber die Form eines Zusammenschlusses der beiden Vereine und nicht die eines einfachen Anschlusses unserer Mitglieder an die neu zu gründende Deutsche demokratische Partei gewählt haben und legten deshalb dem Vorsitzenden der Fort- fchrittlichen Volkspartei nahe, auch seinerseits der Mitgliederversammlung semes Vereins vorzuschlagen, einen dem von uns beabsichtigten entsprechenden Beschluß zu fassen. Nach derArt,wie der Vorsitzende der Fortschr. Volkspartei unsere Mitteilung und Anregung aufnahm, durften wir von chm mit der ausgesprock>enen Hoffnung scheiden, daß auf dem von uns vorgeschlagenen Wege eine Einigung zu- ftanbe kommen werde. Statt dessen beschloß die Mitgliedervereinigung der Fortschrittlichen Volkspartei noch an demselben Abend, sich der Deutschen demokratischen Partei anzuschließen. In der Folge Erschien sogar in der „Frankfurter Zeitung" eine s'üottz. nach der die Gießener Fortschrittliche Volkspartei sich der Deutschen demokrattschen Partei unter Ablehnung einer Vereinigung mit der Na- tionalliberalen Partei angeschlossen habe. Diese Notiz ist, soviel wir wissen, bis jetzt in jener Zeitung nicht berichtigt worden., obgleich eine solche Berichtigung von der hi .i'.en Dem: krattschen Part.'i bei gutem Willen wohl hätte erreicht werden können. Doch ist, wie von Vorstandsmitgliedern der Deutschen demokratischen Partei nachttäglich in der Versammlung ihrer Frauengruppe vom 1. b. Mts erklärt wurde, durch mündliche Erklärung in der ersten öffentlichen Wählerversammlung im Stadttheater eine solche Berichtigung erfolgt, die damit allerdings noch nicht zur Kenntnis weiterer Kreise gelangt ist. Jedenfalls kann aber hier- nach nicht bestritten werden, daß tatsächlich der von uns gemachte (E i n i • gungsvorschlag von der Fortschritt, lichen Dolspartei abgelehnt worden ist. Hat doch auch deren damaliger Vorsitzender bei einer späteren Unterredung selbst zugegeben, daß er bei der Be. Handlung unseres Vorschlags in jener Mitgliederver- fammlung nicht der durch unsere Mitteilung geschaffenen Lage entsprechend verfahren habe. Die Mitglieder unseres Vereins waren nun in die Lage versetzt, einzeln um die Aufnahme in den Verein der Deutschen demokratischen Partei nachzusuchen, eine Zumutung, die unseres Trachtens der Würde unseres Vereins nicht entsprach. Der Nationalliberale Verein wartete dann zunächst die endgültige Stellungnahme der Par» teioorstände tm Reiche und in Heffcn ab und schloß sich, als diese die Gründung der Deutschen Volks- partei beschloffen hatten, dieser neuen Organisation an.
Die Beantwortung der Frage, wen die Verantwortung auch für das Scheitern dieser Tinigungs- Verhandlungen trifft, können wir hiernach ruhig der öffentlichen Beurteilung Überlasten und damit unsererseits diese Erörterungen schließen.
Au» Stadt nnd Land.
Gießen, den 29. Januar 1919
Gcwerberat L. Petri II. t.
