Ausgabe 
27.8.1919
 
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Kr. 199

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169. Jahrgang

Mittwoch, 27. August 19(9

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

3n>inhtg$rnnbbrud u. Verlag: vrühi'sche Unio.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

Annahme von Anzeigen s. die Tagesnununer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34mm Üreit« örtlich 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Reklanie- anzeige ii von 70 mm Breite 48 Ps. Bei Platz- vorschriil20°/Auisct)lag. Hauvtfchriitteiter: Aug. Goey. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zen-; für den Airzeigenteil: p. Beck; sämtlich in Gießen

Steigerung der Arbeitsleistung!

Man muß es demVorwärts", dem füh­renden Blatte der Mehrheitssozialisten, lassen, daß er nicht bloß gelegentlich Splitter im Auge derBesitzenden" sieht, sondern auch die Balken im Auge gewisser Arbeiterkreise sehr wohl wahrnimmt. Das sind diejenigen Arbei­terkreise, die zuviel politisieren, dauernd Streiks anzetteln möchten und die Arbeitslust überhaupt sinken lassen. Es war schon recht be­merkenswert, daß derVorwärts" in einer seiner letzten Nummern den Gedanken näher­rückte, die groben Verkehrsinstitute, Eisenbahn usw., seien nicht Einrichtungen des Kapitalis- jmus, sondern dienten dem allgemeinen Wohl, !und darum dürsten die in ihnen angestellten Beamten und Arbeiter auch nicht die Kampf- Mittel anwenden, die in anderen Arbeitszwei­gen gestaltet wären. Eine entsprechende Rege­lung der Pflichten solcher Angestellten und Arbeiter sei daher wohl ins Auge zu fassen.

Als wir bei dem letzten großen Eisenbah- merausstand die ethischen Grundlagen von Ar­beitseinstellungen betrachteten und Aussüh- aungen Prof. Dunkmanns imTag" Wieder­gaben, war uns aus dem sozialdemokratischen Lager der Vorhalt begegnet, unsere Auffassun­gen seien rückschrittlich, obwohl wir ausdrück­lich zugestanden hatten, der Streik bleibe im allgemeinen, in der Privatwirtschaft, nach wie vor ein berechtigtes Mittel. DerVorwärts" teilt unsere Auffassungen und geht heute noch einen Schritt weiter, indem erdie Akkord­lohnfrage" einer ausführlichen Besprechung unterzieht. Das Blatt gibt zu, dieUnzahl goldener Worte der Mahnung" sei erfolglos geblieben, die Arbeitsleistung in Deutschland ifei stark gesunken, die Revolution habe, tote in Rußland und in Ungarn,durch den Niederbruch auch der Autorität in der Produktionsleitung viele unselige Hemmun­gen ausgelöst". DerVorwärts" fährt dann u.a. fort:

Heute erkennen gerade in der Arbeiterschaft -recht erhebliche Kreise die Notwendigkeit, die Be­zahlung nur nach Maßgabe der Anwesenheit tm Betriebe zu reformieren und an ihre Stelle die Bezahlung der wirklichen Arbeits- Kleist ung zu setzen. Der Umstand, daß der Ar- ibcitsunlustige den gleichen Lohn, erhält, als der ^Arbeitslustige, wirkt lähmend auf die guten Ele- .mente in der Arbeiterschaft. Sie fragen sich mit Mecht, warum sie für ihre treue, gewissenhafte Arbeit genau so bezahlt werden, als andere für mangelhafte Arbeitsleistung. , .

Wir befinden uns heute in Aeutschlarü) tn der -gleichen Lage, nie zu gewissen Zeiten die Räte­republiken in Rußland und in Ungarn. Auch dort frrnr unter dem an siel- sympathischen Zeitlohnsystem die Arbeitsleistung von Woche zu Woche gesunken und schließlich auf eine Tiefe gekommen, die das chlimmste Wirtschastselend erzeugt hat. In Un­garn wie in Rußland hat man sich gezwungen ge- ehcn, einen Anreiz für die Erhöhung der Arbeits­leistung zu sckmffen, und man hat in beiden Läjndern nur den einen Ausweg gefunden, die wirklich ge­leistete Arbeit statt der Arbeitszeit zu Erzählen. Man ist zum Akkord- und zum Prä- mümlohnsystem übergegangen und hat damit einen günstigen Erfolg gMbt. Jetzt stehen wir tn Deutschland, namentlich durch dre große Gefahr ^angeregt, die infolge der Produktionsverminderung! äu den Eisenbalmwerkstätten für unser Transport- wesen aufgetaucht ist, vor der Notwendigkeit, gleiche Maßnahmen zu ergreifen.

