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Donnerstag. 27. November 1919
169. Jahrgang
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Erste Gewinnziehung im März 19 2 0
Der VSlterbnud.
Amsterdam, 28. Nov. (Wolff.)
Hauptgewinne
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Deutsche Spar- Prämienanleihe 19 19
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Ter Oirhener Lnzel-n erscheint täglich, außer Bonn* und Feiertags, vezngrpreir:
monetl. Alk. 1.60, viertel« ISbrltd) Alk. 4.80. durch Mbbole- u. Ziveigsteüen monatl Alt. 1.50, durch die Bost Mk.b.— viertel« jährt. <*u»|d)l. tellg. sterniprech • Ansaitüste: für bie€cf)riftleituiiflll2 Dertaa.GefchäftssleUeöl Anschrift für T radtnach« richrenLnjrtger Stehe«.
postfcheettonts:
SranMurt a. M. U686
Annahme von Anzeegra f. die Laqesiuunnrer vls znm Nortzminag vorder oyneiedeBerbmdiltckeit vretr für \ mm höhe für An,eiaeu u.34mm Breite örtli b 15 Gi, auSwälts 18 'Ut, für Reklame« anzeiaeu von 70 mm Freue 48'W. -Bei Platz. doi 'cbriu20° A»'sastag. Hauvlfchrit'.euer: Aug. Goen. Beraulivorltuh für Politik: Aua. lÄoetz. für beuübrtaenleil: Dr. fRembolo 3*»i; i"r den Ailjeeaeul-U: v. M; fämltlch in Dietzen
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Zauber" Händler^ & " rrbi-
„Telegraaf" meldet der Pariser Korrespon deut der „Newyorf Sun", in englischen Kreisen mache sich eine Bewegung geltend Deutschland aufzufordern, unvcr züglich dein Völkerbund beizutreten und Hwar als Antwort auf den Beschluß des amerikanischen Senats, den Friedens vertrag nicht zu ratifizieren. Lord Robert Cecil soll dieser Bewegung nicht fernstehen. Er habe auf Befragen erklärt, er sei jederzeit dafür eingebreten, daß Deutschland sobalb
'wie möglich dem Völkerbund beitritt.
deutsche Nationalversammlung.
Berlin, 25. Nov.
Am Ministertische: Schmidt.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzuna
» 9. oll, cd- mit fluw Wciä’äit, das der M üüsisr
Ein hessischer Einspruch in Verlin.
Darmstadt, 26. Nov. (Wolff.) Die Falle mehren sich, in denen Reichsministerien mit kürzestgcstellter Frist die Regierungen der Länder zu ebenso notwendigen wie wünschensn»erten Be- 'prechungen über die verschiedensten Tagesfragen und Gesetzentwürfe auffordern. Die Frist ztoiscken den Einladungen und dem Verhandlungstermin ist stets so knapp bemessen, daß es den süddeutschen Regierungen, namentlich bei den jetzigen Verkehrs- verhältnissen, nicht möglich ist, in Berlin zu erscheinen. Es ist daher die Aiewung aufgctaucht, daß hinter dieser kurzen Fristsetzung die Absicht stehe, die Regierungen der Läntüw von wichtigen Besprechungen in Verlin fernzuhalten. Diese Auffas-
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bietet. ES erscheint indes nicht zweckmäßig, ähnliche Vorschläge zu machen, um nidjt eine neue Knebelung des Wirtsckiastslebens eintreten zu lassen, l^w. um die Weiterentwicklung in dieser Richtung zu verhüten. Es muß aber etwas ge^ scl-ehen, und aus diesem Grunde ist an alle an der Ausfuhr beteiligten Kreise die d r i n g e n de A u s - sorderung zu ridtfeu, bei Der Preisbemessung nicht von den Inlandspreisen anszugel^n, sondern die Weltmarktpreise zu berücksickstigeu und von ihnen nur so viel abzuweichen, wie erforderlich ist, um den Wettlxioerb zu bestehen und rüher vorhandene Geschäjtsverbindmlgen wieder herzustellen. Dabei ist 2Bcrt daraus zu legen, imveit angängig, den geforderten Betrag rn Auslandswährung zu brechnen, weil ia nun einmal, so traurig das sein mag, der Kurs der deutsck>en sJJtorf weniger stabil ist als der der ausländisck-en Zahlungsmittel. Anders liegen die Verhältnisse allerdings hinsichtlich der Gebiete, in denen die Valuta noch chlechter steht als bei uns, d. h. in erster Linie hinsichtlich der Gebiete des ehemaligen Oesterrrich- Ungarns, Rußlands und Polens. Hier empfiehlt es sich, den immerhin noch stabileren Markkurs zu berechnen, dabei aber auch streng bei den Weltmarktpreisen zu bleiben.
