Ausgabe 
28.8.1919
 
Einzelbild herunterladen

19]ß (£4

6bt. «ft

Si'fe t Die N»M *w*?4

rie die Duplikate geil irb deshalb zur hdb LckM^mgkn flut u unten Armen unöte i fatidjfeila abzuieW sogaumter wittdui en BerbvidlMgen ji« ringend dawn shändigmig eines (S* auf Grund die>es8

^4

des neuen Ni? KL KE: rhMl ^enübn *

^^en. Ah m der ithf $, ^.Ernährung bebü* dte «kbsivers»q.

.legerer 3eü etT *n bishn » und datz die <£

«s demnächst oiigfIK die Erhöhung $q Gerung der den Üv^ Mate in IßrotgctTt te Freigabe den <M te bs »u besserer U* rnte an} das aller» werden: btmgmäil ng von Gerste an nd zwar in üöbe * Butt. Diese tarldn esicbts der Tatfadr.x g der Futtermittel l ufgrhobm, insbeicw ismästig geringe Wh ^grtmvestelle srei^M rteressen der lanb» 10 vereinbar.

i Duplikatfrack : sind mehrfach wu»j drgt hörten, ba&i«® tr oberflächlich teh Sieferum von £*t : gegen wtegwj« djs'itn Wn

tll MM®?* iitwirÄmg oeS v» z Kümmel, hmals auMlM

wrr« ich nei^l licht

§L 1852 ^, rgange« ra

laä er

Ä

tM & memt ?As ?W LZA-

* *1Sa

ich t(ö

L Vvrt ni« ! n «ft'

ischmaWne» nmgk t and) schvn sm L AKM-L

« die

>rt Da meie

»*ÄS

Hr. 199 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)

Mittwoch, 27. August 1919

(Ein Sebenttag öes R. 3. R. 222.

Gießen, den 27. Aug. 1919.

Leute vor fünf fahren standen die in Gießen zusammen gestellten vier Kompagni n diepes Rcgr- ments auf dem Los der neuen Kaserne, um von dem! Rvgimcntsführer, Herrn Oberst Rißtt, und bemi Bataillonsführer, Oberstleutnarrt Freiherr von R o t s m a n n , übernommen zu werden. Der 27. August 1914 war der Gründungstag dieses ERegimente, das nur eine kurze, aber glänzende Geschickte l/inter sich hat. Ist es an der Zeit, emen militärischen Gedenktag zu feiern? Ja, es iit so­gar notwendig, daß mir in dieser Zeit tief­ster Schmach und ErniedriZung uns einmal der der Zeiten erinnern, die groß, und erhebend waren, um aus ihnen wieder den neuen Mut zu schöpfen und um den Glauben an unser Volk nicht ganz zu verlieren. Und es war eilte gewaltige Zeit, und das, was sie in die Seele des Einzelnen hineingelegt hat, ist nicht bei allen ertötet, und dieses schlummernde Etwas soll wieder einmal aufgeweckt ivcrden. Und es ist sogar Pflicht fid) dieses Gedenktages zu erinnern, weil uns dies Gelegenheit gibt, auch der vielen, allzuvielen unserer Besten zu gedenken, die mit uns hinaus- zoaen und nicht mehr wiederkamen, die in dem Glauben starben, daß ihr Tod nicht vergebens sei.