Die Regelung der Lohnfrage Muß so erfolgen, baß der tüchtige Arbeiter entsprechend seinem be­sonderen Fleiß den höchst denkbaren Lohn erreichen kann tntb daß der träge Arbeiter gezwungen ist, ein gewisses Minimum von Arbeit $u leisten, wenn er einen auskömmlichen Lohn erzielen will." | Das ist eine Meinung, der man nur Hust-immen kann. Und es würde sich auch weden lassen über einen weiteren Vovsckchag desVorwärts", wonach man den Arbei­tern, die über ein Minimum von Arbeits- leistung hinaus gelangen, besondere Bons zuweisen sollte, mit deren Hilfe sie sich Lebensmittelzulagen für Schwerarbeiter be­schaffen können.

ver handel Japans.

/ Der Hantelssachverständige an der britischen Botschaft in Tokio hat sich vor der Londoner Han- idelslammer über Japans Handel etwa folgenter- > maßen geäußert:

Während im Kriege die meisten andern Lan­der tief in Schulden geraten sind, hat Japan nicht nur seine Schuldenlast großenteils abgetragen, son­dern feinen Verbünteten noch mit Zahlungeit von mehr als 1000 Millionen Pfund Sterling unter die Arme greifen können und ist aus einem Schuldner zu einem Gläubigerstaat ge­worden. Wie nach jedem seiner drei siegreichen Krieg; steht Japan wirtschaftlich günstiger da als vorher, gegen seine Stellung vor dem chmesftch- japanischen Krieg sind seine Umsätze um nicht 1 weniger als 20 000 v. H. angewachsen. Tie Zahl

der in Japan tätigen fremden Firmen ist heute! größer als je, die deutschen Firmen nicht mit eingerechnet, die vollkommen kaltgestcllt sind. Ge­waltige Fortschritte hat Japans Schiffahrt zu verzeichnen, die ihre Flagge jetzt in allen Welt­teilen zeigt. Seine großen wie Heinen Ree­dereien haben während des Krieges gleich gute Gewinne gemacht. Sehr beackstenswert ist die Gründung eines neuen Syndilats, der Internatio­nalen Tampfschifial)rts-Geselljck)aft, mit einem Ka­pital von 10 Millionen Pfund Sterling und einem Schiffspark von V/2 Mill. Donnen. Es heißt, daß in ihr amerikanisches Kapital vertreten sei: wahr- scheinlich ist das Kapital aber rein japanisch. Tie Hälfte davon gehört einer der großen Schifss- baugesellschaften (der Kawassaki-Werft in Kobe), die also von dem Syndikat doppelten Nutzen hat, als Roeder sowohl Ivie als Schiffsbauer. Die Schiffe kosten im Durchschnitt 35 Pfund Sterling die Tonne. Tie neue Gesellschaft wird voraussichtlich in scharfem Wettbewerb zu der Nippon-Juhßen- Kaischa und zur Ohßaka-Schohßen-Kaischa treten, die selbst einander starken Mitbewerb bereiten.