Die Gefahr, ausgeplü»ck>ert zu werden, wird ür unsere Volkswirtschaft von Tag zu Tag größer, mib es ist notwendig, daß alle Beteiligten demgemäß ihre Nüaßnohmen, bei denen ja die, privat- wirtschaftlichen Rücksichten mit den a'lgemein-wirt- chaftlickren ivie kaum jemals zuiammenslimnien, reffen. Wir müssen dem Auslande gegenüber auf este Preise halten: Waven zu verschleudern. Las erträgt unser geschwächter Wirts chaftsköiper nicht mehr.
Beschuldigungen gegen Sozialdemokraten.
Berlin, 26. Nov. (Privattelegmamm.) Zu derben El«rt, Nvske und Scheidemann erlvbenen Beschuldigllrn.gen wegen Korruption äußerte sich letzterer zu einem Mitarbeiter der „B. Z. a. M.". Danach lieferte der verlraflel g.'wesene Hermann Sonnenteld das ganze Belastungsmaterial an den sozialdemokratischen Abg. David,vlm aus. Es bestehe in dem Schreiben der Negierung betreffend tte Derslellung ontibolschewisci cher Kalender für Rußland, ein Legitimalivnsbrief für den im Januar 1919 mit der Verpflegung von Regierungstruppen beauftragten Sklarz und ein Erlaß Noskes wege-n der Aufstellung einer MaiL- tenderei für die Reichswehrtruppen. Es lZandelt sich also um einwandfreie, nachprüfbare 9tcgiü> run^Unordnungen. Für die Belriuvtung, daß die Minister sich an diesen Geschäften bereicherten, feilen die Beweise. Das kostbare Oelgemälde, das Rosbe von Sklarz geschenkt erhalten haben soll, ist eine einfache Ko'lenzeichmmg, nach welcher das Bild Rostes für die Zeitschrift der Reichswehr lvrg.'sbellt worden ist, welches der Hersteller, nicht Skbarz, nachträglich an Noske schenrle. Alles andere Material ist teils erlogen, teils gefälscht. Scheidemann erklärte, rücksichtslos gerichtlich Vorgehen zu wollen.
Die Lage in Acpypten.
London, 26. Nov. (Wolfs) In der gestrigen Sitzung des Oberhauses teilte Lord Curz0n Über die Lage in Aegypten u. a. mit: „Dio jetzigen Vorgänge haben ihren Grund in wirtschaftlichen Ursachen, namentlich in der Verckmermig der Lebeushal'ung Ausländisch Sozialisten haben nicht verfehlt, sich diese Sachlage zunutze zu machen. Aber die Vorstöße der Nationalisten auf ein unabhängiges Aegypten hin dürften verfehlt sein, denn alle Signatarmächte fce? Versailler Ver. a e. ‘-oben ausdrünlich das englisch Prote torat ü er Aegypten anerkannt. Die Mission Milners sei ausdrücklich daraus gerichtet, die 9tul)c und Orouung in Llegypten anfrechtzuerhalten, daun alvr auch eine Verfassung für Acgyp'en auszuarluiten, wobei sämtliche Parteien zu Rate gezogen werden sollen."
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Die Regierungsparteien und das 'Selrkbrrütegesetz.
