Samstag, 28. 311111
Stetzener Anzeiger (Senerat-Anzelger für Äveryeffen)
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„Tu lieft schlecht, Ragna," sagte die : Greisin. „Beginne noch ein-
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Gießen, den 28. Juni 1919,
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daß die als Eilsendmrg gekennzcichneicn Pakete sich in mrßerorcvntlichem Maße HSufen. So ftnb- von den 50000 in Berlin täglich eingehenden gewöhnlichen Paketen reichlich 11000 Stück als durch Eilboten zu bestellen bestimmt, d. h. etwa 100 gefüllte Paketbestellwagen. ES liegt auf der Wini), daß ein solcher l'Nassenverkebr zur Beeinträchtigung der Einzelscndung führt, und daß vielfach Falle eintreten, in denen die Eilpalcte nicht früher in die Hände der Empfänger gelangen als gewöhnliche. In anderen Großstädten find die Verhältnisse ähnlich. Das Publikum täte gut daran, das teure Eilbestellgeld zu sparen.
Bei dieser Gelegenheit sei eine zweite irrtümliche Auffassung erwähnt, die sich Diel' id) in der Oeffentlichkeit zeigt. Häufig werden Pakete unfrankiert oder mit Nachnahme belastet abgesandt, weil das Publikum annimmt, sie erführen dann eine VorzuaSbehandlung. Auch dies ist eine fatfefje Voraussetzung: namentlich die Nichtsranlierung verlangsamt die Behandlung der Pakete sehr erheblich, da Verrechnung und Ein- zielmng des Portos Zeit erfordern, die für das frankierte Paket wegfällt. Es kann daher dem Publikum nur dringend geraten werden, von der Versendung seiner Pakete „durch Eilboten", „mit Nadmahme" oder „unfrankiert"' lediglich dann Gebrauch zu machen, wenn dies nicht zu umgehen sein sollte. *
** Die nette Reichsgetreideordnung. Tie Reickisgetteideordnung des vorigen Jahres gilt auch Heuer wieder, hat aber zahlreiche und umfaniKcicfje Aanderungen erfahren.
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Hoch oben im rauhen Norden liegt auf felsiger röhr ein altes Schloß. Grau sind die Mauern, pari die Türme uno grau an Jahren die Buchen, lir es umgeben. Jetzt tragen die hohen alten ftttlmricscn eine köstliche dichte weiße Schneelast. Bic eine weiche schimmernde Pelzdecke, in wÄche lützernde Tiamcmttn gestreut, liegt der Schnee auf den Giebeln und Türmen von Schloß
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Fmcht einmal bekannt uno beliebt geworden war, au? Asien viel fad) bezogen, auf die einheimischen »ilden Bäume gepfropft und in einer Unmenge »nfchiedencr Arten erzeugt. Die allerköstlichsten xieuisten jTir)d?m zierten den Nachtisch der Römer, bir die Frucht besonders hoch hielten. Die Aus- nohmestLllung, die die Kirsche unter allem Obst '«meßt, wird von ihnen dadurch erklärt, daß sie fon so früh, mitten im Sommer, reifte, und in Utr heißen Zeit ihren erfrischenden Saft spendete: Ne ist ja noch Ijeute der erste Künder der Sommer- pnuben und mit dec Kirschenernte beginnt die iiruchtbare und glückliche Zeit, in der die Natur aus
icrkehrsleben gewaltige Umwälzungen hervor- rrusen. Ein Merkmal hierfür ist. u. a., daß die rsorgung der Großstädte mit Lebensmitteln ite infolge Einschränkung des Eisenbahngüter- Fradstoerkehrs zu einem großen Teil mit der ost in Postpaketen erfolgt. In der Annahme, besd)leunigre Beförderung zu erreichen, wer- die Sendungen häufig mit der Aufschrift ch Eilboten" versehen. Tie Annahme trifft ch nickst zu. Unterwegs werden die Eilboten- fete zusammen uno vermisckst mit den anderen feten besöroert. Erst am Bestimmungsort
Tie Kosten gegen das Borjahr sind^abec so außerordentlich gestiegen, so daß ein Kind pro Dag an' runo 30 Mk. zu stehen kommt.
