Ausgabe 
28.6.1919
 
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Der Doppelgänger.

[Roman von CarlSchüler. (Schluß.)

Nirchttche Nachrichten.

Gottesdienst am Sonntag den 29. Start (2. Trinitatis).

Evangelische Gemeinde.

AMBI- Dachktein-Maschine für Handbetrieb arbeitet rasch, sparsam and nrrerfltarir

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onbern sichtbar« Züge oersöhnltchen Gei,-I t e S, vor allem eine Amnestie der politische vlgten. Der Sozialismus allein könne die Diensch- 1 bei* retten, und er werde sie retten, denn Cr 1 Weltrevolutron marschiere.

Die Kümpfe in Hamburg.

Hamburg, 28. Juni. (WTB.) Die Zahl! der Opfer bei den Kämpfen in Hamburg ifi I auf 54 gestiegen. Bon der Freiwilligentruppe B e fc. I renfeld werden weitere 19 Mann vermiß, fl Im Laufe deS gestrigen nachmittags versuch.! ten 200 Bewaffnete das Festunas. N gcfängniS zu stürmen. Sie wurden jedmt I von den Vollswehrtruppen und den Polizeimann. | schäften daran gehindert, worauf sie ahogen.

Unruhen in Harburg.

Harburg, 27. Juni. (W. L.) Hier las es heute zu Unruhen. Ten Anlaß gab ein Ge- m ü seh ä n d le r, der auf dem Wock-enmarkt 60 Pfennig f ü r das Pfund Kartoffeln verlangte. Gröbere Ansammlungen suchten der- schiedene Lebensmittelbetriebe sowie Nesdauranq auf, um Revisionen vJrzunehmen. Mittags |dg ein großer Trupp nach dem Gerülstsgefängnij und.verlangte die Herausgabe der pol,, tischen Gefangenen, smvie der weym g^ ringer Vergehen verurteilten Personen. Diese« Ansinnen muhte stattgegeben wer« den. Gröbere Ansammlungen fanden ferner avj dem Rathaus platz statt, wo der Oberbürger» meister die Menge beruhigte. Der Nachmittag i| im allgemeinen ruhig verlausen.

Aus Ungarn.

Budapest, 27. Juni. (WTB.) Ter itgfo nische Oberstleutnant Romanelli, ba Chef der Budapester italienischen Delegation, rich

Letzte Nachrichten.

Das hessische Landgesetz.

rm. Darmstadt, 28. Juni. Der Siede- kungsausschuß der Volkskammer hat unter seinem Präsidenten Köhler daS Land- gesetz in seiner heutigen Sitzung zum Schluß beraten und in allen Hauptfragen eine Einigung auf Grund der Regierungsvorlagen erzielt. Der mit der Berichterstattung beauftragte Abg. Ur» [labt wird beit Bericht ausarbeiten, so daß er in der für nächsten Donnerstag den 3. Juli vor­gesehenen Sitzung zur Verlesung imb nach der

In der Stadtkirche. 8: Zugl. Christen!, s. d. Neukoufirm. aus d. Matth.^Gem. Pfr Mahr; 91/»: Pfr.-Ass. Srf>aefer; 11: Kinder!, f. b. Mar» fu8#<Ment. Pfr.-Ass. Sckiaefer In derIohan - peSkirche. 8: Zugl. Chtistenl. f. d. Neukonf.

Ruth machte ein ernstes Gesicht und sah _ armen Dorival, der darob prompt auS allen Him­meln fiel, streng und abweisend an.

Führen Sie mid>, bitte, in das CafS!" sagte sie.Ich habe Ihnen eine Mitteilung zu machen." Bitte, gnädiges Fräulein!"