In der Einfuhr nach Japan sind vielfach amerikanische Waren an die 'Stelle von vor­her britischen Gütern getreten. Bon Rohbaum­wolle abgesehen haben die Vereinigten Staaten 1913 nach Japan für 5 Millionen Pfund Ster­ling ausgeführt, 1918 für nicht weniger als 42 Mil­lionen: dagegen führte England 1913 für über 12 Mill. Psund aus, heute nicht mehr für die Hälfte. Soweit dieser verlorengegangene Handel Metalle, Maschinen, Chemikalien, Werkzeugmaschinen be­trifft, darf England hoffen, ihn wieder einzubrin­gen. Angesichts der gewaltigen Steigerung der lapanischen Kaufkraft dürfen die Aussichten für die englische Ausfuhr nach Japan als außerordent­lich günstig angefehen werden, zumal die ja» panischen Wertzölle dank der Erhöhung aller Preise durchschnittlich von 20 v. H. im Jahre 1913 auf 8,25 v. H. gesunken sind.

Japans Ausfuhr hat im Kriege eine riesenhafte Steigerung erfahren, ganz besonders die von Seide, Baumwollgarn und Baumwoll­geweben. Tazu ist während des Krieges eine ganze Anzahl neuer Ausfuhrzweige getreten, z. B. Träht- feife, elektrischer Draht, Köper und Kokosnußöl. Japans Baumwollgarne und -gÄvebe gehen größtenteils an Abnehmer, die früher von Lan- cashire bezogen haben. Japans billigere Preise ergeben sich aus den niedrigeren Löhnen, die für gelernte Arbeiter etwa 56 Schilling den Tag nebst Gewinnanteil, für ungelernte männliche Ar­beiter 14 und ungelernte weibliche SMxeifcfr 9 Schil­ling 4 Pence für 70 Wochen stunden betragen. Anderseits arbeitet Japan mit sehr teurer Kohle, die vor dem Waffenstillstand 7075, heute etwa 50 Schilling die Tonne kostet, und wovon im Jahre etwa 12 Millionen Donnen verbraucht wer­den. Tie Befteuerungsverhältnisse Ha­den lieft im Kriege kaum verändert; bie 1918 neu auferfegte Steuer auf Kriegsgewinne beeinflußt die Industrie kaum. Tie jajxmifdyen Arbeiter sind nicht lorganifiert und bilden keine Gewerkschaften. Doch wird das wohl bald anders werden, da im Kriege ihre Löhne um 70 v. H., die Letensmittel- preiie dagegen um 125 v. H. gestiegen sind. Ihv günstig für den Handel Japans ist auch, daß seine Industrie auf dem Uebergtmg von der Heim­arbeit zur Fabrikarbeit begriffen ist. Rechnen totr dazu, daß die einzelne Arbeitskraft wenig ergiebig ist, die Billigkeit der Löhne wohl nicht mehr all­zulange erhalten wird, ferner das vollständige Fehlen von Eisenerzen, den Mangel aller Rolj- stoffe, außer Seide und Kupfer, die sehr teure Kohle und die unzulänglick-en Verkehrsverhälttnsse, so werden wir sagen dürfen, daß auch für den japanischen Handel die Bäume nicht in den Himmel wachsen«

Zur Koljknnot.

Essen, 27. Aug. (WTB.) Tie Wagen- gestelluna für den A btransport von Brennstoffen war zu Beginn der vergangenen Wocke äußerst günstig. Tie Fehlziffern betrugen zunächst 6000 Wagen täglich Auf bte täglichen Sperren und die gänzlichen Sperren am 22. Aug. für die Annahme anderer Güter besserten sich die Verhältnisse nicht unwesentlich Im Werktagsdurchsckmitt wurden in der vergange­nen Woche rund 15 900 Wagen gestellt, während rund 5600 fehlten. Unter.diesen Umständen gin­gen auch die 3u fuhren zum Duisburg-Rührorter Hastn etwas zurück. Die Kipperleistung betrug arbeitstäglich 13 500 Tonnen. Dagegen konnte der Umschlag der Kanalzechen gesteigert werden. Er belief sich auf 26 600 Tonnen arbertstaglich, gegen 25 300 in der vorausgegangenen Woche. Ten in der Tagespresse verbreiteten Ansichten über die geringe .Ausnutzung der Wasserstraßen muß ent- ceoengetreten werden. Tatsache ist, daß ore Be­triebsmittel, namentlich auf den nordweltdeutschen stungssahigkeit ausgenutzt sind Wenn z. B un April "1918 der UmMag der Kanalzeckstn 35 000 Toniken arbeitstäglich betrug, so konnte erne der­artige Leistung im Umschlag und entsprechende Ausnützung der Schleusen wie Wasserstraßeii unter bat veränderten Verhältnissen von heute bei weitem nicht erreicht werden. Einmal ist neben dem Rmck- gang der Arbeitsleistung die Be- und Entlatez-eft gegenüber früher erheblich kürzer. Zum ^anderen ist infolge der geringeren Leistung der Dampfer die Scksteppzeit bedeutend verlängert worden, so daß die KälMe eine wesentlich längere Zeit benö­tigen, um wieder zum Ausgangspunkt zurück- zukehren. Dazu kommt der neuerdings zuruck- getente Wasserstand auf Rhein und Weser, ter dte ohnehin schon bestchende Kahnraum- und Schlepp­