X Hanau, 25. Juni. Die i. Zt. beabsichtigie Bildung eines Zweckverbandes dec Gemein den Bergen-Enkheim, Bischofsheim, Fechenheim. Törnighetm und Hochstadt ist zur Wirtlichkeit geworden. Am 24. d. Mts. haben in einer gemein samen Zusammenkunft in Bischofsheim die G. meindeiörl>erschaiten die Berbandsbildung einftim mig beschlossen. Außerdem wurde der vorgelegte. Entivurf einer Satzung mit einigen Aenocrungen angenommen. Ter Verband erlangt Rechtsgültig leit, sobald er nebst den Satzungen burd) den Kreis ansschuß Genehmigung gefunden hat. Tie Am gaben des Verbandes haben eine Erweiterung er wbren, namentlich ist hervorzuheben gemeinsam Förderung der Gemeindeinteressen bei der UeLei leitung der kommunalen Verhältnisse in den g ordneten Friedenszustand, Erfüllung soziakvolii' scher Ausgaben, Lebensmitteleinkauf im Großen, allmähliche Aushebung der Zwangsbewirtsd)astn:i', Errichtung gemeinsamer Be- und Entladestatione am Maui. Zum vorläufigen Verbandsvorsttzende:: ist Bürgermeister Hübner in Bergen bestimm« worden.
Aus dem besctzteu Nticingediet.
** Deutsche Kriegergräber m 'Feindesland. Tie Ungewißheit der Hinter-« blidbenm über die Pflege und weitere Erhaltung der Gräber in Feindesland wird von vielen Leuten ausgenutzt; sie fordern die Angehörigen auf, Verträge abzuschlichcn Über Erhaltung, Instandsetzung und Ausschmückung der Gräber, auch wollen sie Auskunft erteilen, Nachforschungen anstellen, Lagepläne und Photographien beschaffen und Um- beltungen sowohl von Einzelgräbern als auch von Gräbern auf Friedhöfen ausführen. Verlangt ba>- für wird stets die Voreinsendung einer beftimmten Geldsumme. Tas Kriegs Ministerium sieht sick) veranlaßt, darauf hinznweisen, daß im Zcnttal-Nach- weise-Buveau olle derartigen oben angefüyrttn Wünsche der Angehörigen wie bisher kostenlos bearbeitet werden und Auskunft erteilt wird.. Tas Zcnttal-Nachweise-Bureau des Krieasministeriums, Berlin NW. 7, Torothoenstraße 48, hat das gesamte, an ben ehemaligen Fronten geführte Grä- b.-r-Attcnmaterial in Verwaltung: es sind deshalb alle Anfragen in Gräberangelegenheiten zweck - mäßig aic diese Stelle zu richten, wobei bemerli wird, daß die Beantwortung nickst immer so schnell, wie erklärlicherweise erwrinsckst, erfolgen kann, da das umfangreiche Mattrial sich zurzeit itod) in ter Sichtung befindet. Zur Vermeidung von Ver- zögeruungcn ist bei Anfragen außer dem Namcn and) die letzte Feldadresse des Gefallenen an-
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„Nein, Großmama, ich ftrnn nicht,", entgegnete Ragna und schob die alte Bibel weft zurück. „Tes Jahres letzter Tag, den wir heute begehen, weckt tausend Fragen und Antworten in meinem Herren — ick) kann nickst lesen!"
Ein Zürnen blitzte in den blauen Augen her Greisin auf. „Des Jahres letzter Tag," nrieber» holte sie bitter, „als ob dieser Tag für uns anders als alle übrigen wäre, grau in grau. Bete, sage ich dir, das ist das einzige, was über die trüben Stunden des Daseins hinweghilft, bete!"