Denkt Ihr noch daran, Ihr Regimentskame­raden, mit welcher Begeisterung wir uns alle freiwillig meldeten, weil das Vaterland in Ge­fahr nicht weil Deutschland einen Raubkrieg vom Zaune brach denkt Ihr noch an den un­vergeßlichen Abschiedsabend, den uns die Uni­versität bereitete, an die tiesergreifenden Worte des allverehrten Herrn Geh. Kirchenrats Professor D. Eck, an die wir so oft noch da draußen in Kamps und Not gedachten, an das kurze, klare, echt soldatische Ytelöbnis unseres Oberst, daß wir unserem Fahneneid getreu, unsere Pflicht tun wollten: denkr Ihr noch an den unvergleichlichen Ausmarsch durch das im Flaggeufchmuck pran­gende Gießen, an die Blumenfülle, die uns die Heimat mit aus den schweren Gang gab? Denkt Ihr noch an die schönen Bischweiler Tage, an die gute deutsche Gesinnung, die uns, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, dort entgegen­gebracht wurde? Denkt Ihr noch an den 29. Sep­tember, als zum erstenmal 'das ganze Regiment vor unserem Oberft ft and und er nach kurzer Be­grüßung im Namen des Regiments gelobte:Kein Regiment dars es dem Regiment 222 zuvortun in Liebe zu Kaiser und Vaterland, in Erfüllung all der schweren Pflichten, in Disziplin und Tapferkeit, keinem Regiment dürfen wir den Vor­rang lassen!"? Wie donnerte da das dreifache Hurra aus unseren ftaifer über die weite Ebene des Platzes.

Und denkt Ihr noch daran, als das XXIV. Reservekorps nm 14. Oktober 1914 zum ersten­mal vor seinem Kaiser in Parade stand und ihm ins Auge sehen konnte. Es war auf dem Schlachtfelde von Gravelotte.Wir stehen hier," so sprach er damals mit weit schallender Stimme mitten int Truppenviereck stehend,an blut ge­weihter, historischer Stätte, wo Kaiser Wilhelm der Große siegreich gefochten und das erkämpft hat, was wir fetzt gegen eine Welt von Feinden verteidigeit müssen. Ein Wille und eine Idee umfaßt in dieser ernsten Zeit Speer und Volk, und mein Hurra gilt unserem geliebten Vaterland." Unter dem Donner der schweren Motorbatterien, der von der Kampffront bei 23erbun herüber­dröhnte, brausten die Hurras auf Vaterland und Kaiser gen Himmel. Denkt an diesen Augenblick zurück, gerade jetzt, wo man unserem Kaiser die Hauptschuld am Kriege zuschieben und ihn, dem in guten Tagen ein 70 Millionen Volk zujubelte, den rack>edurstenden Feinden ausliefern will. Und als es dann Ernst wurde! Denkt Ihr noch an die Wochen in den verschlammten Gräben Nord- frankreichs, wo wir Tag und Nacht im feind­lichen Feuer standhalten mußten und nicht so erwidern konnten, wie wir mochten, weil es uns an Munition und an weittragender Artillerie fehlte? Ter ganze Entwicklungsgang der Frei- wrlligen-Regimenter, Ausstellung, Ausbildung und Ausrüstung ist für diejenigen, die die Wahrheit erkennen wollen, allein schon Beweis dafür, daß wir den Krieg nicht vorbereiteten und nicht, wollten. Denkt Ihr noch an die schweren Kämpfe in Polen, am 30. November, am 1. Adventstag, den Sturm über die vereiste Widawaka und vor allem an den glorreichen 3. Dezember an das Gefecht bei Eriwangorod und im Walde bei Dlu- towek? Hier war es, wo die 222er beweisen konnten, daß sie vollwertige Soldaten waren, als namentlich die Kompagnien des I. Bataillons im rasenden Feuer der vielfach an Zahl überlegenen Russen unter schwersten Verlusten, aber mit Deutschland, Deutschland über alles" auf den Lippen bis in die feindliche Artilleriestellung vor- stießen und am Nachmittag noch den großen Wald von Dlutowek säuberten. Daß diese Kämpfe im Rahmen des Ganzen ganz hervorragende Leistun-

Ragna Svendburg.

Roman von Anny Wothe.

^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 43.

Es war kein stolzer, freudiger Mutterblick, der das Kind traf. Etwas unheimlich Rätselhaftes glomm in Sigrids Augen auf, fast wie geheime .Angst vor etwas Unsagbarem.

Findest du Sven hübsch, Ragna?"

Natürlich reizend. Es ist ein sehr kräftiges, ungewöhnlich' artiges Kind."