Berlin, 26.Nov. Die drei Regierungs- Parte i e n traten heute zu einer Sitzung zusammen, um die Lage hinsichtlich des B e t r i e b s- rätegesetzes zu klären. Die Demokraten brachten neue Vermittlungsvorschläge ein. U. a. soll ein Gesetzentwurf vorgelegt weroen, der das obligawrische Schiedsgerichtsverfahren zur Berlnltung von Streiks bringt. Es sollen ein oder zwei Mitglieder der Betriebsräte in den Aufsichtsrat enrsandt werden kömien, um die Ansichten vw Wünsche in betug auf die Organisation des Betriebes wahrzunehmeu. Ferner soll das Recht Der Einsichtnahme in die Bilanz solchen Betrieben gewährt werden, in Denen mindestens 100 Angestellte oder 500 Arbeiter tätig sind. Im allgemeinen scheint es, als ob oer Kompromiß eine brauchbare Grundlage für eine Verständigung darstelle.
Berlin, 26. Nov. (WB.) Der ReichL- arbeitsmiuister teilte heute im Ausschuß bet Nationalversammlung für das Betriel'srategeied mit, daß nach Neujahr d.ts Gesetz ibet die Reichs- arbeiterrätc vorgelegt werden könne. Fern^ö kündigte der Minister ein Gesetz ütet em obligatorisches Schlichtungsverfahren zur S&Tbütung von Streiks an.
1.25 Uhr.
Abg. Dr. Semmler (D.-N.) begründet die Interpellation Arnstadt-Dr. Heinze betreffend die drohende Gestaltung der Ernährungsfrage infolge der schlechten Witterungsverhältnisse. Bleiben uns einige Tage trockenes Wetter, so können wir hoffen, über das Allerärgste hinwegzukommen Aber die 9begicrung darf die Zügel in der Ernährungspolitik ntd)t weiter am Boden schleppen lasten. Die Zwangswirtsck>ast fesselt den Produzenten. Er ist nicht frei in leinen Dispositionen N'cht der ganze Bedarf darf aus die ßanbivirtfdxift u mgelegt werden, sondern der Landwirt muß nach seiner Leistungsfähigkeit herangezogen werden. Die Produktion muß gesteigert werden. Die Deckung des Bedarfs an Brotgetreide ist nur möglich, wenn ein Prämiensystem eingesührt wird und bic Landarbeiter ihr Deputat bekommen. Die Zwangs- nnrtfdjaft in der Zuckerproduktion muß bald ganz fallen. Die Schwein^ucht muß gehoben werden. Konsumenten und Produzenten werden bereit sein, sich auf anderen Gebieten Beschränkungen gefallen
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preise bei Verkäufen ins Ausland.
Man schreibt uns aus L>andelskreisen:
Tio bis vor noch nicht langer Zeit in wirtschaftlichen Kreisen allgemein gehegte Befürchtung, Deutschland werde wegen seiner schlechten Rohstoffversorgung, seiner hohen Löhne und anderer hiermit in Zusammenhang stehender Faktoren dir Weltbewerbsmyig.eit auf dem Weltmarkt aus absehbare Zeit hinaus nicht wieder erlangen, l-at sich insofern nicht bewahrheitet, als uns nicht dadurch Gcsalw droht, daß wir zu wenig exportieren, sondern dadurch, daß der niedrige Kursstand das Ausland zu übergroßen Einkäufen, und zwar zu Preisen veranlaßt, die mit einer Vergeudung unseres Volksvermögcns gleichbedeutend sind.
Ist der Geldkurs eines Lonves im Weichen hkgriffen, so gibt das an sich bereits für das Ausland einen Anreiz ju Einkäufen, weil damit «vechnet werden kann, daß der Gegenwert am Tage der Bezahlung leichter und billiger zu beschaffen ist, als es den Verhältnissen am Tage des Vertrogsschlusses entspricht. Noch kljärfer aber wird der Reiz, wenn nicht nur die allgemeine Entwicklung des Geldwertes im ungünstigen Sinne verläuft, d. h. wenn sich die Kaufkraft im Inland und die Bewertung des Zahlungsmittels im Auslande gleidenäbig ungünstig gestaltet, sondern wenn die Bewertung im Ausland schneller bergab geht als die Kaufkraft im Znlande. Ist z. B. die Kauf- toait der Mark im Inlande von 100 Gold-Pfennigen aus GO Gold-Pfennige gesunken, und bewertet sie demgemäß auch das Ausland, was zum Beispiel in der Schweiz einem Kurs von 75 Centimes entspräche, so hat der Schweizer, der deutsche Waren kauft, zunächst die Aussicht, daß die deutsche Valuta noch weiter sinken und er die von ihm
benötigten Markzahlungsmittel zu einem noch billigeren Kurse als zu 75 Centimes erwerben kann. Darin liegt für das verkaufende Land schon ein wesentlicher Nachteil; der Nachteil verschärft sich aber noch, wenn, um bei dem gegebenen Beispiel zu bleiben, die Mark im Inlande auf 60 Gold- Pfennige, im Auslande dagegen nur auf 30 Gold- Pfennige bewertet wird. Hier hat der Schweizer Käufer nicht allein die Aussicht, daß bic allgemeine Entwertung der Mark noch weiter fortsch^itet, sondern er hat bereits am Tage des Lkbschlusses einen erheblichen Gctoinn. Für LOGO Mark bekomme er ht Deutschland so viel, wie man für 600 Gold-Mark laufen kann; er braucht indes, um diese Summe aufzubringen, in der Schweiz nur 300 Gold-Mark oder die entsprechende Summe in Franken zu bezahlen.