„Nein, Großmama! Das kann ich nicht. Glaubst du beim, daß es anders mit uns wird, wenn ich mir alle Tage die Augen blind in dem frommen Buche lese, das fast deine einziae Lektüre bildet? Nein, nicht Gott hält unser Leben s- schicksa! in der Hand, sondern wir selbst müssen es nach unseren Kräften gestalten."
„Was für sündhafte, entsetzliche Rekwn," stöhnte die alte Frau und drückte beide Hände gegen die Schläfe, erschreckt auf ihre Enkeun starrend, die aufgesprungen war und setzt hochcun- gerichtet vor der alten Gräfin Svendburg stand, ein seltsam flimmerndes Licht in den Augen, em tiefes energisches Wollen in dem geistvollen Antlitz.
„Nickst sündhaft, Großmama," erwiderte sie und ein liebliches, fast kinderbaftes ßädjdn huschte um den roten Mund, als sie, zärtlich ine x)and der Greisin an die Lippen sühreich, fortsuhr: „Sieh, in uns selbst hat Gott die Kraft gelegt, unser Können zu nützen und unser Glück aufzubauen. das erreichen wir aber nickst durch Beten, sondern durch Taten." , .. ........
Ein bitteres Spott lächeln haschte um bic Lippen der alten Frau, als sie mit harter Stimme sagte:
„Taten? Tie möchte ich sehen bei unseren Verhältnissen. Taten, die sind mir vergangen in der Stunde, als dein Vater starb, und es sich herausstcltte, pah er aufegr diesem alten Fami-
alten LeuchtturmwüchterS Karras herüber, der nächste Nachbar der Bewohner von Svendburg.
Und dock) glimmt «auch» im Schlosse ein einsames Licht. Hoch oben im alten Turm gemach, das die Dohlen umkreisen mit heiserem Schrei, glükst eine Flamme im Kamin und auf dem groben schweren Eichentisck* schimmert eine Lampe mit mattem Sck^in. Ter Schein fällt voll auf das rotgoldene Haargewoge eines etwa siebzehnjährigen Mädchens, das, den Kops in beide Hände gestützt, am Tische sitzt und eifrig ht einem Buche liest. Es ist ein taufrisches, junges Gesicht, mit blitzenden, grün- schillernden Augen, voll Sehnsnckst nach Glück und Sebcn, aber auch voll Eigensinn und Laune., Am Kamin, in einem reich geschnitzten allen Lehnstuhl, den verschossene Polster schmücken, ruht eine Greisin. Weiß ist ihr Haar, weiß das alte, müde Gesicht. und weiß die noch immer schönen Hände. Nur in den großen, blauen Augen scheint noch Leben zu sein, sonst erscheint die alte Frau tot und starr. Ihr zu Füßen sitzt eine weibliche Gestalt. Wie die beiden anderen Insassen des Zimmers trägt sie liefe Trauerkleidung. Die rote Flamme des Kamins fällt voll auf ein rosiges Angesicht mit großen grauen, duntt'l bewimperten Augen und eine Fülle goldbloirder Locken, die, zu einem Ksto- ten verschlungen, den ausdrucksvollen Kchps wie mit einem lichten Sck>ein umgeben. Auf den Knien des jungen Mädchens liegt aufgeschlagen ein altes Bibelbuch.
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Ter Schucesturm nmsaust das Haus — draußen tanzen dichte, weiße Flocken durch die Lust ev-ndburg.'das so still und weltverloren von der und schaurig braust der Sturm durch den Kamin Felsen wand weit hinaus über das Meer und läßt die rote Flamme hoch aufflackern, so il dt. welches uutsn zu seinen Füßen fcksaumt und s daß das halbdunlle Gemach emen Augenttut .sttt i'ambct und donnernde Wogen gegen den Fels i erleuchtet ist.