Sie gingen schlwigiam nebenetnander her, tra­ten in den liwWfantaen kleinen Raum ein, wur­den von bin wohlbekannten Kellner beäugelt und

Amsterdam, 27. Juni. (WTB.) Tie tng> lischen Blätter vom 25. Juni bringen eine amt« liche Meldung der b ri t i>en tzA d mi« r a l i t ä t über die Vorgänge auf dem britische, KriegsschiffRevenge" nach der Versenkung da deutschen Flotte. Am Sonntag nachmtttag hick der englische Admiral Freemantke eine Redew die auf dem Kriegsschiff ausgestellten deutsite» Seeoffiziere, in der er von einer verratenscha Handlung sprach. Ter deutsche Kvntrcadmival vo Reuter erwiderte, daß er allein sei. Er habe das getan, was jeder britische mann unter den gleichen Umstanden getan würde- er würde eS jederzeit wieder tun. tt deutschen £)f filiere und Matros» marschierten singend, wie die cnalikM Blätter melden, und hochmütig inmitten der ß bedrohenden Bevölkerung in die Gesangeneulag«

6. d Sut-^em. Pfr. ^chkolSheimer; SV,: Mil.» Gottesdienst. Div.-Pfr. Ti^mever. 11: Kinoer- kirche f. d. JohanneSgemeinde. Pfr. Adolph. Kirchberg. Borm. 10 Uhr (Christenlehre f. d. weibl. Juaend). Mainzlar. Vorm. 10 Uhr. Daubringen. Nachm. IV, Uhr.

Kaiholische Gemeinde.

Samstag, nachm. 5 u. abdS. 8: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Peter-Paul-Fest. Norm. 61/,: Gelegenheit z. hl. Beichte, 7: Hl. Messe, 8: Aust, bu hl. Komm., 9: Hochamt m. Pred., 11: Hl. Messe m. Pred., nachm. 2: Christen­lehre, darauf Festandacht mit Segen. 8: Aloisius- Andacht. Donnerstag, nachm. u. abds. Beicht» Gelegenheit, 6V-: Segensmesse. Freitag, 9: Fest- Andacht. Diaspora-Gottesd. am 29. Juni: Hun­gen 9Vr, Lich 71/,.

gegen die gegenrevolutionären Banditen gern« den ungarischen Gesetzen verfahren. Er Protests pogen jedwede unberufene Einmiscknmg, die für bu innere Leben der ungar iidjen Räterepublik Gesetzt «i «d Hfltmen

** Demokratische Partei. Auf oie heute abend 8/> Uhr im Hotel Grohberzog stattsindende Mitgltederversammlung sei nochmals hingciviesen.

** Wettervoraussage für Somttag: Vorwiegend wolkig und troden, tagsüber etwas wärmer, westliche Winde.

ZwangS-Einmietung.

Die Wohnungsnot hat in Gießen einen der­artigen Umfang angenommen, daß alle bisherigen Versuch, ihr zu steuern, keine durchgreifende Aende- rung erzielen konnten. Wie wir hören, handelt es sich um ->twa 500 Wohnungssuchende, die sich vcr> fleblid) um ein Unterkommen bemühen. Halbe Maßnahmen können hier nickt zum Ziele führen. Auch die Ermächtigung, die das Hess. Landes-Ar­beits- und Wirtschaflsamt dem -Oberbürgermeister erteilt hat, bis zum 15. Januar 1920 die Anor^- Jtintfl zu treffen, daß 1. eine Ueberlassung von Wohnräumen an Perwnen, die von auswärts zu- ziel-en, ohne Zustimmung des MieteiniMNgsamteS zu verbieten; 2. den Ausentlxllt von Personen in Gasthöfen, Wirtschaften u. dgl. auf eine gewisse Beit Ui beschränken, kann nur vorbeugend wir­ken, um ein weiteres Anwachsen der Wolmungsnot tzlu verhindern, nicht aber neue Uuterkunftsräu'me schaffen.

Um endlich ernstlich Abhilfe iu schaffen, hat die Wohnungsdeputation beschlossen, die Z w a ng s e i n m ie t u n a in die Wege zu leiten. Die Stadt ist in drei Bezirke eing teilt, in denen die Herren Mann, Wenzel und Simon den Vor­sitz führen. Den drei Kommissionen ist das be- rnts vorhandene Material überwiesen werden. Be- raüs zu Anfang der nächsten Woche t»erben Schutzleute in Begleitung von Sachverständigen sämtliche Wohnungen besiegen, um btc leer­stehenden ober nur teiliveife lx-mitzten Rämne fest- zustellen. Auch) dieses Material werde turnt der Kommission des einzelnen Bezirkes überwiesen, die gemeinsam mit je einem Mieter und .Hausbesitzer die zur Enteignung geeigneten Wo lm räume bestim­men wird. Vom Staate und auch) der Stadt sind beträchtliche Mittel be re i t geste l l t, um etwa notwendig werdende Um- und Einbau­ten sofort vornehmen zu können.