kraftknappheit noch wesentlich verschärfen wird. Auch auf dem Rhein wird eine restlose Ausnützung .der Betriebsmittel von allen in .Betracht kom­menden Stellen angestrebt. Hier spielen aber auch die bestehende Kohlenknappheit, durch die namentlich in Süddeutschland die Bebunkerung der Tampftr verzögert wird, sowie die Zu- und Ab­fuhren durch die Eisenbahn in Pen Häsen beson­ders mit.

Berlin, 27. Aug. (WTB.) Die große K 0 ft- len n 0 t im Winter macht nach derKöln. Ztg." einen verstärkten H 0 lzschlag erforderlich. Der Mindeftbedars an Holz beläuft sich auf 52 Millio­nen Festmeter gegen 39 Millionen Fest­meter im letzten FriAensjahr. Um diesen verstärkten GinWag zu erreichen, soll allen be­teiligten staatlichen, gemeindlichen und Privat- fiorften ein MinL-esteinschsag auferlegt werden. Für eine solche Maßnahme des ReichAvirtfckAstsamtes bedarf es aber einer gesetzlichen Grundlage. Des­halb wird das Reiäuswnftschastsministerium zu- nächst der Nationalversammlung eine Vorlage unterbreiten, in der um die Ermäch­tigung nachgesucht wird, eine fohchp Mindest­leistung im Holzeinschlag zu verfügen. Die Vorlage soll sich zunächst auf zwei Jahre er­strecken. Man hofft nach ^lblauf dieser Frist auf bessere wirtsck-aftliche Verhältnisse.

Amsterdam, 26. Aug. (Wolff.) Das Presse­bureau Radio meldet, daß der Vorsitzende des brittschen Bergarbeiterv-erbantes, S m i l l i e, in einer Unterredung mit einem Vertreter des Weekly Tispatch erklärte, innerhalb kurzer Zeit, tiielleidyt nur einiger Monate, werde die Ko hl ene r z e u- gunginEnglandum viele Millionen Donnen vermehrt teerten. Wahrscheinlich werde auch eine Ermäßigung des Kohlen Preises eintreten.

Für die schnelle Heimbeförderung der deutschen Gefangenen.

Genf, 26. Ang. (Wolff.) Schweizerische Te- peschenagentttr. Tas internationale Ko­mitee vom Roten Kreuz verwendet sich in einem Brief vorn 22. August beim interalliierten Obersten Rat für die möglichst rasche Heim- befbrberung der Kriegsgefangenen aus ten Ententeländern. Trotz des formellen Grundes, daß der Frietensvertrag immer noch nicht von drei Großmächten der Alliierten unter­zeichnet ist, sollte der darin vorgesehenen Heim- schaffung ter Kriegsgefangenen nun doch nichts mehr im Wege stehen, und man muß schon jetzt Mittel und Wege dafür prüfen. Tas heute vor­liegende Problem erscheine infolge der großen. Zahl ter Kriegsgefangenen in den Ententelängern die sich auf oie verschiedensten Gebenden auch außerhalb Europas verteilen, verivrckelter als seinerzeit die Heimschaffung der alliierten Kriegs­gefangenen aus den Zentralstaaten. Wenn die Heimschaffung der beträchtlichen Mensck)enmassen sofort nach Inkrafttreten des Vertrages beginnen würde, würde sie schon vor Eintritt des Winters beendet fern. Deshalb wünsche das Komitee drin­gend, daß die in Artikel 215 vorgesehene Sonder- kommission instand gesetzt wird, die Arbeiten sofort zu beginnen, und ferner gleichzeitig Kommissio­nen eingesetzt werten, um mit ter österreichischen Delegation zu beraten. Diese Maßnahmen würden beweisen, daß die Entente die Kriegsgefangenen nicht einer weiteren Winterkriegsgesangenschast aussetzen und Anordnungen treffen wollen, die rasche Durchführung einer der Hauptbestimmungen des Friedens Vertrages zu ermöglichen.