Durch seine traurige Wirtschaftslage unb infolge des geringen' Kredits, den Deutschland jetzt mv Alislaii« genießt, bestellt zur Zeit eine wesentliche Spanne zwischen der Kaufkraft der Mark und ihrer Auslandsbewertung. Rechnerisch genau ist die Spanne allerdings nicht festzustellen, weil es für die Gestaltung der Kaufkraft einer Mcstwung im eigenen Lande nur allgemein? Anhaltspunkte gibt. Wir können aber aus einzelnen Stichproben CTitnelmim, daß die Spanne recht heträchstich ist, und zu dieser Erkenntnis ist txi5 Ausland ebenfalls gekommen, weil es stinst nicht eine so leblxstle Eiukusts üligsseft cntfal.'en würde. Man kann fugen, daß das bisher feindliche Ausland an sich aus psychologischen Gründen Einkäufen in Deutschland abg. neigt fein würde, und daß es nur deshalb diese Gründe zurückstellt, weil es wesentliche Verdienste zu erzielen hofft. Diese Entwicklmig ist aber, so sehr Deutschland an einer Steigerung der Ausfuhr zu gesunden Preisen gelegen sein mizfr, geradezu verhängnisvoll, da wir infolge der im In- unb Auslande verschiedenen Mark-
beroertung zur Bezahlung unserer Ein-
fuhr mären, nach Weltmarttpreisen gerechnet,
stets eine größere Menge anderer Waren
ober selbst die gleichen Waren aus führen müs'en, und wir somit nie erwarten können, bezüglich unserer Handelsbilanz und unserer Zahlungsbilanz zu einigermaßen erträglichen Verhältnissen zu gelangen.
Für Deutschland besteht indes nicht nur die Gefahr, daß es sein Volksvermögen verschleudert, sondern auch die Gefahr, baß bas Auslands in der Befürchtung, mit beutschen Waren überschüttet zu werben, besondere Abwehrzö.cke zum Schutze seiner eigenen Industrie einführt. TaS würde selbstverständlich für uns insofern von Vorteil sein, als jedenfalls der überfchnellen Vergeudung beuftcher Werte unb Waren ein Riegel vorgeschoben würde, aus der anderen Seite ist es aber höchst bedenNich jflr uns, wenn sich, das Ausland durch Abnx'hrzölle von uns abschießen fällte. Denn es handelt sich für uns nicht darum, untere Waren Überhaupt vom Weltmärkte fernzuhalten, sondern darum, sie zwar dem Weltmärkte zur Verfügung zu stellen, aber zu angemessenen Preisen, ein Ziel, daS dadurch leicht vereitelt werden kann, daß das Ausland versucht, eine wirtschaftliche Mauer zwischen ihm und uns zu ziehen.
Nun gibt eS wohl ein Mittel, das vorliegende Problem zu lösen, und zwar besteht es darin, daß — wie auch auf einzelnen Gebieten bereits geschehen ist — durch geeignete bek^rdliche Organisationen die Aussuhrpnise geprüft werden, unb man in dem Falle, daß zu hiebrige Preise gefordert sind, die Ausfuhr per-
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Englische Truppen in Danzig und Memel.