Es wird von den Hausbesitzern bzw. Woh- nungsinhabern erwartet, daß sie es md)t auf eine zwangsweise Enteignung anwmmen lassen und vorher freüvillig alle überflüssigen 2ßoljörräume der Allgemeinheit dienstbar machen.

Die deutschen Kricgsgrfansenen.

wz. Saarbrücken, 26. Juni. Die ersten deutschen Kriegsgefangenen auS dem Saargebiet sind gestern abend von Metz kommend hier eingetroffen. Die Ankunft der übrigen erwartet man für die nächsten Tage. Die im Baar» Mbiet beheimateten Kriegsgefangenen hatte man in der letzten Zeit Sammellagern zngesührt, tunt sie von dort in die Heimat zu entlassen.

ungöwürdiges Subjekt von einem Verbrecher zu lieben"

,^etzt toirß du frech, mein lieber Junge!" "9hm aber?"

Aber es war so wunderschön! Weißt du, da war mal irgend so ein Graf, der einer Königin einen seidenen Mantel über eine Pfütze breitete, damit die Königin sich die Sohlen ihrer Schuhe nickt beschmutze. Ich dachte an das Geschichlchen, wenn ich von dir träumte. Tie Sorge um deinen Vater sollte dir erspart bleiben. Opferte jener Graf von Anno tazurnal keinen seidenen Mantel, warum sollte ich nicht ein größeres Opfer bringen imd cm wenig Spitzbube spielen"

Du! Du I"

Und im Vertrauen gesagt ich komme mir unendlich komisch vor, roenn ich mich als getreuen Ritter und fahrenden Abenteurer gesellen Istnstelle, der um der Geliebten willen die. uner­hörtesten Taten vollbringt also im Vertrauen gesagt, hat mir die ganze verrückte Geschichte d.'N unbändigsten Spaß genmcht. Ich jürrtte, daß ich Talente in mir entdeckt habe, die zu den schlimm­sten Befürchtungen Anlaß geben. Irgendwo in meiner Ahnenreihe muß ein ganz abscheulicher Lump von Strauchritter versteckt sein. Tic ver- bvedi<Tifd)e Veranlagung ist bei mir hcrausge- kvmmen. Du wirst mid) überwachen müssen, lieber Schatz!"

Aber gründlich," erklärte Ruth.

Und weißt du, es ist wie im Märchen. Ende gut, alles gut."

9kin," . . . der Kellner war 'midierum an­derweitig besckstistigt und eine Pause entstand eS fängt erst an!" sagte Ruth und ihre Augen sprühten.Tas Glück sängt an. Und nun, Herr Räuderbauptrnann, Will ich Ihnen crzäbbm, wgs ick erlebt Ijabe. Ich bin so unglücklick gewesen, wie ich nie mehr in meinem Leben unglücklich wer­den möchte lieber Schatz, es war schrecklich und ich bin schon so weit gewesen, daß ich fest entschlossen war, meinem lieben, alten Vater das Herz zu brechen und einem edelmütigen Spitz­buben in das Land des Verbrecktens zu folgen!"

Donnerwetter!" sagte Tvrival.

Weißt du, mir scheint, als ob irgendwo iv,mdjter Zhnenrcihe eine sonderbare Frau oer-

tcte an den Bolksbeanftragten für auswärtige fln. gelegenheiten Bela Kun ein Schreiben, worin er die Forderung ausspricht, daß das Lebe» der bei den letzten Eveigniisen in die Hände da ungarischen Räteregierung gefallenen Geisel» unb politischen Gefangenen sowie auj berienigen, die mit der Waste in der Hand in Gefangenschaft gerieten, unbedingt geschont werde Er mache die Vollsbcaustragten und jedes Aid glich der Räteregierung darauf aufmerksam, daß lie alle gemeinsam jeder für seine Person flir strikte Durchsührung dieser Forderung verantwort lich seien. In seiner Antwort weist ©eia jhn jede Drohung mit Entrüstung zurück. Er werde

borgen sein müsse, die die alleickümmsten Geschch ten machte um rtyrer Liebe willen**

Ich Wrrbe dich überwachen müssen," crllixM Torrval ernst.