Der Temps Über Deutschland.

B e r s a i l l e s, 26. Aug. (Wolfs) Im heittigen Leitartikel befdjäftigt fieft derTemps" mit Deutschland. Er fordert auf, die Enttvicklung in Deutschland auf das genaueste zu verfolgen. Das müsse eine der Hauptaufgaben ter französischen Di­plomatie fein, denn zu jeder Zeit müßten die Fran­zosen sich untereinander sagen:Sage mir, wie es in Deutschland steht, und ich will Dir sagen, was uns erwartet." Deutschland fei im Begriff, Politisch, wirtschaftlich und militärisch eine Einheit zu wer­ten. Politisch sei dies iit ter Verfassung klar aus­gesprochen. Wirtschaftlich habe Erzberger hierzu ten Grundstein gelegt. Auch militärisch schicke Noske sich an, die Einheit zu erzielen. Er sei nach Mün­chen gereist, um auch die Leitung der bayerischen Armee 'zu übernehmen. Tas Blatt sagt: Wenn Italien und England sofort nach ter Ratifizierung des Frietensv er träges ihre Botschafter nach Berlin entsenden, so müsse Frankreich selbstverständlich ihrem Beispiel folgen. Es müsse ter richtige Mann nach Berlin gesandt werten, ter die erforderlichen Kredite und Männer zur Verfügung habe. 1 *'

1 h LA v.... .«

Allgemeine Wehrpflicht in Belgien?

Versailles, 26. Aug. (Wolff.) Nach dem Brüsseler Korrespondenten terGazette de Huy", ter stets gut unterrichtet über die Absichten des Ministeriums ist, soll in Belgien die all­gemeine Wehrpflicht eingeführt werten. Die Tienstzeit betrage ein Jahr.

Die Verteilung der österreichischen Handelsflotte,

Paris. 27. Aug. (WTB.) Reuter. Die kroa­tisch-serbisch-slowenische Delegation warf die Frage ter Verteilung der ästerreichis chen Handelsslotte auf. Sie legte dar, daß ein

Teil ter Flotte an daS südslawische Königreich fallen solle und beklagt sich darüber, daß eint Anzahl Schiffe, deren Besitzer Slawe neu und Untertanen des südslawischen Reiches seien, als Kriegsbeute mit Beschlag belegt worden ist.

Streikbewegungen in Barcelona.

Sern, 26. Aug. (Wolff.) TieNeue Storre» spontenz" berichtet über eine bedrohliche Zunahme ter spanischen Streikbewegung. Nach ter B a u i n d u st r i e hat die Stteikbcweg nng auch auf die Textilindustrie übergegriffen. Sehr erbittert hat die Haltung ter Arbeitgeberverbänte von Barcelona, die die Anerkennung ter Ar- beiterverbänte verweigern. Eine Erklärung ter Streikenden verlangt die sofortige Aushebung des Belagerungszustandes und die Wiederherstellung der konstitutionellen Garantten. Auch ter Streck! ter Seelen te dehnt sich in bedenklicher Weise aus. Die Stteikenten verlangen doppelte Lohn- erhöhrmg und Entlassung aller Nichtorganisierten Seeleute. Tie Vertreter ter Reederei- verbände wurden am Sonntag vom Arbeitsminister empfangen. Sie erklärten flch zu teilweisen Zu- geständiüssen bereit. Die Regierung hofft zu einer Einigung zu kommen und wird heute dem Ministerrat Reformpläne unter breiten.