^midert. Sonst ist alles stlll, alles dunkel imi ;
td’-ilcf:, nur aus der Ferne blinkt matt wie ein! müde Stimme der Grersm. ^-löfnieuder ^lbschiedsgruß das einsame Licht des! mal: Lobe den Herrn meine
Die KonimunGiroaltkn.
oz. Appe nrod, 27. Jmti. Bei der m-einderatswahl wurden Konrad Lanz, Karl Kornmann, Konrad Becker, Peter Schneider, Johs. Seng, Peter Ktzhl II., Georg Handstein I., Johe- Glatchaar, Karl Handstein, Heinrich tiftaulich. Andreas Karl Tippell und Karl Fleischhauer ge wählt. Tie ersten sieben sind frühere Gemeinde- r als Mitglied er. Gewählt haben 46 Prozent. Bei der Burgermeisterwahl wurde der bisherige Bür germeister Karl Glatthaar I. .einstimmig wie berge wählt: cr hak eine Amtszeit von 14 Jahren hinter sich.
4 Bad-Nauheim, 25. Juni. Nach der Verteilung der Sitze bei der Stadtverordnctemvahl (2 Unabhängige, 6 Sozialdemokraten, 3 Demo- Traten, 2 Teutsche Volkspartei, 1 Zentrum, sieben Deutsch-Nationale) war bamit zu rechnen, daß dir beiden Beigeordneten den Mehrheitssozia- listen uno den Deutsch-Nationalen zufallen würdvi. Tie Wahl in der gestrigen ersten Sitzung der. neuen Stadtverordnetenversammlung hatte aber ein anderes Ergebnis. Es wurden gewählt: Postsekretär Kling (Sozialdemokrat) und Rechtsanwalt und ! Notar Stahl (Temokrat). Der bisherige verdienstvolle erste Beigeordnete Knieriem hatte bereits vor einiger Zeit fein Amt niedergelegt und lehnte eine Wieoerwahl ab. Ter bisherige zw.n/ Beigeordnete, Stadtverordneter und Oberbabemci - ster^Kissel (Ttsch.-Natl.), stand in beiden Wahlgängen zur Wahl. Es fehlte nur eine Stimme zu seiner Wieoerwahl: daß diese leider nicht erfolgte, wird allgemein bedauert. Selbst ein sozialdemokratischer Stadtverordneter bedauerte es, daß er durch Parteibeschluß leider verhindert sei, seine Stimm, dem um das Wohl der Stadt so verdienten Mann, ju geben. Nach der Beigeordnetenwahl zeigt die Stadtverordnetenversammlung nun die folgendr Zusammensetzung: 2 Unabhängige, 7 Mehrheits sozialisten, 4 Demokraten^ 2 Deutsche Volkspartei, 1 Zentrum, 7 Unparteiische (Ttsch.-Natl.).
0%. Bleiben r od, 27. Juni. Der bis^:- rige Beigoordnetie Karl Lein III., der das Amt des Bürgermeisters schon über 2 Iachre während des Krieges geführt hat, wurde etnftimmig zum Bürgermeister gewählt. Ter Gemeinderat fetU sich ans folgenden Bürgern zusammen: August Schult heiß, Landwirt; Ludwig Lein, Landwirt; Adam Sein, Landwirt; Karl Adam Lein, Larckwcrt: Peter Müller II., Landwirt: Konrad Reich mann, Landwirt; Heinrich 5kratz V., SHmiedemetstcr: Konrad Schönhals, Landwirt; Heinriche Röckei, Landwirt; Heinrich Erb I., Saidynrirt; Johanne- Becker II., Landwirt; Heinrich Erb V., Landwirt.
oz. Gontershausen, 26. Juni. Bet der Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Bürgermeister Schneider wiedergewähltt
nt. Heuchelheim i. d. W., 27. Juni Be, der Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Bei geordnete Landwirt Karl Krug fast ernsttmnng zum Bürgermeister gewätstt. Einige Stimmen we ren zersplittert. Ter bisherige Bürgermeister hatte eine Wiederwahl abgelehnt. . m t
ff. Rüdingshain, 27. Ium. SBet der Bürgermeisterwähl wurde der bisherige Bürgermeister K. L. Deubel mit 222 Stimmen wie- dergewählt. _________________
zugebeu.