Nun wirst du schon wieder fvoch!"

Und der Kellner 'war wiederum anderwckdg beschäftigt.

,,Wte hast du's herauSgefundM^ fragte rival.

Darauf bin ich ziemlich stolz!" lachte Sdch Ich überlegte mir die Zusammenhänge und fnt nach dem Kaiserhof, wo ich aus dem Porttte lterausguetschte, was er über den Hochstapler wußte, der damals verhaftet werden sollte. Ter fflp* mich zum Direktor Zähn das ist ein faW* Hafter Kerl und »uy Herrn Crusins, und tte Tinge lagen reckst klar dar. Lieber Schatz, ® Iw st mir's so schwer gemacht. Ich bin mir !* undankbar vorgekommen und was ich Keint lhabe.fit diesen Zeiten das ist

schrecklich!"

Ich bin ein Esel!" erHartc Dorival schuld' bewußt. .,

Tu bist nein, das will ich dir IstbS nicht sagen, sonst mack-st du mir sofort wieder Tnmmheiten und wirst mir übermütig!"

Unb dann gingen sie Arm in Arm nach dv Villa im Gruiteivald. Sonderbar, über bem> lernen geschäftigen Berlin scksten es zu sing» und zu klingen rote von Tausenden und Avr- tausenden jubelnder kleiner Stimmck-en.

Am Tage vor seiner Hoc^eit mit Rulh Raft»' berg erhielt Dorival von Armbrüster unter Kveuf' band eine amerikanische Zeitung zugesandt, i< in einem kleinen Nest im Staate Texas Bildu^ verbreitete. Eine Notiz war mit Blaustlst um raubet: ,1UL

Gestern hat unser Freund unb langiahrtpe. Leser unserer Zeitung Billy Johnson. Esaui« seine am Borrego River gelegene Farm perfaut Tie schöne Besitzuna ist übergegangen in btc Han» von Emil Schnepfe, Esquire, und dessen Ete frau, geborene Lotz.". m ..

Und Dorival sagte feierlich zu seiner Brant .

»Liebe Ruth! Am Hvck!zettstagc lrinteti nth da§ jwiite Glas Sett im geheimen aus daS Wo) des Hochstaplers außer Diensten Herrn len® Schnepfe l"

Sport.

** Gießen, 28. Juni. Am Sonntag den 29. Juni findet auf dem Sportplatz an der Hardt eht Wettspiel deS Ballspiel-ClubUnion" Cassel I. Mannschaft gegen die gleiche Mannschaft deS B. f. R. 1900 statt.Union" Cassel hat in letzter Zeit schöne Resultate erzielt unb gilt als spielstark. Ansang des^Spieles um 4 Uhr. Vorder spielt die A. H.- (alte Herrn) Mannschaft gegen Die Hl. Ma.msckiaft des B. f. R. 1900. Tie IL Mann­schaft fährt nach Marburg um gegen den dortigen A,-C. ©ermaiiia zu spielen. (Siehe Anzeige.)

nahmen Platz.

Mein .Herr!" sagte Ruch Rosenberg scharf, Sie sind ein Schwindler!"

(.Tas ist ja uiicnbl" dachte Dorival.

Saut sagte er:

Ja - iXLd, daS ist ja sozusagen mein Beruf!" Sie schwindeln über Ihren Beruf hinaus, tutin Herr!" erklärte Ruth streng.

-Man gewölmt sich so daran . . / entschul­digte sich Tvrival.

,,So? Nun, wir wollen jetzt den Schwindel cufTlärcii!"

Aber bitte bitte sehr" stotterte Dorival.