Gleicht es mir?"

Nein, Süßes, es hat die Augen von Sven und auch das Näschen fdyeint mir dem seinen zu gleichen, nur die blonden, weichen Löckchen."

Tie hat es von dir," sagte Sigrid fast herb. Also keinen Zug von mir, seiner Mutter, das glaube ich wohl."

Sie warf sich ärgerlich auf die andere Seite.

Aber Herz," sagte Ragna,das kann dich doch nicht aufregen. Vielleicht wird er noch ganz so wie du."

Daß Gott behüt'," entgegnete die junge Frau heftig.

Soll ich dir das Kind bringen?" fragte Ragna sanft, in der Meinung, der Anblick des Kindes würde Sigrid bwuhigen.

Nein, um Gottes willen, nein. Laß doch die kleine Schlafmütze liegen. Den ganzen Tag schläft die Range und wenn man mal mit ihr spielen will, heult sie zum schlecht werden."

Kleine Kinder schlafen immer, Herz," be­lehrt- Ragna die junge Frau,das solltest du, trotz deiner Jugend doch wissen."

Ach was, es ist langivelig mit dem Jungen," sagte Sigrid,ich weißt nichts mit ihm Uran­fängen und Sven und dich kann ich absolut Nicht begreifen, wie ihr stundenlang den kleinen Kerl angucken könnt und nicht müde werdet, immer neue Schönheiten und Eigenheiten an ihm zu ent- decken."

Tas findet sich alles, Sigpid," tröstete Ragna, werde nur erst ganz gesund, dann wirst du auch Freud: an dem Kinde haben."

Freude," sagte Sigrid, wrld auflach-eno. Freude? Nein, da irrst du, an meine Schmach wird es mich stets erinnern^ seinem Vater ohne Liebe anzugehören. Tas ist es, was mir der Junge Tag und Nacht in die Ohren schreck. So, nun iveißt du es!"

Sigrid!" Ragna hielt mit beiden Armen den bebenden Körper der Schwester umfangen. Sollte wirklich all' ihr Ringen und Kämpfen vergebens gewesen sein? War das gute Einvernehmen, das zwiscl-en dem Ehepaar anscheinend seit Wochen herrschte, wirklich nur ein scheinbares?

Sigrid nrachte sich aus Ragnas Armen frei. So laß mich doch," rief sie heftig.Schilt mich doch lieber, aber sieh' mich doch nicht mck so großen Aikgen an, die voll Tränen stehen. Ich kamr ba<2 Weinen nun einmal nicht leiden unb nun vollends um mich erst recht nicht."

Sigrid, du bist krank," sagte Ragna bestimmt, komm, laß dich zu Bett brmgen, Herz, da gehen alle die dummen GÄxrnken vorüber. Nacht wahr ^^Natürlich," grollte Sigrid, das reizende Köpf­chen ein klein wenig herumdrehend. Tut man immer weiter, als wäre ich ein Leines Kind, Sven