Landkreis Gießen.
-m. Hungen,- 26. Juni. Vor einiger Zeil fand im Hotel-Restaurant Schmidt eine Versammlung der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Kriegsteilnehmer statt, in welcher die Kameraden Lutze -und Krämer, Gießen, b-R zahlreich Erschw- neuen die Ziele und Zwecke, des Reid)sbundes vor ?lugen füllten. Es wurde sofort zu der Gründung einer Ortsgruppe Hungen und Umgegend geschritten und <;in Provisorisdna Vorstand etnff> setzt. In einer dieser Tage abgehaltenen, Generalversammlung, die stark besucht war und in welcher Kamerad Krämer, Gießen, berichtete, wurde die endgültige Wahl des Vorstandes fror genommen, der sich 'rote folgt zusammensetzt: 1. Vorsitzender Rim. Vvgt, Hungen, 2. Vorsitzender Adolf Schmidt, Jnbeiden, 1. Schriftführer Ludwig Schneider, Hungen, 2. Schriftführer Arthur Hörning, Hungen, 1. Kassierer Hcrm. Bender, Hungen, 2. Kassierer W. Muller Hungen. Von den zu der Ortsgruppe gehörenden Ortschaften wurde je ein Vertrauensmann, zur Kriegsbeschädigten und HmterbliebLnen- sürsorge je ziver Beisitzer gewählt. Zum Militärversorgungsgericht in Darmstadt sind zwei Beisitzer vorgcschlagen. Die Abteilung der Kriegs- brsdiädigten- und Hinterbliebenenkommission steht unter Leitung von Kamerad Köhler, Hungen. Die Ortsgruppe zählt bereits über 100 Mitglieder unb ist dem R.irhsbund, Sitz Berlin, angeschlossen.
Kreis Sckwtttn.
ia. Gedern, 2o. Juni. Wie in den beiden letzten Jahren sind auch in diesem Jahre durch Vermittlung des evangelischen Pfarramts eine Anzahl DarmstädterKrnder hier untergebracht worden. 14 hiesige Familien haben solche Kinder in bereitwilliger Weise ohne Entgelt ausgenommen. — Der Fürst zn Stolberg-Wernigerode-Gedcrn ftiftetc anläßlich der Sammlung zum Besten der beutfdjen Kriegs- und Zivilgefangenen den Betrag von 200 Mark. j
e. Scho tten, 25. Juni. Der Gesamlverem des Vogelsberger Höhen kl ubS wird seine diesjährige Hauptversammlung Sonntag, 20. Juli, im Klubhause auf dem Hoherodskops ab- halten. Den Vorsitz hat mrnmehr Kreisdirekwr Dr. Merck-Schotten wieder übernommen, nachdem wägend dessen Abwesenheit Dr. Bruchhäuser- Ulrichstein, bic VereinSgeschäfte geleitet hatte.
Starkenburg und Nheinhessen.
O Vom hessischen Taunus, 26. Jiini. Während der Vogelsberg und die nördlichen Teile der Provinz Oberhessen bereits am Dienstag 'ausgiebig mit Regen bedacht worben sind, ging heute nachmittag hier und in den angrenzenden Teilen der Wetterau der erste stärkere Regen nieder, der ein Ausläufer eines Gewitters war, das über den Taunus hergezogen kam. Es regnete etwa eine Slunoe ununterbrochen. Die ganze Natur atmete auf. — In den Wäldern am Winterstein und tzausberg sind die ersten Heidelbeeren gereist. Tie Ernte fällt nicht so gut aus, wie man erst erwarten konnte. Tas Beerenobst hat durch die layganhaltende Dürre felyr gelitten. Das gilt vor allem auch von den Himbeeren, die besonders auf Feuchtigkeit angewiesen sind.