Ehe ich Ihnen die Mitteilung madx die ich Ihnen zu machen habe, inöckfte ich die Tat­sachen fcftfteUen," erklärte Ruth.Tiefe Tat­sachen sind, der Reihenfolge nach: ick madjc Sie übrigens darauf aufmerksam, daß ich sofort auffMyc und iveggebe, Wenn Sie mich unter­breche >' die Tatsack-cn also sind: Herr von Armbrüster sieht in der Oper eine Tarne. Er bat die Anmaßung, diese ihm völlig unbekannte Dame bei einer Begegnung im Tiergarten zu grüßen. Durch einen sonderbaren Zufall bat dic- ter Herr von Armbrüster ©degenbeit, mit dieser Tarne ein-* Strecke lang im Auto zu fahren, unter einigermaßen falsäM Voraussetzungen. Ti: Dame l»t Unterbetten erfaßten, daß der Herr ein sichr In-Tauntcr Hochstapler war. Lie btidiljfo, leine Tienste in Anspruch zu nehmen für einen Zweck, iU bem ein Spitzbube erforderlich roext. Dieser feirr von Armbrüster war jedoch kein Spitzbube, sondern es handelte sich um eine Ver.vechsliing. Er uahm trotzdem den Auftrag an und führte

die gefährliche Arbeit auS. Was höchst verrückt von ilym war. Er brachte sich in alle möglichen Gefahren. Er spielte so mit dem bösen Schein, daß er eS der Dame unmöglich maLhte, dankbar »n sein. Er hätte sehr leicht Mittel unb Wege finden können, die Dame aufzuklären. Er hätte ihr dadurch Kämpfe und Schmerzen erspai'en kön­nen, denn die Dame hatte sich für den ritten liehen Spitzbuben mehr interessiert als sie eigent­lich durste ..."

Was?" schrie Dorival.

Sie sollen mich nicht miterbrechen. Sie ha­ben mich auf die roheste Weise behandelt. Ich will mit 31jnen nichts mehr zu tun haben. Ich Will quitt mit Ihnen sein. Sie haben für den wertvollen Dienst, den Sie mir geleistet haben, eine Bezahlung in Geld abgelehnt und zivei Küsse verlangt. Von diesem Honorar haben Sie jedoch nur die Hälfte erhalten. Und mm muß ich Ihnen die Mitteilung mad>en"

Seien Sic gnädig!" stöhnte Dorival.

., daß ich den Rest meiner Schuld zu zahlen wünsche. Bitte, küssen Sie mich!"

Dorival sah sich blitzschnell um. Es war ein­sam in dem kleinen (Safe. Ter Kellner stand ge­langweilt an der Türe und beäugelte die Vorüber­gehenden.

Darauf zog er sein «Honorar ein.

Wann hast du'S gewußte fragte Ruth.

Sofort! Beim erstenmal!"

Ich auch!"

Der Kellner stand an der Türe und sah gerade nicht ber--

Ja, es ist imuckerschön," sagte Dorival und mackste ein nachdenkliches Gesicht.Es ist alles so närrisch gewesen unb alles so schön. Hundert­mal hab itf) mir überlegt, ob ich nicht zu einer gewissen Tarne gehen soll mit allen möglichen Ausweisen und allen möglichen Empfehlungen über meine werte Persönlichkeit versehen und ihr sagen sollte: Ich bin der und der und ich hab dich lieb ich hab da so eine Ahnung, als ob 'bu mich auch lieb hättest"

Tas wäre schon mehr al« keck gewesen."

und eS ist doch ein kompletter Blödsinn, Wenn ich den Räuberhauptmann spiele, und du dich mit dem Gedanken abquäl ft, ein verabscheu­

Hochschrrlruachrichten.