gen touren, das sagt Stegemami in feinem 2. Bande Seite 309 mit den Worten:Südlich von Pabianice trat als letzte Verstärkung die 48. Division des XXIV. R.-K. in den Kampf, die General von Gerok aus Flandern herangeführt hatte. Sie schritt mit Breslauer Landsturmver- bänden zum Angriff, nachdem sie in einem Ge­waltmarsch auf das Schlachtfeld gelangt war, und warf die Russen im prachtvollen Sturm aus Halt und Rahmen. Am 5. Dezember war Pabianice von Süden umfaßt und seine Widerstandskraft ge- brochen, der Flankenstützpunkt Pabianice genom­men und Lodz in der aufgerissenen Weiche be­droht. Das II. Korps und das XXFV. Reservekorps hatten als Rächer die Straße PabianiceWadlew erreicht, um die das XI. Korps am 20. November vergebens gerungen und an der Scheffers Divi­sionen damals umsonst so schwer g:b.utet batten " Das hat ferner der Generalstab des Feldheeres in dem Heft 19Der große Krieg in Einzcl- darstellungen" unter dem TitelDie Schlacht bei Lodz" von Major von Wulfsen geschildert, indem er berichtet:Unter dem Befehl des Kom­mun dierer.den Generals des XXIV. Reservekorps, General der Infanterie von Gerok, hatte die 48. Reserve-Division in Gewaltmärschen den Wi- dawlä-Abschnitr erreicht und den lieber iq nach langem Kampsp erzwungen, wodurch ich dem Korps Breslau und dem Kavallcriekorps From­me! das Ueberschreiten dieses Absclplcktes erst wie­der möglich geworden war. Tic 48. Reserve-Divi­sion hatte am Morgen bei Karcziny den Ueber- gang über die Grabia erkämpft. Zur Verfolgung des von: II. Korps geschlagenen Feindes im Vor- marsch auf Pawlikowice begriffen, wurde sie in ihrer rechten Flanke von der russischen 7. Divi­sion angegriffen; jedoch wurde diese gegen Abend unter schwersten Verlusten über Dlutow in nord­östlicher Richtung zurückgeworfen."

Und das hat uns unser Hiudeirburg damals selbst in einem Tagesbefehl zum Ausdruck ge­bracht. Und wie unsagbar schwer und verlustreich waren die Kämpfe in den Karpathen und um die Stellungen bei Str hi? lieber all Ivo die 222er auftraten, da haben sie eingedenk dem gegebenen Gelöbnis bis zum letzten Tag, und man kann fast sogen bis zum letzten Mmm ihre Pfticht getan. Und wenn heute am Gedächtnistage nur die erste Kampfzeit in ganz kurzen Zügen geschil­dert werden soll, so geschieht es, weil mit Be­endigung der Kämpfe bis zum Dnjeftr das Regi­ment feinen eigentlichen Charakter als Freiwil- ligen-Rcgiment verloren hat. Sein Bestand war zusammengesckmolzm, die Mehrzahl der Leute war tot, verwundet, gefangen, vermißt ober erkrankt, und beute ist nur noch ein verschwindend kleines Häuflein vorhanden, und von Riefen nur ganz einzelne, die ohne Wunden unb Krankheit davon­gekommen sind. Und in diesen Freiwilligen-Regi- mentern hat Deutschlands beste, begeistertste Ju­gend ihren Untergang gefunden. Unb das ist das Erschütternde dieses Gedenktages. Denn lvas bann als jugendlicher Ersatz hinauskam, um die Lücken zu füllen, die der Kampf geriffen, das war nicht mehr die von Begeisterung vurchglühte, zu höchsten Leiftmigen fähige Jugend. Daß man namentlich beim Regiment 222 von einem Freiwilli­gen-Regiment sprechen foiutte, das mögen einige Ziffern beweisen, die uns aus der Kriegsstamm­rolle einer Kompagnie zur Verfügung stehen. Die 232 Unteroffiziere unb Mannschaften dieser Kom­pagnie verteilen sich mit 66 Mann auf den Ar- beiterftanb, 30 Mann auf den Handwerkerstand, 23 Mann auf die Landwirtschaft und 113 Mann auf "die Schüler, Studenten, Lehrer, Kaufleute, Beamte, Mechaniker, Techniker ufto. Von den 96 Mann der beiden erftgehannben Kategorien Haren 34»/o. von den 30 Landwirten 3% und von den 113 Mann mit höherer Schulbildung 78% Kriegsfreiwillige. Die Ueberrefte der Kompagnie Sen fick,! zu einer Vereinigung zufammengeschlos- . An diese Zahlen wollen wir in den Tagen