Hessen-Nassau.
mr. Frankfurt a. M., 26. Juni. Die Stadt Frankfurt wird dieses Jahr wieder mchrere hundert .Kinder in das Ausland zur ©rbolung schicken, namentlich nach der Schweiz und Holland.
(Nachdruck verboten.)
Die Glockm rufen um Mitternacht Die Sehnsucht ist großäugig aufgewacht Und redet sacht.
Sie wandert in Nächten und ruht am Dag — Ihr Herz hat einen fiebernden schlag. Daß id) tief erschrak.
Sie ist wie ein irregewandertes Kind — Ilm bic Stirne trägt sie ein Dornengewind, Und schluchzt und sinnt.
Nun ward so nihllos mein Herd, Da sic um Mitternacht cingekehrt Und mich weinen gelchrtt
Sic löste vom Haupt sich ein Dornenreis Und drückt c5 auf mein Herze leis — Tas blutet nun heiß. —
Alberta von Puttkammer.
wa. Kreuznach, 26. Juni. Die it<uioa> ische Armee ließ 2000 Sack (zehn Waggons) Meist an ben Kreis-Wirtjchaftsausschuß abgd.'cn, in- unterwegs verschwanden.
k,-Atrben sie besonders ausgeschieden und durch Eil- tkien bestellt. Die unrichtige Auffassung des Be- V- griff# der Eilbotcnbesorderung bringt es mit sich.
Brotgetreide unb Gerste, die im Reick)e angebaut find, werden mit der Trennung vom Boden für ben Kommunalverband beschlagnahmt, in dessen Bezirk sie gctvadjfcn sind. Auch ums als Brote Kreid', Hülsenfrüchte, Frückfte unb Gemenge gilt, ist unbe- stimmt. Nene Beuimmimgen sind ferner getroffen über das Saatgut der Selbstversorger, die Liefemngspflidst der Kommunalverbändc, ihre Haftung für alle beschlagnahmtenVorräte, die Kommissionäre der Reichsgetreidestellc, die Anweisung Lon Hafer, Hülsenfrüchten unb Buchweizen, ben Bedarf der Heeresverwaltungen usw. Eine bewu- bere Verordnung des NeiMernährungsmuiifters. regelt Iben Saatgutverkehr mit Brotgetteide und, Gerste. Die Lieferung ist nur gegen Scuttkarte erlaubt.
** Wiederau in ahme des P 0 stver - kehrs mit dem Ausland. Der Postverkchr mit dem Ausland gewinnt jetzt allmählich an Ausdehnung. Nach Deutsd>österreid) sind jetzt nicht nur offene gewöhnliche, sondern auch eingeschriebene Briefsendungen jeder Art sowie Wertbriefe zulässig. Ausgenommen bleiben die vom Fosnde besetzten Gebiete. Nach dem ehemaligen österreichischen Küstenland, Triest, Görz unb GradiSka sowie Istrien werben jetzt gewöhnliche Briefe und Postkarten anr Gefahr des Absenders zur Beförderung angenommen. Tie Sendungen unterliegen den Gebührensätzen des Weltpostvereins, nicht mehr denen sür Oesterreich. Postsendungen unb Telegramme nach dem Tell der Provmz Posen, her von den Polen nicht besetzt ist, werden vielfach von ben Postanstalten zurückgewiesen, obg4eid> keine Verkehrsbeschränkungen bestehen. Es geschieht dies meist mit ©enbungen, die nach Postorten, die die zusätzliche Bezeickmimg „(Bz. Posen)" ober „in Posen" tragen, wie z. B. Colmar in Oberpost- direktionsbezick Bromberg. Durch die ungerechtfertigte Zurückweisung solcher Sendungen wird der Glcmbe erweckt, daß die Orte von Polen besetzt sind. Das Reichsposttnmisterium hat deshalb den Verkehrsansialten bei der Behandlung von Sendungen nad? der Provinz Posen die größte Sorgfalt zur Pflicht gemacht.