Amsterdam, 26. Nov. (23.23.) Laut „Tele- graas" teilte Churchill im englische n Unter bau ie in Erividerung ans eine Anfrage mit, daß der Oberste Rat den Vorschlag gemacht l)abe, baii d e englischen Truppen in Danzig unb Memel ein Jahr verweilen und in Dbertotefien bis zu 20 Monaten.
Die Oftfe.blockade.
B e r l i n, 26 Nov. (WTB.) Die interalliierte 23asfenstillsulndskomniission g?i:elim gte die generelle Handelsfreiheit zwisckieii den deutschen Häfen und der deutschen Ostsee- k ü st e für Segelschiffe und Motorsegelschiffe bis zu 100 Brutwregistertonnen.
sung bart nicht weiter 23oben gtrnnnnen, ba sie einer gäyeiblidjen Entwicklung zur R e ich seinheit nicht förderlich ist. Damm hat das hesck ck»e tzXsamt- ministerium, nnc verlautet, in Berlin energisch Einspmch erhoben gegen die lx'dauerlick^c Praxis, unb nachdrücklich für die süddeutsckien Regierungen um die erforderliche Rücksichtnahme bei Aiisetzung der Besprechnngstermiue gebeten.
(Eine deutsche Hllssaktion für Wien.
Berlin, 27. Non. Das Rcichskabinett hat, der „Voss. Ztg." zufolge, eine umsende Hilfsaktion für Wien beschlossen. Für Dezember iollen von jeder Brotkarte in Deutsche land 50 Gramm weniger ausgegeben werden und die gesamte Ersparnis — es kommen rund 40 Millionen nicht Selbsterzeuger, also Brotkarteninhaber, in Betracht — von zwei Millionen Kilogramm in der Woche soll den ^Wienern zur Veriüguag gestellt werden. Sämtliche Parteien der Nationalversammlung haben: ihre Zustimmung erteilt, mit Ausnahme bet' Unabhängigen, die zwar auch ein solches^ Mchlyuaiitum zur Verfügung stellen, aber keinen Abzug von der Brotkarte zulassen wollen. Alle Frattionen, mit Ausnahme der Unabhängigen^ werden in der Nationalversammlung die Hilss- aktio.'i beantragen. DauEi soll durch ÄZeranstal-' tinig von Sammlungen unter Führung der Reiäiscegierung so vzel als möglich geholfen werben.
Die „Voss. Ztg." sagt: Tas Volk Deutsch-' Oesterreick)s wird ebenso wie das Ausland schon- jetzt scheu, daß trotz der staatlick-en Trennung das-' nationale Gemcinjcha^geiühl im Deutschen Reichet lebendig geblieben ist.
Aur Oe in Neiche.
Der bayerische Finanzausschuß gegen Erzüergers Polink.
München, 26. Nov. (Wolff.) Der bage«** rische Landtag nahm am 25. November die Wintertagungen mit dem Zusammentrüt bet Ausschüsse wieder auf. "Der Finanz-AuSickiiub stimmte! nach längerer Aussprache wegen der Art der ge-> planten ßanbesbefteuerung schließlich folgen dein Probest zu: Die bayerische Regß-rung fanote ant 24. November einen Protest nach Berlin gegen die formale 2kbanblung wichtiger Besammungen des' geplanten £anbcs(x’ftracTun<K-qeic&e3. Der Nnaii^- ausschuß schließt sich dem Protest mit allein Nachdruck an unb warnt im Interesse bes ganzen Reiches, den betretenen 2Beg. welcvn bie Finanzwirl- schaft der Länder unb Geincuiben zerstört, weiter zu gehen.
Sch.ibemann Oberbürgenncister tun Cassel.
Berlin, 26. Nov. (Privattel.) Wie der „Vorwärts" aus Kassel meldet, schlug di« sozialdemokratische Fraktion des Stadtverord- netenausschusses zur Vorbereitung der Neuwahl des OoerbürgermeisterS den Abgeordneten Scheibemann als Kanbibalen vor. Scheibemann erklärte sich bereits vor mehreren Wochen bereit, das ihm angebotene Amt anzunehmen. Die Wahl Scheidemanns ist sicher, ba die sozialbemvkratisck;e Partei bie Mehrheit in ber Stadtvertretung hat. Lastkraftwagen zirm Transport von Kohlen und Karwffeln.