Marburg, 26. Juni. Am schwarzen Brett her Universität dankt der derzeitige sttektor der Universität allen, die sich um das Zustandekommen iw Gedenkfeier für die gefallenen Dozenten und Studenten verdient qemackst haben. Am Schlüsse Sei:Mögen bie gewaltigen Offenbarungen jen deutschen Geistes und einer ungebrochenerr rUnbüliebe, die bie Gedenkfeier so herrlich durchglülstcn, kraftvoll in uns weiter wirken und alle restlvs zusammenführen zu dem einen großen Ziel einer sittlick starken Wiedergeburt unseres Volkes. Mögetr sie mvs festigen in dem unerfchü- terlicheu Glauben an bat deutschen Volkes trotz feiner jetzigen Schmach künftige Weltgeltung, ,mögen sie uns bestärken in der heißen Hoffnung auf eine baldige. Wiedererstehnna des Reiches zu neuer Macht und HerrlickLeit, aus daß wir dereinst vor den Namen unterer gefallenen 500 Kollegen und Kommilitonen auf der Ehrentafel der Uni­versität die öntiirort bestehen können: Euer Opfer war nickst umsonst!."

dem AmlSveEndtgungtzblatt.

Tas AmtSverkündigungSblatt Nr. 48 vom 27. Juni enthält: Ve>vrdnung betreffenb ÄMnberung der Verordnung über die Einstellung, Mttlasslrna und Entlohilung der Angestellten wäh­nend der Zeit der ivirtscknrstlichen Demobilmachung vvm 24. Januar 1919 (Reichs-Gesetzbl. S. 100). Bom 30. 'JJlfli 1919. ReichSzenttale für Kriegs- Md Zwilgesmlgene Vlaßnahmen gegen den WohnungSmangrl. Vom 17. Juni 1919. Reichö- neisebrotmarten. Ncinhallen der Stra&cn.

M a ßn a hmen gegen den WohnungL- mangel. Ter Oberbürgermeister von Gießeri ist vom Hessisckien Landes-Arbeits- und Wirlschasts- amt ermächtigt worden, folgmde Anordnungen «us die Tauer bis spätestens zum 16. Jannav 1920 zu treffen:

1. eine Ueberlassung von Wohnräumen an Per­sonen, die von auötoärts zuzi.hen, ohne Zusttmmung deS Mieteinigungsamtes zu berbictm;

2. den Aufenthalt von Personen in Gasthöfen, Wirtschaften u. dgl. auf eine gewisse Zell zu beschränken.

Reichsreisebrotmarken. Infolge Be­triebsstörungen b i der von der Reichsgetrcidestelle mit der Herstellung der neuen Reichsceisebrot- tiutrfen beauftragten Truck'rei wirb einige Tage hindurch ein Teil der Reisebrotmarken unper­foriert geliefert. Tie Umlauffeite dieser un­perforierten Reisebrotmarkenboaen wird auf die Zeit bis zum 3. August 1919 einschließlich be­schrankt. ES darf also vom 4. August 1919 ab Bäckern usw. auf unperforierten Räsebrotmorken Mehl nicht mehr vergütet werden.

Reinhalten der Straßen. Seit län- 'gerer Zeit ist die Unsitte eingerissen, Papier, Hsrüchte, Obstreste unb sonstige Abfälle auf Bürger-- steige unb Fahrbahn zu werfen. Hierdurch werden nickt nur bic Straßen verunreinigt, sondern auck Gefahren für Passanten hervorgerufen, bie durch AnSgleiten auf Obstresten und dergleichen zu Falle kommen und sich erheblich verletzen können. Tas Polizeiamt Gießen envartd, daß eS nur dieses Hinweises bedarf, um den Uebclftanb abzustellen, widrigertfallS die Schutzmannfchaft mit «Straf» auiäflot vorgchen müßte.

vorfchreiben wolle.

Vorgänge Mch der Versenkung der deutsLa Flottc.

Drucklegung schon in bet Übernächsten Koche im Plenum zur Beratung kommen kann.

Die Ankunft der deutschen Delegierten in Versailles.

Berlin. 28. Juni. LautBerliner Lokal- an^eiger" treffen die deutschen delegierten im Extrazug heute nacht um V»12 Uhr in Ver­sailles ein.

Die Blockade bleibt noch in Kraft!

London, 27. Juni. (WTB.) Reuter erfährt: Der F riebe nSvertragi wird vor Ablauf eines bestimmten Zttttaumes, wahrscheinlich drei bis vier Wochen, nicht in Wirk­samkeit treten. Ter Aufschub ist dadurch verursacht, daß ter Vertrag von den Parlamenten der einzelnen Länder ratifiziert werden muh. Tie gegenwäitigen Kriegs maß» ahmen, einschließlich der Blockade, werden daher tuäljrenb der Zwischenzeit zwischen der Unterzeichnung und der Ralisizrerung in Kraft bleiben.