Tiefstandes gedenken, wo unser Volk physisch und moralisch, wirtschaftli^chf politisch und mili­tärisch zusammengeb rochen ist. Es war ein herr­licher Geist, der das gairze Regiment, Osfizier- korps wie Mannschaften, durchglühte, der Geist ocf.iter soldatischer Kameradschaft, Ijingebenber zu jedem Opfer bereiter Vaterlandsliebe, freiwilliger Unterordnung und restloser Pflichterfüllung. Nur mit solchen Eigenschaften ist Großes zu erreichm und wenn unser Vaterland unb untere engere Heimat von den eigentlichen Schirecken des Krieges verschont geblieben ist, so hoben die Freiwilligem. Regimenter und darunter auch'des R.-J'.-R. 222, das in der Hauptsache aus Gießenern jmb ober- hessischen Söhnen bestand, ihr gut Teil beige tragen. Daran.wollen wir am heutigen Tage denken und wenn die Zahl222" auch von den Achselklappen verschwunden ist, der Geist soll in dem flehten Häuslein weiterleben, das noch vorhandeit ist unb die Jugend von heute und die Jugend, die Kommt, muß stch diesen Geist wieder aneignen, wenn Deutschland nicht zu Grunde gehen soll. G.

An» Statt ttttö Land.

Gießen, den 27. Aug. 1919.

** Tie M itarbeit hessischer und ba di scher Künstler und Kunsthand­werker an de r Leipziger Entwurfs­und M o d e l l m e s sc. Tte Vertretung der hessi­schen und badischieit Künstler unb KnnstlMtdwcrker würde dem Vertrauensmann des Deutschen Werk­bundes für den Bezirk Mittelrhein, Architekt Pros. Hugo Eberhardt, Offenbach a. M., über­tragen, der zu jeglicher Beratung und Auskunft bereit ist. Tic Entwurfs- unb Modellmesse findet alljährlich zweimal im Frühjahr und Herbst statt. Tie angemdbeten Entwürfe, die alle Gebiete kauft- gen erblicher und kunstindustrieller Arbeit um­fassen, unterliegen vor der Zulassung einer Be­urteilung durch den Ausnahmeausschuß, der zum ersten Male am 23. August in Leipzig zusammen- getreten ist.

** Gin Militär-Streichkonzert der Regimentsmusik dcS Reick>Zwehr-Inf.-Regts. 36, Leitung Obermusikmeister Loder, unter Mitwirkung des Eornct ä Piston-Virtuosen Louis Kümmel, Großh. Hess. Kammervirtuos, Darmstadt, findet morgen abenb 8 Uhr auf der Liebigsböhc statt. Ter Generalanzeiger Hamburgi-Altoua schreibt über den bekannten Piston Vittuosen: .Ter Künstler be­herrscht das Instrument mit einer Virtualität, die ihresgleichen jucht. Tas Publikum ibnntc sich nicht genug tun ijn Beifallsklatschen und Hervorrufen des Künstlers.

Turnen.

** Feldbergfest am nächsten Sonn­tag d e n 3 1. A u g u st. Tie fvanzöfischc Militär­behörde hat zwar die Abhalttlng des Feldbergfestes auf dem Berg genehmigt, bodji hat sie sich alle Koutrollrechite Vorbehalten. Unter diesen Umstän­den kann der FÄdbergsest-^lusschuß nicht die Ver­antwortung für etwa vvrkomrnende Ungelegen Hecken übernehmen, die uirter Umständen von recht großer Bedeutung werben könnten. Aus diesem Grunde ist nunmehr endgültig der Beschluß gefaßt wor­den, für dieses Jahr das Feldbergturiren auf dem Truppe n-Uebungsplatzixr früheren Gar­nison Bad Homburg abzuhalten. Es sind bis jetzt mehr als 1200 EinzelwettMmpfer ange­meldet. Zum Kampfe um das Völsungenyorn wer­den sechs Mannschaften antreten. Um das Jahn- schild werden sich 12 Mannschaften im Eilbotenlauf (rneffen. Der Ordnungsgang ist folgender: früh Morgens 7Vr Uhr Kampftichtersitzrmg in der Hat- tertsmühle, 9 Uhr Allgemerne Freiübungen, an­schließend Vierkcmrpf. Von 1 Uhr ab Mannschafts­kämpfe und Wettkampf spiele.___________________

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Wechselnd bewölkt, zeckweise Regenschauer, Temperatur wenig geändert; Winde aus' west­lichen Richtungen vorherrschend.