Gestern vormittag verschied nach kurzer Krankheit Stadtverordneter Gewcrberat L. Petri II. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, die besonders bei den Gewerbetreibenden in ganz Hessen bekannt ist. Petri wurde am 4. Mai 1835 als Solm des Weißbindermeisters Christian Petri I. in Gießen geboren, besuchte die hiesige Realschule und trat dann in das (Md)äft seines Vaters ein, das er auch später übernahm. Äußer dieser Berufstätigkeit hiahm er bereits Ende der 50 er Jahre großen Anteil an der Schürfung oberhessischer Erzlager und war infolge dieser bergmännisclfen Tätigkeit lange Jahre Vorsitzender des Gießener Knappsclwfts- Vereins. Auch im sonstigen Vereinsleben, besonders bei der Förderung des Handwerks und sonstiger gemeinnütziger Einrichtungen, hat der Verstorbene sich in außerordentlichem Maße betätigt. So war er z. B bereits im Jahre 1862 Obersteiger der alten städtiscl-cn Feuerwehr, wurde nach deren Auslösung 1882 Hauptmairn der damals ncugegrün- beten Gießener Freiwilliger Feuerwehr, deren Ehrenmitglied er seit 1895 ist. Auch die Tumsaclx hat ex von Jugend an gefördert, weslmlb ihn her Turuverew ebenfalls zu seinem Ehrenmitglied er* Inamde. Seit 1. Januar 1879 gehörte er dem hiesigen Stadtvorstande an und bat hier, besonders al§ Mitglied der Baudeputation, sich wesentliche Verdienste erworben. Als Mitglied des Aussichts* rats der Gewerbebank war der Verstorbene seit 20. Mai 1878, als Vorsitzender feit 18. Dezember 1902 tätig. Auch dem Aufjichtsrat der Bezirks- sparkasse gehörte et seit vielen Jahren an Als in den 80 er Jahren die sozialpolitischen Olesetze ins Leben traten, nahm er regen Anteil an der Schaf« hing der Berufsgenossenschaften, insbesondere der tzesb'Nasi. B'utewerks -Berufsgenos'ensch.'ft, hren Vorstandsmitglied er bis zu sc in em Lebensende war
*• Amtliche Personalnachrichten. (Ernannt wurde: am 20. Januar der Stadtbaurat Franz Knip- >ing in Bochum zum ordentlichen Profestor für das Ingenieurfach an der Techn Hochschule in Darmstadt mit Wirkung vorn 1. April 1919 ab.
LU. Don der Landes-Universität. Das Ministerium für Bildungswesen in Darmstadt hat den Privatdozenten vr. Rudolf Henle zu Bonn mit Wirkung vom 1. Februar 1919 ab zum außerordentlichen Professor bei der juristischen Fakultät der Landes-Universität ernannt.
•* Aus dem Stadtiheaterbureau. (Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß alle Abendvorstellungen von jetzt ab um 6 U h r beginnen, und die Sonntags-Nachmittagsvorstellungen um 27, Uhr. Die Früherlegung der Vorstellungen bedingt auch eine teilweise Aenderung der Kassen- tun den. Während an Wochentagen die Kaffen- tunten von 10 bis 1 Uhr bleiben, muß für die Sonntage die Kaffenzeit auf 10% bis 12'/, Uhr festgesetzt werden. Die Nachmittagskaffe an den Wochenspiel tagen ist künftig nur noch von 3 bis 4 Uhr geöffnet.
" Polizeibericht. Am 25. Januar l. Fs. entwendeten zwei Soldaten aus dem Hausflur eines hiesigen Hotels einen Musterkoffer mit Gold» und Silderwaren. Am nächsten Morgen wurde er er- krochen an dem Bahndamm unweit der Siephanfttaße aufgefunden. Beim Prüfen des Inhalts wurde fest- gestellt, daß daraus drei Dutzend vergoldete Doppel- Herren-Uhrketten, vier Dutzend vergoldete einfache Herren-Uhrketten, acht Stück Glasperlen-Halsketten, echs Stück silberne Kolliers, vier Double-Kolliers und neun silberne Kolliers mit emaillierten Anhängern ent« wendet waren.-Am 19.d.M. wurde aus ber(Barterobe eines anderen Hotels ein dunkelgrauer mit Seide ge- ütterter Ueberzieher, mit der Firma Paul Wiedner, Limburg, unter dem Aufhänger, in dem sich ein Paar gestrickte Handschuhe, ein Taschentuch und eine Einlaß« harte zum (Befangenenlager Gießen befanden. - In den Nächten zum 10. und zum 11. ds. Mts. wurden zu Wi-seck drei Militärpferbe gestohlen. - In ber Nacht zum 26 Januar würben ebenfalls aus einem Hotel drei Dutzend fildeme Gabeln, Eßlöffel unb Tee- löffel entwenbet. Sachbienliche Mitteilungen nimmt bie hiesige Kriminalabteilung entgegen. - Die Sicher« heitswache nahm am 28. b. Mts. einen Solbaten ber Nachr.-Ers «AbtL 18 van ter Bespannungsabteilung, welcher in Heuchelheim im Quartier lag, fest, weil er zwei ber Nachrichlen-Abteilung gehörige Pferbe an einen Lanbwirt aus (Eggenberg bei Botha rechts» roibrig verkauft hatte.