WilfonS Abreise.

Versailles, 27. Juni. (WTB.) Wie die Abendblätter melden, werden Wil fön und seine Gemahlin Samstag Paris mit einem Sonderzng verlassen und sich Sonntag vormittag in Brest nach Neuyork einschissen. Tie Arbeiten der Frie- den-konserenz werden durch die Unterzeichnung des Friedens mit Deutschland und obwohl Wilson ^aris morgen tierlaifcn wird unb Lloyd George am Sonntag nach Englano zurückkehrt, nicht unter­brochen. Lloyo George wird seine Machtdesugnisse auf Balfour, Wilson auf Lansing übertragen.

Amerika und Deutschland.

A m ft e r b a m , 27. Juni. (WTB.) DieTi­mes" meldet aus Washington, daß Senator Fall dne (Resolution eingebracht hat, in der der Kriegszustand zwischen Amerika und Deutschland bzw. Oesterreich für beendet erklärt wirb, unabhängig Davon, was mit dem Friedensvertrag geschieht. DieTimes" meldet, die iResolution habe größere Aussicht auf Annahme als bie Resolution des Senators Knex.

DerMalin" über die dmlsch?ftanzöfifchen Handelsbeziehungen.

Versailles, 27. Juni. (WTB.) DerMa- tin" meint, daß durch bie Unterzeichnung des Frie­dens das Problem der Handelsbeziehun­gen zwischen Frankreich und Deutsch­land akut werde. Es sei unstatthaft, jegliche Ein- sinhr aus Deutschland verhindern zu wollen, denn Frankreich brauche z ahlreiche >P co- butte, welche Deutschland herstelle. Ferner muß man Deutschland gestatten zu arbeiten, damit es feine Kriegsschulden bezahlen könne. Wohl aber müsse man sich vor wirtschaftlicher Inva­sion durch geeignete Maßnahmen gegen Deutsch­land schützen. Der Hanoclsrnrnister Clementel bähe ein Handelsamt für Rheinland aus Vertretern der getverblichen Berufe und der Handelskammern Elsaß-LothringenS gebildet, welck»es der Regierung langeben soll, wie groß der französische Bedarf an deutschen Jndusttleerzeugnissen ist, amb welche Preise im Ausland uno Frankreich für diese Pro­dukte gezahlt werden. Dieses Handelsamt soll bar» »Über Wachen, daß bie französische Industrie nach Möglichkeit gehoben Werde, so daß die Einfuhr nach Frankreich Herabgesetzt und die Ausfuhr gehoben Werden kann. Das Handelsamt werde zur Lösung des durch die Wiederaufnahme des Handels mit Deutschland au stauchenden Problems viel beitragen können.

Eine Dmdgebmeg der Unabhüngigen.

Berlin, 27. Juni. Tie Parteileitung der Unabhängigen erläßt in derFrei­heit" eine Kundgebung an das arbeitende Volk Deutschlands. Sie stellt die Unterzeichnung des Friedens als Erfolg der Politik der Una£ hängigen hin. Ter bürgerliche Parlamentarismus habe sich als unfäl-ig erwiesen, die Probleme der neuen Zeit zu lösen. Notn»endig sei die Vergesell­schaftung von kapitalistischen Untcmdmrungat. bie aber nur zu erreichen fti durch die unmittelbare Mitwirkung der schaffenden Kräfte des Volkes mit Hilfe des Rätesystems. Die Diktatur des Proletariats, Die Herrschaft der ungeheuren Mehrheit der Gesellschaft im Interesse der un- gebeuven Mehrl-eit sei das Mittel zur Befrei­ung. Durch Putsckte eine Umwälzung deS sozialen und politisckton Lebens herbeizufüliren, sei aller­dings ein Wahnglaube. Was jetzt bie politische Situation förbere, seien nicht Akte brutaler Gewalt,