Aus dem Reiche.

Die Ententekommission in Oberschlesien.

G l e i w i tz, 26. Aug. Heute vormittag traf die Ententekommission im Stcchsguartier ber 117. Jnfanteriebrigade (32. Reichswehrbrigade) in Gleiwitz ein. Ter Tivisionskommandeur, Ge­neral H o e f e r , begrüßte die Kommission und fragte nach ihren Wünschen. Ter Führer der Kom- miision, Oberflleutnant Tisdbury bat um die Genehmigung, int Gebiet der Division.zu reifen, um persönliche Eindrücke zu gembmen. Diese Ge­nehmigung wurde erteilt. Sodann nahm der erste GmeralstobsoffiziLr der Division, Haupt m amt Gall, das Wort. Er schilderte die Enckvickelung des polnischen Aufstandes und die jetzige mili­tärische Lage. Ter Vortragende bewies an der Hand zahlreicher Dokumente, daß der Aufstand ein rein polnischer und kein spartakiftischer ge- ivei'en ist. Kommandeur Hornig von der mi­litärischen Polizeistelle in Gleiwitz erläuterte ein- geljeatb die Zusammemetzung der Polska Organi­sation Wojenna. Alsdann schilderte Hauptmann Mebes von der 11. Infanteriedivision die Vor­gänge im Juni d. Js. Nach der Befprechung, die reidjlidp eine Stunde dauerte, fuhr die Kom- ntission unter Führung des Hcutptmanns Holzammer vom Generalkomickando des 6. A. K. über Beuthen nach Neudeck . Aus dem von Haupt­mann Gall vorgelegten Beweismaterial werden in den nächsten Tagen ausführliche Schilderungen erfolgen.

Htndenburg, 26. Aug. Tie Ententekom- mission traf unter Führung des englischen Oberst-' leutnants T i s d b u r l; heute nachmittag von Glei­witz kommend hier ein und verhandelte mit ben Vertretern aller deutschen und polnisckM Parteien um die Ursachen des Aufruhrs festzustellen. Auch die Streikenden brachten ihre Beschwerden vor. Tie Kommission begab sich dann nach Lipine, wo nieoerum die Vertteter aller Parteien zu einer

Konferenz geloben waren Svdann fuhren die Herren nach der Godulla-Hütte unb der Schlesien- grübe. Als Vertteter des Staatslommissars Hör- iing begleitet die ftvmMission £cr Arbeftersekretär Bnsch aus Hiudenbury. Morgen iiyirb der weitere ober schlesisch- Jndustnebezirk bereist. Ter Korn- Mission sind zwei Dolmetscher beigegeben.

Breslau, 26. Aug. Nacktem im ^ber- schlesischen Industriegebiet wieder 9hlbe und Ord nug cingctclyrt sind, die Arbeit auf den Gruben- und Hüttenwerken zum großen Teil wieder Mist genommen ist, nunmehr keine GcfalTr besteht, daß die Arbeitswilligen durch terroristische Akte von der Arbeit abgelwlten Ivcrden ußd durch das tat­kräftige Eingreifen der Reick: slvchrttuppen der Aus­stand der polnischen Insurgenten und Spartalilten medergeschlaeen ist, lat der Reichs und Staats- koinmissar für Schlesien und Westposen tm Ein­vernehmen mit dem Komnrandiercnden General des.6. Ä.-K. den am 18. August 1919 verkündeten verschärften Belage r u it g szu st anb aufgehoben, der über Oberschlesicn mit Aus nähme der Kreise LeobsckKtz, Neustadt, Neisse, Groltkau und Falkenberg verlangt lrh>rbcn war. Es treten somit wieder die Söeitiinurungen des Bc 1 agcrungszustandes in Kraft, die fdjion Vvr dem 18. August 1919 gegolten haben.