* Patenterteilung. Der Gesellschaft für Beton- unb Eisenbetonbau m. b. H. Gießen würbe ein Reichspatent erteilt für eine sehr sinnreiche Erfinbung auf bem Gebiete bes Eisenbetonbauverfahrens. Ferner würbe von berfelben Gesellschaft bas Patent für eine neue Trockenbauweise, ben U-Plattenbau, angemelbet. Dieses Verfahren ist besonbers geeignet zur schnellen unb billigen Herstellung von Wohnhäusern unb Siebungsbauten.
1 ** Die hohen Festtage in biesem Jahre fallen
reichlich spät. Ostern fällt auf ben 20. April, Christi Himmelfahrt auf ben 29. Mai, Pfingsten wirb am 8. Juni unb Fronleichnam am 18. Juni gefeiert.
Landkreis Gießen.
0 Lich, 27. Ian. Bei ber gestrigen Wahl wurden 124 Stimmen weniger abgegeben als am vorhergehenden Sonntag. Während Mehrheitssozialbemo- hratie, Deutsche Volkspartei unb Hessische Dolkspa tei einen geringen Stimmenzuwachs bekamen, verloren bas Zentrum, bie Unabhängigen unb bie Demokraten eine beträchtliche Zahl an Stimmen, bie Demokraten hatten bei einer Stimmenzahl von 324 runb 130 Stimmen weniger als bei ber Nationalwahl.
Kreis Alsfeld.
dr. Stornborf, 26. Jan Die Diebereien, die während der letzten Einquartierung hier unb in unserem Nachbardorf Datenrob verübt würben, haben zum Teil ihre Aufklärung gefunben. So erbrachen in Vabenrob 3 bei bärtigen Lanbwirten in Diensten ftehenbe Knechte einen Militärwagen unb entwendeten daraus Patronen, Schuhe u bergl Da bie beiben jüngeren ter Täter, bie von auswärts sind unb seit Weihnachten bort bienen, noch in jugenb- lichem Alter stehen, so kann wohl ber ältere als ber Verführer gelten. Er würbe erst kurz vor Weih- nachten vom Militär en-llaffen.
Kreis Schotten.
e Schotten, 25. Ian. 3m Kreise Schotten mürben bei ben Hauptsammelstellcn bes Kreis-Obst- unb Gartenbau-Vereins insgesamt 7302,75kx Bucheckern abgeliefert.
Kreis Friedberg.
-4 Bad-Nauheim, 27. Jan. Unter zahlreicher Beteiligung ans allen Bevölkrrungte kreisen wurde faule der Re-lar i. R. Konrad Hahn .zur letzten Ruhe geleitet. Hahn war früher hier Lehrer; nachdem er baitn über ein Menschenalter als Rektor segensreich an der Spitze ber Gießener Volksschule gestanden, verbrachte er nach Versetzung in ben Ruhestand seinen Lebensal>end in unserer Babestadt
Starkenburg unb Rhrinhcssen.
— Groß-Gerau, 28. Ian. Die Zuckerfabrik hat wegen Kohlenmangels die Zuckerherstellung aufgeben müssen. Die noch vorhandenen Rüben wer- den zu Trockenschnitzeln verarbeitet.
n. Offenbach a.M,26. Ian. Der hiesige Zweig, verein bes Vogelsberger Höhen-Clubs veran- [taltcte tm Hotcl „Kaiser Friebrich" zu Ehren seiner im Felbe gefallenen unb zur Begrüßung ter heim- gekehrten Mitglieber einen VHC.-Abenb, an bem auch ber Dorsitzenbe bes Frankfurter Zweigvereins, Prof. Gg. Benber, teilnahm. Jedem Kriegsteilnehmer würbe
Krels Wetzlar.