** Namensänderung in Preußen. Nach einer Verfügung des Ministers des Innern kann bei Familien, beten Aus sterben infolge des Krieges bevorsteht, zur Erhaltung des Familiennamens gestattet werden, daß etwaige Scksivieger- K ihrem Namen den Piädchennamen ber Ehe
rn hängen. Anträge sind an die Polizeibehörden zu rickften.
**ZeichenderZeit. Die Zahl der Mvrd- prozesse vor den Schwurgerichten, unb den außerordentlichen Kriegsgerichten bat sich in einer geradezu erschreckenden Weise erhöht. Fast täglich finden beispielsweise in Berlin vor den zurzeit tagenden Schwurgerichten Verhandlungen wegen Mordes und Totschlags in Verbindung mit schwerem Raube statt.
♦* Die Freimarken mit Aufdruck ,F P f. für r i cg5 be f d) äb i g te" sind noch während des Monats Juni an den Postschaltern tzu haben. In Anbettadst des guten Zwecks, dem bei Ueberschuß aus dem Erlös dieser Marken zusließt, wäre cd zu wünschen, wenn die Marken restlosen Absatz finden würden.
tznd zarter schmeckten als die in Italien gezogenen. Such jetzt noch sind die Scktzoeiz und der Oberrhein rschenbezirle, in denen der Baum sich besonders vrhl fühlt. Der Name der Kirsche, der ursprünglid)
5 dem Griechischen stammt, ging ans dem Latei- isd)en unmittelbar in das Deutsche über unb ist veits zur Zeit ber Völkerwanderung ober jeden- ls bald nachl-er bei den Germanen üblich orben.
Durch Eilboten", „Mit Nachnahme" „Unfranliert".
Der Zkrieg mit seinen Folgen hat auch im
liensitz nichts besaß als Schuldem die zu decken kaum das Heine Erbteil eurer Mutter und das innige, was ich tun konnte, ausreickste.
„Nichts über Papa," wehrte das lange Ma.- chen, die kraftvvllm jungen Glieder gebieterisch autz- richtend, stolz ab. „Er war dein Sohn unb du hau ihn zu dem erzogen, was er war, leichtlebig und gutherzig, phne Energie und ohne Pflichtenkreie- Wir aber, wir haben uns selbst erzogen, Grop- mama. Unsere Mutter starb früh — der Vater .ring seinem Vergnügen nach — du tafelt btc Bibel, aber daß deine Enkelkinder an Siebe darbten, das sah.'st du nicht. Laß es in dieser Stunde g-c faßt sein, Großmama, daß die geistige Verein famuiig. unter der ich litt, in mir eine Sehnsucht geweckt hat, die id) nicht beschreiben tonn, eine Sehnsucht, so riesengroß, so urgewaltig, daß id, ihr folgen muß. Hörst du, ich muß, Oftoßmama! Unb wenn sie audj tausend blutige Dornen für mich hat. ich werde ihre Wege suchen, das laß dir- gesagt sein in dieser Stunde, wo das alte .Jahr von dem neuen fd)eibet, das alle Jahr, das uns in Trauer, Not und in so bittere Armut Der- setzte, daß wir nicht mal mehr eine eigene Scholle haben, nicht mal ein Doch über unserm Haupi: noch unser Eigen nennen."
„Uebertreibe doch nicht so, Ragna", mischte sich die Stimme des jungen Mädchens, das an dem großen Tische saß, und nun ihr Buch ärgernd) von sich schob, ht das Gespräch. „Tu tust, als ob wir geradezu verhungern müßten. Hat mcht Graf Svendburg, imfer Setter, der dock; nun eut mal Erbe des Majorats ist, uns in großmütigster Weise angeboten. Schloß Svendburg nach nne toi als unsere Heimat zu bertadjten? -ölt er nwit sogar so feinfühlig gewesen, sich erst für nächst^. Frühjahr hier als Gast anzumelden, wo er doch das Recht hat. als Herr jeder Zeit zu
(Fortsetzung folgt)
gern Füllhorn ihre Gaben bietet.