Die Sdjantungfrage.

NeuY 0 rk, 24. Aug. Der Senatsmisschüß für auswärtige Angelegenheiten hat ein Votum angenommen, das die Abtretung Schau- tungs an Japan verwirft.

Versailles, 26. Aug. (Wolff.) Nach dem Sonderberichterstatter desEcho te Paris" in Washington wird der Beschluß tes Senats­ausschusses für auswärtige Angelegenheiten betref­fend Schantungals Kriegserklärung an Wilson aufgefaßt. Die republikanische. Opposition sei jetzt sicher, die Ab- leftnung des Friedensvertrages zu er< langen. Sv: wolle Vorschlägen, daß ter Kongreß eine Resolution annehmen solle, durch die ter Kriegszustand für beendet erklärt und ter Präsident ermächtigt werte, die geschäftlichen und diplo- matischen Beziehungen mit den feindlichen Läutern wieder aufzunehmen. In ten Wilson na.hestehew' ten Kreisen vertrete man die Ansicht, daß, wenn das Amendement des Senatsausschusses angaiom« men werte, England, Frankreich, Italien und Jr- pan wieder zu ihrem geheimen Abkommen von 1915 zurückgreifen würden und daß dann Schau- timg doch in ten Händen Japans bleiben werte. Ter Sonterberichterstatter machst noch daraus auf­merksam, daß ter Senatsausschuß jetzt einen Aegypter und jedenfalls auch einen Irl lin­der hören werte, ter für das Selbstbestimmimgs- recht Irlands eintrete. Die Diskussion im Senat könne unter diesen Umständen mehrere Aionate dauern.

Ein Gesetz gegen die Einwanderung tn Amerika.

Washington, 27. Aug. (WTB.) beulet. Um! das Her einströmen von Fremden in bie Vereinigten Staaten nach FriedenSschluß zu verhindern, verlangte Wilson in einer Botschaft an den Kongreß, daß das während tes Krieges ht Kraft getretene Paßgesetz noch ein Jahr nach Friedensschluß in Kraft bleiben soll.

Eine Truppenmeuterei in England.

Rotterdam, 25. Aug. (Wolff.) Ter Nieuwe Rotterdamfche Gburant" meldet aus London, daß die 200 britischen Soldaten, die sich in Southampton weigerten, an Bord des Schiffs zu geben, das sie nach Frankreich brin­gen sollte, da lie befürchteten, nach Rußland ab- beförtert zu werden, von drei Kompanieir tes ans Portsmouth herbeigehvlten Sussex-Regiments in dem Park, wo sie übernachteten, umzingelt wur­den. Tie herbcigeeilten Truppen waren mit Ma­schinengewehren und Bajonetten ausgerüstet. Ten Meuterern wurde eine Stunde Bedenkzeit gegeben. Als diese vergangen war, ohne daß sie sich er­geben hatten, wurden alle 200 verhaftet, ohne daß sie Widerstand leisteten.

Britische Offiziere al» Handelsagenten.

Amsterdam, 27. Aug. (WTB.) Tie eng­lischen Blätter vom 25. bringen eine Jveutermeldung aus Kölir, noch welcher zur Unterstützung von bri­tischen Finnen, die auf den deutschen Märkten Fuß fassen wollen, brittscheO f f i zier e, die ten Wirt- schastsstellen in ter von den .Alliierten besetzten Zone zugeteilt sind, nach Krefeld, Koblenz, Maiiu, Ludwigshafen und Aachen gefanbt find, um als, britische Hairdelsagenten zwecks Auskunft und Un­terstützung in Hantelsfragen zur Verfügung stehen.

Belgien und der Friedensvertrag.

Brüssel, 27. Aug. (WTB.) Havas. Reuter.. Ter Senat nahm den Friedensvertrag einstimmig an.

Der neue Friedensvertrag mit Deutsch-Oesterreich.

A m st e r d a m , 27. Aug. (WTB.) Die lischen Blätter vom 25. bringen eine Rewermeb' I Dung aus Paris, die besagt, daß zahlrQche