- Crumbach, 28. Ian. Schütze Georg Bruck aus Crumbach, seit 14. Oktober vermißt, hat nunmehr aus belgischer Gefangenschaft geschrieben.
Hessen-Nassau.
Ulf Dab. Homburg, 28. Januar Aus der Bürgerschaft hat sich eine Kommission gebilbet, bie nach Frietensschluß Kaiser Wilhelm ersuchen will, einen Aufenthalt bauernb in Bab-Homburg zu nehmen, bas bekanntlich bem ehemaligen deutschen Kaiser viel zu verdanken hat.
= Frankfurt a. M., 28. Ian. Die Stadtverordnetenversammlung nahm heute gegen die Stimmen der Sozialdemokraten einen Antrag der demokratischen Fraktion an, in der nachdrücklich Protest gegen die Neuordnung der Gemeinbeoerfassung vor (Einberufung unb ohne Mitwirkung ber gesctzgcbenben preußischen Lanbesversammlung erhoben wirb. Der Magistrat würbe beauftragt, schleunigst Schritte zur gemeinsamen Stellungnahme ber preußischen Stäbte gegen die Durchführung ber von ber preußischen Re- gierung erlassenen Wohlverorbnung zu ergreifen.
= Frankfurt, 28. Ian. (Einen kaum gesehenen Besuch wiesen bie am etz en Samstag hier zum ersten- mal seit 5 Jahren wieoer abgehaltenen Maskenbälle auf, ein Beweis, baß bie Veranstaltungen einem „tiefempfunbenen Bebürfnis- enttsprachen. Wie von einwaubsreier Seite festgestellt würbe, nahmen an ben ehr kostspieligen Bällen auch sehr viele Arbeitslose teil. Am Samstag unb Sonntag trieben sich zahl- reiche Masken auf ben Straßen umher. - Iebe Be- merhung bazu ist überflüssig.
mr. Frankfurt a. M., 28. Jan. Vom Abschnittskommando IV der neutralen Zone wurde nunmehr die Genehm gimg erteilt, daß alle Personen, die in Arbeit stehen, einerlei, wann sie zu- (r&ogcn sind, in der neutralen Zone verbleiben können. Nur die arbeitslosen, nach 1. August 1914 zng »ogenen Personen müssen schleunigst entfernt werden.
— Frankfurt a. M., 28 Jan. Unter außerordentlich starker Beteiligung aller Beoölkerungs- schichten wurde Montag abend im „Kölner Hof" die Feier des 60 Geburtstages Kaiser Wilhelms II. begangen 3m Anschluß an bie Feier fanb bie Grün- bung einer Frankfurter Ortsgruppe des . Bundes deutscher Männer unb Frauen für bie persönliche Freiheit unb den Schutz Wilhelms II." statt, bet sofort etwa 400 Personen beitraten.
mr. Hanau (Main), 28. Ian. Die neuen Main- schleusenanlagen bei Dietesheim unb Rumpenheim gehen ihrer Vollenbung entgegen. Das Werk würbe trotz ber Kri.gszeit mit Hilfe von Kriegsgefangenen soweit oeförbert, baß mit Beginn bes Frühjahrs ber Waffe, wez nach Aschaffenburg auch für Rheinschiffe größten Inhalts fahrbar ist. Auch bie Schleusen bei Groß-Krotzenburg sinb nahezu sertiggestellt.
< Marburg, 27. Jan. 3n Michelbach starb im Alter von 85 Jahren Pfarrer a. D. Aug Heldmann. Der Verblichene, der in Viermiinden, Kirch- lotheim und zuletzt in Michelbach wirkte, war ein weitbekanntes Mitg ied des Hessischen Geschichtsvereins unb auf biesem Gebiete besonders fchriftstel- lerisch tätig.