B e r l i n, 26. Nov. (WTB.) Es ist gelungen, in erhSl'tcrn Maße Lostkvaftwngen zur E. tlaftimg ber Eisenbahnen lieranzuziclien, ba das Reichs- wirtschaftsminisberium erhöhte Mmigen an Betriebs fwft für diese^,Wogen zur Verfügung stellen konnte. Tos Rcichsschotzministerium hat ferner 400 mit Gummi bereifte Lastkraftwagen überwiesen unb wirb voraussichtlich weitere 400 Wogen bereitstellen können, die alle in erster Linie für den Transport von Kartoffeln und Kohlen dienen sollen.
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General-Anzeiger für Gderheffen
SwIINngminddriick u. Verlag: vrühllche Unio.-Bud). u. Steinöruderci ki. Lange. Lchrislleilung, Seschäslrftelle u.Vrnckerel- Schulstr. 7.
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Vie Antwort der Neichrreyiernug aus die Note Liemerreäu;.
Berlin, 26. Nov. (WTB.) Die Reichsregierung hat auf bie letzte Kriegsgefan- genennote ber Entente mit einer Note geantwortet, m ber sie feststellt, daß bie Aisage ber Entente, bie deutschen Kriegsgefangenen noch vor Inkraftsetzung bes Friebensverlrages Heimzuschaffen, auf ein Entgegenkommen Deutschlaiws in ber Frage ber Kohlenlieserungen unb im Falle Mannheim zuxückzuführen ist. Es wirb ber Ueberseugung AuÄ-ruck gegeben, baß für vermeintliche Verfehlungen ber deutschen Regierung Schuldlose büßen unb als Geiseln dafür hosten sollen, daß die französisckZen Wünsche erfüllt werben. Entgegen der französischen Bklmuptung würden die Kriegsgesangeilen in materieller und moralischer Hinsicht durchaus nicht gut behandelt. Kleidung unb Unterbringung reichten vielfach für oie kalte Jahreszeit nickt aus, zum Teil seien bie Gesungenen sogar noch vom 23erfeljr mit der Heimat adgeschnittOi Die deutsche Regierung hält es für angebracht, folgendes sestzustellen: 1. Die Alliierten würben von ihr auf die SdjtmerigMten hingewiesen, die sich der Herausgabe ber wegen Verstöße gegen die Kriegsgesetze angeflagten Personen eMgeipm. stellen und hat bie Alliierten gebeten, ihrerseits zu erwägen, w sich ber von ihnen verfolgte Zn«eck aus anbere Weise errridrn ließe. 2. Die Remerung Ist überzeugt, daß bie französische Bevölkerung ein £>en für bas Elenb der Kriegs- gefangenen hat und nicht wünscht, baß sie noch länger in hartem Frol/ndienst für öanblungen büßen müssen, für bie sie Beine 2Zcvantwortmig tragen. 3. Die beutsche Regierung trisft keine Schulb, baß über bie Bereitstellung beutscher Zivilarbeiter für bie zerstörten Gebiete noch keine Berstänbigung zustande getont men ist 4. Der Vorwurf, die beutiche Regierung habe vorläuftge Äiaßnahmen zur Erleicksterung der Fniedeuobestim- mungen in Sckstesrvig unb Oberschlesicn ab<F?(eImt, sei unbegrünbet, im Gegenteil habe dve Regierung den alliierten Kommissionen weitgehende Unter- stützung gewährt. 5. Bezüglich des 23osfenstill- standsabÄimmens hat Deutschüanb sein AeuHerstes getan, um den unerhörten Anforderungen geirdjfl zu werden. 6. Auf die Angelegenheit der 23er- sendmg der Kriegsschiffe in Scapa Flow und die Räumung des Baltikums wird an anderer Stelle eingegangen werden. 7. Der 2kirnnirf wegen ber Zweibeutigveit der Reichs Verfassung sei längst erledigt. 8. Die Behauptung, die deutsche Regie ruitg betreibe in ber ganzen Welt eine Propaganda gegen die Alliierten, sei ein Märchen.