Erzberger und Schcidemann in St. Moritz.

Berlin, 27. Aug. LautL.-A." ist Reichs finanzminister Er z b er ge r in St. Mv r i tz ein- getcoffen, ivo sich auch Scheidern ann befindet. Die Fuldaer Bischofskonferenz gegen die Aus licferung des Kaisers.

Köln, 26. Aug. Aus Fnlba wird derKöln. Bolksztg." anlässlich der Bisck>osskonfekenz gerne! bet, daß sämtliche' Bischöfe der Fuldaer Konferenz beim Papst vor geraumerZeit unb neuerdings wieder int Lause des verflossenen 9Tco- nccks Juli vorstellig geworden sind mit,der drin genbeit Bitte, er möge das ganze Gewicht seines Einflusses bei den Verbandsmächten geltend machten, damit von der Forderung der Aus' licferung des deutschen Kaisers Ab­stand genommen werde.

Ein Steinkohlenvorkommen im Teutoburger Walde.

Bielefeld, 27. Aug. (B. T.) Der Bezirks- geologe Dr. Mc st werbt hat in Hannover am Norbyang des Teutoburger Waldes ein abbauwürdiges Steinkohlenvorkommen festgestellt Ferner wird die Wieberinbettiebnahme der 1884 stillgelegten Zeche Friedrich-Wilhelm-Glück bei Dornberg (Kreis Bielefeld) geplant. Auch bet Ab­bau der sich hieran anschließenden Kohlenseldet, die sich bis Osnabrück ersttccken, ivtrb ernstlich erwogen.

Ein Ausstand der Bankbeamten in Dresden.

Dresden, 27. Aug. (B. T.) Tie hiesigen Bankbeamten beschlossen, am 1. September die Arbeit niederzulegen, nachdem die Bankleckungen abgelehnt hatten, einen Darif­abschluß bis zum 20. August zu unterzeichnen.

Italien und der Friedensvertrag.

Berlin, 27. Aug. Nach demVorwärts" hat der Nationalrat der italienischen' V o l k s p a r t e i eine Tagesordnung angenommen, in der er sich gegen die Ratifikation des Versailler Friedensvertrages wendet und damit die Gegnerschaft gegen den Gewaltfrieden stärkt. Nach der gleichen Quellc finden heute in Amsterdam Besprechungen zwi schen den Führern der Bergarbeitervewegung aller Länder über die Abhaltung eines internationalen Bergarbeiterkongreffes statt. Die btttischm Berg­arbeiter werden durch Smillie unb Hodges ver­treten. Die deutschen Delegierten trafen bis auf Hue schon gestern ein.

Der Kampf gegen Sowjel-Ruhlaitd.

Amsterdam, 27. Aug. (WTB.' Ti? .'Ti­mes" meldet aus Helsingfors, daß Finnen, Esth- länder und Russen nicht in der Lag? fein werden, Petersburg vor dem Winter zu be­setzen. Tie Esthländer sind nicht geneigt, vor- zumarschieren, bevor die Alliierten ihre Unab­hängigkeit formell anerkannt hätten. Tie finnische Mitarbeit fei zweifelhaft, seitdem die finnischen Sozialisten Mannerheim bei der Präsidentschaft^ wähl geschlagen haben. Man erwartet, dap die Bolschewisten an der Pskow-Front eine starke Offen­sive unternehmen werden^, um einen Turchbruck zu versuchen. Augenblicklich wird eine große bol­schewistisch: Truppenmacht an dieser Front zusam­men gezogen. In Finnland führen die Dolsche reiften eine lebhafte Propaganda. Es wurde eine große Menge bolschewistischer Literatur über die Grenze gebracht. Tesgleichen wurden zahlreich, Gewehre und Bomben sowie große Mengen von Munition nach Finnland geschmuggelt.

Eine Flugkonkurrenz in Neupork.