— Wiesbaben, 28. Ian. Die ftanzösische Mili- tär-Iustizbehörbe hat ben in der Adolfs-Allee 47 wohnhaften Friedrich Lichenberg zu 6 Monaten Gefängnis, 500 Mk. Geldstrafe und 5 Mk. Entschädigung verurteilt, weil er einer Belgierin eine Ohrfeige gegeben und sie mit dem Ausdruck „verfaulte Fran- zösin" (pourrie de Francaise) beschimpft hat. - 3m nahen Biebrich ist dieBenutzung vonFahrrädern ohne (Erlaubnis der franz Kommendantur bei Strafe verboten Zahlreiche Reisende, die aus dem unbesetzten Gebiet hier eintrafen, wurden in ben letzten 14 Tagen bei ihrer Ankunft im Hauptbahnhof burch ftanzösische Solbaten körperlichen Leibesuntersuchungen unterzogen, wobei ihnen sämtliche mitgeführten Zeitungen unb Briefe beschlagnahmt wurden. Die „Sünder" wurden mit hohen Geldstrafen belegt, verschiedentlich erhielten sie auch Haftfttafen.
Hoehschulnaehrlehten.
mr. Frankfurt a. M^. 28. Jan. Prof. Dr. techn. Richard Edler v. Mises hat sich an der -naturwissenschaftlichen Fakultät für das Gebiet her angewandten Mathematik habilitiert. Pros, v. Mises war 6:8T)er Extraordinarius für angewandte Mathematik an der Unioeriität in Sttaß- burg und wurde von den Franzosen auszeloiescn. — Dr. Axel Born gehört- vom 1. Februar ab derselben Fakultät a s Prioatdozertt für Geologie an. Sc ine Anttittsvorlesung handelt von der Geologie des TaunuS.
Letzte Nachrichten.
Die Bcrhandlnngen in Spaa.
Berlin, 28. Januar. (WTB.) Die deutsche Waffen still st andskom Mission in Sp o hat die Entente um die frühzeitige Freigabe des Saatgutverkchrs zwischen dem besetzten und dem nicktbcsctzten Deutschland ersucht.
Die framdfifrfien Bcsatzungsbehörden hatten vor einiger Zett Personen, die vor bem 1. August 1914 im französischen Abschnitt der neutralen Zone nicht ansässig waren, ben Aufenthalt da'clbst verboten. Auf den Protest der deutschen Äasfenstill- ftandskommission hin ist neuerdings eine wesentliche Milderung di.ser Bestimmung erngetreten. Die französischen Bcsatzungsbehörden sind angewiesen, den Geiuchen von entlassene:! deutschen H e.esange- hörigen um Aufenthaltsgenehmigung für den französischen Abschnitt dcr neuttalen Zone zu entsprechen, falls diese Gesuche durch wirtschaftliche Verhältnisse gerechtfertigt erscheinen.
Gegen die Derhastung unb Aburteilung von Personen, die an der Beschlagnahme und Rückführung von Maschinen aus Belgien und Frankreich beteiligt waren ober solche Maschinen von der Heeresverwaltnna erworben haben. Hat die deut- sckie Waffenstillstandskommission Einspruch erhoben. Sie hat darauf hingewiesen, daß für alle Maßnahmen bett. Beschlagnahme unb Verkauf nur die deutsche Regierung und die Heeresverwaltung verantwortlich seien. Aus diesem Grunde ersuchte sie die Giitcnte um bie sofortige Freigabe aller in dieser Angelegenhett verhafteten Beschuldigten.
Die Reichsverfassuug.
Berlin, 29. Ian. Das Kabinett der Dolds- beauftragten nahm laut „Voff. Ztg." gestern ben Notverfasfungs-Entwurf bes Freistaaten-Aus- schuffes mit geringen 21bänberungen an. Das im Bericht enthaltene Wort „Dunbesrat" soll wieber ausgemerzt worben sein, bie Einrichtung bes Buntes- rats bleu e aber tatsächlich erhalten, jeher Freistaat mit weniger als einer Million Einwohner soll einen Vertret, r in bem sogenannten Staatenhaus erhalten, olle übrigen für je eine Million Einwohner einen Vertreter. Bayern mit seinen 6,8 Millionen erhalte sieden Stimmen, Preußen statt 17 19 Stimmen
tne Wahlen in preutzen.