üen gesucht.M Da die Kirsche aus dem Pontus, einer Gegend 7t80 an den hartem Winter, stammt, konnte der Baum iuche Eiubeil-vaZ tafaj in ben kälteren Gegenden Europas heimisch er ifoet his in den Norden hinauf wandern.
u. 0 Dliprus berichtet denn auch, daß zu seiner Zell, ustn-TchnYlMN 12O 3ai;re nad) ihrer ersten Einführung in teilen, hie Kultur ber Kttsche bereits über ben , , , —.j«m bis nach Britannien sick) verbreitet hatte.
(Cif1 tzllMfMirsch'ar wuchsen an den Ufern beS Rheins, und uww iMie römischen Ferns chmecker mußten sogar ein» ben, bah die Früchte jensefts der Alpen, die ben Bo.rbavcnländern stammten, aromatischer
Die Kirschen, „die Lust ber Knaben unb der Vögel", sind in diesem Jalw so teuer, daß bei IZelen die Freude an der köstlichen Frucht nicht liecht auftommen will. 0)wß ist deshalb auch die krbitierung. denn die Kirsche ist nun einmal die Lelmstrcht aller Kinder, und wenn auch der Groß- hibtiugenb die eigentliche Freude .des, Kirschen- sßens direkt vom Baum versagt ist, so wlll sie bod) ivcnigstens die süßen roten Früchte zu einem ermöglichen Preis kaufen können.
Der römische Feldherr Lucullus, dem Pli- die Einführung der Kirsche in Italien zu- iiDceibt, ist ob dieser Tat mehr gepriesen worden, tii wegen seiner Siege über Mithridates und des reichen Lurus, den cr entfaltet. Es war icdenfalis eines Feinscknncckers würdig, daß er bic Mrsche, die cr im Reiche Pontus kennen lernte, Vch E-uropa brachte und sie dort heimisck) madjtc. I Jet Kirschlxmm war, wie Viktor Hehn sagt, „eine Lstlmrere und länger dauernde Kriegsbeute, als sechs Fuß hol)e goldene Kolossalbild des Mi- ^cidates und ber gemmenbesetzte Schild unb die Wielen goldenen unb silbernen Gesäße, mit denen ly seinen. Triumph zierte". Eine völlig neue Ent- , des Lucullus war die Kirsche freilich nicht/
WkÜttllliiiMLöwohl wir vor Plinius keine nähere Erwähnung Irin. Sdiriit “ lÜner Obstgattung in der römifdien Siterahrr ftn- lreiSankl.anu.Mal/ W befaß Italien doch einen einl)cimiid)cn uck, «Wien rMektvandten des Kirsdibaumcs, die wilde Süß- ■erbohen^rl Mdit, deren Früchte aber in Europa nicht verüben au faiiicnl «dckt waren und sich vielleicht and), nickst veredeln! lierier Sir.äp.11 fiefjen. In Kleinasien gab es wohl schon, wie man 1 au3 einer Stelle in den Schriften des Diphllns UillvfÜCrQCii’u' S Ml Siphnus, eines Zeitgenossen des Königs Lysins Wim J mclius, schließt, veredelte Süßkirsck>en, und die Preis unt 18|1 -irsche, bic Lucullus nach Zerstörung der Kirsdien- Giehener TnAß M Eerasus von der pontischen Küste nach Rom ~ kochte, ivird eine edlere, größere, sastreichcre Art
kr Sauerkirsche gewesen fein. Jedenfalls ist das Sksckcnk der Kirsche an die europäische Menschheit int dem Namen des römisck)en Feldherrn auf im- Uft verknüpft, unb beide tzauptarten, bie Süß- mti die Sauerkirschen, wurden nun, nachdem die
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