Berlin, 27. Aug. Nach derDeutschen Allgemeinen Ztg." beginnt in den nächsten Tagen in Neuhork eine große Fluykonkurrenz, an der auch deutsche Maschinen teilnehmen sollen.

tut auch immer so. Nichts als Rücksicht und Liebe, und wenn man das unsinnigste Zeug verlangt, und das soll einer aushalten."

T-u versündigst dich wirklich Sigrid," ent» gegnete Ragna ernst.Aus den Knien solltest du Sven für seine tausendfachen Rücksichten unb Auf­merksamkeiten danken und dich bemühen, ihm eine treue Gefährtin, ein guter Kanwrad zu fern, wenn d-in Herz dir mehr zu sein verbietet. Schon um des Kindes willen, Sigrid, ich bckte dich."

O, Gott ja, damit hast du mich sch^on da­mals so gvenz-enbos elend gemacht, und nun soll es weiter gehen, ein ganzes langes Leben hin­durch das kann ich nicht."

Tu mußt," sagte Ragna hatt.Hast du denn nicht das kleinste Gefühl für Ehre und Pfticht? Rührt dich nicht dies^ unschnünge Kind dott und mahnt dich, ehrlich zu känrpsm, schon um seinet­willen."

(Sigrib lachte. Ein leises, höhnisches Lachen. Ach, xhr leichtgläubigen Philister," höhnte sie, unb doch klang es wie heißes qualvolles Weh aus ihren Worten hervor,tote versteht ihr es doch, Gedanken und Gefühle zu zergliÄ>ern unb euer Herz als einen Kasten anzusehen, wo man alles hübsch nacheinander einpackt, um nach Bedarf da­von heraus zu nehmen, aber den einzigen flam­menden Blitzstrahl einer großen Leidenschaft ben kennt ihr nicht, und wo er euch in den Weg tritt, da nennt ihr ihn Sünde. Wer kann meine Ge- fülfte in Fesseln schlagen? Eure Pflicht! Ich lache ihrer, denn sie ist der Hemmschuh auf dem Wege zur Seligkeit. Ich"

Ein Kinderlallen schlug an Sigrids Ohr, fo süß unb weich, und unwillkürlich verstummte sie,

Ragna, die mit wechselnden Gefühlen ben Ge­dankenausbrüchen Sigrids gelauscht, trat schweigend an die Wiege. Ebenso schweigsam nahm sie das Kind, das sie groß und fragend mit Svens Augen anlächelte, aus dem Bettchen und trug es zu Sigrid hinüber.

Sieb' deinem Kinde ins Auge," sagte sie ernst,und bann wiederhole mir, was du soeben gesagt hast, unb ich will dir helfen frei zu werden von der Lost, an der du dich zu Tode schleppst."

Tas Kind ruhte in Sigrids Schoße unb sah ernst zu der jungen Mutter auf. Verstand es, daß hier eine Schicksalsfrage gestellt wurde? Ein,- bange, schwere Pause. Ragnas Hände schlangen sich unwillkürlich zum Gebet.

Nur das nicht," flehte es heiß in ihrem Herzen,barmherziger Gott, nur das nicht. Laß das Kind den Weg zum Mutterherzen finden, hilf o Herr!"

Sigrids Augen verloren etwas von ihrem starren Blick. Lange unb nachdenklich ruhten sie auf dem Kindermcklitz, das so unschuldsvoll aus dem Bündel Spitzen zu ihr aussah. Dann aber geschah das Wunderbarste, Sigrids Ausien wurden weicher und 'recidier, wie Tränen schimmerte es darin auf, unb dann brach ein Schluchzen von ihren Lippen unb das Kind an ihre Brust reißend und sein Gesichtchen mit Küssen unb Tränen bc deckend, rief sie:Mein süßes, mein einziges Glück, deckle Mutter hat dich lieb, ach so lieb."

Heber Ragnas Antlitz flog es wie Sonnen, glanz. Tas Kind fand also ben Weg zum Mutter herzen und bahnte so den Weg zum Glück?

(Fortsetzung folgt.)