Wch kreiS Berlin.
3m Wahlkreis Berlin sinb gezähtt worben: 961303 gültige unb 2316 ungültige Stimmen. Davon erhielten bie Mehiheitssozialisten 343009, bie Unabhängigen 270460, bie Deutsch-nationalen 99202, bie Demokraten 143751, bas Zentrum 52853, bie Deutsch« Volkspartei 52001 unb die Reformer 14 Stimmen. Drei Bezirke haben am Dienstag abenb noch gefehlt oerjnögen aber am Entergebms nichts mehr zu än- bern. Es werben erhalten bie Mehrheitssozialiste« 8 Mandate, bie Unabhängigen 6 Monbate, bie Demokraten 3, bie Deutfd).nationalen 2, Zentrum und Deutsche Volkspartei je ein Mandat.
Wjlfrci# Hessen-Nassau.
Das bis jetzt vorliegende Ergebnis für Hessen- Nassau lautet: Deutsche Volkspartei 59389 Stimmen 1 Mandat, Sozialdemokraten 382355 Stimmen 9Mandate, Demokraten 207173 Stimmen 5 Mandate, Deutsch-nationale 91326 Stimmen 2 Mandate, Zentrum 165416 Stimmen 5 Mandate, Unabhängige 34000 Stimmer 0 Mandat.
£ititcnbnrfl Ehrenbürger von Kassel.
Kassel, 28. Ian. (WTB.) Magisttat und Stadt- verordnetenversammlung beschloffen, (Beneralfelbmat schall van Hindenburg zum Ehrenbürger ber Stabt Kassel zu ernennen, nüchtern er fast zwei Monate lang in treuer unb beispielsloser Pflichterfüllung von hier aus bie Demobilisation unseres Heeres geleitet hat. Der Ehrenburgerbr ef würbe ihm heute burch be« Oberbürgermeister unb ben Stabtverorbnetenvorsteher überbracht.
Die Rückkehr der Sckntztrnppe für Dentsch-Lstafrika.
Berlin, 28. Jan. Die crff'i'd).' Regierung hat ber biit'dy n Wufsimslillstn. dsbommi s on mit- geteilt, daß General v. Letcorv Vordeck mit der Schutzttupoe sich noch in Dar^ Salam befindet. Dcr Tag ber Uebcrführung nach Europa ist noch nicht festgesetzt, hoch soll ber Abtta sport bald erfolgen. Tie Reise dauert voraussichtlich einen Monat. Die nach Abschluß des Waf^enst UstandoS unternommenen Schritte, bie bald s: Heimschas- fung der noch in seinblicher Hand bejinblidwn Ko- IoniaIbeutschen, namenttich aber ber in Dcutsch- Dffafrtfa besinnlichen Frauen und Kinder zu erreichen, werben fortgesetzt. Näheres ist bei ben zu ständigen Stellen, b?m Reichs Ko.onia'amt und bem Kommando bet Schutztrnp en, nicht bekannt. Sobald nxüere Meldungen cingehen, erfolgt sofort Veröffentlichung in ber Presse.
Die Lstpreußcv ßt en die Bolschewisten.
Bern, 28. Ian. (WTB.) Wie das Litauische Preffe-Bureau Lietuwa meldet, haben bie Deutschen in Ostpreußen trotz ber zwischen Deutschlanb unb Litauen herrschenben gespannten Beziehungen durch Vermittlung bes Präsibenten Batocki ber litaustchen Regierung ihre Unterstützung unter gleichzeitiger Liefe- rung von Waffen unb Munition gegen die Bolschewisten Angeboten. Die Entscheidung der litauischen Regierung steht noch aus.
DarmstädtcrBedeiikca iu derFraf,e Groß-'Htffe«.
Darmstadt, 28. Ian. (WTB3 Eine vom Oberbürgermeister heute einberufene Versammlung, welche sich mit der Frage der Bildung einer Groß-Hessens mit Abtrennung von Rhein-Heffe« unb Hinzuziehung von Hessen.Nassau unb eines Teils von Hannover befaßte, nahm einstimmig fol- gente Entschließung an:
Die am 28. Januar in den Rathoussaal vom Oberbürgermeister im 3nteresse von Darmstadts Zukunft einberufene Versammlung nimmt mit Befriedigung von der Erklärung bes Herrn Staat», sekretars Ulrich Kenntnis, nach ber bie heffiche Staats- regierung Wunsche ablehnen wirb, welche Heffe« schäbigen werben. Die Versammlung legt aufs Ent- schiebenste Verwahrung ein gegen die Möglichkeit, baß Darmftabt bei einer etwaigen Neuglieberung tm Reiche seinen Charakter als Lanbcshauptstabt oer- lieren könne. Darmftabt, das auf bie Leistungen in ber Vergangenheit unb ben Besitz einer Kultur mit bem Gefühl großer Dankbarkeit unb großer Befriebigung zurückblickt, verlangt im Interesse seiner Zukunft gebieterisch die Erhaltung ber Stabt als Lanbeshauptstabt. Sollte irgendwie eine Aenderung der Gliederung im Reiche doch in Betracht kommen, so ist diese nach Auffaffung dcr Versammlung unmöglich, ohne die freie Selbst- bestimmung ber Bevölkerung, welche ihre kulturellen unb wirtschaftlichen Bedürfnisse in erster Linie beurteilen kann.
Wit« als Frkistaot.
®itn, 28. Jan. (WTB.) Zn einer zahlreich besuchten Versammlung Hi lt Bürgermcister Dr. Weißkirchner eine Rede, in her er nach einem Bericht der Lo'al-Wrrespvnd'nrz ber Meinung Ausdruck gab, haß der Anschluß Deutsch- Oesterreichs an Deutschland unter der VorauS- sctztmg werde erfolgen können, daß auch uns die Sicherheit einer Leoensexistenz geboten unb insbesondere auch die Zukunft Wiei s ben Wienern verbürgt werde. Er habe den (^Danken auä Deutschland übernommen, Wien als Freistaat zu erklären und Wien in die Reihe her Bundesstaaten aufzunehmen. ES werde kaum ein anderer Weg übrig bleiben. Ter ZcnttumK- abgeordnetc Dr. Pf isfer-Berlin betonte die Not- nx'ttbigleit eines Zn-ammenschluseS bei Wahrung der Rechte der Stadt Wien. TaS Zentrum )d)c gar kein Hindernis darin, daß die Hälfte Schwergew.chlS in Wien liege, wenn ein Präsident zeitweise seinen Wohnsitz in Wien Aufschläge und daß die Deutsch-Oesterreicher einen befruchtenden Weg in den Orient eröffnen.
Tie Niederlage der bolschcwisiifchcv Truppen.
London, 28. Jan. (WTB.) Reuter erfährt, baß nach ben letzten Nachrichten, welche bie britischen Militärstellen erhalten haben, bie Nieberlage ber bolschewistischen Heere in Estlanb jetzt vollstänbig ist. Diese Nieberlage ftrafe bie Soroietpropaganba Lügen, bie versuchte, bie Leistungsfähigkeit ber Roten Armee unb ber revolutionären Regierung zu Übertreiben. Es ist bekannt, baß mehrere Regimenter Roter Garbe be|crtirrten, sobalb sie gut organisierten Streitkräften gegenüberg-stcllt würben, was ein beut- l'ches Zeichen bafür ist, baß bas bolschewist sche Heer sich von ber Propaganba mehr (Erfolg verspricht als von ben Kämpfen. Berichte aus alliierten Kreisen aus Omsk bezeugen, bah bie Volsckewisten nicht länger mehr als politische Partei angesprochen werben können. Sie bilben eine verhältnismäßig kleine Klaffe, bie bas Volk terrorisiert. Die Bolschewisten begehe« unbeschreibliche Grausamkeiten an der Bevölkerung. ! Alle Kirchen sinb geschloffen unb viele u eistliche war- I ben ermordet. (Ein Bischof ist lebenbig oerbraiud I worben.


